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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

UNIVFRSITY OF 
ILLINOIS LiBRARY 
URBANA CHAWIPAIGN 

BIOLOGY 

FEB 2 2 1993 



ACES ' !BRARY 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegelben von der Gfesellschaft. 

jai.rg««s ****^C£S LIBRARY 

XXXV. Band. 

Mit 17 Tafeln (Tat. I— XVII) und 3 Holzschnitten. 
Ausgegeben Anfangs Jänner 1886. 



Wien, 1886. 

Im Inlande besorgt durch A. Hölder, k. k. Hof- und Üniversitäts-Buchhändler. 
Für das Ausland in Comniission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 

Druck von Adolf Holzhansen, 

k. k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 



Die P. T. Mitglieder erhalten gegen Einsendung eines Jahres- 
beitrages von 4 fl. 40 kr. (8 Mark 80 Pf.) die halbjährig erschei- 
nenden Verhandlungen sofort nach Ausgabe franco zugesendet^ 
wogegen sich die Versendung per Packet viel höher stellt. * 

K. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien. 



Festbankett zu Ehren des Herrn Custos A. Rogenhofer am 8. April 1885 15 

Anhang: Werke, im Jahre 1885 der Gesellschaft gewidmet 36 

Pflanzenverzeichniss für die Schulbetheilung 39 



Wissenschaftliche Abhandlungen und Mittheilungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

Berg C. : Ueber die Lepidopteren-Gattung Laora Walk Abh. 359 

Bergh Dr. Rud. : Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. VIII. 

(Mit Tafel I— VII.) Abh. 1 



'S V' 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft am Ende des Jahres 1885 VII 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften beziehen XXXIX 
Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftentausch 

stattfindet XLI 

Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden . XL VIII 

Sitzungsberichte. 

Monatsversammlung am 7. Jänner 1885 3 

„ „ 4. Februar 1885 5 

„ „4. März 1885 6 

Jahresversammlung am 1. April 1885 7 

Monatsversammlung am 6. Mai 1885 17 

„ „ 3. Juni 1885 19 

„ „1. Juli 1885 20 

„ „ 7. October 1885 21 

„ „ 4. November 1885 26 

„ „ 2. December 1885 30 



Festbankett zu Ehren des Herrn Gustos A. Rogenhofer am 8. April 1885 15 



Anhang: Werke, im Jahre 1885 der Gesellschaft gewidmet 36 

Pflanzenverzeichniss für die Schulbetheilung 39 



Wissenschaftliche Abhandlungen und Mittheilungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

Berg C. : Ueber die Lepidopteren-Gattung Laora Walk Abh. 359 

Bergh Dr. Rud. : Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. VIII. 

(Mit Tafel I-VII.) Abh. 1 

, a* 




IV 



Inhalt. 



Seite 

Bucchich G.: Gli ortotteri di Lesina e Curzola, con alcune notizie 

biologiche che Ii risguardano Abb. 377 

Gangibauer L.: Neue und weniger bekannte Longicornier des palä- 

arktischen Faunengebietes Abb. 515 

Karpelles Dr. Ludw. : Die Thierwelt des Leviticus (III. Buch Moses) Abb. 257 

Kohl F. F. und Pelz ein A. v. : üeber eine Sendung von Säuge- 

thieren und Vögeln aus Ceylon Abb. 525 

Low Dr. Franz: lieber neue und schon bekannte Phytoptocecidien Abb. 451 

— Beiträge zur Kenntniss der Helminthocecidien Abb. 471 

— Beiträge zur Naturgeschichte der gallenerzeugenden Cecido- 
myiden. (Mit Tafel XVII.) Abb. 483 

— Bemerkungen über Weyenbergh's Lasioptera Hieronymi . Abb. 511 

— Ueber das Vorkommen der Blutlaus (Schizoneura lanigera 
Hausm.) in der Umgebung Wiens . Sitzb. 25 

Low Paul: Beiträge zur Kenntniss der Cicadinen Abb. 343 

Mayr Dr. Gustav: Feigeninsecten. (Mit Tafel XI-XIII.) .... Abh. 147 
Mik J. : Cecidomyia Beckiana n. sp. auf Inula Conysa DG. (Mit 

Tafel X und 4 Figuren im Texte.) Abh. 137 

— Einige dipterologische Bemerkungen Abh. 327 

Pelz ein A. v. und Kohl F. F.: Ueber eine Sendung von Säuge- 

thieren und Vögeln aus Ceylon Abh. 525 

Rogenhofe r A.: Ueber hohes Vorkommen von Lepidopteren . . Sitzb. 31 
Schletterer Aug.: Die Hymenopteren-Gattung Gasteruption Latr. 

{Foenus aut.). (Mit" Tafel XIV.) Abh. 267 

Botanischen Inhaltes: 

Beck Dr. Günther: Zur Pilzflora Niederösterreichs. III Abh. 361 

— Ueber den Oeffnungsmechanismus der Porenkapselu .... Sitzb. 23 

— Ueber die Entwicklung von Ustilago Zeae Ung Sitzb. 28 

Braun H. : Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der 

Gattung Bosa. (Mit Tafel VIII und IX.) Abh. 61 

Bruhin Th. A.: Prodromus florae adventiciae boreali-americanae . Abh. 387 
Haläcsy Dr. Eug. v. : Beiträge zur Brombeerflora Nieder-Oesterreichs Abh. 657 
Höf er Fr.: Ueber einen neuen Standort von Eryngium planum L. 

in Nieder- Oesterreich Sitzb. 24 

Kornhuber Dr. A.: Botanische Ausflüge in die Sumpfniederung 

des „Wasen" (raagyar. „Hansäg") Abh. 619 

K ras an Franz: Ergänzende Bemerkungen zur Abhandlung „Ueber 

die geothermischen Verhältnisse des Bodens" Abh. 251 

Müllner F.: Cirsium polymorphum Doli, {pannonicum X Erisi- 

thales) und C. oleraceum X pannonicum Winkl, in Nieder- 

Oesterreich Sitzb. 32 



Inhalt. 



V 



Seite 

Rogenhofe r A. : Cordiceps militaris auf Ärctia aulica .... Sitzb. 15 
Voss Willi.: lieber Boletus strohilaceus Scop. und den gleichnamigen 

Pilz der Autoren. (Mit 2 Holzschniiten.) Abh. 477 

Wettstein Dr. Rieh, v.: Anthopeziza nov. gen. Biscomycetum. (Mit 

Tafel XVI.) Abh. 383 

— Vorarbeiten zu einer Pilzflora der Steiermark Abh. 529 

— Primula Sturii (supervillosa X minima) auf dem Zinken . Sitzb. 20 

— Botanische Ausbeute von Ausflügen nach Nord- Steiermark . Sitzb. 21 

— Ueber harzabsondernde Organe bei Pilzen Sitzb. 29 

Wiemann A.: Ardbis neglecta und Saxifraga crustata auf der 

Veitsch . Sitzb. 21 

Z nk^lHugo : Ascodesmus m^ncans Van Thiegh. in Nieder-Oesterreich Sitzb. 35 

— Ueber einige neue Pilze, Myxomyceten und Bakterien. (Mit 

Tafel XV.) Abh. 333 



Verschiedenen Inhaltes: 

Beck Dr. Günth.: H. W. Reich ar dt, eine Lebensskizze .... Abh. 669 
Ostermeyer Dr. Fr.: Bericht über den Stand der Gesellschafts- 
herbarien Sitzb. 27 

Pokorny Dr. AI.: Nachruf an Prof. Dr. H. W. Reich ardt . . . Sitzb. 22 
Wettstein Dr. Rieh, v.: Bericht über die Anlegung von Schul- 
herbarien Sitzb. 30 



VI 



Inhalt. 



Verzeichniss der Tafeln. 

Erklärung 

siehe Seite 

Tafel I— VII. Bergh Dr. ßud.: Beiträge zur Kenntniss der Aeoli- 

diaden. VIII. (Seite 1) 54—60 

„ VIII — IX, Braun H.: Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und 

Formen der Gattung Bosa (Seite 61) 136 

„ X. Mik Jos.: Cecidomyia Beckiana n. sp. auf Inula Conyza DC. 

(Seite 137) 146 

„ XI— XIII. Mayr Gust.: Feigeninsecten (Seite 147) . . . 249—250 

„ XIV. Schletterer Aug. : Die Hymen opteren-Gattung Gasteruption 

Latr. (Seite 267) 326 

„ XV, Zukal Hugo: Ueber einige neue Pilze, Myxomyceten und 

Bakterien (Seite 333) 842 

„ XVI. Wettstein Dr. R. V.: Änthopezim nov. gen. Discomycetum 

(Seite 383) 386 

„ XVII. Low Dr. Franz: Beiträge zur Naturgeschichte der gallen- 
erzeugenden Cecidomyiden (Seite 483) 510 



Stand der Gesellschaft 

am Ende des 

Jahres 1885. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1886. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1888.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Vicepräsidenten: (Gewählt bis Ende 1886.) 

P. T. Herr Hauer Dr. Franz Ritter v. 

^ „ Low Dr. Franz. 

„ „ Pelikan A. Freiherr v. Plauen wald. 

„ „ Pelz ein August v. 
„ „ Rogenhofer Alois. 

„ „ Wiesner Dr. Julius. 

Secretäre : 

P. T. Herr Beck Dr. Günther. (Gewählt bis Ende 1888.) 

„ „ Wettstein Dr. Richard v. (Gewählt bis Ende 1889.) 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1888.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

Ausschussräthe: 

P. T. Herr Bartsch Franz. (Gewählt bis Ende 1886.) 

„ „ Fuchs Theodor. „ „ 

„ „ Kolazy Josef. „ „ 

„ „ Künstler Gustav. „ „ 

„ „ Müllner M. Ferdinand. „ „ 

„ „ Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr „ „ 
„ „ Steindachner Dr. Franz. „ „ 

Z. B. Ges. B. XXXV. b 



X 



Leitang der Gesellschaft. 



P. T. Herr Wachtl Friedrich. 

„ „ Ab er le Dr. Carl. 

„ „ Braun Heinrich. 

„ „ Brauer Dr. Friedrich. 

„ y, Brunner v. Wattenwyl Karl. 

„ „ Burgerstein Dr. Alfred. 

„ „ Claus Dr. Karl. 

„ „ Csokor Dr. Johann. 

„ „ Dräsche Dr. Richard Freiherr v. 

„ „ Hauer Franz Ritter v. 

„ „ Kern er Dr. Anton Ritter v. 

„ „ Kornhuber Dr. Andreas v. 

„ „ Latzel Dr. Robert. 

„ „ Low Dr. Franz. 

„ „ Low Paul. 

„ „ Pokorny Dr. Alois. 

„ „ Rogenhofe r Alois Friedrich. 

„ „ Stur Dionys. 

„ „ Türk Rudolf. 

„ Vogl Dr. August. 

„ „ Wiesner Dr. Julius. 

„ „ Bergenstamm Julius v. 

„ „ Haläcsy Dr. Eugen V. 

„ „ Krem er Hermann Ritter v. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

„ „ Pelz ein August v. 

„ „ Richter Dr. Karl. 



(Gewählt bis Ende 1886.) 
(Gewählt bis Ende 1887.) 



(Gewählt bis Ende 1888.) 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren :Kaufmann Josef, K o 1 a z y Josef. 
Die Pflanzensammlung ordnen die Herren: Braun Heinrich, Ostermayer Dr. 

Franz, Preyer Leopold. 
Die Betheil üng von Lehranstalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolazy. 
Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 
Das Archiv hält Herr Paul Low im Stande. 



Amtsdiener : 

Herr Frank Cornelius, VIH., Florianigasse 31, IIL 



XI 



Die Druckschriften der &esellscliaft werden überreicht: 

Im Inland e. 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Kronprinzen und Erzherzoge Eudolf. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Albrecht. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Karl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvator. 

Im Auslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland- 10 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare. 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen zu Sachsen-Coburg. 
Dem aouverainen Johanniter-Orden. 



Subventionen fiir 1886. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



XII 



Mitglieder im Anslande. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T. Herr Adams Arthur London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Villas, Notting Hill (W.) . London. 

„ „ Agassiz Dr. Alexander, Director d. Museums N. A. Cambridge. 

„ „ Albini Dr. Josef, Caval., Universitätsprofessor . Neapel. 

„ „ All man Dr. George James, Prof., 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ „ Alvarez Dr. Louis, Prof. u. Director d. Mus. . Bahia. 

„ „ Andre Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cöte d'or Beaume. 

„ „ An gas Georg Fr London. 

„ „ Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

10 „ „ Ardi s sone Fr., Prof. d. Bot. d. höh. Agric.-Schule Mailand. 

„ „ Arnold Dr. Ferd., k. Appellationsr., Sonnenstr. 7 München. 

„ „ Artzt A., k. Vermess.-Ingenieur, Voigtland . . Plauen. 

„ „ Aschers on Dr. Paul, Prof. d. Bot. a. d. Univ. Berlin (W.). 

„ „ Aurivillius Ch. P. 0., Professor, Intend. d. k. 

zool. Museums Stockholm. 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

„ „ Bail Dr. Th., Prof. u. Director der Realschule Danzig. 

„ „ Baillon Ernst, Prof. an d. k. Forst- Akademie . St. Petersburg, 

„ „ Baillon H., Prof. d. Naturg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ „ Bain Dr. Mac, Marine -Arzt Edinburgh. 

20 „ „ Baird Spencer, Prof., Secr. der Smiths. -Instit. Washington. 

„ „ Balfour Dr. Hutton, Prof., 27, Moorleith Row. Edinburgh. 

„ „ Ball Valentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

„ „ Bamberger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

„ „ Barbey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

„ „ Barboza J. Rodriguez Rio-Janeiro. 

„ „ Barboza du Bocage Jos., Direct. d. naturh. Mus. Lissabon. 

„ „ Bark er Dr. John, Mus. Coli, of Surgeon . . . Dublin. 

„ „ Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Universität Strassburg. 

„ „ Bat es H. W., Esq., 11. Carleton-Road (N) . . London. 

30 „ „ Beling Theodor, Forstmeister am Harz . . . Seesen. 

„ jj Bell ardi Dr. Luigi, Professor Turin. 



Mitpliedftr im Auslände. 



XIII 



60 



P. T. Herr Beneden Eduard v., Univ.-Prof., Rue Nysten 26 Llittich. 

„ „ Bennet Dr. G., Esq Sidney. 

„ „ BerchonDr. Ernest, Director (Gironde) . . . Pouillac. 

„ „ Berdau Felix, Prof. am Polytech. G. Lublin . Pulawy. 

„ Berg Dr. Carl, Üniversitäts-Professor der Botan. Buenos- Ayres. 

„ Berg Dr. E., Hofrath St. Petersburg. 

„ „ Berggren Sven, Professor an der Universität . Upsala. 

„ „ B er gh Dr. Rudolf, Prof., Chefarzt, Stormgade 19 Kopenhagen. 

„ „ Betta Edoardo, Nobile de Verona. 

„ „ Beiithin Dr. Hein,, Steindamm 29, St. Georg . Hamburg. 

„ „ Bignone Felix, Apotheker ........ Genua. 

„ ... Bigot Jacques, Rae Cambon 27 Paris. 

„ „ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus. -Director Paris. 

„ „ Blanchet Ch Lausanne. 

„ „ Blasius Dr. Wilhelm, Director am zool. Museum Braunschweig. 

„ „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Petrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ „ Boek Christ., Prof. an der Universität .... Christiania. 

„ ., Bolivar Don Urrutia Ignazio, C. de Atocha 22 Madrid. 

„ „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot. u. Custos . Brüssel. 

„ „ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bonorden Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R.-B. Minden Herford. 

„ „ Bonvouloir Comte Henri, Rue de rUniversite 15 Paris. 

„ „ Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

„ „ Bowring John j., Esq London. 

„ Brandt Dr. Eduard, Prof. d. med. -chir. Lehranst. St. Petersburg. 

„ Brandza Dr. D., Prof. d. Botanik a. d.Universität Bukarest. 

„ „ Brendegani Vinc, Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

„ „ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ „ Brot Dr. A., Professor, Malagnou 6 Genf. 

„ „ Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

„ „ Brnhin P. Th., Rev., Schweiz • . Thun. 

„ „ Bruyn Arie Johannes de, Regimentsthierarzt . Zütphen. 

„ „ Buchenau Dr. Fr., Director u. Prof. d. Realsch. Bremen. 

„ Buchinger Dr. F., Director des Waisenhauses Strassburg. 

„ „ Burnieister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

„ „ Burnieister Dr. Herrn., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos-Ayres. 

„ „ Buse L. H., bei Arnheim, Niederlande. . . . Renkora. 

„ Busk Dr. George, Burlington-house .... London. 

„ CabanisDr. Job. Lud., ersterCustos amk.Museum Berlin. 

„ Canestrini Dr. .Johann, Prof. an d.Universität Padua. 

„ Carp enter Dr. Will., 8, Queens-Rd., Primrose hill. London. 

„ Carte Dr. Alex., Dir. of the Mus. R. Society . Dublin. 

„ Cartier Robert, Hochw., Pfarrer, Cant. Solothurn Oberbuchsiten. 

„ Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Florenz. 



xiy 



Mitglieder im Auslände 



P. T. Herr Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Castracane degli Antelminelli, Fran9. Conte . Korn. 

„ Chiari Gerhard Ritter V., k. u. k. General-Consul Trapezunt. 

„ „ Cogniaux Dr. A., Prof. b. Brüssel Jodoigne. 

80 „ „ Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Breslau. 

„ „ Coldham James G., Dir. of Christch. school. . Cawnpore. 

„ „ Co 11 et Robert, Dr. phil., bei Christiania . . . Homansby. 

„ „ Colosanti Dr. Josef, Assist, d. Pathologie . . Rom. 

„ „ Conrad Paul, Schiffscapitän a. D Bremen. 

„ „ Conwentz Dr. R, Dir. d. westpreuss. Prov.-Mus. Danzig. 

„ „ Cox C. James, Dir. d. naturhist. Museums . . Sidney. 

„ „ Crepin Franpois, Director des botan. Gartens . Brüssel. 

„ „ Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

„ „ Cunha da Dr. Gerson, Director of asiat. soc. . Bombay. 

90 „ „ Dana James, Connecticut, N.-Am New-Haven. 

„ „ Davidson Dr. George, W., 13 Union-Place . . Edinburgh. 

„ „ Davidson Thomas London. 

„ y, De Candolle Alphons, e. Professor der Botanik Genf. 

„ „ Degenkoll) Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

„ „ Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

„ „ Desnoyers Johann, Bibliothecaire du Musee . Paris. 

„ „ Deyl Johann, Apotheker, Bosnien Travnik. 

„ „ Dingler Dr. Herm., Custos d. k. Herbars . . München. 

„ „ Doderlein Dr. Pietro, Prof. an der Universität Palermo. 

100 » j, Doenitz Dr. Wilh., Assist, am naturhist. Mus. Berlin. 

„ „ Dohm Dr. Anton, Prof, Vorstand d. zool. Station Neapel. 

„ „ Dohm Dr. Carl A,, Präs. des entom. Vereines Stettin. 

„ „ Dohrn Dr. Heinrich, Stadtrath Stettin. 

„ „ Douglas J.W., Esq., 8 Beaufort gard., Lewisham London (vSE.) 

„ Douille August, Marine -Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

„ „ Drude Dr. Oscar, Prof. u. Director d. bot. Gartens Dresden. 

„ „ Du Rieu W. N., Conserv. an d. Bibliothek . . Leyden. 

„ „ Eden F. W. van Harlem. 

„ „ Edwards Harry Wm., West-Virginien .... Coalburgh. 

110 „ „ Eichler Dr. A. W., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Berlin. 

„ „ Eidam Dr. Eduard, Assist, d. pflanz. -phys. Inst. . Breslau. 

„ „ Eliot Karl W., Prof. Boston. 

„ „ Ellenrie der Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg. 

„ ., Elliot Walter, Hawik N. B., Schottland . . Wolfelee. 

„ „ Ellis J. B., Esq., New Jersey, U.-St Newfield. 

„ „ Emery Med. Dr. Carl, Univ.-Professor . . . Bologna. 

„ „ Engler Dr. Adolf, Prof. der Bot. an der Univ. . Breslau. 

„ „ ErschoifNikol., Wassili Ostrofn2. Lin. 15. Haus St. Petersburg. 

Eulenstein Dr. Theodor Dresden. 



Mitglieder im Aaslande. 



XV 



120 P. T. Herr Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

„ „ Fairmaire Leon, Directeur de rhöpital St. Louis Paris. 

„ „ Falk Dr. Alfred, Professor an der Universität . Lund. 

„ „ Famintzin Dr. A., Professor St. Petersburg. 

„ „ Fanzago Filipp, Prof. d. Zool. a. d. Universität Sassari. 

„ „ Farie James, Secr. geol. Soc. Andersonian Univ. Glasgov?. 

„ „ Fatio Dr. Victor, Rue Massot 4 (N.) .... Genf. 

„ „ Fauvel Albert, Secr. Soc. fran9. d'Entom. . . Caen. 

„ „ FerreiraMan.Lag., Vice-Präsesd.hist.-geog.Inst. Rio Janeiro. 

„ „ Finsch Dr. Otto, Director am naturh. Museum Bremen. 

130 „ „ Fischer Dr. Karl, pr. Arzt Sidney. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Folin F. Marquis de, Praes. soc. d. scienc. et artes Bayonne. 

„ „ Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ „ Fontaine Julius de la, Göns, du Musee belg. Univ. Gent. 

^ „ Forel Dr. August, Dir. d. Irrenanst. Burghölzle b. Zürich. 

„ „ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ „ Fournier Dr. Eug., Gen. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ „ Frass Dr. Oskar Fr., Professor, Urbanstr. 13 . Stuttgart. 

„ „ Frey Dr. Heinrich, Prof. a. d. Universität . . Zürich. 

140 „ 5, Frey-Gessner Emil, Mus.- Cust._,RueDecandolle Genf, 

„ „ Fries Th. M., Professor a. d. Universität . . Upsala. 

„ „ FriestadtR. F., Adjunct an der Universität . Upsala. 

„ „ FrietzeR., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik. 

„ „ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. bot. Mus. Berlin. 

„ „ Gemminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

„ „ Gerard W. K. Esq., 4 Waverley Place U.-S. . New-York. 

„ „ Gernet Karl, R. v., k. r. Geheimrath, Haus Lissitzin St. Petersburg, 

„ „ Gerstäcker Dr. Adolf, Universitäts-Professor . Greifswald. 

„ „ Gobert Dr. Emil, Naturalist, Dep. Landes . . Mont-de-Marsan. 

150 „ „ Goebel Dr. Carl, Prof. u. Director d. bot. Gart. . Rostock. 

„ „ GonzenbachJ. Guido, Professor Smyrna. 

„ „ Graells, D. Mariano de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ „ Grathvrohl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . . München. 

„ „ Gray Asa, Prof. a. Haward College, N.-Am. . Cambridge. 

„ „ Grönland Dr. J., b. Jüterbog, landw. Akademie Dahme. 

„ „ Grote Radcliflfe A., Prof. of nat. sc, N.-Am. . Buffalo. 

„ „ Günther Dr. Albert, Direct. am brit. Museum London. 

„ „ Guillaud Dr. A., Prof. agrege ä la fac. de med. Montpellier. 

„ „ Guir ao D. Angel, y Navarro, Prof., C. del Prado 24 Madrid. 

160 „ „ Haast Dr. Julius, Director des Canterbury Mus. Christ Church. 

„ „ Haberhauer Josef, Naturalist Taschkend. 

„ „ HaeckelDr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 

„ „ Hagen Dr. Hermann, Prof. am Mus. zu Boston Cambridge. 



XVI 



Mitglieder im Auslande. 



P. T. Herr Halfern Friedrich v., bei Aachen Burtscheid. 

„ „ Ha nee Dr. M. H. F., Esq., Vice-Consul . . . Whampoa. 

„ „ Hanley Syl., Hanley-Eoad 1. Hoarseway Rise . London. 

„ „ Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

„ „ Harold Edgar Freiherr v., Barrerstrasse . . . München. 

„ „ Harz Dr. Carl, Prof. d. Centr.-Thierarzneischule München. 

170 „ „ Haskins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 

„ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ „ Haus er F., k.Lieut. i. I.Fuss-Artill.-ßeg. Bothmer Ingolstadt. 

„ „ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

„ „ Hedem ann W. V., Nova Isaakjewzkiaja 22, Qut. 11 St. Petersburg. 

„ „ Hedenus Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

„ „ Heid er Dr. Karl, Assist, a. d. Univ Berlin. 

„ „ Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

„ „ Heller Karl M., Museum Braunschweig. 

„ „ Heller V. Hell wald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

180 „ » Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

„ „ Heurck Henri v., Professor Antwerpen. 

„ „ Heuser Dr. P., Diakonissenhaus-Arzt, Westphal. Bielefeld. 

„ „ Heyden Dr. Luc. v., Schlossstr. 54, Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

„ „ Heynemann F Frankfurt a. M. 

„ „ Hi e n d Im ay r Ant., Kaufm., Schwanthalerstr. 10/3 München. 

„ „ Hieronymus Georg E., Prof. der Univers. Arg. Cordova. 

^ „ Hildebrand Dr. F., Prof. d. Botanik, Breisgau Freiburg. 

„ „ Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

„ „ Hoeme Alfons, Villa Elisabeth, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

190 „ „ Ho ff mann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Giessen. 

„ „ Holmgren Aug. Emil, Prof. der Forstschule . Stockholm. 

„ „ Holzner Dr. Georg, k. Prof., b. Freising. . . Weihenstephan. 

„ „ Homeyer Ferd. Eugen v., Pommern .... Stolp. 

„ „ Hop ffgarten Georg Max Bar. V., b. Langensalza Mülverstedt. 

„ „ Horn Georg H. M. D Philadelphia. 

„ „ Humbert Alois v., 11 rue de THötel de Ville . Genf. 

„ „ Huxley Dr. Thom. Henry, Prof., Royal Institut London. 

„ „ Irigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ „ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

200 „ „ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

„ „ Janisch Karl, Hüttendirect., bei Seesen, Harz . Wilhelmshütte. 

„ Jauni Josef, k. u. k. Consular-Agent .... Bombay. 

„ „ Jermy Gustave, Professor, Texas San Antonio. 

„ „ Jessen Dr. Karl, Univ.-Prof. a. D Berlin. 

„ „ Jonsson Job., a. d. Universität Upsala. 

„ „ Joseph Dr. Gustav, Docent, Neue Antonienstr. 6 Breslau. 

„ „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Poiytechnicum . . Karlsruhe. 



Mitglieder im Auslande. 



xvn 



P. T. Herr Kahil Constantin, k. u. k. österr. Vice-Consul . Damiette. 

^ „ Keyserling Graf Eugen Gross- Glogan. 

!10 „ „ Einberg Joh. Gustav, Prof. Stockholm. 

„ „ KirchenpauerDr.G., Senats-Präsid.u. Bürgerin. Hamburg. 

Kirchner Dr. Oskar, Prof., b. Stuttgart . . . Hohenheim. 

Kirsch Th., entom. Custos d. zool. Museum . Dresden. 

„ Koch Dr. Ludwig, prakt. Arzt, Cramer-Klettstr. Nürnberg. 

„ Koch Dr. Tjudwig, Professor d. Universitcät . . Heidelberg. 

„ Kock J. V., k. Major, Gelderland bei Nyrawegen Hess. 

Krdliker Dr. Albert v., Prof. an der Universität Würzburg. 

Koepert Otto, stud. rer. nat., Wallstrasse 9 . Halle a. S. 

„ „ Körnicke Dr. Friedr., Prof., bei Bonn .... Popelsdorf. 

m „ ■ „ Kraatz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkstr. 28 (W.) Berlin. 

Kraus Dr. M. C, Baiern, b. Ansbach .... Triesdorf. 

„ „ Kr au SS Dr. Ferd., Prof, Director d. k. z, Museums Stuttgart. 

„ Krau SS Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 . Tübingen. 

„ „ KriechbaumerDr. Josef, Adj. a, k. zool. Mus. München. 

„ „ Krüper Dr. Theobald, Custos am Museum . . Athen. 

„ Kubary Johann C Hamburg. 

„ „ Kühn Dr. Julius, Dir. d.landw. Instituts, Geh. Kath Halle a. S. 

„ „ Kuhn Dr. Max, Oberlehrer, Louisenplatz 8 . . Berlin (NW.). 

„ Kuiitze Dr. Otto, Eutritsch 197 bei .... Leipzig. 

230 „ „ Laboulbene Alexander, Prof., Eue de Lille 11 Paris. 

„ „ Landerer Fr. X., Apotheker Athen. 

„ „ Lange v., Hofr., Chef der Telegraphen- Station . Odessa. 

„ „ Lanzi Dr. Matteo, Primararzt Eom. 

„ Layard E., Secretär, Südamerika Para. 

„ „ Lea Isaac, Präsid. d. Acad. of nat. scienc. . . Philadelphia. 

Le Comte Theopliil, Belgien Lesines. 

„ „ Leder Hans, Naturalist, Elisabethpol, Caucasus . Helenendorf. 

„ „ Lef e vre Theodor, Ingenieur, Eue de Pont neuf 10 Brüssel. 

„ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker Santiago. 

240 Leidy Dr. Josef, Professor d. Universität . . . Philadelphia. 

Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

„ „ L etzner K., Hauptlehrer. Nicolaistrasse . . . Breslau. 

„ „ Leuckart Dr. Eudolf, Hofr., Prof. d. Universität Leipzig. 

., .. Leuthner Dr. Franz Basel. 

„ Lichtenstein J., Boulv. jeu de Paume 243 . . Montpellier. 

„ Lilljeborg Dr. Wilh., Professor d. Universität Upsala. 

„ „ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland .... Helsingfors. 

„ Lindeman Dr. Eduard E.V., Hofrath, Professor Odessa. 

„ ., Lindemann Dr. Carl, Prof. d. landw. Akademie Moskau. 

2r)0 ., Linhart Dr. Wenzel, Professor Würzburg. 

„ „ Lischke Dr. C. E., geh. Ob.-Eegier.-Eath . . Elberfeld. 

Z. B. Ges. B. XXXV. C 



XVIII 



Mitglieder im Auslande. 



P. T. Herr Lobscheid Dr. W. S., b. Bunzlau, Pr.-Schlesien Gnadenberg. 

„ „ Logan M. Thomas, Esq., Californien .... Sacramento. 

„ „ Loscos y Bernal, Senor Don, Spanien . . . Castel Serao. 

„ „ Loven Dr. S., Professor Stockholm. 

„ „ Low Dr. Ernst, Oberlehrer, Grossbeerenstr. 1 . Berlin (SW,). 

„ „ Lütken Dr. Chr. Friedr., Insp. d. zool. Museums Kopenhagen. 

„ „ Mac Lachlan ßob., Westview Clarendon K., London (SE.). 

„ „ Magnus Dr. Paul, Professor, Blumeshof 15 . . Berlin (W.). 

260 » » Malz ine F. de, Eue de Moulin 11 Brüssel. 

„ „ Manderstjerna Alex. V., k. General, b. Warschau ßadom. 

„ „ Manzoni Dr. Angelo, bei Bologna Lugo. 

„ „ Marchai E., Conservator am botanischen Garten Brüssel. 

„ „ Mar cusen Dr. Prof., k. Staatsrath, Lüttichaust. 10 Dresden. 

„ „ Marion A. F., Prof. d. Zool., Allee des Capucines 4 Marseille. 

„ „ Marsson Dr. Th., Apoth Greifswalde. 

„ „ Martens Dr. Ed. v., Custos a. k. Mus., Professor Berlin. 

„ , „ Martins Charles, Prof. und Dir. d. bot. Gartens Montpellier. 

„ „ Maximowicz Carl, CoUegien-Eath St. Petersburg. 

270 „ „ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

„ „ Mayer Dr. Paul, Prof., zoolog. Station . . . . Neapel. 

„ „ May et Valery, Professor Montpellier. 

„ „ Mazarredo D. Carlo de, Bergingenieur . . . Manila. 

„ „ Medem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ „ Meneghini Dr. Jos. Corn., Professor d. Botanik Pisa. 

„ „ Mengelbier Wilhelm, Kaufmann Aachen. 

„ „ Merk Carl München. 

„ „ Meves W., am königl. Museum Stockholm. 

„ „ Meyer Dr. Adolf Bernh., Direct. d. k. zool. Mus. Dresden. 

280 „ „ Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

„ „ Milne-Edwards Alph., Prof. a. naturh. Mus. . Paris. 

„ „ Möbius Dr. Karl, Prof. an der Universität . . Kiel. 

„ „ Möhl Dr. H., Professor Cassel. 

„ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ y, Moeschier Heinr, B., Bes. d. Kronförstchen b. Bautzen. 

„ „ Mohnike Dr. 0. G., Gesundheitsoffic, Java . Surabaja. 

„ „ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ „ M q u i n - T a n d n Dr. G., Prof. a. d. faculte d. sc. Besan9on. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

290 » » Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ More A. G. Esq., royal Dublin society (Stdch.) Dublin. 

„ „ Morren Ed., Prof. und Director d. bot. Gart. . Lüttich. 

„ „ Mosling Svend, Adjunct an der Eealschule . . Trondhjem. 

„ „ Motta Dr. Mala, Prof. der med. Facultät . . . Eio Janeiro. 

„ „ Mousson Alb., Professor, Zeltweg Zürich. 



Mitglieder im Auslände. 



XIX 



P. T. Herr Müller Ernst, Pr.-Schlesien, bei Namslau . . Mittel -Wilkau. 

„ „ Müller Baron Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. Melbourne. 

„ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle a.S. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 

300 ., „ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst- Akademie . . Minden. 

„ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt Rio Janeiro. 

„ „ Nägeli Dr. Karl v., Prof. d. Bot. a. d. Universität München. 

,, Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 

„ „ Neubauer Job., S. J. Nordwood, Australien . Adelaide. 

„ Ninni Graf Alexander Venedig. 

„ „ Noerdlinger D.H., p. Ob. -Forstrath, Professor Hohenheim. 

„ „ Noerner Dr. Karl, Kaiserstrasse 8, Anhalt . . Dessau. 

„ „ Nolcken Baron J. H. W., Halwichshof, Curld. b. Friedrichstadt. 

,, „ Nylander Dr. Wilhelm Paris. 

310 „ „ Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghislieri . Pavia. 

„ „ Gertz en V. Eberhard Athen. 

„ „ Ornstein Dr. Bernard, Chefarzt d. gr. Armee . Athen. 

„ Osten-Sacl^en Karl Robert, Freih. V., Wredeplatz Heidelberg. 

„ Oulianini B., Soc. des amis d. nat. (p. H.L. Kittler) Moskau. 

„ „ Owen Richard, Esq., Professor London. 

„ „ Packard Dr. A. S., Prof., Rhode Island, N.-Am. Providence. 

. „ „ Palmen Dr. Johann Axel, Prof. a. d. Univ. . . Helsingfors. 

„ „ Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. d. Hochschule Belgrad. 

„ „ Pardozy Sastron, Senor Don Castellote. 

320 „ „ Pas quäle Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

„ „ Passerini Dr. Giov., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

„ „ Patze C. A,, Stadtrath und Apotheker .... Königsberg. 

„ „ Paulsen Don Ferd., Chile Santiago. 

„ „ Pavesi Dr. Peter, k. Professor an der Universität Pavia. 

„ ,, Peck Ch.H., Esq., State Botanist, New-York, U.-St. Albany. 

„ Pereira Dr. Jose, Secretär d. k. med. Akademie Rio Janeiro. 

„ „ PerezArcas, Don Laut., Prof. der Zoologie . Madrid. 

,, „ Peters Wilhelm, b. A. Hirsch wald, Buchh. . . Berlin. 

„ Pfeffer Dr. W., Prof. d. Botanik Tübingen. 

330 „ „ P fitz er Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

„ „ Philip pi Dr. R. A., Prof. und Direct. a. Museum Santiago. 

„ „ Prantl Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Forst- Akad. . Aschalfenburg, 

„ „ Preadhomme de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

„ „ Pringsheim Dr. N., Prof., König. Augustenstr. 49 Berlin (W.). 

„ „ Pullich Dr. Georg, Hochw Rom. 

„ „ Purchas Arth., G. Rever Auckland. 

„ „ Puton Dr. A., Departement Vosges Remiremont. 

„ „ Puxty W. C, Lehrer a. Erdington Orphanage . Birmingham. 

„ „ Radde Dr. Gustav, Staatsrath, Direct. des k. Mus. Tiflis. 

c* 



XX 



Mitglieder im Auslände. 



340 P. T. Herr Kadlkofer D. Ludw., Prof. d. Bot. a. d. üniv. München. 

„ „ Eamsay Eduard Prirson, Esq., Curator of Mus. Sidney. 

„ „ E ansonn et Eug. Freih., k. k. Leg.-Secr. a. D. München. 

„ „ Easkovich Michael, Prof. an der Hochschule . Belgrad. 

„ „ Eavenel H. W., Esq., Süd-Carolina .... Aiken. 

„ „ Eeess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univers. Erlangen. 

„ „ Eegel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

y, „ Eehm Dr. H., k. Gerichtsarzt Eegensburg. 

„ „ EeinhardDr. H., g.Ob.-Med.-Eath, Johannisg. 14 Dresden. 

„ „ Eeinhardt Dr. Otto, Ob.-Lehr., Oranienstrasse 45 Berlin. 

350 „ „ Eeinsch Dr. Paul Friedrich, Univ.-Docent . . Erlangen. 

„ „ Eenard Dr. Carl V., Vicepräsidentd. nat.Gesellsch. Moskau. 

„ „ Eeuter Dr. Otto Moranal, Univ.-Prof., Finnland . Helsingfors. 

„ „ Eey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

„ ,, Ribbe Heinrich, Naturalist, bei Dresden . . . Blasewitz. 

„ „ Eichiardi Dr. Sebast, Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

„ „ Eoberts Dr. Alfred, Esq Sidney. 

„ „ Eobertson David, 4, Eegent Park terrace . . Glasgow. 

„ „ Eöder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Eömer Dr. Ferd., Prof. an der Universität . . Breslau. 

360 „ „ Eösler Dr. Carl Friedr. Herrn. ...... Japan. 

„ „ Eoffiaen Francois, Vicepräs. d. malac. Gesellsch. Brüssel. 

„ Eoss D. Milton, AI. Esq., Canada Toronto. 

„ „ Eütimeyer-Frankhausen Karl L., Professor Basel. 

„ Eutot A., p. Stautsbahn-Ingenieur Brüssel. 

„ Sabatier Dr. Med. Armand, Prof. Zoolog. . . Montpellier. 

„ Saccardo Pierre Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul .... Philippopel. 

.. Sadebeck Dr. Eich., Prof. u. Director d. bot. Mus. Hamburg. 

Sandb erger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

370 „ w Sander Dr. Julius, Arzt an der Charite . . . Berlin. 

„ „ Sars Dr. G. Ossian, Professor Christiania. 

„ „ Saussure Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

„ „ Schäffer Ignaz Eitter v., k. u. k. Gesandter . . Washington. 

„ „ Schenk Dr. A., p. Hofrath und Prof. d. Botanik Leipzig. 

„ S Chief ferdecker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 

„ „ Schierbrand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplafcz Dresden. 

„ „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

., „ Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

.. Schliephake Dr. K.,Fab.-Dir., b. Osterfeld . . Waldau. 

380 .. .. Schmeltz J. D. E., Conservator am ethn. Mus. Leyden. 

Schmid Anton, Privat Eegensburg. 

„ „ Schmitz Dr. Friedrich, Prof. a. d. Univ. . . . Greifswald. 

„ „ Schnabl Dr. Jobann, Krakauer Vorstadt 63. . Warschau. 



Mitglieder im Auslände. 



XXI 



P. T. Herr Schneider W. G., Dr. phil Breslau. 

„ „ Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien .... Antivari. 

„ „ Schroeter Dr. J., k. Oberstabsarzt Breslau. 

„ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Christiania. 

„ „ Schlich Dr. G. de Capaneraa, Professor, geh. Rath Eio Janeiro. 

„ S chulze Dr. Franz Eilh., Prof. u. Dir. d. zool. Mus. Berlin. 

300 „ n Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

„ „ Schweinfurt Dr. Georg Cairo. 

„ „ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc. Hannov. Sq. London. 

„ „ Scott John, 37, Manor Grove Lee London (SE.). 

„ „ Scott Robert Henry v., Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

„ .„ Scuilder Samuel, Prof., Harvard College, U.-St. Cambridge. 

„ „ Seebold Th., Ingenieur b. Krupp Bilbao. 

„ „ Segeth Carl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

„ „ Seidel C. F., Seminarstrasse 6 Dresden. 

„ „ Seidlitz Dr. Georg, Docent d. Anat. a. der Univ. Königsberg. 

400 „ „ Selys Longchamps Bar. de, Sen., Mitgl. d. Akad. Liege. 

„ „ Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

„ „ Semper Georg, van der Schmissen- Allee 5 . . Altona. 

„ SeoanedeLopezDr. Vi ct., Advocat, Span. Galiz. Coruna. 

„ Sharp ey Will., 33 Woburn PI., Rüssel Sq. 80 London. 

„ „ Signoret Dr. Victor, Eue de Rennes 46 . . . Paris. 

„ „ Simonsen Carl Ludw., Adj. an der Realsch. . Trondhjem. 

„ S kinner Maj., Grosvenor Place England . . . Bath. 

„ „ Smirnoff Michael, Schulrath, Hahnstr. 24 . . Tiflis. 

„ Frau Smith Anna Maria, Road Clifton Bristol. 

410 V Herr Sodiro P. Alois S. J., Prof. d. Bot., Ecuador . Quito. 

„ Sohst C. G., Fabriksbes., grüner Deich 62 . . Hamburg. 

,, So IIa Dr. Rüdiger Felix, Assist, a. bot. Gart. . Pavia. 

„ Solms-Laubach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Göttingen. 

„ Sorauer Dr. Paul, Dirig.d. pflanz. -phys.Versuchsst. Proskau. 

„ Sousa Jose Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon. 

Spängberg Dr. Jacob, Lehrer am Gymnasium Sandsvall. 

Spegazzini Dr. Carlo, Assist, a. bot. Garten . Buenos- Ayres. 

Speyer Dr. Adolf, Hofrath, Fürstenth. Waldeck Rhoden. 

„ „ Speyer August, Fürstenthum Waldeck . . . Arolsen. 

420 „ „ Stainton Henry, Mountsfield Lewisham bei. . London (SE.). 

r r, Stangenwald Dr. Hugo, Sandvvichs-Ins. . . Honolulu. 

„ Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blasewitz. 

Stearns Robert E. C S. Francisco. 

r. Steenstrup Dr. J. Japetus Sm., Museal-Director Kopenhagen. 

„ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

r, „ Stierlin Gustav, Dr. d. Med Schaffhausen. 

r, „ Strasburger Dr. E., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Bonn. 



XXII 



Mitglioder im Auslände 



P. T. Herr Strobel Pelegrino v., Univers. -Professor . . . Parma. 

„ „ S tu der Dr. Bernhard, Professor, Inselg. 132 . Bern. 

430 „ „ Snllivant William S., Ohio, Nordamerika . . Columbus. 

„ „ S uringar Dr. W. F. R., Rector Leyden. 

r „ TaczanowskyL,, Conservator am Museum . Warschau. 

„ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. . Florenz. 

„ „ Teixeira Dr. Carlos, pr. Arzt Rio Janeiro. 

„ r. Terracciano Dr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 

„ „ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 

r, „ Thomas Richard, Fabr. -Dir., Haus Maluschin Moskau, 

r, « Thomson Allen, Prof., 3 College Court., High-Str. Glasgow. 

„ „ Thoren Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Universität . Upsala. 

440 „ „ Todaro Agostino, Prof., Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

„ Trail Dr. Jam. H. W., Univ.-Prof. d. Botanik, 

Schottland Aberdeen. 

„ Turner Wil., M. B., Univ.-Prof. d. Anat. . . . Edinburgh. 

^ „ Tyermann John S., England Falmouth. 

„ „ Uechtritz R. v., Klostergasse 84 Breslau. 

„ „ Ungern-Sternberg Dr. Franz Freih. v., Prof. Dorpat. 

„ „ UrbanDr.J., 1. Assist, a. bot. Garten, Potsdstr. 750 Berlin (W.). 

„ „ Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota 

„ „ Verrall G. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 

„ „ Veth Moriz, Fabriksbesitzer, Fürstenth. Reuss . Gera. 

450 r, n Vincent G., Conservator a. naturhist. Museum Brüssel. 

„ Vitorchiano P. Angelico da, apost. Missionär. Tinos. 

„ Vogt Karl, Professor Genf. 

„ Volger Dr. Otto, Professor . Frankfurt a. M. 

Vullers'-Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Glessen. 

„ Wallace Alfr., Rüssel Esq., Frith Hill Godalming London. 

Waltl Dr., Professor Passau. 

^ War min g Dr. Eugen, Universitäts-Professor . Kopenhagen. 

„ „ Weddel Hektor A Poitiers. 

„ „ Weinland Dr. Fr., Württemberg Esslingen. 

460 r> r Weisbach Dr. Aug ust, k. k. Stabsarzt und Director 

des österr.-ungar. National- Spitals .... Constantinopel. 

„ „ Weissflog Eugen, Strehlener-Strasse 7 , . . Dresden. 

„ „ Wenzel Hugo, k. Schulinspect., Kröben, Posen. Rawitsch. 

„ „ West Tuffen • . . . . London. 

r, „ Westerlund Dr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

„ Westwood John Obadiah, Prof. a. d. Universität Oxford. 

„ Weyers Josef Leopold, Rue Laeken 51 . . . Brüssel. 

„ White Buchanan, Esq., Annat Lodge .... Perth. 

„ Wilde Sir Will, Vice-Präs. of the Irish Acad. Dublin. 

„ „ Winkler Moriz, bei Neisse Giesmannsdorf. 



Mitglieder im Äaslande. 



XXIII 



T. Herr Winnertz Johann Crefeld. 

„ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87b ... . Breslau. 

, „ Wood-Mason J,, Esq., Curator Ind. Museum . Calcutta. 

, „ WoroninDr.M.jProf., kleine italienische Strasse 6 St. Petersburg. 

„ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. Dublin. 

, „ Wulp F. M. van der, Princes Marie straat 14 . Haag. 

„ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki . Moskau. 

, „ Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . Limburg a. L. 

, „ Zirigovich Jakob, k. u. k. Vice-Consui . . , Adrianopel. 

, „ Zwiedinek-Süden hörst Jul., Freiherr von, Constantinopel. 



XXIV 



Mitglieder im Inlande. 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. Reg.-Rath, Bäckerstr. 8 . Wien. 

„ „ Aclamovic Vincenz, Bürgerschiü-Director . . * Ragiisa. 

„ „ Alscher Alois, städt. Lehrer, II., Holzhauserg. 7 Wien. 

„ „ Altenber^ Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ „ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ „ Anders Ferdinand, em. Professor, Nr. 88 . . . Rodaun. 

„ „ ApfelbeckV.,frstl. Ob. -Forst., Croat.b.Kopreinitz Ludbregh. 

y, „ Aren stein Dr. Josef, Gutsbesitzer Gloggnitz. 

„ „ Arneth Alfr. v., k. k. Dir. d. geh. Staatsarch., Exc. Wien. 

10 « n Arnhart Ludw., Fachlehrer, Zellerhof .... Währing. 

„ „ Äusserer Dr. Anton, Prof. a. 1. k. k. Staatsgymn. Graz. 

„ „ Äusserer Dr. Carl, e. Professor, Steiermark. . Lichtenwald. 

„ ^ Aust Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Hainburg a. D. 

„ „ Bachinger Aug., Prof. Land. -Real-Gymn., N.-Oe. Horn. 

„ „ Bachinger Isid., Professor Wr.-Neustadt. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

„ „ Badini Graf Frz. Jos., k. k. Tele graphenbmt. . . Triest. 

„ „ Bäumler Johann A., Dürrmauththor 96 . . . Pressburg. 

„ Bann warth Th., Lithogr,, VII.,Schottenfeldg.78 Wien. 

20 » V Barbieux August, Fabriksbes., P. Maria Rast . Oberlembach. 

„ „ Bartsch Franz, k. k. Finanzrath, III. Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bartscht Ambros, k. k. Revid., Hauptstr. 40. II. Hernais. 

„ „ BeckDr.Günther,Assist.a.bot.Hofcab.,Herreng.l4 Währing. 

„ „ Beer Berthold, Stud. med., VIII., Langegasse 42 Wien. 

„ „ B enda Franz, Hochw., P. Provincial, VIII. . . . Wien. 

„ „ Benz Robert, Freih. v., Sillg. 16 Innsbruck. 

„ „ Bergenstamm Julius, Edl. von, IL, Tempelg. 8 Wien. 

„ „ B ermann Josef, Kunsthändl., Gartenbauges. -Geb. Wien. 

„ „ Betzwar Dr. Anton, IV., Favoritenstrasse 17. II. Wien. 

30 » n Biesok Dr. Georg, k. k. Gymnas.-Prof., Mähren Strassnitz. 

„ „ B i s c h i n g Dr. Ant., Com,,- Ob.-Realschul-Prof., IV. Wien. 

„ Bittner Dr. Alex., III., Ob.Weissgärberstr. 14. IL Wien. 

„ Blasig Josef, Professor, III., Radetzkystr. . . Wien. 

„ Boehm Dr. Josef, k. k. Prof., VIIL, Skodag. 17 Wien. 

„ „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien. 

„ „ Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 

„ „ Bonetta Ferdinand, St. Barbarag. 252 . . . Fiume. 



Mitglieder im Inlande. 



XXV 



P. T. Herr Brauer Dr. Friedrich, Custos am k. k. zool. Hof- 

cab. u. Prof. d. Zool. an d. Univ., I., Wollzeile 23 Wien. 

y, „ Braun Heinrich, III., Hauptstrasse 8 . . . . Wien. 

40 „ „ Brei dl er J., Architekt, Hubergasse 12 . . . . Ottakring. 

„ „ Breitenlohner Dr. J., Prof. d.Hochsch. f.Bdcltr. Wien. 

„ Brunner V. Wattenwyl Carl, k. k. Minist.-Eath 

im Handelsminist., IV., Theresianumg. 25 . . Wien. 

„ „ Brunner Franz, Südbahn-Beamter Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agram. 

„ „ Bubela Johann, Mähren (Lasky) Wsetin. 

„ „ Buchmüller Ferdinand, Privat Mödling. 

„ „ Burger st ein Dr.Alfr.,Gym.-Prof.,II.,Taborstr. 75 Wien. 

„ „ Car Dr. Lazar, Adjunct am zoolog. Museum . Agram. 

„ „ Cassian Job. Ritt, v., Dir. d. Dampfschiff-Ges. Wien. 

hO „ „ Gel er in Dominik, Mag. Pharm., IV., Hauptstr. Wien. 

„ „ Chimani Carl, Exped.-Dir, k. k. Obersthof.-Amt Wien. 

„ „ Chimani Dr. Ernst v., k. k. Ober- Stabsarzt, III., 

Metternichg. 9 Wien. 

„ „ Christen Severin, P.Hochw., Gym. -Prof., Kämt. St. Paul. 

„ „ Chy zer Dr. Cornel, k. Physikus, Zempliner Com. S. a. Ujhely. 

„ „ CidlinskyCarl,k.k.Postofficial,III., Hauptstr. 112 Wien. 

„ „ Claus Dr. Carl, k. k. Prof. d. Zool., Hofrath . Wien. 

„ „ CoUoredo-Mansfeld, Fürst Josef zu, Durchl. . Wien. 

„ „ Conrad Sigmund, Hochw., IV., Alleegasse 20 . Wien. 

„ „ Csato Job. V., Gutsbes., k. Rath, Siebenb. . . . Nagy-Enyed. 

60 „ „ Cserey Lucas Adolf, Gymn. -Professor .... Schemnitz. 

„ „ Cserni Adalb., Prof. a. kath. Ob. -Gymn., Siebenb. Karlsburg. 

„ „ Csokor Dr. Johann, Prof. a. k. k. Thierarznei-Inst. Wien. 

V n Cypers Victor Landrecy von, bei Hohenelbe . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Theod. V., Dr. d. M,, Ungarn, Cm. Szolnok Tasnäd Szantö. 

„ „ C z er raak Johann, Hochw., Gymn.-Director, VIII. Wien. 

„ „ Czoernig Carl, Freih. V., k. k. Hofrath .... Klagenfurt. 

„ „ DallaTorreDr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 

„ „ Damianitsch Martin, p. k. k. Gen.- Auditor, 

I., Elisabethstr. 9 1 Wien. 

„ y, Dautwitz Friedrich, k. k. Hofbau -Verwalter . . Schönbrunn. 

70 » „ De decek Josef, Prof. d. Realschule, Karolinenthal Prag. 

„ „ Degen Ärpäd v., Thonethof Buda-Pest. 

„ „ Demi Arnold, Dr. med., Hauptstrasse 11 . . . Hietzing. 

„ „ Deschmann Carl V., Custos am Landes-Museum Laibach. 

„ „ Dewoletzky Rudolf, Assistent für Zoologie a. d. 

Univ., IX., Wasag. 26 Wien. 

„ „ Döll Eduard, Realschul-Director, L, Ballgasse 6 Wien. 

„ „ Dorfinger Johann, bei Wien Nr. 28 . . . . Salmannsdorf. 

Z. ß. Ges. B. XXXV. d 



XXVI 



Mitglieder im lulande. 



P. T. Herr Dorfmeister Vincenz, IX., Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ „ DrascheDr.Rich.Freih.v.Wartinberg, Giselastr. 13 Wien. 

« „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

80 „ „ Eberstalier Josef, Privat Kremsmünster. 

„ „ Eck hei Georg v., Grosshändler, Via di Vienüa2 Triest. 

„ „ Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hietzing. 

„ „ Egg er Ed., k. k. Finanzcomm., III., Jacquing. 5 Wien. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . . Treibach. 

„ „ Eggerth Carl, Badeinhaber, Gumpendorferstr. . Wien. 

„ „ Eggerth Carl j., Stud. med., VI., Dürerg. 14 . Wien. 

„ „ Ehnhart Carl, Privatbeamter, VI., Gumpen- 
dorferstr. 14 Wien. 

„ „ Ehrenberg Herrn., Bachh,, III, Apostelgasse 2 Wien. 

„ „ EichenfeldDr.Mich.R.v.,Vin.,Josefstädterstr.ll Wien. 

90 „ „ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hofrath Wien. 

„ „ EraichGust.Rit.v.Emöke,k.Truchs., Sebastianipl.7 Buda-Pest. 

„ „ Engelhardt Victor, stud. ehem., VIL,Zieglerg. 27 Wien. 

„ „ Entz Dr. Geza, Prof. d. Zool. a. d. Univers. . Klausenburg. 

„ „ Ettingshausen Dr. Const., Freih., k. k. Prof. Graz. 

„ „ Eysank V., Marienfels M., Apoth., Rothenthurmstr. Wien. 

„ „ Farmady P. Martiniau, Hochw., Provincial . . Pressburg. 

„ „ Feichtinger Alex., Dr. d. Med., Stadt-Physik. . Gran. 

„ „ Feiller Franz v.. Privat, VII., Sigmundsg. 13/III Wien. 

„ „ Fekete Fidelis v., Kapuziner-Ordens- Quardian . Totis. 

100 „ „ Felder Dr. Cajetan Freih. v., L, Schottengassel Wien. 

„ „ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

„ „ Figdor Grustay, Grosshändler, II., Praterstr. 8 Wien. 

„ „ Finger Dr. Josef, e. Professor, L, Naglergasse 1 Wien. 

„ „ Finger Julius, Sparcassebeamter, Hptstr. Nr. 68 Unter-Meidling. 

„ „ Firbas Franz, Apotheker, Böhmen Schüttenhofen. 

„ „ Fischbach er Alois, Cooperator, III., Weissgärber Wien. 

„ „ Fitz ner Rudolf, fürstl. Reuss'scher Obergärtner, 

N.-Oe Ernstbrunn. 

„ „ Förster J. B., Chemiker, X., Laaerstrasse 20 . Wien. 

„ „ Forster Dr. Leop., Prof. a. k.k.Thierarz. -Institute Wien. 

110 „ „ Frank Dr. Johann, Advocat, I., Operngasse 8 . Wien. 

„ „ Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr., Post Zastawka Rossitz. 

„ „ Freyn Josef, Civil-Ingenieur, III., Karmeliterg. 21 Prag. 

„ „ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 

„ „ FriesachDr.Carl von,k.k.Prof.,Strassoldostr.900 Graz. 

„ „ Fritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

„ „ Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz. 

„ „ Frivaldszky Johann v., 1. Custos am Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ „ Fruwirth August, Gutsbesitzer, P. Lilienfeld . Freiland. 



Mitglieder im Inlande. 



XXVII 



P. T. Herr Fuchs Franz, Lehrer, N.-Oe., an d. March . . 

120 „ „ Fuchs Josef, k. Eath, III., Hauptstrasse 67 . . 

„ „ Fuchs Theodor, 1. Cust. a. k. k. Hofmin.-Cab. 

„ „ Für stenb erg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. 

„ „ Fugger Eberh., Professor d. Ob.-Kealschule . . 

„ „ Gall Eduard v., erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 

„ „ GanderHieronym.,Hchw., Pfarrer, P.Sillian, Tirol 

„ „ Gangib au er Ludwig, Assist, a. k. k. zool. Hofcab. 

„ „ Gaunersdorf er Johann, Prof. d. Franc-Joseph. 

„ „ G eitler Leop., k. k. Artillerie-Oberlieut 

„ „ Gerlach Benjamin, Hochw., Dir. d. Gymn. . . 

130 „ „ Gl w a c k i Julius, Prof. a. Land.-Eeal- Gymnasium 

„ „ Gobanz Alois, k. k. Forstverwalt., Fleimthal, Tirol 

„ „ Godeffroy Dr. Richard, Chem. des Apoth.-Ver. 

„ „ Goldschmidt Friedr. W., IL, Ferdinandsstr. 31 

„ „ Goldschmidt Moriz, Ritt, v., L, Opernring 6 . 

„ „ GrabacherDr. Anton, k. k. Bezirksarzt . . . 

„ „ Gräf Ferdinand, Markt-Commissär, Zinkg. 11 . 

„ „ Gr äffe Dr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station 

„ Gr äff Dr. Ludwig v., Univ.-Prof 

„ „ Grave' Heinr., Civil-Ingen., Fünfhaus, Blütheng. 7 

140 „ „ G redler Vincenz, Hochw., Gymn.-Prof. u. Direct. 

^ „ Gremblich Julius, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol 

„ „ Grimus Carl R. v. Grimburg, k. k. Real-Prof. 

, Grobben Dr. Carl, Univ.-Prof. d. Zool. . . . 

„ „ Grunow Albert, Chemiker d. Metallwfab., N.-Oe. 

„ „ Grzegorzek Dr. Adalb., Hochw., Probst . . . 

„ GsanglerAnt., Hochw., Rect. d. Piaristen- Colleg. 

„ „ Gugler Josef, k. k. Schul-Insp., VIII., Ledererg. 8 

„ „ Haberler Frz. Ritter V., Dr. jur., I.,' Bauernmarkt 1 

„ „ H ab ich Otto, Fabrikant, Stiftsgasse 64 . . . 

150 „ „ Ha ekel Eduard, Gymnasial-Professor . . . . 

„ „ Hacker P. Leopold, Hchw., Pfarrer, Post Kottes 

„ „ Hackspiel Dr. Jos., k. k. Gymn.-Dir., Altstadt . 

„ „ Haider Dr. Joh., k. k. Stabs- Arzt a.D. . . . 

„ „ H a i m h f f e n Gustav Ritt. v. Haim, k. k. Reg.-Rath 
u. Dir. d. Minist.-Zahlamtes, VII., Breiteg. 4 . 

„ „ Haläcsy Eugen von, Dr. med., VII., Schrankg. 1 

„ „ Haller Carl, Dr. med., k. k. Regierungsrath 

n „ Hampe Dr. Hermann, Hof- u. Gerichts- Advocat, 

L, Herreng. 6 

n „ Handlirsch Adam, III., Heugasse 1 . . . . 

„ „ Handlirsch Anton, Mag. d. Pharm., III., Heng. 1 

160 „ „ Handtke Robert, Prof. des Landes-Proseminars 



Zwerndorf. 

Wien. 

Wien. 

Olmütz. 

Salzburg. 

Wien. 

Inner- Vielgraten. 
Wien. 
Mödling. 
Wien. 

Stuhlweissenburg. 
Leoben. 
Cavalese. 
Wien. 
Wien. 
Wien. 
Krems. 
Fünfhaus. 
Triest. 
Graz. 
Wien. 
Bozen. 
Hall. 

Innsbruck. 

Währing. 

Berndorf. 

Bochnia. 

Krems. 

Wien. 

Wien. 

Hernais. 

St. Pölten. 

Purk, N.-Oe. 

Prag. 

Znaim. 

Wien. 
Wien. 
Wien. 

Wien. 
Wien. 
Wien. 
St. Pölten, 
d* 



XXVIII 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

„ „ Hanf Blasius, Hchw., Pfarrer, P.Neuraarkt, Ob.- St. Mariahof. 

„ „ Hantken Max Ritt. v. Prudnik, k. Prof., Univ. Buda-Pest. 

„ „ Harner Dr. Ig., k. k. Stabsarzt i, P., Neustiftg. 43 Baden. 

„ „ Hartinger Aug., Hof-Lithogr., Mariahilferstr. 49 Wien. 

„ „ Haszlinski Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . Eperies. 

„ „ Hatschek Dr. Berthold, Prof. d. Zool. a. d. Univ. Prag. 

„ HauckDr.P.,k. k. Telegraphbmt., ViaRosetti229 Triest. 

„ „ Hauer Franz R. v., k. k. Hofrath, Intendant des 

k. k. naturh. Museums, 1., Burgring .... Wien, 

170 „ „ Haynald Dr. Ludwig, Cardiaal-Erzbischof, Excell. Kalocsa. 

„ „ Heeg Moriz, Bankbeamter, II., Circusg. 35a . . Wien. 

„ „ Heger Rudolf, Apotheker, Galizien, P. Przeworsk Kanczuga. 

„ „ Heiden Leopold, Armeurath, VII., Kandelg. 30 . Wien. 

„ „ Heid er Dr. Arthur Ritter v., Docent f. Zoologie 

a. d. Univ., Maiffredyg. 4 Graz. 

„ „ Heidmann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes . Lilienfeld. 

„ „ Heilsberg Alois, suppl. Gymn.-Prof Döbling. 

„ „ Heimerl Anton, Prof. a. d. Realschule Fünfhaus Penzing. 

„ „ Heinze Hermann, k. k. Fregatten- Capitän . . Pola. 

„ „ Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 Wien. 

180 „ „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer, N.-Oe. Gaming. 

„ „ Helfert Dr. Josef Alex. Freih. V., geh. Rath, Exc. Wien. 

„ „ Heller Dr. Camill, k. k, Prof. d. Zoo]., Universität Innsbruck. 

„ „ Helm Dr. Vincenz, Ritter v,, k. k. Ministerialrath Wien. 

„ „ Hepperger Dr. Carl v Bozen. 

„ „ Her man Otto v., Reichst.-Abg., Damjanichg. 46 Buda-Pest. 

„ „ He tschko Alfred, Prof. d. Lehrerbildungsanstalt Bielitz. 

„ „ Hibsch Josef E., Prof. d. h. landw, Lehranstalt Tetschen-Liebwerda. 

„ „ Hinterwaldner J. M., k. k. Bez.-Schul-Insp., 

Gürtelstr. 35 Währing. 

„ „ Hirc Carl, Volksschullehrer, Croatien .... Buccari. 

190 „ „ Hirn er Josef, Kaufmann, VI., Nelkengasse 1 . Wien. 

„ „ Hizdeu B. v., Realitäten-Besitzer b. Wien . . Hacking. 

„ „ Hoefer Franz, Fachlehrer d. Bürgerschule . . Bruck a/L. 

„ „ Hoernes Dr. Rudolf, Prof. d. Geologie, Univers. Graz. 

„ „ Hoffmanu A. v.Vestenhof, k.k.Hauptm. i. 14.I.-R. Ragusa, 

„ „ Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhragy. 

„ „ Holzhausen Adolf, Buchdr.-Bes., VII., Breiteg. 8 Wien. 

„ „ Holzinger Dr. Josef B., Advocat, Realschlg. 6 Graz. 

„ „ Hormuzaki Constantin v., Untere Herrengasse Czernowitz. 

„ „ Ho rnung Carl, Apotheker, Siebenbürgen, Marktpl. Kronstadt. 

200 „ „ Horväth Dr. Geyza V., Sovesz-ucza 18 ... . Buda-Pest. 

„ „ HuemerDr. Ignaz,k. k. Reg.-Arzt, 10. Feldj.-Bat. Hainburg a. D. 



Mitglieder im Inlande. 



XXIX 



P. T. Herr Huss Armin, Professor am evang. Collegium . Eperies. 

„ „ Huter Rupert, Hochw., Cooperator, Tirol . . . Sterzing. 

„ „ Hütt en- Klingens tein,Mor.v.,k.k.Rittm. a.D. Wien. 

„ H y r 1 1 Dr. Josef, k. k. Hofr., Prof. i. P., Kircheng. 2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jablonsky Vincenz, Gymnas. -Professor . . . Krakau. 

„ „ Junovicz Rudolf, k. k. Realschul-Director . . Sereth. 

„ „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 

„ „ Jurinac Adolf E., Prof. a. Gymn., Croatien . Warasdin. 

„ „ Just Benedict, L.-Gymn.-Professor Baden. 

„ Kalchbrenner Carl, Pastor, i. d. Zips . . . Wallendorf. 

„ „ Karny Hugo, k. k. Official, Josef städterstr. 27 . Wien. 

„ „ Karpelles Dr. Ludwig, Margarethenplatz 7 . . Wien. 

„ „ Kaspar Rudolf, Hochw. Dechant, b. Hullein, Mähr. Holeschau. 

„ „ Kaufmann Josef, IV., Neumanngasse 5 . . . Wien. 

„ „ Keller AI., Bürgerschullehrer, VI., Mollardg. 2/1 Wien. 

„ „ Kempny Peter, Cand. d. Med., VIL, Burgg. 54 Wien. 

„ „ K e r n e r Dr. Ant., Ritter v. Marilaun, Prof. der Bot. Wien. 

„ „ Kerner Josef, k. k. Kreisgerichts-Präsident . . Wiener-Neustadt. 

„ „ Kerry Richard, Dr. phil., I., Walfischgasse 12 . Wien. 

„ „ Kessler Philipp, Kaufmann, V., Ho fmühlg. 17/11 Wien. 

„ „ Kimakowicz Mauritius von, Siebenbürgen . . Hermannstadt. 

Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht .... Wien. 

Kissling P. Benedict, Hochw., Coop., N.-Oe. . Mautern. 

Kittel August, pr. Arzt, IV., Alleeg. 56 . . . Wien, 

Kittel Dr. med. Franz, Königl. Weinberge 68 Prag. 

Klein Julius, Prof. d. Botanik, Josefs-Polytechn. Buda-Pest. 

Klemensiewicz Dr. Stanislaus, Prof. a. Gymn. St. Anna, Krakau. 

Kl ob Dr. AI., Hof- u. Ger.-Adv.,I., Maximilianstr. 4 Wien 

Km et Andreas, röm.-kath. Pfarrer, b. Schemnitz Prencuw. 

Knapp Josef Arm Wien. 

K n a u e r Dr. Blasius, k. k. Gymn. -Prof., Albertg. 23 Wien. 

Koch Dr. Ad., Gym.-Prof., I., Johannesgasse 18 Wien. 

K e 1 b e 1 Carl, Assist, a. zool. Hofe, IX. , Wasag. 28 Wien. 

König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

Königswarter Moriz, Freiherr von"^ Wien. 

Kohl Franz Fr., am k. k. zoolog. Hofmuseum . Wien. 

Kolazy Josef, k. k. Min. -Official, VI., Kaunitzg.6/b Wien. 

Kolbe Carl, k. k. Ausculi, IV., Margarethenstr. 31 Wien. 

Kolombatovic Georg, k. k. Prof. d. Ob.-Realschule Spalato. 

Körners Carl, Kastner, Ungv. Com., P. Csap . Salamon. 

Kopecky Josef, k. k. Gymnas. -Professor . . . Pisek. 

Korl ewic Anton, Professor am croat. Ober-Gymn. Fiume. 

Kornhub er Dr. Andr. v., k. k. Prof. d. Technik Wien. 

Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemeindeg. 6 . Fünfhaus. 



XXX 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Kowacs Friedrich, Stud. med., VIII., Laudong. 41 
„ „ Ko warz Ferd., k. k. Telegraphenbeamter, Böhmen 
„ „ Krankel Dr. Josef, k. k. Stabsarzt, III., Rennweg 37 
„ Kr af f tDr. Guido, k.k.Prof. d.Techn., III, Seidelg. 14 
250 „ „ Krahulec Dr. Samuel, III., Hauptstr. 83 . . . 
„ „ Krasan Fr., k. k. Prof. II. Gymn., Kroisbachg. 12 
„ „ Krasser Fridol. E., VIL, Neustiftg. 38 . . . 
„ „ Kraus-Elislago Rudolf v., Josefstädterstr. 21 
„ „ Kreithner Eduard, Apotheker, Nussdorferstrasse 
„ „ Krem er Hermann Ritter von Auenrode, Beamter 
am orientalischen Museum, I., Börsegasse 3 . 
„ „ Kr iesch Johann, Prof. am Josefs-Polytechnicum 
„ „ Kr ist Dr. Josef, k. k. Cust. d. phys. Gab., Lagerg. 1 
„ „ Kronfeld Moriz, Cand. med., I., 'Schottenring 29 
„ „ Krueg Julius, Doct. d. Med., b. Wien . . . . 

260 „ „ Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 
„ „ Kulczynski Ladislaus, Prof. a. St. Anna-Gymn. 
„ „ Kunz Ed., k. k. Min.-Beamt,, IX., Rossauerlände 19 
„ „ Kurz Anton, Privatbeamter, III., Salesianerg. 8. 

Laj er Ferdinand, Prof. der Naturw. am Obergymn. 
Langer Dr. Carl, k. k. Hofrath, Prof. a. d. Univ. 
Latzel Dr. Robert, k. k. Gym.-Prof., Hegelg. 3 
Lazar Matthäus, k. k. Gymn. -Professor . . . 
Leisser Johann, Lehrer, IV., Neumanng. 5 . . 
Leitenberger Heinr., k. k. Realschul-Professor 
270 „ „ Leitgeb Ludwig, P., Capitular des Stiftes . . 

Leithner Dr. Franz, Advocat ....... 

„ „ LenhossekDr. Josef v., Universitäts-Professor 
„ „ L enkDr. Joh., Arztd.öst.-ung.Lloyd,Viacarinthia5 
„ „ Leonhardi Adolf Freih., Gutsbes. bei Wittingau 
„ „ Lewandowsky Dr. Rudolf, e. k. k. Oberarzt u. 

Prof. am Milit.-Mädch.-Pensionat, Karlsg. 40 . 
„ „ Liechtenstein Joh., reg. Fürst von und zu . 
„ „ Liechtenstern Franz Frh., k. k. Hptm. a. D. 
„ „ Lihotzky Moriz, Magistratsbeamter, Neuwald- 

eggerstr 

„ „ Lindpointner Anton, Hochw., reguh Chorherr 
280 ,) n Lipp ert Christ., Minist.-Rath i. k. k.Ackerb.-Min. 
„ „ Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien .... 
„ „ Low Franz, Dr. d. Med., IV., Hauptstr. 47, II. . 

„ Löw Paul, IV., Hauptstr. 47 

„ „ Lorenz Dr. Lud. v. Liburnau, III., Beatrixg. 25 
„ „ Lostorfer Adolf, Dr. med., I., Spiegeig. 4 . . 
„ „ Ludwig Dr. Ernst, Professor a. d. Universität . 



Wien. 

Franzensbad. 

Wien. 

Wien. 

Wien. 

Graz. 

Wien. 

Wien. 

Heiligenstadt. 

Wien. 

Buda-Pest. 

Wien. 

Wien. 

Döbling. 

Wien. 

Krakau. 

Wien. 

Wien. 

Stuhlweissenbrg. 

Wien. 

Wien. 

Görz. 

Wien. 

Trautenau. 

Göttweih. 

Krems. 

Buda-Pest. 

Triest. 

Platz. 

Hernais. 

Wien. 

Rovigno. 

Gersthof. 
St. Florian. 
Wien. 

Heiligenstadt. 

Wien. 

Wien. 

Wien. 

Wien. 

Wien. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXI 



P. T. Herr Lukätsy P. Thoraas, Hochw , Franc.-Ord.-Pr. . Eisenstadt. 

Lutz Josef, k. k. Beamter, IV., Schleifmühlg. 1 Wien. 

Macek Franz, k. Steuerbeamter, in Croatien . Warasdin. 

Madaräsz Dr. Julius v., Adjunct a. Nat.-Mus. Buda-Pest. 

Maj er Mauritius, Hochw., C. 0. Capit., Veszp. Cm. Zirc. 

Maly Franz, k. k. Hof-Gärtner, Belvedere . . Wien. 

Mandl Dr. Ferdinand, II, Asperngasse 1 . . . Wien. 

Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., III., am Canal 17 Wien. 

Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 
Marenz eller Dr. Emil v., Custos am k. k. zoolog. 

Hofcabiuete, VIII., Tulpengasse 5 Wien. 

Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Buda-Pest. 

Marschall Gf. Aug., Schönbrunner Hauptstr. 152 Ob.-Meidling. 

Martinovic Peter, Gymn.-Prof Cattaro. 

Maschek Adalbert, fstl. ßohan. Gartendirector Sichrow. 

Massapust Hugo, Prof. a. d. Hand. u. naut. Akad. Triest. 

Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer, N.-Oesterr. . Staramersdorf. 

Maupas Peter Doimus, Erzbischof, Excellenz . Zara. 

Mayerhofer Carl, k. k. Hof-Operns., Friedrichstr. 4 Wien. 

Mayr Dr. Gustay, Professor, III., Hauptstr. 75 . Wien. 

Menghin Alois, städt. Volksschullehrer . . . Meran. 

Metzger Ant., Sparc-Beamt., III., Geusaug. 9/11 Wien. 

Mich Dr. Josef, Dir. d. k. k. Lehrerbildungsanst. Troppau. 

Miebes Ernest, Hochw., Eector am Piar.-Colleg. Prag. 

Mihailo vic Vict, Hochw., Professor am k. Gymn. Zengg. 

Mik Jos., Prof. a. akad. Gymn., Marokkanerg. 3, II. 50 Wien. 

M ik s c h Dr. Carl, Eeal-Prof ., IX., Währingerstr. 66 Wien. 

Miller Ludwig, III., Hauptstr., Sünnhof . . . Wien. 

Mitis Heinr. Ritt, v., k. k. Mil.-Offic, Poststrasse 94 Penzing. 

Möller Dr. M. Jos., Adjunct a. d. forstl.Vers.-Stat. Mariabrunn. 
Moj sisovics Dr. August v. Moj s var, k. k. Prof. 

d. Zool. a. d. techn. Hochschule, Sparbersbachg. 25 Graz. 

Moser Dr. Carl, k. k. Professor d. Staats-Gymn. Triest. 

Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg . Groissenbrunn. 

Müller Hugo M., Grünangergasse 1. . . . . Wien. 

Müller Jos., Smichov, Inselgasse 434 .... Prag. 

Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheira. 

Nader Dr. Josef, emer. Primararzt, Göthestr. 42 Graz. 

Natterer Ludwig, II, kleine Stadtgutgasse 3 . Wien. 

Nemethy L.V., Hochw., Caplan, IV., Schwurplatz 2 Buda-Pest. 

Netu Schill Frz., k. k. Hauptm., mil-geogr. Inst. Wien. 

Neufelln er Carl, k. k. Res.-Lieut., V., Rüdigerg. 6 Wien. 

Neugebauer Leo, Prof. d. k. k. Mar.-Realsch. Pola. 



XXXII 



Mitglieder im Inlande. 



330 



340 



350 



360 



P. T. Herr Neu mann Dr. Philipp, prakt. Arzt Lugos. 

„ „ Neumayr Dr. Melch., Univ.-Prof. d. Paläontologie Wien. 
„ „ Nevinny Dr. Josef, Assist, d. Pharmacognosie u. 

Pharmacologie a. d. Univ Wien. 

„ „ Nickerl Ottokar, Dr. d. Med., Wenzelspiatz 16 Prag. 

r, „ Novak Giam Battista, Volksschullehrer auf Lesina Brusje. 

r, „ Novotny Dr. Steph., Herrschafts-Arzt, Neutr. Com. Komjath. 

„ „ Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Universität Krakau. 

„ „ Nycklicek Expeditus P., Gymn.-Prof., Böhmen Freiheit. 

„ „ berleitn er Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., bei Gmunden Ort. 

„ „ Obermann Dr. Johann, Prof., IL, Taborstr. 24 Wien. 

„ „ Ofenheim Victor Ritter v. Ponteuxin .... Wien. 

„ „ Ofenheimer Anton Nasice. 

„ „ OstermeyerDr.Frz.,Hof-u.Ger.-Adv.,Bräunerstr.ll Wien. 

„ „ Otto Anton, VIII., Schlösselgasse 2 . . . . Wien. 

„ „ P ach er David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

„ „ PalackyDr. Johann, Prof. a. d. Universität . Prag. 

„ „ Palm Josef, Dir. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

„ „ PantoczekDr. Jos.,P. Gr.-Tapolcsan,Neutr.Com. Tawornak. 

„ „ Papi-Balogh Peter v., Com. Csanad .... Mezöhegyes. 

„ „ Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

„ „ Paszlavszky Jos., Real-Prof., II. Bez., Hauptg.4 Budapest. 

„ „ Paulin Alfons, Supplent a. k. k. Obergymn. . Laibach. 

„ „ Pechlaner Ernst, Cand. prof Innsbruck. 

„ „ Pelikan V. Plauenwald Anton Freiherrvon,k.k. 

Vice-Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

„ „ Pelzein Aug. v., 1. Custos a. k. k. zool. Hofcab. Wien. 

„ „ Pesta Aug., k. k. Finanz-Minist.-Vice-Secretär Wien. 
„ „ Petkovsek Johann, Bürgerschul - Lehrer, IL, 

Darwing. 14 Wien. 

„ „ Petter Dr. Alexander, Custos d, städt. Museums Salzburg. 

„ „ Peyritsch Dr. Joh., Prof. d. Botanik a. d. Univ. Innsbruck. 

„ „ Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsmünster. 

„ Pfurtscheller Paul, Dr. phil., IIL, Hetzg. 26 Wien. 

„ „ Pichl er Johann, Realschul-Professor, Mähren . Prossnitz. 

„ „ P ick 1 Josef, Oberwardein im k. k. Punzirungsamte Wien. 

„ „ Pilaf Dr. Georg, Prof. u. Dir. a.miner.-geolog. Mus. Agrara. 

Pipitz Dr. F. E., Humboldtshof, Göthestrasse 7 Graz. 

Plason Dr. Adolf v., k. k. Sectionsrath . . . Wien. 

Platz Josef Graf, k. k. Statthalterei-Beamter . Brünn. 

Plenker GeorgFrh. v., k.k.Min.-Rath, L, Seilerst. 1 Wien. 

Pokorny Dr. Alois, k. k. Reg.-Rath, kl. Sperlg. 2 Wien. 

Pokorny Eman., Präfect a. k. k. Theresianura Wien. 

Polak Dr. J. E., L, Bibergasse 1 Wien. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXIII 



370 P. T. Herr PospischillJoh., Hochw. Domh., Kleinseiterg. 29 
„ „ Prandtstetter Franz v., Apotheker, N.-Oe. 
„ „ Preissmann Ernest, k.k.Aich-Insp.. Burgring 16 
r, ^ Preyer L., k.k. Rechnungseleve, III., Gärtnerg. 32 
Prinz 1 August, Oekonomiebesitzer, N.-Oe. . . 
P f i h d a Mor., k. k. Mil.-Beamt. i.P., Schikanederg.2 
P r ch a s k aLeop., grfl.Zichy. Schlossgtner., N.-Oe. 
Raimann Leopold, n.-ö. Ld.-Bearat., Johanng. 9 
Raimann Rudolf, stud. phil., Johannesgasse 9 
Bakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. 
Rassmann Moriz, stud. jur., Herreng. 4 . . . 
Rath Paul, Hochw., III., Rennweg 27 ... . 
Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranst. . 
Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath . . 
Rebel Hans, Drd. jur., I., Helferstorferstrasse 9 
Redtenbacher Josef, VI., Mariahilf erstr. 79 . 
Reinisch Oscar, Fabrikant, Böhmen .... 
Reisinger Alexand., p. Director, Ottakringstr. 82 

Reiss Franz, prakt. Arzt 

Reitter Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 

Ressmann Dr. juris F., Kärnten 

Reu SS Dr. Aug. Leop. Ritt. v.. I., Wallfischg. 4 
Reuth P. Emerich L., Hochw., Eisenburg. Com. 
Richter Carl, Dr. phil., II., Taborstrasse 17 
Richter Ludw. (Adr. L. Thiering), Mar. Valeriag. 1 

Rimmer Franz, Präfect 

Rinnböck Josef, Privat, Hauptstrasse 14 . . . 
Rippel Johann Conrad, Assist, a. d. techn. Hoch- 
schule, IV., Hechteng. 9 

Robert Franz v., L, Zedlitzgasse 4 

Robic Sim., Hcbw., Administr.. Krain, P. Zirklach 
Rock Dr. Wilhelm, III., Geologengasse 3. . . 
Rodler Dr. Alfred, Assist, a. geol. Inst. d. Univ. 
Römer Julius, Professor, Siebenbürgen . . . 
Rösler Dr. L., Prof.d. k. k. chem.-phys. Vers.-Stat. 

Rogalski Dr. Anton Ritter von 

„ Rogenhofer Alois Friedrich, Custos am k. k. 

zool. Hofcabinete, VIII., Josefstädterstrasse 19 
„ Rollet Emil, Dr. d. Med., Primarius, I., Giselastr. 2 
„ Ronniger Ferd., Buchhändler, Rothethurmstr. 17 
„ Ro soll Dr. Alexander, IX., Ackerg. 7 . . . . 
r, Rossi Ludwig, k. k, Landw.-Lip.utenant . . . 
RossmanitDr. Theod. Ritt, v., k. k. Gen.-Secr. d. 
Börsekammer, I., Börseplatz 3 

B. Ges. B. XXXV. 



D. 



Prag. 
Pöchlarn. 
Graz. 
Wien. 

Ofctenschlag. 
Wien. 

Hainburg a 
Währing. 
Währing. 
Agram. 
Währing. 
Wien. 

Klosterneuburg 

Linz. 

Wien. 

Wien. 

Warnsdorf. 

Hernais. 

Kierling. 

Mödling. 

Malborgeth. 

Wien. 

Ne'met-Ujvär. 
Wien. 
Buda-Pest. 
St. Pölten. 
Simmering. 



Wien. 
Wien. 

Ulrichsberg. 

Wien. 

Wien. 

Kronstadt. 

Klosterneuburg. 

Wien. 

Wien. 
Wien. 
Wien. 
Wien. 
Agram. 



Wien. 



XXXIV 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Rothschild Albert, Freiherr v Wien. 

„ „ RupertsbergerMth.,Hw.,Pf.,P.Micheld.,N.-Oe. Nied.-Ranna. 

„ „ Sabrausky Heinrich Wien. 

„ „ Saga Dr. Carl, Graben I. Nr. 13 Prag. 

„ „ Sajö Carl, Gyranasial-Professor, b. Gödöllö . . Veresegy-häza. 

„ SandanyF.J.,k. k. PoL-Comm., I., Seilerstätte 10 Wien. 

„ „ Saxinger Eduard, k. Rath Linz. 

„ Schaf er Joh., Hochw., Pfarrer, b. Zirkniz, Krain Grahovo. 

„ „ Schaitter Ignaz, Kaufmann Rzeszow. 

420 „ „ Schaub Robert Ritt, v., I., Fleischrr.arkt 6 . . Wien. 

„ „ Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Brody . . Pieniaki. 

„ „ Scheffler Carl, Sparcasse-Ob. -Beamter . . . Wien. 

„ „ Scher fei Aurel, Apotheker, Post Szepes M. . . Felka. 

„ „ Scherks Alex., Ober-Berginspector, Palackyg. 5 Prag. Neustadt. 

„ „ Schernhammer Jos., Privatbeamter, Florag.3/II Rudolfsheim. 

„ „ Scheuch Ed., Beamter der österr.-ung. Bank . Wien. 

„ „ Schiedermayr Dr. Carl, k. k. Statth.-Rath . Linz. 

„ „ Schieferer Michael, Heinrichsg. 6 Graz. 

„ „ Schiffner Rudolf, Gutsbes., IL, Ferdinandstr. 29 Wien. 

430 „ „ Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ „ Schlereth Max, Freih. v., ak. Maler, Kircheng. 39 Hernais. 

„ „ Schletterer August, Professor, IL, Glockeng. . Wien. 

„ Frau Sehl OS s Nathalie, IX., Peregringasse 1/3 . . . Wien. 

„ Herr Schlotter G., k. k. Hauptm. i. 4. Mob. Bat. Dalm. Sutomore. 

„ Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excell. Wien. 

Fräul. Schmid v. Schmidsfelden Caroline, Hagenau Braunau Ob.-Oe. 

„ Herr Schmölz Leopold, k. k. Ober-Förster .... Mürzzuschlag. 

„ „ Scholz Eduard, Cand. phil., IV., Starhembergg. Wien. 

„ „ Scholz F.,Comm.-Lehrer, V.,Hundsthurmerstr.79 Wien. 

440 „ » Schreiber Dr. Egyd, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

„ „ Schreiber Mathias, Lehrer Krems a. D. 

„ „ Schroff Dr. D.Carl Ritt. v.,Carl-Ludwigs-Rg. 8, II Graz. 

„ „ Schütz Dr. Jak., Privat-Doc. an der Universität Prag. 

„ „ Schuler Karl, Fabrikant, Mähren Weisskirchen. 

„ „ Schulzer V. Müggenburg Stef., p. k. k. Hptm. Vinkovce. 

„ „ Schuster Adrian, Prof. a. d. n. ö. Handelsschule Krems a. D. 

„ „ Schuster Carl, Naturalist, VI., Gumpendorfstr. 62 Wien. 

„ „ Schwab Adolf, g. Apotheker, Mähren .... Mistek. 

„ „ Schwaighofer Ant.,Doct.d.Pnil.,III.,Blattg. 13 Wien. 

450 „ „ Schwarz Gust. E. v. Mohr ens tern, Praterstr. 23 Wien. 

„ „ Schwarz-Senborn Wilh. Freih. v., Excellenz Wien. 

„ „ Schwarzel Felix, Oek. b. Böhm.-Deutschbrod . Bastin. 

„ Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf, Durchlaucht Wien. 

„ „ Schwöder Adolf, Bürgerschuldirector, Mähren . Müglitz. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXV 



P. T. Herr Sebisanovic Georg, Dir. d. k. Oberrealschule . Semlin. 

^ „ See) litzky Dr. Wenzel, Apothek.,Westbahnstr. 19 Wien. 

„ „ Sennholz Gustav, Stadtgärtner, III , Heumarkt 2 Wien. 

„ „ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 

„ „ Siebeck Alexander, fürstl. KhevenhüUer'scher 

Forstmeister, N.-Oe Riegersburg. 

„ „ Siegel Moriz, Civil-Ingen., V., Hundsthurmstr. 68 Wien. 

„ „ Siegmund Wilhelm j., Böhmen Reichenberg. 

„ „ Sigl üdiskalk, P., Hochw., Gymnas.-Director . Seitenstetten, 

„ „ Sirakovics Dr. Ludwig, Professor am Lyceum . Arad. 

„ „ Siraony Dr. Fr., k.k. Hofrath, Prof., Salesianerg. 13 Wien. 

„ „ S imony Dr. Oscar, a. Prof. d. Hochschule f. Bodenc. Wien. 

\, Skofitz Dr. Alexander, V., Mühig. 1 . . . . Wien. 

., „ Spaeth .Franz, I., Kohlmesserg. 3 Wien. 

„ „ Stäche Dr. G., k. k. Ob.-Bergr. d. geol. Reichsanst. Wien. 

„ „ Stadler Wilhelm, Ober-Beamter d. „Janus^ I., 

Opernring 3 Wien. 

„ „ Stänzl Vincenz, k. k. Bez. -Schulinspector, Mähren Zlabings. 

„ „ Stampf er Berthold, stud, med., III., Beatrixg. 24 Wien. 

„ „ St auf er Vinc, Hochw., Bibliothekar im Stifte Melk. 

„ „ Steindachner Dr. Fr., Dir. d. k. k. zool Hofcab. Wien. 

„ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats- Gymnas. . Klagenfurt. 

„ „ Stellwag Dr. Carl v. Carion, k. k. Univ -Prof. Wien. 

„ „ Stenzl Anton, Dr. Med., IX., Alsbachstr. 4 . . Wien. 

., „ Sternbach Otto, Freiherr v., k. k. Obristlieut. Leitmeritz. 

„ „ Stieglitz Franz, Hochw., Dechant, Innkreis . Eberschwang. 

„ „ Stöger Franz, Lehrer, b. Wien Mauer. 

„ „ Stöger Wilh., erzh. Forstmeister bei Berndorf . Hernstein. 

,, „ Stohl Dr. Lukas, fürstl. Schwarzenbg. Leibarzt Wien. 

„ Storch Dr. Franz, Pongau St. Johann. 

r, „ S trän s ky P. Franz, Hochw., Post Polna, Böhmen Schlapenz. 

„ „ Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Waagg. 1 Wien. 

r, „ Streinsberg Christ. Edler v., niederöst. Landes- 

Revident, VIII., Laudongasse 12 .... . Wien. 

„ „ S tr ob 1 Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Melk. 

„ Ströbitzer Martin, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Frankenfels. 

„ Studnizka Carl, k. k. Art.-Hptm. im Zeugs-Dep. Przemysl. 

„ Stummer Jos. R. v., Präs. d. pr. K. Fd.-Ndbahn. Wien. 

„ Stur Dionys, k. k. Director d. geol. Reichsanstalt Wien. 

„ Stussiner Josef, k. k. Postofficial, Wienerstr. 15. Laibach. 

„ „ Suess Dr. Eduard, k. k. Univ.-Prof., Novarag. 49 Wien. 

„ S van da Stefan, Punzg.-Beamt., Gumpendstr. 63 Wien. 

„ Szyszyfowicz Ign. Ritt. v.,VII.,SiGbensterng. 16a Wien. 

„ n Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 



XXXVl 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Then Franz, Prof. a. d. k. k. Theres. Akademie . Wien. 

„ „ Thümen Felix, Freiherr von, k. k. Ädjunct der 

forstlichen Versuchs- Station Görz. 

„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial- Professor Villach. 

„ „ Tobisch J. 0., stud.med.,VIIL, Josefstädterstr.53 Wien. 

^•00 „ To masser Ubald, Chorherr, Steiermark . . . Voran. 

„ „ TomekDr. Josef, fürstl. Leibarzt, b. Frohnsburg Riegersburg. 

„ „ Topitz Anton, Lehrer, b. Gratzen Sonnberg. 

„ „ Traxl er Rudolf, Böhmen Josefstadt. 

„ „ Treuinfel s Leo, Hochw., Gymnas. -Prof., B. O.-P. Meran. 

„ „ Tromba Johann, Apotheker Rovigno. 

„ „ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Tscher nikl Carl, k. k. Eofgärtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. k. militär.-techn. Official . Wien. 

„ „ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof. 

510 „ „ Türk Rudolf, k. k. Sect.-Rath i. P., Lagerg. 1 . Wien. 

„ Uhl Dr. Eduard, VI., Mariahilferstr. Ib . . . Wien. 

„ „ Urban Em., e. k. k. Prof., Beckergasse 23 . . Troppau. 

„ „ Valenta Dr. A., k. k, Reg.-Rath u. Spitalsdirector Laibach. 

„ „ Valle Anton, Adjunct am städt. Museum . . . Triest. 

„ VI eh aus Claudius, Hochw., Stifts capitular . . Kremsmünster. 

„ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oestr. Wels. 

„ „ Viertl Adalb., k. k. Hauptm. i. P., Franziskg. 18 Fünfkirchen. 

„ „ Vodopic Mathias, Bischof Eminenz, Dalmatien . Ragusa. 

„ Vogel Franz A., k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

520 „ „ VoglDr. Aug., k. k. Univ.-Prof., IX., Petrarcag. 1 Wien. 

„ „ Vojtek Rieh,, Apotheker, VI., Eszterhazyg. 18 B Wien. 

„ „ Voss Wilh., k. k. Professor d. Staats-Ob.-Realsch. Laibach. 

„ WachtlFriedr.,k.k. Oberförster, VIII., Tulpen g. 3 Wien. 

„ „ Wagner Bernard. P., Hochw., Prof. a. Ob.-Gymn. Seitenstetten. 

„ „ WagnerF.R. v.Krerasthal, C. phil.,Karmeliterpl.4 Graz. 

„ p Wajgel Leop., Prof. am k. k. Ober-Gymnasium Kolomea. 

„ „ Wal In er Dr. Ignaz, k. Professor Oedenburg. 

„ Walter Julian, Hchw. P. 0. P., Gym.-Prof , 892 II Prag. 

„ Walz Dr. Rudolf, IV., Carolineng. 19 ... . Wien. 

530 „ „ WawraDr.Hein.R.v. Fernsee, e.k.k.Mar.-Stabsurzt Wien. 

„ r, Weiglsperger Fr., Hchw., Pfarr., P. Atzenbruck Michelhausen. 

„ „ Weiser Franz, k. k. Landesgerichtsrath, IV., 

Hauptstr. 49 Wien. 

. Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Univ.-Prof. Prag. 

„ „ Wettstein Dr. Richard Ritt. v. Westersheim, 

Assist, a. d. Lehrkanz. f. Bot., L, Helferstorferg. 1 3 Wien. 

,, Wie mann August, Gärtner, III., Renn weg 14 . Wien. 

„ „ Wierer Lud. v.Wierersberg, Bz.-Ger.-Adjunct Alteusteig,N.-Oe. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXVII 



P. T. Herr Wierzejski Dr. Ant., Prof. a. d. Univ Krakau. 

„ „ Wiesbaur Joh., Hchw. S. J., Prof. a. Seminar Böh. -Mariaschein. 

„ „ Wiesner Dr. Jul., k. k. Univ.-Professor d. Bot. Wien. 

540 „ „ Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Rath . . Wien. 

„ „ Witlaczil Dr. Emanuel, III., Adamg. 16 . . . Wien. 

„ Wittin g Eduard, VIL, Zieglerg. 27 Wien. 

„ Wolf Franz, Nied.-Oest Waldegg. 

„ „ Woloszczak Dr. Eustach Lemberg. 

„ „ Wyplel Martin, Caud. prof, IV., Trappelg. 2 Wien. 

„ „ Zabeo Alfons Graf, IX., Berggasse 9 . . . . Wien. 

„ „ Zahlbruckner Dr. Alex,, VIII., Laudong. 43 . Wien. 

„ Zapalowicz Dr. Hugo, IV., Schikanederg. 6 . Wien. 

„ „ Zareczny Dr. Stan., Prof. am III. Gymn. . . Krakau. 

550 „ „ Zivotsky Josef, ev. Katechet, I, Weihburggasse 9 Wien. 

„ Frau Zugmayer Anna, Nied.-Oest Waldegg. 

„ Herr Zukal H., Fachschullehrer, IL, Rothesterng. 15 . Wien. 

553 n » Zwiflhofer Frz., Buchhalter d. böhm. Sparcasse Prag. 



Irrthümer im Verzeichniss und Adressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung gütigst bekannt gegeben werden. 



XXXVIII 



Ausgeechiedene Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Banowsky Raimund. 

„ „ Egg er Graf Gustav. 

„ „ Fruwirth Eduard. 

„ „ Hagenauer Franz. 

' „ Hard egg Carl. 

„ „ Hein Dr. Isidor. 

„ „ Helm Dr. Josef v. 

„ „ HohenbühelLudw. Frh. V. 



P. T. Herr Hub er Dr. Eduard. 

„ „ Koerber Dr. G. W. 

„ ., Paulinyi Paulin. 

„ „ P eitler Anton Josef v. 

„ „ Reichardt Dr. H. W. 

„ „ Siebold Dr. Theodor v. 

„ „ Schneider Josef, 

„ „ Watzel Dr. Cajetan. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Bruck Otto v. 

„ „ Deschmann Dr. Georg. 

„ „ Erdinger Carl. 

., „ Fruwirth Carl. 

„ „ Gebauer Julius. 

„ „ Hayek Gustav v. 

„ „ Hitschmann Hugo. 

„ „ Hoffmann Julius. 

„ „ Michl Anton. 

„ „ Much Dr. Matthäus. 

,, „ Nürnberger Clemens. 



P. T. Herr Porm Dr. Adolf. 

„ „ Poszvek Gustav. 

„ „ Richter Dr. Vincenz. 

„ „ Rottensteiner Franz. 

„ „ Seckendorf Arthur v. 

„ „ Stöhr Dr. Adolf. 

„ Stoitzner Johann N. 

' „ „ Toula Dr. Franz. 

„ „ Weinke Dr. Franz Carl. 

„ „ Werner Wilhelm. 

„ „ Wilhelm Dr. Gustav. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages 
durch Postnachnahme: 



P. T. Herr Biro Ludwig. 

„ „ Daday Dr. Eugen v. 

„ „ Fiedler Leo. 

„ „ Göth Friedrich. 

„ „ Kowäcs Adalbert. 

„ „ Krone Wilhelm. 

„ „ Nedwed Carl. 



P. T. Herr Palmai Emil. 

„ „ Polifka Simon. 

„ „ Rheindt Albert. 

„ „ SchaarschmidtDr.Jttlius. 

„ „ Torri Bruno. 

„ „ Unterhuber Dr. Alois. 

„ „ Weszelovzky Dr. Carl. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



XXXIX 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 



Gegen Jaliresbeitrag-. 

Bozen: K. k. Staats- Gymnasium. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinuni. 

Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nchn.) 

Burghausen (ßaiern): Unterrichts- u. ErziehuQgs- Anstalt der englischen Fräulein. 
Vornhirn (Vorarlberg): Communal-Unter-Realschule. 
Görz: Landesmuseum. 
„ K. k. Ober-Eealschule. 
„ K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. 1. Staats- Gymnasium. 
10 „ K. k. Üniversitäts-Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (F. f.) 
Kalksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagen furt: K. k. Ober- Gymnasium. 

Klausenhurg : Landwirthschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Königgrätz (Böhmen): K. k. Staats-Gymnasium. (P. f.) 
Laibach: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ k. k. Staats- Ober-Realschule. 
Leoben: Landes- Mittelschule. 
Linz: Oeffentl. Bibliothek. 
20 » Bischöfliches Knaben- Seminar am Freinberge. 
Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek d. e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nchn.) 

Nassod: Griech.-kath. Ober- Gymnasium. 

Ober-Hollabrunn: Landes-Realgymnasiurii. 

Oedenburg: Evang. Lyceum. 

„ K. kath. Ober- Gymnasium. 
Olmütz: K. k. Studien-Bibliothek. 
„ K. k. Ober-Realschule. 
30 Pilsen: K. k- deutsche Staats-Realschule. 

Prag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt, Franzensquai 8. (Nchu.) 

„ K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt. 

„ K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 

„ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 

„ Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 
Przibram: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 



XL 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Beichenberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
Bied (Ob.-Oesterr.) : K. k. Staats-Obei-Gymnasium. 
Boveredo: Museo Civico. (P.) 
40 Bzeszow: K. k. Ober-Gymnasium. 
Salzburg: K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Schässburg: Evang. Gymnasium. 
Stoekerau : Landes-Realgymnasium . 

Tdbor: Höhere landwirthsch. -industrielle Landes-Anstalt. (P. f.) 
Temesvar: K, Ober-Gymnasium. 
Tesehen: K. k. Staats-Realschule. 
Troppau: Landes-Museum. (Nohn.) 

K. k. Staats-Gymnasium. (Buchh. Gollmann.) 
50 „ K. k. Ober-Realschule. 
Villach: K. k. Real-Obergymnasium. 

Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, I., Christinengasse 1. 
„ Oesterr. Apotheker -Verein. 
„ Bibliothek der k. k. techn, Hochschule. 
„ K. k. botanisches Hof-Cabinet. 

„ Kaiser Franz Josefs- Gymnasium der innern Stadt, Hegelgasse. 
„ Leopoldstädter k. k. Staats- Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 2L 
„ Botan. Museum der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 
„ Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorferg. 20. 
60 » Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 
Wiener- Neustadt : Landes-Lehrer- Pro-Seminar. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Graz: Akademischer Leseverein. 
Frag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hofbibliothek. 

„ Communal-Gyranasium Gumpeudorf. 

„ „ „ Leopoldstadt. 

70 „ „ Ober-Realschule Gumpendorf, VI., Marchettigasse. 

„ jj » » I-» Schottenbastei 7. 

Wieden. 

„ k, k. Universitäts-Bibliothek. 
Landesausschuss -Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLI 



Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, 
mit welchen Schriftentausch stattfindet. 

Oesterreich -Ungarn. 

Aussig a/Elbe: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Bregenz: Landes-Museums -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Buda-Pest: K. ungar. Akademie der Wissenschaften. 
„ „ „ geologische Anstalt. 

„ » » geologische Gesellschaft. 

Ungar, naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nat.-Museums. 
10 Czernowitz: Verein für Landescultur im Herzogthum Bukowina. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 

„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft z. Beförderung d. Ackerb. und d. Industrie in Kärnten. 

Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
20 Linz: Museum Francisco-Carolinum. 
„ Verein für Naturkunde. 
Poprad: Ungarischer Karpathen -Verein. 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Natur historischer Verein „Lotos". 
Reichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

„ Deutscher und österreichischer Alpenvereiu. 
Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 
Triest: Museo civico di storia naturale. 
30 „ Societa adriatica di scienze naturali. 
„ Societa d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität, 

„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 

„ K. k. geographische Gesellschaft. 

„ K. k. geologische ßeichsanstalt. 

„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

„ Oest. Reichs-Forstverein. 

„ Redaction der österr. bot. Zeitschrift. 

Z. B. Ges. B. XXXV. f 



XLII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



40 Wien: Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

Deutschland. 

Altenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 
Anndberg-Buchhölz : Verein für Naturkunde. 
Augsburg: Naturhistorischer Verein. 
Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
„ Berliner entomologischer Verein. B. Hache. 
„ Deutsche entomologische Gesellschaft. 
50 „ Jahrbücher des k. botan. Gartens und Museums. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Eügen. 

„ ßedaction des Archives f. Naturgeschichte. (Nicolai 'sehe Buchhandlung.) 

„ Eedaction des Naturforscher. 

„ Eedaction der entomologischen Nachrichten (Friedländer). 
„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preuss. Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein d. preuss. Eheinlande und Westphalens. 
Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft. 
Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 
60 „ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar i. Elsass: Societd d'histoire naturelle. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Barmstadt: Verein für Erdkunde. 

Bonau-Escliingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft Isis. 

„ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Dürkheim: Pollichia (Naturw. Verein d. bairischen Pfalz). 
70 Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Emden: Naturforschende Gesellschaft. 
Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M.: Senkenbergische naturforschende Gesellschaft. 

„ Eedaction des Zoologischen Gartens. 

Freibu/rg i. B.: Naturforschende Gesellschaft. 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. (Buchh. Eichter.) 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 
80 „ Naturforschende Gesellschaft. 

Göttingen: Köuigl. Gesellschaft der Wissenschaften. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLIII 



Halle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Redaction der Natur (Dr. K. Müller). 

„ Kaiserl. Leopold. Carolin, deutsch. Akad. d. Naturforscher. 

Hamburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

„ Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
90 Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 

Heidelberg: Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
Jena: Medicinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch- ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Redaction d. Zeitschrift f. wissenschaftliche Zoologie (W. Engelmann). 

„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Redaction d. Botan. Zeitung (Verlagsbuchh. Arth. Felix). 

„ Redaction d. zoologischen Anzeigers (W. Engelmann). 
100 „ Mittheilungen der zoologischen Station in Neapel (Dr. Dohrn). 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 
Metz: Societd d'histoire naturelle. 

München: Königl. bairische Akademie der Wissenschaften. 
Münster: Westfälischer Provinz.- Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Neisse: Philomathie. 

Neu-Brandenburg : Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
110 Offenbach: Verein für Naturkunde. 

Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 
Begensbwrg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

„ Königl. baierische botanische Gesellschaft. 

Sondershausen: Deutsche botanische Monatsschrift (G. Leimbach). 

„ Lrmischia. 
Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
120 Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Basel: Naturforschende Gesellschaft. 
Bern: Allgem. Schweiz, naturforschende Gesellschaft. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

f* 



XLTV 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Bern: Schweizerische entomologische Gesellschaft. 
Chur: Naturfor sehen de Gesellschaft. 

Frauenfeld: Mittheilungen der Turgauischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Genf: Soci^te' de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Societe' vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchätel: Societe des sciences naturelles. 
130 „ Society murithienne de Valais. 

St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vetenskabs Sällskapet. 

„ Universitäts-Bibliothek. 
Gothenburg: K. Vetenskabs Sällskapet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

Lund: K. Universität. 
140 Stockholm: K. Veteuskaps Akademie. (Buchh. M. W. Samson & Wollern 
d. ß. Hartmann in Leipzig.) 
„ Entomologiske Tijdskrift. 

Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
Upsala: Vetenskaps Societät, 
„ K. Universität. 

Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 
Gent: Natura, Mandschrift voor Natur wetenschappen. 
Haag: Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
150 Hadem: Musee Teyler. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Rotterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial Utrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Brüssel: Academie Royale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. 
(Commission des e'changes internationeaux.) 

„ Societe Royale de Botanique de Belgique. 

„ „ entomologique de Belgique. 

„ „ malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Liege: Redaction de la Belgique Horticole. (Morren.) 



Wiseenschaftliche Anstalten. 



XLV 



160 Liege: Societe Royale des Sciences. 

Luxemhourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxerabourg. 
„ »de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 

. Grossbritannien. 

Belfast: Natural History philosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Academy. 

„ Geological Society. (Trinity College.) 

„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 

„ Geological Society. 

170 Glasgow: Natural history society. 
London: Entomological Society. 

„ The Entoraologist. 

„ Entomologist's Monthly Magazine. 

„ Geological Society. 

„ Linnean Society. 

„ Record of zoological Literature. 

„ Royal Society. 

„ Royal microscopical society. (Kings College.) 
„ Zoological Society. 
180 Manchester: Literary and philosophical Society. 

Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 
Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 

Russland. 

Charkow: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat : Naturforscher-Gesellschaft. 

Ekatherinenburg : Societe ouralienne d'araateurs des sciences naturelles. 
Heising fors: Finska Vetenskaps-Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica. 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
190 Petersburg: Academie Imperiale des sciences. 
„ Kaiserlicher botanischer Garten. 

„ Revue mensuelle d'Entomologie par M. W. Dokhtourow. 
„. Societas entomologica rossica. 
Biga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Bologna: Accademia delle scienze. 
Florenz: Societä entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 



XLVI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Genua: Societä di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 
200 Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 
„ Societä crittogamologica italiana. 
Modena: Societä dei naturalisti. 

„ Accademia di scienze, lettere ed arti. 
Neapel: Accademia delle scienze. 
Padua: Societä veneto- trentin a di scienze naturali. 
Palermo: Real' Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. 

„ Societä di Acclimazione. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 
210 Societä malacologica italiana. 

„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 
Rom: Real' Accademia dei Lincei. 
„ Societä italiana delle scienze. 

„ Jahrbücher des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 
Verona: Accademia di Agricoltura, coramercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Linneenne du Nord de la France. 
Bordeaux: Societe Linneenne. 
Caen: Societe Linne'enne de Normandie. 
220 „ Annuaire du Musde d'histoire naturelle. 
Cherbourg: Societe des sciences naturelles. 
Dijon: Acaddmie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Societe des sciences de l'agriculture et des arts. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 
„ Societe d'agriculture. 

„ Societe botanique de Lyon (palais des arts, place des terreaux). 
„ Societe Linne'enne de Lyon. 
Nancy: Societe des sciences. 
„ Academie de Stanislas. 
230 Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 
„ Societe botanique de France. 
„ Societe entomologique de France. 
„ Societe zoologique de France. 
Bauen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Lissabon: Academia real das sciencias. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLVII 



Spanien. 

Coimbra: Sociedad Broteriana (Boletin aunual). 
Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 

Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genotschap van Künsten en Wettenschappen. 
240 „ Natuurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
Calcutta: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China branch. 

Afrika. 

Alexandrien: L'Institut Egyptien. 

Ameriica. 

a) Nordamerika. 

Boston: American Academy. 

„ Society of Natural History. 
Brooklyn: Entomological Society. 
Buffdlo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association for the advancement of science. 

„ Museum of comparative Zoology. 
250 » Entomological Club Psyche, Organ of the (p. G. Dimok in Paris). 
Cap Mouge (Canada): Naturaliste canadien, par Abbe Provancher. 
Columhus: Geological Survey of Ohio. 

„ Ohio State Board of Agriculture. 
St. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Louis: Academy of science. 

Madison: Wisconsin Academy of Sciences, Arts and Letters. 
Montreal: Geological and natural history Survey of Canada. 
260 „ Eoyal Society of Canada. 
New- Orleans: Academy of Sciences. 
Newport: Orleans' County Society of Natural Sciences. 
New -York: Society of Natural History (olim Lyceum). 

„ Bulletin of the Torrey Botanical Club. 
Philadelphia: Academy of Natural Sciences. 
„ American Entomological Society. 

„ American Philosophical Society. 

„ Zoological Society of Philadelphia. 

Quebec b. London: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
270 Salem: American Naturalist. 
„ Essex Institute. 



XL VIII 



Von der Gesellschaft angekaufte periodische Schriftei 



Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
„ Sraithsonian Institution, 

„ United States commission of fisch and fisheries. 

„ United States Geological Survey. 

b) Mittel- und Südamerika. 

Buenos-Ayres: Museo publico. 

„ Sociedad cientifica argeatina. 

Cordoha: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad, 
280 Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 
„ Museo nacional mexicana. 
Mio Janeiro: Museo nacional. 
„ „ Archivio de Museo nacional de (E. Mellier, Paris). 

Australien. 

Adelaide: Philosophical society. (South austral. institute.) 
Sidney: Linnean society of New South Wales. 
„ Royal society of New South Wales. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Bibliotheca della Zoologia e Anatomia comparata da Italia per L. Came- 

rano e M. Lessona. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausgegeben von A. Eng 1er. 
Botanischer Jahresbericht. Herausgegeben von Dr. E. Koehne (früher 

Dr. L. Just). 

Botanisches Centralblatt. Herausgegeben von Dr. Oscar Uhlworm. 
Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien 

und der zoologischen Station in Triest. 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 

Wiener entomologische Zeitung. Herausgegeben von L. Mi k, E.Reiter 
und F. Wachtl. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausgegeben von der zoologischen Station 
in Neapel. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXXV. Sitz.-Ber. 



I 



Versammlung am 7. Jänner 1885. 



Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Preih. v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

„ Als Mitglied bezeichnet durch 
T- Herr % T. Herren 

Benz Rob. Freih. v. Innsbruck ..... H. Braun, Dr. R. v. Wettstein. 

Hampe Dr. Herrn., Hof- und Ger.-Adv. Wien H. Braun, Dr. F. Ostermeyer. 

Heller Carl M. Wien F. Späth, A. Handlirsch. 

Petkovsek Joh., Bürgerschullehrer. Wien . H. Zukal, Dr. F. Ostermeyer. 

Rippel Joh. Conrad. Wien H. Braun, A. Heimerl. 

Schuster Adr., Professor. Krems . . . . J. Kaufmann, A. Rogenhofer. 

Sennholz Gust., Stadtgärtner. Wien . . Dr. C. Claus, Dr. C. Grobben. 
Siebeck Alex., fürstl. Forstmeister. Riegers- 

burg Dr. F. Brauer, A. Rogenhofer. 

Witlaczil Dr. Em. Wien Dr. F. Brauer, Dr. F. Leuthner. 



Eingesendete Gegenstände : 

Eine Partie Conchylien von Herrn Hofrath von Hauer. 

Ein Fascikel der „Lichenes exsiccati" von Dr. F. Arnold. 

2000 Conchylien und 3 Bälge von Herrn C. Moser. 

Diverse Frösche und Kröten von Herrn C. Neufellner. 

1 Centurie Phanerogamen für Schulen von Herrn M. Prihoda. 



Herr Dr. J. E. Polak besprach die bisherigen Ergebnisse 
der von ihm zum Zwecke wissenschaftlicher Durchforschung nach 
Persien entsendeten Expeditionen, deren letzte Herr Dr. Otto 
Stapf, Assistent an der Wiener Universität, übernommen hat. 



A* 



4 



Versammlung am 7. Jänner 1885. 



Herr Prof. J. Mik überreichte ein Manuscript, betitelt: 
y^Cecidomyia Beckiana n. sp. Siuf Inula Conyza^^ und besprach den 
Inhalt desselben. (Siehe Abhandlungen, Seite 137.) 



Herr Heinr. Braun trug über die geographische Verbreitung 
mehrerer interessanter Rosenarten in Oesterreich vor und legte 
sein diesbezügliches Manuscript vor^ betitelt: „Beiträge zur Kennt- 
niss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa/' (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 61.) 



Herr Dr. Rieh, von Wettstein berichtete über die von 
ihm gemachte Auffindung eines neuen pflanzlichen Parasiten des 
Menschen, der, der Familie der Ascomyceten angehörend, von 
ihm Rhodomyces Kocliii getauft wurde und wahrscheinlich mit 
pyrosisartigen Krankheiten im Zusammenhange steht. 



Ferner hielt Herr Dr. Fr. Leuthner einen längeren Vor- 
trag über die Morphologie und Anatomie der asiatischen Lucaniden. 



Schliesslich überreichte Herr Gustos A. Rogenhofer die 
Vni. Fortsetzung der von Herrn Dr. R. Bergh in Kopenhagen 
verfassten Arbeit: „Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden". (Siehe 
Abhandlungen, Seite 1.) 



Nach dem von den Scrutatoren, den Herren Dr. F. Oster- 
meyer, F. Späth und M. Prihoda geprüften Wahlergebnisse 
erscheint Herr Dr. Rieh. Wettstein Ritter von Westersheim 
an Stelle des abtretenden Secretärs Herrn Gustos A. Rogenhofer 
gewählt. 

Der Vorsitzende dankt dem abtretenden Secretär für seine 
jahrelange erfolgreiche Mühewaltung, während die Versammlung 
ihren Dank durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck bringt. 



Versammlung am 4. Februar 1885. 



Vorsitzender: Herr Regierungsrath Dr. C. v. Aberle. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
^- P. T. Herren 

Degen Arpad v. Budapest H. Braun, Dr. E. v. Haläcsy. 

Ehnhart Karl. Wien K. M. Keller, F. Späth. 

Goldschmidt Fr. W. Wien J. Mik, F. A. Wachtl. 

Kronfeld M., Stud. med. Wien . . . . H. Braun, Dr. Wettstein. 

Martin vi c P., Professor. Cattaro . . . Sp. Brusina, Dr. L. Car. 

Rosoll Dr. Alex. Wien Dr. R. Latzel, Dr. H. Reichardt. 

Sabransky Heinr. Pressburg H. Braun, Dr. E. v. Haläcsy. 

Scholz Ed., Cand. phil. Wien J. Mik, F. A. Wachtl. 

Scholz Ferd., Lehrer. Wien L. Keller, H. Braun. 

Stampfer Berthold. Wien F. Krasser, Dr. R. v. Wettsteiu. 

T Opitz Anton, Lehrer. Sonnberg .... Dr. F.Ostermeyer, Dr. R.Rauscher. 



Eingesendete Gegenstände: 
3 Centurien Phanerogamen für Schulen von Herrn F. M. Müll n er. 



Herr Prof. Dr. Gr. Mayr hielt einen Vortrag über „Feigen« 
insecten" und überreichte ein gleichbetiteltes Manuscript für die 
Verhandlungen. (Siehe Abhandlungen, Seite 147.) 



Herr Dr. E. Witlaczil besprach eine neue, von ihm ent- 
deckte Gregarinide, die er Neozygites aphidis nannte. 



Herr Gustos A. Rogenhofe r referirte über eine Arbeit des 
Herrn Aug. Schletterer, betitelt: „Die Hymenopteren-Gattung 
Gasteruption (Foenus aut.)^ Die Arbeit behandelt mit besonderer 
Berücksichtigung des im k, k. zoologischen Hof-Museum aufbe- 
wahrten Materials monographisch 85 bisher beschriebene Arten; 
23 werden neu beschrieben. (Siehe Abhandlungen, Seite 267.) 



6 



VersammlTing am 4. März 1885. 



Schliesslich überreichte der Secretär Herr Dr. G. Beck ein 
Manuscript des Herrn Dr. F. Krasan in Graz, betitelt: „Ergänzende 
Bemerkungen zur Abhandlung über die geothermischen Verhält- 
nisse des Bodens" und referirte über den Inhalt desselben. (Siehe 
Abhandlungen, Seite 251.) 



Versammlung am 4. März 1885. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. H. W. Reichardt. 



Neu eingetretene Mitglieder : 



P. T. Herr 

Anders Ferd., emer. Professor. Rodaun 
Graf Ferdinand, Marktcommissär. Wien 
Nevinny Dr. Jos., üniversitäts- Assist. Wien 
Schernhammer Jos. Wien 0. Habich, A. Rogenhof er. 



Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 
Dr. J. V. Hyrtl, A. Rogenhofer. 
0. Habich, A. Rogenhofer. 
F. Bartsch, Dr. A. Vogl. 



Eingesendete Gegenstände: 

6 Centurien Hummeln und 6 Cent. Dipteren von Herrn J. v. Bergenstamm. 
9 „ Ameisen für Schulen von Herrn A. Handlirsch. 
4V2 » Coleopteren und 2 Cent. Dipteren von Herrn A. Hetschko. 
6 „ Insecten von Herrn J. Kolazy. 

1 Centurie Orthopteren von Herrn P. Low. 

2 Centurien Lepidopteren und 4 Centurien Hymenopteren von den Herren 
A. Rogenhofer und Kohl. 



Secretär Dr. R. v. Wettstein sprach über 3 neue, von 
ihm in Gemeinschaft mit Dr. O. Stapf aufgestellte Umbelliferen- 
Genera, die er mit den Namen Pichleria, Buniotrinia und Caro- 
podium belegte; dieselben entstammen der botanischen Ausbeute 
der Reise, die Dr. J. E. Polak im Jahre 1882 nach Persien 
unternahm. 



Brunner v. Wattenwyl. 



7 



Herr Dr. Franz Low besprach mehrere durch Phytoptus 
und Anguilulen verursachte Bildungsabweichungen an verschiedenen 
Pflanzen. 



Herr Dr. E. Witlaczil hielt hierauf einen längeren Vor- 
trag über den feineren Bau des Gehirnes der Insecten. 



Schliesslich machte Herr Custos A. Rogenhofer eine kurze 
Mittheilung über Colias Haberhaueri, einer neuen Art aus Centrai- 
Asien. — Ferner hielt er dem verstorbenen Mitgliede Herrn J. Jef- 
freys in London einen warmen Nachruf. 



Jahres -Versammlung am 1. April 1885. 

Vorsitzender : Herr Präsident - Stellvertreter Hofrath 
C. Brunner v. Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

^ ^ „ Als Mitglied bezeichnet durch 

^- T- Herr \ ^ ^^^^^^ 

Kessler Phil. Wien 0. Bohatsch, 0. Habich. 

Kohl Franz. Wien L. Gangibauer, A. Eogenhofer. 



Bericht des Präsidenten -Stellvertreters Herrn Hofrath C. Brunner 

T, Wattenwyl. 

Hochgeehrte Herren! 

Ich habe die Ehre, Ihnen in der heutigen Jahresversammlung den Be- 
richt über die Vereinsthätigkeit im abgelaufenen Jahre vorzulegen. 

Eine grosse Zahl von Vorträgen, die in unseren Versammlungen gehalten 
wurden, liefert uns das Zeugniss einer regen Forschungsthätigkeit auf dem 
Gebiete der beschreibenden Naturgeschichte. 

Die Lehranstalten wurden reichlich mit Objecten versehen. 

Die Zahl der Mitglieder beträgt im Inlande 570, im Auslande 476, somit 
im Ganzen 1046, wozu noch 75 Schulen kommen. Mit 286 Gesellschaften findet 
ein Schriftentausch statt. 



8 



Jahres -VerBatnralung am 1. April 1885. 



Mit Betrübniss erwähne ich der grossen Zahl von 34 Verlusten durch 
den Tod. Es sind dies die Herren: Asbjörnsen P. Christian; Bilimek Do- 
minik; Brehm Dr. Alfred; Bunz Franz; Czermak Wenzel; Engelmann Dr. 
Georg; Engerth Wilhelm Freih. v.; Esmark Lauritz; Fehlner Carl; Fischer 
Dr. A. V. Waldheim; Förster Dr. Arnold; Goeppert Dr. Heinrich; Hampe 
Dr. Clemens; Hartmann Carl; Jeffreys J. Gwyn; Kef erstein Adolf; Koder- 
mann Cölest. Hochw.; Kundrat Josef; Moesta Dr. Friedrich; Noestel- 
berger Franz; Perty Dr. Max; Petrino Otto Freiherr; Pirazzoli Eduard; 
Poetsch Dr. Ignaz; Roretz Dr. Albert v.; Rosenthal Ludwig v.; Rüppel 
Dr. M. Eduard; Saunders S. Smith; Schioedte J. C; Schmid Dr. Julius; 
Setari Dr. Franz; Sincich Johann; Staes Cölestin; Zelebor Josef. 

Ich ersuche die Anwesenden, den uns durch den Tod entrissenen CoUegen 
eine ehrende Erinnerung durch Erheben von den Sitzen zu widmen. 

Mit der Herausgabe des XXXIV. Bandes hat Herr A. Rogenhof er seine 
Thätigkeit als erster Secretär unserer Gesellschaft abgeschlossen, indem sich 
derselbe in Folge seiner vermehrten amtlichen Thätigkeit gezwungen sieht, diese 
mit vielen Arbeiten verbundene Stelle zu verlassen. — Als wir im Jahre 1873 
unseren unvergesslichen Frauen feld verloren hatten, war es keine kleine Auf- 
gabe als Ersatzmann einzutreten. Vielleicht mehr als in anderen Vereinen ist 
das Gedeihen unserer Gesellschaft innig geknüpft an die Thätigkeit des Secre- 
tariates. Dem Secretär liegt es ob, durch Aufmunterung und sein leuchtendes 
Beispiel die wissenschaftlichen Arbeiten hervorzurufen und zu sammeln. 

Alle die vielen persönlichen Beziehungen, deren Summe das Vereinsleben 
ausmacht, müssen von ihm gepflegt und mit Geschicklichkeit geregelt werden, 
denn er ist die Seele des Vereines. Seine Aufgabe ist die sorgfältige Redaction 
unserer Verhandlungen, denn er ist das Organ, durch welches wir der ge- 
sammten wissenschaftlichen Welt unsere Thätigkeit kundgeben, 

Dass wir in Rogenhofer den Mann gefunden haben, dafür spricht der 
Erfolg seiner hingebenden Thätigkeit, und ich kann mich nicht enthalten, einem 
intimen Gefühle Ausdruck zu geben, welches sich mir als Ihren alten Vereins- 
vorstand aufdrängt, indem ich die für das Vereinsleben kostbarste Eigenschaft 
unseres Freundes hervorhebe, seine Liebenswürdigkeit. 

Wir können das Bedauern seines Ausscheidens nicht unterdrücken, aber 
grösser als die Betrübniss ist das Gefühl des Dankes, welchem wir dadurch 
Ausdruck geben wollen, dass wir uns von den Sitzen erheben. 

Unser College wird fortfahren, seine Erfahrung und seine Zuneigung zu 
der Gesellschaft als Mitglied des Ausschusses zu bethätigen, und wir haben die 
Befriedigung, dass an seine verlassene Stelle in der Person des Herrn Dr. Günther 
Beck ein Mann eintritt, welcher durch eine Reihe von Jahren an der Seite 
Rögenhofer's gewirkt hat und uns die Gewähr bietet, dass in dem gleichen 
Geiste, wie bisher, die Geschäfte fortgeführt werden. 

Zum zweiten Secretär hat die Gesellschaft Hen-n Dr. Richard Ritter v. 
Wett stein gewählt. In der Reihe der übrigen Functionäre hat sich keine Ver- 



Dr. Günther Beck. 



9 



äiideruug ergeben, unsere alten bewährten Kräfte fahren fort in ihrer Thätigkeit, 
und ich spreche denselben im Namen der Gesellschaft den wärmsten Dank 
hiefür aus. 



Bericht des Secret'ärs Herru Dr. Günther Beck: 

Im Anschlüsse an den Bericht unseres Herrn Präsidenten- Stellvertreters, 
aus dem Sie gewiss mit Genugthuung die erfreulichen Leistungen und Erfolge 
unserer Gesellschaft vernahmen, erlaube ich mir nur noch einige ergänzende 
Bemerkungen über die literarischen Erfolge unserer Gesellschaft zu erstatten. 

Der vorliegende 39 Druckbogen starke inhaltsreiche Band XXXIV unserer 
Gesellschaftsschriften, der demnächst zur Vertheilung gelangt, zeigt eine Be- 
theiligung von 23 Mitgliedern an wissenschaftlichen Publicationen, deren Zahl 28 
erreichte. 14 Tafeln und mehrere Holzschnitte, in exacter Ausführung aus der 
lithographischen Anstalt von Th. Bannwarth hervorgegangen, schmücken 
diesen Jahrgang, an welchem sich von Ausländern die Herren: A. Keferstein, 
Graf E. Keyserling, H. Möschler, Baron R. v. Osten- Sacken, H. Eein- 
hard und R. Solla namhaft betheiligten. Ausserdem wurde von der Gesell- 
schaft apart das Personen-, Orts- und Sachregister der dritten zehnjährigen 
Reihe der Verhandlungen in der Stärke von 5 Druckbogen herausgegeben und 
hiemit die Benützung unserer Publicationen wesentlich gefördert. 

Ein derartiges hocherfreuliches Ergebniss in unserer literarischen Thätig- 
keit wäre jedoch nicht möglich gewesen, wenn wir nicht stets einer grossmüthigen 
Subventionirung von Seite der Mitglieder unseres Allerhöchsten Kaiserhauses 
und zahlreicher Gönner theilhaftig geworden wären, einer Unterstützung, für 
welche wir stets unsere innigsten Dankesgefühle bewahren. Herrn R. Freiherrn v. 
Dräsche verdanken wir überdies die unentgeltliche Beistellung von zwei muster- 
haft ausgeführten Doppeltafeln. 

Auch habe ich zu erwähnen, dass durch unsere Vermittelung dem Herrn 
E. Witting in Wien und Herrn Pechlan in Innsbruck von der Direction 
der k. k. priv. Südbahngesellschaft, sowie von jener des österr.-ung. Lloyd Fahr- 
preisermässigungen zu Reisen nach Dalmatien geneigtest gewährt wurden. 

Allen unseren Gönnern bringe ich den wärmsten Dank der Gesellschaft 
entgegen und bitte die verehrten Herren Mitglieder, auch in diesem Jahre unsere 
Bestrebungen zur Förderung der Wissenschaften nach Kräften unterstützen zu 
wollen. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Richard v. Wettstein. 

Indem ich an den Bericht über den Stand der Sammlungen unserer Ge- 
sellschaft schreite, bin ich vorerst in die angenehme Lage versetzt, zu con- 
statiren, dass auch im abgelaufenen Jahre dieselben durch zahlreiche Spenden 

Z. B. Ges. B. XXXV. Sitz.-Ber. B 



10 



Jahres -Versammlung am 1. April 1885. 



sich bedeutend vergrösserten. Auch von Objecten, die nicht dauernd in den Besitz 
der Gesellschaft kamen, sondern ihr mit der Bestimmung zur Betheilung an 
Lehranstalten gewidmet wurden, ist eine grosse Anzahl hervorzuheben. 

Es sei mir gestattet, die Namen jener Männer mitzutheilen, die durch 
hochherzige Spenden in dem erwähuten Sinne die Zwecke unserer Gesellschaft 
unterstützten. Als Spender zoologischer Objecto erwähne ich die P. T. Herren: 
V. Bergenstamm, Bohatsch, Handlirsch, Hofrath Dr. Ritter v. Hauer, 
Hetschko, Kohl, Kolazy, v. Lichtenstern, P. Low, Lutz, Dr. Moser, 
Neufellner und A. Rogenhof er. — Die botanischen Sammlungen erhielten 
Bereicherungen durch gütige Spenden der P. T. Herren: Dr. Arnold, Braun, 
Hackel, Müllner, Dr. Ostermeyer, Pfihoda, Ressmann und Witting. 
Als eine besondere Zierde unserer Sammlungen möchte ich das soeben durch 
die Bemühungen der Herren Braun, Breier und Dr. Ostermeyer fertig- 
gestellte niederb'sterreichische Laiidesherbarium hervorheben, indem ich 
einerseits diese Gelegenheit benütze, um den genannten Herren den Dank für ihre 
Mühewaltung abzustatten, andererseits mit der Bitte an die Herren Botaniker 
der Gesellschaft herantrete, diese nun aufgestellte Sammlung durch fernere 
Spenden vervollständigen zu wollen. 

Allen den früher genannten Spendern fühle ich mich verpflichtet, heute 
den Dank auszusprechen, indem ich auch an sie die Bitte hieran zu knüpfen 
mir erlaube, in gleicher Weise wie bisher auch in Zukunft der Gesellschaft ihr 
Wohlwollen zu bethätigen. 

Dem Herrn Ausschussrathe Jos. Kolazy gebührt auch heuer der innigste 
Dank der Gesellschaft für seine so mühevolle und wichtige Thätigkeit bei Be- 
theilung von Unterrichtsanstalten mit Naturalien. Dem von ihm über diese 
Thätigkeit abgefassten Ausweise, den ich meinem Berichte beizulegen mir er- 
laube, möchte ich nur einige Daten entnehmen. Es wurden im Laufe des ver- 
flossenen Jahres 22 Lehranstalten mit 190 Wirbelthieren, 4491 Insecten, 2569 Con- 
chylien, 187 Krebsen, Strahlthieren und Würmern, ferner mit 2463 Pflanzen- 
arten beschenkt, und zwar finden sich unter den erwähnten Lehranstalten die 
Staats- und Communal- Gymnasien zu Bozen und Meidling, die Realschulen 
in Sechshaus, Troppau, im I. und II. Bezirke Wiens, die Volks-, respective 
Bürgerschulen in Prag, Mähr.-Ostrau, Raudnitz, Gutenbrunn, Kottes, Neusiedl 
a. d. Zaya, Ollersdorf, Währing, Krems, sowie im III., V., VII. und IX. Be- 
zirke Wiens. 

Ferner erhielten die genannten Anstalten 33 Bände Gesellschaftsschriften, 
24 Separatabhandlungen und 112 Abbildungen zum Geschenke. 

Ausserdem obliegt es mir, der hingebenden Thätigkeit unseres seit Jahren 
bewährten Bibliothekars Herrn Franz Bartsch dankend zu erwähnen, der auch 
im Jahre 1883 die Instandhaltung der Bibliothek der Gesellschaft seiner Mühe- 
waltung unterzog. Ebenso sei allen jenen Herren, die durch Spenden von Büchern 
unsere Bibliothek bereicherten, in erster Linie, Herrn Baron Dräsche, der er- 
gebenste Dank abgestattet. 



Kichard v. Wettstein. 



11 



Ausweis 

über die Betheilung; der Lehranstalten mit Naturalien. 

Im Jahre 1884 wurden zweiundzwanzig Lehranstalten mit 190 Wirbel- 
thieren, 4491 Insecten, 2569 Conchylien, 187 Krebsen, Strahlthieren und Würmern, 
2463 Pflanzen, im Ganzen mit 9900 zoologischen und botanischen Objecten 
betheilt. 



PoBtmimmer 


llUmc Uci JücUId.IlBta>lL 


Ausgest. 
WirbeltMere 


WirbeltMere 
in Weingeist 


Insecten 


ö 

o 
o 


Krebse, 
Strahlthiere, 
Würmer 


Pflanzen 


1 




- 1 


— 


1 

394 


— 


— 


— 


2 


Sechshaus: k. Ic. Staats-Oberrealschule . . 


IG 


— 


— 


300 


11 




3 


Troppau: k. k. Staats-Oberrealschule . . . 












101) 


4 


Wien: k. k. Staats -Unterrealschule, II,, 


















3 






— 


63 




5 


„ k. k. Waisenhaus, IX., Waisenhausg. 5 




2 


242 


200 


4 


160 


6 


Unter-Meidling : Communal-Gymnasium . . 






642 


400 


23 


393 


7 


Bozen: Privat-Gymnasium der P, P. Fran- 


















17 


27 




— 


21 




8 


Wien: ueitenti. UDerrealscnuie, l., ualig. b 










5 




9 


Königl. Weinberge b. Prag: Mädchen-Bürger- 




















2 


388 


190 


4 


200 


10 


Mähr.-Ostrau : Mädchen-Bürgerschule. . . . 


8 












11 


ßaudnitz a. d. Elbe : Bürgerschule f. Knaben 




















2 


311 


178 


4 


160 


12 


Wien : Communal-Bürgerschule f. Mädchen, 


















7 


34 


151 




14 


250 


13 


„ Communal-Bürgerschule f, Mädchen, 


























3 




14 


„ Coromunal -Volksschule für Knaben 
















und Mädchen, V., Fockyg. 20 . . 


10 


2 


254 


178 


4 


160 


15 


„ Communal -Volksschule für Knaben, 


















17 












16 


„ Communal -Volksschule für Knaben, 


















7 




207 


260 


7 


170 


17 


Gutenbrunn a, Weinsbergwalde : Volksschule 






241 


196 


3 


170 


18 


Kottes : Volksschule 




2 


146 


140 


4 


180 


19 






2 


215 


187 


4 


160 


20 




7 


2 


135 




2 


180 


21 


Währing : Volksschule f. Knaben, Schulg. 19 


7 




275 


140 


4 




22 


Krems : Institut der englischen Fräulein . . 


8 


2 


1 330 


200 


1 ' 


180 




Summe . . 


113 


1 77 


1 4491 


2569 


j 187 


2463 



B* 



12 



Jahres -Versammlung am 1. April 1885. 



Bericht des Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann. 



Einnahmen : 



Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungeii und Eintritts - 

taxen von zusammen fl. 298 . 08 fl. 2.810 . 08 

Subventionen „ 1.530. — 

Verkauf von Druckschriften und Druckersätze „ 591 . 48 

Interessen von Werthpapieren und für die bei der Ersten öster- 
reichischen Sparcasse hinterlegten Beträge „ 337 . 91 

Porto-Ersätze „ 81 . Ol 

Erlös aus dem Nachlasse des Herrn Spreitzenhofer und für 

einen Kasten „ 78 . 28 

Beiträge auf Lebensdauer „ 60 . — 

Summa . fl. 5.488.76 

und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahres 1883 
verbliebenen Cassarestes sammt fl. 3.380 . — 

unantastbaren Vermögens von „ 5.160.92 

in Baarem und fl. 1.700 . — 

in Werthpapieren, im Ganzen fl. 1.700 . — fl. 10.649 . 68 

Die Werthpapiere bestehen aus: 



2 siebenbürg. Grundentlastungs-Obligationen ä 100 fl. und 
1 g. Silberrente zu 50 fl. als Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardinal- 
Erzbischof Dr. Ld. v. Haynald. 

1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Kö c h e 1. 
1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandmayer. 
1 g. Notenrente zu 100 fl. von Herrn A. Rogen ho f er. 

4 g. Notenrenten ä 100 fl., Geschenk von Herrn Baron v. Königswarte r. 
1 Rudolfslos zu 10 fl. (3 sind bereits ohne Treffer gezogen) und 

1 g. Notenrente zu 100 fl. als Spenden von Herrn Martin v. Damianitsch 
pens, k. k. General-Auditor, zum Andenken an seinen am 19. October 1867 ver- 
storbenen Sohn Rudolf Damianitsch, stud. jur. 

1 Clarylos zu 40 fl. 

5 g. Silberrenten ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Köch el, und 
1 g. Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner. 



Ausgaben : 

Besoldung fl. 750 . — 

Neujahrsgelder „ 78 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschaftslocali- 

täten, dann der diesbezügliche Beitrag für den Sitzungssaal „ 222 . 95 



Josef Kaufmann. 



13 



Herausgabe von Druckschriften: 

a) für den XXXIII. Band Rest für 

Druck fl. 730.- 

Illustrationen „ 46 . 35 fl. 776 . 35 

&; für den Druck des XXXIV. 

Bandes fl. 1.440.15 

Illustrationen hiezu .... ^ 428 . 06 „ 1.868 . 21 

c) für das Personen-, Orts- und 
Sachregister pro 1871—1880: 

Verfassung fl. 100 . — 

Druck „ 323.55 „ 423.55 fl. 3.068 . 11 

Bücherankauf , „ 182 . 19 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 235 . 18 

Erfordernisse für das Museum „ 141 . 84 

Kanzlei-Erfordernisse und Drucksorten , „ 106 . 57 

Porto- und Stempelauslagen „ 197 . 73 

Auslagen für den Nachlass von Herrn Spreitzeuh of er fl. 43.55 
und für eine Adresse an die königl. böhm. Gesellschaft 

der Wissenschaften in Prag „ 5 . 27 „ 48 . 82 

Zusammen . . fl. 5.031 . 39 
Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest von 
fl. 1.700. — in Werthpapieren und fl. 5.618.29 in Baarem, welch' letzterer zum 
grössten Theil bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon der Theilbetrag von fl. 3.440 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 

V e r z e i c Ii n i s s 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren Beiträge von 
fünf Gulden aufwärts, welche von der Zeit vom 2. April 1884 bis heute in 
Empfang gestellt wurden. 

a) Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200. — 
„ Sr. k. u. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 

Kronprinzen Rudolf „ 80.— 

Von Ihren k. u. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen : 

Carl Ludwig . . „ „ 30 . — 

Ludwig Victor „ 20.— 

Albrecht „50.— 

Wilhelm „ 50.— 

Rainer w 50 . — 

Heinrich . . „ 50 . — 

Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland „ 60 . — 

„ Sr. Majestät dem König von Baiern » 40 . — 



14 



Jahres -Versammlung am 1. April 1885. 



Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . fl. 300 . — 

„ „ niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 200 . — 

b) Höhere Beiträge von 5 fl. aufwärts. 

Für das Jahr 1884: 

Von den P. T. Herren: 

Colloredo-Mannsf eld Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100.— 

Liechtenstein Fürst Joh „ 25. — 

Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf „ 10.50 

Rothschild, Albert Freiherr V „ 10. — 

Buse E. H „ 5.25 



Barbieux Aug., Beck Dr. Günth., Brunner v. Wattenwyl C, 
Damianitsch M., Dräsche Dr. Rieh. Ritt, v., Fekete 
Fidel. V., Felder Dr. C. Freih. v., Fritsch Josef, Fri- 
waldszky Joh. v., Goldschmidt Mor., Haller Dr. Carl, 
Hanf Blas., Kittel Aug., Künstler G. A., Kiemen sie wie z 
Dr. A., Leder Hans, Madarasz Jul. v.. Mayer Maur., Mik 
Jos., Müller Dr. A., Müller Flor., Novak G. B., Panto- 
czek Dr. Jos., Bebel Hans, Reisinger Alex., Reitter W., 
Reuss Dr. A. Ritt, v., Schaub Roh. Ritt, v., Then Franz, 
Tief Wilh., Türk Rud., Vogel F. A., Wachtl Friedr., 
Weissbach Dr. Aug., Wiesner Dr. Jul., königl. kath. Gym- 



nasium in Oedenburg je fl. 5 , — 

Für das Jahr 1885: 

Pelikan Freiherr v. Plauen wald Anton fl. 10.— 

Berg Dr. Carl .~ » 7 . 24 

Zickendrath Dr. Ernst „ 6 . S7 

Röder Victor „6.06 

Hopffgarten Baron Max „ 6.03 

Miebes Ernest „ 6. — 

Arnold Dr. F „5.50 

Krauss Dr. Hermann „5.43 

Lindpointner Anton „ 5.40 

Buse L. H „5.25 



Bachinger Aug., Bartsch Franz, Bäumler J. A. v., Beck Dr. 
Günth., BilimekDom., CypersV. v. Landrecy, Dräsche 
Dr. Rieh. Ritt, v.. Egger Ed., Förster J. B., Fuchs Th., 
Gsang 1er Ant., Haller Dr. C, Hirner Jos., Kaufmann J., 
Klemensiewicz Dr. Stanisl., Leonhardi Ad. v.. Lichten- 
stein Jul., Madarasz Dr. Jul. v., Majer Maur., Müller 
Dr. A., Müllner M. F., Novak G. B., Pelzeln Aug. v., 



H. W. Reichardt. 



15 



Pokorny Dr. AI, Eeichard Dr. H. W., Ruppertsberger M., 
Schleicher W., Schnabl Dr. Jul, Sohst C. B., Staufer V., 
Tomek Dr. J., Vogl Dr. A., Staatsgymnasium in Königgrätz, je fl. 5 . — 



Die im Vorstehenden mitgetheilte Jahresrechnung wurde 
hierauf den Herren M. Pf'ihoda und A. Handlirsch zur Revision 
übergeben. 

Herr H. Zukal hielt einen Vortrag über einige neue Pilze 
aus Niederösterreich und überreichte ein Manuscript hierüber^ 
betitelt: „Ueber einige neue Pilze^ Myxomyceten und Bakterien." 
(Siehe Abhandlungen, Seite 333.) 



Herr Prof. J. Mik legte eine Arbeit vor unter dem Titel : „Einige 
dipterologische Bemerkungen." (Siehe Abhandlungen, Seite 327.) 



Herr Custos A. Rogenhofe r überreichte eine Mittheilung 
des Herrn Prof. C. Berg in Buenos -Aires: „Ueber die Lepi- 
dopteren-Gattung Laora''^ und besprach deren Inhalt. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 359.) 

Ferner zeigte derselbe von Cordiceps militaris befallene Raupen 
von Arctia aulica aus der Brühl bei Wien. 



Schliesslich überreichte der Secretär Herr Dr. G. Beck eine 
Abhandlung des Herrn P. Low, betitelt: „Beiträge zur Kenntniss 
der Cicadinen." (Siehe Abhandlungen, Seite 343.) 



Am 8. April fand zu Ehren des langjährigen, aus der Leitung 
der Gesellschaft geschiedenen Secretärs Herrn Custos A. Rogen- 
hof er ein von zahlreichen Mitgliedern besuchtes Festbankett im 
grossen Saale des Hotel Müller statt, welches durch unseren hoch- 
verehrten Präsidenten Fürsten Josef zu Colloredo-Mannsfeld 
in feierlicher Weise eröffnet wurde. Während desselben hielt 
Se. Durchlaucht eine schwungvolle, die Verdienste des Custoden 
Rogenhof er in der anerkennendsten Weise würdigende Rede und 
überreichte demselben eine geschmackvoll ausgestattete Enveloppe, 
welche folgende Dankesadresse enthielt: 



16 



Festbankett am 8. April 1885. 



Hochgeehrter Herr Custos! 

Ein Wehmuthsgefühl hat uns schmerzvoll berührt, als wir die über- 
raschende Nachricht erhielten, dass Euer Hochwohlgeboren, unser hochverehrtester 
Secretär, im Interesse des Allerhöchsten Dienstes genöthigt seien, Ihre durch 
vierzehn Jahre in der aufopferndsten Weise geführten Geschäfte als Secretär 
der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft niederzulegen. 

Wir sehen Sie aus der engeren Leitung unserer Gesellschaft scheiden, 
blicken aber mit berechtigtem Stolze auf Ihre vielen Verdienste für das Ge- 
deihen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, welche für immer in dem 
Geschichtsbuche unserer Gesellschaft glänzen werden. 

Es war Ihnen beschieden, unserem Verbände als rühriges Mitglied schon 
im Jahre 1852 anzugehören, zu einer Zeit, als der zoologisch-botanische Verein 
aus sehr bescheidenen Keimen emporzusprossen begann. Dass der letztere in 
so kurzer Zeit zu jener stolzen Höhe sich emporschwang, um jetzt an der Spitze 
zahlreicher Schwesteranstalten zu Nutz und Frommen der Wissenschaft eine 
hervorragende Thätigkeit zu entwickeln, dass dessen Schriften durch gediegensten 
Inhalt sich in der wissenschaftlichen Welt Bahn brachen und die Anerkennung 
im In- und Auslande einernteten, dieses Ergebniss gemeinsamen Wirkens ver- 
danken wir zum grossen Theile Ihrer regen und unermüdlichen Fürsorge für 
das Wohl und das Gedeihen der Gesellschaft und Ihrer hervorragenden Bethei- 
ligung an unseren Publicationen. Aber auch die Erschliessung neuer Hilfs- 
quellen für die Gesellschaft, die belebende Anregung zur Erforschung unserer 
einheimischen Thier- und Pflanzenwelt, die Anwerbung neuer Jünger der Wissen- 
schaft, die Verbrüderung der Gesellschaft mit immer zahlreicheren Schwester- 
anstalten und zahlreiche andere hochherzige Bestrebungen zeigen für Ihr uner- 
müdliches und erfolggekröntes Wirken im uneigennützigsten Dienste der 
Gesellschaft, lassen uns aber auch Ihr Scheiden aus der Leitung derselben als 
eine schwer empfundene Lücke erscheinen. 

Bei der unabänderlichen Fügung Ihres Entschlusses haben wir uns ein- 
müthig zusammengeschlossen, Ihnen, hochgeehrter Herr Custos, unser tiefstes 
Bedauern anlässlich Ihres Rücktrittes auszusprechen. Anderntheils aber bringen 
wir Ihnen mit freudig erhobener Stimme unsere offenkundige vollste Anerkennung 
für Ihr unvergessliches langjähriges, segensreiches Wirken als Secretär der 
k. k, zoologisch-botanischen Gesellschaft dar und bitten Sie, unsere Dankgefühle 
geneigtest entgegennehmen zu wollen. 

Möge jenes edelsinnige Wohlwollen, welches Sie, hochgeehrter Herr Custos, 
unserer Gesellschaft stets zuwendeten, in gleicher Weise derselben bewahrt 
werden, als wir in unseren Herzen die dankbarste Anerkennung Ihrer hohen 
Verdienste für die blühende Entwicklung der k. k. zoologisch-botanischen Ge- 
sellschaft in steter Erinnerung wach erhalten. 

Wien, am 8. April 1885. 

Für die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft: 
Colloredo-Mannsf eld m. p. 



H. W. Reichard t. 



17 



Versammlung am 6. Mai 1885. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. H. W. Reichardt. 



Neu eing^etretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herr p g^^^^^ 

Graff Dr. Ludw. v., Univers.-Prof. Graz . Dr. C. Grobben, Dr. B. Hatschek. 
Rodler Dr. Alfr., üniversitäts- Assist. Wien Ad. Handlirsch, Ant. Handlirsch. 
Frau Zugmayer Anna. Wien Dr. G. Beck, A. Rogenhofer. 



Eingesendete Gegenstände: 

1 Centurie Phanerogamen für Schulen von Herrn C. Aust. 

1 Exemplar von Bibes olpinumL. für das niederösterreichische Landesherbar 
von Herrn A. Bachinger. 

2 Centurien Phanerogamen für das niederösterreichische Landesherbar 
von Herrn A. Heimerl. 

50 Speeles Phanerogamen für das niederösterreichische Landesherbar von 
Herrn M. Prihoda. 



Der Vorsitzende theilte mit; dass die in der JahresVer- 
sammlung am 1. April vorgelegte Jahresrechnung pro 1884 von 
den Herren A. Handlirsch und M. Prihoda geprüft und richtig 
befunden wurde. 



Secretär Dr. R. v. Wett stein überreichte eine von ihm 
ausgeführte Abhandlung mit den Titel: „Anthopeziza. Gen. et nov. 
spec. Discomycetum,.'-'- (Siehe Abhandlungen, 2. Halbband, Seite 383.) 
Ferner referirte derselbe, anknüpfend an die Mittheilung des 
errn Gustos A. Rogenhofer in der Sitzung vom 1. April, über 
ulturversuche mit Cordyceps militaris. 



Z. B. Gee. P.. XXXV. Sitz.-Ber. 



C 



18 



Versammlung am Mai 18^25. 



Secretär Herr Dr. G. Beck theilte Beiträg-e zur Pilzflora von 
Niederösterreich mit und legte die III. Portsetzung seines dies- 
bezüglichen Manuscriptes vor. (Siehe Abhandlungen, Seite 361.) 

Ferner legte er Manuscripte vor von den Herren : 

Th. A. Bruhin „Plorae adventiciae boreali-americanae pro- 
dromus." (Siehe Abhandlungen, 2. Halbband, Seite 387.) 

G. Bucchich „Gli ortotteri di Lesina e Curzola." (Siehe 
Abhandlungen, 2. Halbband, Seite 377.) 



Versammlung am 3. Juni 1885. 



Vorsitzender: Herr Professor Dr. G. Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
^- P. T. Herren 

Heilsberg Alois. Wien M. Wyplel, Dr. R. v. Wettstein. 

Wolf Franz. Waldegg F. Kowarz, A. Rogenhofer. 



Eingesendete Gegenstände : 

250 Moose von Herrn J. Brei dl er für Schulen. 

900 Phanerogamen von Herrn A. Heimerl für das Herbarium. 

100 „ „ „ F. M. Müllner für das niederösterrei- 

chische Landesherbarium. 

100 „ » » Dl'- C. Richter für das niederösterrei- 

chische Landesherbarium. 



Herr Regierungsrath Dr. C. v. Aberle demonstrirte und 
besprach die Blüthen und Früchte von Chamaerops excelsa^ ferner 
eine Frucht von OpMocaryon paradoxum. 



Hierauf hielt Secretär Dr. R. v. Wettstein einen Vortrag 
über eine Reihe teratologischer Objecte, die er vorzeigte. — Im 
Anschlüsse daran demonstrirte er lebende Exemplare von Ächillea 
Reichardtiana Beck (Clusiana X citrata ) vom Schneeberge und be- 
sprach das Vorkommen der Primula minima X f^ttosa am Zinken 
in Steiermark. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Sitz.-Ber. D 



20 



Versammlung am 1. Juii 1885. 



Gelegentlich eines Ausfluges auf den Zinken bei Seckau in Steiermark 
fand ich zwischen den auf demselben häufigen Primeln P. villosa Wulf, und 
P. minima L., und zwar vorzugsweise au solchen Stellen, an denen sich die 
Verbreitungsbezirke der beiden Arten berührten, in wenigen Exemplaren eine 
Primel, die als ein aus der Kreuzung der P. villosa und minima hervorgegan- 
gener Bastard anzusehen ist. Schott hat in den Verhandlungen unserer Ge- 
sellschaft im Jahre 1858 (p. 302) einen solchen vom Eiseuhut in Steiermark 
stammenden Bastard unter dem Namen P. Sturii beschrieben und ist daher 
meine Pflanze auch mit diesem Namen zu belegen, obwohl sie sich von der 
Schott'schen unterscheidet. Die von Sc h ott beschriebene Pflanze repräsentirt 
nämlich einen der P. villosa näherstehenden Bastard (P. supervillosa X minima), 
während die Pflanze vom Zinken sich entschieden der P. minima nähert. Eine 
kurze Aufzählung der wichtigsten Merkmale sei in Folgendem gegeben: 

Blätter starr, keilförmig, 1*6 — 2 cm. lang, 7~-12 mm. breit, über der Mitte 
mit einigen relativ grossen, zugespitzten Zähnen gezähnt, besonders auf der 
Oberseite mit kleinen, zerstreuten, bräunlichen Drüsen besetzt. Schaft über die 
Blätter hervorragend, 2— 3"5 cm. lang, zwei- bis dreiblüthig, mit sehr kurz ge- 
stielten Drüsen besetzt. Deckblätter länglich-lineal, dick, grün, kürzer als bei 
P. minima. Kelch schwach drüsig. Corollenzipfel tief eingeschnitten, Färbung 
und Bekleidung jeiie der P. villosa. 



Schliesslich überreichte Herr Custos A. Rogenhofer ein 
Manuscript des Herrn A. Schletterer, betitelt: „Die Hymeno- 
pteren-Gattung Evania,^^ (Siehe Abhandlungen, Band XXXVI.). 



Versammlung am 1. Juli 1885. 

Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

_ „ Als Mitglied bezeichnet durch 

P- Herr % ^ ^^^^^ 

Wiemann August. Wien Dr. A. R. v. Kerner, Dr. R. v. Wett- 

stein. 

Eingesendete Gegenstände: 

400 Fliegen von Herrn Ad. Handlirsch für Schulen. 
150 Species Pilze von Dr. R. v. Wett stein für Schulen. 



Versammlung am 7. October 1885. 



21 



Herr Hugo Zukal besprach das Vorkommen von verzweigten 
Archegonien bei Laubmoosen und erläuterte einige von ihm beob- 
achtete Fälle. 



Secretär Dr. R. v, Wettstein berichtete über die botanische 
Ausbeute eines Ausfluges auf den Grossen Bösenstein und den 
Reichart in Steiermark und demonstrirte einige dorther stammende 
Pflanzen, davon sind zu erwähnen Primula Flörkeana Schrad. und 
Pr. Salishurgensis Flörke vom Bösenstein. 

Ferner berichtete er über die Auffindung von Arahis neglecta 
Schult, und die Constatirung der Saxifraga crustata Vest. auf 
der „Veitsch" in Steiermark durch das Mitglied der Gesellschaft 
Herrn A. Wie mann. Derselbe fand auch vor Kurzem einen 
neuen, sehr reichen Standort der Primula Portenschlagii Beck (Pr. 
minima X Clusiana) auf dem Schneeberge, 

Schliesslich legte Secretär Dr. R. v. W et t st ein ein Manu- 
script des Herrn Prof. W.Voss vor, betitelt: „lieber Boletus strohi- 
laceus Scop. und den gleichnamigen Pilz der Autoren." (Siehe 
Abhandlungen, Seite 477). 



Versammlung am 7. October 1885, 

Vorsitzender: Herr Eegierungsrath Dr. Alois Pokorny. 



Firbas Franz, Apotheker iu Schüttenhofen Fr. Zwifelhofer, Dr. G. Beck. 



Neu eingetretene Mitglieder : 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Kurz Anton. Wien 

ßessmann Moriz. Währing . . . 
Schletterer August. Wien . . . 
Stadler Wilhelm. Wien . . . . 
K. k. botanisches Hofcabinet Wien . 



A. Bohatsch, J. Kaufmann. 

Dr. G. Beck, Dr. E. v. Wettstein. 

F. Kohl, A. Kogenhofer. 

Dr. G. Beck, Dr. R. v. Wettstein. 

Den Ausschuss. 



22 



Versammlung am 7. October 1885. 



Eingesendete Gegenstände: 
1 Centurie Pflanzen für Schulen von Herrn M. Pfihoda. 

Der Herr Vorsitzende Herr Regierungsrath Dr. A. Pokorny 
eröffnete die Versammlung mit folgend skizzirtem Nachrufe: 

Ich eröffne die Sitzung mit der erschütternden Nachricht, dass eines 
unserer ersten und verdientesten Mitglieder, unser langjähriger Secretär und 
wiederholter Vicepräsident, Professor Dr. Heinrich Wilhelm Reichardt, am 
2. August d. J. in seinem Sommeraufenthalte Mödling auf eine so unerwartete 
und bedauernswerthe Weise aus dem Leben geschieden ist. Derselbe gehörte 
unserer Gesellschaft seit ihrer Gründung an und widmete ihr seine fortwäh- 
rende Theilnahme und Thätigkeit als Fanctionär sowohl, wie durch die zahl- 
reichen Publicatiouen, die fast jeden Band der Gesellschaftsschriften zieren. Es 
ist jetzt nicht der Ort und die Zeit, die vielfachen Verdienste Reichardt's als 
Mann der Wissenschaft und in den Vereinen, als Professor an der Universität 
und als Leiter des k. k. botanischen Hofcabinets hervorzuheben. Nur das Eine 
sei hier kurz erwähnt, dass Reichardt über eine selten umfangreiche Kennt- 
niss der Pflanzenformen verfügte und ein ebenso gründlicher Kenner der Pha- 
nerogamen als der Kryptogamen, der einheimischen Flora wie der Exoten war. 
Wer seinen liebenswürdigen, durchaus ehrenwerthen Charakter kannte, muss es 
doppelt bedauern, dass ein so ruhiger, bescheidener und verdienter Mann auf 
eine so traurige Weise in der Vollkraft der Jahre enden musste. Es ist dies 
nur durch seine Kränklichkeit und gesteigerte Empfindlichkeit zu erklären, 
welche ihm erlittene Kränkungen so unerträglich erscheinen Hessen, dass er 
freiwillig aus einem Leben schied, welches ihm nur Enttäuschungen brachte. 
Die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft schuldet dem Verblichenen volle 
Anerkennung und Theilnahme, welch' letztere die Versammlung durch Erheben 
von den Sitzen an den Tag legen wolle. 

Die Versammlung drückte hierauf ihre Theilnahme durch 
Erheben von den Sitzen aus. 



Herr Dr. J. E. Pollak erstattete Bericht über den bisherigen 
Verlauf der botanischen Expedition nach Persien, die der Assistent 
an der botanischen Lehrkanzel der Wiener Universität, Dr. Otto 
Stapf, übernommen hat. 

Herr Custos A. Pelze In erläuterte die Erwerbungen des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums, welche demselben durch eine 



^) Dessen Lebensskizze siehe Abhandlungen p. 669, 



Günther Beck. Ueber den Oeffnnngsmeehanismus der Porenkapseln. 



23 



Schenkung von Säugethieren und Vögeln des japanischen Consuls 
Herrn G. Hütte rott aus Ceylon zuflössen. 



Secretär Dr. Günther Beck besprach in Kürze unter ein- 
schlägigen Demonstrationen die Resultate seiner vorläufigen 

Untersuchungen über den Oeffnungsmechanismus der Porenkapseln. 

Unter allen Dehiscenzforraen trockener Pericarpien ist jene durch Löcher 
oder Poren von scharfer Begrenzung oder an bestimmt vorgezeichneten Stellen 
eine der auffälligsten. Man kennt sie an den Früchten weniger Gattungen, so 
bei mehreren aus der Familie der Campanulaceen, bei Äntirrhinum, Linaria, 
Papaver. Früher rechnete man mit Unrecht auch Kapseln hinzu, au welchen 
eine klappige Oeffnung von geringer Längenausdehnung erfolgt, wie z. B. an 
den Früchten von Saxifraga, Lohelia. 

Der Oeffnungsmechanismus der Porenkapseln, welcher bisher nur unvoll- 
ständig bekannt geworden, wird durch Austrocknung des Pericarps bedingt^) und 
lässt sich auf vier Typen zurückführen: 

1. Bei den Campanulaceen-Gattuugen Campanula, Adenophora, Trache- 
lium, Phyteuma. Specularia erfolgt die Bildung der zwischen den Nerven des 
Pericarps befindlichen Löcher durch die Auswärtskrümmung von in gewissen 
Partien der Scheidewände gebildeten keilförmigen Sklerenchymmassen, die ihre 
schmälere Kante dem Mittelsäulchen, die Breitseite jedoch der Aussenseite der 
Kapsel zuwenden. Diese Sklerenchymmassen befinden sich stets in dem dem 
Erdboden abgewendeten Theile der Kapsel, bei den hängenden und nickenden 
Früchten, an welchen sie sich nach abwärts krümmen (wie z. B. bei Campanula 
dlpina, rapunculoides, Trachelium, latifolia, pulla, pusilla, bei Adenophora, 
TracTielium, Symphyandra, Michauxia), am Grunde der Kapsel, hingegen bei 
den aufiechtstehenden Früchten, an welchen sie sich nach aufwärts krümmen 
(wie z. B. bei Campanula carpatica, patula, Rapunculus, persicifolia, bei Phy- 
teuma, Specularia), im oberen Theile der Kapsel; ihre Zahl entspricht jener 
der Scheidewände, beträgt daher z. B. bei Campanula gewöhnlich drei. 
Sie verschmälern sich messerartig stets gegen den dem Erdboden zuge- 
wendeten Theil der Kapsel und lösen sich bei der Austrocknung mit ihrem 
dickeren Theile vom Mittelsäulchen ab, krümmen sich unter Comprimirung der 
Scheidewände nach auswärts und reissen durch diese Bewegung eine ihrem Um- 
fange entsprechende Oeffnung (Pore) in die Kapselwand ein. Die Stellung der- 
selben ist an den halbreifen Kapseln durch aussen wahrnehmbare Furchen oder 
Gruben am Pericarp ersichtlich. 



') Sämmtliche Porenkapseln schliessen sich im feuchten Räume. 



24 



Versammlung am 7. October 1885. 



2. Bei der Gattung Musschia erfolgt die OefFnung des Pericarps durch 
mehrere übereinanderstehende transversale Spalten, welche durch Sprünge in 
den zwischen starken Gefässbündelmassen trommelfellartig ausgespannten zarten 
Pericarpwandungen entstehen. Die Anzahl dieser Spalten beträgt bei M. awrea 
Dum. fünf bis zehn, bei M. Wollastoni Lowe einen bis fünf. 

3. Bei der Gattung Antirrhinum, deren Kapselbau Kraus (in Prings- 
heim, Jahrb. f. wiss. Bot., V, p. III) studirte, entstehen die Löcher in genau 
vorgezeichneten Wölbungen an der Spitze der Kapselwaridung. Die Sprengung 
des Pericarps geschieht hier unregelmässig, plötzlich, indem das mit starker 
Hartschichte ausgestattete Pericarp sich im Austrocknen mehr zusammenzieht 
als die genannten Wölbungen, welche nur mit einer einreihigen Sklerenchym- 
schichte von palissadenförmigen Zellen ausgerüstet sind. In Folge dieses Druckes, 
dem die Wölbungen nicht Folge leisten können, entstehen unregelmässige Risse, 
welche Zähne abschneiden, die sich nach aussen umrollen und somit eine un- 
regelmässig gestaltete Oeffnung im Pericarpe, fertigstellen. Von imana-Arten 
ist eine ähnliche Oeflfnungsweise bekannt geworden, doch erfolgt dieselbe un- 
regelmässiger. 

4. Bei der Gattung Papaver bewirken die bei der Austrocknung sich 
zusammenziehenden und nach aufwärts krümmenden Strahlen der Narbe die 
Blosslegung der Pericarpspitzen, welche sich bei fortschreitender Wasserabgabe 
in Folge der Zusammenziehung ihrer Hartschichte längs der vorhandenen Tren- 
nungsschichte zwischen zwei Gefässbündeln ablösen und nach auswärts krümmen, 
in dieser Bewegung aber durch die ringförmige Anheftungsstelle der Narbe am 
Pericarp aufgehalten werden. Die Zahl der auf diese Weise in ihrer Ausdeh- 
nung beschränkten loculiciden Oeffnungen des Pericarps entspricht jener der in 
der Frucht vorhandenen Fächer. 



Herr Fr. Höf er in Bruck a. d. Leitha berichtete über eineri 
neuen Standort von Eryngium planum L. in Nieder-Oesterreich. 
Dasselbe fand er in grösserer Menge bei Bruck a. d. Leitha^ und 
zwar in den Gräben der Feldstrasse zum Meierhofe bei Petronell, 
ungefähr eine halbe Stunde von Bruck entfernt. 



Herr Custos A. Rogenhofer schloss hieran die Vorlage einer 
Arbeit des Herrn Dr. L. Gangibauer, betitelt: „Neue Longicornier 
des pal aar kti sehen Faunengebietes" (siehe Abhandlungen, Seite 
515), und eine Besprechung über Romanoff's „Memoires sur les 
Lepidopteres II". 



Franz Low. Vorkommen der Blutlaus. 



25 



Herr Dr. Franz Low sprach 

lieber das Vorkommen der Blutlaus {Schizoneura lanigeva Hausm.) iu 
der Umgebung von Wien. 

Er zeigte einen dicht mit Blutläusen besetzten Apfelbaumzweig vor, 
welcher am 6. October einem Garten von Neu-Gersthof, einem der nordwest- 
lichen Vororte Wiens, entnommen wurde, und knüpft daran die Bemerkung, 
dass von vier in dem erwähnten Garten ziemlich nahe bei einander stehenden 
Apfelbäumen zwei bis zu den äussersten Zweigen mit dem genannten Insecte 
dicht besetzt sind, während die zwei anderen nur ganz geringe Spuren einer 
Infection wahrnehmen lassen. Aus dem Umstände, dass die Apfelbäume in den 
benachbarten Gärten von der Blutlaus nicht befallen sind, zieht der Vortragende 
den Schluss, dass dieses Insect von einer anderen Gegend in den nunmehr so 
stark inficirten Garten eingeschleppt wurde, und zwar schon vor mehreren Jahren, 
da nicht anzunehmen sei, dass sich dasselbe in einem oder auch selbst in zwei 
Jahren bis zu dem Grade vermehren und ausbreiten könne, den es daselbst gegen- 
wärtig erreicht hat. An den beiden erwähnten Apfelbäumen waren nämlich 
ausser einigen wunden und überwallten Stellen am Stamme sämmtliche Aeste 
und Zweige, selbst die jüngsten, an der dem Erdboden zugekehrten, also vor 
Sonne und Kegen geschützten Seite so dicht mit Blutläusen besetzt, dass sie 
schon von Weitem wie mit einem bläulichweissen Flaume überzogen erschienen, 
welches Aussehen von dem bläulichweissen, wachsartigen Secrete herrührt, 
welches diese Insecten aus ihren Wachsdrüsen reichlich absondern. Die über- 
wiegend grosse Mehrzahl der Individuen waren geflügelte agame Weibchen, 
welche die von Rudolf Göthe im 1. Jahrgange der Wiener Obst- und Garten- 
zeitung, 1876, p. 60—67 zuerst beschriebenen Individuen der zweigeschlechtigen 
Generation (ungeflügelte und ungeschnäbelte Männchen und Weibchen) zur Welt 
bringen, oder sogenannte Nymphen, aus welchen jene geflügelten Weibchen her- 
vorgehen, und nur eine geringe Anzahl bestand aus ungeflügelten agamen 
Weibchen, welche noch immer Junge gebaren, die aber alle weibliche und mit 
einem Saugrüssel ausgestattete Individuen sind. Der Vortragende theilte ferner 
mit, dass Neu-Gersthof nicht der einzige Ort in der Nähe von Wien ist, an 
welchem die Blutlaus beobachtet wurde, indem, wie in den Mittheilungen des 
k. k. steiermärkischen Gartenbau Vereines, 1885, Nr. 8, p. 61 zu lesen ist, auch 
in dem Ho oib renk 'sehen Garten zu Hietzing bereits einige Bäume von diesem 
Insecte ergriff'en sind, und erwähnt noch zum Schlüsse, dass nach einer ihm 
von J. Lichten stein in Montpellier gemachten brieflichen Mittheilung auch 
bei Schizoneura lanigera, gerade so wie bei den meisten Pemphiginen, eine 
geflügelte Frühjahrsgeneration vorkommt, welche agame, geschnäbelte Junge zur 
Welt bringt, und bei Montpellier im Juni und Juli zum Vorschein kommt. Der 
Vortragende fügt hinzu, dass eine derartige Generation bei der Blutlaus bisher 
noch von keinem anderen Forscher beobachtet worden ist. 



26 



Versammlung am 4. November 1885. 



Sodann sprach Herr Hugo Zukal über die Symbiose zweier 
Pilze auf einer Alge. 

Schliesslich legte Secretär Dr. G. Beck folgende eingelaufene 
Manu Scripte vor: 

Dr. Richard v. Wett stein: „Vorarbeiten zu einer Pilzflora 
der Steiermark." (Siehe Abhandlungen, Seite 529.) 

Dr. Franz Low: „Beiträge zur Naturgeschichte der gallen- 
erzeugenden Cecidomyiden." (Siehe Abhandlungen, Seite 483.) 

Hof- und Gerichts- Advocat Dr. J. B. Holzinger (Graz, 
Realschulgasse 6) theilte mit, dass er zur Vervollständigung seiner 
Sammlung alter naturhistorischer Drucke Ausgaben sogenannter 
„Garten der Gesundheit" (,.,hortus sanitatis^^ oder ,^herhar{us'''), j^De- 
stillirbücher", Kräuterbücher und dergleichen Werke mit oder ohne 
Illustrationen aus dem XV. bis XVHI. Jahrhundert zu erwerben 
sucht und in dieser Richtung um Offerte bittet, in welchen zum Be- 
hufe leichter Orientirung über das Angebotene nebst Autornamen, 
Titel, Druckort und Jahreszahl, auch Format und Erhaltung des 
betreffenden Werkes anzugeben wären. 



Versammlung am 4. November 1885. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. A. v. Kornhuber. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

_ , Als Mitglied bezeichnet durch 

P- Herr % ^ 

Auriwillius P. 0. Ch. in Stockholm . . Dr. F. Brauer, A. ßogenhofer. 
Mayer Dr. P. in Neapel Dr. F. Brauer, A. Rogenhofer. 



Eingesendete Gegenstände : 

Eine halbe Centurie der „Lichenes exsiccati" von Dr. F. Arnold in 
München. 

Zwei Centurien Rhynchoten für Schulen von den Herren Ad. und Ant. 
Handlirsch. 



Fr. Ostermoycr. Bericht über die Herbarien. 



27 



Drei Centurien Pflanzen für Schulen von Dr. Fr. Low. 
Eine halbe Centurie Pflanzen für das niederösterreichische Landesherbar 
von Dr. C. Richter. 

Drei Centurien Insecten für Schulen von Custos A. Rogenhofer. 
Eine Centurie Schmetterlinge für Schulen von Dr. R. v. Wettstein. 



Herr Dr. Fr. Ostermeyer erstattete einen Bericht über den 
Stand der Herbarien der Gesellschaft. Dieselben bestehen nun- 
mehr aus dem Generalherbare, dem Landesherbare für Nieder- 
Oesterreich und dem Herbare Spreitzenhofer. — Ausser dem Herrn 
Dr. Ostermeyer hatten sich in hervorragendster Weise die Herren 
H. Braun und L. Frey er an der Fertigstellung dieser Samm- 
lungen betheiligt, wofür den Genannten über Anregung des Herrn 
Vorsitzenden der Dank der Gesellschaft votirt wurde. 

Das am 28. Juli 1883 zu Kierling bei Klosterneuburg mit Tod abge- 
gangene langjährige Mitglied der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, Herr 
G. C. Spreitzenhofer, hat in seiner letztwilligen Anordnung seine zoolo- 
gischen und botanischen Sammlungen der obgenannten Gesellschaft unter 
mehrfachen Bedingungen legirt. Die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft 
hat sich in einer ausserordentlichen Sitzung durch ihren Ausschuss entschlossen, 
dieses Legat anzunehmen, obwohl es damals noch nicht entschieden war, ob 
nicht mit der Annahme des Legates auch bedeutendere Auslagen verbunden 
seien. Der Transport der Sammlung aus der erblasserischen Wohnung, die pro- 
visorische Aufstellung derselben in den Gesellschaftslocalitäten, die Adaptirung 
des Herbars, das Bestimmen, Aufspannen und Katalogisiren des höchst bedeu- 
tenden unbearbeiteten Materiales, die Einreihung desselben, sowie die Anlegung 
eines genauen Herbarkataloges nahm die Zeit vom November 1883 bis December 
1885 in Anspruch. 

An diesen Arbeiten betheiligten sich in hervorragender Weise die Vereins- 
mitglieder Herren H. Braun und L. Preyer, sowie der Berichterstatter, welcher 
es auch übernommen hat, den Herbarkatalog anzulegen. 

Nach Ausweis dieses im Vereinsiocale aufliegenden Kataloges umfasst 
das legirte Herbar 1067 Genera mit 6180 Speeles, welche nach Nyman's Con- 
spectus florae europaeae geordnet sind und in tadelloser Erhaltung in grössten- 
theils schönen Exemplaren auf weissem Papiere gespannt, in circa 80 Fascikeln 
in einem eigenen, von der Gesellschaft angekauften Kasten, dem Wunsche des 
Erblassers entsprechend, getrennt vom Gesellschaftsherbare unter der Bezeichnung 
„Herbar Spreitzenhofer" aufbewahrt werden. 

Durch dieses Legat haben die Sammlungen der k. k. zoologisch-botanischen 
Gesellschaft einen äusserst schätzenswerthen Zuwachs erhalten. 

In Spreitzenhofer'« Herbar sind vertreten; 

Z. B. Ges. B. XXXV. Sitz.-lJer. 



28 



G. Beck. Entwicklung det Maisbrandes. 



Die Ptianzen, welche der Erblasser selbst auf seinen Excursionen nach 
Italien (1875), nach Dalmatien (1876), den jonischen Inseln (1877, 1878, 1879 
und 1880), endlich nach Greta (1882) gesammelt hat, ferner Pflanzen von 
A. Becker aus Süd-Russland, Heldreich aus Griechenland, Huter aus Tirol, 
Huter, Porta und R i g o aus Italien und Spanien, J a n k a vom Balkan, L e v i e r und 
Groves aus Mittel-Italien, Pich 1er aus Dalmatien und Kleinasien, Reverchon 
aus Corsica und Sardinien, Sintenis und Rigo aus Cjpern, Winkler aus 
Spanien, ferner Pflanzen aus der Umgebung von Constantinopel, gesammelt von 
Herrn Carl Mergenthaler, Lehrer, und aus der Umgebung von Jerusalem, 
gesammelt von Herrn J. Paulus, Apotheker in Jerusalem. 

Zum Schlüsse muss bemerkt werden, dass Herr G. C. Spreitzenhofer 
in seinem letzten Willen die Gründung eines Landesherbars von Nieder- 
Oesterreich angeregt hat, und dass in seiner Sammlung ein bedeutender Theil 
der Arten Nieder-Oesterreichs in sehr schön präparirten und reich aufgelegten 
Exemplaren vorhanden war. Die aus dem Hauptherbare Spreitzenhofer 's 
ausgeschiedenen niederösterreichischen Pflanzen, ferner die der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft durch Herrn Prof. H. W. Reichardt zur Verfügung 
gesteilten Pflanzen aus Niederösterreich des Herbars Putterlik, unter welchem 
sich nebst Anderem die Exsiccaten- Sammlung Kovats befand, ferner die über 
Anregung des Herrn Gesellschafts- Secretärs Dr. Günther Beck von Seite der 
Mitglieder bereits zahlreich eingelangten Beiträge wurden vereinigt aufgestellt 
und bilden das Landesherbar von Nieder-Oesterreich, welches bereits 60 Fascikel 
enthält und in nicht ferner Zeit gleichfalls eine Zierde der Sammlungen der 
Gesellschaft bilden wird. 



Secretär Dr. G. Beck hielt sodann einen Vortrag- über Usti- 
lago Maydis Corda (U. zeae Unger): 

Das häufige Auftreten des durch schwarze Beulen sich bemerkbar ma- 
chenden Maisbrandes in der Wiener Gegend i) im Herbste dieses Jahres ver- 
anlasste Dr. Günther Beck, einige Mittheilungeu über die Entwicklungs- 
geschichte von Ustilago zeae Ungei', der Verursachung des Beulen- oder 
Maisbrandes zu geben. Nach Besprechung der zuerst von Kühn (Krankheiten 
der Culturgewächse, 1858) beobachteten, genauestens aber durch Brefeld 's 
Untersuchungen (Hefenpilze, p. 67 ff., Taf. IV, Fig. 1—16) bekannt gewor- 
denen Keimung der Dauersporen, erläuterte derselbe das Eindringen der Gonidien- 
schläuche in die Wirthpflanze und berührte zuletzt kurz die Entwicklungs- 
geschichte der Dauersporen, welche nach dessen Untersuchungen auffallende 

1) Folgende Standorte des Maisbrandes sind bisher für Nieder-Oesterreicli bekannt geworden: 
In Feldern bei Lainz und Rudolfsheim (Müllner); Weidling, Klosterneuburg (Voss); 
Kritzendorf, Rekawinkel, Wördern im TuUnerfelde (Wettsteiu); Langeuzersdorf (B eck); Stockerau 
(ünger); Krems (Tbümen) ; am Eichkogel bei Mödling (Wett ßtei ii) ; überall im Stoinfplde 
(Beck); am Semmering bei einem Wächterhause (Wettsteiu). 



R. V. Wottstein. Harzabsoiulemde Organe bei Pilzen. 



29 



Aehnlichkeit mit jener in der Gattung Tiletia aufweist, somit nicht mit den 
von Wolff (Der Brand des Getreides, 1874, p. 26, Taf. V, Fig. 8—10) und 
Fischer v. Waldheim (in Pringsheim, Jahrb. für wiss. Botan., VII, 
p. 86 fF., Taf. IX, Fig. 17 — 24) angegebenen Verhältnissen übereinstimmt. 

Die Sporen entstehen nämlich gewöhnlich einzeln terminal aus den Enden 
kurzer, sackförmiger Aeste an den sporenbildenden Hyphen und nur selten in 
denselben. Diese Aeste bilden sich entweder unregelmässig an verschiedenen 
Stellen der Hyphen oder in regelmässigen Reihen, nachdem sie etwas unter 
der Hyphenspitze nach einander angelegt wurden. Manchmal theilen sich die- 
selben kurz dichotomisch und bilden dann statt einer Spore zwei aus. 



Herr Gustos A. Rogenhofer besprach hierauf Moschler 's 
,,Lepidopteren-Faunä von Jamaica". 



Sebretär Dr. R. v. Wettstein hielt sodann einen Vortrag 
über „neue harzabsondernde Organe bei Pilzen". 

Die lackartigen glänzenden Ueberzüge mancher Polyporus-kvim (z. B. 
P. australis Fr., P. laccatus Klchbr. u. a.) rühren von einem Harzüberzuge 
her, der die ganze Oberfläche des Fruchtkörpers, besonders aber dessen Ober- 
seite gleichmässig überzieht. Die Abscheidung des Harzes erfolgt durch eigen- 
thümlich geformte Hyphen, die unterhalb der Harzschichte endigen. Der oberste 
Theil derselben ist keulig oder kugelig verdickt und im Jugendzustande mit 
einer gelben ölartigen Flüssigkeit erfüllt. Nach längerer Zeit zeigen sich an 
dem Hyphenende mehrere, meist 3 — 6 Ausstülpungen, die allmälig sich ver- 
grössern und zugleich an der Aussenseite eine Harzkappe absondern. Dieselben 
vergrüssern sich, wachsen zu Körnchen heran, die einander berühren, ver- 
schmelzen und zu der erwähnten Harzschichte werden. Sobald der Frucht- 
körper sein Wachsthum fortsetzt, wird ein Theil der Harzschichte gelöst, unter- 
halb der geschilderten kugeligen Organe entstehen secundäre Aestchen, die 
den Rest der Harzschichte durchwachsen, sich je nach den äusseren Verhält- 
nissen verlängern und endlich wieder zu einem der geschilderten Organe wer- 
den, wodurch der Anstoss zur Bildung einer neuen Harzschichte gegeben ist. 
Die im Innern zurückbleibenden Harzrinden sind zum Theil Ursache des ge- 
schichteten Aufbaues vieler PoZ?/porws-Fruchtkörper. Vortragender behielt es 
sich vor, später eine eingehende Schilderung dieser vorläufigen Mittheilung 
folgen zu lassen. 

Hierauf hielt Herr Professor Dr. A. v. Kornhuber einen 
eingehenden Vortrag über „die Vegetationsverhältnisse des Hansäg" 
und legte sein diesbezügliches Manuscript vor. (Siehe Abhandlungen, 
Seite 619). 



E* 



HO 



Vfirsamnilniit? am 2. December 1885. 



Secretär Dr. K. v. Wettstein überreichte sodann eine Ab- 
handlung- des Herrn Dr. Eugen v. Halacsy, betitelt: Beiträge 
zur Brombeerenflora von Nieder-Oesterreich." (Siehe Abhandlungen^ 
Seite 654). 

Ferner erstattete derselbe Bericht über die Anlegung von 
zehn Schulherbarien durch die Botaniker der Gresellschaft. 

Von der Ueberzeugung ausgehend, dass die Betheilung von Unterrichts- • 
anstalten mit Lehrmitteln eine überaus wichtige Aufgabe der Gesellschaft 
bilde, wurde im heurigen Jahre der Versuch gemacht, die Anlegung solcher 
Sammlungen zu organisiren. Indem sich eine Anzahl von Botanikern fand, 
die die Aufgabe übernahm, eine Reihe von Pflanzenarten in je zehn instructiven 
Exemplaren zu sammeln, wurde die Möglichkeit geboten, zehn aus je 200 Arten 
bestehende Sammlungen zusammenzustellen und an Schulen zu vertheilen. 

Es erübrigt mir nur, hier jenen Herren, die sich mit mir der gedachten 
Mühewaltung unterzogen, den Dank auszusprechen. Es sind dies die Herren : Dr, 

G. Beck, H. Braun, Dr. M. v. Eichenfeld, Dr. E. v. Haläcsy, H. Karny, 

H. E. V. Kremer, M. F. Müllner, Dr. F. Ostermeyer, Dr. C. Richter, 
F. S. Sandany, Dr. R. Walz. 

Es wird geplant, im kommenden Jahre dieses gemeinsame Unternehmen 
wieder aufzunehmen, und erlaube ich mir bereits jetzt an die Herren Botaniker 
mit der Bitte heranzutreten, sich an demselben zu betheiligen. Zu diesem 
Zwecke beabsichtige ich auch den Verhandlungen unserer Gesellschaft ein Ver- 
zeichniss solcher Pflanzen beizulegen, deren Einsammlung für die gedachte 
Verwendung erwünscht wäre. (Siehe Seite 39.) 

Schliesslich verkündete der Vorsitzende das Resultat der in 
der Versammlung vollzogenen Wahl von acht Ausschussräthen. 
Es erscheinen als gewählt die P. T. Herren: 
Bergenstamm Julius v. | Mik Josef. 

Haläcsy Dr. Eugen v. | Ostermeyer Dr. Franz. 

Krem er Hermann R. v. Auen rode. , Pelze In August v. 
Mayr Dr. Gustav. \ Richter Dr. Carl. 



Versammlung am 2. December 1885. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

Niuni Alexander Graf den Ausschuss. 



Versammlung; am 2. December 188'». 



31 



Anschluss zum Schriftentausche : 

Metz: Societe d'histoire naturelle. 

Tri est: Museo civico di storia naturale. 



Eingesendete Gegenstände : 

50 Species Phanerogamen für das niederösterreichische Landesherbar 
von Herrn Dr. G. Beck. 

1 Sperber und 1 Eichkätzchen von demselben. 

800 diverse Insecten für Schulen von Herrn J. v. Bergenstamm. 
600 Käfer für Schulen von Herrn P. Hacker. 
4000 Insecten für Schulen von Herrn J. Kolazy. 
100 Käfer für Schulen von Herrn C. Kolbe. 
150 Insecten für Schulen von Herrn P. Low. 

2 Röptilien und Käfer für Schulen von Herrn R es s mann. 
300 Lepidopteren für Schulen von Herrn A. Rogenhofe r. 



Gustos A. Rogenhofer besprach die malakologischen Ergeb- 
nisse auf Streifzügen in Thessalien von J. Stussiner, ferner gab 
er die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchungen F. v. Fe iiier 's 
über die Myriopoden-Gattung Henicops, deren Arten wahrscheinlich 
Zvritter sind. 

Weiters theilte derselbe die interessante Beobachtung Prof. 
Oscar Simonj's mit, der am 5. October d. J. auf dem Firnfelde 
unter dem Gipfel des Cevedale Vanessa AtalaMa L. in circa zwanzig 
Stücken erstarrt bei einer Temperatur von — l'ß^^ R. in 11.500' Höhe 
aufgefunden, weiters einen Tag früher in der Schaubach hütte 8800' 
am Lichte ganz lebhaft Ägrotis simulans {pyrophila S. V.) herum- 
flatternd bei einer Temperatur von -|- 0'5 ^ R. in der Hütte, sowie 
im Freien bei — 0'8*^ R. im 1 ^ tiefen Neuschnee eine Trichocera- 
Art lustig schwärmend antraf. 

Secretär Dr. R. v. Wett stein besprach hierauf die Ent- 
deckung der Mycorhiza der Bäume durch B. Frank und demon- 
strirte eine Reihe diesbezüglicher Präparate. 



32 



VerBammlunj? am 2. Decfimher 1S85. 



Herr M. F. Müllner legte zwei hybride Cirsieii in mehrfachen 
Exemplaren vor und knüpft hieran nachstehende Bemerkungen: 

Gegen Mitte Juli d. J. unternahm ich in Gesellschaft unseres Mitgliedes 
Herrn Stadtgärtners Senn holz eine Excursion von Weissenbach a. d. Triesting 
über Furth, durch die Steinwandklamm nach Muckendorf, über den Oberhof zum 
Seebauer im Biätterthal bis nach Gutenstein. Auf einer Wiese beim Oberhof 
fand ich in einem Exemplare ein Cirsium, das leicht einen Bastard zwischen 
den daselbst vorkommenden C. Pannonicum- Gaud. und C. Erisithales Scop. 
erkennen liess, und zwar als eine dem erstgenannten näher stehende Form. 

Der 70 cm. lange, in der unteren Hälfte beblätterte, oberwärts nackte 
Stengel theilt sich in drei lange, ruthenförmige, einköpfige Aeste. Die Blätter 
sind länglich-lanzettlich, kurzhaarig, unterseits schwach spinnwebig-flockig, am 
Rande von feinen kurzen Dörnchen gewimpert, die grundständigen in den ge- 
flügelten Blattstiel verschmälert, mit bis zur halben Blattbreite reichenden 
Fiederspalten, die mittleren grobgezähnt, mit breiter, halbstengelumfassender 
Basis sitzend, etwas am Stengel herablaufend und gehen nach oben schliesslich 
in lineale Schuppen über. — Köpfchen roth mit einem schwachen Stich ins 
Gelbliche, ganz wenig nickend, fast aufrecht. ~ Bei Fortsetzung unseres Mar- 
sches ins Blätterthal trafen wir gleich unterhalb des Seebauergehöftes auf 
einer gegen Nordost abfallenden Bergwiese (circa 500 m. Seehöhe) C. Panno- 
nicum X JErisithales unter den Stammeltern ziemlich häufig, meist in üppigen 
bis 1 Meter hohen, verzweigten, fünf- bis siebenköpfigen Exemplaren, die Mehr- 
zahl mit tiefen, bis fast an die Blattspindel reichenden Fiederschnitten und 
sich hiedurch dem C. Erisithaloides Huter (C. super- Erisithales X Panno- 
nicum) mehr weniger nähernd. 

Von den Stammeltern ist dieser Bastard wohl in dieser wie jener Form 
stets sofort leicht zu unterscheiden^ und zwar von C. Pannonicum durch die 
tieflappigen bis fast fiederschnittigen Blätter, von C. Erisithales durch die 
röthliche Farbe der langgestielten Köpfchen, die weniger tiefe Theilung der 
kurz herablaufenden Blätter und den leicht-spinnwebigen Ueberzug der Blatt- 
unterseiten und des Stengels. — Was den Vergleich mit anderen ähnlichen 
hybriden Cirsien anbelangt, so besitzt C. Erisithales X rivulare an der Spitze 
des dicken, ungetheilten Stengels beisammen stehende Köpfchen und nicht 
herablaufende, meist feiner getheilte obere Blätter. — G. Erisithales X 
lustre dagegen hat kleinere Köpfchen, die am Ende des unterbrochen dornig- 
geflügelten Stengels und seiner seitlichen Verzweigungen gehäuft sitzen. 

C. Pannonicum X Erisithales Näg. in Koch Syn. wurde im Canton 
Tessin, in der Lombardei, in Krain (um Idria), in Süd-Tirol (Val Vestino), in 
Kärnten (Loiblthal) und in Istrien (am Monte Maggiore) gefunden. 

In Nieder-Oesterreich wurde diese Hybride bisher noch nicht beobachtet 
und ist der Standort daselbst der nördlichste und zugleich östlichste der bis 
jetzt bekannt gewordenen. 



M. F. MüHner. Hybride Cirsien. 



33 



Was den ältesten Namen dieses Bastardes betrifft, so schreibt Treuin- 
fels in seiner Bearbeitung der Cirsien Tirols (Zeitschr. des Ferdinandeums, 
1875, p. 271): .,Da nun nicht zu ermitteln ist, wann Dolliner die Pflanze 
,polymorphum' genannt habe (ein Name, der sonst sehr glücklich gewählt 
wäre), so muss man sich an den am frühesten publicirten Namen halten; 
das ist aber eben C. Linhianum Lohr, Enumeratio, Gen. Cirsium Nr. 41, 
anno 1852." 

Nun besitze ich aus dem Nachlasse Juratzka's ein von Dolliner ge- 
sammeltes Exemplar des C. Fannonicum X Erisühales , dessen von ihm 
eigenhändig geschriebene Etiquette (die Schrift stimmt mit den im k. k. 
botan. Hof-Museum befindlichen, jedoch nicht datirten Etiquetten von Dolli- 
ner'schen Exemplaren aus dem Herbare Pittoni vollständig überein) lautet: 
.yCirsium polymorphum mihi (C. pannonico-ErisithalesJ. Auf Bergwiesen am 
Saume der Wälder um Idria in Gesellschaft des C. pann. et Erisith. Juni 
1847. Dolliner." Der älteste Name wäre somit: 

Cirsium polymorphum Dolliner exsicc. ann. 1847, 

welchem C. Linkianmn Lohr Enum. 1852, C. Dollineri Schultz Bip. herb., 
C. Portae Hausm. als Synonyme zu folgen hätten. 

Ausser Cirsium polymorphum Doli, fand sich auf der vorerwähnten 
Bergwiese beim Seebauer im Blätterthal, jedoch nur an einer einzigen Stelle 
und nicht häufig, noch ein anderer Cirsienbastard, der sehr selten zu sein 
scheint, nämlich: 

Cirsium oleraceum X Fannonicum Winkler 
= C. Psetido-oleraceum Schur, 

den ich kurz beschreiben will. 

. Die Wurzel ist schief, knotig, mit langen dünnen Fasern besetzt. Der 
aufsteigende Stengel fast kahl, nur unterhalb der Köpfchen leicht spinnwebig- 
wollig, oben in zwei bis drei ziemlich lange (bis 20 cm.) dünne einköpfige 
Aeste getheilt, bis unmittelbar an die Köpfchen beblättert. Blätter länglich- 
lanzettlich, die grundständigen in den schmalgeflügelten Blattstiel zugeschweift, 
die mittleren mit breiter Basis sitzend, kurz herablaufend, ober.ste schmal- 
lanzettlich, fast lineal, kürzer als das Köpfchen. Bei einigen Exemplaren sind 
alle Blätter ungetheilt, nur ziemlich kurzgezähnt und schwachdornig gewimpert, 
bei anderen die untersten Blätter buchtig-fiederspaltig mit zwei bis vier von 
der Mitte gegen den Blattgrund angeordneten Fiederpaaren, die, bei den fol- 
genden Blättern kürzer werdend, allmälig in stärkere bis schliesslich kleine 
Zähne^übergehen. Köpfchen etwas grösser als bei G. Pannonicum, gelblichweiss, 
fast-reinweiss, Hüllschuppen schmal-lanzettlich, allmälig fein zugespitzt, blass- 
grün, mit dunklerer Spitze. 

Durch die gelblichweisse Farbe der Köpfchen und die bis ganz an die- 
elben lieranreichende Beblätterung erinnert dieser Bastard sogleich an C. ole- 



34 



M. F. Müllner. Hybride Cirsien. 



raceum, von dem er sich jedoch durch die schmalen, kurzen, grünen Deckblätter 
und die einzelnstehenden Köpfchen unterscheidet. — Die kurz -herablaufen den 
Blattöhrchen, die dünnen, langen, oben schwach spinnwebigen Kopfstiele deuten 
auf die Betheiligung von C. Pannonicim, von dem aber die Blüthenfarbe, die 
Anreihung, grössere Breite und Form der Blätter abweicht. 

Wegen der langen, einköpfigen Stengelverzweigungen allein schon unter- 
scheidet sich diese Hybride leicht von dem ihr habituell nächststehenden 
C. rivulare X oleraceum und C. palustre X oleraceum. — Schwieriger jedoch 
ist die Trennung von C. canum X oleraceum {C. tataricum W. et Gr.), das 
wohl grössere Köpfe, dickere, an der Spitze dicht weissfiizige. meist kürzere 
Köpfchenstiele, mehr plötzlich zugespitzte Anthodialschuppen, eine spätere 
Blüthezeit und gewöhnlich etwas verdickte Wurzelfasern zeigt, doch sind diese 
Unterschiede nicht immer markant ausgesprochen. — Besonders dort wird die 
sichere Unterscheidung dieser beiden Hybriden sehr schwer sein, wo, wie z. B. 
auf feuchten Wiesen bei uns in Nieder- Oesterreich, C. oleraceum zumeist in 
Gesellschaft von C. Fannonicum und G. canum vorkommt, und dürfte viel- 
leicht manches daselbst als C. tataricum bestimmtes Exemplar der Combination 
C. oleraceum X Pannonicum entsprechen. — Bei den vorliegenden Exem- 
plaren aus dem Blätterthale ist wohl eine Verwechslung mit C. tataricum 
ausgeschlossen, weil daselbst weit und breit nirgends ein C. canum, das über- 
haupt nicht so hoch hinansteigt, wohl aber häufig C. Pannonicum und C. ole- 
raceum vorkam. 

Cirsium oleraceum X Pannonicum wurde von M. Winkler bei Boden- 
bach in Böhmen entdeckt und in der Zeitschr. „Lotos" 1853, p. 130, beschrieben. 
— Celakovsky bemerkt jedoch in seinem Prodr. d. Fl. v. Böhmen p. 261 am 
Schlüsse der Beschreibung seiner var. fallax des C. tataricum: „Inwieweit 
sich das von Winkler am Fusse des Hopfenberges bei Bodenbach einmal an- 
geblich unter den Aeltern gefundene olerace^lm X Pannonicum von dieser 
Form unterscheidet, vermag ich nicht zu sagen." 

Später (1866) beschrieb Schur in seinem Enum. Plant. Transs, den Ba- 
stard C. Pannonico X oleraceum, benannte selben 0. Pseudo-oleraceum und 
gab mehrere in Siebenbürgen befindliche Standorte an. ~ Nyman zieht die 
hybride Natur des G. Pseudo-oleraceum Schur aber in Zweifel, indem er das- 
selbe in seinem Consp. fl. Europ. p. 409 — wohl mit einem vorgesetzten Frage- 
zeichen — als Synonym zu G. Pannonicum Gaud. stellt, während er Bastarde 
separat mit einem vorgesetzten X anführt. — Gelblichweisse Blüthen, wie 
Schur bei Beschreibung seines G. Pseudo-oleraceum angibt, dürften bei einem 
reinen G. Pannonicum schwerlich anzutreffen sein. 

Noch eine Angabe über das Vorkommen der in Rede stehenden Hybride 
finde ich im Jahresb. d. Naturf. Ges. Graubündens, 1879, p. 109 von Brügger 
in folgender Randbemerkung: „G. oleraceum X Pannonicum wurde im Sommer 
1869 bei Mödling nächst Wien von D. G. Huguenin entdeckt. (H. H.) = 
G. Muguenini Brgg." — Da jedoch keinerlei Beschreibung beigefügt ist und 



Veröammlung am 2, December 18S5. 



35 



bei Mödling mit C. oleraceum auch überall C. canum vorkommt, so lässt sich 
kein ürtheil bilden, ob diese Bestimmung richtig oder etwa eine Verwechslung 
mit C. tataricum unterlaufen ist. 



Herr Hugo Zukal sprach über das Vorkommen von Asco- 
desmius nigricans Van Tiegh. in Nieder-0 esterreich. 



Herr Dr. Franz Low legte ein Manuscript des Herrn Dr. 
E. Bergro th vor: „Zur Kenntniss der Aradiden." (Siehe Abhand- 
lungen, Band XXXVI). 



Secretär Dr. G. Beck überreichte eine Arbeit des Dr. A. 
Zahlbruckner, betitelt: „Beiträge zur Flechtenflora Nieder- 
Oesterreichs." (Siehe Abhandlungen, Band XXXVI). 



Schliesslich verkündete der Vorsitzende das Resultat der in 
dieser Sitzung vollzogenen Wahlen. 

Zum Präsidenten wurde gewählt Se. Durchlaucht Fürst J. 
Coli oredo- Mannsfeld einstimmig. 

Zu Vicepräsidenten erscheinen gewählt die P. T. Herren : 

Hauer Franz Kitt. v. 1 Pelzeln August v. 

Low Dr. Franz. Eogenhofer Alois. 

Pelikan v. Plauen wald Ant. Freih. Wiesner Dr. Julius. 



Z. B. Ges. B. XXXV. Sitz.-Ber. 



F 



36 



Anhang. 



Anhang. 

^We r k e , 

welche der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft im Jahre 1885 
geschenkt wurden. 

1. Report on the scientific results of the voyage of H. M. S. Challenger during 

the years 1873—1876, Zoology, vol. VI— X. 

Von Herrn Dr. Richard Freiherrn v. Dräsche. 

2. Marenzeller Dr. Emil v. Südjapanische Anneliden, II, Wien, 1884. 

Vom Verfasser. 

3. Rees Dr. Maxim. Ueber die Pflege der Botanik in Franken von der Mitte 

des XVI. bis zur Mitte des XIX. Jahrhunderts, Erlangen, 1884. 

— Ueber die Stellung der Hefepilze. Vom Verfasser. 

4. Karpelles Dr. Ludwig. Ueber Gallmilben {Phytoptus Duj.). 

— Neue Milben. 

— Miscellen. 

— Ueber den Einfluss der Naturwissenschaften auf die Philosophie. 

Vom Verfasser. 

5. Piui Napoleon e. Novitä malacologiche, II. Not. Vom Verfasser. 

6. N eh ring Dr. Alfred. Ueber die Gerolden von Piracicaba in Brasilien (Prov. 

St. Paulo). 

— Ueber eine kleine Spiesshirsch- Speeles (Goassus Sartorii) aus der 
Provinz Vera Cruz in Mexico. Vom Verfasser. 

7. Gr äff Dr. L. Ueber einige Deformitäten an fossilen Crinoiden, Cassel, 1885. 

Vom Verfasser. 

8. Drude Dr. Oscar. Bericht über die Portschritte in der Geographie der 

Pflanzen, 1882-1883. Vom Verfasser. 

9. Garcke Dr. Aug. Flora von Deutschland, 15. Aufl., Berlin, 1885. 

Vom Verfasser. 

10. Heimerl Anton. Die Arten, Unterarten, Varietäten und Hybriden der 

Section Ptarmica des Genus Ächillea, Wien, 1884. Vom Verfasser. 

11. Arribalzaga Felix Lynch. Los Estafilinos de Buenos-Ayres, Buenos-Ayres, 

1885. Vom Verfasser. 



Widmungen für die Bibliothek. 



37 



12. Hoffmann Dr. H. Resultate der wichtigsten pflanzen - phänologischen 

Beobachtungen in Europa, nebst einer Frühlingskarte, Glessen, 1885. 

Vom Verfasser. 

13. Richter Dr. Carl. Die botanische Systematik und ihr Verhältniss zur 

Anatomie und Physiologie der Pflanzen, Wien, 1885. Vom Verfasser. 

14. Thomas Dr. Fr. A. W. Beitrag zur Kenntniss alpiner Phytoptocecidien, 

Gotha, 1885. Vom Verfasser. 

15. Wettstein Dr. Richard v. Beitrag zur Pilzflora der Bergwerke. Wien, 1885. 

— Untersuchungen über einen neuen pflanzlichen Parasiten des mensch- 
lichen Körpers. Wien, 1885. Vom Verfasser. 

16. Witlaczil Dr. Eman. Neozygites aphidis, eine neue Gregarinide. 

Vom Verfasser. 

17. Low Dr. Franz. Beitrag zur Kenntniss der Coniopterygiden. 

Vom Verfasser. 

18. Arnold Dr. F. Die Lichenen der fränkischen Jura, Regensburg, 1885. 

Vom Verfasser. 

19. Graff Dr. L. v. Zur Naturgeschichte des Auerhahnes, Leipzig, 1884. 

— Zur Kenntniss der physiologischen Function des Chlorophylls im 
Thierreiche. Vom Verfasser. 

20. Hansen Dr. H. J. Opgjörelse af spörgsmaalene Spiracula cribraria. — Os 

clausum Ärthrogastra danica en monographisk fremstilleng af de i 
Danmark levende meiere og Mosskorpioner med bidrag til sidstnävnte 
underordens Systematik fortegnelse over de hidtil i de Danske have 
fundne Pycnogonider eller Söspindles, Kjöbenhavn, 1884. 

Vom Verfasser. 

21. Berg Carlos. Reptiles y anfibios del Tandil y de la Tinta, Buenos- Ayres, 1884. 

— Bhinocerophis Nasus Garm., Bothrops ammodytoides Leyb. cuestiones 
sinonimicas sobre una vibora de la fauna argentina, Buenos- Ayres, 1885. 

— Quindecim Coleoptera nova faunae reipublicae argentinae, Buenos- 
Ayres, 1885. Vom Verfasser. 

22. Pen zig Prof. 0. Studii sopra una virescenza osservata nei fiori della Sca- 

hiosa maritima L. Vom Verfasser. 

23. Pichler Prof. Joh. Die Coleopteren-Fauna von Prossnitz und Umgebung. 

Vom Verfasser. 

24. Curo Antonio. Saggio di uno catalogo dei Lepidotteri d'Italia, Firenze, 1885. 

Vom Verfasser. 

25. Dana James D. Origin of Coral Reefs and Islands. Vom Verfasser. 

26. Fatio Dr. Victor. Les Corregones de la Suisse, Geneve, 1885. 

Vom Verfasser. 

27. Seoane Victor Lopez. Identitad do Lacerta Schreiberi Bed. y Lacerta 

viridis var. Gadovii Bol. e investigationes Herpetologicas de Galicia, 
La Coruna, 1884. Vom Verfasser. 



38 



Widmnngeii für die Bibliothek. 



28. Reiser Othmar. Verzeichniss der im Gebiete der k. k. Bezirkshauptmann- 

schaft Marburg a. d. Drau einschliesslich des Donati- und Wotsch- 
gebirges vorkommenden Holzgewächse, 1885. Vom Verfasser. 

29. Rodrigues Barbosa J. Esterhazya superha, Especie nova da familia das 

Scrophulariaceas, Rio de Janeiro, 1885. Vom Verfasser. 

30. Kolombatovic Georg. Verzeichniss der Wirbelthiere Dalraatiens, I. Theil: 

Säugethiere und Vögel, Spalato, 1885. Vom Verfasser. 

31. Garbini Adriano. Guida alla Bacteriologia, Verona, 1886. Vom Verfasser. 

32. Lanzi Dr. Matteo. La forme dell'Endocroma nelle Diatomee, Roma, 1885. 

Vom Verfasser. 

33. Nehring Prof. lieber Dachs, Wolf, Hirsch und Wildschwein Japans. 

Vom Verfasser. 

34. Chyzer Cornel. Notes additionelles sur les col^opteres du d^partement 

Zemplen, Budapest, 1885. Vom Verfasser. 

35. Haynald Dr. Ludwig. Denkrede, gehalten auf Dr. Eduard Fenzl, Buda- 

pest, 1885. Vom Verfasser. 

36. Hirc Dragutin. Flora der Umgebung von Buccari, Agram, 1884. 

Von H. Pfihoda. 

37. Kulczynski Wladislas. Conspectus Attoidarum Galiziae, Krakau, 1884. 

— Monstrum hermophrodilicum Erigones fuscae Black, Krakau, 1885. 

— Araneae in Camtschadalia a Dre. B. Dybowski collectae, Krakau, 
1885. Vom Verfasser. 

38. Majewski Erasmus. Systematische Uebersicht der bis jetzt in Polen ge- 

fundenen Neuropteren, Warschau, 1885. Vom Verfasser 

39. Nehring Prof. Dr. A. Ueber den japanischen Dachs {Meies anakuma Temm.). 

Vom Verfasser. 

40. Müller Ferd. v.: Index perfectus ad Caroli Liunaei Speeles plantarum, 

L Edit., 1753, Melbourne, 1883. Von Dr. R. v. Wettstein. 



I 



Anhang. 



39 



Pflanzen -Verzeicliniss für die Schul -Betheilung/) 



1. Mutterkorn, Claviceps purpurea. 

2. Staubbrand, Ustilago Carho. 

3. Buchenschwamm, Pohjporus fomentarius. 

4. Speise-Morchel, Morchella esculenta. 

5. Gemeine Bartflechte, Usnea barhata. 

6. Isländisches Moos, Cetraria islandica. 

7. Wand-Schüsselflechte, Parmelia parietina. 

8. Blasentang, Fucus vesiculosus. 

9. Welliges Sternmoos, Mnium undulatum. 

10. Spitzblättriges Torfmoos, Sphagnum acutifolium. 

11. Gemeiner Bärlapp, Lycopodium clavatum. 

12. Acker- Schachtelhalm, Equisetum arvense. 

13. Hirschzunge, Scolopendrium officinarum. 

14. Wurmfarn, Aspidium Füix mas. 

15. Gemeiner Tüpfelfarn, Engelsüss, Folypodium vulgare. 



16. Teichbinse, Scirpus lacustris, 6—7. 

17. Scharfes Riedgras, Carex acuta, 4—5. 

18. Mais, Kukuruz, türkischer Weizen, Zea Mays, 6 — 8. 

19. Gemeiner Lolch, englisches Raigras, Lolium perenne, 6 — 7. 

20. Gemeine Gerste, Hordeum vulgare, 5 — 6. 

21. Weizen, Triticum vulgare 6—7. 

*) Dieses Yerzeicbniss wird bis auf Weiteres als Grundlage bei der Anlage von Schul- 
herbarien von Seite der Gesellschaft betrachtet. Es werden daher jene Herren, die der Gesell- 
schaft in dieser Hinsicht ihre Unterstütznng zuwenden wollen, gebeten, entweder sich bei dem 
Zusammenstellen solcher Sammlungen an das Verzeichniss z\i halten, oder das Einsammeln ein- 
zelner Arten in je fünfzehn Exemplaren während des Jahres 1886 zu übernehmen und diese 
Absicht dem Gefertigten gefälligst bis längstens 30. Jänner 1886 mittheileu zu wollen. 

Sehr erwünscht wäre es, wenn Herren, die in der Lage sind, die Verwendbarkeit so zu- 
sammengestellter Herbarien praktisch zu erproben, also Lehrende an hier in Betracht kommenden 
Schulen, Wünsche in Betreff derselben an den Gefertigton gelangen liessen. 

Dr. K. V. Wettsteiu. 



Pflauzeu für die Schul betheiluüg. 



22. Roggen, Seeale cereale, 6—7. 

23. Ruchgras. Anthoxanthum odoratum, 5 — 6. 

24. Schilfrohr, Phragmites communis, 9 — 10. 

25. Echte Hirse, Panicum miliaceum, 7 — 8. 

26. Gemeiner Hafer, Avena sativa, 7—8. 

27. Vierblättrige Einbeere, Paris quadrifolia, 5—6. 

28. Gebräuchlicher Spargel, Asparagus officinalis, 6—7. 

29. Wohlriechendes Maiglöckchen, Convallaria majalis, 5- 

30. Acker- Gelbstern, Gagea lutea, 4 — 5. 

31. Knoblauch, Allium sativum, 6—8. 

32. Herbst-Zeitlose, Colchicum autumnale, 9—10. 

33. Gartentulpe, Tulipa Gesneriana, 3—5. 

34. Gefleckter Aron, Aronstab, Arum maculatum, 5. 

35. Breitblättriger Rohrkolben, Typha latifolia, 6—7. 

36. Frauenschuh, Cypripedium Calceolus, 5 — 6. 

37. Gemeines Knabenkraut, Orchis Morio, 4—5. 

38. Schneeglöckchen, Galanthus nivalis, 2 — 3. 

39. Eibe, Taxus baccata, 3 — 4. 

40. Wachholder, Juniperus communis, 4. 

41. Waldföhre, Kiefer, Pinus silvestris, 4 — 5. 

42. Lärche, Larix Europaea, 4. 

43. Tanne, Weisstanne, Abies pectinata, 5. 

44. Fichte, Rothtanne, Abies excelsa, 5—6. 

45. Haselwurz, Asarum Europaeum, 4. 

46. Gemeiner Seidelbast, Kellerhals, Daphne Mezereum, 3 

47. Cypressenartige Wolfsmilch, Euphorbia Cyparissias, 4 

48. Sauerampfer, Bumex Acetosa, 5—7. 

49. Vogel-Knöterich, Polygonum aviculare, 6—10. 

50. Buchweizen oder Heidekorn, Polygonum fagopyrum, 7 

51. Spinat, Spinacia oleracea, 5 — 8. 

52. Weisser Maulbeerbaum, Morus alba, 5. 

53. Hopfen, Humulus Lupulus, 7 — 8. 

54. Hanf, Cannabis sativa, 7 — 8. 

55. Grosse oder Wald-Brennessel, Urtica dioica, 6—9. 

56. Feldulme, Rüster, Ulmus campestris, 3 — 4. 

57. Manna-Esche, Fraxinus Ornus, 5. 

58. Hainbuche, Carpinus Betulus, 4—5. 

59. Buche, Rothbuche, Fagus silvatica, 5. 

60. Gemeine Haselnuss, Corylus Avellana, 2 — 3. 

61. Stieleiche, Sommereiche, Quercus pedunculata, 4—5. 

62. Birke, Betula verrucosa, 5. 

63. Silberpappel, Populus alba, 3—4. 

64. Schwarzpappel, Populus nigra, 3 — 4. 

65. Sahl weide, Salix Capraea, 3 — 4. 



Pilanzen für dio Sfhnlbptheilnnpf. 



66. Purpurweide, Bachweide, Salix purpurea, 3—4. 

67. Europäische Flachsseide, Cuscuta Europaea, 6—8. 

68. Ackerwiiide, Convolvulus arvensis, 5 — 9. 

69. Prühlings-Enziaii, Gentiana verna, 4 — 5. 

70. Tausendguldenkraut, Erythraea Centaurium, 7 — 9. 

71. Pfirsichblättrige Glockenblume, Campanula persicifoUa, 5- 

72. Gebräuchlicher Baldrian, Valeriana officinalis, 6—8. 

73. Grosser Wegerich, Plantago major, 7 — 10. 

74. Wilder Lattich, Lactuca Scariola, 7 — 8. 

75. Wilder Bocksbart, Tragopogon pratensis, 5 — 7. 

76. Löwenzahn, Leontodon Taraxacum, 2 — 10. 

77. Klette, Lappa major, 7—8. 

78. Kornblume; blaue Flockenblume, Centaurea Cyanus, 6 — 8. 

79. Gemeines Kreuzkraut, Senecio vulgaris, 2—10. 

80. Edelweiss, Gnaphalium Leontopodium, 7 — 9. 

81. Gemeine Schafgarbe, Ächillea Millefolium, 7 — 9. 

82. Gänseblümchen, Bellis perennis, 1 — 12. 

88. Echte Kamille, Matricaria Chamomilla, 5 — 9. 

84. Huflattich, Tussilago Farfara, 3—4. 

85. Einköpfiges Habichtskraut, Hieracium Pilosella, 5—9. 

86. Schwarzer Hollunder, Sambucus nigra, 6—7. 

87. Färberröthe, Krapp, Bubia tinetorum, 6—8. 

88. Echtes Labkraut, Galium verum, 6—9. 

89. Waldmeister, Asperula odorata, 5 — 6. 

90. Rainweide, Ligustrum vulgare, 6 — 7. 

91. Heidelbeere, Vaccinium Myrtillus, 5—6. 

92. Rauhhaarige Alpenrose, Rhododendron hirsutum, 6 — 8. 

93. Gemeines Heidekraut, Besenheide, Calluna vulgaris, 7—9. 

94. Rothbeerige Zaunrübe, Bryonia dioica, 6 — 9. 

95. Gelbe Sommerwurz, Orobanche lutea, 5—6. 

96. Kürbis, Curcarhita Pepo, 6—8. 

97. Acker-Ehrenpreis, Veronica agrestis, 3—4. 

98. Gemeiner Augentrost, Euphrasia officinalis, 7 — 10. 

99. Himmelbrand, Königskerze, Verbascutn phlomoides, 6 — 9. 

100. Rother Fingerhut, Digitalis purpurea, 6 — 8. 

101. Gundelrebe, Glechoma hederacea, 5—6. 

102. Gebräuchlicher Salbei, Sdlvia officinalis, 7 — 8. 

103. Wiesen-Salbei, Salvia pratensis, 5 — 7. 

104. Feld-Thymian, Thymus Serpyllum, 6—9. 

105. Gefleckte Taubuebsel, Lamium maculatum, 4—9. 

106. Gemeiner Natternkopf, Echium vulgare, 6—9. 

107. Vergissmeinnicht, Myosotis palustris, 5—9. 

108. Gemeines Lungenkraut, Pulmonaria officinalis, 3 — 4, 

109. Gemeiner Tabak, Nicotiana Tdbacum, 7 — 8. 



42 



Pflanzen für die Scliulbetheilung, 



110. Gemeiuer Stechapfel, Datura Stramonium, 7 - 8. 

111. Schwarzes Bilsenkraut, Hyoscyamus niger, 6—7, 

112. Gemeine Tollkirsche, Atropa Belladonna, 6—8. 

113. Bittersüsser Nachtschatten, Solanum Dulcamara, 6 — 8. 

114. Kartoffel, Erdapfel, Solanum tuberosum, 6 — 8. 

115. Schweinebrod, europäische Erdscheibe, Cyclamen Europaeum, 7—9. 

116. Frühlings-Schlüsselblume, Primula officinalis, 4—5. 

117. Gemeiner Weiderich, Lythrum Salicaria, 7 — 8. 

118. Schmalblättriges Weidenröschen, Epilohium angustifolium, 6—8. 

119. Springkraut, Rührmichnichtan, Impatiens noli tangere, 7 — 8. 

120. Sauerklee, Oxalis Äcetosella, 4 — 5. 

121. Gebräuchlicher Lein, Flachs, Linum usitatissimum, 6—7. 

122. Wiesen-Storchschnabel, Geranium pratense, 5—8. 

123. Rosskastanie, Aesculus Hippocastanum, 5, 

124. Feldahorn, Acer campestris, 4 — 5. 

125. Rundblättriger Sonnenthau, Drosera rotundifolia, 7—8. 

126. Durchbohrtes Johanniskraut, Hypericum perforatum, 7—8. 

127. Wohlriechendes Veilchen, Viola odorata, 3—4. 

128. Dreifarbiges Veilchen, Viola tricolor, 4—9. 

129. Faulbaum, Bhamnus Frangula, 5 — 9. 

130. Europäischer Spindelbaum, Pfaffenhütchen, Evonymus Europaeus, 5—6. 

131. Weinrebe, edler Weinstock, Vitis vinifera, 6. 

132. Weisse Leimmistel, Viscum alhum, 2- 3. 

133. Gelber Hornstrauch, Hartriegel, Cornus mas, 3—4. 

134. Epheu, Hedera Helix, 9—10. 

135. Wasserschierling, Cicuta virosa, 7—8. 

136. Gefleckter Schierling, Gonium maculatum, 7—8. 

187. Gartenschierling, Hundspetersilie, Aethusa Cynapium, 6 — 9. 

138. Fenchel, Foeniculum vulgare, 5—7. 

139. Anis, Pimpinella Anisum, 7—8. 

140. Gemeiner Kümmel, Carum Carvi, 5—6. 

141. Petersilie, Petroselinum sativum, 6—7. 

142. Gelbe Rübe, Möhre, Daucus Carota, 6 — 8. 

143. Johannisbeere, Ribisel, Bihes rubrum, 4 — 5. 

144. Stachelbeere, Mibes Grossularia, 4 — 5. 

145. Mauerpfeffer, scharfes Fettkraut, Sedum acre, 6—7. 

146. Immergrüner Steinbrech, Saxifraga Aizoon, 5 — 7. 

147. Knollige Spierstaude, Spiraea Filipendula, 5. 

148. Frühlings-Fiugerkraut, Potentilla verna, 4 — 5. 

149. Walderdbeere, Fragaria vesca, 4—6. 

150. Brombeere, Mubus caesius, 6—7. 

151. Himbeere, Rubus Idaeus, 5—6. 

152. Wilde oder Hundsrose, Rosa canina, 6—7. 

158. Gemeiner Weissdorn, Crataegus Oxyacantha, 5 — 6. 



Pflanzen für die Schnlbetheilung. 



154. Quitte, Cydonia vulgaris, 5. 

155. Apfelbaum, Pyrus Malus, 4—5. 

156. Birnbaum, Pyrus communis, 5. 

157. Traubenkirsche, Prunus Padus, 5. 

158. Kirschbaum, Vogelkirsche, Prunus avium, 4 — 5. 

159. Schlehdorn, Schwarzdorn, Prunus spinosa, 4. 

160. Pflaume, Zwetschke, Prunus domestica, 4. 

161. Mandelbaum, Amygdalus communis, 3. 

162. Hornklee, Lotus corniculatus, 5 — 9. 

163. Steinklee, Melilotus ofßcinalis, 6 — 9. 

164. Bunte Krohnenwicke, Coronilla varia, 6 — 7. 

165. Frühlings-Walderbse, Orohus vernus, 4 — 5. 

166. Robinie, „Akazie", Eobinia Pseudacacia, 5—6. 

167. Goldregen, Cytisus Laburnum, 5. 

168. Acker-Futterwicke, Vicia sativa, 5 — 7. 

169. Esparsette, spanischer Klee, Onobrychis sativa, 5—7. 

170. Luzerner Klee, blauer Klee, Medicago sativa, 6—9. 

171. Wiesenklee, Trifolium pratense, 5—9. 

172. Saubohne, Bohnenwicke, Vicia Faba, 6—8. 

173. Bohne, Fisole, Phaseolus vulgaris, 7—8. 

174. Linse, Ervum Lens, 6 — 7. 

175. Erbse, Pisum sativum, 5 — 7. 

176. Grossblätterige Linde, Tilia grandifolia, 6. 

177. Kleinblätterige Linde, Tilia parvifolia, 6. 

178. Gebräuchlicher Eibisch, Älthaea officinalis, 7 — 9. 

179. Wiesenmalve, Käsepappel, Malva silvestris, 6 — 8. 

180. Gemeine Sternmiere, Hühnerdarm, Stellaria media, 1 

181. Klebrige Lichtnelke, Pechnelke, Lychnis Viscaria, 5— 

182. Gartennelke, Dianthus Caryophyllus, 7 — 8. 

183. Karthäuser-Nelke, Dianthus Carthusianorum, 7—8. 

184. Weisse Seerose, Nymphaea alba, 6 — 7. 

185. Klatschmohn, Klatschrose, Papaver JRhoeas, 5—8. 

186. Gartenmohn, Papaver somniferum, 5 — 7. 

187. Gemeines Schöllkraut, Chelidonium maius, 5 — 9. 

188. Gemeine Reseda, Reseda lutea, 5—8. 

189. Hirtentasche, Täschelkraut, Capsella bursa pastoris, 1 

190. Frühlings-Hungerblümchen, Braba verna, 3—4. 

191. Wiesen- Schaumkraut, Cardamine pratensis, 5—6. 

192. Gartenretticb, Raphanus sativus, 6—8. 

193. Leindotter, Camelina sativa, 5 — 6. 

194. Sauerdorn, Berberitze, Berberis vulgaris, 5—6. 

195. Feld- Rittersporn, Delphinium Consolida, 5—7. 

196. Eisenhut, blauer Sturmhut, Aconitum Napellus, 7—9 

197. Sumpf-Dotterblume, Caltha palustris, 4—6. 

B. Ges. B. XXXV. Sitz.-Ber. 



Pflanzen für die Schulbetheilung. 



198. Schwarze Niesswurz, Helleborus niger, 1 — 3. 

199. Waldrebe, Clematis Vitalba, 7—8. 

200. Scharfer Hahnenfuss, Ranunculus acris, 5 — 8. 

201. Peigwurzeliger Hahnenfuss, Banunculus Ficaria, 3 

202. Busch-Windröschen, Anevione nemorosa, 4 — 5. 

203. Gemeine Küchenschelle, Anemone Pulsatilla, 3 — 4. 

204. Blaues Leberblümchen, Hepatica triloha, 3—4. 



Abhandlungen. 



1 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 

VIII. 1) 

Von Dr. Rudolph Bergli 

(Kopenhagen). 

(Mit Tafel I-VII.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Jänner i8S5.) 

Farn. Sacoglossa Iher. 

{Äscoglossa Bgh.) 

Vgl. R. Bergli, Beitr. z. Kenntn. d. Aeolidiaden. V. VerhandL d. k. k. zooL- 
bot. Gesellscb. in Wien, XXVII, 1877, p. 807-822. 

Diese formenreiclie, fast gleichzeitig'^) von Ihering und von mir auf- 
gestellte Gruppe knüpft durch eines ihrer Glieder, die Oxynoiden, an die Stegano- 
branchien (Tectibranchien) an, während sie durch das andere Endglied, die 
Hermaeiden, sich den Aeolidiaden nähern. 

Die Ascoglossen zeichnen sich alle (von den Aeolidiaden) ganz besonders 
durch eine eigenthümliche starke Gliederung des Centrainervensystems 
aus, ferner durch einen einzelnen Otolith (die meisten Aeolidiaden haben 
Otokonien); der Schlundkopf ist ein eigenthümlicher Saugapparat ohne 
Mandibel; die eigentliche Zunge ist ganz kurz, mit einer einzelnen Zahn- 
platte; unterhalb der Zunge persistiren die abgenutzten, immer einreihigen 
Zahnplatten, in einem Sacke spiralig aufgerollt oder in einem Haufen ge- 
sammelt; an der Speiseröhre meistens ein Kropf; der Magen quer durch den 
Leib gespannt. Die Eingeweide an die Körperwände geheftet. Meistens wenig- 
stens kommen zwei Samenblasen (etwa wie bei den Doriden) vor. Der Penis 
ist sehr oft mit einem Stachel bewaffnet. 

Subfam. Hermaeidae. 
Vgl. 1. c. XXVII, 1877, p. 808-813. 

An angegebener Stelle habe ich eine eingehende Charakteristik der Gruppe 
geliefert, sowie eine systematische Uebersicht des Inhaltes derselben. Seitdem 
ist die Kenntniss dieser Thierformen nicht erweitert worden. 



M VII. siehe diese Verhandlungen, Bd. XXXII, 1882, p. 7-74. 
^) Vgl. 1. c. XXVII, 1877, p. 807, Note. 
Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 



1 



2 



Rudolph Bergh. 



L 

Hermaea Loven. 

Loven, 0fvers. Vetensk. Ac. Förhandl. I, (1844) 1845, p. 50. 
Triuchese, Anat. della Hermaea dendritica. — Mein, dell'acc. delle sc. 

delP istit. di Bologna, S. III, T. IV, 1877, p. 449—464, Tav. I— II. 
— Aeolididae e fam. affini del porto di Genova. Atlante I 1877 — 1879, 

Tav. XIX XX, XX ^, XX B. 
R. Bergh, 1. c. XXVII, 1877, p. 810. 

Rhinophoria canaliculata ; protuberantia pericardiaco- renalis ovalis; 
papillae dorsales elongatae, vix suhcompressae. — Dentes linguales margine 
inferiore laevigato. 

Diese schlanken und eleganten Thiere zeigen starke, der Länge nach 
zusammengefaltete (canaliculirte) Rhinophorien. Der die Niere und den 
Herzbeutel enthaltende Höcker am Vorder rücken von ovaler Form; die 
Papillen länglich, nicht aufgeblasen, eher etwas zusammengedrückt. — Die 
Zahnplatten (der Zunge) sind bei diesen typischen (Hermaeen) am Unter- 
rande glatt, nicht denticulirt, welches Letztere dagegen in der Untergattung 
Hermaeina von Trinchese {H. maculosa Trinch.) der Fall ist. 

Der gestreckt -schlauchförmige Laich der typischen Art und der der 
H. bifida sind durch Aid er und Hancock (1. c. pl. XXXIX, fig. 6, 7; pl. XL, 
fig. 5, 6), ebenso ist auch in grossen Zügen der schalentragende Embryo 
(1. c. pl. XL, fig. 7) bekannt. 

Nur eine kleine Reihe von Arten der typischen Gruppe ist bisher bekannt 
geworden (vgl. R. Bergh, L c. XXVII, 1877, p. 810). 

1. H. dendritica Aid. et Hanc. 

M. atlant., mediterr. 

2. — bifida (Mtg.). 1) 

Alder and Hancock, Blonogr., part V, 1851, fara. 3, pl. XXXIX. 
M. atlant. 

3. — venosa Love'n, 1. c. p. 50. 

M. atlant. bor. 

4. — polychroma Hesse. 

M. atlant. or. 

H. dendritica Aid. et Hanc. 

Calliopaea dendritica Aid. et Hanc. Ann. mgz. nat. bist. XII, 1843, p. 233. 
Hermaea dendritica Aid. et Hanc. Monogr., part IV, 1848, fam, 3, pl. XL; 
part VII, 1855, p. XII, XXIII, pl. XLVII Supplement. Text. 



') Trotz den Einwänden Trinchese 's (1. c. 1877, p. 2 [450]) ist die Hermma bifida von 
Aldor und Hancock doch vielleicht die von Montagu beschriebene Form. 



Beiträge zar Keuntniäu der Aeolidiaden, 



3 



Hermaea dendritica Aid. et Haue. Trinchese, ÄeoUdidae e famiglie afliiii 
del porto di Genova, Atl.I, 1877—1879, Tav. XIX, XX, XXA, XXB. 

— dendritica Aid. et Haue. Verany, Journ. de eonehyl. IV, 1853, p. 385. 

— dendritica et lutescens A. da Costa. Anuuario III, 1866, p. 78, 
Tav. III, Fig. 4, 5. 

— brevicornis da Costa. Auuuario IV, 1867, p. 37, Tav. II, Fig. 6. 

— orhieularis da Costa, 1. c. III, 1866, p. 79, Tav. III, Fig. 6. 

Color albescens, protuberantia pericardiaco-renali sicut margine anteriore 
yodarii lacleus; ramificationes hepaticae ubique, praecipue dorso, papilUs (dor- 
salibiis), lateribus et caiida viridescente vel viride pellucentes. 

Hab. M. atlaut, mediterr. 

Taf. I, Fig. 1-16; Taf. II, Fig. 1-12; Taf. V, Fig. 6. 

Diese merkwürdige Form wurde erst (1813) von Aid er und Haneoek 
entdeckt und der Gattung Calliopaea einverleibt; als Loven kurz naehher die 
Gattung Hermaea aufgestellt hatte, wurde die Art zu dieser übertragen und 
wird als der Typus dieser Gattung zu betrachten sein. 

Diese Form seheint von den anderen bisher bekannten Arten des atlan- 
tischen Meeres ziemlieh ausgeprägt, obgleich zugegeben werden muss, dass 
dieselben bisher nur wenig gekannt sind. Sie ist von Alderuud Hancock sehr 
naturgetreu dargestellt, in Beziehung auf die Farbeuverhältnisse doch vielleicht 
besser von Trinchese. 

Unter lebenden Nudibranchien , die mir durch Dr. Graeffe Mitte 
März 1880 aus der Station von Triest freundlich geschickt wurden, fand sich 
ein Individuum dieser Art, das fast sterbend in Kopenhagen anlangte. 

Das (gleich untersuchte) schlaffe Individuum hatte eine Länge^) von 
14 mm., von denen der Schwanz 4— 5 mm. betrug, die Breite der Fusssohle 
(vorn) bis 4 2 mm., die Höhe des Körpers durch den Pericardialhöcker 3 mm. 
betragend, die Länge der Rhinophorien 3, die der (Eücken-) Papillen 3*5 mm. 
— Die Farbe des Körpers (graulieh-) weisslich, an dem hinteren Theile und 
an den Seiten des Perieardialhöekers, sowie an dem oberen Fussrande kalkweiss; 
die zwei grossen Leberstämme des Rückens und die Verzweigung derselben, 
sowie die Leberverzweigung am Kopfe sehr schön graugrün durchschimmernd, 
ebenso die an der Unterseite des Mautelgebrämes und in den Seiten des Schwanzes; 
die Papillen wegen der durchschimmernden Leberlappen hellgrünlich graubraun, 
in der Haut ihrer oberen Theile zahlreiche weisse, ganz feine Punkte (Taf. I, 
Fig. 5). 

Das (zwei Jahre später) näher untersuchte, in Alkohol bewahrte 
Individuum hatte seine Grössenverhältnisse wenig geändert. Die Länge betrug 
noch 13 mm. bei einer Breite des Rückens bis 6 und einer Höhe bis 3"5mm.; 



*) Die von Triuchese untersuchten Individuen waren von einer Länge von 10— 15 mm. 
(vgl. Trinchese, 1. c. 1877, p. 5 [453]), 

1* 



4 



Rudolph Bergli. 



die Höbe der Ehinophorien (vom Genicke ab) war 3, die der Rückenpapilleri 
bis fast 7 mm., die Breite der Stirne 2'5 mm.; die Breite des Fasses vorne 4, sonst 
meistens 3 mm., die Fussränder etwa 0*6 mm. vortretend; der Schwanz 4'5 mm. 
lang. — Die Farbe war durchgehends gelblicbweiss, mit einem schwachen 
Anfluge von Grün. 

Später (1882) habe ich von Dr. Graeffe in Triest noch drei Individuen 
dieser Art erhalten, welche in Form- und Grössenverhältnissen mit dem oben 
erwähnten fast ganz übereinstimmten. 

Alle vier Individuen sind anatomisch untersucht worden. 

Dieses elegante und lebhafte Thier ist von schlanker Kör per form. Der 
Kopf ist nicht klein; die Stirne abgeplattet, vorn gerundet, mit wenig vor- 
springenden, gerundeten Ecken; der äussere Rand sich in den (etwas kürzeren) 
Vorderrand der grossen Rhinophorien fortsetzend, der hintere derselben an 
der Wurzel sich nach hinten umbiegend; die Rhinophorien stark der Länge 
nach zusammengefaltet. Hinten und aussen am Grunde der Rhinophorien 
schimmerten die ziemlich grossen, schwarzen Augen stark hindurch. Der Aussen- 
mund eine senkrechte, oben etwas erweiterte Spalte. Der breite Rücken 
ziemlich abgeplattet; die papilleubesetzten Seitenpartion jede vorne fast ein 
Viertel der ganzen Rückenbreite betragend, nach hinten etwas verschmälert, 
das Vorderende ein wenig ohrenartig (Taf. I, Fig. 4a) vorspringend. An diesen 
Seitenpartien sind die Papillen ziemlich uuregelmässig angebracht; vorn scheint 
eine lange, etwas gesonderte, schräge Gruppe sich meistens (Taf. I, Fig. 4) zu 
markiren mit zwanzig bis fünfundzwanzig Papillen in zwei bis drei Schräg- 
reihen; übrigens stehen die Papillen (den gegabelten Gallengängen und ihren 
kurzen Seitenästen entsprechend) einigermassen in zwanzig bis fünfundzwanzig 
kurzen Schrägreihen mit zwischengeschobenen einzelnen Papillen, in den vorderen 
Reihen kamen meistens vier bis sechs, in den mittleren drei bis vier und in den 
hinteren zwei bis drei Papillen vor; an jeder Seite fanden sich somit 85 bis 
100 Papillen. Der Zwischenraum zwischen den Papillen beider Seiten im 
Genicke wenigsten^ drei- bis viermal so breit wie an der Schwanzwurzel. Die 
Papillen fest anhängend, gestreckt konisch, gegen die Wurzel hin ein wenig 
verschmälert (Fig. 4, 5), mitunter ein wenig zusammengedrückt. Die äussersten 
(Fig. 4) Papillen immer ganz klein, nach innen nehmen sie dann an Grösse 
zu. Die grossen Papillen vorn und hinten etwa von derselben Grösse, oder 
die am vorderen Drittel des Rückens vielleicht ein wenig grösser. Hinter dem 
Genicke der grosse, fast die ganze Breite des interpapillareu Raumes füllende, 
kurzovale, gewölbte, mitunter halbkugelförmig vortretende (Taf. I, Fig. 1, 2) 
Pericardialhöcker; median steigt längs des Vorderrandes (aber innerhalb 
desselben) das Rectum hinauf (Fig. 2a) und ragt oben als Rectalpapille noch 
bis 08mm. frei empor ^) (Fig. Ih, 2b). Hinten, am Grunde der Rectalpapille, 
fast median (Fig. 2), die feine Nierenpore; 2) in einem Individuum trat die- 



1) Vgl. Trinchese, 1. c. Tav. XX, Fig. 5a; Tav. XXA, Fig. Ic; Tav. XXß, Fig. Ic 
2; Vgl. Trinchese, 1. c. Tav. XX, Fig. 5&; Tav. XX il, Fig. Ib. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



5 



selbe auf einer starken Papille rechts an dem Grunde der Analpapille auf 
(Fig. 1 c). Vom Vorderrande der papillenbesetzten Randpartie des Rückens ent- 
springt verzweigt die V. dorsalis (branchialis) ant., welche sich an den Vorder- 
rand des Pericardialhöckers (Fig. Id), mitunter ziemlich stark vorspringend, 
erstreckt; an den Seitenrand des letzteren tritt mitunter die V. dorsalis 
(brauch.) media, welche mitunter mit der vorigen sich vereinigt; an den hin- 
teren Rand geht endlich jederseits die starke, meistens sehr deutlich vor- 
springende (Fig. le) V. dorsalis (branch.) posterior,^) dessen Stämme median 
communiciren, entweder unmittelbar oder durch einen medianen (dem einen 
Hauptstamme angehörenden) längslaufenden Ast. Die Körperseiten breit, 
stark von aussen nach unten und innen abfallend: ein längslaufender, vor der 
Penisöffiiung endigender Wulst bezeichnet die Genitalgegend, unter jener vorn 
(Taf. I, Fig. 3 a) die Oeffnung des Penis, etwas weiter nach hinten die Oeffnuug 
des Schleimdrüsenganges (Fig. 3&) und mitunter die Vulva (Fig. 3 c). Der 
Fuss schmäler als der Rücken, vorne gerundet, kaum mit Andeutung von einer 
Randfurche; die Ränder wenig vortretend, der lanzettförmige Schwanz nicht kurz. 

Am Rücken schimmerte hinter den schwarzen Augen rechts die runde 
Spermatotheke weisslich hindurch und vom Genicke ab (mit Ausnahme am 
Pericardialhöcker) fast überall (uach Abpflücken der Papillen auch an den Seiten- 
theilen des Rückens) die gelblichen Follikel der Zwitterdrüse, welche auch an 
den Körperseiten überall in die Augen fielen, sowie oben längs des Rücken- 
randes die Gallengänge und oft die verwickelten langen Rohrdrüsen (Fig. 4a); 
an der rechten Seite noch die weisse Eiweissdrüse; an und hinter dem weiss- 
lichen Vorderrande des Fusses schimmerten die zwei mächtigen Drüsenmassen 
der Mundröhre hindurch; weiter nach hinten mehr oder weniger deutlich die 
Follikel der Zwitterdrüse. Durch die Wände der Rückenpapillen schimmerten 
sehr deutlich der hellgelbe Leberstamm und der oder die weissen Röhrendrüseu- 
lappen (Fig. 4, 5). 

Das Centrainervensystem (Taf. I, Fig. 6) vom typischen Baue, es 
kommen sechs dichtgedrängte Ganglien vor. Die cerebralen sind fast kugel- 
rund, durch eine nicht ganz kurze Commissur verbunden (Fig. 6aa'); hinter und 
unter denselben die pedalen Ganglien (Fig. 61)b), welche etwa von derselben Grösse 
wie die vorigen waren, auch durch eine nicht ganz kurze Commissur verbunden ; 
an der Rückenseite dieser letzteren liegen mehr oder weniger schräge die 
ungleich grossen, pleuralen Ganglien, ebenso durch eine nicht ganz kurze Com- 
missur verbunden (Fig. 6); das grössere linke (und untere) Ganglion etwa so 
gross wie die vorgenannten Ganglien (Fig. 6 c); die pleuralen Ganglien stehen 
durch kurze Connective mit den cerebralen (Fig. 6) und auch mit den pedalen 
Ganglien in Verbindung. Von dem cerebralen Ganglion gingen wenigstens acht 
Nerven aus, der N. frontalis, der N. labialis, der lange, in seiner grössten 
Strecke schwarz pigmentirte N. opticus (Fig. 6), der kurze N. olfactorius, welcher 
ein ziemlich grosses, kugelförmiges Ganglion olfactorium (Fig. 6d) bildet, mehrere 



>) Vgl. Trinchese, 1, c. Tav, XX, Fig. öcde; Tav. XX A, Fig. Ide. 



6 



lludolpli Bergh. 



11. bulbi pharyngei, die Coramissur, an welcher hicIi die rundlichen, fast un- 
mittelbar mit einander verbundenen Buccalganglien (Fig. 6 c) entwickeln. Von 
dem pedalen Ganglion gehen drei starke Fussnerven ab. Von jedem pleuralen 
Ganglion treten zwei bis drei Nerven an den Rücken und an innere Organe. 

Die ziemlich grossen (im Diam. 0'12 mm. haltenden) Augen (Fig. 6) mit 
gelber Linse, schwarzem Pigmente. Die Ohrblasen (Fig. 7) an der Unterseite 
der Gehirnknoten (Fig. 7a), neben den Pedalganglien, mit einem einzelnen 
kleinen, stark gelben, kugelförmigen Otolithen von etwa 007— 0*013 mm. Diam. 
In der Haut die gewöhnliche Unmasse von grösseren und kleineren Drüschen, 
somit auch an der Analpapilie (Taf. II, Fig. 8). Besonders stark sind Drüschen 
noch im Vorderrande des Fusses entwickelt, wo sie ein mächtiges, kalkweisses 
Lager bilden; ähnliche, etwas kleinere Drüschen, meistens von einem Durch- 
messer von etwa 0'04— 0'06 mm., kommen übrigens durch die ganze Länge der 
Fusssohle vor, weshalb Querschnitte des Fusses auch eine kalkweisse Farbe in 
der Nähe der freien Fläche zeigen. 

Die Mund röhre oben sowie unten von je zwei nach hinten gesonderten, 
gelblichweissen oder mehr gelblichen, etwa 1— 1*1 mm. langen Drüs enmassen 
ganz bedeckt; die einzelnen Drüschen derselben gross (Taf. II, Fig. 5), mehr 
oder weniger gestielt, von sehr variabler Grösse, bis beiläufig 4 mm. lang, 
meistens klar, mitunter, besonders die kleineren (Taf. II, Fig. 4), auch dunkel. 
Der vordere Theil des Schlundkopfes meistens auch von diesen Drüsenmassen 
-bedeckt; dieser letztere (Taf. II, Fig. 2h) von den in der Gruppe gewöhnlichen 
Formverhältnissen, in den vier untersuchten Individuen von 1*1— 1*2 mm. Länge, 
die Anzahl der Halbreifen fünfundzwanzig bis dreissig;^ die senkrecht ovale 
Lippenscheibe wie gewöhnlich (Taf. I, Fig. 8; Taf. II, Fig. 2 a); der (untere) 
Raspelsack mehr (Taf. I, Fig. 2b) oder weniger vortretend, mehr oder weniger 
schräg hervorragend. Der Bau der Zunge (Fig. 2) wie gewöhnlich; 2) in der 
oberen Zahnplattenreihe (Taf. V, Fig. 6 ah) kamen in den vier untersuchten 
Individuen sieben, zehn, sieben und sieben entwickelte (mitunter eine halb- 
entwickelte) und eine unentwickelte Platte vor; in der unteren Reihe und ihrer 
mehr oder weniger spiraligen Fortsetzung (Taf. V, Fig. 6 c) fanden sich con- 
tinuirlich einundzwanzig, neunzehn, vierunddreissig und dreiundzwanzig Platten 
und ferner viele lose liegende Platten von immer abnehmender Grösse. Die 
Anzahl der abgefallenen Zahnplatten im Sacke war überhaupt sehr variabel und 
bei Weitem nicht immer so gering, wie von Trinchese^) (und von mir) dar- 
gestellt (Taf. II, Fig. 3 a); dem entsprechend ist der Raspelsack auch grösser 
oder kleiner. Die Zahnplatten horugelb, mit kurzem, starkem Grundstücke, 
mit aufrechtem, glattrandigem, am Rücken tief ausgeflügtem Haken, der mit- 
unter schlanker (Taf. I, Fig. 10), mitunter plumper (Taf. I, Fig. 9) war; die 



1) Die mediane LäiigHliuie im der ßückcjiaeitc des Bclilundkopfes rührt im Gegensatze zu 
der Angabe Triucliese's (1. c. p. 64, Fig. [>h) nicht vom Durchschimmern der Kadula her. 
^) Vgl. meine Malacolog. ÜJiters., I. Heft, 1870, p. G5— (Ki, Taf. VI, Fig. 12—14. 
3) Vgl. 1. c. Tav. XX, Fig. 7; Tav. XX ^, Fig. 17 a, 15, 16. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



7 



Länge der jüngsten Platten (vom Vorderende der Grundfläche bis an die Haken- 
spitze) betrug bis 015—016 mm. (Taf. II, Fig. 3). 

Die langen dünnen Speicheldrüsen (Taf. II, Fig. Ic'c') weisslich, sich 
nach hinten längs des vorderen Theiles des Fusses erstreckend; die Ausführungs- 
gänge lang (Fig. Icc), mit einer kleinen Ampulle (neben den buccalen Ganglien) 
endigend (Fig. 6h). 

Die Speiseröhre (Taf. II, Fig. Ide) ziemlich dünn, mit Längsfältchen 
an ihrer Innenseite, vor der Mitte ihrer Länge einen Saugkropf tragend, 
hinten in den Quergallengang (Magen) endigend. Der Saugkropf ist (Fig. If) 
mehr oder weniger kugelförmig, von etwa 0-6— O l mm. grösstem Durchmesser, 
nicht sehr dickwandig, aber an der Oberfläche (vgl. die Figur) von starken, 
einander- in den verschiedensten Eichtungen kreuzenden Muskelbändern um- 
sponnen; die Innenseite von einer fast farblosen Cuticula bekleidet. Der Saug- 
kropf war meistens leer, zeigte nur in einem Individuum einen schwärzlichen 
Inhalt. ^) Der (Fig. lg) Quergallengang (Magen) ist kurz und ziemlich weit. 
Aus demselben geht nach oben der Darm ab. Jederseits theilt der Gang sich 
dann und bildet die nach vorne und nach hinten verlaufenden Seitengallen- 
gänge (Fig. Ig'g'). Der linke Theil des Quergallenganges liegt an der linken 
Seite des Vorderendes der Schleimdrüse entblösst; der rechte geht über das- 
selbe hin, von der Brücke der Eiweissdrüse (siehe unten) gedeckt, und tritt rechts 
wie durch eine breite Spalte (Taf. I, Fig. 13) zwischen diesen Organen in das 
Mantelgebräm hinein. Nach hinten gibt der Quergallengang endlich zwei weite 
Gallengänge ab (Fig. Ih), die in der ersten Strecke noch mehr oder weniger 
von der Schleimdrüse gedeckt sind, dann zu beiden Seiten der Eiweissdrüse 
hervortreten und längs derselben und weiter über das dicke Hinterende der 
Eiweissdrüse nach hinten verlaufen, indem sie nach aussen einen bis drei weite 
Aeste in das Mantelgebräm aussenden. Die erwähnten Hauptgallengänge 
verästeln sich nach ihrem Eintreten in das Mantelgebräm ziemlich stark und 
unregelmässig; ihre Wände sind ziemlich dünn, mit starken Längsfalten der 
Innenseite (Fig. 1). Zweige der Hauptgallengänge treten ferner in die Rhino- 
phorien und in die Analpapille (Taf. II, Fig. 8), in jenen mehr verzweigt als in 
dieser; nach innen geben jene Gänge endlich noch Zweige an den Pericardial- 
höcker ab, sowie an die an die Papillen nächstgrenzenden Partien der mittleren 
Theile des Rückens. Der aus dem Quergallengauge gerade nach oben oder ein 
wenig nach hinten gehende Darm (Fig. Ii) das Vorderende des pericardio- 
renalen Höckers durchbohrend, im Ganzen 2'6— 2'8mm. hoch, in den letzten 
etwa O'Smm. frei am Rücken hervorragend (Taf. I, Fig. Ih, 2b), unten doch 
auch hier von einer Fortsetzung des Höckers umscheidet (Taf. I, Fig. 2 a), die 
Innenseite mit ziemlich starken Längsfalten (Taf. II, Fig. 8). — Die Verdauungs- 
höhle war meistens leer oder enthielt eine geringe Menge von unbestimmbarer 
thierischer Masse. 

») Vgl. Ti inchose, 1. c. Tuv. XX^, Fig. 5e, 6e. 



8 



Rudolph Bergh. 



Die Leberlappen der Papillen (Taf. I, Fig. 5) der Form derselben 
gemäss langgestreckt, an der Wand derselben durch meistens ziemlich kurze 
Aesten angeheftet, mit dünner, unregelmässig hie und da falten- und höcker- 
artig verdickter Wand, fast gelblich ; in den Papillen, in welchen sich kaum oder 
nur wenig entwickelte Verästelungen der röhrigen Drüse vorfanden, waren die 
Leberlappen von bedeutenderer Grösse, mit stärkeren Zweigen, und diese ringsum 
abgehend (nicht hauptsächlich von der gegen die Drüse kehrenden Seite). 

Wenn der Pericardialhöcker geöffnet wird, zeigt sich das dünnwandige 
Pericardium entblösst; an der oberen Seite desselben scheinen vorne und 
hinten mehrere feine Oeffnungen vorzukommen, dagegen keine Nierenspritze. 
Das Herz selbst wie gewöhnlich. — Der Eaum oberhalb des Pericardiums 
ist die Nierenhöhle, deren obere Wand den gewöhnlichen Zellenbau dieses 
Organes zeigt; an der Wand klebten mehrere grosse, gelbe (ürin-)Concremente. 
Die Höhle öffnet sich durch die Nierenpore (Taf. I, Fig. 2, Ic) nach aussen. 

Das vollständige Fehlen eines (Pseudo-) Coeloms (bei dieser wie bei allen 
Ascoglossen) macht auch hier die Untersuchung der Generationsorgane sehr 
schwierig. Die Zwitter drüse zeigt die gewöhnliche kolossale Entwicklung 
und nimmt den grössten Theil der Eingeweidehöhle ein, breitet sich mit ihren 
runden Follikeln (Taf. I, Fig. 11) bis an den Schlundkopf, dringt bis an den 
Mantelrand vor und deckt theilweise den Quergallengang, sowie sie sich dicht 
an die Schleimdrüse schmiegt und dieselbe selbst theilweise deckt. Die Drüse 
ist wie in verwandten Formen aus dicht gedrängten, meistens kugelrunden oder 
ovalen Follikeln gebildet, von einem grössten Durchmesser von etwa 0*3 bis 
0"4 mm.; hinten im Körper liegen die Follikel, etwas unter einander verschoben, 
in vier bis fünf Schichten, im Mantelgebräme nur in einer bis zwei. Der Bau 
der Follikel der gewöhnliche, 2) in den drei von mir untersuchten Individuen 
nur grosse, oogene Zellen enthaltend. Die meistens perlschnurförmigen Aus- 
führungsgänge (Fig. 11) sich nach und nach vereinigend; mehrere derselben 
einen ganz kurzen Hauptgang bildend, welcher in die opake, weissliche oder 
gelblichweisse Ampulle übergeht, die an dem rechten Eande der Schleim- 
drüse mehrere kurze Windungen macht, die als ein länglicher Knäuel den 
Zwischenraum zwischen der Schleimdrüse und der Eiweissdrüse (Taf. I, Fig. 13) 
füllen; das sehr verdünnte, ziemlich kurze Ende der Ampulle (Taf. I, Fig. 13 e) 
mündet an der rechten Seite der Eiweissdrüse ein; ausgestreckt mass die Am- 
pulle etwa 6 mm. bei einem fast durchgehenden Durchmesser von 0"75 mm. 
Unfern vom Ende der Ampulle löst sich der weisse, prostatische, dickere 
Theil des Samenleiters, welcher sich in Biegungen (Taf. I, Fig. 12c; Taf. II, 
Fig. 9a) längs des linken oberen Randes der Schleimdrüse erstreckt und am 
Vorderende derselben sich in den erst ganz dünnen (Taf. II, Fig. 9h), dann 
etwas dickeren (Fig. 10a) muskulösen Theil fortsetzt, der sich am Vorderende 
der Schleimdrüse hinabschlängelt (Fig. 12/"), nach aussen umbiegt und sich in 

1) Vgl. Trinchese, 1. c. Tay. XXB, Fig. 4. Die von Trinchese dargestellte Krystallen- 
bildung im Pericardium geliört walirsclieinlicli der Nierenhohle. 

2) Vgl. Trinchese, 1. c. Tav. XXß, Fig. 9. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



9 



das Hinterende (Taf. II, Fig. 10a) des Penis senkt. Dieser letztere (Taf. II, 
Fig. 10&) kurz kegelförmig, etwa 0*6 mm. lang, am Ende gerundet und daselbst 
einen kleinen, gebogenen Stachel (Fig. 11) tragend, der am ausgebreiteten 
Grunde braungelblicli, sonst farblos war, eine Höhe bis 04 mm. bei einem 
Durchmesser dicht am Grunde von etwa 0'016 mm. erreichend; der Samenleiter 
(Fig. 10) konnte bis an den Stachel verfolgt werden. In der Nähe der Eintritts- 
stelle der Ampulle (Taf. I, Fig. 13 e) öffnet sich (Fig. IBd) die ganz kleine, fast 
kugelförmige, im Durchmesser etwa 0'4mm. haltende Spermatocy ste durch 
einen kurzen, dünnen Gang (Fig. ISd); ihre Höhle von Samen strotzend. Die 
Schleimdrüse mit der Eiweissdrüse bildet einen grossen, etwa 3'5 — i mm. 
langen, hinten und vorn bis 1*6— 1*8 mm. breiten und bis 2 mm. hohen, eigen- 
thümlich geformten Körper, welcher ringsum von den Follikeln der Zwitterdrüse 
umgeben und an den Eändern theilweise von ihnen gedeckt ist; sie liegt un- 
mittelbar unter dem Boden des pericardiaco-renalen Höckers. Dieser Körper 
besteht aus zwei, durch eine Brücke verbundenen Theilen (Taf. I, Fig. 12, 13) - 
(unter diese Brücke geht der Quergallengang, und der Eaum [Fig. 13] zwischen 
den zwei Theilen wird hauptsächlich durch die Ampulle des Zwitterdrüsenganges 
ausgefüllt). Der hintere Theil (Fig. 13c) des Körpers ist ein wenig abgeplattet, 
durchschimmernd weiss, durch ihre Läppchen fein knotig an der Oberfläche; 
die Wände und die niedrige Höhle setzen sich vorn in die der Brücke fort. Diese 
letztere (Fig. 13 &) zeigt eine abgeplattete, gräuliche, glatte Unterseite; die obere 
Seite dagegen ist ganz fein körnig, zeigt eine längere linke Partie, die schwach 
gelblich, und eine kürzere rechte, die mehr weisslich ist; die abgeplattete Höhle 
öffnet sich in die des vorderen Theiles der Masse. Dieser (Fig. 13 a) letztere 
ist schwach gelblich und auch ganz fein körnig, von etwas unregelmässig rund- 
licher Form. Der hintere Theil der ganzen Masse, die Eiweissdrüse (Fig. 12a, 13c), 
ist aus dicht gedrängten, in Gruppen gesammelten, meistens etwa 0-3 — 0*4 mm. 
an Höhe messenden Drüschen (Fig. 14) gebildet; die obere Wand der erwähnten 
Brücke aus ganz ähnlichen, im Ganzen nur etwas kleineren Drüschen (Fig. 15) 
zusammengesetzt, und kaum wesentlich verschieden waren die, welche die 
Schleimdrüse (Taf. II, Fig. 12) bildeten. Aus dem Vordereude der Schleimdrüse 
geht rechts der kurze Schleimdrüsengang ab, welcher (Taf. I, Fig. 12 e) die 
gewöhnliche, sich weiter hinein fortsetzende Falte zeigte. Am Grunde des 
Schleimdrüsenganges, oder wenigstens nicht weit davon, heftet (Fig. 12 d) sich 
durch einen kurzen Gang die kugelförmige, bräunlichgraue, im Durchmesser 
etwa 1'5— 1-75 mm. haltende (vor oder rechts am Grunde des Darmes liegende) 
Spermatotheke (Fig. 12 d). Die Fortsetzung des Stieles derselben ist die dünne, 
am Ende erweiterte Vagina (Taf. I, Fig. 3c). Wie bei verwandten Formen 
kommt endlich eine mächtige röhr ige Drüse (Taf. I, Fig. 16) vor, deren weisse, 
zahlreiche, verzweigte Röhren besonders am Grunde der Papillen gelagert sind 
(Taf. I, Fig. 4a) und von da nach aussen und oben lange Zweige in die meisten 
Papillen hineinschicken (Fig. 4, 5). Diese intrapapillaren Stämme sind 
ungetheilt oder bald in zwei bis drei Stämme gespalten, die, mehr oder weniger 
hoch, oft bis an die Spitze der Papillen (Fig. 5) hinaufsteigen; immer aber sind 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 2 



10 



Rudolph Bergh. 



die Stämme höckerig (Fig. 16) oder geben kurze Zweige ab, die mitunter den 
Leberstamm theilweise umfassen ; diese Stämme sind ziemlich dünnwandig. 
Bei dem beschränkten Materiale glückte es nicht, die Verbindung der Haupt- 
stämme des röhrigen Systems (mit der Schleim- oder Eiweissdrüse) zu eruiren. 

II. 

Stiliger Ehrenberg. 

Stiliger Ehrbg., Symb. phys. Dec. I, 1831. 

— R. B e rgh, Malacol. Unters. (Semper, Philipp. II, n), III. Heft, 1872, 
p. 137—144, Taf. XXVI, Fig. 1—17. 

— R. Bergh, 1. c. 1877, p. 811—812. 

Calliopaea A. d'Orb,, Me'm. sur des especes et sur des genres nouv. de 
Vordre des Nudibr., Mgz. de zool., 1837, p. 12—14, pl. CVIII. 

— Verany, Catalogo, 1846, p. 23. 

— Souleyet, Voy. de la Bonite, Zool. II, 1852, p. 447-450, pl. XXIV C. 

— Fischer, Note sur le genre Calliopaea d'Orb., Journ. de conchyl., 
ser. 8, XI, 1871, p. 89—92. 

Custiphorus Desh., A. Fredol (Moquin - Tandon), Le monde de la mer, 
1864, pl. XI, Moll, nus, Fig. 8. 

Bhinophoria simpUcia ; protuberantia pericardiaco-renalis ovalis ; papillae 
(dorsales) quasi inflatae. — Dentes (linguales) margine inferiore laeves. 

Die Stiliger-Grnip^e unterscheidet sich von den anderen Gattungen auf- 
fallend durch die einfachen, langgestreckt kegelförmigen Rhinophorien; 
die Protuberans am Vorderrücken von ovaler Form, etwa wie in den Hermaeen; 
die Rückenpapillen sind mehr oder weniger aufgeblasen, an die der 
Galvinen etwas erinnernd. — Die Zahnplatten (der Zunge) sind denen der 
Hermaeen etwas ähnlich. 

Die wenigen bisher erwähnten untenstehenden Arten der Gruppe sind in 
Beziehung auf Selbstständigkeit meistens sehr unsicher. 

1. St. Modestus Ehrbg. 

M. rubr. 
' 2. — hellula d'Orb., 1. c. p. 13. 
M. atlant. or. 

3. — Mariae (Meyer et Moebius). 
< Sinus codanus, M. mediterr. 

4. — Souleyeti (Verany). 

Calliopaea Souleyeti Ver., Journ. de conchyl. IV, 1853, p. 385. 
M. mediterr. 



1) Vgl. Trinchese, 1. c. Tav. XX, Fig. 9; Tav. XX ^, Fig. 4. 



Beiträge zur Eenutnis» der Aeolidiadeu. 



11 



5. St. vesiculosus Desh. 

Custiphorus vesiculosus Desh., Fredol, 1. c. pl. XI, Fig. 8. 

M. mediterr. 
' 6. — 9funereus (A. Costa). 

Annuario IV, 1867, p. 36, Tav. II, Fig. 5. 

M. mediterr. 
7. — fuscatus (Gould). 

M. atlant. occ. ^) 

St, Mariae (Meyer et Moeb.). 

Emhletonia Mariae Meyer et Moebius, Fauna der Kieler Bucht I, 1865, 

p. 13, col. Taf., Tab. 
Stiliger Mariae (Meyer et Moeb.), E. Bergh, Malacolog. Unters. (Semper, 

Philipp. II, Ii), Heft III, 1872, p. 139-144, Taf. XXVI, Fig. 1—17. 

Color dorsi sicut papillarum brunnescente niger, clarior vel ohscurior, 
clense albo maculatus; paginae inferioris (rubescente) albescens. 

Hab, M. adriat. (ad Tergestem). 

Taf. II, Fig. 13; Taf. III, Fig. 1-10; Taf. IV, Fig. 1-7. 

Von dieser Form hat Dr. Graeff e im Frühjahre 1881 mehrere Individuen 
in der Nähe von Triest gefischt und dem Leben nach eine farbige Skizze ge- 
macht, die er mir nebst zehn Individuen freundlichst geschickt hat, welche alle 
anatomisch untersucht wurden. 

Die von Graeffe gemachte Skizze zeigt das lebende Thier am Eücken 
mit sammt den Papillen von graulicher oder schwarzer Bodenfarbe, von weiss- 
lichen, in einander verschwimmenden, zahlreichsten Fleckchen unterbrochen; an 
beiden Seiten des Genickes ein schwarzer Längsstreif und innerhalb desselben 
ein weisslicher mit den durchschimmernden schwarzen Augen; der Schwanz 
röthlichweiss, die ßhinophorien graulich. 

Das grösste der in Alkohol bewahrten Individuen hatte eine Länge 
von 7 mm., bei einer Breite des eigentlichen Körpers bis 2*5 mm. und einer 
Höhe bis 21 mm. ; die Breite des Fusses vorn bis 2'2 mm., die Länge des 
Schwanzes r75 mm., die Höhe der Papillen bis 2*2 mm. Die Grösse der anderen 
Individuen betrug kaum die Hälfte oder drei Viertel. Die Farbe der Individuen 
war etwas variabel, heller oder dunkler. Die ersteren zeigten den Eücken mit 
sammt den Papillen, wie oben erwähnt, graulich oder bräunlichgrau, dicht weiss- 
gefleckt, öfter war der Vorderrücken mehr bräunlich; die Farbe des Eückens 



^) Nicht zu verwechseln mit der Emlletonia fuscata Gould (vgl. V er rill, Preliminary 
check-list of the marine iiivertehrata of the atlantic coast etc., 1879, p. 23), die übrigeas unten 
unteroucht gefunden werden wird. 

2* 



]2 



Eugen Graf Keyserling. 



setzt sich auf das Genick fort, jederseits mit Einfassung durch einen weiss- 
lichen Streifen, in dem die Augen schwarz hindurchschimmern; ausserhalb des 
Streifens sind die Backen meistens noch dunkler. Das Vorderende des Kopfes 
mit den Rhinophorhöckern und den Rhinophorien selbst, die Körperseiten, 
sowie der Fuss mit dem ganzen Schwänze weisslich (mit schwach röthlichem 
Anfluge). Die dunkleren Individuen zeigten ganz dieselben Farbenverhältnisse, nur 
neigte sich die Farbe, besonders im Genicke und an den Backen, mehr zum Schwarzen. 

Die Formverhältnisse, wie in anderen Stiligeren, an die der Galvina 
erinnernd. Der Kopf nicht klein; am Stirnrande jederseits, innerhalb der 
Gegend der Rhinophorien, ein vorspringender Höcker, welcher sich kammartig 
nach hinten innerhalb der Augengegend fortsetzt. Die Rhinophorien zugespitzt 
kegelförmig, kaum so lang wie die grössten Papillen; der Mund eine senkrechte 
Spalte. Der Rücken etwas gewölbt, ziemlich breit, ohne Grenze zwischen 
den Papillen in die Seiten übergehend; an den schmalen Seitentheilen stehen, 
an ihrem Grunde dicht gedrängt, die nach oben und nach aussen gerichteten 
Papillen, dem Anscheine nach in zwei Längsreihen, als sieben unter einander 
mehr oder weniger verschobene Paare von inneren grösseren, äusseren kleineren 
Papillen und meistens einer einzelnen hintersten. Genauer betrachtet ist das 
Verhältniss aber weniger einfach und regelmässig, einigermassen wie früher 
beschrieben;^) die kleineren und theilweise die grösseren Papillen scheinen 
in einer unregelmässig wellenförmigen Linie fast alternirend am Rückeurande 
angebracht und innerhalb derselben sind dann zerstreut grosse Papillen gestellt; 
ausserhalb der kleineren Papillen steht hie und da noch eine ganz kleine, 
und die vordersten drei sind in einer Schrägreihe geordnet. Die ganze Anzahl 
der Papillen einer Seite ist meistens sechzehn bis achtzehn, mitunter achtzehn 
bis zwanzig. Die Papillen sind im Ganzen gross, stark, wie aufgeblasen; die 
grösseren kurz birnförmig, an der einen Seite ein wenig abgeplattet, an der 
Oberfläche überall ganz glatt; die kleineren ein wenig länger; sie hängen ziemlich 
fest an der Haut, mit kleiner Anheftungsfacette. Am Vorderrücken steht das 
Pericardium mitunter etwas gewölbt (mitunter stärker gefärbt) hervor; rechts 
an seinem Vorderrande scheint sich die ganz feine Analpore zu befinden, 
mitunter schimmert die in einem grossen Bogen nach hinten verlaufende 
schwarze Speicheldrüse hier hindurch. Die Körperseiteu ziemlich hoch, die 
Genitalöffnungen wie gewöhnlich; vorn, unter und hinter dem Rhino - 
phorium die spaltenförmige Penisöffnung, hinter derselben die Oeffnung des 
Schleimdrüsenganges, etwas weiter nach hinten die Vulva (Oeffnung der Vagina). 
Der ziemlich starke Fuss mit vorspringenden Fussecken und mit Randfurche; 
von den Seiten wenig vorspringend; der ziemlich lange, lanzettförmige Schwanz 
sehr zugespitzt. 

Durch die Fusssohle schimmerten, einigermassen in zwei Längsreihen 
geordnet, die gelblichen Lappen der Zwitterdrüse; weniger deutlich waren die- 
selben auch durch die Körperseiten sichtbar. 



1) Vgl. 1. c. Taf. XXVI, Fig. 1. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



13 



Die Lageverhältnisse der Organe wie früher von mir (1. c. p. 140 — 141) 
augegeben. Die Eingeweidehöhle kaum in den Grund des Schwanzes eintretend. 

Das Centrainervensystem (Taf. III, Fig. 9) wie in anderen Her- 
maeaden aus den sechs gewöhnlichen Ganglien gebildet. Oberhalb der Speise- 
röhre, durch eine ziemlich kurze Commissur verbunden, die ovalen cerebralen 
(Fig. 9a a) Ganglien; von denselben geht ein N. frontalis aus, ferner der 
N. rhinophorialis, welcher gleich ein ovales Ganglion olfactorium bildet (Fig. 9/f), 
ferner der nicht ganz kurze N. opticus, zwei bis drei Nervi m. bulbi phar. und 
noch ein paar andere Nerven, schliesslich der für die cerebro-buccale Com- 
missur. Unterhalb der Gehirnknoten und hinter denselben die kleineren, auch 
ovalen pedalen Ganglien, die (Fig. 9bb), durch eine ziemlich kurze Com- 
missur mit einander verbunden, drei bis vier Nerven abgeben. Hinter den 
letzteren, durch Connective mit den anderen Ganglien verbunden (Fig. 9 cd), 
die zwei Pleur alganglien, durch eine ganz kurze Commissur mit einander 
verbunden; das rechte (Fig. 9d), das also wahrscheinlich das besondere Genital- 
ganglion anderer Ascoglossen absorbirt hat, viel grösser als das linke; von den 
Ganglien gehen zwei bis drei Nerven an den Rücken und verschiedene Organe 
ab. Die rundlichen, buccalen Ganglien (Fig. 9e) an der Wurzel der Speise- 
röhre, dieser letzteren je einen und dem Hinterende des Schlundkopfes einen 
anderen Nerven gebend. 

Die Augen mit grosser, gelber Linse und schwarzem Pigmente. Die 
Ohrblasen (Fig. 9) an dem Hinterrande der Gehirnknoten, wie es scheint nur 
einen gelben, kugelförmigen Otolithen von einem Durchmesser von etwa 0'0075mm. 
enthaltend. Starke Muskelfaserbündel stiegen durch die Rhino phorien hinauf. 
In der Haut (Taf, III, Fig. 36) kamen, wie früher von mir (1. c. p. 141) be- 
schrieben, Massen von grossen Drüsenzellen vor. 

Um das Vorderende .der kurzen Mundröhre die gewöhnlichen Drüsen- 
massen (Taf. III, Fig. 10a). Der Schlundkopf (Fig. 10b) ganz klein, in dem 
grössten Individuum kaum 0*7 mm. lang, von den bei den Ascoglossen gewöhn- 
lichen Formverhältnissen und mit den gewöhnlichen Halbreifen (der oberen 
Seite). Auch die Zunge (Fig. 10) von dem dieser Gruppe eigeuthümlichen 
Baue. In der oberen Zahnreihe kamen in den zehn untersuchten Individuen 
(unter denen auch das grösste) meistens fünf, selten drei bis vier oder sieben 
entwickelte und eine unentwickelte Zahnplatte vor; in der unteren (Taf. IV, 
Fig. la), hinten eine Krümmung (Andeutung von Spirale) bildenden Zahni)latten- 
reihe kamen meistens vierzehn, selten eilf, zwölf, dreizehn, vierzehn oder sechzehn 
Platten vor. Die Gesammtzahl derselben somit fünfzehn bis einundzwanzig. 
Die Zahnplatten schwach gelblich, von der früher (1. c. p. 142) von mir 
beschriebenen hohen Form (Fig. 1 b), glattrandig, (an dem grössten Individuum) 
eine Höhe bis 04 mm. erreichend, während die Höhe der dritten der unteren 
Reihe (vom Anfange ab) nur etwa 0*0012 mm. mass. Auch an den ältesten 
schien ein niedriger Haken vorzukommen. 

Es kommen wirkliche Speicheldrüsen vor, weil die langen Gänge 
solcher unterhalb der Gehirnknoten verfolgt werden können; ein Paar lange, 



14 



Rudolph Bergh. 



meistens durch einen schwarzen, Aeste abgebenden Streifen pigmentirte, knotige, 
starke Bänder (Taf. IV, Fig. 2), die meistens hinabsteigen und eine Strecke längs 
des Fusses verlaufen, werden wahrscheinlich diese Drüsen sein. 

Ein Saugkropf konnte trotz vielen Suchens nicht gefunden werden. Die 
Speiseröhre dünn, etwa dreimal so lang wie der Schlund köpf, mitunter in 
seiner vorderen Strecke etwas ampullenartig erweitert (Taf. III, Fig. 10c); er 
(Taf. IV, Fig. 3 a) öffnet sich etwa an der Mitte der Körperlänge (Fig. 3 b) in den 
nicht engen Quer gallengang (Magen?), der an den Seiten in die Seiten- 
galleugänge übergeht, in welche sich die Leberstämme der Papillen ausleeren. 
Es glückte nie, den vor (Fig. 3 c) oder wahrscheinlich aus dem Quergallengange 
entspringenden Darm deutlich zu verfolgen. 

Die fast weisslichen Leberstämme entspringen mit ziemlich kurzem 
und nicht dickem Halse von den Seitengallengängen; innerhalb der Papillen 
sind sie weisslich; hier erweitern sie sich, weniger unten, stärker oben, indem 
sie in etwas weniger oder mehr als der unteren Hälfte (Taf. III, Fig. la, 2a), 
und zwar besonders (Fig. 2) an der mehr convexen Seite, von der papillären 
Verzweigung (Fig. Ib, 2b) der röhrigen Drüse zusammengedrückt werden. Die 
Wände der Leberstämme dünn, ihre Höhle weit. ') 

Das Herz und die Urinkammer wie früher von mir dargestellt. 

Die zahlreichen kugelförmigen, selten mit einander paarweise mehr oder 
weniger verschmelzenden Geschlechtsf o Ilikel (Taf. III, Fig. 4a) füllen den 
grössten Theil der Eingeweidehöhle; sie liegen vorn sehr unregelmässig, hier 
eine besondere Gruppe bildend, die an der linken Seite mit der grossen hin- 
teren zusammenstösst, welche mehr als die Hälfte der Eingeweidehöhle auf- 
nimmt und die Follikel mehr oder weniger deutlich in etwa acht Längsreihen 
vertheilt zeigt, zwei an jeder der vier Körperseiten. In dem peripheren Theile 
der Follikel grosse oogene Zellen, in dem centralen Zoospermien. Die Follikel 
der vorderen Gruppe schienen mitunter mehr entwickelt. Der gemeinschaftliche 
Zwitter drüsengang (Fig. 45) nur kurz, schnell in die lange, viel gebogene, 
gelb weisse Ampulle (Fig. c) schwellend, welche wieder verdünnt (Fig. id) in 
ein cylindrisches Eeservoir (Fig. 4 e ; Taf. II, Fig. 13 /) einmündet, welches an 
der oberen Seite der Schleimdrüse ruht. Dieses durchscheinend weissliche 
Reservoir nimmt links an seinem vorderen Ende also das Ende der Ampulle 
des Zwitterdrüsenganges auf und dicht daneben mündet der gleich getheilte 
Ausführungsgang der vielgelappten Drüse (Prostata) ein (Fig. 4f) und daneben 
das ampullenartige Ende des Ausführungsganges des röhrigen Drüsenlagers (?) ; 
gegenüber an der rechten Seite steht das Reservoir mit der Schleimdrüse in 
Verbindung (Eileiter). Am hinteren Ende des Reservoirs mündet links der Aus- 
führungsgang des röhrigen Drüseulagers ein, nebenbei geht rechts die Vagina 
ab. Die vielgelappte Drüse (Prostata) scheint paarig zu sein (Fig. 4/), 

1) lo meiner fiühereu Darstellung (1. c. p. 142, Taf. XXVI, Fig. 2, 3, 9) hatte ich das 
Verhältniss der Leherstämme ganz falsch aufgefasst, indem ich die mitunter sehr dicken intra- 
papillären Aeste der röhrigen Drüse zu einem verzweigten Leberstamm angehörend ansah, während 
ich den letzteren zerrissen hatte. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



15 



langgestreckt, gelblich, aus dicht gedrängten grösseren und kleineren Follikeln 
bestehend. ') Die Ausführungsgänge der Drüsen, der eine kürzer, der andere 
länger, vereinigen sich und münden neben der Ampulle des Zwitterdrüsenganges 
ein (Fig. 4/"). Die röhrige Drüse ist paarig, die rechte aber stärker, sich 
mit ihren starken Verzweigungen den Seitenwänden des Körpers entlang, unter- 
halb der Seitengallengänge') erstreckend; die Drüse meistens kalkweiss, aus stark 
geschlängelten und verzweigten Röhren, meistens von einem Durchmesser von 
etwa 0'12mm., gebildet; der Bau (Fig. 8) der gewöhnliche. Zweige dieser Drüse 
folgen den Seitengallengängen 3) und dringen mit den von den letzteren ab- 
gehenden Leberstämmen in die Papillen, wo sie sich mehr oder weniger ver- 
zweigen und somit mit dünneren und zahlreicheren oder dickeren und wenigeren 
kalkweissen Aesten, die oft an der Innwand der Papillen fest anhängen (Taf. III, 
Fig. 3), den grösseren Theil des Leberstammes umgeben und mehr oder weniger 
zusammendrücken (Taf. III, Fig. 1, 2). Dieser Drüse gehört wahrscheinlich 
der lange Ausführungsgang, welcher (Fig. 4h; Fig. ISd) links in das Hinterende 
des erwähnten Reservoirs einmündet; dicht vor seinem Eintreten gibt der Aus- 
führungsgang nach vorne einen Ast (Fig. 4/i; Fig. 13c) ab, welcher, mit dem 
Reservoir parallel laufend, neben dem Ausführungsgange der vielgelappten Drüse 
in das Reservoir einmündet, vor seinem Ende hier etwas ampullenartig erweitert 
(Fig. 13). Die vom Hinterende des Reservoirs rechts abgehende (Fig. 4:i}c; 
Fig. ISe) Vagina ist in seiner ersten Strecke dünner, dann (constant) mehr 
oder weniger (Taf. III, Fig. 6 a, 7 a) erweitert, in seiner letzten, mehr oder weniger 
kurzen Strecke viel dünner (Fig.4j^); diese letztere Strecke, sowie die untere Strecke 
der ampullenartigen Erweiterung ist von einer gelblichen Cuticula ausgefüttert 
(Fig. 6, 7). Die unter dem Reservoir liegende, denselben aber vorne und be- 
sonders hinten weit überragende Schleimdrüse (Taf. III, Fig. baa) weiss oder 
kalkweiss, langgestreckt; das Vordereude gekrümmt oder (Fig. 5a') eingerollt; das 
Hinterende (Eiweissdrüse) stark ausgezogen, zusammengebogen (Fig. 5 a); der 
Bau der gewöhnliche; der sich hinter dem Penis öffnende Schleimdrüsen- 
gang (vgl. Taf. I, Fig. 12e) kurz. Links an der oberen Seite der Schleimdrüse 
finden sich die Samenblasen, welche sich an der linken Seite des erwähnten 
Reservoirs in die Schleimdrüse (?) öffnen; vorne die kugelförmige, durchscheinend 
weissliche Spermatotheke (vgl. Taf. I, Fig. 12£Z; Taf. III, Fig. 5e), etwa von 
der Grösse des Schlundkopfes, durch einen ganz kurzen, starken Gang befestigt; 
hinter derselben die viel kleinere, grauliche oder bräunlichgraue, birnförmige Sp er- 
matocyste (vgl. Taf. I, Fig. 13 d; Taf. III, Fig. bb),"^) an ihrem dünnen Gange 

1) Vgl. 1. c, Taf. XXVI, Fig. 13. 

Vgl. 1. c, Taf. XXVI, Fig. 9, 17 a. 
») Vgl. 1. c, Taf. XXVI, Fig. 17 a. 

«) Die von mir (1. c, Taf. XXVI, Fig. 81) dargestellte Erweiterung am oberen Ende der 
Vagina wird wahrscheinlich die Spermatocyste sein. 

Vor der Vulva, an der Körperwand mit dem Halse angeheftet, wurde hei zwei Indi- 
viduen eine klare, weissliche, birnförmige Blase von etwa 0'6mm. Länge nachgewiesen. 

Die winzige Grösse (3 — 7 mm.) der Individuen gestattete überh.-iupt keine vollständige 
Eruirung der Getiitalorgane. 



16 



Rudolph Bergh. 



hängend, welcher wenigstens zweimal so lang wie die Blase war. Von der 
oberen Seite der Schleimdrüse, in der Nähe des Vorderendes des Reservoirs, 
entspringt der ganz dünne Sam enleiter (Taf. III, Fig. hf; Taf. IV, Fig. 5a, 7a), 
welcher etwa drei- bis viermal so lang wie der Penis war, dessen oberes 
Ende er durchbohrt. Der Penis zeigt innerhalb seiner dünnen Scheide (Prä- 
putium) (Fig. 76) die kurz kegelförmige, am Ende gerundete Glans, welche 
(Fig. bh; Fig. 7c) meistens eine Länge von etwa 0*3 mm. hatte und einen (an 
den neun untersuchten Individuen) 0'53- 0"6mm. langen, geraden, wegen seiner 
Biegsamkeit aber oft etwas gekrümmten (Fig. 5d, 6, 7) Stachel (immer zurück- 
geschlagen) trug, der an (Fig. 6b) der Spitze im Durchmesser etwa 0'0027, am 
Grunde (Fig. 6a) beiläufig 0*016 mm. mass und fast farblos war; der Samen- 
leiter konnte bis an den Grund des hohlen Stachels verfolgt werden (Fig. 5). 

Subfam. Elysiadae. 

Vgl. R. Bergh, Malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, ii), Heft IV, 1872, 
p. 175-203, Tab. XXI -XXIV. 

— Neue Nacktschnecken der Südsee I, Journ. d. Mus. Godeffroy, Heft II, 
1873, p. 79—82. 

— Malacolog. Unters., Supplementheft I, 1880, p. 1—4; Supplement- 
heft II, 1881, p. 1-2. 

Diese im letzten Decennium ganz gut gekannten, mitunter (besonders 
die Tridachien) den Planarien (vorzüglich den Peasien) ähnlichen Thiere stehen 
den Plakobranchiden am nächsten, besonders durch die starke Entwicklung 
der Seitentheile des Fusses, die aber nicht mit Läugsfältchen bedeckt 
sind, nur durch eine Rückenschnur vom eigentlichen Rücken geschieden.^) 
Der Körper sowie auch der Kopf ist — im Gegensatze zu der abgeplatteten 
Form der Plakobranchiden — etwas zusammengedrückt und die Augen 
stehen ziemlich weit von einander. Die Analöffnung findet sich rechts am 
Pericardialhöcker, nur bei den Thuridillen median hinten am Rücken liegend. 
— Der Schlundkopf, mit Ausnahme der Thuridillen, ohne kropfartigen 
Ansatz. Der Penis ist unbewaffnet. 

Diese hübschen, lebhaften Thiere scheinen in allen Meeresgegenden, den 
nördlichen wie den tropischen, vorzukommen. Der schnurförmige Laich der 
typischen Art ist (vgl. 1. c. 1880, p. 1) bekannt. Einige Beiträge zur Ontogenie 
(der El. viridis) sind durch Haddon bekannt. 2) 

An der angeführten Stelle (1873, p. 79—80) habe ich eine systematische 
Uebersicht der Gruppe geliefert, mit den (zwanzig) den typischen Elysien 
gehörenden, theilweise mehr oder weniger unsicheren Arten, den an je einer 
einzelnen Art gegründeten Elysiellen und Thuridillen und den tropischen 
und subtropischen Arten der Gattung Tridachia. 

') Vgl. I he ring, Vgl. Anat. des Nervensystems, 1877, p. 201. 

^) A. C. Haddon, Notes on the development of Mollusca. Quart, journ. of microscop. 
Science, XXII, 1882, p. 367—368, pl. XXXI, Fig. 1. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



17 



I. 

Elysiella Bgh. 

ElysieUa Bergh, Malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, n), II. Heft, 1871, 
Taf. IX, Fig. 3; IV. Heft, 1872, p. 201-203, Taf. XXIV, Fig. 20-25. 

Elysiella Verrill, Brief contribut. to Zoology, Nr. XX. The Amer. journ. 
of science and arts, ser. 3, III, 1872, p. 284, pl. VII, Fig. 5, 5 a. 

Die von mir (1871) aufgestellten Elysielleu sind wahrscheinlich mit der 
fast gleichzeitig von Verrill formulirten gleichnamigen Gattung identisch. Ob 
diese Gruppe aber wirklich von den typischen Elysieu generisch verschieden ist, 
muss erneuerten Untersuchungen zur Decision überlassen werden. 

Die Rhinophorien sind von grosser Kürze und die aderartige Ver- 
zweigung am Rücken ist vielleicht anderer Art als die der echten Elysien; die 
Epipodien scheinen (gegen die Angabe Verrill 's) hinten nicht verbunden. 

Der Gattung würden, wie jetzt bekannt, zwei Arten angehören. 

1. El. pusilla Bgh. 

M. philippin. 

2. — catula (Agassiz) Gould. 

M. atlant. occ. 

El. catula (Agassiz, Gould). 

Placohranchus catulus (Agassiz M. S. S.) Gould, Rep. of the invertebr. 
of Massachusetts, ed. W. G. Binney, 1870, p. 256, pl. XVII, Fig. 249 
bis 250. 

Elysiella catulus (G.) Verrill, Amer. Journ., ser. 3, III, 1872, p. 284, 
pl. VII, Fig. 5, 5 a. 
Hab. M. atlant. occ. 
Taf. I, Fig. 17-19; Taf. III, Fig. 15; Taf. IV, Fig. 8-11; Taf. V, Fig. 1-2. 

Unter dem Namen Elysiella catulus hat mir Prof. Verrill drei Individuen 
(in Alkohol gut conservirt, nur ziemlich stark zusammengezogen) geschickt, die 
im Juli 1881 in Vineyard Sound, Mass. und bei Woods Hole gefischt waren. 

Die Thiere hatten eine Länge von 2-75— 3*25 mm.; ') in dem grössten 
Individuum betrug die Breite des Körpers 1-3 und die Höhe 1*4 mm. Die Farbe 
des Kopfes und des grössten Theiles des eigentlichen Rückens fast schwarz; die 
Aussenseite der Rückenflügel graulich, ihre Innenseite so wie die Falten des 
hintersten Theiles des eigentlichen Rückens weisslich; eine mediane Längslinie 
an der Stirne, eine schmale, von den Rhinophorien nach hinten ausgehende 
Linie so wie die Genital- und Analöffnung weiss; der Fuss und der Aussen- 
mund gelblichweiss.2) 

Die Länge der lebenden Thiere ist, Gould zufolge, etwa 6-5 mm. („one fourth of an inch"). 
*) Gould zufolge ist die Hauptfarbo bräunlichgrün („brownish sea-green"), dfiv Fuss 
gelblichgrün. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 3 



18 



Rudolph Bergh. 



Die Formverhältnisse im GaKzen wie gewöhnlich, nur ein wenig plump. 
Der Kopf grösser als in den echten Elysien, hoch, gerundet; der Aussenmund 
wie gewöhnlich; die Rhinophorien auch so, sie schienen aber kürzer und dicker. 
Der Hals des Körpers kürzer als in den typischen Elysien. Die Rückenflügel 
(Epipodien) dicker und weniger breit als in jenen, an ihrer Innenseite feine 
Querfalten (Taf. III, Fig. 15). Der Pericardialhöcker gross, nach hinten zuge- 
spitzt und von dem hinteren Rande gingen (fast wie in den Plakobranchen) 
Fältchen nach hinten aus, den hinteren Theil des eigentlichen Rückens deckend 
(Fig. 15); von solchen Falten kamen eine gegabelte oder nicht gegabelte mediane 
vor und an jeder Seite derselben drei bis vier. 2) Die Analöffnung vorn an 
der rechten Seite des Pericardialhöckers am Grunde des vorderen Randes des 
Rückenflügels; dicht innerhalb jener schien die Nierenpore sich zu finden (Fig. 15). 
Der Fuss vorn gerundet abgestutzt, nach hinten allmälig zugespitzt; die 
Querfurche etwa an der Grenze zwischen dem ersten und zweiten Drittel der 
Fusslänge liegend. 

Die Eingeweide schimmerten nirgends hindurch. 

Das Centrainervensystem (Taf. IV, Fig. 8) etwa wie in der typischen 
Elysia aus den sieben gewöhnlichen Ganglien gebildet. Die cerebralen Ganglien 
(Fig. 8a) durch eine kurze Commissur verbunden, rundlich; hinter denselben 
die auch rundlichen, pedalen Ganglien (Fig. 8cc); zwischen den letzteren das 
rundliche Ganglion genitale (Fig. ^d); die beiden pleuralen Ganglien (Fig. 8Z>ö) 
fanden sich an der Vereinigung des cerebralen und pedalen Ganglions. Die 
grossen buccalen Ganglien durch eine kurze Commissur verbunden (Fig. 8e). 
Am Grunde der Rhinophorien schien ein etwas kleineres, rundliches Ganglion 
olfactorium sich zu befinden. 

Die Augen am Ende der ziemlich langen Nerven, von etwa 0*1 mm. 
grösstem Durchmesser, mit reichlichem schwarzen Pigmente und fast farbloser 
Linse (Fig. 8/"). Die Otocysten von beiläufig 0035 mm. Durchmesser; einen 
rundlichen, gelblichen, stark lichtbrechenden Otolith von einem Diam. von etwa 
0*013 mm. enthaltend (Fig. 8). Die Haut wie gewöhnlich mit einer Unmenge 
von einzelligen Drüschen ausgestattet. 3) 

Die Mundröhre (Fig. 9a) kurz; um den Aussenmund die gewöhnlichen 
Lippendrüsen. — Der (Fig. 9) Schlundkopf von etwa 8 mm. Länge, zu- 
sammengedrückt, hoch, der obere Theil im Ganzen kleiner als der untere (Fig. 9&) ; 
jener besonders kürzer, aber breiter, von (gegen fünfundzwanzig) Halbreifen 
eingefasst; am Hinterende der Pharynx dann die buccalen Ganglien (Fig. 9e) 
und meistens eine vom Ende der Raspelscheide gebildete Hervorragung (Fig. 9 c). 

1) Gould gibt die Rhinophorien als „short, broad, blunt, like cats ears" an. 

Gould hat auch bei seinem Placobranchus catulus diese feinen Längsfalten gesehen 
(aber sehr schlecht gezeichnet); durch das Dasein von solchen werden die Elysien aber noch keine 
Plakobranchen, dazu diiferiren sie noch viel zu viel, besonders in der Form des Schlundkopfes und 
der Zahnplatten, sowie in der Beschaffenheit des Penis. 

3) Vgl. I. c. 1872, Tab. XXIV, Fig. 1. 

Ueber den grünen Farbstoff v Elysia viridis vgl. (A. und G. de Negri) Krukenberg, 
vgl. physiolog. Stnd. V, 1881, p. 40. 



Beiträge zur Kcimtniss der Aeolidiaden. 



19 



Der untere Theil mit der Zunge und dem Easpelsacke länger, aber schmäler; 
am Hinterende ragt der Kaspelsack (Fig. 9d) mehr oder weniger hervor. Am 
Vorderende des Schlundkopfes, um die Lippenscheibe, starke Drüsenmasseu. 
Die Zunge und die Zuugenmuskelmasse wie in der typischen Elysia^) (Fig. 9 cd). 
In der oberen Zahnplattenreihe (der langen Kaspelscheide) kamen in den drei 
untersuchten Individuen zehn bis eilf entwickelte, eine halbentwickelte und eine 
ganz junge Zahnplatte vor; in der unteren wurden siebzehn bis achtzehn Zahn- 
platten gezählt und in dem Raspelsacke noch wenigstens gegen fünfzig lose 
liegende von abnehmender Grösse. Die Cuticula im hinteren Theile der unteren 
Easpelscheide dick und stark gelblich (Fig. 10). Die sehr hell gelblichen Zahn- 
platten von den gewöhnlichen Formverhältnissen (Taf. I, Fig. 17—19), mit der 
tiefen Furche des Rückens des Hakens (Fig. 18), dessen scharfer Unterrand 
(Fig. 17} (selbst bei einer Vergrösserung von 800 Mal [Taf. V, Fig. 1]) uuge- 
zähnelt war; die Grundfläche subquadratisch (Fig. 19). Die Höhe der ältesten 
(gefundenen) Platten betrug 0"03, die der hintersten (festsitzenden) der unteren 
Zahnplattenreihe etwa 011 und die der jüngsten Platten beiläufig 0*115 mm. 
Die Raspelscheide wie gewöhnlich. 

Die Speicheldrüsen langgestreckt, sich längs der Speiseröhre bis unter 
den Quergallengang erstreckend; 2) die Ausführungsgänge nicht kurz. 

Die Speiseröhre lang, in den Quergallengang (Magen) endigend; 
die Längsfalten der ersten an den Wänden des letzteren fortgesetzt, fächerförmig 
sich verbreitend. Mit dem hinteren Theile der Speiseröhre scheint ein Saug- 
magen in gewöhnlicher Weise 3) in Verbindung zu stehen. Der Quergallengang 
nimmt die Seitengallengänge auf; die röhrenartigen Leberzweige derselben mit 
ihren sack- und kolbenförmigen Anhängseln 4) sich unter der Haut, besonders 
in die Rückenflügeln (Epipodien), verbreitend und in die Geschlechtsdrüsen überall 
stark eingewebt. Der Darm wie in der typischen Elysia.^) — In der Ver- 
dauungshöhle wurden nur Diatomeen gesehen. 

Das Herz wie gewöhnlich. ß) Die Niere, insoweit solche bei der winzigen 
Grösse und bei dem beschränkten Materiale beurtheilt werden konnte, wie 
gewöhnlich ; an der Unterseite der Rückenhaut konnten die vom hinteren Rande 
des Pericardialhöckers (der Niere) ausgehenden, den Rückenfalten entsprechenden 
Röhren sehr deutlich verfolgt werden. 

Die Zwitterdrüse aus der Länge nach gereihten, relativ ziemlich 
grossen, discreten, kugel- oder seltener eiförmigen, graulichen Follikeln be- 
stehend;") in denselben reife Gonoblasten; die Ausführungsgänge wie gewöhnlich. 
Die vordere Genitalmasse von unregelmässig ovaler Form; eine Ampulle 
wurde nicht gesehen. Der Samenstrang (Taf. V, Fig. 2a) etwa dreimal so lang 
wie der Penis, ziemlich stark; ijanerhalb des dünnen Präputiums die grosse, 
kegelförmige, bis an ihre Spitze von dem Samengauge durchbohrte, etwa 

1) Vgl. 1. c, Tab. XXI, Fig. 4. Vgl. 1. c, Tab. XX, Fig. 17/. 

*) Vgl. 1. c, Tab. XXII, Fig. 13 e; Tab. XX, Fig. 11 rj. «) Vgl. 1. c, Tab. XX, Fig. 22 ab. 
3) Vgl. 1. c, Tab. XX, Fig. n d. ') Vgl. 1. c, Tab. XXIV, Fig. 6. 

*) Vgl. 1. c, Tab. XX, Fig. 24 5&. 

3* 



20 



Rudolph Bergh. 



0'6 mm. laoge Glans (Fig. 56). Die paarige, vielgelappte Drüse schien sich wie 
in der typischen Elysia zu verhalten; und ebenso die viel verästelte Drüse mit 
den kolbenförmigen, hellen Säckchen rings um den axialen Canal (Taf. IV, 
Fig. 11).^) Die Samenblase fast kugelförmig, der (vaginale) Gang etwa so lang 
wie der Sack. Die Schleimdrüse weiss. 

II. 

Elysia (Risso) autt. 

R. Bergh, Malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, n), Supplementheft I, 
1880, p. L 

El, viridis (Mtg.) var. lactea. 
R. Bergh, 1. c. p. 3—4. 
Hab. M. mediterr. (adriai). Taf. VI, Fig. 1—3. 

III. 

Thuridilla Bgh. 

R. Bergh, Malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, n). Heft IV, 1872, 
p. 199-201. 

Cajßut rotundatum rJiinopJioriis majoribus; anus dorsalis, posterior, 
medianus. 

Bulbus pharyngeus processu ingluvieformi postice instructus. 

Die Gattung wurde von mir auf die Elysia splendida von Grube ge- 
gründet, nachdem ich dieselbe einer genaueren Untersuchung unterzogen hatte. 
Sie unterscheidet sich von den echten und allen anderen Elysiaden durch die 
Lage des Anus hinten am Rücken median; sonst stimmt sie in den Form- 
verhältnissen mit den echten Elysien, hat aber einen kropfartigen Ansatz 
hinten am Schlundkopfe und mehr abgeplattete Zahnplatten. 

Von der Gattung ist bisher nur die eine Art (aus dem Mittelmeere) 
bekannt. 

Th» splendida (Grube). 

Elysia splendida Grube, Ein Ausflug nach Triest und dem Quarnero, 

1861, p. 86, 133, Tab. I, Fig. 1-3. 
Thuridilla splendida R. Bergh, 1. c. p. 199-201, Taf. XXIV, Fig. 7—19. 

Forma sat parva, coloribus splendens. 

Color corporis et loborum epipodialium velutino-niger ; lobi epipodidles 
laete aurantiace limbati, in latere externo limbus aurantiacus vittis duabus 



1) Vgl. 1. c, Tal). XXI, Fig. 13 66. 



Beiträge zur Kenutniss der Aeolidiadeu. 



21 



comitatur, altera exteriore aurea, altera interiore ex argenteo viridi; Caput 
supra album, antice aiirayitiace limbatum; rliinoplioria inferno latere alba, 
apice aziireo liinbata; margo anterior podarii aurantiacus. 
Long. 7—9, latit. 5— 6 mm. 

Hab. M. adriaticum. Taf. V, Fig. 3—5. 

Von dieser prachtvollen Art habe ich früher (1. c.) zwei mir von Grube 
geschickte Originalexemplare untersucht. 1881 fand Graeffe in der Nähe 
von Triest ein Individuum derselben, in den Farbenverhältnissen mit der Be- 
schreibung Grube 's übereinstimmend. 

Das mir freundlich von Dr. Graeffe geschenkte Individuum war, in 
Alkohol bewahrt, 4"2 mm. lang bei einer Breite (bei ausgeschlagenen Flügeln) 
von 3'25 und einer Höhe des Körpers (durch den Pericardialhöcker) bis Timm. 

— Die Farbe war (schwach bläulich) schwarz, so auch der Pericardialhöcker; 
die Stirne, das Genick und die untere Partie der Rhinophorien, sowie der 
Vorderrand des Fusses weisslich; der freie Rand der Epipodiallappen weisslich ; 
die an der Aussenseite dieser Lappen dem Rande angrenzende Partie schwarz, 
allmälig heller sich in ein mit dem Rande parallel laufendes, weissliches Band 
verlierend; der übrige Theil der Epipodiallappen bis an den graulichweissen 
Fussrand schwarz. 

Die Formverhältnisse wie früher von mir beschrieben; die Rücken- 
schnüre sehr undeutlich, die Analöffnung zum Verschwinden zusammengezogen» 
Der Fuss und ihre Querfurche wie früher beschrieben. 

Das Centrainervensystem wie früher von mir (1. c. Fig. 7) dargestellt; 
es schienen Riechknoten, etwas kleiner als die Buccalganglien, vorzukommen. 

— Die Augen wie früher erwähnt. Die Ohrblasen mit einem runden, gelben 
Otolithen von kaum 0*007 mm. Durchmesser. 

Um die Mundröhre die gewöhnlichen starken Drüsenmassen. Der Schlund- 
kopf wie früher (1. c. Fig. 8, 9) von mir dargestellt, mit dem mächtigen kropf- 
artigen hinteren Ansätze (Fig. 3&). Die Zunge von gewöhnlichem Bau; 
in der oberen Zahnplattenreihe (Fig. 31) kamen acht entwickelte und eine un- 
entwickelte Platte vor; in der unteren fanden sich eilf und fünf bis sechs kleinere 
losgerissene im Raspelsacke. Die jüngsten Zahnplatten horngelb, die anderen 
fast farblos; die Länge der Grundfläche der jüngsten etwa 03 mm. betragend. 
Die Platten wie früher von mir (1. c. Fig. 12 — 17) beschrieben, nur etwas 
schmächtiger (Fig. 4, 5). — Die Speiseröhre und der Saugmagen wie früher von 
mir beschrieben (1. c. Fig. 8 de), ebenso die Leberröhren. 

In den Follikeln der Zwitterdrüse Zoospermien und kleine oogene 
Zellen. Die vielgelappte Drüse schien sich wie bei den echten Elysien zu 
verhalten. 



22 



Eudolpli Bergh. 



Fain. Nudibranchiata kladohepatica. 

Vgl. R. Bergh, Beitr. zur Keniitn. d. Japan. Nudibr. II. — Vgl. Verhandl. 
d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien, XXX. Bd., I, 1881, p. 236. 

Subfam. Aeolidiadae. 

Die ziemlich zahlreichen, generisch differenzirten Formen dieser grossen 
Gruppe zeigen im Aeusseren und im Habitus eine nicht geringe Aehnlichkeit 
mit den terminalen Gruppen der Ascoglossen, den Hermaeiden und den Phyllo- 
branchiden. Nie aber fehlen bei den Aeolidiaden Mandibeln, und der Bau 
der Zunge ist ein ganz anderer als bei den Ascoglossen; der Schlundkopf 
ist kein Saugapparat. Ein Vormagen kommt bei den Aeolidiaden nicht vor, 
und es findet sich nur eine Samenblase. 

I. 

Aeolidiella Bgh. 

Vgl. diese Aeolidiaden Beiträge II. 1. c, XXIV, 1874, p. 396—399; VII. 1. c, 
XXXII, 1882, p. 7-12. 

Von den wenigen (fünf) bisher bekannten Arten dieser Gruppe waren die 
zwei {Ae. Soemmeringii Bgh., Ae. occidentalis Bgh.) schon genauer bekannt; 
jetzt wird die Kenntniss der Gattung mit der anatomischen Untersuchung noch 
einer, der untenstehenden Ae. glauca, erweitert. 

1. Ae. Soemmeringii Bgh. 
Vgl. diese Beiträge VII, 1. c. XXXII, 1882, p. 8—12. 
Hab. M. mediterr. (adriatic). Taf. VI, Fig. 4-7; Taf. VII, Fig. 1—2. 

2. Ae, glauca (Aid. et Hanc). 

Eölis glauca Aid. et Hanc, Nudibr. moU., part IV, 1848, fam. 3, pl. XI; 
part Vn, 1855, pl. XL VII Supplement, Fig. 5. 
Hab. M. atlant. septentrionale (Liimfjord, Torbay). 

Taf. IV, Fig. 17; Taf. V, Fig. 12—14; Taf. VI, Fig. 8; Taf. VII, Fig. 3-5. 

Von dieser Art wurden im März 1884 zwei Individuen von Herrn 
Gutsbesitzer Teilmann-Fries in Salling-Sund (Liimfjord) gefangen, i) von 
demselben lebend gezeichnet und die Zeichnung sowie das eine, in Borsäure- 
lösung gut bewahrte Individuum mir zur Untersuchung von Herrn I. C ollin 
geschickt. 



1) Die Art scheint auch an der Nordküste von Frankreich gefischt. Vgl. Fischer, Catal. 
des Nndihr. des cotes ocean. de la France, Journ. de canchyl., s6x. 3, XV, 1875, p. 210. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



23 



Das lebende Thier scheint eine Länge von etwa 2*5 cm. gehabt zu 
haben bei einer Breite bis 10 mm. ; die Rhinophorien scheinen ein wenig kürzer 
als die Tentakel gewesen zu sein; der Schwanz ganz kurz. Die Farbe des 
Rückens der colorirten Skizze zufolge rothgelb, die Rückenpapillen hell grün- 
braun, der Fuss weisslich, die schwarzen Augen im Genicke durchschimmernd. i) 

Die Länge des in Alkohol bewahrten Individuums betrug etwa 
1*2 cm. bei einer Breite des eigentlichen Körpers bis 5 und einer Höhe bis 
2'75mm.; die Länge der Rhinophorien und der Tentakel 3, die der Rücken- 
papillen bis 3 mm.; die Breite des Fusses 4'5 mm. Die Farbe des Rückens 
rothgelb; der Kopf mit den Rhinophorien hellgraulich mit weisser Spitze; die 
Rückenpapillen (hell grünlich-) grau mit weisser Spitze; der Fuss weisslich. 
Die Eingeweide (mit Ausnahme der schwarzen Augen) nirgends durchschimmernd. 

Die Formverhältnisse des Kopfes und des Körpers wie gewöhnlich. 
Trotz des Contractionszustandes der Rhinophorien und der Tentakel zeigten 
sich dieselben kaum geringelt Die Papillen waren etwa wie in der Ae. Soem- 
meringii Bgh. geordnet; sie standen an etwa sechzehn bis siebzehn wenig 
erhabenen Leisten, die eine einzelne oder meistens theilweise nach aussen dop- 
pelte Reihe von Papillen tragen. Die Papillenreihen folgten mit ziemlich regel- 
mässigen Zwischenräumen nach einander, nur vorn und hinten standen sie 
dichter an einander gerückt. An den hintersten Leisten des ersten Drittels des 
Körpers kamen bis wenigstens dreizehn bis vierzehn Papillen vor. Die Papillen 
von gewöhnlicher Form, gerade oder gebogen, nur seltener wurden sie von der 
von AI der und Hancock (1. c. pl. XI, Fig. 4) erwähnten eigenthümlichen 
(„curious vermicular") S-Form gesehen ; sie waren fest an den Leisten befestigt. 
Verschmelzung von zwei Papillen zu einer dicken, tief gegabelten kam an diesem 
Individuum ungemein häufig vor. Die Analpapille als eine feine Pore am 
hinteren Rande des unteren Endes der fünften (sechsten?) Papillenleiste stehend. 
Die Körperseiten niedrig; die Genitalpapille etwa unter der dritten bis vierten 
Papillenleiste liegend. Die spitzen Fussecken ziemlich stark ausgezogen, der 
abgeplattete Schwanz kurz. 

Das Centrainervensystem fast ganz wie in der erwähnten Art des 
Mittelmeeres. Die cerebro-pleuralen Ganglien von ovaler Form, die cerebrale 
Abtheilung etwas grösser als die pleurale; die pedalen ein wenig mehr als die 
Hälfte der vorigen betragend, von ovalem Umrisse. Die Commissuren wie in 
der Äe. Soemmeringii. Die Gesichtsknoten (Taf. V, Fig. 12) kleiner als die 
Augen; die Riechknoten wenigstens dreimal so gross wie die Augen, nach oben 
wenigstens drei Nerven aussendend. Die buccalen und die gastro-oesophagalen 
Ganglien wie in der erwähnten Art. 

Die Augen (Fig. 12) gross, von etwa 0"2 mm. grösstem (querem) Diam., 
mit kohlschwarzem Pigmente, gelber Linse; der eine N. opticus schwarz. Die 
Ohrblasen eine, wie es schien, nicht grosse Anzahl von (wegen Einwirkung 
der Borsäure?) blassen Otokonien enthaltend (Fig. 12a). 

^) Die Farbenverhältnisse waren somit nicht zu sehr von den von den englisclien Verfassern 
angegebenen verschieden. 



24 



Eudolph Berg Ii. 



Das Driisenlager um den Aussenmund wie gewöhnlich, ebenso die 
Mundröhre und die langen, dicken, fast cylindrischen, abstechend, weissen, 
längs den Seiten des Bodens der Körperhöhle verlaufenden Mundröhren- 
drüsen (Gl. ptyalinae). — Der Schlundkopf etwa 1*4 mm. lang, ziemlich 
stark, fast ganz wie in der genannten anderen Art. Die Mandibeln stark, 
zusammengedrückt, von horngelber Farbe und übrigens auch mit sammt dem 
Kaurande (Taf. VI, Fig. 8) wie in jener; nur das Vorderende mehr abgeplattet, 
mit starker Schlosspartie (Taf. VII, Fig. 1, 2). Die Zunge ziemlich kurz, vorn 
gerundet; in der unter der Lupe sehr hell horngelben Raspel eilf Zahn- 
platten; weiter nach hinten, unter dem schmalen Raspeldache und in der ganz 
kurzen Raspelscheide vier entwickelte und zwei unentwickelte Zahnplatten, die 
Gesammtzahl derselben somit siebzehn. Die Zahnplatten von den bei den 
Aeolidiellen gewöhnlichen Formverhältnissen; zu jeder Seite der weit zurück- 
getretenen medianen Spitze fanden sich an den vordersten Platten zwanzig bis 
zweiundzwanzig, an den mittleren dreissig, an den hintersten fünfunddreissig 
bis sechsunddreissig Dentikel; die gewöhnlichen Unregelmässigkeiten (Taf. V, 
Fig. 13) in der Denticulation fehlen nicht. ^) Die Platten sehr hellgelb, der 
Basalrand dunkler; die Breite der vordersten 0'12, der hintersten 0"27 mm. ; die 
Höhe der mittleren Platten der Zunge 0-045 mm. — Die Speicheldrüsen 
(Gl. salivales) wie in der vorigen Art (Taf. IV, Fig. 17). 

Die Speiseröhre, der Magen, der Darm, der Hauptgallengang (Magen- 
blindsack) wie in der Äe. Soemmeringii. In der Magenhöhle ein paar schöne 
Peridinien. Die Leberlappen der Papillen wie in der erwähnten Art. Die 
Nesselsäcke bei den grössten Papillen etwa ein Fünftel der Länge der Pa- 
pillen betragend. Die Cnidae zum grossen Theile massenweise in Cnido- 
cysten liegend; sie sind (Taf. V, Fig. 14) stabförmig, von einer Länge bis etwa 
0-025 mm. 

Die weisse Zwitterdrüse lang, sich durch etwa ein Drittel der Länge 
der Körperhöhle erstreckend, gestreckt kegelförmig, mit abgestutztem Vorder- 
ende, sonst vollständig wie in der erwähnten Art, so auch ihre Läppchen; in 
den letzteren grosse oogene Zellen. Die vordere Genitalmasse ein wenig 
grösser als der Schlundkopf; die opake Ampulle des Zwitterdrüsenganges nur 
ein paar Windungen bildend; der Samenleiter wie in der vorigen Art; die 
Samenblase klein, fast kugelförmig. 

Dieser selbigen Art gehörten wahrscheinlich die untenstehend zu be- 
schreibenden Individuen aus der Adria an, als: 

Ae, glauca Aid. et Hanc. var. mediterranea. 

Die Thiere stimmen in den Form- und Farbenverhältnissen ganz gut 
mit dem obenstehenden typischen Repräsentanten; nur ist die Farbe der Rhino- 

1) AI der und Hancock (1. c.) zufolge war die Anzahl der Zahnplatten einundzwanzig, 
die Zahl der Dentikel jederseits etwa dreiunddreissig. Von dem „dunkel purpurb raunen" Basal- 
rande war an dem von mir untersuchten Individuum nichts zu sehen. 



Beiträge *ur Kenntniss der Aeolidiadon. 



25 



pliorien und der Papillenspitzen etwas abweichend und die vordersten Papillen- 
reilieu sind in der mediterranen Varietät weisslich wie bei der Ae. Älderi (eben 
im Gegen satze zu der Ae. glauca). 

Durch Herrn Dr. Graeffe erhielt ich Ende November 1883 aus der 
zoologischen Station von Triest fünf fast gleich grosse Individuen wahrscheinlich 
dieser Art, lebend und munter auf Ulva latissima herumkriechend, alle einander 
vollständig ähnelnd. 

Die Körperlänge betrug in ausgestrecktem kriechendem Zustande des 
Thieres 18 mm. bei einer Breite des Körpers bis 3 5 mm.; die Länge der Ehino- 
phorien, sowie der Tentakel 3"5, der Fussecken beiläufig 1 mm. Der ganze 
Rücken mit sammt der oberen Seite der Tentakel von schön ockerrother Farbe, 
nur der hinterste Theil des Rückens gelblich mit schwach grünlichem Schimmer. 
Die Rhinophorien am Grunde röthlich, sonst weisslich, mit röthlicher Spitze, 
aussen am Grunde ein weisslicher Fleck und in demselben das abstechend 
schwarze Auge. Die Pericardialgegend weisslich. Die zwei ersten Reihen der 
Rückenpapillen weisslich; der dunkelgraue Leberstamm nur im unteren Drittel 
oder in der unteren Hälfte der Papillen durchschimmernd. Die Papillen sonst 
wegen der durchschimmernden Leberstämme meistens grünlich dunkelgrau, 
das äusserste Drittel oder Viertel ockerroth.i) Die Mundgegend weisslich; die 
Genitalpapille weisslich; die Körperseiten durchscheinend weisslich; der Fuss 
weisslich; der Vorderrand ockerroth. Durch die Körperseiten, sowie durch die 
Fusssohle schimmerte die röthliche Zwitterdrüse, deren Lappen selbst so unter- 
schieden werden konnten. 

Die Formverhältnisse die gewöhnlichen. Die Papillen fanden sich in eilf 
deutlich geschiedene Querreihen gestellt, denen sich hinten drei dicht gedrängte 
anzureihen schienen; der Schwanz kurz. 

Die in Alkohol bewahrten Individuen waren etwas zusammen- 
gezogen und hatten alle Farbe verloren, waren durchgehends weiss. Die Papillen in 
dreizehn bis fünfzehn mehr oder weniger doppelten Reihen gestellt; sie waren 
fast cylindrisch, fest an die Rückenhaut befestigt. Die Analpapille bei der 
fünften Leiste. 

Das Centrainervensystem wie oben. Die optischen Ganglien (Taf. V, 
Fig. 12) ein wenig grösser als die Ohrblasen. Die interbuccale Commissur nur 
etwa die Hälfte des Querdurchmessers des runden oder ovalen Ganglions be- 
tragend; die gastro-oesophagealen Ganglien ziemlich langstielig, etwa ein Fünftel 
der Grösse der vorigen betragend. — Der N. opticus nur von etwa der Hälfte 
der Länge des Auges. In den Oto Cysten etwa 150 bis 200 hell gelbliche, 
ovale und rundliche Otokonien, unter denen ein etwas grösserer und rundlicher. 

Die Mundröhrendrüsen oft mehrmals geknickt, 1*5 mm. lang bei einer 
Breite von meistens etwa 0*3 mm.; der Ausführungsgang beiläufig 0-3 mm. lang. 



1) Das eine Individuuin zeigte die Papillen mehr graulich und ihre rothe Spitze weniger 
ausgeprägt. 

Z. B. GeB. B. XXXV. Abh. 4 



26 



Rudolph Bergli. 



Der Sclilundkopf 2 mm. lang bei einer Höhe und Breite bis etwa 1mm.; 
die Mandibeln wie oben. Die Zunge (der drei untersuchten Individuen) mit 
sechs, eilf bis zwölf Zahnplatten; weiter nach hinten deren acht bis neun ent- 
wickelte und zwei jüngere Platten, die Gesammtzahl derselben somit sechzehn 
bis einundzwanzig oder dreiundzwanzig. Die vordersten Platten zeigten an dem 
einen Individuum jederseits etwa neunundzwanzig, die hintersten vierund- 
vierzig Dentikel; an den anderen kamen deren vorn vierundzwanzig bis fünf- 
undzwanzig, hinten zweiunddreissig bis siebenunddreissig vor. Einzelne Zahn- 
platten zeigten ganz bedeutende Unregelmässigkeiten (Taf. V, Fig. 13). — Die 
Speicheldrüsen (Taf. IV, Fig. 17 6) ganz klein, die Ausführungsgänge (Fig. 17«) 
nicht kurz. 

Die Cnidae der Nesselsäcke stabförmig, gerade oder etwas gebogen, bis 
etwa 0"05 mm. lang. 

Die Zwitterdrüse wie oben; in den Läppchen derselben grosse, oogene 
Zellen. Die Samenblase von ovalem Umrisse. 

Es ist kaum über allen Zweifel gehoben, dass diese Art von der (viel 
grösseren) Aeolidiella Soemmeringii specifisch verschieden sei, oder also, dass 
die letztere sowie die Ae. glaiica nur Varietäten einer und derselben Art 
darstellen. 

Unter den eben erwähnten (fünf) Individuen der Ae. glauca, die ich Ende 
November 1883 durch Dr. Graeffe aus der zoologischen Station von Triest als 
„Spurilla oieapoUtana'^ erhielt, fand ich ein abweichendes Individuum, das 
jedenfalls wieder eine Varietät jener Art darzustellen scheint. 

Dasselbe war etwa 13 mm. lang. Der Kopf mit dem Vorderrande der 
Tentakel und des Fusses, sowie der Vorderrückeu waren roth, ebenso die untere 
Hälfte der E-hinophorien, während der Ueberrest derselben weisslich war, nur 
die Spitze wieder roth. Der übrige Theil des Rückens schwach röthlich. Die 
langen Rückenpapillen wegen der durchschimmernden Leberverzweigung graulich, 
an der Spitze wegen des durchschimmernden Nesselsackes weisslich. Die Körper- 
seiten und der Fuss weisslich. Die schwarzen Augen neben der Aussenseite der 
ziemlich kurzen Rhiuophorien stark durchschimmernd; durch die hintere Hälfte 
der Fusssolile schimmerte die rothe Zwitterdrüse. 

Der Schlundkopf 11mm. lang, hoch; die Mandibeln ganz wie ge- 
wöhnlich. Die Zunge mit eilf Zahnplatten, weiter nach hinten deren fünf 
entwickelte und zwei unentwickelte. Die Zahl der Dentikel an der vordersten 
Platte einundzwanzig, an der hintersten siebenunddreissig. 

II. 

Spurilla Bgh. 



Vgl. diese Beiträge IV 1. c, XXVI, 187G, p. 758-761; VII 1. c, XXXII, 
1882, p. 12-19. 



Btitrage zur Keniitiiiss der Aeolidiaden. 



27 



Spurilla neapolitana (d'Ch.) var. 

Voll dieser grossen und hübschen Form bin ich noch ein Individuum zu 
untersuchen genöthigt gewesen, weil zwei mir als eine besondere Varietät 
geschickt wurden, und in der That repräsentirten sie auch eine solche, die 
besonders viel blässer als die typische Form war. 

Ende November 1883 erhielt ich nämlich durch Herrn Dr. Graeffe aus 
der Station von Triest zwei solche Individuen dieser Form, noch lebend, aber 
sehr schwach. 

Diese Individuen waren einander an Grösse und Farbe fast vollständig 
ähnlich. Die Kör per länge betrug 3'5 cm. bei einer Höhe im vorderen Drittel 
von rS und einer Breite daselbst von 1 cm.; die Länge der Kückenpapillen bis 
13mm. -steigend, die der Ehinophorien 5, der Tentakel 6mm.; die Breite der 
Fusssohle vorne 7mm.; der Schwanz ganz kurz. — Die Grundfarbe des 
Körpers durchscheinend weisslich, stärker weisslich an der Fusssohle; die Körper- 
seiten gelblich, besonders vorn und gegen den Fuss hinab; die Papillen hell 
bräunlichgelb wegen der durchschimmernden, äusserst starken Leberverzweigung, 
die Spitze wegen des durchschimmernden Nesselsackes weiss; der Kopf mit dem 
Grunde und der Innenseite der Tentakel bräunlich grau; der Vorderrücken bis 
an das Pericardium graulichbraun mit zahlreichen zerstreuten weissen Punkten ; 
die Ehinophorien etwas gelblich; die Genitalpapille weisslich. Längs der Seiten- 
theile des Eückens schimmerten die gebogenen Gallengänge braungrau hin- 
durch; durch den Penis der dicke weisse Samenleiter. — Am Eücken konnten 
die Bewegungen der Herzkammer gesehen werden. 

Der Schlundkopf 6 mm. lang bei einer Höhe und Breite bis 4 mm. Die 
Mandibeln wie gewöhnlich, an dem (abgenutzton?) Kaurande keine Spur von 
der an der Vorderkante sonst vorkommenden feinen Denticulatiou. An der 
Zunge fanden sich achtundzwanzig Zahnplatten, weiter nach hinten deren 
sechs entwickelte und zwei jüngere Eeihen; die Gesammtzahl derselben somit 
sechsunddreissig. Die Breite der vordersten Zahnplatte etwa 0'12, die der hin- 
tersten entwickelten 0'28mm.; an jener kamen jederseits achtundfünfzig, an 
dieser etwa neunzig Dentikel vor. — Die ausgestreckte Glaus penis 5'5 mm. 
lang bei einem Durchmesser am Grunde von fast 1*5 mm., von dem Säulengange 
durchbohrt. 

III. 

Cratena Bgh. 

Cavolina Cuv., Aid. et Hanc 
Montagua (Flem.) autt. 

Cratena Bgh., Auat. Bidr. til Kundsk. om Aeolidierne. Danske Vidensk. 
Selsk. Skr. V E. Naturvidensk. og mathem. Afdel., VII, 1864, p. 213. 
— — Malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, ii), Heft I, 1870, 
p. 1—12. 

4* 



28 



Rudolph Bergh. 



Corpus vix depressum; rhinophoria simplicia ; papülae (dorsales) seriehus 
ohliquis vel transversalibus sat distinctis dispositae, conicae vel suheompressae ; 
podarium antice rotundatum vel leviter arcuatum. 

Margo masticatorius mandihularum singula serie denticulorum minu- 
torum praeditus. Dentes (linguales) uniseriati, arcuato - angidati , cuspide 
parum prominenti. — Penis inermis. 

An oben angeführten Stellen habe ich 'die Identität dieses Gattungs- 
namens mit den Cavolinen von Cuvier, sowie von Alder und Hancock, 
und th eilweise mit den Montaguen der Verfasser nachgewiesen, ferner gezeigt, 
dass diese Namen für diese Gruppe nicht benützt werden konnten. 

Die den mehr typischen Aeolidiaden nicht ferne stehenden Cratenen 
zeichnen sich im Aeusseren durch eine wenig niedergedrückte Körperform, durch 
einfache Rhinophorien, nicht lange Tentakel und durch kegelförmige oder 
ein wenig zusammengedrückte, in ziemlich deutlich geschiedene Quer- 
oder Schrägreihen gestellte Papillen aus, ferner durch gerundetes oder 
kurzeckiges Vorderende des Fusses. — Der Kaurand der Mandibeln mit 
einer einfachen Reihe von feinen Dentikeln versehen. Die (einreihigen) 
Zahnplatten (der Zunge) ziemlich breit, mit wenig hervorspringender Spitze. 
Der Penis ist unbewaffnet. 

Am nächsten scheinen die Cratenen mit den Cuthonen (Aid. et Hanc. ^) 
verwandt, von denen sie sich durch etwas andere Kopf- und Körperform, andere 
Form der Rückenpapillen und einen mehr abgerundeten Schneiderand der Zahn- 
platten unterscheiden. 

Die Gattung scheint vorzugsweise den nördlicheren Meeresgegenden zu 
gehören. Zu derselben werden mehr oder weniger sicher die untenstehenden 
Arten hinzubringen sein. 2) 

1. Cr, fiirsiita Bgh. 8. Cr. pustulata {Aid. etHanc). 




4. 



2. 



5. 



3. 



M. grönland. 
OlrikM (Mörch). 
M. grönland. 
hylfjia Bgh. 
M. philipp. 
longihursa Bgh. 
M. philipp. 
pilatd (Gould). 
M. atlant. occ. 
gymtiota (Gould). 



11. 



10. 



13. 



12. 



9. 



M. atlant. (britannicum). 
amoena (Aid. et Hanc). 
M. atlant. 
viridis (Forb.). 
M. atlant. 

olivacea (Aid. et Hanc). 
M. atlant. 

glottensis (Aid. et Hanc). 
M. atlant. 
arenicola (Forb.). 
M. atlant. 



M. atlant. occ. 



concinna (Aid. et Hanc). 
M. atlant. (britannicum). 



^) Vgl. unten. 

=*) Vgl. 1. c. 1870, p. 3-4. 



Beiträge zur Keuutmsti der Aeolidiadeu, 



29 



14. Cr. Veronicae Verrill. 

Verrill, Catal. of marine moll. Trans, of the Connecticut ac. V, 

2, 1882, p. 55ä. 
M. atlant. occ. 

15. - ? Gouldii (Verrill). 

Verrill, Prelimiu. check-list of the mar. invertebr. of the atl. 

coast etc., 1879, p. 23. 
M. atlant. occ. 

16. Cr. ?Peachn (Aid. et Hanc). 18. Cr. ?cingulata {Aid. etU'dnc.). 

M. atlant. M. atlant. 

17. — ?stipata {Aid. et Rmc). 19. — ?lugubris Bgh. 

M. atlant. M. philipp. 

1. Craf* pilata (Gould). 

Äeolis pilata G., Report on the Invert. of Massachusetts, ed. W. G. Binney, 
1870, p. 243-245, pl. XIX, Fig. 270, 277, 279, 281. 

Facelina pilata (Gould), Verrill, Notice of recent addit. to the mar. 
invert. Proc. of the Un. St. Nat. Mus. III, 1881, p. 389. 

Hab. M. atlant. occ. Taf. V, Fig. 16; Taf. VI, Fig. 11 ; Taf. VII, Fig. 10-12. 

Unter obigem Namen (Facelina pilata) habe ich zwei Individuen zur 
Untersuchung gehabt, welche mir von Prof. Verrill freundlich geschickt und 
im April 1873 in Vineyard- Sound gefischt waren. 

Die in Alkohol bewahrten Individuen, deren Papillen fast alle abgefallen 
waren, zeigten sich fast ganz gleichgross, etwa 8mm. lang, bei einer Höhe 
und Breite des eigentlichen Körpers bis 2'25 mm., die Länge der Papillen bis 
2'5 mm., die Breite des Fusses vorne 2-2, die Länge des Schwanzes beiläufig 
125 mm. — Die Farbe war durchgehends gelblichweiss. 

Die Formverhältnisse die gewöhnlichen. Die starken Rhinophorien 
mit gegen zwanzig starken Falten (jederseits). 2) Der Rücken wie gewöhnlich 
stark gewölbt, ohne Grenze in die Seiten des Körpers übergehend; die Papillen- 
reihen an den Abfällen des Rückens; von diesen letzteren kam vorn eine Gruppe 
von vier bis fünf dicht hinter einander stehenden vor; hinter diesen folgen zwei 
bogen- oder hufeisenförmig verbundene Papillenreihen, dann eine lange, oben 



1) Die von mir früher (1, c. 1870, p. 4) auch hierhin gestellte 4c. auranfiaca Aid. et Hanc. 
iötG. 0. Sars (Moll. reg. arct. Noiv. 1878, p. 321, Tab. 28, Fig. 6a— h) zufolge eine Cuthona. Auf 
der anderen Seite macht Sars (1. c. Tab. XVI, Fig. 9} aus der Ae. nana Aid. et Hanc, die eine 
Cuthona zu sein scheint, eine Craiena. 

Die von Friele und Arm. Hansen (Bidr. til Kundsk. om de norske Nudibr. Christiania 
Vidensk. Selsk. Forh. 1875, p. 75, Tab. If, Fig. IX, X), sowie (nach diesen Verfassern) von G. 0. 
Sars (1. c. p. .364) zu den Cratenen gestellte Äe. branchialis (0. Fr. Müller) ist, wie ich früher 
(Äeolidiaden-Beitr. VI, 1. c. XXVIII, 1878, p. 5G6— 568, Taf. VIII, Fig. 1—9) nachgewiesen habe, 
eiu Favorinus. 

*) Sowohl Gould wie Verrill geben die Rhinophorien als nicht perfoliirt an. 



30 



Rudolph Beigh. 



etwas gebogene; unter und vor deren oberem Ende die wenig vortretende Anal- 
papille, vor derselben die Nierenpore; hinter dieser letzteren Reihe noch sechs 
einzelne Reihen. An der linken Seite war das Verhältniss etwas anders, indem 
hinter der vorderen Gruppe von Papillenreihen acht bis neun einzelne Reihen 
folgten.^) In den Reihen kamen meistens drei bis vier, selten fünf bis acht 
Papillen vor. Die Papillen wie gewöhnlich. Die Genitalpapille dicht unter 
den zwei hintersten Reihen der ersten Gruppe von Papillenreihen. Der Fuss 
mit kaum verlängerten Ecken, der Schwanz nicht lang. 

Das Centrainervensystem zeigte die cerebro-pleuralen Ganglien drei- 
eckig-rundlich, ohne deutliche Grenze zwischen ihren zwei Abtheilungeu; die 
pedalen kurz birnförmig, ein wenig mehr als halb so gross wie die vorigen, 
durch drei unvollständig geschiedene Commissuren verbunden, die fast so lang 
wie der längste Durchmesser des Ganglions waren. Die Riechknoten ein wenig 
grösser als die rundlichen, durch eine ziemlich kurze Commissur verbundenen 
buccalen; die gastro-oesophagalen Ganglien etwa ein Sechstel bis ein Achtel der 
Grösse der vorigen betragend. — Die Augen und Ohrblasen wie gewöhnlich. 

Um den Aussenmund das gewöhnliche starke Mundlippendrüsenlager. Der 
Schlundkopf wie gewöhnlich, etwa 16 mm. lang, die Raspelscheide oben am 
Hinterende zapfenartig vorspringend. Die horngelben Mandibelnvon gewöhn- 
licher Form, der Kaurand mit einer Reihe von dreissig bis vierzig starken (bis 
etwa 02 mm. hohen) Dentikeln. Die schmale Zunge mit neun 2) bis eilf 
Zahnplatten, weiter nach hinten kamen deren fünfzehn bis eilf entwickelte und 
zwei jüngere vor, die Gesanimtzahl derselben somit sechsundzwanzig bis vier- 
undzwanzig; die horngelben Platten erreichten eine Höhe bis beiläufig 0"06 und 
eine Breite bis etwa 0"lmm.; an den Platten der Zunge (Taf. VII, Fig. 10, 11) 
kamen (jederseits) drei oder vier, an denen der Raspelscheide vier starke Den- 
tikeln vor, oder an der einen Seite drei, an der anderen vier. — Die weisslichen 
(Taf. VI, Fig. 11) Speicheldrüsen wie gewöhnlich, meistens so lang wie der 
Schlundkopf. 

Die Verdauungshöhle wie in verwandten Formen. Die Leberlappen ebenso, 
die länglichen Nesselsäckchen mit rundlichen Elementen von einem kaum 
0'004mm. übersteigenden Durchmesser. — Die Nierenspritze und das sich be- 
sonders dem Rückenrande entlang erstreckende Nierenlager wie gewöhnlich. 

Die Läppchen der grossen Zwitterdrüse (Taf. VII, Fig. 12) zeigten die 
etwas scheibenförmige, weissliche Testicularpartie, besonders dem Rande ent- 
lang, mit kugelförmigen, gelblichen Ovarialfollikeln besetzt; in jener reifer 
Samen, in diesen grosse oogene Zellen. — Die vordere Genitalmasse gross 
(2-5 mm. lang) ; an der oberen Seite die stark zusammengebogene, gelbgraue, 
dicke Ampulle des Zwitterdrüsenganges; vorn das Knäuel des Samenstranges, 
hinter demselben die Samenblase. Der nicht dünne, prostatische Theil des 



1) Bei Gould ist das Verhältniss ganz anders angegehen und abgebildet, als „vier oder 
mehrere geschiedene Gruppen von je zwei Reihen". 

2) Unter der Zunge fanden sich an diesem Individuum noch sechs losgerissene Platten. 



Beiträge znr Kenntniss der Aeolidiaden. 



31 



Samenstranges meistens 8 mm. lang, zwei- bis dreimal so dick wie der 
beiläufig nur l'ö mm. lange musciilöse Theil (Taf. V, Fig. 16a), welcher den 
Scheitel des etwa 0'9 mm. langen, kurz birnförmigen Pen is durchbohrt; inner- 
halb des dünnen Präputiums (Fig. löb) liegt die starke, kegelförmige, bis an 
ihre Spitze von dem Samenleiter durchbohrte Glans (Taf. VII, Fig. 13a). Die 
Samenblase kurz birnförmig, von Samen strotzend; der vaginale Ausführungs- 
gang ein wenig länger als der Sack. Die Schleim- und Eiweissdrüse weisslich 
und gelblich. 

Die oben untersuchte Form dürfte, der von Gould gegebenen bildlichen 
Darstellung nach, kaum dem von ihm beschriebenen Thiere entsprechen, was 
sie aber doch, Verrill zufolge, thun soll. Jedenfalls ist dieses Thier keine 
Facelina. V er rill wird nur die Kiefer und die Eadula untersucht und denen 
zufolge das Thier — obgleich der Rhinophorien willen schon mit Zweifel 
— den Facelinen zugeschrieben haben. Es differirt aber toto coelo von dieser 
Gattung durch die Vertheilung der Rückenpapillen, besonders aber durch die 
Beschaffenheit des Penis. Ohne Zweifel wird diese Form unter den Cratenen 
unterzubringen sein. 

2. Crat, gy^nnota (Couth). 

Aeolis gymnota Couth, Gould, Rep. on the invertebr. of Massachusetts, 
ed. W. G. Binney, 1870, p. 249, pl. XVI, Fig. 238—241, Fig. 520. 

Cratena gymnota (G.), Verrill et Em ertön, Notice of rec. addit. to 
the marine invertebr., 1881, p. 390. ^) 

Hab. M. atlant. occ. 

Taf. III, Fig. 14; Taf. IV, Fig. 13-16; Taf. V, Fig. 8-11. 

Nur zwei Individuen der Art habe ich zur Untersuchung gehabt, am 
18. December 1879 bei Essex Bridge, Salem Mass., gefischt und mir von Prof. 
Verrill geschenkt. 

Die in Alkohol ganz gut bewahrten Individuen dieser Art, welche, V er rill 
und Em ertön (1. c. p. 390) zufolge, der Cratena aurantiaca von AI der und 
Hancock nahe stehen soll, waren von fast ganz gleicher Grösse. Die Länge 
betrug etwa 9 mm. bei einer Breite des Körpers bis 17 und einer Höhe bis 
2 mm., die Länge der Tentakel 1'2, sowie der Rhinophorien 1'5, die der Rücken- 
papillen bis 3 mm.; die Breite des Fusses vorn r75, die Länge des Schwanzes 
1*2 mm. Die Farbe war durchgehende gelblichweiss, die Körperseiten mehr 
graulich. 

Die Form ziemlich langgestreckt, schlank, etwas zusammengedrückt. Das 
Vorderende des Kopfes etwas applanirt, die glatten Rhinophorien ein wenig 



Gw. J ef freys zufolge (The moll. of Eur. compared with those of Eastern North America, 
Ann. mgz. nat. hist., ser. 4, X, 1872, p. 2i2) i.st die E. gymnota (von de Kay) mit der Ae. concinna 
Aid. et Hanc. identisch. 



32 



Rudolph Bergh. 



kürzer als die Tentakeln. Der ßücken etwas gewölbt, der nackte mittlere 
Theil nur ein wenig breiter als die gerundeten Seitentheile, mit etwas erhabenem 
Boden der Papilleureihen. An jenen kamen hinter einander (an beiden 
Individuen) dreizehn mehr oder weniger schräge Papillen reihen vor; vorn 
waren die drei ersten zu einer besonderen Gruppe zusammengedrängt; die 
anderen standen, mitunter in ungleich grossen Abständen, ganz discret oder 
paarweise. In den drei ersten Reihen kamen drei bis fünf, in den zwei fol- 
genden fünf bis sieben Papillen vor; hinter der fünften steht im Rückenrande 
die wenig vortretende Analpapille; die sechste Reihe enthielt noch fünf bis 
sechs, die drei folgenden drei bis vier und die hintersten nur zwei Papillen. 
Die Papillen waren von gerundetem ümriss, meistens von unten nach oben 
eine lange Strecke an Dicke zunehmend, oben gerundet oder zugespitzt endigend; 
die äusserste war immer klein, bedeutend kleiner als die folgende (Taf. V, Fig. 8). 
Die Kör per selten nicht sehr niedrig; die Genital Öffnung unter der dritten 
Papillenreihe liegend. Der Fuss vorn gerundet (mit der gewöhnlichen Rand- 
furche), der Fussrand etwas vortretend, der Schwanz nicht ganz kurz. 

Durch die Körperwände schimmerten nur das Herz und die Zwitterdrüse, 
und zwar undeutlich. 

Das Centrainervensystem zeigte die cerebro - pleuralen Ganglien 
dreieckig rundlich; die pedalen rundlich, etwa zwei Drittel der Grösse der 
vorigen betragend; die vordere Commissur von den zwei anderen geschieden, 
welche an Länge etwa den grössten Durchmesser des Fussknotens betrugen. Die 
Riechknoten wie gewöhnlich. Die buccalen Ganglien ein wenig kleiner als die 
letzteren, kurz oval, durch eine kurze Commissur verbunden; die gastro-oesopha- . 
galen etwa ein Achtel der Grösse der vorigen betragend, ziemlich kurzstielig.J 
— Die Augen mit schwarzem Pigmente und fast farbloser Linse. Die Otocyste« 
schienen eine ziemlich grosse Menge von Otokonien zu enthalten. ^ 

Im Vorderende des Fusses ein sehr starkes Drüsenlager, sich durch 
eine mediane kleine Querspalte in die Randfurche öffnend. — Um den Aussen- 
mund das gewöhnliche starke Lippendrüs enlager. Der Schlundkopf 1mm. 
lang, länglichoval, etwas zusammengedrückt, in der vorderen Hälfte höher, i) 
Die hell horngelben Mandibeln von gewöhnlicher Form, vorn höher; der 
Kaurand mit einer einzelnen Reihe von gerundeten, bis etwa 0*002 mm. hohen 
Dentikeln (Taf. IV, Fig. 13). Die ziemlich starke Zunge mit fünfzig Platten 
an dem langen (Taf. V, Fig. 9) vorderen unteren Rande, mit neun an dem kurzen 
oberen; weiter nach hinten kamen deren vierzehn entwickelte und zwei jüngere 
vor; die Gesammtzahl derselben somit fünfundsiebzig. Die Platten waren 
von hell horngelber Farbe; die (Taf. IV, Fig. 16) Breite der ältesten betrug 0-12, 
der jüngsten 0-24 mm. Die Platten waren von ziemlich eigenthümlichen Form- 
verhältnissen; das Ende der Beine innen hakenförmig vortretend (Taf. V, 
Fig. 10, 11); der mediane Dentikel längs des Zahnrückens und vorn in die 
Concavität derselben vorspringend, zu jeder Seite des medianen meistens zwei 



1) Vgl, 1. c. 1876, Taf. III, Fig. 20. 



Beiträge zur Keuntniss der Aeolidiaden. 



33 



(Taf. IV, Fig. 14, 15), mitunter drei bis vier (Taf. V, Fig. 10, 11) laterale Deu- 
tikel, sowie diese Deuticulirung im Ganzen etwas irregulär war. 

Der Magen, die Gallengänge und der fast gerade nach hinten verlaufende 
Darm wie in verwandten Formen. Die Leberlappen der Papillen ihr Inneres 
fast ganz ausfüllend. Die Nesselsäcke ziemlich klein; die Cnidae meistens 
rundlich, von einem Durchmesser bis 0'012 mm. 

In den Läppchen der Zwitterdrüse grosse oogene Zellen und Zoosper- 
mien. Die vordere Genitalmasse gerundet quadrangulär, 2'2 mm. lang; an 
der oberen Seite die weissliche, drei- bis viermal zusammengebogene Ampulle 
des Zwitterdrüsenganges; am Vorderende die mehr gelbliche Samenblase. Die 
Windungen des nicht dünnen, prostatischen Theiles des Samen Stranges ein 
kleines Knäuel aussen am Vorderende der Genitalmasse bildend; der musculöse 
Theil viel kürzer; der Penis schien einfach, eine kegelförmige Glans innerhalb 
des birnförmigen Präputiums bildend. Die Samenblase war ein ovaler Sack 
(Taf. III, Fig. 14) von 8 mm. Länge, an der Innenseite mit grossen, schönen 
Zellen bekleidet; die Höhle leer; der vaginale Gang kurz. Die Schleimdrüse 
weisslich, die Eiweissdrüse schmutziggelb. ^) 

IV. 

Embletonia Aid, et Hanc. 

EmUetonia Aid. et Hanc, Monogr. part V, 1851, fam. 3, pl. XXXVIII; 

part VII, 1855, p. 52, pl. XL VII supplem., Fig. 29. 
„Calliopaea d'Orb.", autt. p. p. 

Corpus elongatum, subcompressiim ; caput decUve, sat latum, anguUs 
tentacularibus rotundatis productum, rhinoplioriis elongatis simpUcihus; pa- 
pillae dorsales subclavatae, utrinque serie simplici vel fasdculis paucis et parce 
papülatis dispositae; anus latero-dorsaUs, submarginaUs; podarium antice fere 
rotundatum. 

Margo masticatorius mandibularum vix denticulatus; dentes linguales 
cuspide paulum prominenti, utrinque denticulati. — Penis inermis. 

Diese generische Gruppe wurde schon früh (1844) von Alder und Han- 
cock^) unter dem Namen Pterochilus aufgestellt; der Name war aber schon 
einem Hymenopteren geschenkt und wurde deshalb in Embletonia (1851) 
geändert. Von späteren Verfassern ist diese Gattungsforni dann und wann mit 
den Calliopaeen d'Orbigny's (dem Stiliger Ehrenberg's) verwechselt und 
vermischt worden. Die englischen Verfasser lieferten schon eine anatomische 
Untersuchung der Thierform, die von Meyer und Moebius etwas ergänzt 
wurde; sonst ist die Kenntniss der Gruppe eigentlich nicht bereichert worden. 

^) Es war bei dem dürftigen Materiale nicht möglich, das Verhältuiss des Penis sicher zu 
beBtimmen. Vielleicht uiüudet ein gestielter Sack noch in das Veytibuluin ein. 

*) Alder aud Hancock, Debcr. of Fttrochilus, a new gen. of nadibr. moll., Ann. ujgz. 
;it. bist. XIV, 1844, p. 329— S')!. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 5 



34 



Rudolph Bergh. 



Die Embletouieu haben ein etwas auffallendes Aeusseres. Sie sind schlank, 
etwas ziisammengedrückt; der Kopf breiter wegen der läppen artigen Ten- 
takeln; die Rhinophorien gestreckt, einfach; die nicht zahlreichen Rücken- 
papillen sind (jederseits) in einer einzelnen Reihe (E. imlchra) oder meistens 
in wenigen Fascikeln mit je wenigen Papillen angebracht; die Anal- 
öffnung liegt am Rücke nrande; das Vorderende des Fusses ist fast gerundet. 
Es kommt in jeder Ohrblase nur ein einzelner Otolith vor. Der Kaurand 
der Mandibeln ist kaum gezähnelt. Die (einreihigen) Zahnplatten von gewöhn- 
lichster Form, mit Dentikeln an jeder Seite der wenig vortretenden Zahnspitze. 
Das Verdauungssystem ist ziemlich einfach. Der Penis ist unbewaffnet. 

Der Laich (wenigstens) einer Art (E. pallida) ist durch Meyer und 
Moebius (1. c. Fig. 8) bekannt, fast nierenförmig. 

Diese beweglichen, lebhaften Thierchen scheinen, so weit bisher bekannt, 
auf die nördlicheren Meeresgegenden beschränkt. Mehrere Arten sind nach und 
nach angegeben worden. 

i 1. EmU. pulchra Aid. et Hanc. 

I M. atlant. or. 

\ 2. — minuta Forb. et Goodsir. 

\ M. atlant. or. 

3. — pallida Aid. et Hanc. 

M. atlant. or. 

4. — fuscata (Gould). 

M. atlant. occ. 
var. lanceolata Gould. 
Verrill, Prelim. check list. 1879, p. 23. 

5. — remigata (Gould). 

A. Gould, Rep. on the Invertebr. of Massach., ed. 2, by W. G 

Biuney, 1870, p. 252. 
Verrill, 1. c. p. 23. 
M. atlant. occ. ') 

E» pallida (Aid. et Hanc). 
Emhletonia pallida Aid. et Hanc, Monogr. part VII, 1855, app. p. XII 
pl. XL VII supplem., Fig. 29. 

— — Meyer et Moebius, Fauna d. Kieler Bucht I, 1865, p. 17— 18 
mit Taf. u. Taf. I (D), Fig. 1—6. 

— — Aid. et Hanc, G. 0. Sars, 1. c 1878, Tab. XVI, Fig. 11. 
CaUiop>aea (?) fuscata, Gould, Rep. on the Invertebr. of Massach., ed. 2 

by W. G. Binney, 1870, p. 250, pl. XVI, Fig. 218-221. 
Hab. M. atlant. or. et occ. 
Taf. II, Fig. 14-19; Taf. III, Fig. 11-13; Taf. IV, Fig. 12; Taf. V, Fig. 7. 

1) Die von A. Costa (Animario III, ISGG, p. 74—76, Taf. III, Fig. 1—3) erwähnten Emble 
tonia viridis und nigrovittata scheinen Heiniaeinon zu sein; seine E. funerca (Annuario IV, 1867 
p. 36, Taf. II, Fig. 5) dagegen ein Stiliger. 



Beiträge zur Kenntuiss der Aeolidiaden 



35 



Von der Art habe ich (unter dem Namen Enihl. fuscata G.) drei Indi- 
viduen untersuchen können, mir von Prof. Verrill, als am 15. Juli 1881 in 
Vineyard- Sound, Mass., bei Woods Hole gefischt, geschickt. 

Die kleinen, in Alkohol gut bewahrten Thiere waren fast gleichgross, 
von einer Länge von 2 mm.; die Rhinophorieu so lang oder unbedeutend länger 
als die längsten Rückenpapilleu^ welche eine Länge bis 0"6 mm. erreichten; der 
Schwanz etwa ein Viertel bis ein Fünftel der Körperlänge betragend. Die 
Farbe war durchgehends durchscheinend weisslich; längs des Rückenrandes 
zog sich ein nicht schmales, bläulichschwarzes, aus feinen Punkten gebildetes 
Band, und beide Bänder anastomosirten durch Querbänder zwei- bis dreimal, 
besonders in der vorderen Hälfte des Rückens; ähnlich farbige Punkte und 
Fleckchen kamen am Kopfe und sonst am Rücken, besonders aber an den 
Rhinophörien, sowie den Papillen vor, an den Körperseiten fanden sie sich spar- 
samer, mitunter doch unten ein Längsband bildend. 

Die Formverhältnisse ganz wie sie sehr treu von Meyer und Moebius 
dargestellt sind. Der Kopf ziemlich gross, fast halbmondförmig, mit vor- 
tretenden (Tentakel-) Ecken; die Rhinophörien ziemlich lang, einfach, fast 
cylindrisch oder wenigstens nur wenig dicker gegen ihren Grund. Der Rücken 
vorn am höchsten, da schräge in den Kopf übergehend, nach hinten allmälig 
abfallend; von Seite zu Seite stark gerundet und ohne Grenze in die Körper- 
seiten übergehend; an den Seiten standen in ziemlich regelmässigen Abständen 
die (fünf) Papillengruppen oder die einzelnen Papillen ; das Verhältniss der- 
selben war in allen drei Individuen fast ganz dasselbe. Vorn kamen (jederseits) 
eine grosse und eine viel kleinere Papille vor, bei dem einen Individuum doch 
nur die grosse; dann folgt wiederum eine ähnliche Gruppe, immer mit zwei 
Papillen, dann hinter einander zwei grosse, einzelne Pupillen, dann eine ganz 
kleine. ^) Die Papillen waren keulenförmig, verhältnissmässig gross, oben meistens 
gerundet. Der vortretende Anus fast marginal oder ein wenig mehr nach innen 
zwischen zweiter und dritter Papillengruppe liegend. Die vorstehende Genital- 
öffnung unter der ersten Papillengruppe liegend. Der Fuss ein wenig schmäler 
als der Rücken, vorne ein wenig breiter, mit gerundeten Ecken; der Schwanz 
von mittelmässiger Länge. 

Die Eingeweide nur sehr undeutlich hindurchschimmernd. 

Das Centraine rveusystem (Taf. III, Fig. 13) zeigte die cerebro- 
pleuralen (Fig. ISaa) Ganglien dreieckig-rundlich ohne deutliche Grenze zwischen 
ihren zwei Abtheilungen; die pedalen (Fig. IBbh) Ganglien kurz eiförmig, durch 
eine subcerebro-pedale (Fig. 13 c) Commissur verbunden, die etwa die halbe Länge 
des Ganglions hatte; hinter derselben die schlaffe viscerale Commissur mit dem 
N. genitalis (Fig. l^d). Die (distalen) Riechknoten im Grunde der Rhinophörien 
kugelförmig, ein wenig grösser als die buccalen (Fig. 13), nach oben drei bis 

1) Gould sah fünf bis seclis Papillengruppen, von denen die vier vordersten mit je zwei 
Papillen; Meyer und Moebius dagegen 'sahen an den grösseren (bis 7 mm. langen) Individuen 
fünf Papillengruppen, die drei vorderen mit drei bis vier, die übrigen mit zwei Papillen. 

5* 



36 



lludolpli I'-ergh. 



vier Nerven abgebend, die an die Wände Zweige abgeben und an der Spitze 
der Ehinophorien endigen. Die buccalen (Fig. 13c) Ganglien rundlich, durch 
eine kurze Commissur verbunden; die gastro-oesophagalen Ganglien rundlich, 
etwa ein Achtel der Grösse der vorigen betragend, kurzstielig (Fig. 13). 

Die Augen fast sessil, von etwa 0"035 mm. Durchmesser, mit reichlichem 
schwarzem Pigmente und gelber Linse (Fig. 13). Die Otocysten (Fig. 13) 
dicht hinter den Augen liegend, von 0'025 mm. Diam., (wie schon von Hancock 
angegeben) mit einem runden, gelblichen Otolithen von einem Durchmesser von 
0"013mm. — Das Drüsenlager im Vorderrande des Fusses wie gewöhnlich. 

Die Mundröhre kurz, mit dem gewöhnlichen Lippendrüsenlager. Der 
Schlundkopf (Taf. IV, Fig. 12) von gewöhnlichen Forraverhältnissen, etwa 
0*3 mm. lang, vorne höher; die Lippenscheibe oval, ziemlich gross; die Raspel- 
scheide oben am Hinterende zapfenartig vorspringend (Fig. 12). DieMandibeln 
von gewöhnlicher Form, sehr schwach gelblich, die Crista connectiva ziemlich 
stark, der Kaufortsatz nicht lang (Fig. 12) ;i) der Kaurand zeigt sich sehr fein 
streifig (Taf. II, Fig. 14), an den zwei Individuen war der Vorderrand mit un- 
regelmässigen, feinsten Spitzen von einer Höhe bis 002 mm. besetzt, welche 
aber eher durch Beschädigung hervorgebracht schienen. 2) Die Zunge schmal 
und ziemlich lang; in der Raspel fanden sich (an den drei Individuen) achtzehn, 
neunzehn und vierundzwanzig Zahnplatten; in der Easpelscheide weiter zwanzig, 
siebzehn und vierzehn entwickelte und zwei jüngere, die Gesammtzahl derselben 
somit vierzig, achtunddreissig und vierzig. 3) Die Platten von sehr hellgelb- 
licher Farbe, ihre Höhe hinten an der Zunge etwa 0*013 und ihre Breite 
0'0255 mm. ; sie waren etwas niedergedrückt, mit nicht viel vortretender Spitze, 
und an jeder Seite derselben sechs bis acht spitze Dentikel (Taf. II, Fig. 15 — 18.^) 
— Die Speicheldrüsen nicht lang, weisslich; die Ausführungsgänge nicht kurz 

Der Verdauungscanal schien von derselben Einfachheit wie in dem To 
gipes zu sein. Die Leberlappen an der Oberfläche knotig, das Innere der 
Rückenpapillen fast füllend (Taf. V, Fig. 7). Die Nesselsäcke rundlich (Fig. 7) 
mit einer grösseren oder geringeren Menge von meistens rundlichen Cnidae 
gefüllt, die einen Durchmesser bis 0-012 mm. erreichten (Taf. III, Fig. 11); in 
dem einen Individuum kamen diese letzteren sparsamer vor, dagegen eine Menge 
von ganz kleineu Cnidae von einem Durchmesser bis beiläufig 0*0018 mm. und 
Cnidocysten mit ähnlichen (Fig. 12). ^) 

Die Läppchen der Zwitterdrüse ziemlich gross; in denselben gross 
oogene Zellen und Zoospermien. Die vordere Genitalmasse schien rundlic 
zu sein; der Samenstrang stark, nicht lang, mehrere Biegungen machend (Taf. II 

Derselbe ist kürzer als von Meyer und Moebius (1. c. Taf. I, Fig. GF) dargestellt 
Die von AI der und Hancock betonte Aebuliclikeit der Kiefer mit denen der Proclonohia 
ist nicht da. 

3) Aid er und Hancock geben deren einuuddreissig, Meyer und Moebius bis zwex- 
undvierzig an. 

*) Die englischen Untersuchungen geben deren sechs bis sieben, die deutschen sechs bi 
nenn an. 

^■ AI der und Hancock zufolge fehUn die Ncsselsäcke. 



üeiträgo zwr Konntniss der Aeolidiaden. 



37 



Fig. 19); der Penis ziemlich stark, die kegelförmige Glans innerhalb des dünnen 
Präputiums (Fig. 19h) zeigend, durch die ganze Länge der Glans konnte der 
Samenleiter verfolgt werden. Die Samenblase gross, von ovalem Umrisse, von 
reifem Samen strotzend; der vaginale Gang ziemlich kurz. 

Die hier untersuchte ,,CdlUopaea fuscata" (von Gould) ist ohne Zweifel 
die Emhletonia pallida der englischen Verfasser, und mit derselben identisch 
wird wohl auch die „Emhletonia fuscata"' von Gould (1. c. p. 251, pl. XVI, 
Fig. 229—232) sein. Auch die Enihl. remigata desselben Verfassers (1. c. pl. XVI, 
Fig. 214 — 217) ist vielleicht nur eine helle Varietät dieser wahrscheinlich sehr 
verbreiteten nordischen Art. 

V. 

Amphorina Quatrefages. 
Vgl. diese Beitr. VII. 1. c, 1882, p. 54-61. 

Forma corporis Uli Galvinarum suhsimilis; rhinophoria tentacuUs similia, 
simplicia; papillae fiisiformes, suhinflatae, erectae, non facile caducae; anus 
latero-dorsalis ; podarium antice rotundatum. 

Margo masticatorius mandihularum serie denticulorum minutorum prae- 
ditus; dentes (linguales) uniseriati apice quasi elevato. — Penis stylo recto 
vel curvato armatus. 

Die schon 1844 von Quatrefages aufgestellten Amphorinen sind später 
durch Arbeiten von Trinchese (1879) und von mir (1882) wirklich bekannt 
worden. 

Die möglichen Verwandtschaftsbeziehungen dieser Thiere zu den Galvinen 
sind früher (1. c.) von mir erörtert worden. 

Der Laich dieser Thiere ist durch Trinchese bekannt, sowie tli eil weise 
die Ontogenie. 

Die Gattung umfasst mit der jetzt zukommenden nur drei Arten, die alle 
anatomisch untersucht sind. 

1. Ä. ATberti Quatref. 3. A. molios (Herdman). 

M. atlant. M. atlant. 

2. — coerulea (Mtg.). 

M. atlant. 

A, molios (Herdman). 

EoUs molios Herdman, Addit. notes on the invertebrate fauna of Lumlash 
bay. Proc. of the Eoy. phys. soc. of Edinburgh VI, 1881, p. 14, pl. I, 
Fig. 1-3. 

Color corporis cum tentaculis et rhinophoriis e luteo viridis; papillae 
dorscdes coeruleae apice sidpJmreo annulo hrunneo dimidiato. 

Hab. Oc. atlant. septentr. 



38 



Rudolph Rergh. 



Voll dieser Form habe ich durch die Freundlichkeit des Herrn Prof. 
Her dm an ein in Alkohol bewahrtes Individuum zur Untersuchung gehabt, 
welches am 30. August 1880 bei Port Lewis (Lumlash-bay, Scotland) gefischt war. 

Die Länge des Körpers des ganz gut bewahrten, nur ziemlich stark 
erhärteten Individuums betrug etwa 9 mm. ^) bei einer Höhe desselben von 2-2 
und einer Breite von 1*6 mm.; die Breite des Fusses bis 1-2, die Länge des 
Schwanzes 0*9 mm. betragend; die Höhe der Tentakel 0-5, sowie die der Rhino- 
phorien etwa 0-8, die der Papillen bis I G mm. Die Farbe war durchgehends 
schmutzig graulichgelblich, die Papillen ein wenig dunkler, mit einem schön 
schwefelgelben Ringe unterhalb der Spitze, weiter hinab an mehreren Papillen 
zerstreute, mitunter ringartig geordnete gelbe Punkte. 

Die Formverhältnisse die gewöhnlichen. Der Kopf ziemlich klein, 
mit ziemlich kurzen Tentakeln und nicht viel längeren, ziemlich dicken, ganz 
einfachen Rhinophorien ; der Aussenmund X'fÖrmig. Der Rücken nicht breit, 
von Seite zu Seite gerundet; der nackte Theil desselben schmäler als die papillen- 
besetzten Seitentheile. Diese letzteren ohne Grenze in die Körperseiten über- 
gehend. Oberhalb der Genitalpapille und entsprechend an der anderen Seite eine 
Gruppe von drei Papillenreihen mit drei, vier und fünf Papillen; in einem 
kleinen Abstände hinter dieser Gruppe eine Reihe von fünf Papillen. Nach 
einem Intervalle folgt die dritte Reihe mit vier Papillen, und innerhalb der 
innersten dieser Papillen (rechter Seite) die vortretende Analpapille, innerhalb 
und vor derselben die Nierenpore. Nach einem etwas grösseren Interstitium 
folgt dann die vierte Reihe mit vier Papillen (an der linken Seite fehlte diese 
Reihe), dann die fünfte mit sechs (rechts) und fünf (links) und die sechste mit 
fünf Papillen ; es folgen dann, etwas näher hinter einander gestellt, die siebente, 
achte und neunte mit vier und drei, drei und zwei Papillen. 2) Die hintersten 
und besonders die vordersten Papillen die kleinsten; die Papillen der vierten 
und fünften Reihe die grössten. Die Papillen starr emporragend, nicht leicht 
abfallend, denen der Amphorina coerulea fast ganz ähnlich. Die Körperseiten 
ziemlich hoch, einwärts gegen den Fuss etwas schräge abfallend; die Genital- 
papille an gewöhnlicher Stelle. Der Fuss ziemlich schmal; der etwas gerundete 
Vorderrand mit Randfurche und wenig vorspringenden, gerundeten Ecken; der 
Schwanz ziemlich kurz. 

Die Eingeweide schimmerten hie und da undeutlich hindurch. 

Das Centrainervensystem fehlte vollständig mit sammt dem 
Schlundkopfe (was, auffallend genug, äusserlich nicht gesehen werden konnte). ^) 
Die von Her dm au gegebene Abbildung einer Zahuplatte (1. c. Fig. 3) ist denen 
der AmpU. coerulea nicht unähnlich. Um den Aussenmund das gewöhnliche starke 
Drüsenlager. Die Mundröhrendrüsen (Gland. ptyalinae) stark, von dem bei der 
erwähnten Art beschriebenen Bau. Der Magen mit den Gallengängen und der 



Herdman gibt die Länge des lebenden Thieres, wenn ausgestreckt, zn etwa 1cm. an. 
2) Herdman gibt (statt 3 + 9) nur 3 + 5 Papillenreihen mit je fünf Papillen an. 
^) Wahrscheinlich von einem Feinde ausgerissen. 



Beitrage zur Eeantuiss der Aeolidiadou. 



39 



Darm wie in jeuer Art, ebenso dieLeberlappeu der Papillen, sowie die Nessel- 
säcke mit ihrem Inhalte von ganz kleinen, meistens kugelrunden Cuidae. 

Die grosse, gelbe Zwitterdrüse von gewöhnlichem Bau, mit entwickelten 
Geschlechtselementen. Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges gross, von Samen 
strotzend. Die vordere Genitalmasse gross; die Schleimdrüse kalkweiss, 
die Eiweissdrüse schmutzig ockergelb. Der Samengang nicht kurz; der prosta- 
tische Theil desselben dicker, eine starke Schlinge bildend ; der musculöse dünner, 
kaum länger als der vorige. Der Penis kurz sackförmig; das Präputium ziemlich 
dünn; die Glans abgestutzt kegelförmig; an der Spitze den fast farblosen, nur 
am Grunde ein wenig pigmentirten, dünnwandigen, an der Spitze gebogenen 
Stachel tragend, welcher eine Höhe von etwa 0'075 mm. hatte bei einem Durch- 
messer am Grunde von beiläufig 032 und an der Spitze von etwa 0*008 mm. 
Der Stachel ist dem der Amphorina coerulea ziemlich ähnlich. Die Samen- 
blase birnförmig. 

Diese Thierform scheint in der That von der Ämphorina coerulea abzu- 
weichen und bildet vielleicht wirklich eine besondere Art. 

VI. 

Pavorinus Gray. 
Vgl. diese Beitr. VII, I. c, 1882, p. 38-43. 

Der von mir früher (1. c. p. 38—41) gelieferten Untersuchung einer Varietät 
des F. versicolor schliesse ich hier eine der mehr typischen Form dieser Art an. 

Favovinus versicolor Costa. 

Vgl. E. Bergh, Beitr. III, 1. c. XXV, 1875, p. 641—643, Taf. XIV, Fig. 2-3; 
Taf. XV, Fig. 2—5; VII, 1. c. XXXII, 1882, p. 38-41. 

Color pellucente flavescens vel clare carneus, rhinophoria hrunnescentia 
hulbo apicali albo; papUlae (dorsales) luteae vel carneae, albide irroratae, annulo 
subapicali perlaceo. 

Von dieser Art hatte Graeffe eine Varietät mit einer medianen Läng&- 
reihe von weissen Fleckchen am Rücken und mit einfärbigen rothen Papillen 
gefischt, welche ich genauer (1. c.) untersuchte. Später habe ich von Graeffe 
eine colorirte Skizze nebst zwei Individuen bekommen, die die echte Form 
des Costa'sehen Fav. versicolor offenbar darstellen. 

Ganz in Uebereinstimmung mit der Beschreibung^) Costa 's ist die (durch- 
sichtig schwach röthliche) Grundfarbe hier am Bücken unterbrochen; die Papillen 
fleischfarbig, mit verschwimmenden weisslichen Flecken und einem weisslichen 

') „Pallich ccmieus vcl flavescens (jun. alhidiis), ttntaculis lahialibus allndls, dorsalihus hrun- 
' (S, clava apicali alba; hranchüs crassiusculis in fasciculos 5 — G utrinque digestis, liitcis vel carneis, 
'illido irroratis, annulo perlaceo ante summum apicem uofatis.'- A. Costa, Anuuario III, 1866, p. 73. 



40 



Rudolph Dergh. 



Ringe unterhalb der Spitze, unterlialb des Ringes an der Figur Graeffe's noch 
ein brauner Ring. 

Das grösste der in Alkohol bewahrten Individuen hatte eine Länge von 
9 mm,, die Länge der Papillen bis 3'5 mm. Die Farbe war durchgehends gelblich- 
weiss; die Papillen ganz fein braun punktirt, mitunter mit einem weissen Ringe 
unterhalb der Spitze; die bulböse Anschwellung der Rhinophorien gelblich ; die 
Papilleukissen bräunlich punktirt; hie und da am Rücken, besonders am 
Schwänze, Andeutung einer medianen weisslichen Linie. 

Die Formverhältnisse die gewöhnlichen. Das besonders mit dem vor- 
deren Beine stark vortretende Grundstück der zwei ersten Papillenreihen huf- 
eisenförmig vereinigt; an dem vorderen Beine sieben bis acht, an dem hinteren 
sieben Papillen. Die zwei folgenden Reihen sich ebenso verhaltend, das Grund- 
stück aber weniger vortretend; am vorderen Beine sechs bis fünf, am hinteren 
sieben bis sechs Papillen. Oben in dem Bogen des letzteren Hufeisens, dem hin- 
teren Beine etwas mehr genähert, die nach oben aufsteigende, etwas vorsprin- 
gende, abgestutzte Analpapille. Am dritten Hufeisen war das (auch in dem 
anderen stärkere) vordere Bein bedeutend stärker und länger als das hintere; 
an diesem fünf bis vier, an jenem drei Papillen. Die siebente Papillengruppe 
einfach, mit einer einzelnen oder (wie sonst so oft) theilweise doppelten Reihe 
von sechs bis fünf Papillen. In der achten Reihe nur zwei Papillen, eine ganz 
kleine und eine grosse.^) 

Im Centrainervensystem war die gemeinschaftliche Commissur (aus 
drei geschiedenen bestehend) etwas kürzer als der grösste Durchmesser des 
Fussknotens; hinten am rechten Pleuralganglion ein kurzstieliges Ganglion 
genitale. 

Der Schlundkopf wie gewöhnlich. An der Zunge vierzehn Zahnplatten, 
weiter nach hinten sechs entwickelte und zwei unentwickelte Zahuplatten; die 
Gesammtzahl derselben somit zweiundzwanzig. 2) Die Zahnplatten waren ganz 
wie früher von mir beschrieben. — Die Genitalorgane (mit dem Penis) wie früher 
angegeben. 

Graeffe hat mit den Thieren zugleich zwei Exemplare ihres Laiches 
geschickt. Dieselben waren an Delesserien befestigt, einander ganz ähnlich, 
bildeten flache Spiralen von einem Querdurchmesser von 7 und 5"5 mm., in dem 
einen kamen sechs, in dem anderen vier und eine halbe Windung vor; der Durch- 
messer der Eierschnur war etwa 0'3mm., in den Eiern war die Entwicklung 
nur wenig vorgeschritten. Der Laich ist dem des Fav. albus ganz ähnlich. 2) 



^) Bei den früher von mir untersuchten (drei) Individuen fanden sich immer sieben Papillen- 
reihen. Die Lage der Analpapille war immer dieselbe. 

Bei den anderen von mir untersuchten Individuen war die Anzahl der Zahnplatten auch 
einundzwanzig und zweiundzwanzig. 

ä) Vgl. Alder and Hancock, Monogr. part I, 1845, fam. 3, pl. XXI, Fig. 5—6 ! — Meyer 
und Moebiu.s, Fauna der Kieler Bucht I, 1865, color. Tafel, Fig. 8. 



Beiträge znr Kenutuiss der Aeolidiailen. 



41 



VII. 

Facelina Aid. et Hanc. 

Facelina Aid. et Hanc, Monogr. part VII, 1855, p. XXII. 

— R. Bergh, Beitr. zur Kenntn. d Aeolidiaden II, Verhandl. d. k. k. 
zool.-bot. Gesellsch. in Wien, XXIV, 1874, p. 399-409; IV. 1. c. 
XXVI, 1877, p. 752-756; V. 1. c. XXVII, 1878, p. 824-829; VII. 1. c. 
XXXII, 1882, p. 24-26. 

— Trinchese, Aeolididae del Porto di Genova II, 1881 (1883), 
p. 31-66, Tav. IX— XXX J.. 

Acanthopsole Trinchese, Aeolididae del Porto di Genova, Altante I, 
1877—1879, Tav. XXXIV, XXXV. 

— Tr., R. Bergh, Beitr. V. 1. c. XXVII, 1877, p. 824; VII. 1. c. XXXII, 
1882, p. 26—37. 

Corpus gracilius, elongatum; tentacula elongata, rhinophoria perföliata 
vel annulata; papillae dorsales non facile caducae seriebus transversalibus 
p.p. (antice) confertis agmina discreta formantibus dispositae; podarium an- 
tice angulis tentacidatim productis. 

Margo 7nasticatorius mandibularu7n serie denticulorum fortiorum ar- 
matus. Badula paucidentata, dentibus tmiseriatis, cuspidatis, denticulatis. 

Glans penis foliacea, complicata, margine serie spinarum armata; basi 
gJandula phalliformi instructa. 

Diese Gruppe wurde von AI der und Hancock (1855) aufgestellt und 
die generischen Charaktere derselben später (1874) von mir genauer präcisirt. 
Die einstweilen von Trinchese (1874) gebildete Gattung Acanthopsole vereinigte 
ich dann (1877) mit den Facelinen; als Trinchese aber fernerhin (1877, 1879) 
die Verschiedenheit seiner Acanthopsolen von den Facelinen behauptete, habe 
ich (1882) die Gattungen wieder generisch von einander gehalten. Nach erneuerten 
Untersuchungen muss ich aber jetzt die beiden Gruppen wieder mit einander 
vereinigen; die wieder (1. c. II, p. 36) von Trinchese hervorgehobenen Unter- 
scheidungsmerkmale kann ich als solche nicht anerkennen und die Acanthopsolen 
würden höchstens eine Untergruppe bilden können. 

Die Blätter der Rhinophorien scheinen innerhalb der Gruppe der 
Facelinen ziemlich variabel. Meyer und Moebius sahen die Rhinophorien 
in der F. Drummondi der Kieler Bucht nur an der Hinterseite durchblättert, 
und Trinchese selbst (1. c. II, p. 31) sah dasselbe Verhältniss bei einem jungen 
Individuum derselben Art aus dem Hafen von Genova. Bei mehreren der von 
mir untersuchten Facelinen war die Diirchblätterung sehr undeutlich, viel mehr 
nur einer Ringelung ähnlich, und solche letztere soll einen der wesentlichsten 
Charaktere der Acanthopsolen (im Gegensatze zu den Facelinen) bilden. — Die 
von Trinchese wiederholt hervorgehobenen Unterschiede in der Form der 
Glans penis in den beiden prätendirten Gattungen sind mir seiner Be- 
schreibung und seinen Bildern nach unverständlich. 

Z. B. Üe6. B. XXXV. Abh. 6 



42 



Rudolph Bergh. 



Die schlanken Papillen der Facelinen nicht leicht abfallend; sie sind 
in queren und schrägen Reihen angebracht, von denen einige mitunter hufeisen- 
förmig verbunden sind; an der vorderen Körperhälfte sind die Reihen meistens 
in zwei bis drei gesonderte Gruppen zusammengedrängt; an der hinteren stehen 
die Reihen paarweise oder isolirt. Die Analöffnung scheint sich immer bei 
der hinteren Reihe der zweiten Papillengruppe zu finden. 

Eine Revision der zu dieser Gruppe gestellten Arten lässt nur eine kleine 
Anzahl von solchen zurück; sie gehören den kälteren oder wärmeren, nicht den 
warmen Meeresgegenden. 



1. Fac, Drumtnondi (Th.). 
var. F. Janii Ver. 

F. gigas (da Costa), 
juv. F. Panizme (Ver.).") 
M. atlant., medit. 
auriculata (Müll.) Friele 
M. atlant. 

hostoniensis (Couth.). 
M. atlant. occ. 
rubrovittata (Costa). 
?Ae. miUtaris Aid. et Hanc. 
M. medit. 
albida Bgh. 
M. medit. (adriat.). 
vicina Bgh. 
M. medit. (adriat.). 
luguhris (Graeffe) Bgh. 
M. medit. (adriat.). 



4. — 



6. — 



( 9. - 



2. Fac, punctata Aid. et Hanc. 

M. atlant., medit. 

3. — Corona ta (Forb.). 

M. atlant., medit. 

et Arm. Hansen. 

|10. Fac» nioesta Bgh. n. sp. 
\ M. medit. (adriat.). 

11. — ? annuUcornis (Otto). 

M. medit. 

12. — ? suhrosacea (Eschsch.). 

M. pacif. 

13. ~ .?cmssicorms(Eschsch.). 

M. pacif. 

14. — ?cyanella (Couth.). 

M. pacif. 



1. F» vicina Bgh. var. 

Acanthopsole vicina, R. Bergh, Beitr. VII. 1. c. XXXII, 1882, p. 29-34, 
Taf. II, Fig. 12-lG; Taf. III, Fig. 9. 

Hab. M. adriaticum. 

Im März 1880 erhielt ich durch Dr. Graeffe aus der Station von Triest 
in Seewasser, noch lebend, aber etwas weniger lebenskräftig, ein Individuum 
dieser Art. 

Die Länge des lebenden (etwas schlaffen) Individuums betrug 
16mm., von denen kaum ein Drittel auf den Schwanz kam; die Breite des 
Körpers (vorn) etwa 4 bei einer Höhe bis 3 mm.; die Breite der Fusssohle vorn 
etwa 2 5 mm. und die Fussecken fast ebenso lang; die Hohe der Rhiuophorien 
beiläufig 4, die der Tentakeln 5, die der Papillen bis 6 mm. — Die Farbe des 



^) Vgl. Triuchese 1. c. II, p. 35. 



Beiträge znr Kenntoiss der Aeolidiaden. 



43 



Körpers mit den Fussecken durchscheinend weisslich, von der der durchschim- 
mernden Eingeweide fast verdrängt. Der Kopf mit den kaum geringelten Rhino- 
phorien und besonders den Tentakeln ziemlich hell rothgelb, am Scheitel einige 
weisse Punkte; die Papillen wegen der durchschimmernden Leberlappen braun- 
grün, mit weisser Spitze und Aussenseite; der Schwanzrücken weiss; die Genital- 
papille röthlich. An der Rückenseite schimmerte der Schlundkopf mit der 
Speiseröhre bräunlich hindurch, dann die schwarzen Augen ; ferner die gelblich- 
weisse Schleimdrüse und der grüngraue Hauptgallengang mit seinen Zweigen; 
an den Seiten die weissliche Schleimdrüse und die punktirt (röthlich-) gelb- 
weisse Zwitterdrüse, am Fusse dieselben Organe wie an den Seiten. Im Tode 
streckte das Thier den rothen Penis aus. 

Das in Alkohol gut bewahrte Individuum war fast gar nicht zusammen- 
gezogen, von der oben angegebenen Länge bei derselben Breite und Höhe des 
Körpers, die Länge der Tentakel 5, der Rhinophorien 4 und der Papillen bis 
8 mm.; die Breite des Fusses bis 2*5 mm. und die Fussecken noch von solcher 
Länge, die Länge des (unbeschädigten) Schwanzes 4mm. — Die Farbe der 
Seitentheile des Rückens gelblich, sonst war sie durchgehends weisslich. 

Die Rhinophorien waren (nach dem Tode) schwach (mit etwa fünfund- 
zwanzig Ringen) geringelt, länger als die Tentakeln. Die Rückenpapillen 
bilden an der vorderen Hälfte der Rückenlänge zwei grosse Gruppen, deren 
Grundfläche ein wenig erhaben ist. In der vorderen Gruppe kommen (links) 
sechs oder (rechts) fünf Papillenreihen vor, von denen die zwei hinteren huf- 
eisenförmig verbunden waren ; in den ersten Reihen kamen drei bis fünf, in den 
hinteren sechs bis fünf Papillen vor. Die zweite Gruppe enthielt fünf Reihen 
mit zwei bis drei Papillen in den vorderen, drei bis fünf in den hinteren 
Reihen. Hinter diesen zwei Gruppen folgte eine Doppelreihe mit zwei bis drei 
und drei bis vier Papillen ; dann eine einzelne Reihe mit drei, dann eine Doppel- 
reihe mit fünf bis drei und zwei bis drei Papillen, schliesslich zwei gesonderte 
Papillenreihen mit je drei Papillen. Die Anzahl der Reihen und der Papillen 
in den Reihen scheint variabel. Die Analpapille vor dem unteren Ende der 
hintersten Reihe der zweiten Papillengruppe liegend. Das unterste Ende der 
letzten Reihe der ersten Papillengruppe fast die Genitalpapille berührend. 

Die cerebro-pleuralen Ganglien kurz oval, vorn breiter. Die kurzen 
n. optici schwarz pigmentirt und ebenso die Spitze des einen Gangl. opticum. 
Von dem rechten Ende der pleuralen Commissur ging nur ein einzelner n. geni- 
talis aus. Die kurz ovalen buccalen Ganglien durch eine Commissur verbunden, 
die wenigstens so lang wie der längste Durchmesser des Ganglions war; die 
gastro-oesophagalen Ganglien rundlich, wenigstens ein Viertel der Grösse der 
vorigen betragend. 

Der Schlundkopf 2'5 mm. lang. Der Kaurand der Mandibeln mit 
etwa fünfundzwanzig Dentikeln. Die Zunge mit sechs Zahnplatten, weiter nach 
hinten kamen deren acht entwickelte und zwei unentwickelte vor; die Gesammt- 
zahl derselben somit sechzehn. Die Anzahl der Dentikel der Platten (jederseits) fünf 
bis sieben, mitunter selbst acht. — Die Leberlappen der Papillen am Grunde 



44 



Rudolph Bergh. 



meistens dicker und grobknotig, übrigens mit fast ebener Oberfläche; der Ver- 
bindungsstrang mit dem länglichen Nesselsacke nicht kurz. 

Das sich längs der Seitentheile des Kückens erstreckende Nierenlager 
sehr deutlich;*) die Nierenspritze wie gewöhnlich. 

Die Zwitterdrüse mit reifen Gonoblasten.^) Die vordere Genital- 
masse 4"5 mm. lang; an der oberen Seite die zwei Korkzieherwindungen 
bildende Ampulle des Zwitterdrüsenganges, die ausgestreckt 6 5 mm. mass bei 
einem Durchmesser bis 0"8 mm. Der dicke Samen sträng wie gewöhnlich. Der 
Penis 2 25 mm. ausgestülpt vortretend, ein zusammengebogenes Blatt mit etwas 
wellenartig gebogenem Rande bildend; an der Unterseite desselben, mit der 
Mitte des freien Eandes parallel laufend, die Furche, in die der Samengang 
endet; längs des freien Randes die (in Anzahl etwa 130 betragenden) Dornen, 
Weder bei diesem, noch bei anderen Individuen habe ich die Penisdrüse (= Pene, 
Trinchese) mit dem Penis hervorgestülpt gesehen. 3) Die Eiweissdrüse hell 
dottergelb. 

Dieses Thier repräsentirt ziemlich sicher eine etwas blasse, des typisch 
anwesenden Blaues entbehrende Varietät der F. vicina. 

2. F, bostoniensis (Couth.). 

Aeolis hostoniensis Couth., Gould, Rep. on the Invert. of Massachusetts, 
ed. W. G. Binney, 1870, p. 241-242, pl. XIX, Fig. 266, 273—275, 283. 

Facelina bostoniensis (C), Verrill et Emerton, Notice of recent addit. 
to the marine invert. 1881, p. 889. 
Hab. M. atlant. occid. 

Taf. V, Fig. 17; Taf. VI, Fig. 9-10; Taf. VII, Fig. 6-9. 

Von der Art habe ich ein Individuum, mir von Prof. Verrill, als bei Essex 
bridge Salem am 6. September 1879 gefischt, geschenkt, untersuchen können.'*) 

Das in Alkohol ganz gut bewahrte Individuum, das aber einen grossen 
Theil seiner Papillen eingebüsst hatte, war von einer Länge von 14 mm. bei 
einer Körperbreite bis 3*5 und einer Höhe bis 3'5mm., die Länge der stark 
zusammengezogenen Tentakeln und Rhinophorien bis 2, die der Rückenpapillen 
bis 5'5 mm.; die Breite des Fusses vorn 3 mm. und die langen (zurückgebogenen) 
Fussecken jederseits noch fast 3 mm. messend ; der spitz zulaufende Schwanz 
etwa 3'5 mm. lang. — Die Farbe durchgehends weisslich; durch die Papillen 
schimmerte der etwas mehr gelbliche Leberlappen hindurch, durch die Körper- 
seiten die Zwitterdrüse, sowie an der rechten der an die Analpapille auf- 
steigende Darm. 



1) Vgl. Trinchese 1. c. Tav. XXX ^, Fig. 2c, Fig. 3, Fig. 6. 

2) Vgl. Trinchese 1. c. Tav. XXIV, Fig. 7. 

3) Vgl. aber Trinchese 1. c. Tav. XXIII, Fig. 3. 

*) Die von mir früher (1. c. 1864, p. 240—243, Tab. V^) untersuchte „Ae. (Coryph.) bosto- 
niensis'* ist vielleicht die Cor. Mananensis. 



Beiträge zur Kenntuiss der Aeolidiaden. 



45 



Die Form Verhältnisse wie gewöhnlich. Der Kopf mit den Tentakeln 
und den perfoliirten Rhinophorien wie in anderen Facelinen. Der Rücken etwas 
abgeplattet, von den Seiten deutlich gpschieden, der nackte Theil breiter als 
die papillenbesetzten. An diesen letzteren standen die dicht gedrängten, den 
Rücken ganz verbergenden Papillen in etwa sechs Gruppen. Die vordere Gruppe 
wird aus sieben queren Reihen gebildet, mit drei bis sieben Papillen in den 
Reihen. Nach einem kleinen Zwischenräume folgt die zweite mit sechs bis 
sieben Reihen, mit drei bis sieben Papillen in jeder Reihe; die zwei hintersten 
Reihen divergiren von einander und oben in dem Gabelraume ragt die abgestutzt 
kegelförmige, kleine Analpapille hervor. Ganz dicht hinter jener folgt die 
dritte Gruppe mit vier bis fünf Papillenreihen, mit je drei bis fünf Papillen; 
dann die vierte und fünfte mit vier bis fünf und die sechste mit zwei bis drei 
Reihen; in allen den letzteren Reihen war die Anzahl der Papillen in den Reihen 
kaum mehr als fünf bis zwei. Die Papillen wie in den anderen Facelinen, theil- 
weise etwas zusammengedrückt. Die Körperseiten ziemlich hoch; die Genital- 
papille unter der vorletzten Reihe der ersten Papillengruppe. Der Fuss stark; 
die nach hinten gebogenen Fusseckeu fast so lang wie die Breite des Fusses; 
der Schwanz nicht kurz. 

Das Centrainervensystem wie in verwandten Formen. Die dreieckig 
rundlichen cerebro-pleuralen Ganglien ohne deutliche Grenze zwischen ihren 
zwei Abtheilungen; die pedalen etwas kleiner, kurz birnförmig; von den Com- 
missuren, die fast doppelt so lang wie der längste Durchmesser des Fussknotens 
sind, ist die eine von den anderen gelöst. Die buccalen Ganglien kurz oval, 
durch eine Commissur verbunden, die fast ebenso lang wie jene war; die gastro- 
oesophagalen Ganglien etwa ein Achtel der Grösse der vorigen betragend. — 
Die Augen mit reichlichem schwarzen Pigmente und hellgelber Linse. Die 
Otocysten ein wenig kleiner als die Augen, mit etwa hundert nicht stark 
erhärteten Otokonien. 

Der Schlundkopf von gewöhnlicher Form, die Raspelscheide oben am 
Hinterende zapfenartig vorspringend; die Länge 2*4 mm. bei einer Breite bis 12 
und einer Höhe bis T.Smm. Die Mandibeln hell horngelb, von gewöhnlicher 
Form; der Kaurand mit gegen fünfunddreissig Dentikeln (Taf. VII, Fig. 6), die 
eine Höhe bis etwa 0*03 mm. erreichten; der oberste Theil des Kaurandes ganz 
abgenützt (ohne Dentikel); die Dentikel am hinteren Rande und an der Vorder- 
seite feinhöckerig (Fig. 6). Die Zunge wie gewöhnlich; in der Raspel acht, 
weiter nach hinten sieben entwickelte und zwei jüngere Zahnplatten, die Ge- 
sammtzahl derselben somit siebzehn. Die (Taf. VII, Fig. 7, 8) hell horngelben 
Platten zeigten die Spitze nicht stark vortretend und zu jeder Seite derselben 
sechs bis acht Dentikel ; die Höhe der hintersten Platte der Zunge betrug 0-12, 
die Breite der jüngsten Platte 0168mm. — Die weisslichen Speicheldrüsen 
schienen nicht lang, der Ausführungsgang nicht kurz. 

Die kurze Speiseröhre mündet in den ziemlich langen und weiten Magen, 
welcher vor seiner Mitte rechts den Gallengang von der rechten ersten Papillen- 
gruppe aufnimmt; weiter nach hinten gibt er rechts den Darm ab und unweit 



46 



Rudolph Bergh. 



vom Pyloriis nimmt er an seiner Rückenseite den sehr starken Gallengang von 
der ersten linken Papillengruppe auf. Nach hinten verlängert sich dann der 
Magen in den viel dünneren Hauptgallen gang, welcher von jeder Seite vier bis 
fünf Gänge aus den Papillengruppen aufnimmt. Die Leberlappen der Papillen 
dieselben nicht ausfüllend, mit knotiger Oberfläche. Die Nesselsäcke länglich; 
die Cnidae zum grössten Theile rundlich, von einem Durchmesser von 0*008 mra. 
— In der Verdauungshöhle unbestimmbare thierische Masse, mit einer Unmenge 
von Cnidae vermischt. 

Das Herz, sowie die Nierenspritze und das die papillenbesetzten Seiten- 
theile des Rückens begleitende Nierenlager wie gewöhnlich. 

Die Läppchen der kegelförmigen, etwa 6"5 mm. langen Zwitterdrüse 
zeigten grosse, oogene Zellen. Die vordere Genitalmasse gross, etwa 4 mm. 
lang bei einer Höhe von 3*5 und einer Breite von 2*5 mm.; an der oberen Seite 
die starke, gewundene, an der Mitte etwas zusammengeschnürte graugelbe Am- 
pulle des Zwitterdrüsenganges (Taf. V, Fig. 17); vor derselben der Saraenstrang 
und der Penis. Der Samenstrang dick, dünnwandig, mehrere starke Schlingen 
bildend, ausgestreckt vier- bis fünfmal so lang wie der Penis, während sein 
Diam. ein Drittel bis die Hälfte des letzteren betrug; sein etwas verschmälertes 
Ende senkte sich in das hintere Ende des Penis. Dieser letztere (Taf. VI, Fig. 9) 
einen 3*35 mm. langen Sack von einem Durchmesser bis 1*5 mm. bildend; inner- 
halb des zähen, ziemlich dünnen Präputiums die starke, blattartige, der Länge 
nach zusammengebogene Glans. Diese letztere ist (Fig. 9) breiter an der Spitze; 
längs des Randes der letzteren eine doppelte, hier und da ein- oder dreifache 
Reihe von den gewöhnlichen, auf niedrigen Kegeln stehenden Dornen (Taf. VI, 
Fig. 10); diese Dornen sind graugelblich, an der Spitze mehr oder weniger 
gebogen, oft mehr oder weniger geklüftet, bis etwa 0*08 mm. hoch. An der 
Unterseite der Glans hinter der Spitze eine lange (Fig. 9) Querspalte, in welcher 
etwas seitwärts (nicht median) der ausserhalb der Mittellinie der Glans ver- 
laufende Samenleiter (Fig. 9a) einmündet. Die gelbliche, sackförmige Samen- 
blase etwas zusammengebogen, etwa ein Drittel der Länge der Ampulle be- 
tragend (Taf. VII, Fig. 9a); der vaginale Ausführungsgang im Ganzen kaum 
länger, unten etwas erweitert (Vagina) (Fig. 9&). Die Schleimdrüse weisslich, 
mit hauptsächlich senkrecht gehenden grossen Windungen ; die Eiweissdrüse 
unter und hinter der Ampulle des Zwitterdrüsenganges liegend, gelblich. 

3. F. moesfa Bgh. n. sp. 

Color corporis sicut capitis cum tentaculis et rhinophoriis albus nigra 
dilute maculatus; papillae elongatae (dorsales) brunneae apice alba. 
Hab. M. adriat. (Rovigno). Taf. VI, Fig. 12—13; Taf. VII, Fig. 14—15. 

Dr. Graeffe hat im Frühjahre 1881 bei Rovigno ein einziges Individuum 
dieser Art gefischt. Der farbigen Skizze Graeffe's zufolge ist die Grundfarbe 
des lebenden Thier es am ganzen Rücken, sowie am Kopfe mit den Tentakeln 
und den Rhinophorien weiss, diese Farbe aber zum grössten Theile von ver- 



Beiträge zur Keiiutniss der Aeolidiaden. 



47 



schwimmenden schwarzen, grösseren und kleineren Fleckchen verdrängt; die 
Papillen (des Rückens) braun mit weisser Spitze. Die Länge ist, dem beigefügten 
Massstabe zufolge, 8"5 mm. gewesen. 

Das in Alkohol bewahrte Individuum, mir freundlichst von Dr. Graeff e 
überlassen, hatte eine Länge von 8 mm. bei einer Höhe des Körpers bis 2 und 
einer Breite bis fast 2 mm.; die Länge der Rhinophorien, der Tentakeln, der 
Fussecken und des Schwanzes etwa 15 mm.; die Länge der (Rücken-) Papillen 
bis 3"25, die Breite des Fusses bis TS mm. — Die Farbe des Körpers durch- 
gehends weisslichgelb,') die Papillen (wegen der durchschimmernden Leberlappen) 
bräunlich; die Eingeweide überall undeutlich hindurchschimmernd. 

Die Form des Körpers am lebenden wie am todten Thiere schlank. Die 
Rhinophorien im Leben wie im Tode ebenso lang wie die Tentakeln; die 
ersten schienen, wie auch vielleicht an der Figur von Graeffe, geringelt (kaum 
durchblättert), auch im Leben nur halb so lang wie die längsten Papillen. In 
einem kleinen Abstände hinter den Rhinophorien fand sich die erste Papillen- 
gruppe, am Rückenrande einen nach aussen offenen Bogen bildend, an der 
rechten Seite fanden sich neun, an der linken sieben Papillen; die äussersten 
Papillen viel kleiner, die anderen grösser, meistens standen sie in einer Doppel- 
reihe. Die zweite Gruppe mit vier in einem Bogen, zum Theile paarweise 
gestellten Papillen. In fast gleichmässigen Abständen folgen jetzt drei Gruppen 
mit je zwei Papillen, von denen die äussere kleiner; die vorderste dieser 
Gruppen au der rechten Seite doch mit drei Papillen. Schliesslich findet sich 
am Schwanzgrunde jederseits noch eine einzelne Papille. Die Papillen meistens 
lang, spindelförmig, nach oben stark zugespitzt. Die undeutliche Analpapille 
dicht an und ausserhalb der zweiten (rechten) Papillengruppe liegend. Die 
Körperseiten niedrig, die Genitalpapille wie gewöhnlich, Die starken Fussecken 
etwa so breit wie der Fuss; der Schwanz nicht lang. 

Das Centrainervensystem zeigte keine Sonderung der zwei Ab- 
theilungen in den rundlichen cerebro-pleuralen Ganglien, die fast doppelt so 
gross wie die mehr abgeplatteten, ovalen, pedalen Ganglien waren; die ziemlich 
kurzstieligen, rundlichen Riechknoten nicht viel kleiner als die Fussknoten; die 
buccalen Ganglien kurz oval, durch eine Commissur verbunden, die ein wenig 
länger als der Durchmesser des Ganglions war; die gastro-oesophagalen Ganglien 
ziemlich kurzstielig, oval, etwa ein Sechstel der Grösse der vorigen betragend; 
es scheinen Ganglia optica, ein wenig grösser als die Augen, vorzukommen; 
die drei Commissuren waren geschieden. 

Die Augen mit grosser, gelber Linse und schwarzem Pigmente. Dicht 
hinter den letzteren die Ohrblasen mit kleinen, länglichen Otokouien. 

Der Schlundkopf etwa PI mm. lang, kurz; die Lippenscheibe wie 
gewöhnlich, die Raspelscheide nur unbedeutend vortretend. Die Maudibeln 
horngelb, von gewöhnlicher Form, ziemlich kurz; die Schlosspartie klein, mit 
ziemlich schwacher Crista; der Kaufortsatz ziemlich kurz, der Kaurand mit 



Von der schwarzen Färbung fanden sich keine Spuren. 



48 



Rudolph Bergh. 



gegen dreissig Höckern, die, vorn niedrig, sich hinten allmälig zu einer Höhe 
von etwa 02 mna. erhoben, die grösseren waren an der Spitze und am Hinter- 
rande ganz fein knotig und zackig (Taf. VI, Fig. 12). Die Zunge wie ge- 
wöhnlich; in der Raspel sieben Zahnplatten, weiter nach hinten fanden sich 
neun entwickelte und zwei unentwickelte, die Gesammtzahl derselben somit 
achtzehn. Die Höhe der vordersten Platten war beiläufig 0'054, die Breite der 
hintersten O'lmm. ; ihre Farbe hell schmutzig horngelb. Die Form der Zahn- 
platten die gewöhnliche; an dem Schneiderande der vorderen Platten sechs, der 
hinteren sieben Dentikeln (Taf. VII, Fig. 14). 

Die Speicheldrüsen weisslich, ziemlich kurz. Die kurze Speiseröhre, 
der Magen und der ziemlich kurze Darm wie gewöhnlich. Die Leber läppen 
die Höhle der Papillen fast füllend, mit grobhöckeriger Oberfläche. Die biru- 
förmigen Nesselsäcke ziemlich gross; die Cnidae von sehr mannigfacher Form 
und Grösse, meistens länglichoval, mitunter rundlich, von einer Länge bis 
0-03 mm. (Taf. VI, Fig. 13). 

Die lange, gelbliche Zwitterdrüse aus einer nicht sehr grossen Anzahl 
von meistens einigermassen in zwei Reihen geordneten Lappen bestehend, die 
aus kurz birnförmigen Trauben zusammengesetzt sind, welche an einem gemein- 
schaftlichen Ausführungsgange hängen; in den Trauben grosse oogene Zellen 
und Zoospermien. — Die vordere Genitalmasse wie gewöhnlich. Der 
Samenleiter kräftig, sich oben in den sackförmigen, etwa TS mm. langen 
Penis senkend. Dieser letztere von der blattförmigen, zusammengebogenen 
Glans fast gefüllt, welche am Rande die gewöhnliche Bewaffnung mit einer bis 
drei Reihen von geraden oder etwas gebogenen, bis 04 mm. hohen, braun- 
gelblichen Dornen zeigten (Taf. VII, Fig. 15). In die Praeputialhöhle oder neben 
derselben öffnet sich die kleine Penisdrüse, die kopfartig am oberen Ende des 
starken Ausführungsganges sass. Die kleine Samenblase birnförmig. Die 
Schleimdrüse weiss. 

Diese Form scheint sich auch durch grössere Kürze der Tentakeln von 
anderen Facelinen (Acanthopsolen) zu unterscheiden. Es wäre aber möglich, 
dass sie nur eine helle Varietät der F. lugubris darstellt. 

Vlll. 
Flabellina Cuv. 
Vgl. diese Beitr. III, 1. c. XXV, 1876, p. 647—651. 

Seit meiner seinerzeit (1876) gelieferten monographischen Behandlung 
dieser Gruppe scheint über dieselbe nichts bekannt geworden. Aus der daselbst 
(1. c. p. 649) gegebenen Uebersicht dev angegebenen Arten muss die Ae. opalescens 
Cooper als Typus der Gattung Hermissenda^) ausgeschieden werden. 

») Vgl. diese Beitr. VI. 1. c. XXVIIT, 1878, p. 573—574. — On the nwäWn. gaster. moU. of 
the North Pacific Oc. 1 (Dali, Scieiitif. res. of tho explor. of Alaslca I, art. V), 1879. p. 81 (137) 
bis 85 (141), pl. I, Fig. 9 -12, pl. II, Fig. 1— G. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



49 



Flah. affinis (Gm.). 

Vgl. ß. Bergh, Beitr. zur Kenntn. d. Aeolidiaden III, 1. c. XXV, 1876, 
p. 649—651, Taf. XV, Fig. 6-19; Taf. XVI, Fig. 3-4. 

Cölor paginae superioris sicut rhinophoriorum, tentaculorum, papillarum 
(dorsdlium) et tentaculorum pedalium e caerulea ruber vel purpureus, löbi 
hepatici papillarwn flavescente pellucentes ; eolor paginae inferioris coerulescens. 

Hab. M. adriaticum (ad Tergestem). 

Von dieser Form hat Dr. Graeffe im Frühjahre 1881 in der Nähe von 
Triest zwei Individuen gefischt, die er mir nebst einer farbigen Skizze für 
genauere Untersuchung freundlichst überlassen hat. 

Der erwähnten Skizze zufolge ist das lebende Thier an der oberen 
Seite von bläulich- (purpur-) rother Farbe gewesen, so auch die Fussecken, die 
Tentakel, die Khinophorien und die Eückenarme mit den Papillen, an welchen 
letzteren aber die Leberlappen gelb durchschimmern ; die Unterseite des Körpers 
bläulich. 

Von den in Alkohol bewahrten Individuen war das grösste 18mm. 
lang bei einer Breite des eigentlichen Körpers bis 4*5 und einer Höhe bis 5 mm.; 
die Länge der Khinophorien 3, der Tentakel 6, der Fussecken 4, der Papillen 
bis 8 und des Schwanzes 3 mm.; die Höhe der zwei vordersten (besonders des 
vordersten) Rückenarme 3"5 mm., die Breite des Fusses 3'5 mm. Das andere 
Individuum mass an Länge 10 mm.; die Massverhältuisse waren sonst etwa 
dieselben. — Die Farbe war durchgeheuds gelblichweiss, am Rücken und be- 
sonders an den Rhinophorien mit stark röthlichem oder violettem Anfluge. 

Die Formverhältnisse die gewöhnlichen. Die Rhinophorien mit etwa 
vierzig ganzen und halben Blättern; die Tentakeln im Leben wie im Tode nicht 
unbedeutend länger. Von Armen fanden sich bei dem grossen Individuum 
neun bis acht, bei dem kleinen acht, an beiden kam aber an der rechten Seite 
an der Schwanzwurzel noch eine einzelne Papille vor. Der erste Arm breiter 
als die anderen, wie die folgenden drei dreigetheilt oder zweigetheilt, mit 
Gabelung des vorderen (äusseren) Theiles; an diesem Arme kamen siebzehn bis 
achtzehn Papillen vor. An dem zweiten Arme (mit sammt dem dritten der grösste) 
fanden sich sechzehn bis achtzehn, an dem dritten achtzehn bis zweiund- 
zwanzig, an dem vierten zwölf bis vierzehn Papillen. Die drei folgenden Arme 
waren zweigetheilt; an dem fünften kamen zehn bis neun, an dem sechsten 
sechs bis fünf, an dem siebenten vier bis drei Papillen vor. Jetzt folgten an 
diesem grösseren Individuum an der rechten Seite zwei ganz kurze Arme mit 
einer kurzen äusseren und einer langen inneren Papille, an der linken ein ein- 
zelner Arm mit vier Papillen. Die hinterste Papille (rechter Seite) klein. Die 
Papillen wie gewöhnlich unmittelbare (nicht abfallende) Fortsätze der Arme 
bildend; die innerste des zweiten Armes ein wenig grösser als die anderen. Die 
kurz konische Analpapille vor dem untersten Theile des zweiten (rechten) Armes 
liegend, vor derselben die ganz feine Nierenpore. Die Genitalöffnung unter dem 

Z. ß. Ges. B. XXXV. Abb. 7 



50 



Rudolph Bergh. 



Vorderende des ersten (rechten) Armes liegend. Der Fussrand von den Körper- 
seiten nicht unbedeutend vortretend. 

Das Centrainervensystem zeigte die cerebro-pleuralen Ganglien kurz 
nierenförmig, hinten schmäler; die pedalen nicht viel kleiner als die vorigen; 
die vereinigte Commissur ganz kurz. Die kugelförmigen, nicht kurzstieligen 
Riechknoten fast so gross wie die buccalen Ganglien, die kurz oval waren und 
durch eine ganz kurze Commissur verbunden ; die gastro-oesophagalen rundlich, 
kaum ein Zehntel der Grösse der vorigen betragend. — Die Augen weit nach 
aussen liegend, ziemlich gross. Ohrblasen konnten nicht nachgewiesen werden. 

Der Schlundkopf 15mm. lang. Die Mandibeln wie früher be- 
schrieben; der Kaurand oben schräge gestreift, die Streifuug am Rande nach 
hinten allmälig in Zahnbildung übergehend, die Zähnchen vorne nur in einer 
einzelnen Reihe, ganz hinten treten mehrere solche auf. Die Zunge mit fünf- 
zehn Zahnplattenreihen; weiter nach hinten kamen vierundzwanzig bis einund- 
zwanzig entwickelte und zwei unentwickelte Reihen vor; die Gesammtzahl der- 
selben also einundvierzig bis achtunddreissig. ') Die Zahnplatten wie früher 
beschrieben, die lateralen fast nur am Innenrande gezähnelt. — Die Speichel- 
drüsen weiss, nicht lang. 

Die kurze Speiseröhre, der Magen, der lange Magenblindsack und der 
kurze Darm wie gewöhnlich. Die dünnwandigen Leberlappen der Papillen 
etwas uneben an der Oberfläche, in den Armen von den (aussen gelblich durch- 
schimmernden) Zwitterdrüsenfollikeln umgeben und im ersten Arme noch von 
einem besonderen gross- und klarlappigen Drüsenlager. Die Nesselsäcke 
langgestreckt birnförmig; die Nesselelemente wie in den früher (1. c. p. 651) 
untersuchten Individuen. 

Die gelbliche Zwitterdrüse ein continuirliches Lager zu beiden Seiten 
des Magenblindsackes bildend und unterhalb desselben, nach oben Fortsätze 
abgebend, die Wurzel der Papillenleberlappen einhüllend. Die Drüse aus vielen 
Lappen zusammengesetzt, die wieder aus kleineren, kurz birnförmigen Läppchen 
bestehen; in diesen letzteren grosse oogene Zellen und Zoospermieu. Die vor- 
dere Genitalmasse länglich, gerundet subquadratisch, von etwa 5 mm. Länge, 
die volle Hälfte der ganzen Masse von der Samenblase gebildet. Der prosta- 
tische Theil des Samenleiters weissgelblich, mehrere Biegungen machend, 
ausgestreckt beiläufig 3'5 mm. lang bei einem Durchmesser von 2 mm.; der 
musculöse Theil viel dünner, etwa 1'3 mm. lang, in den viel dickeren, umgekehrt 
und abgestutzt kegelförmigen Penis übergehend, welcher eine Länge von bei- 
läufig 0*2 mm. hatte ; die Höhle desselben war von dem fast farblosen, ziemlich 
spitz zulaufenden Stachel fast ganz ausgefüllt, welcher so lang wie der Penis 
war und am Grunde im Querdurchmesser 0'3, an der Spitze 0*035 mm. mass. 
Neben dem Penis schien sich in das Vestibulum ein kurzer starker Sack von 
etwa 13 mm. Länge und mit starken Längsfalten der Innenseite zu öffnen; im 



In dem früher von mir untersuchten Individuum (vgl. 1. c. p. 651) betrug die Gesammtzahl 
vierunddreissig. 



Beiträge zur Kenntnies der Aeolidiaden. 



51 



Halse des Sackes öffnete sich an der einen Seite eine ziemlich langstielige, kleine 
Blase, an der anderen ein Gang und am Scheitel der Blase noch ein Gang. -) 
Die grauliche oder graugelbliche Samen blase sehr gross, zusammengebogen, 
sackförmig, ausgestreckt wenigstens etwa 4 5 mm. messend, nicht kurzstielig. 



IX. 



Coryphella Gray. 

Vgl. diese Beitr. III, 1. c. XXV, 1875, p. 635—640; VI, 1. c. XXVIII, 1878, 
p. 563—565. 

Vgl. meine malacolog. Beitr. (Semper, Philipp. II, ii), Supplementheft II, 

1881, p. 80, Taf. G, Fig. 17. 
Vgl. Trinchese, Aeolidiadae e famiglie affini del porto di Genova II, 

1881—1882, p. 97—105; p. 106—109. 

In neuester Zeit sind durch Trinchese wieder Beiträge zur Kenntnis s 
der anatomischen Verhältnisse der Coryphellen und zur Kenntniss der frühesten 
Stadien ihrer Ontogenie zugekommen. 

Die von mir früher (1. c 1875, p. 634—635) gelieferte Liste der bisher 
bekannten Arten dieser Gruppe wird jetzt etwas zu ändern und zu erweitern sein. 

1. C, rufibranchialis (Johnst.). 2) 
M. atlant., mediterr. 

2. — Landsburgii Aid. et Hanc. 
M. atlant., mediterr. 

3. — smaragäina Aid. et Hanc. 
M. atlant., mediterr. 



4. — pellucida Aid. et Hanc. 

M. atlant., mediterr. 

5. — gracilis Aid. et Hanc. 3) 

M. atlant., mediterr. 

6. — verrucosa (M. Sars). 

M. atlant. 

7. — lineata (Love'n). 

M. atlant. 

8. — argenteo-lineata (Costa). 

M. mediterr. 



9. C. Scacchiana (Phil.). 
M. mediterr. 

10. — bostoniensis {Co\\th..?)Bgh. 

M. atlant. occ. 

11. — stellata (Stimpson). 

M. atlant. occ. 

12. — Stimpsoni Verrill. 

M. atlant. occ. 



') Wegen Mangel an Material konnte das Verhältniss nicht eruirt werden; steht der Sack 
mit der klarlappigen Drüse des ersten Armenpaares in Verbindung? 

In die Nähe von C. rufibrancTiialis gehört wohl die von Trinchese (Descr. di una nuova 
Bpecie di Coryphella, Mein, della acc. delle sc. dell' istituto di Bologna. S. 3, V, 1874, p. 523 525) 
beschriebene Cor. rohusta. 

•) Trinchese zufolge (1. c. p. 97—98) sind die fünf ersten Formen nur Varietäten einer 
und derselben Art. 

7* . 



52 Rudolph Bergh. 

13. C. rutüa Verrill. 

Verrill, Notice of rec. addit. to the mar. fauna of the easteru 
coast of North Amer. Nr. 4, Amer. Journ. of sc. aud arts, 
XVII, 1879, p. 314. 
V er rill, Catal. of marine moll., 1. c. 1882, p. 552. 
M. atlant. occ. 

(14. — salmofiacea (Couth.). 
M. atlant. occ, grönland. 
s. 15. — diversa (Couth.) Verrill. 

Verrill, Prelim. check-list, 1879, p. 23. 
l M. atlant. occ. 

16. — mananensis (Stimps.). 

Verrill, Catal. of marine moll. 1. c. 1882, p. 552. 
M. atlant. occ. 

17. — nobilis Verrill 1. c. p. 552. 18. C. athadona Bgh. 

M. atlant. occ. M. japon. 

19. — Alderi A. Adams. 

Adams, On some new sp. of Moll, from the North of China and 

Japan, Ann. mgz. n. h. 3 S., VIII, 1861, p. 140. 
M. chinense. 

20. — parvula (Pease). 22. C Foulisi (Angas). 

M. pacific. M. pacific. 

21. — semidecora (Pease). 23. — ocellata Aid. et Hanc. 

M. pacific. M. indic. 



Coryph, Stimpsoni Verrill. 

Cuthona Stimpsoni Yen., Amer. journ. of sc. XVII, 1879, p. 314. 
Coryphella Stimpsoni V., Proc. ün. St. Nat. Mus. III, 1880, p. 388. 
— — Catal. of mar. moll. Trans, of the Connect. ac. V, 2, 1882, 
p. 552, pl. XLII, Fig. 14, 15. 
Hab. M. atlant. occ. Taf. V, Fig. 15. 

Von der Art habe ich ein einziges Individuum zur Untersuchung gehabt, 
Off Halifax N. S., im Jahre 1877 gefischt und mir von Prof. Verrill geschickt. 

Das in Alkohol bewahrte Individuum, ziemlich stark zusammengezogen, 
hatte eine Länge von 20 mm. bei einer Breite des Körpers bis 8*5 und einer 
Höhe bis 6 mm. ; die Länge der Tentakeln 3, der Rhinophorien 5 und der Pa- 
pillen bis 4 5 mm.; die Breite des Fusses vorne 5"5 und die Fussecken noch dazu 
fast 2 mm. vortretend, die Länge des Schwanzes 1*5 mm. — Die Farbe durch- 
gehends gelblichweiss, nur die Rückenränder mehr grau. 



^) Von den in der vorigen Liste aufgenommenen Arten sind die folgenden auszumerzen : 
11. C. filata (Gould) = Facelina. 
14. C. peregrina (Gm.) Cav. = Rizzolia. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



53 



Die Formverhältnisse die gewöhnlichen. Der Kopf gross, breit; die 
Rhinophorien sehr stark. Der Rückenrand ziemlich (bis etwa 1-3 mm.) vor- 
tretend. Die papillenbesetzten Seitentheile des Rückens vorne fast so breit wie 
der nackte mediane Theil. An den Seitentheilen war (vielleicht wegen der 
starken Contraction des Thieres) keine Gruppirung der Papillen mehr sichtbar; 
es kamen wenigstens gegen fünfzig unregelmässige Schrägreihen vor und die 
Anzahl der Papillen in den Reihen stieg bis wenigstens zehn. Die Papillen wie 
gewöhnlich. Die Körper selten nicht niedrig. Die Genitalpapille sowie 
die Analpapille wie gewöhnlich. Der Fuss stark; der Vorderrand mit Rand- 
furche und langen Fussecken, der Schwanz nicht lang. 

Das Centrainervensystem wie gewöhnlich; die cerebro -pleuralen 
Ganglien rundlich dreieckig, vorn breiter; die zwei Abtheilungen ziemlich un- 
deutlich geschieden; die pedalen Ganglien etwa zwei Drittel der Grösse der 
vorigen betragend, fast rundlich; die Commissuren kaum von einander geschieden, 
fast so lang wie der Querdurchmesser der beiden cerebro - pleuralen Ganglien. 
Die buccalen Ganglien oval, durch eine kurze Commissur verbunden; die gastro- 
oesophagalen eiförmig, kurzstielig, fast ein Zehntel der Grösse der vorigen be- 
tragend. — Das Auge mit kohlschwarzem Pigmente, an einem kleinen Gangl. 
opticum fast sessil. 

Der Schlundkopf 6mm. lang, sehr stark, von gewöhnlichen Formver- 
hältnissen. Die Mandibeln stark, schmutzig horngelb, in der kleinen Schloss- 
partie mehr bräunlich; die Substanz fest; der Kaurand mit (bis wenigstens 
fünfzehn) unregelmässigen Reihen von niedrigen, meistens etwas zusammen- 
gedrückten Dentikeln (Fig. 15). Die hintere Wand der Nebenmundhöhle von 
einer dicken, dunklen, schmutziggelben Cuticula überzogen. Die Raspelscheide ^ 
enthielt fünfzehn entwickelte und zwei jüngere Zahnplattenreihen. Die 
ältesten dieser medianen Platten waren, etwa 0-37 mm. breit; die Höhe der jüngsten 
betrug bis 0'88 mm. ; die Länge der lateralen Platten bis 32 mm. betragend. 
Die medianen Platten von horngelber Farbe, die lateralen viel heller. Die 
medianen Platten sehr gross und hoch, mit meistens neun bis zehn feinen 
Dentikeln des Schneiderandes. Die lateralen Platten im Verhältniss zu den 
vorigen sehr schwach, mit breitem, ziemlich schmalem Grundstücke und mit 
langem, lanzettförmigem, nur selten äusserst fein serrulirtem Haken. 

Die weissen Speicheldrüsen kürzer als der Schlundkopf, 4 5 mm. lang, 
bis r2mm. breit, kurz bandförmig, in den Rändern etwas lappig; die Aus- 
führungsgänge ziemlich kurz. 

Der Magen mit den Lebergängen, sowie der Darm wie in den verwandten 
Formen. Die Leberlappen der Papillen wie gewöhnlich, etwas grobknotig 
an der Oberfläche. Die Nesselsäcke länglich; die Cnidae meistens rundlich 
und von einem Diam. bis 0'0125 mm. 



') Prof. Verrill scheint die Zunge selbst bis an ihren Grund auspräparirt zu haben; in 
der Mundhöhle lag eine losgerissene, alte, abgenutzte Platte. 



54 



Rudolph Bergh. 



Die Zwitterdrüse zeigte die weisslichen OvarialfoUikel der Läppchen 
wenig entwickelt; in den grossen Testicularscheiben reichlicher Samen. — Die 
vordere Genitalmasse 5 mm. lang bei einer Breite bis auch 5 mm.; an der 
oberen Seite die aufgerollte, ausgestreckt 12 mm. messende Ampulle des Zwitter- 
drüsenganges. Der Samenstrang bildete einen grossen Knäuel am Vorderende 
der Genitalmasse; der Penis wie gewöhnlich. Die Samenblase wie gewöhnlich, 
ebenso die weissliche und weisse Schleim- und Eiweissdrüse. 



Erklärung der Abbildungen. 

Tafel I. 
Hermaea dendritica Aid. et Hanc. 
Fig. 1. a Pericardialhöcker mit ö Kectalröhre, c (abnorm vortretende) Nieren- 
papille, d Vena dorsalis ant., e Vena dorsalis post. 

„ 2. Aehnlicher eines anderen Individuums; a Rectum, & wie oben, hinter 
dem Grunde der Eectalpapille die Nierenpore. 

,, 3. a Penisöffnung, h Oeffnung des Schleimdrüsenganges, c Vulva. 

„ 4. Vorderste Papillengruppe ; a vorspringender Grund derselben, die grossen 
Papillen mit durchschimmernden röhrigen Drüsen. 

„ 5. Papille, mit Cam. lue. (unter einigem Drucke, Vergr. 55) gezeichnet 
die Drüschen sind nur an der Papillenspitze gezeichnet. Rechts der 
wenig verzweigte Leberstamm, links die stärker geästelte rÖhrige Drüse 

„ 6. Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); 

a linkes, a' rechtes cerebrales Ganglion, unter und hinter denselben 
die hh pedalen Ganglien, c linkes pleurales Ganglion, rechts und 
oberhalb desselben das rechte, dd Ganglia olfactoria, e Ganglia 
buccalia. 

„ 7. Die Ohrblase an der Oberfläche des a Gehirnknotens, mit Cam. lue 
gezeichnet (Vergr. 750). 

„ 8. Lippenscheibe, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 9. Zahnplatte, von der Seite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

„ 10. Drei Zahnplatten, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

„ 11. Läppchen der Zwitterdrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 12. Die vordere Genitalmasse, von der Seite; a Eiweissdrüse, h Schleim- 
drüse, c Windungen des prostatischen Theiles des Samenleiters 
d Spermatotheke, e Schleimdrüsengang, f Penis. 

y, 13. Die Schleimdrüse, von der linken Seite; a vorderes Ende, h Brücke, 
c Eiweissdrüse, d Spermatocyste, e Ende der Ampulle des Zwitter- 
drüsenganges. 

„ 14. Dräschen der Eiweissdrüse, mit Cam. lue, gezeichnet (Vergr. 100). 



Beiträge zur Keuntniss der Aeolidiaden. 



55 



Fig. 15. Drüschen aus der Brücke (Fig. 136), mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
„ 16. Stück des röhrigen Drüseulagers, aus dem Rückeurande, mit Cam. lue. 
gezeichnet (Vergr. 100). 

Elysiella catula (Gould). 
„ 17. Zahuplatte, von der unteren Seite. 
„ 18. Aehnliche, von der Rückenseite. 

y, 19. Eine der ältesten Zahnplatten, schief von der Unterseite. 

Fig. 17—19 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Tafel II. 
Sermaea dendritica Aid. et Hanc. 
Fig. 1. Bas Verdauungssystem, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); a Lippen- 
scheibe, h Schlundkopf, cc' Speicheldrüsen, de Speiseröhre, f Saug- 
kropf, g Quergallengang (Magen), g'g' Seitengallengänge, h hintere 
Gallengänge, i Darm. 
y, 2. Schlundkopf, von der Seite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100), 
a Lippenscheibe, h Raspelsack, c buccales Ganglion, d Speiseröhre. 
„ 3. Reihe der ältesten Zahnplatten, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 4. Kleinere Drüsehen der Mundröhren drüse, mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350). 

„ 5. Grössere Drüschen derselben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
j, 6. a Speicheldrüsengang, h Ampulle desselben, c Eintritt der letzteren in 

den Schlundkopf, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 
„ 7. Analpapille, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55). 
„ 8. Oberes Ende der Analpapille, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
„ 9. a Ende des prostatischen Theiles des Samenstranges, h dünner Anfang 

des museulösen Theiles; c Theil der röhrigen Drüse; mit Cam. lue. 

gezeichnet (Vergr. 55). 
„ 10. a Samenleiter, h (Glans) penis mit Haken, mit Cam. lue. gezeichnet 

(Vergr. 55). 

„ 11. Ende der Glans penis mit Haken, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 12. Drüschen der Schleimdrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

Stiliger Mariae Meyer et Moebius, 
„ 13. f Reservoir am Ende der Ampulle des Zwitterdrüsenganges, von der 
Unterseite, e Vagina, d Drüseugaug von der röhrigen Drüse (?), 
c Zweig derselben mit ampullenartiger Erweiterung, h Ausführungs- 
gänge der Prostata, a Ausführungsgang der röhrigen Drüse; mit Cam. 
lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

Emhletonia pallida Aid. et Hanc. 
„ 14. Kaurand der Mandibeln. 
„ 15. Zahnplatte, von der oberen Seite. 



56 



Rudolph P. ergh. 



Fig. 16. Aelinliche, von der unteren Seite. 
„ 17. Aehnliche, von der Seite. 
„ 18. Stück einer Zahnplattenreihe. 

Fig. 14—18 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 19. a Samenleiter, b Penis mit Glans, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 



Tafel III. 

Stiliger Mariae (Meyer et Moebius). 

Fig. 1. a Leherlappen der Papille, von der mehr flachen Seite, h papilläre 
Verzweigung der röhrigen Drüse. 

„ 2. a und t wie oben, aber von der convexen Seite der Papille. 

„ 3. a Stück der papillären Verzweigung der röhrigen Drüse, h Hautdrüsen, 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 4. Theil des Genitalapparates, von der Unterseite, mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 55) ; aa Lappen der Zwitterdrüse, h kurzer gemeinschaftlicher 
Zwitterdrüsengang, c Ampulle desselben, d verdünnter Theil der- 
selben, e Reservoir (Oviduct), /* Prostatalappen, g Ende des röhrigen 
Drüsenlagers (?), h Äusführungsgang der röhrigen Drüse (?), i Vagina, 
Tc Vulva. 

5. Vordere Genitalmasse; aa' Schleim- und Eiweissdrüse mit an der Mitte 
derselben ruhendem Eeservoir (Oviduct), & Spermatocyste und c Sper- 
matotheke, d Vagina, e Vulva, f Samenleiter, g Penis. 

„ 6. a unteres Ende der ampullenartigen Erweiterung der Vagina, h Vulva, 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 7. Aehnliches, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200) (um die Cuticula- 
auskleidung zu zeigen); a dünnerer Theil der Vagina, h arapullen- 
artige Erweiterung, c unterer verengter Theil, d Vulva. 

„ 8. Von der röhrigen Drüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100), a Hals 
des Drüschens. 

„ 9. Das Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200) ; 

aa cerebrale Ganglien, hh pedale Ganglien, cd pleurale Ganglien 
[d genito-pleurales) ; e buccale, ff Riechknoten. 

„ 10. Schlundkopf, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200); a Mundröhren- 
drüsen, h obere Wand des Schlundkopfes (mit den Reifen), h' untere 
Wand (oberhalb derselben schimmert die Zunge hindurch), c am- 
pullenartige Erweiterung der Speiseröhre. 

Embletonia pallida Aid. et Hanc. 

„ 11. Nesselelemente, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

„ 12. Cnidocysten und Cnidae eines anderen Individuums, mit Cam. lue. ge- 
zeichnet (Vergr. 350). 

„ 13. Das Centrainervensystem, von der Unterseite, mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350); aa cerebro-pleurale Ganglien mit Riechkuoten, Augen 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



57 



und Ohrblasen, hb pedale Ganglien, c subcerebro-pedale Commissur, 
d pleurale Commissur, e buccale und gastro-oesophagale Ganglien. 

Cratena gymnota (Couth.). 

Fig. 14. Samenblase. 

Elysiella cctttUa (Gould). 
„ 15. Das Thier, von der Rückenseite. 

Tafel IV. 
Stiliger Mariae (Meyer et Moebius). 
Fig. 1. Die untere Zahuplattenreihe, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750); 
a hinteres, h vorderes Ende derselben. 
„ 2. Speicheldrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
„ 2». a Speiseröhre, h Quergallengaug (Magen?), c Darm; mit Cam. lue. ge- 
zeichnet (Vergr. 100). 
„ 4. Stück der weisslichen, röhrigen Drüse; mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350). 

j, 5. a Samenleiter, b Glans penis, c Präputium, d Penisstachel, ee Mm. re- 
tractores penis; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200). 

„ 6. Penisstachel, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750) ; a unteres, b oberes Ende. 

„ 7. Penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); a Samenleiter, b Präputium, 
c Glans penis mit Stachel. 

Elysiella catula (Gould). 

„ 8. Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200) ; 

a cerebrale Ganglien (mit den Ohrblasen), bb pleurale Ganglien, 
cc pedale Ganglien, d Ganglion genitale, e buccale Ganglien, f Auge. 

„ 9. Der Schlundkopf (etwas zusammengedrückt), mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 100); a Mundröhre, b obere Seite des Schlundkopfes (mit seinen 
Reifen), c von der Raspelscheide gebildete Hervorragung, d vom Raspel- 
sacke gebildete Hervorragung, e linkes buccales Ganglion, /"Speiseröhre. 

„ 10. Stück der unteren Raspelscheide mit ihrer dicken Cuticula, mit Cam. 
lue. gezeichnet (Vergr. 200); a obere, b untere Wand. 

„ 11. Stück der vielgelappten Drüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Embletonia pallida Meyer et Moebius. 
„ 12. Rechte Hälfte des Schlundkopfes, von der Innenseite, mit Cam. lue. 

gezeichnet (Vergr. 100); a Schlosspartie der Mandibeln, weiter nach 
hinten die Grenze der Nebenmundhöhle angedeutet, und die ganze 
Zunge; b Speiseröhre, hinter derselben das (rechte) buccale Ganglion. 

Cratena gymnota (Couth.). 
„ 13. Kaurand der Mandibeln. 
„ 14. Zahnplatte, von der Rückenseite. 

Z. B. Ges. B. XXXV. AbU. 8 



58 



Rudolph Bergh. 



Fig. 15. Zwei Zahnplatten, von der Rückenseite. 
„ 16. Die ältesten (sechs) Zahnplatten, von der Unterseite. 

Fig. 13—16 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Aeolidiella glauca Aid. et Hanc. 

„ 17. Speicheldrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); a Ausführungs- 
gang, h Drüse. 

Tafel V. 

Elysiella catula (Gould). 

Fig. 1. Zahnplatte der Zungenspitze; a erste der oberen Reihe, mit Cam. lue. 

'gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 2. Penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200); a Samenleiter, h Spitze 
des Penis. 

Thuridilla splendida (Grube). 
„ 3. Schlundkopf, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200); a Lippen- 
scheibe, hinter derselben durchschimmernde Zunge mit Zahnplatten, 
hinter derselben Pharynx und Buccalganglien, h kropfartiger Ansatz 
des Schlundkopfes. 
„ 4. Zahnplatte, von der oberen Seite. 
„ 5. Drei Zahnplatten von der unteren Seite. 

Fig. 4—5 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Hermaea dendritica Aid. et Hanc. 

„ 6. Die vollständige Reihe der Zahnplatten, mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 200) ; a Vorderende der Zunge, b Raspelscheide, c Raspelsack. 

Embletonia pallida Aid. et Hanc. 

„ 7. Spitze einer Rückenpapille, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Cratena gymnota (Couth.). 

„ 8. Aeusserster Theil einer Papillenreihe. 

„ 9. Die ganze Raspel, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200). 

„ 10. Zahnplatte, von oben. 

„ 11. Zwei Zahnplatten, von der Unterseite. 

Fig. 10—11 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Aeolidiella glauca Aid. et Hanc, var. mediterranea. 

„ 12. Aeusserster Theil des cerebro- pleuralen Ganglions, mit Cam. lue. ge- 
zeichnet (Vergr. 100), das Auge mit dem kurzen n. opticus und dem 
kleinen Ganglion opticum; a Otocyste. 

„ 13. Rechte Hälfte des unregelmässigen Schneiderandes von zwei Zahnplatteu, 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 14. Cnidae, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 



1 



Beiträge zur Kenntniee der Aeolidiaden. 



59 



Coryphella Stimpsoni Verrill. 
Fig. 15. Von der Wurzelpartie des Kaufortsatzes, rait Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350). 

Cratena pUata (Gould). 
„ 16. Penis mit geöffnetem Präputium; a Samenleiter, h Spitze des Penis. 

Facelina bostoniensis (Couth.). 
„ 17. Ampulle des a Zwitterdrüsenganges, b distales Ende. 

Tafel VI. 

Elysia viridis (Mtg.) var. lactea. 

Fig. 1. a Commissura cerebralis, b linkes Ganglion pleurale, c rechtes Ganglion 
pleurale, d Ganglion genitale; mit Cam. lue. gezeiohnet. 
„ 2. Ganglia pedalia, mit Cam. lue. gezeichnet. 

„ 3. a vorderste Zahnplatte der unteren Reihe, b vorderste der oberen, 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Aeolidiella Soemmeringii Bgh. 
„ 4. Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); 

a eerebro-pleurale Ganglien, b b pedale Ganglien, c subcerebro-pedale 

Commissur, d pleurale Commissur, e buccale Ganglien, ff gastro- 

oesophagale Ganglien, gg Ganglia olfaetoria. 
„ 5. Der vordere Theil des Verdauungskanales, von oben; a Speiseröhre, 

bb vorderste in den c Magen einmündende Gallengänge, d Haupt - 

gallengang (Magenblindsack), e/" Darm. 
„ 6. Läppchen der Zwitterdrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
„ 7. Glans penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); a Spitze. 

Aeolidiella glauca Aid. et Haue. 
„ 8. Stück des Kaurandes, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Facelina bostoniensis (Couth.). 
„ 9. Glans penis, mit Cam. lue. (Vergr. 55) gezeichnet (etwas abgeplattet); 
a Samenleiter. 

„ 10. Von dem Rande der Glans, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Cratena pilata (Gould). 
„ 11. Speicheldrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); a Ausführungsgang. 

Facelina moesta Bgh. 

„ 12. Linke Mandibol, von der Innenseite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); 

a Schlosspartie, hinter derselben spaltenartiger Eingang in die Neben- 
mundhöhle, b Kaufortsatz. 

„ 13. Nesselelemente, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

8* 



60 



Kudolpli Bergh. Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



Tafel VII. 

Aeolidiella Soemmeringii Bgh. 

Fig. 1. Linke Mandibel, von der Innenseite; a Schlosspartie, b Kaufortsatz. 
„ 2. Sclilosspartie der rechten Mandibel. 

Fig. 1—2 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55). 

Aeolidiella glauca (Aid. et Hanc.) 

„ 3. Rechte Mandibel, von der Aussenseite; a und h wie in Fig. 1. 
„ 4. Schlosspartie der rechten Mandibel, von der Innenseite. 

Fig. 3—4 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
„ 5. Zahnplatte, von der oberen Seite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Facelina bostoniensis (Couth.). 

„ 6. Theil des Kaufortsatzes. 

„ 7. Zwei Zahnplatten, von der oberen Seite. 

„ 8. Zwei andere, von der Seite. 

Fig. 6—8 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 
„ 9. a Samenblase, b Vagina. 

Cratena pilata (Gould). 

„ 10. Zahnplatte aus der Raspelscheide, von der Unterseite. 
„ 11. Zwei Zahnplatten der Zunge, von der Seite. 

Fig. 10—11 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 12. Läppchen der Zwitterdrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 
„ 13. Ende der Glans penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350); a Oeffnung 
des Samenleiters. 

Facelina moesta Bgh. 

„ 14. Drei Zahnplatten der Zunge, von der Seite. 
„ 15. Stück der Randpartie der Glans penis. 

Fig. 14—15 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr, 750). 



61 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen 
der Gattung Rosa. 

Von 

Heinrich Braun. 

(Mit Tafel VUI und IX.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Jänner 1885.) 

Ein namhaftes Material aus verschiedenen Gegenden unserer weiten 
Monarchie und des Auslandes bot mir den ersten Anlass, die nachfolgenden 
Zeilen zusammenzustellen, wozu ich mich um so mehr berechtigt glaubte, als 
mir viele Originalien älterer Speeles vorlagen und ich daher Gelegenheit hatte, 
dieselben einem ernsten Studium und einer gewissenhaften Prüfung zu unter- 
ziehen. Insbesonders wandte ich meine Aufmerksamkeit den Opiz 'sehen und 
Tausch 'sehen Formen, welche bislang eines ausreichenden Commentars ent- 
behrten und welche sich in den meisten Herbarien, in die ich Gelegenheit hatte, 
Einsicht zu nehmen, unter falschen Namen vorfanden, zu. Es mag auf den 
ersten Blick befremden, wenn ich ferner zu den zahlreichen Arten und Formen, 
die jüngster Zeit in dieser polymorphen Gattung creirt wurden, noch neue 
Formen und Arten hinzufüge; es dürfte zu meiner Rechtfertigung geboten sein, 
eine Motivirung dieses Vorganges hier anzuschliessen. Wohl sind viele der 
jüngst publicirten Rosenformen von geringem Werthe, Formen, welche in 
wenigen Exemplaren den Autoren vorlagen, meist von geringer Verbreitung, 
welche ferner nur relativ unbedeutende, höchst variable Differenzen gegenüber 
älteren und weit verbreiteten Arten aufweisen, ausgestattet mit Merkmalen, die 
oft nicht genügen, sich auch nur von einem Individuum ein klares Bild zu 
entwerfen. Solche Formen, bei welchen es gar nicht überraschen darf, mehrere 
derselben auf einem Individuum anzutreffen, wurden neuerdings von französischen 
Autoren bis zum üeberdrusse aufgestellt und entbehren jeder Berechtigung, von 
fachwissenschaftlich gebildeten Männern berücksichtigt zu werden. Viele Formen 
von Rosen, welche das einer osteuropäischen Flora angehörende Gebiet der öster- 
reichisch-ungarischen Monarchie bewohnen und eine Summe trefflicher Merkmale 
aufweisen, sind mit bereits längst bekannten Formen der westeuropäischen Rosen- 
flora nicht in Einklang zu bringen und weichen von diesen durch eine Reihe 



62 



Heinrich Braun, 



charakteristischer Eigenschaften ab; es ist aus Gründen der Consequenz un- 
thunlich, diese Formen zu ignoriren oder sie mit weit verschiedenen west- 
europäischen Formen zu identificiren. Ob es ferner angezeigt ist, künstliche 
Arten im sogenannten „weiteren Sinne" mit einem riesigen, unübersehbaren 
Anhange von Formen oder Varietäten aufzustellen, mag Ansichtssache sein, 
nach meiner Auffassung liegt schon in der Wahl der sogenannten „Art* eine 
arge Willkür, da ja die Verbreitung der einzelnen Rosenformen selbst in Mittel- 
europa höchst mangelhaft bekannt ist und die Mehr- oder Minderwerthigkeit 
der unterscheidenden Merkmale der Anschauung jedes Einzelnen überlassen 
bleiben muss, so dass, was heute etwa „Art im weiteren Sinne" genannt wird, 
gestern vielleicht noch Form oder Varietät genannt ward, und umgekehrt. Mit 
künstlichen Formenconglomeraten, welche auch „Arten im weiteren Sinne" 
genannt werden, dürfte der systematischen Wissenschaft ebensowenig gedient 
sein, wie mit Creirung zahlloser, minutiöser, individueller Formen, welche die 
Systematik zu einer Spielerei herabwürdigen, vom pflanzengeographischen Stand- 
punkte aus gänzlich verwerflich sind und wohl auf das Bedauern, gewiss aber 
nicht auf die Beachtung wirklicher Forscher rechnen können. Da einerseits die 
Uebersichtlichkeit der Formen durch das künstliche Zusammenwerfen hetero- 
gener Elemente zu einer monströsen Art keinesfalls gewinnt, andererseits das 
Zerfasern der Formen ebensowenig empfehlenswerth erscheint, so dürfte es am 
vortheilhaftesten sein, immer mit Sicherheit wieder erkennbare Formen als 
Arten „im engeren Sinne" mit möglichst wenigen Varietäten und Formen auf- 
zustellen. Ob man diese Arten nun als Arten ersten oder zweiten Ranges be- 
trachtet, ist reine Sache der Willkür und Anschauung jedes Einzelnen. Ich 
habe neue Arten und Formen nur auf Grund zahlreicher Exemplare nach 
reiflicher Ueberlegung und strenger Prüfung des bereits vorhandenen Materials der 
nächst verwandten Typen aufgestellt. Ich machte es mir ferner zur Bedingung, 
dass die besprochenen Formen von ausgezeichneter Tracht den Laien auf den 
ersten Blick erkennbar seien, in mehreren guten und charakteristischen Merk- 
malen von bereits bekannten Rosen difFeriren, die es möglich machen, im ge- 
gebenen Falle ohne Schwierigkeit die betreffende Form wieder aufzufinden. 
Andere Formen suchte ich, soweit dies irgendwie nur anging, mit bereits be- 
kannten in Einklang zu bringen. Will man sich nicht über die Erfahrungen 
vieler Jahre hinaussetzen und die Thatsachen der Natur ignoriren, so muss man 
den grossen Fortschritt, welcher in der Kenntniss der Formen der Natur zu 
Tage tritt, erkennen und würdigen. 

Es ist ja nur selbstverständlich, dass unser von der Natur so reich be- 
dachtes Vaterland eine Fülle origineller Formen birgt; diese können und dürfen 
nicht negirt werden. Und sollten auch einzelne Forscher die Bahn des Rück- 
schrittes betreten, so werden vielleicht nicht Herbarion, gewiss aber die lebende 
Natur sie zwingen, dem Grundsatze: „Divide et impera" neuerdings zu huldigen; 
ein besonnener Fortschritt ist natürlich, ein Rückschritt in der Erkenntniss der 
Natur, weil unnatürlich, daher unmöglich. Zum Schlüsse mache ich es mir zur 
angenehmen Pflicht, meinen wärmsten Dank jenen illustren Persönlichkeiten 



Beiträge ztir Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



63 



auszusprechen, welche mich bei Abfassung dieser kleinen Arbeit unterstützt 
haben. Vor Allen dem Herrn Universitätsprofessor und Director des botanischen 
Gartens in Wien, Dr. A. Kern er Ritter v. Marilaun, Sr. Eminenz Herrn 
Cardinal-Erzbischof von Kalocsa, Dr. L. Haynald, den Herren Universitäts- 
professoren Staatsrath Dr. Willkomm und Dr. L. Celakowsky in Prag, sowie 
dem Herrn Ingenieur J. Freyn in Prag. 

Mein verbindlichster Dank sei endlich dem Herrn Universitätsprofessor 
Dr. H. W. Reichardt, welcher mir die Benützung des reichen Materiales des 
k. k. Hofmuseums freundlichst gestattete, und meinem hochverehrten Freunde 
Herrn Andreas Kmet', katholischen Pfarrer in Prencov bei Schemnitz in 
Ungarn, welcher mit seltenem Fleisse und selbstloser Aufopferung ein ungemein 
zahlreiches und schönes Material sammelte und mir zur Verfügung stellte, 
ausgesprochen. 

ßosa clilorocarpa. 

Fenzl et H. Braun. — Fenzl in herbario musei Palatini 
Vindobonensis. 

Frutex erecfus, rami primum erecti demum arcuati et decum- 
bentes, cortice virescente, ramuli ramos superantes, flexuosi, aculeati. Aculei 
fuscescentes, robusti, inclinati, basi dilatati. Stipulae anguste lanceolato- 
lineares, in margine et apice dentato-laciniatae, laciniae in mucronem 
terminantes et in sinubus glandulis parvis hinc inde praeditae, supra glabrae, 
subtus et apicem versus sparse pilosae ; auriculis divergentibus. Foliola ple- 
rumque bijuga, late elliptica vel orbicularia, supra viridia, adpresse 
pilosa, demum glabrescentia, subtus tota lamina canescente pilosa, 
in margine simpliciter s er rata. Serratura dentibus late triangularibus. 
Petioli pilis longiuscuUs patentibus et glandulis stipitatis et aciculis 
parvis, obteeti. Bracteae pedunculos aequantes vel iis breviores, supra 
glabrescentes, subtus dense adpresse pilosae. Pedunculi elongati bini, seni, 
octoni aggregati, glandulis setaceis purpurascentibus tenuibus et pilis bre- 
vibus, remotis intermixtis praediti. Beceptacula parva, ovoidea, superne 
contracta, glandulis sparsis stipitatis rubescentibus munita. Sepa- 
lorum unum vel duo integra, tria vel quatuor profunde pinna- 
tifida, in dorso glandulis punctiformibus numerosis et pilis adpressis 
albidis praedita, post anthesin reflexa, demum decidua. Styli glabri in 
columna stamina longitudine aequante connexi. Discus planiusculus. 
Petala candicantia, mediocria vel parva, profunde emarginata. Becepta- 
cula florif er a parva, flavescenti-viridia velpallide-aurantiaca, ovoidea, 
apicem versus strangulata. 

Dimensiones: Stipulae 20mm. longae, 4— 6 mm. latae. Foliola 30 — 35mm. 
longa, 29— 33 mm. lata. Pedunculi 10— 14 mm. longi. Beceptacula 3— 4 mm. 



64 



Heinrich Braun. 



longa, 15 — ^mm. lata. Corolla ^8— 30 mm. diam. Receptacula fructifera 7 mm. 
longa, 5 mm. lata. 

Hahitat in Syria ad oppidum Damascum, in sepibus (Kotschy). 

Diese schöne Rose, welche durch die Anfangs aufrechten, später bogig 
überhängenden grünen Aeste, die fast kreisrunden Blättchen, die kleinen Recep- 
takel und Scheinfrüchte, die reiche Inflorescenz, die rein weissen, fast kleinen 
Blüthen höchst auffällig erscheint, wurde von Fenzl, wie ein Exemplar des 
k. k. botanischen Hofmuseums nachweist, „Rosa chlorocarpa" genannt. Ein 
weiteres Exemplar derselben Pflanze trägt die Bezeichnung „Mosa stylosa Desv. 
var, glandulosa". Im botanischen Garten der Wiener Universität wurde diese 
Pflanze unter dem Namen „Rosa stylosa Desv." bis in die neueste Zeit cul- 
tivirt, jedenfalls aus Samen, welche Kotschy seinerzeit aus Syrien brachte. 
Mit letztgenannter Rose hat nun Rosa chlorocarpa Fenzl et Braun gar keine 
Aehnlichkeit und kann in keiner Weise auch nur annähernd in Vergleich ge- 
zogen werden. Unter allen Arten der Gruppe „Stylosae" hat nur Rosa Phoe- 
nicea Boissier, Diagn. pl. Or., serie 1, fasc. X, p. 4 (1849) et Fl. Orient. II, p. 688 
(1872) einige Aehnlichkeit mit der besprochenen ausgezeichneten Art, allein 
Rosa Phoenicea Boissier unterscheidet sich sofort durch die länglich elliptischen 
spitzen Blättchen, die einigermassen, wie schon Boissier in Fl. Orient. II 
p. 689 erwähnt, im Zuschnitte an die Blättchen \ on Rubus tomentosus ßorkh 
erinnern, die ganzraudigen Nebenblätter, die kurzen Bracteen, die schön blufc 
rothen, nach oben hin abgerundeten Scheinfrüchte, die wenig fiederspaltigen 
Kelch Zipfel. Jedenfalls ist Rosa chlorocarpa Fenzl et H. Braun durch ein 
Reihe vortrefflicher Merkmale von Rosa Phoenicea Boissier zu sondern und di 
Vereinigung beider Arten, welche Crepin bei Gelegenheit der Revision de 
Materiales des k. k. botanischen Hofmuseums vornahm, völlig unmotivirt. 

Rosa silvatica Tausch. 

Diese interessante Form liegt mir in einem authentischen Exemplare a 
dem Herbare der Prager Universität vor. Dem Exemplare liegt eine Etiquet 
mit der Taus ch'schen Handschrift bei, welche die Nummer 480 und die Be 
merkung „Rosa trachyphylla Rau y siZvaHca Tausch, in Gebüsche 
umKuchelbad" trägt. Die Ausführungen der Beschreibung, aufweiche Tau sc 
in der Flora II, p. 464 (1819) seine Rosa silvatica begründet, stimmen trefflic 
mit den Merkmalen dieses obenerwähnten Originalexemplars überein. Di 
Diagnose der R. silvatica 1. c. p. 464 lautet: „Calicum tubis ovatis, pedunc 
lisque hispidis; floribus cymosis (sed in exemplario authentico solitariis 
petiolis piloso-glandulosis, aculeatis; foliolis ovatis, acutis, glandulose — ina 
qualiter grosse — serratis, subtus pilosis, caule hispido, aculeatove."" Die fo 
gende Description hebt insbesonders die vier bis fünf Fuss hohen, mit zerstreute 
hakigen Stacheln bewehrten Stämme und die mit zahlreichen, dünnen, gerade 



Beiträge zur Keuntuisö einiger Arten und Formen ilor Gattung Rosa. 



65 



Stacheln besetzten fertilen Aeste hervor; die ferneren Ausführungen erwähnen 
die sehr grossen Blättchen mit fast herzförmigenri Grunde, welche an ihrer Unter- 
seite ein deutlich vorstehendes Adergeflecht zeigen und mit einzelnen kurzen 
Haaren und Drüsen besetzt sind, und zum Schlüsse die grossen, purpurnen 
Blüthen. Als Fundort wird der junge Wald auf dem Berge hinter Gross-Kuchel 
angegeben, ferner wird erwähnt, dass sie häufig die Waldungen nächst Hirsch- 
berg und Habstein in Böhmen bewohne. Tausch führt an, dass diese Rose 
am meisten mit der Bosa puviila Jacq. verwandt sei. Ich will zu obigen Aus- 
einandersetzungen noch einige ergänzende Bemerkungen, welche aus dem Studium 
des authentischen Exemplares resultiren und Einiges zur Erkennung dieser Form 
beitragen sollen, hinzufügen. Die Rinde der Stämme ist rothbraun, oft fast 
purpurbraun und mit zerstreuten, wenig geneigten, schwachen Stacheln besetzt, 
die blüthentragenden Zweige sind mit hakigen und geraden Stacheln, überdies 
theils mit nadeiförmigen und borstenartigen Stachelchen, sowie eingemischten 
Drüsenborsten mehr weniger, manchmal sehr dicht bekleidet. Die Nebenblätter 
sind lanzettlich, an allen Zweigen ziemlich gleichgeformt, am Rande sehr dicht 
von zarten Drüsen besäumt, die Fläche ist drüsenlos, nur gegen die spitzen 
Oehrchen zu sind einige Drüsen auf der Spreite bemerkbar. Die Blattstiele sind dicht 
behaart, mit eingemischten Stiel- und Sitzdrüsen und feinen, gelblichen Stachelchen 
versehen; die Blättchen sind gross und breit, oval elliptisch, am Grunde fast 
herzförmig, oberseits kahl oder höchstens mit einigen kurzen, fast unmerklichen 
Haaren bekleidet, unterseits auf der Fläche kurz befläumt, auf den Haupt- und 
Secundärnerven mit wenigen Drüsen, die manchmal, obwohl sehr sparsam, auch am 
Blattraude auftreten, besetzt. Der Blattrand ist doppelt bis dreifach drüsig gesägt, 
mit drüsenlosen primären Sägezähuen, feindrüsigen secundären Sägezähuchen ; 
die Serratur gewöhnlich sehr breit und die primären Sägezähne von einander 
abstehend, so dass der Blattrand fast wie gekerbt-gezähnt aussieht. Die Bracteen 
sind kurz, kürzer als die verlängerten Pedunkeln, manchmal blatttragend, die 
Pedunkeln dicht mit ungleich langen Drüsenborsten und Nadeln bedeckt, die 
Receptakeln ellipsoidisch und gleichfalls dichtborstig; die Kelchzipfel ziemlich 
lang, drei mit wenigen Fiederchen, zwei völlig ganzrandig, dicht mit feinen Stiel- 
drüsen besäumt, am Rücken drüsig und mit Nadeln besetzt, filzig berandet, nach 
dem Verblühen zurückgeschlagen, bald hinfällig. Die Griffel sind dicht behaart, 
aber nicht wollig, mit fast kahlen Narbenköpfchen. Die Scheinfrucht ist der 
von Bosa Austriaca Crantz höchst ähnlich, eiförmig bis eiförmig länglich, nach 
oben zu in einen Hals zusammengezogen. Nach den eben angeführten That- 

j Sachen dürfte es einleuchtend sein, dass dieser Rose eine Mittelstellung zwischen 
der Gruppe der Bosa Jundzilliana Besser und der Gruppe der Bosa Austriaca 

; Crantz einzuräumen ist. Mit ersterer Gruppe hat sie die grossen Blätter, die 
Serratur, die Drüsen der Blattunterseite, die starke Befläumung des Blattstieles, 
mit letzterer Gruppe die Bestachelung der Blüthenzweige, die Bekleidung der 
Blüthenstiele und die Form der Scheinfrüchte, sowie die grossen purpurnen 
Blüthen und endlich die an allen Zweigen ziemlich gleich breiten Stipulen 
gemeinsam. Nach meinem Dafürhalten ist diese Form jedoch unbedingt der 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 9 



66 



Heinrich Braun. 



Section „Gallicanae" einzuverleiben, die gewichtigeren morphologischen Merk- 
male, als: Bestachelung, Consistenz der Blätter, Form der Kelchzipfel, 
Bekleidung der Blüthenstiele, borstenförmige Benadelung der Scheinfrüchte, 
sitzende Carpellen etc. plaidiren unzweifelhaft für diese Auffassung. Wie sehr 
Tausch selbst über die Stellung seiner Rosa silvatica unsicher war, zeigt 
deutlich der Umstand, dass er in der Description diese Form der Rosa pumila 
Jacq. anreihte, während die Etiquette seines Herbars sie unter die Formen der 
Rosa trachypliylla Rau verweist. Es zeigt auch diese Form, mit welchen 
Schwierigkeiten die Umgrenzung der einzelnen Gruppen bei der Gattung Rosa 
verknüpft ist. Einige Formen der Glanduloseu neigen entschieden zur Gruppe 
der Rubiginosen hin, andere zur Gruppe „Gallicanae", daher der Vereinigung 
aller Formen der Glandulosen als Untergruppe der Section Gallicanae nicht 
unbedingt das Wort gesprochen werden kann. Ich will hier einige Masse der 
Axentheile dieser Rose anführen. 

Nebenblätter 25 mm. lang, 5— 7 mm. breit. Blättchen, und zwar die 
grössten, 50 mm. lang, 35 mm. breit, die mittleren 35 mm. lang, 25— 27 mm 
breit. Pedunkeln 30 mm. lang. Kelchzipfel 30 mm. lang. Receptakel 10 mm 
lang, 6 mm. breit. Scheinfrucht 15 mm. lang, 6 mm. breit, öfter vertrocknend 

Von Rosa Austriaca Crantz und Rosa cordifolia Host unterscheidet sich' 
Rosa silvatica Tausch sehr leicht durch die nicht weissfilzigen Griffel köpfchen, 
die breiten und grossen Blättchen, den höheren Wachsthum, die Serratur, welch 
mehr derjenigen der Rosa Jundzilliana Besser ähnelt, die sparsame Bestachelun 
der Stämme, durch eben dieselben Merkmale von Rosa Gallica L., von letztere 
überdies durch längliche oder eiförmige, nicht kugelige Scheinfrüchte. Vo 
Rosa suhinermis Chabert (non Besser) durch die Serratur, die benadelte 
Receptakel, die deutlich behaarte, an den Nerven drüsige Blattunterseite, de 
breiteren Zuschnitt der Blättchen, von Rosa incarnata Miller durch viel breiter 
und grössere Blättcheu, von beiden überdies durch ungleichförmige, dicht be 
stachelte und beborstete Blüthenzweige. Von Rosa Boreana Beraud durc" 
eiförmige oder eiförmig längliche Scheinfrüchte und Receptakel, dunkel rosen- 
rothe, fast purpurne Blütheu (bei R. Boreana weiss), von Rosa geminata Rau 
und Rosa mirdbilis Deseglise schon durch die grossen Blättchen, von ersterer 
überdies durch nicht kreisförmig eirunde Blättchen , die zusammengesetzte 
Serratur des Blättchenrandes, die benadelten Receptakeln und Scheinfrüchte, 
die dicht mit hakigen Stacheln, Nadeln und Borsten besetzten Blüthenzweige, 
das zwergige Wachsthum, von letzterer durch die zwei- bis dreifach zusammen- 
gesetzte Serratur des Randes der Blättchen, die eiförmigen, nach oben halsförmig 
verengten, nicht obovoiden Scheinfrüchte, Rosa virescens Deseglise unter- 
scheidet sich (nach Originalen aus Dös^glise's Hand) leicht durch oblong- 
lanzettliche, unterseits aschgraue Blättchen, glatte, nur am Grunde beborstete 
Receptakel und Scheinfrüchte, Rosa velutinaeflora Desdglise et Ozanon durch 
eiförmige, späterhin nur mehr am Mittelnerv der Unterseite behaarte, mittel- 
grosse oder fast kleine Blättchen, welche am Rande einfach gesägt erscheinen, 
birnförmige, orangefarbene Scheinfrüchte, dunkelpurpurne, im Trockenen fast 



Beiträge zur Kenntuiss eiuigov Arten und Formen der Gattung Rosa. 



67 



schwärzlich purpurne Blüthen (Original-Exemplare im Herbare A. Kern er). 
Endlich unterscheidet sich Rosa silvatica Tausch von der Section der Glau- 
dulosen durch die Bestachelung, die gleichförmigen Nebenblätter, die sitzenden 
Carpellen, die Form der Kelchzipfel, von Rosa JundzilUana Besser insbesonders, 
mit der sie ähnliche Blättchen und Serratur besitzt, durch die eiförmigen oder 
eiförmig länglichen, an Rosa Austriaca Crantz erinnernden Scheinfrüchte. Mit 
Rosa trachyphylla Rau, an deren Seite R. silvatica Tausch zuletzt gestellt 
wurde, hat letztere Rose nicht die geringste Aehnlichkeit aufzuweisen. 

Eosa hlimilis Tausch. 

Tausch beschreibt in der Flora II, p. 405 (1819), seine Rosa humilis 
mit den Worten: „Calicum tubis ovatis, acutis, glanduloso — inaequaliter (jrosse 
— serratis, glabris, supra nitidis, subtus glaucescentibus, caule erecte, aculeis 
raris, subaduiicis'^ , er führt dann weiterhin aus, dass die Nebenblätter lanzett- 
lich und am Rande drüsig bewimpert sind; den Blättern nach ähnlich der Wald- 
rose {Rosa silvatica Tausch), nur sind dieselben um die Hälfte kleiner, oben 
glänzend, unten schwach graugrün und, so wie der Blattstiel, völlig unbehaart. 
Aus den mir vorliegenden zahlreichen authentischen Exemplaren, welche vor- 
stehende Bemerkungen bestätigen, geht hervor, dass diese Rose der Gruppe 
„Gland'usosae^', der Rosa trachyphylla Rau zunächst, anzureihen ist. Die 
Etiquette mit der Handschrift Tausch 's, welche einem Exemplare des Prager 
Universitätsherbars beiliegt, lautet „Rosa trachyphylla ß humilis Tausch {py- 
gmaea M. B.), auf Bergen um Kuchelbad" bestätigt völlig diese Auffassung. 
Das Exemplar ist wohlerhalten, trägt einige Blüthen und eine vorjährige Schein- 
frucht, aus welcher zu entnehmen ist, dass die Gestalt der reifen Scheinfrüchte 
von eiförmigem, nach oben in einen kurzen Hals zusammengezogenem Zuschnitt 
ist, was ja auch die Form des Receptakels vermuthen lässt. Die Dimensionen 
dieses Originalexemplars sind folgende: Nebenblätter 16mm. lang, 4mm. 
breit. Blättchen 25— 30 mm. lang, 20— 22 mm. breit, Blüth enstiele 
19— 25 mm. lang, Kelchzipfel 21mm. lang, Receptakel 9— 11 mm. lang, 
6— 7mm. breit, Corolle 32mm. im Durchmesser. 

Bevor ich an die Auseinandersetzung der Unterschiede, welche die ein- 
zelnen Glieder der schwierigen Formenreihe sondern, welcher Rosa humilis Tausch 
anzufügen ist, schreite, scheint es geboten, sich mit einer, Art zu beschäftigen, 
die bislang als ein Repräsentant einer grossen Gruppe voj^ Formen galt, nämlich 
mit Rosa trachyphylla Rau. Es macht bei näherer Prüfung der Angaben der 
einzelnen Autoren den Eindruck, als ob keiner die Originalexemplare und die 
Diagnose Rau 's genau studirt, sondern einfach das abgeschrieben hätte, was 
die Phantasie oder die falsche Anschauung einer sogenannten Autorität als 
unumstössliche These aufgestellt hatte. Die ausführliche und klare Diagnose 
Rau's hebt unter Anderem ausdrücklich hervor, dass die Aeste bestachelt, 
die Blattstiele stets deutlich befläumt, die Scheinfrüchte fast 

9* 



68 



Heinrich Braun 



kugelig, borstig, von der Grösse einer Kirsche sind. Man vergleiche 
diese Thatsachen mit dem, was Alles die sogenannten Autoritäten über die Hosa 
trachypJiylla Rau zusammenschreiben ! Es ist einfach kein Wort an allen diesen 
ausführlichen und gelehrt sein sollenden Abhandlungen wahr. Zahlreiche Exem- 
plare aus der Umgegend von Würzburg, Aschalfenburg, aus Hessen, dem Palatinate, 
Elsass etc., welche mir zur Einsicht vorlagen und welche genau mit der Diagnose 
von Hosa trachyphylla in Rau 's Enura. Wirceb. p. 124—126 stimmen, überzeugten 
mich, dass in Nieder Österreich die Mosa trachyiohylla Rau gar nicht wächst! Sie 
wird in Niederösterreich durch Bosa livescens Besser und B. humilis Tausch sub- 
stituirt, wie die Hunderte von Exemplaren, welche ich im Jahre 1884 in Niederöster- 
rcich aus dieser Gruppe sammelte, völlig unzweifelhaft darthun. Wenn man die 
Stellung der Bosa humilis Tausch klar ins Auge fasst, so wird sich Jedermann 
die Ueberzeugung aufdrängen, dass hier eine Mittelform zwischen verschiedenen 
Florengebieten angehörenden Formen vorliegt, und zwar zwischen der ost- 
europäischen Bosa livescens Besser und B. reticulata Kerner einerseits und der 
vornehmlich Westeuropa bewohnenden B. trachyphylla Rau und B. protea Ripart 
andererseits. Es treten nämlich in dem östlichen und westlichen Theile Europas 
eine ganze Reihe von Formen aus der Gruppe „Glandulosae" auf, die sich sub- 
stituiren. So bewohnen von kahlen Formen den Westen: B. trachyphylla Rau, 
B. Aliothii Christ, B. protea Ripart; den Osten: B. livescens Besser, B. reti- 
culata A. Kerner; von behaarten Formen gehören mehr dem Westen: B. speciosa 
Desegl., B. flexuosa Rau, B. Pugeti Boreau, B. Pseudoflexuosa Ozanon, 
B. subolida Desegl.; dem Osten: B. infesta Kmet', B. Jundzilliana Besser an. 
Mitteleuropa beherbergt Formen, welche als Verbindungsglieder zwischen ob- 
genannten Formen aufgefasst werden können, wie beispielsweise B. porrige" 
Gremli, B. humilis Tausch, B. marginata Wallroth einerseits, B. trachyphyll 
var. Älsatica m. und B. aspreticola Gremli andererseits. Manche Formen über- 
springen weite Gebiete und treten in entfernten Ländern wieder in typische 
Gestalt auf. Als Beispiel einer zuerst in Frankreich entdeckten Rose, welche in 
neuer Zeit um Ofen in Ungarn von Lorbäs gesammelt wurde, möge J?. nemo- 
rivaga Desegl. angeführt werden, und als Beispiel einer nördlichen Form, welche 
zuerst am Harz entdeckt wurde und in neuester Zeit im fernen Süden, in Bosnien, 
der Herzegovina etc., zahlreich entdeckt wurden, B. Hampeana Grisebach. 
Interessant ist es ferner, zu beobachten, wie manche Rosen dieser Gruppe in 
verschiedenen Florengebieten die Gestalt ihrer Axentheile gar nicht verändern, 
hingegen das Indument oder die Drüsen der Blattorgane mannigfach. B. protea 
Ripart aus Frankreich, Originalexemplar im Herbare A. Kerner, ist einer Form, 
welche in Tirol zahlreich auftritt, völlig gleichgestaltet, nur treten bei letzterer 
zahlreiche Drüsen an der Blattoberfläche auf. Um nun wieder zur Bosa humilis 
Tausch zurückzukommen, so sei hier erwähnt, dass die Gestalt der Blättchen 
bei den verschiedenen Exemplaren, welche mir theils aus der Umgegend von 
Prag, theils von Karlstein in Böhmen vorlagen, im Grossen und Ganzen keine 
erheblichen Differenzen aufweisen: der Umriss der Blättchen ist stets elliptisch, am 
selben Zweige in den Blattstiel rundlich oder fast keilig verlaufend, im Gegensatze 



Beiträge zur Kenntni.-s einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



m 



zur B. tracliyphylla Rau und B. livescens Besser, sowie ihren Formen, "bei 
welchen wenigstens die oberen Blättchen stets einen elliptisch- länglichen bis 
fast lauzettlichen Zuschnitt zeigen. Da nun bereits im Jahre 1785 Marshall 
in seinen „Arbust." p. 136 eine nordamerikanische Rose mit dem Namen 
^jhumüis" bezeichnete, so muss der Name ,,R. humüis Tausch" entfallen, und 
ich schlage für diese Pflanze den Namen B. Schmidtii vor, zu Ehren Franz 
Willibald Schraidt's, des hoffnungsvollen, früh verblichenen Professors der 
Botanik zu Prag. Ich werde in einer diesen Ausführungen folgenden Tabelle 
genau die Unterschiede der mir in Originalexemplaren vorgelegenen Formen der 
Section „Biibiginosae glandulosae^ auseinandersetzen und bemerken, dass ich 
nur wirklich für Jedermann auffindbare und späterhin wieder erkennbare Formen 
in diese aufnahm. Da nicht einmal das Individuum in einzelnen Merkmalen 
constant erscheint, so kann nur eine Summe letzterer für den Werth einer Art 
oder Form entscheidend sein; in neuerer Zeit wurden nun viele Hunderte solcher 
todtgeborener Formen der Gruppe Glandulosarum in die Welt gesetzt, welche 
die Autoren selbst nicht wiedererkennen, da die Unterschiede geradezu lächerlich 
genannt werden müssen; ich glaubte daher im Interesse der Klarheit und Ueber- 
sichtlichkeit nur solche Formen berücksichtigen zu sollen, die, wie bereits oben 
erwähnt, ohne Schwierigkeit immer deutlich erkannt werden können, und bin 
hier bis zur äussersten Grenze des Unterscheidbaren vorgeschritten, um allen 
Vorwürfen zu entgehen. Die von Deseglise in seinem Catalogue raisonne 
unter den Nummern 283 {B. dryadea Ripart), 285 {Bosa consanguinea Grenier), 
290 {B. leucantha M. B.), 301 (B. nitidula Besser) angeführten Rosenarten 
wurden in nachfolgender Tabelle ausgeschlossen, da sie in andere Sectionen 
einzureihen sind. 

X Pedunculi laeves. 

I. jR. decora A. Kerner in Desegl. Cat. rais. Nr. 296 (1876). Frutex 

1 — 15 m. dltus. Bami floriferi inermes. Petioli glandulosi, glabri. 
Foliola utrinque glaberrima, suhtus glaucescentia et in nervo mediano 
glandulosa, in nervis secundariis laevia vel parce glandulosa ; ovato- 
lanceolata, acuminata et infima basi rotundata. Beceptacula ovoideo- 
elongata. Sepala in dorso laevia. Beceptacula fructifera ellipsoidea. 
Äustria inferior ! 
XX Pedunculi setosi vel glanduloso-hispidi. 
+ Sepala in dorso eglandulosa et laevia. 

II. jR, i/nsidiosa Ripart in Desegl. Cat. rais. Nr. 282 (1876). Bami 

florigeri aculeis 7'obustis setisque eglandulosis praediti. Petioli pilosi, 
glandulosi, inermes vel parce aculeati. Foliola ovato-rotundata, acutiu- 
scula vel obtusa, utrinque glaMa, subtus glaucescentia. Discus conicus. 
Beceptacula fructifera ovoidea, rubescentia. Gallia! Helvetia! sed non 
in Tirolia. 

H — \- Sepala in dorso plus minus glandulosa vel glanduloso-setosa. 



70 



Heinrich Braun. 



A) Receptacula fructifera ohlonga, elUpsoidea, ovoidea vel breviter ovoideo- 
suhglohosa, sed non glohosa. 

a) Foliola utrinque glabra vel rarius solum m nervo mediano parce 
pilosula. 

1. Beceptacula fructifera oblongo- elUpsoidea vel elUpsoidea, 
apicem versus eximie in Collum attenuata. 

III. M. livescens Besser in Enurn. Pod. et Volh. p. 20 et p. 67 (1822). 
Frutex humilis. Bami steriles, aculeis sparsis, suhteretihus, subrectis 
praediti, pruinosi. Ilaini floriferi inermes vel liinc inde aculeis tenuibus 
et acicuUs intermixtis obsiti. Foliola mediocria vel parva, oblongo- 
elliptica vel infima elUptica, subtus, praecipue in nervis, glandulosa. 
Fetioli glandulosi, glabri. PeduncuU glanduloso-setosi. Beceptacula 
elUpsoidea, gracilia, utrinque attenuata, solum ad basin glandulosa- 
hispida. 

Variat: 

a) genuina» Bami floriferi inermes vel subinermes; aculei in ramis steri- 
libus robusti, uniformes. Exemplaria authentica in herbario emin. d. 
Haynaldi. Austria inferior! Moravia! Bohemia! Hungaria! Galicia! 
Podolia! Volhynia! etc. 

h) pinetorum m, Bami floriferi aculeati, aculeis tenuibus vel partim 
robustis, aciculis et setis glanduliferis vel eglandulosis intermixtis, 
ceterum sicut in typo. Hungaria! Austria inferior! Germania orientalis! 
Helvetia ! 

c) Aliothi Christ in Rosen der Schweiz p. 147 (1873), sub forma Bosae 
trachyphyllae Baui. Bami floriferi aculeati, aculeis tenuibus vel 
robustis. Foliola ovato-oblonga vel elliptica, basi rotundata. Exem- 
plaria authentica in herbario c. d. Ke r n e r i. Gallia ! Helvetia ! Austria 
superior et inferior! Styria australis! Hungaria! 

IV. R, protea Kipart in Desegl. Cat. rais. Nr. 284 (1876). Bami floriferi 

aculeis tenuibus, aciculis et setis glanduliferis vel eglandulosis crebre 
armati. Petioli glabri, glandulosi. Foliola mediocria, superiora elliptica} 
infima rotundata. PeduncuU glandulis stipitatis tenuibus obtecti. Be- 
ceptacula, ut in Bosa livescente, solum basi parce glandulosa vel laevia. 
Variat: 

a) genuina, Foliola supra eglandulosa. Gallia! Exemplaria authentica 
in herbario c. d. Kerne ri. 

b) riipifraga m. Foliola supra glandulis plus minus obtecta. Petala 

pidchre rosea. Tirolia, Trins in valle „Gschnitz^ (A. Kerner). 

V. jB. Weiss er bllVf/ensis Kirschlcger, Fl. Als. I, p. 247 (1852). Frutex 

elatus, circiter 2 m. altus; rami florigeri inermes; steriles aculeis sub 
stipulus insertis geminatis subulatis armati. Petioli tomentoso - glan- 
dulosi. Foliola ovato- elliptica, infima obtusata. Bracteae supra gldbrae, 
subtus in nervo mediano glandulosae et xmbescentes. PeduncuU elongati. 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



71 



JReceptacula ovoideo-öblonga, setis glanduUferis dense obtecta Uecepta- 
ciila fructifera ovoideo-oblonga. In Alsatia! PaJatinatu! 

2. Eeceptacula fructifera hreviter ovoidea (apicem versus in 
Collum contracta vel non), vel ovoidea, ovoideo-suhglobosa, 
sed non glohosa. 

* Foliola, praeeipue superiora, ovato-ohlonga vel ovato- 
lanceolata. 

VI. jR. Irachyphylla Raa in Enum. rosav. Wirceb. p 124 (1816). Frutex, 

altitudine mediocris, ramosus, aculeatus. Aculei recurvi, uniformes. 
Petioli plus minus dense puberuli (vel glabri), subtus aculeati. Foliola 
rigida, forma diver sissimae, plurima ovato-oblonga, basi rotundata, in 
apice acuta, attenuata, nonnulla rotundata, obtusa vel obovata; utrinque 
glaberrima, in nervis primariis et venis saepe albidis glandulosa. Pe- 
dunculi glanduloso-hispidi. Receptacula ovoidea, basi glanduloso-hispida. 
Petala pallide-rosea, speciosa. Receptacula fructifera (in exemplaribus 
authenticis) ovoideo-subglobosa, subglobosa (descriptione autoris), hispi- 
dula, magnitudine cerasi. 
Variat: 

a) genuina, Rami floriferi sparse aculeati vel subinermes, foliolorum dimen- 
siones in proportione 36 mm. longitudinis: 20 mm. latitudinis : Inter 
vineas prope Wirceburgum! Vitichhemium et ibidem ad pedem montis 
Schivabenberg ! in Germania orientali! Palatinatu! Gallia! Hungaria! 
sed non in Äustria inferiore. Exemplaria authentica in herbario tmiversit. 
Wirceb. 

b) Hampeana (Grisebach in Sched.). Frutex totus inermis, foliola 

oblongo-lanceolata in proportione 47 mm. longitudinis : 21 mm. latitu- 
dinis. Petioli glabri. Hercyniae Silva: in rupibus Rosstrappe! solo 
granitico et in agri Gottingensis saxis calcareis prope Heiligenstadt, In 
Bosnia, Herzegovina frequens. Exemplaria authentica nummersa in her- 
bario c. d. Kerne ri. 

VII. jB. marginata Wallrotli in Annus botauicus, Halae p. 68 (1815). 

Frutex humilis contortus, ramosissimus, inferne sublaevis, aculeis raris 
obsitus, superne aculeis rectis copiosis horridus, purpureus; ramuli ju- 
niores floriferi, pruinosi. Foliola ovato-oblonga, acuminata, subcoriacea, 
utrinque glaberrima, triplicato-serrata ; serraturis rübro-marginatis, glan- 
duUferis. Petioli cum stipiüis glabri, glandulosi. Receptaciüa fructifera 
glabra, ovoideo-subglobosa vel sphaerica (secundum auctorem) ; sepala 
subintegra, in apice foliacea, glandulis multis submuricata. Ad viam 
sinistrorsum ante pagum Bennstätt; in collibus apricis prope Eisleben! 
Gei'mania: provincia Saxonia, in Palatinatu ! Gallia (Jura, in Vogesis!), 
in Thnringia! 

Foliola ovata vel obovata, elliptica, in proportione 
30 mm. longitudinis : 22 mm. latitudinis. 



72 



Ileinricli Braun. 



VIII. jß. ScJimldtii H. ürtiuti [R, humilis Tausch in Flora II, p. 405 
(1819)]. Frutex humilis, ramis hadüs, aculeis hrevibus tenuibus ijarum 
incUnatis ohtectis. Eami fructiferi plerumque inermes vel aculeati vel 
acicuUs setaceis vestiti. Stipulae lanceolato -lineares , auriculis diver- 
geHtibus; in margine glayiduloso-ciliatae, ceterum glabrae et laeves, rarius 
supremae in lanmia glandulis sparsis obtectae. Bracteae suepe foUaceae. 
Petioli glandulis inaequalibus et aculeolis brevibus sparsis obtecti, glabri. 
Foliola quina vel septena, breviter ovata vel elliptica, acuta in margine 
irregulariter duplo triplove glanduloso-serrata, nti'inque glaberrima, 
supra saturate viridia, subtus pallidiora, glaucescentia, in nervis pro- 
minentibus rarius in lamina et marginem versus glandulis sparsis obtecta. 
Pedunculi elongati, glandulis setaceis praediti. JRecepjtacula ovoidea, 
in apicem breviter contracta, tota superficie setis glandulosis, demum 
plurimum evanescentibus, vestita. Sepala in dorso glandidoso-setosa, in 
margine glandulis dense ciliata, post anthesin reflexa, cito decidua. Styli 
villosi. Capitula stigmatum saepe glabrescentia. Discus planiusculus. 
Petala magna vel mediocria, amoene rosea. 
Variat: 

a) genuina, Rami floriferi inermes; foliola subtus glandulis sparsis prae- 
cipue in nervis obtecta. Syn. B. Godeti Grenier in Godet, Flora Jura, 
Suppl. p. 73 (1869). Bohemia! Gdllia! Alsatia! Helvetia! Austria in- 
ferior! JExemplaria authentica in herbario univ. Pragensis. 

b) virgata Crri'mli in Sched., Christ, Rosen der Schweiz, p. 147 (1873), 

sub forma Bosae tr achyphyllae. Syn. B. Gallico-canina <x. virgata 
Gremli, Beiträge p. 71. Frutex Im. altus, rami flaccidi, virgati, aculeis 
fere rectis tenuibus et Jiinc inde setis glandidiferis obtecti; foliola subtus 
glandulis sparsis praedita, vinacea. Bohemia {Carlstein, Tausch)! Gdllia ! i 
Helvetia! Exemplaria authentica in herbario c. d. Kerner i. 

c) leiociada Borbäs in A. Magy. birodal. v. term. rözsäi p. 376, 383 (1880) sub 

forma B. Jundzillianae Besser. Bami floriferi inermes; foliola 
subtus glandidis magis persistentibus obtecta. glaucescentia, serraiiiris 
magis apertis, late vel subelliptica. Hungaria! Äustra inferior! 

III. C. JEt, livescens var* Aliothi (Christ 1. c.) pp. Bami floriferi acu- 
leati, aculeis partim robustis etc. 

b ) Foliola subtus vel saltem in nervis conspicue et persistenter pilosa, 
petioli plus minus dense pAlosi. 

1. Foliola ovato-lanceolata vel ovato-oblonga. 

yi,e. H. tvachypliylla var. Alsatica m. Foliola subtus in nervo me~ 
diuno doise pilosa; rcceptacida fructifera breviter ovoidea, plus minus 
sefosa, ceterum ut in Bosa trachyphylla Bau typica. Alsatia! 
Palatinatus! Bavaria occidentalis ! Wuertembergia! Hungaria! (sub 
nomine Bosae tr achyphyllae Bau). 



Beiträge zur Keuntniss einiger Artt^n und Formen der Gattung Rosa. 



73 



XV. jK. JundzilHana var.as2>r6J««c'o;a((xremli), Chris t, Rosen der 
Schweiz p. 143 (1873), suh forma Bosae Jundzillianae Besser. 
Foliola magnUy subtus in nervis pilosa, glandulis demum evanescentibus 
plus minus obtecta, ovato-elliptica , summa obovato-elongata ; rami floriferi 
aculeis sparsis obtecti; pedunculi elongati. Beceptacula fructifera pyri- 
formia vel ovoideo - subglobosa. Helvetia! Voralbergia ! Exemplaria 
authentica in herbario c. d. Kerneri. 

2. Foliola elliptica, ovato-elliptica vel late elliptica, hinc inde 
suborbicularia, sed non oblonga. 
'^Aciculi et seti glandulosi in ramis florentibus defi- 
cientes vel sparsi (1 — 3); rami aculeis robustis ar- 
mati vel inermes. 

IX. Hosa fleXUOSa Rau in Enum. rosar. circa Wirceb. p. 127 (1816). 
Frutex altitudinis Bosae caninae, aculeatus. Bami flexuosi, aculeis 
stipularibus solitariis vel geminatis aduncis, robustis suffuUi (in exem- 
plaribus authenticis in ramis floriferis setis glandulosis hinc inde inter- 
mixtis). Petioli pjubescentes, glandulis copiosissimis obtecti, subtus con- 
fertissime acideolati. Stipulae lanceolatae, dilatatae, supra glabrae, subtus 
pubescentes, frequentissime glandulis intermixtis. Foliola plerumque 
septena, ovato-elliptica utrinque attenuata vel basin versus rotundata, 
supra pube rarissima adspersa, subtus pubescentia, in nervis primariis 
venisque glandulosa, duplicato-argute serrata. Beceptacula ovoidea, basi 
glanduloso-hispida. Sepala glandulis undique adspersa^ appendicibus 
setaceis glandulis longe pedicellatis praedita. Beceptacula fructifera 
glabra, laevia. Bavaria occidentalis (ad Wirceburgum frequens) ! Gallia! 
Austritt inferior ! Exemplaria authentica in herbario UniversitatisWir c eb. 

X. Mosa SUbolida Deseglise, Descript. de quelqu. esp. nouv. de ros. in 

Mem. Soc. acad. de Maine et Loire, XXVIII (1873), p. 124, Extr. p. 28. 
Frutex Im. altus; rami aculeis longis, robustis vel paulo inclinatis basi 
dilatatis armati; rami floriferi saepe inermes. Petioli pubescentes, glan- 
dulis tenuibus et aculeolis praediti. Foliola quina vel septena, magna 
vel mediocria eodem in ramo: elliptica vel basi rotundata, in apice 
acutiuscula, lateralia elliptica vel ovato-obtusa, viridia in sobolibus junio- 
ribus saepe rubescentia, supra adpresse pilosa, subtus dense canescenti- 
pubescentia, in nervis pilis albidis vestita, plus minus glandulis viscosis 
terebinthinam redolentibus obtecta; margine duplo-triplicatove argute 
serrata. Stipulae lanceolatae, supra glabrae, subtus glanduloso -pubes- 
centes. Pedunculi solitarii vel terni aggregati. Bracteae latae, ovato- 
acuminatae, supra glabrae, subtus sparse glandulosae, pedunculos longi- 
tudine superantes. Beceptacula ovoidea, in apice attenuata, glandulosa. 
Sepala post anthesin reflexa, cito decidua, in dorso glanduloso-setosa. 
Styli villosi vel hirsuti. Discus planiusculus. Petala magna, pulchre 
rosea, suavia. Beceptacula fructifera obovoidea vel ovoidea. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 10 



74 



Heinrich Braun. 



Va7'iat: 

a) genuhia, Bami floriferi, aculeis rohustis rectis vel purum inclinatis 
praedüi. Syn. B. terehinthinacea Ddsegl, Ess. moDog. in soc. Acad. Maine 
et Loire, X, p. 119 (1861), uon Besser. 

b) cmacatitJui m, Bami florentes inermes, elongati, supremi sub pedun- 

culis (jlandulis stipitatis, hrevibus praediti. Foliola magna, ovafa. 
Galliu! (Suone et Loire, St. Emiland, Ozanon). 

**Aciculi et setz glandulosi in ramis floriferis plus 
minus numerose occurunt. 
a) Styli hirsuti vel villosi. 
-r Aculei in ramis floriferis rohusti, adunci. 

IX. Hosu JlexilOSd Eau. Beceptacula fructifera ad hasin modo hispida. 
Foliola septena (vel quina), subtus praecipue in nervis glandulosa etc. 
+ + Aculei in ramis floriger is graciles, recti vel parum inclinati, 
cum aciculis et setis glandulosis numerosis intermixtis. 
X Foliola parva vel mediocria ; frutices humiles. 

XI. Mosa nemorivciga Deseglise, Descript. de quelqu. esp. nouv. de 

ros. in Billotia p. 40 (1864), Extr. p. 8. Frutex humilis, ^l^—lm. altus, 
rami stricti, graciles, supremi et aculeolis parvis et setis glandulosis vel 
eglandulosis praediti. Turiones et rami juniores acideis rohustis, husi 
dilatatis arfnati. Petioli dense glandulosi et pilosi, aculeati. Foliola 
parva, quina vel septena, ovato-elliptica, inferiora ohtusiuscula, supra 
obsure viridia, glabra, subtus opaca, praecipue in adolescentibus pilosa 
et glandulosa. Stipulae lanceolatae, supra glabrae, subtus glandulosae; 
auriculis acutis, rectis vel paulo diver gentibus. Sepala in dorso glan- 
dulosa. Beceptacida ovoidea, apicem versus producta, glanduloso-hispida. 
Pedunciüi solitarii vel bini-terni, glanduloso-hispidi. Bractae elongataeA 
subtus in nei'vo mediano glandulosae, supra laeves, pedunculis longioresA 
Styli villosi. Discus brevis, paulo prominens. Petala magna, purpurea.\ 
Beceptacula fructifera ovoidea, apicem versus attenuata. Gallia! Hun- 
garia centralis (in montibus ad Budam, BorbäsJ! Exemplaria authcn- 
tica in herbar io c. d. Deseglisei. 

XII. Ho^a JPseudo - flextiosa Ozauon in Desegl. Description de 
quelqu. esp. nouv. de ros. p. 42, Extr. p. 10 (1864). Frutex humilis 30 — 50cm. 
altus. Aculei numerosi, basi dilatati, graciles, recti vel parum falcati, 
in ramorum apice aculeolis setaceis glayiduligeris intermixtis praediti. 
Petioli tomentosi, glandulosi, aculeati. Foliola ovato-rotundata vel sub- 
orbicularia, supra glabra, sattirate-viridia, subtus glaucescentia, in nervis 
pilosa. et glandidosa. Stipulae ut in p)raecedente. Pedimculi solitarii, 
glanduloso-hispidi. Bractae pedunculis breviores, apicem versus et in 
nei'vo mediano glandulosae. Becepjtacula ovoidea, basi rotundata, in 
apice attenuata, basin versus setosa. Sepala post anthesin reflexa, cito 
decidua. Styli breves, hirsuti. Petala pulchre rosea. Beceptacula fructi- 



Beiträge zur Kentitniss einiger Arten und Formon der Gattung Rosa. 



75 



fera obovoidea, basi attenuata, superne rotundata, ad basin modo Jiispida. 
Hdbitat in Gallia! 
XX Foliola sat magna, frutex elatus, 1 — Cf^tus. 

XIII. Mosa speciosa Deseg-lise, Descript. de quelqu. esp. nouv. de 
ros. iu ßillotia p. 39, Extr. p. 7 (1864), non exsicc! Frutex elatus, l—P/^m. 
altus. Bami stricti, breves. Aculei graciles, basi dilatati, recti, elongati, 
in ramis floriferis et setis et aciculis glandulosis vel eglandulosis inter- 
mixtis xoraediti. Petioli tomentoso-glandulosi, subtus aculeati. Foliola 
magna, ovato-elliptiea, acuta vel ohtusiuscula, imparia, subacuminata, 
supra pilis adpressis evanescentibus, subtus pilis albidis et glandulis 
demum partim evanescentibus vestita. Stipulae ut in Mosa nemorivaga. 
Receptacula ovoidea, apicem versus attenuata, glanduloso-hispida. Sepala 
in dorso glandulosa, post anthesin reflexa, cito decidua. Bracteae cuspi- 
datae. jiedunculis breviores, supra glabrae, subtus glandulosae. Pedun- 
culi solita7'ii vel corymbosi, glanduloso-setosi. Styli breves, villosi. Discus 
paido prominens. Petala pulchre rosea. Receptacula fructifera ovoidea, 
basi hispida. Gallia! Bossia(?J. 

ß) Styli sparse pilosi, glabriusculi. 

XIV. Hosa infesta Kmet' in Kern er, Schedae ad fl. exsicc. Austro- 
Hung. Nr. 462 (1882). Frutex elevatus, ramis longis, hic inde flexuosis. 
Aculei ramorum robusti, basi dilatati inclinati vel falcati; inprimis in 
ramis floriferis, superne setulis glandulosis et aciculis numerosis inter- 
mixtis. Petioli pubescentes, glandulis stipitatis copiosis et aculeolis re- 
curvis armati. Foliola magna vel mediocria, ovato-elliptica, acuta vel 
obtusiuscula, supra nitida, sparse pilosula, subtus pallidiora pubescentia 
et glandulis sessilibus inaequaliter dense vestita, argute et grosse serrata. 
Stipulae oblongae, pilosae et glandulosae, saepe foliaceae, pedunculos 
longitudine super antes. Pedunculi 3—8 corymbosi, rarius solitarii, 
elongati, glanduloso-setosi. Receptacula ovoidea in apice producta, ad 
basin modo parce glanduloso-setacea. Sepala in dorso dense glanduli- 
fera post anthesin erecta, demum decidua. Corolla pallide rosea, saepe 
fere albicans. Styli tenues, parce pilosi, glabrescentes. Discus sub- 
conicus. Receptacula fructifera in apice producta, sanguinea. In Hun- 
garia septentrionali ! 

B) Receptacula fructifera globosa (vel subglobosa). 

a) Foliola subtus plus minus praecipue in nervo mediano conspicue 
pilosa vel pubescentia. 

XV. Mosa Jundzilliana Besser, Enum. Pod. et Volh. p. 46 et p. 67. 

Rosa Jundzilli Besser, Cat. hört. Crem. ann. 1816, p. 117, s. descript. Frutex 
elatus. Rami aculeati vel inermes solum setis glanduliferis ac aciculis 
obsiti, saepe pruinosi. Stipulae basi glabrae, superne sparse glandu- 
losae. Petioli pilosi glandulosi, aciculis flavescentibus vel rubescentibus, 
parce praediti. Foliola mediocria vel magna, late- vel elliptico-ovata, 

10* 



76 



Heinrich Braun. 



su^jra glahra viridia, subtus pallidiora, in nervo mediano vel in nervis 
secundariis tenuiter pubescentia et glandulis praedita. Bracteae dila- 
tatae, in nervo mediano dense glandulosae, pedunculos aequantes vel 
superantes, saepe foliaceae. Pedunetdi setoso-Mspidi sicut ut recepta- 
cula, haec ovoidea vel subglobosa, hinc inde sublaevia. Sepala post an- 
thesin reflexa, cito decidua, in dorso glandulosa. Discus planiusculus. 
Styli villosi. Receptacula fructifera globosa, subglobosa. 
Variat: 

a) genuina, Rami floriferi plus minus setis et aciculis glandulosis vel 
eglandulosis vestiti; aculei nulli; foliola magna, ohovata vel ovato-ellip- 
tica vel rotundata, subtus in nervis secundariis et marginem versus saepe 
glandulis asperis praedita. Podolia! Galicia! Silesia! Bohemia! Mo- 
ravia(?) Äustria inferior! Helvetia! 

b) aspreticola (Oremli), Christ 1. c. Syn. R. speciosa Ddsegl. herb., 
Boreau, Cariot, uon Desegl. 1. c. p. 39! Aculei ramorum paulo inclinati 
uniformes vel aciculis et glandulis setosis plus minus intermixtis; vel 
rami hinc inde inermes. Petioli dense pubescentes, aculeolati. Foliola 
dilute viridia tenuia, ceterum ut in typo, subtus glandulis evanescentibus 
tecta. Receptacula fructifera globosa vel pyriformia, centralia saepe 
subturbinata , lateralia longe pedicellata. Gallia! {R. Jundzilliana 
D^sdgl. p. p., R. speciosa Desegl.! Exsicc. non descript.) Helvetia! JExem- 
plaria authentica in herbario c. d. Kerneri. 

c) Ruthenica mihi. Rami floriferi elongati, plus minus aculeis robustis, 

rarius et aculeolis tenuibus et setis glandulosis vel eglandulosis armati. 
Foliola medioeria, elliptica, vel elliptico- sub oblong a , subtus in nervo 
mediano, vel in nervis secundariis plus minus pubescentia. Podolia! 
Polonia! Galicia orientalis! Silesia! Austria inferior! {R. flexuosa Keller 
p, p. non Kau.) 

XVI. Mosa JPugeti Boreau in J)4s6gl., Descript. de quelqu. esp. nouv. de 
TOS. in Mem. societd Maine et Loire X, p. 136, Extr. p. 96 (1861). Frute- 
humilis; rami floriferi breves, aculeati vel inermes, vel aciculis glandu- 
liferis et setis obsiti. Petioli dense pubescentes et glandulosi. Foliol 
elliptica, medioeria vel parva, infima rotundata, in apice acuta vel ob 
tusiuscula, subtus pilosa et glandulis plus minus praedita, in margi 
argute glanduloso-multiserrata. Receptacida fructifera glanduloso-setosa 
vel laevia eodem in ramo. 
Variat: 

X Receptacula fructifera medioeria hinc inde sat magna, 
a) genuina. Rami florentes inermes vel aculeis robustis, inclinatis, homo 
morphis, saepe subgeminatis armati (in exemplaribus authenticis her 
barii c d. Kerner i rami florentes uno aciculo vel duobus praediti). Foliol 
subtus in nervis et marginem versus plus minus dense asperiter-glandulosa. 
Gallia! Sabaudia! Exem,plaria authentica in herbario c. d. Kerneri. 



Beiträge zur Kenntni^s einiger Arten und Formen der Gattung Eosa. 



11 



b) Micioliana m. Rami floriferi aciculis et setis glanduliferis vel cglan- 

dulosis inaequalibus dense obtecti, ceterum ut in forma typica. Gallia ! 
Bois d'Etoile ä Charbriere, Rhone, BouU (Miciol.J. 
XX Receptamla fructifcra sat parva. 

c) Thomasii (Fuget) in D^s^gl. Cat rais. Nr. 295 obs. (1876). Frutex 

hwnilis, rami aculeis tenuibus, basi dilatatis armati. Petioli pubescentes, 
acideati. glandulosi. Foliola ovato-rotundata , infima obtusa, supra 
viridia, subtus glaucescentia, in nervis secundariis et in nervo primario 
glandulis sparsis praedita. Receptacula ovoidea laevia vel glanduloso- 
setosa (in exemplaribus authenticis laevia et solum basi hispida). Styli 
hirsuti vel villosi. Helvetia! (Freiburgia: La Gotalaz.) 
b) Foliola utrinque glaberrima. 

1. Sepala post anthesin reflexa, demum patentia, serius decidua, 

glandulis in nervis foliolorum nuUis. 

XVII. Mosa Cotteti Füget in D^segl., Cat. rais. Nr. 287 (1876). Frutex 
elatus, rami aculeis subrectis, tenuibus, uniformibus armati. Petioli 
pubescentes, acideati, glandulosi. Foliola ovata vel obovato - elongata, 
subtus, nervo mediano excepto, eglandulosa. Bracteae , late ovato-acu- 
minatae, supra glabrae, subtus partim glandulosae. Sepala in dorso 
glandulosa. Styli hirsuti. Receptacula fructifera in exemplaribus authen- 
ticis globosa (et non ovoidea vel ovoideo-globosa), superne paulo attenuata, 
tota super ficie glanduloso-setosa. Helvetia! Exemplaria authentica in 
herbario c. d. Kern er i. 

2. Sepala post anthesin Semper reflexa, cito decidua; glandulis 

in nervis foliolorum plus minus numerosis persistentibus 
praeditis. 

VII. Hosa ^navginata Wallroth. Rami superne aculeis rectis copiosis 
horridi ; foliola in ramis florentibus oblong o-elliptica vel lanceolata, serra- 
tura rubro-marginata etc. 

XVIII. Mosa reticulata A. Kerner in Oesterr. bot Zeitschrift XIX, 
p. 332 (1869). Frutex humilis, circiter 1 m. altus. Rami acideis ro- 
bustis et supra hinc inde aciculis setisque glandulosis vel eglandulosis 
praediti. Foliola ')—7 ovato- elliptica vel ellipjtica, subtus pallidiora 
venoso-retictdata, in nervis marginem versus glandulis tenuibus fusce- 
scentibus obtecta. Receptacula ovoidea, laevia vel plus minus hispida. 
Discus planiusculus. Styli villosi. Sepala in dorso valde glandulosa. 

Variat: 

X Stipulae supra in lamina, praecipue ad auriculas, glandulosa, subtus 
sparse glandidosa vel fere laevia. 
(i) genuina, Äcidei ramorum floriferorum. superne uniformes vel aciculis 
et glandulis stipitatis plus minus intermixtis eodem in ramo. Foliola 
mediocria, in turionibus et ramis junioribus saepe elliptico-oblonga, in 
ramis floriferis ovato vel ovato-elliptica, apicem versus acuminata vel 



78 



Heinrich Braun. 



acuta, infima etiam öbtusiuscula, suhtus praecipue in nervis glandulosa. 
Austria inferior! Bohemia! Moravia! Hungaria! Sjn. R. Jundzilli var. 
minor Borbäs in A Magyar birodalom v. term. rözsäi p. 375 et p. 381 
(1880) et B. Jundzilli var. reticulata Borbäs, 1. c. p. 377 et p. 382 (1880). 

b) 2)orrigens (Grrenili), mscrpt. Äculei ramorum floriferorum setis et 

aciculis glandulosis praediti. Petioli puhescentes. FoUola magna, ovato- 
rotundata, infima fere orhicularia, suhtus in nervis et in lamina glan- 
dulis fuscescentibus plus minus obtecta. Helvetia ! Exemplaria authen- 
tica in herhario c. d. Kern er i. 

c) saxigena (m.) in Berichte des naturw. Ver. a. d. k. k. technischen 

Hochschule in Wien, V, p. 25 (1882). Rami aculeis sparsis, inclinatis 
et aciculis et setis glanduliferis praediti. Stipulae latae, in petiolo 
usque ad primum foliolorum par vergentes inferne laevia, superne glan- 
dulosae. Petioli dense glandulosi, hirtelli, aculeati. Foliola infima late 
ovata, ohovata, suprema aciiminafa; suhtus, piraecipue in nervis, parce 
glandulosa. Bracteae late ovato-lanceolatae, saepe foliaceae. Hardegg in 
oppidi Silva Austriae inferioris! ad ruinam arcis Zornstein prope Vöttau 
in Moravia ! (Ohorny). 
XX Stipulae utrinque in lamina densissime glandulosae. 

d) perglandulosa (Borbäs), 1. c. p. 375 et p. 383 (1880) suh varietate 

M. Jundzillii Besseri. Aciculi ramorum floriferorum glandulis sti- 
pitatis, densissimis intermixti. Foliola ovata vel ovato-elUptica, supe- 
riora etiam oblonga, magna vel mediocria, suhtus plus minus glandulosa. 
Beceptacula hispida, ovoidea vel centralia fere glohosa. Hungaria! 

Rosa Tauschiana m. 

Syn. Mosa canina y. hispida Tausch herb., Ott, Catal. herb. Tauschii (1851) 
Nr. 469. — jR. rupestris Tausch, in litt, non Crantz Stirp. Austr. (1763). 

Frutex humilis ^j^—lm. altus; rami et aculeis tenuibus incli- 
natis et aciculis setaceis armati. Rami floriferi aculeolis fere 
rectis et setis glanduliferis vel eglandulosis obsiti. Stipulae lanceo- 
latae, cum auriculis hrevibus diver gentibus, in lamina pilosae, in margine glan- 
duloso ciliatae. Petioli tomentosi, aculeolis raris et glandulis stipitatis 
sessilihusve obtecti. Foliola quina vel septena, ohovata vel obovato-ellip- 
tica, supra glabra vel parce pilosula, suhtus in nervo mediano dense 
pilosa, in nervis secundariis pilosa et in lamina Jiirtella, eglandu- 
losa, in margine simpliciter s er rata. Bracteae saepe foliaceae, pedun- 
culis breviores. Pedunculi elongati setis glandulosis numerosis 
obtecti. Receptacula, praecipue hasin et mediam versus, gianduloso- 
setosa, ovoidea. Sepala duo integra, tria pinnatifida, extus tomentoso- 
marginata,in dorso setis glandulosis praedita. Styli villosi. Discus 
subconicus. Receptacula fructifera? 



Beiträge zur Keuiitniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



79 



Dimensiones : Stipulae 17mm. longae, 5mm. latae ; foliola 25— [ 30]— 35 mm. 
longa, 12 — [18]— 22 mm. lata. Pedunculi 18mm. longi. JReceptacula 9 mm. longa, 
5 — 6 mm. lata. Sepala 17 mm. longa, petala 17 mm. longa. Habitat in collihus 
apricis prope arcem „Karist ein^, Bohemiae (Tausch). 

Diese Rose wurde zuerst von Tausch mit dem Namen „Rosa canina 
hispida^, späterhin als „B. ruyestris^ bezeichnet. Sie ist zunächst mit der Bosa 
collina Jacquin, Bosa Lloydii Dese'gl. und der Bosa Budensis Borbäs verwandt. 
Bosa collina Jacq. unterscheidet sich durch viel rundere, manchmal fast kreis- 
förmige Blättchen, kürzere Blüthenstiele, weniger drüsenborstige Aeste und eine 
ganz andere Tracht von Bosa Tauschiana. Bosa Lloydii D^segl. unterscheidet 
sich durch nur am Mittelnerv der Blattunterseite behaarte Blättcheu, viel längere 
Deckblätter, Bosa Budensis Borbäs durch oberseits sehr dünn behaarte Blättchen, 
drüsenlose oder sehr wenig drüsige Kelchzipfel, völlig glattes Receptakel, die 
kleinen unteren Blättchen. B. Tauschiana m. gehört in die Formenreihe der 
Bosa collina Jacq.; wie ungemein variabel die einzelnen Glieder dieser Reihe 
sind, lehren beispielsweise die zahlreichen authentischen Exemplare, welche aus 
Mygind's und Jacquin's Hand mir vorlagen, und welche unter sich nicht 
unbedeutend difFeriren. In den Nachträgen von Haläcsy und Braun (1882) 
werden eine Reihe solcher Formen auf p. 261 aufgezählt. Allein die Bosa 
Tauschiana weicht besonders habituell so bedeutend von allen mir bekannten 
Formen der Gruppe „Collmac Crepin" ab, dass die Aufstellung als neue Form 
oder Art geboten erschien. Diese Rose liegt in mehreren schönen Exemplaren 
im deutschen Prager Universitätsherbare auf. 

Kosa Boliemica m. 

Syn. B. rubiginosa £. densi/lora Tausch, herb. — B. densiflora Tausch ex Steudel, 
Nomencl. bot. II, p. 468 (1841) nomen solum. — B. rubiginosa £. densiflora Ott, 
Katalog des Herbariums Tausch (1851), Nr. 494, uon Bosa Barnascena o. densiflora 
Seringe in DG. Prodr. II, p. 621 (1825). 

Bami stricti, cum cortice badio vel virenti, aculeati. Aculei validi 
subgeminati, robusti, falcati, basi dilatati. Stipulae anguste-lanceolatae, 
dense pilosae et glandulosae, in margine glanduloso-ciliatae ; auriculis 
diver gentibus. Petioli touientosi et acideoUs parvis, flavescentibus et glan- 
dulis validis praediti. Foliola quina vel septena ovato-elliptica vel 
rotunda, in margine glanduloso-duplo triplove serrata, cum serratura 
brevi aperta, supra adpresse pilosa, et hinc inde parce glandulosa, 
j subtus tota lamina deyise pilosa, plus minus, praecipue in nervis 
I et mar ginem versus glandulis tenuibus rufescentibus obtecta. Bracteae 
I saepe foliaceae, pedanculos longitudine super antes , ceteris stipulis aequales. 
; Pedunculi 7nediocres laeves et glabri. Beceptacula ovoidea vel 
I ellipsoidea, laevia. Sepala duo integra, tria pinnatifida, apicem versus 
paulo dilatata, cum pinnulis valde glandulosis, in margine tomentosa, 
in dorso glabra vel hinc inde glandulosa, post anthesin reflexa, 



80 



Heiurich Braun. 



d 6 7)1 um decidua. Petdla parva vel medriocria. Styli glabri vel suhglabri. 
Discus ijlaniusculus. lieceptacula fructifera ellipsoidea vel ovoidea, 
coccinea. 

Dimensiones: Stipulae 15 mm. longae, 7 mm. latae. Foliola 23 mm. longa, 
16 mm. lata. Pedunculi 10— 12 mm. longi. lieceptacula 6 mm. longa, 4 mm. 
lata. Sepala 16- 18 mm. longa. Receptacula fructifera 15— 17 mm. longa, 
12 — 13 mm. lata. 

Hahitat in collibus rupestribus prope arcem Karlstein, Bohemiae 
(Tausch), et ad oppidum Nemce prope Schemnitz comitatus Hont Hun- 
gariae (Kmef). 

Originalexemplare im Herbare der (deutschen) Prager Universität unter 
der Nummer 494. Eine hervorragende Art von ausgezeichneter Tracht, der Section 
„Tomentellae Crepin" angehörig. Zunächst der Bosa Tiroliensis A. Kerner ver- 
wandt, von dieser aber sofort durch die eiförmigen oder ellipsoidischen Schein- 
früchte, die drüsigen Spreiten der Stipulen und Bracteen, die häufigen Drüsen 
der Blattunterseite und die drüsenlosen Petiolen, durch ebendieselben Merkmale 
und die kahlen Griffel von Rosa tomentella Leman verschieden. Mit Rosa Bor- 
reri Woods {Rosa inodora Rchb., Fl. excurs.), R. similata Puget hat diese Rose 
gar keine Aehnlichkeit. Leicht unterscheidet sich Rosa Bohemica m. von R. Val- 
lesiaca Lagg. et Puget durch grössere Blättchen, bewehrte Blüthenzweige, drüsen- 
lose Blüthenstiele, den wenig drüsigen oder drüsenlosen Rücken der Kelchzipfel, 
R. concinna Lagg. et Puget, Rosa Obornyana (Christ), R. Haläcsyi H. Braun 
durch oberseits behaarte und unterseits dicht behaarte Blättchen, drüsenlose 
Pedunkeln. Diese Yoxm erinnert der Behaarung und dem Blattzuschnitte nach 
lebhaft an die Rosa tomentella Leman, ist aber durch oben angeführte Merk- 
male stets leicht von jener zu unterscheiden. Es gelang mir leider trotz vieler 
Mühe nicht, eine Beschreibung der Rosa densiflora (Tausch) oder Rosa rubi- 
ginosa £. densiflora Tausch aufzufinden; sollte eine solche Publication, welche 
vor dem Jahre 1825 erschienen ist, bekannt werden, so müsste der Name Rosa 
Bohemica fallen gelassen werden und der von „Rosa densiflora Tausch" in 
Kraft treten. Diese bislang übersehene Rose scheint in Oesterreich-Ungarn eine 
weite Verbreitung zu besitzen; die Exemplare, welche ich aus Ober- Ungarn, der 
Gegend um die Stadt Nemce bei Schemnitz entstammend, von Kmel: erhielt, 
stimmen aufs Beste mit den authentischen Exemplaren aus Karlstein in Böhmen 
überein. 

Kosa Keriieri m. 

Frutex 1—1 5 mm. altus. Rami, cortice badio, aculeis robustis suh 
falcatis, in basi dilatatis armati; rami florif eri inermes. Stipulae 
late lanceolatae, cum auriculis divergentibus, in margine glanduloso-ciliatae et 
auriculas versus parce pilosae, ceterum glabrae et laeves. Petioli pilis densis, 
glandulis sessilibus vel stipitatis intermixtis, et aculeolis rubescentibus 
praediti vel inermes. Foliola quina vel septena, plerumque quina, elliptica, 
mediocria vel magna, supra saturate viridia, glabra vel pilis raris, demum 



Beiträg^e zur Kenutniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



81 



evanescentibus ohtecta, subtus palUdiora, glaucescentia, primum tota 
lamina pilosa, demum solum in nervis medianis et secundariis 
densius puberula, in margine simpliciter serrata, dentibus breviter 
triangularibus. Bracteae latae, saepe foliaceae pedunculos longitudine supe- 
rantes atque occultantes. Pedunculi breves, sicut reeeptacula ovoidea 
vel ellipsoidea, glanduloso-setosi. Sepala duo integra, tria pinna- 
tifida, elongata, petalis longiora, in apicem versus dilatata, in 
dorso glanduloso-setosa, tomento marginata, post anthesin erecta, 
reeeptacula fructifera immatura cor onantia. Styli dense albo- 
lanati. Discus planiusculus. Petala mediocria, pulchre rosea. Reeepta- 
cula fructifera globosa, tota sup er ficie vel solum ad basin glan- 
duloso-hispida. 

Diviensiones : Stipulae 20mm. longae, 4— 5mm. latae. Foliola 26 — [28]— 
35 mm. longa, 16 — [18] — 26 mm. lata. Sepala 25 — 32 mm. longa. Corolla 42 mm. 
diametr. 

Syn. : B. GorenJcensis J. B. Keller in Hai äcsy et Braun, Nachträge zur 
Flora von Niederösterreich p. 221 (1882) non Besser! — J^. cerasifera J. Kerner 
in Sched. non Timb. Lagrave (Notes sur une excurs. bot. ä Bagneres de Luchon 
in Bullet, soc. bot. de France XI, extr. p. 22). 

Habitat in monte „Kühling" prope oppidum Krems Äustriae inferioris. 

Quae Rosa sectioni CoUinarum montanarum prope Rosam cerasi- 
feram inserenda; ab hac specie foliolis fere usque ad basin serratis, supra sub- 
glabris, sepalis eximie dilatatis multo longioribus, ramis florigeris inermibus etc. 
dijffert. Nostrae Rosae cum Rosa Gorenkensi (Besser in Desportes Ros. Gall. 
p. 10) nuUa similitudo, quae sepalis fere integris brevioribusque, receptaculis 
laevibus, pedunculis vel parce glanduloso-setosis laevibusve, serratura irregulari, 
alia foliolorum forma eximie a Rosa Kerneri recedit. Neque Rosam Kerneri 
Rosae turbinatae adnumerare neque cum ea comparare possumus; nomenque 
in clarissimi J. Kerneri honorem dedimus. 

ßosa elliptica Tausch 

(mit Tafel VIII). 

Diese Rose liegt mir in mehreren Exemplaren aus dem Prager Univer- 
sitäts- und böhmischen Landesmuseum vor. In ersterem befindet sich auch das 
Exemplar mit der Originaletiquette von Tausch. Diese wohlumgrenzte Art 
wurde bislang meist mit Bosa rubiginosa L. oder B. sepium Thinll., vorzüglich 
mit letzterer, confundirt. Deseglise war der Erste, welcher in seinem „Cata- 
logue raisoune" (1876) der Bosa elliptica Tausch einen Platz (Nr. 316) zunächst 
den verwandten Arten anwies, wohl mit der Bemerkung, dass er diese Rose 
nicht kenne. Sdringe in De Candolle's Prodomus II, p. 625 (1825) führt 
die B. elliptica Tausch unter den zweifelhaften Arten auf. Unrichtiger und 
überflüssiger Weise citirte Trattinick in seiner ^^Rosacearum monographia II, 
p. 69 (1823) zur JB. elliptica Tausch ..Guimpel, Deutsche Holzarten I, 121, 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 11 



82 



Heinrich Brau 



t. 91", welche Abbildung eine Rose der Gruppe „JEuruhiginosae" zunächst der 
.Rosa comosa Ripart darstellt. Letztgenannte Gruppe kommt aber in Folge des 
in der Originaldiagnose von Tausch in der Flora II, p. 465 (1819) ausdrücklich 
angeführten Merkmales der kahlen Blütbenstiele und der elliptischen (nicht 
breitrundlichen), am Grunde ungesagten Blättchen, ferner der blassröthlichen 
und im Gegensatze zu R. rubiginosa mit längerem Nagel versehenen Fetalen 
gar nicht in Betracht. Trattinick hat also, statt die Rosa elliptica Tausch 
aufzuklären oder die Originaldiagnose in befriedigender Weise zu ergänzen, eine 
totale Confusion herbeigeführt und ist das von ihm willkürlich beigefügte und 
durch nichts zu rechtfertigende Citat „Guirap el, Deutsche Holzarten" I, 121, t. 91, 
bei der Rosa elliptica Tausch zu streichen. Rosa elliptica Tausch wurde zuerst, 
wie schon oben erwähnt, in der Flora II, p. 465 (1819) beschrieben und nicht, wie 
Des^glise 1. c. anführt, in Trattinick 's Rosacearum monographia, welche 
vier Jahre später (1823) erschien. Das höchst zweifelhafte Verdienst Tratti- 
nick's dieser Art gegenüber besteht in dem Abschreiben der Diagnose (aus der 
Flora 1819) und der Latinisirung des nachfolgenden deutschen Textes. Nicht 
zu rechtfertigen ist aber die Hinweglassung des von Tausch in der Flora 1. c. 
speciell erwähnten und genau beschriebenen Standortes „auf den dürren Ab- 
hängen des Berges hinter Grosskuchel (nächst Prag) mit R. rubi- 
ginosa", für welchen Trattinick die allgemeine Angabe „Habit, in apricis 
aridis montium cum R. rubiginosa in Bohemia" setzte, und völlig unrichtig 
ist das bereits oben erwähnte Citat aus Guimpel, ferner die von ihm hinzu- 
gesetzte Bemerkung: „Fructus obovato-elliptici, majusculi, sanguinei, basi sub- 
hispidi" Tausch erwähnt letzterer Eigenschaft mit keiner Silbe, die Original- 
exemplare widersprechen aber direct dieser völlig überflüssigen Anmerkung. Die 
Originaldiagnose der Rosa elliptica Tausch ist in jener allgemeinen, kurzen und 
wenig sagenden Weise gehalten, welche die Diagnosen dieser Zeit kennzeichnet 
und die meist nicht viel zur Erkennung der darin beschriebenen Formen bei- 
trägt. Die Angaben der Diagnose: „Calieum tuhis ovatis peduncuUsque 
glabris, foliolis ellipticis, inaequaliter glanduloso-serratis (aber nicht subbi- 
serratis, wie gewisse Leute in ihren Machwerken falsch anführen), basi inte- 
gerrimis, opacis, subtus in petiolisve subinermibus, piloso-glandulosis, glaucs' 
scentibus, caule aculeis reflexis, stipularibus" lassen nur schliessen, dass diese 
Rose unter die behaartblätterigen Sepiaceen einzureihen ist. Es darf nach dem 
eben Gesagten wohl nicht Wunder nehmen, dass sechs Decennien hindurch die 
Rosa elliptica völliger Vergessenheit anheimfiel, und wenn ihrer hie und da 
Erwähnung geschehen, so diente diese nur dazu, um der Ungewissheit und Un- 
klarheit über dieselbe Ausdruck zu verleihen. Um dieser verschollenen und 
vergessenen Art wieder die ihr gebührende Stellung einzuräumen, den Schleier 
zu lüften, der mehr denn sechzig Jahre über diese schöne Rose unserer Heimat 
gelegen und sie einer unverdienten und ungerechten Vergessenheit zu entreissen, 
dazu sollen die folgenden Ausführungen dienen. 

Die Angabe in der Originaldiagnose: „scheint einen Uebergang von 
Rosa rubiginosa zu R. pulverulenta M. B. zu machen", schliesst hier 



Beiträge zur Kenutniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



83 



die Kosen aus der Gruppe der Rosa sepium Thuillier aus, da ja sowohl B. rubi- 
ginosa L., als auch B. inüverulenta M. B. nach der Anthese sich auflichtende 
und bis zur Colorisation, die letztere Rose überhaupt bleibende Kelchzipfel und 
mehr minder dicht behaarte bis filzige Griffel besitzen; es ist doch wohl an- 
zunehmen, dass Tausch seine Art mit Arten vergleicht, die habituelle Aehn- 
lichkeit mit derselben besitzen; obwohl sonst die Anmerkung bei der Mangel- 
haftigkeit der Kenntniss der echten B. pulverulenta M. B. zu dieser Zeit nicht 
die Bedeutung der anderen Angaben besitzt, ist es doch gewiss, dass die nach der 
Anthese sich aufrichtenden Kelchzipfel, dichteres Griffelindument, Wachsthums- 
verhältnisse eine habituelle Aehnlichkeit dieser zwei Rosen mit der Bosa elliptica 
Tausch bedingen und die Rosen der Gruppe Eusepiacearum hier von jedem 
Vergleiche ausschliessen. Da in der Diagnose der Persistenz und Richtung der 
Kelchzipfel nach der Anthese und der Behaarung der Griffel, also gerade der 
wichtigsten modernen Differenzirungsmerkmale, keiner Erwähnung gethan wird, 
so müssen die Originalexemplare zur Ergänzung der Diagnose hier aushelfen, 
und in der That klären dieselben die Stellung der Bosa elliptica Tausch im 
Systeme völlig auf und lassen keinen Zweifel mehr in der Deutung dieser Art 
aufkommen. Das Originale von Tausch aus der Gegend von Grosskuchel bei 
Prag stimmt aufs Trefflichste mit der Diagnose überein, und ich will es be- 
nützen, um eine nach allen Richtungen hin befriedigende Beschreibung der 
Bosa elliptica Tausch zu entwerfen. 

Trunci ramique stricti cortice dilute hrunneo; rami floriferi hreves vel 
parum elongati; aculei subuniformi, robusti, falcati, basi dilatati, 
infra stipulas geminati, rarius verticillati. Stipulae anguste lanceolatae, 
auriculis divergentibus, utraque in pagina et in marginibus valde pilosae atque 
glandulosae. Petioli plus minus dense pilosi, deniqiie hic inde glahre- 
scentes, partim aculeoUs parvis armati, partim inermes, glandulis stipitatis 
sessilibusve intermixtis. Foliola quina vel septena, plerumque quina, parva 
vel (eodem in ramo) mediocria, elliptica vel obovato- elliptica, in 
apice ohtusa vel acutiuscula, basi cuneata, in margine duplo- 
quadruplo s er rata. Dentictüi primarii eglandulosi, breves, liinc inde parum 
recurvati; denticuli secundarii glandula parva et sessili terminati, ad basin 
foliolorum versus evanescentes ibique glandulis sessilibus sup- 
pleti. Serratura parum et inaequaliter incisa (in diagnosi Tauschiana: 
„foliolis inaequaliter glandulose serratis"). Pagina supjerior folio- 
lorum sparse et adpresse pilosa vel sub glabrescens, pagina inferior 
in Costa et (praecipue in foliis iunioribus) ad nervös secundarios dense 
pilosa, in lamina pilosula vel glabrescentia , demum costa excepta 
glabrescentia. Bracteae pedunculos longitudine super antes nonnunquam 
foUaceae, partim glabrae et solum ad oras glanduloso-ciliatae, partim in dorso 
sparse glandulosae. Pedunculi breves omnino eglandulosi et glabri. 
Beceptacula in iisdem speciminibus ovoidea vel ovoideo-globosa. Se- 
pala tria pinnatifida, duo integra, in apice ßiformia, basi et in dorso 
eglandulosa vel glandulis obtecta, in margine tomentosa, post anthesin 

11* 



84 



Heinrich Rrann. 



patentia, demum erecta et fructum immaturum coronantia, in 
fructu maturo decidua. Styli capitulum dense pilosum vel villosum 
formantes. Discus fere planus. CoroUae inapertae medioeres , partim 
intense, partim dilute roseae. Petala mediocria pallide rosea, unguiculata, 
sepala vel aequilonga vel iisdem parum longiora. Iteceptacula fructifera 
breviter ovoidea vel ovoideo-subglohosa, sanguinea. Maturescit Sep- 
temhre. 

Speciminis Tauschii eodem in ramo dimensiones foliolorum, aculeorum, 
stipularumque valde variahiles inveniuntur. 

Foliola 13—20 mm. longa, 8—11 mm. lata, stipulae 11 mm. longae, 3 mm. 
latae, hracteae 15mm. longae, ad basin 4mm. latae; pedunculi floriferi 5 — 6mm., 
fructiferi 8 mm. longi. Beceptacula 5 mm. longa, 4—4:5 mm. lata. Sepala 
12— 16 mm. longa; petala 10— 12 mm. longa. 

Um nun ein genaues Bild der Unterschiede zwischen Mosa elliptica Tausch 
und den ihr nächst verwandten Arten oder Formen entwerfen zu können, muss 
ich mich nun zuerst mit jener Rose beschäftigen, welche Crepin in seinen 
Primit. monographiae rosarum Cap. XXVIL p. 170 in Memoires de la societö 
royale de botauique de Belgique XXI (1882) Anlass bot, eine eigene Gruppe 
von den eigentlichen Sepiaceen, das heisst von denjenigen Formen, welchen 
Mosa sepium Thuill. als Type vorangestellt wird, abzutrennen. Ich habe hier 
die Mosa graveolens Grenier im Auge. Grenier hat zuerst in der Flore de 
France I, p. 568 (1848) eine Rose mit der Bezeichnung „graveolens" aufgestellt 
und unter diesem Namen, wie ja aus dem Wortlaute der Diagnose klar und 
unzweideutig hervorgeht, mehrere Rosen aus verschiedenen Gruppen vereint. Ich 
habe mich hier mit den drei Varietäten, welche Grenier 1. c. seiner Mosa gra- 
veolens beifügt, zu befassen und es kann nach der jetzt meist üblichen Auf- 
fassuDgsweise, welche ich theile, gar nicht in Frage gestellt werden, dass die 
Varietät a allein hier in Betracht kommt, vorausgesetzt, dass nicht spätere 
Berichtigungen desselben Autors den Werth der ersten Varietät entkräften. Zur 
var. ß citirt Grenier 1. c. die Mosa micrantha DC, Fl. Fr. V, p. 539 (non Sm.) 
welches Citat aber synonym mit M. Fouzini Trattinick, Ros. monogr. II, p. 112 

(1823) , ist und mit der Beschreibung Grenier 's 1. c. im Widerspruche steht 
da unter letzterer, soweit der kurze Wortlaut des Description eine Deutung zu- 
lässt, eine Rose der Gruppe Eurubiginosarum, der Mosa rotundifolia Rau 
Enum. Wirceb, p. 136 (1816), sub M. rubiginosa var. rotundifolia, zunächst 
stehend, gemeint wurde; die Varietät y corsiea Grenier 1. c. ist synonym mi 
Mosa Seraphini Viviani, Ad Fl. Ital. frag. (1808) p. 67, et Fl. Cors. spec. nov 

(1824) p. 8; diese beiden Varietäten ß et y kommen daher hier gar nicht in 
Betracht, da sie im directen Widerspruche mit den Angaben der Varietät « 
stehen, welcher grosse, 10— 15 mm. im Durchmesser habende Scheinfrüchte 
ovale oder lanzettliche Blättchen zugeschrieben werden, während bei den Varie- 
täten ß und y von fast kreisrundlichen Blättern, kleinen Scheinfrüchten, bei 
der Varietät ß überdies von drüsenborstigen Pedicellen die Rede ist. Diese Con- 
fusion, welche Grenier an angeführter Stelle geschaffen, und insbesondere auch 



Beitrage znr Kt'nntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



85 



die Creiirung der Bosa Lugdunensis Desegl, (Ess. monogr. in Mäm. soc. Acad. 
Maine et Loire X, p. 141 [1861]), sowie der Eosa Jordani desselben Autors (1. c. 
p. 146) führte zur Revision und Rectification seiner Bosa graveolens und zu 
präciserer Auffassung derselben in der „Flore de la chaine Jurassique" p. 248 
et 249 (1865), sowie zur Ausscbliessung der var. y der B. graveolens der Flore 
de Fr. 1. c. p. 569. Während in der Flore de France 1. c. der Befläumung oder 
Kahlheit der Petiolen und Blätter keiner Erwähnung gethanwird, dienen jetzt in der 
Flore de la chaine Jurassique diese Merkmale dazu, zwei Varietäten der B. gra- 
veolens Grenier var. a der Flore de France zu schaffen ; dass die var. ß für diese Be- 
trachtung gegenstandslos ist, wurde bereits oben nachgewiesen. Die zwei Varie- 
täten der B. graveolens in der Flore de la chaine Jurassique kennzeichnet 
Grenier p. 249 folgendermassen : „Var. a nuda petiolis folioles et bracte'es 
glabres, fruit gros, B. Jordani Dese'gl. „var. ß eriophora. Petioles pubescentes 
ainsi que le face inferieure des folioles, bractees souvent glanduleuses en dessus, 
fruit petit, B. Lugdunensis Desegl." Wie aus Vorstehendem einleuchtet, steht 
die Varietät ß eriophora der B. graveolens Gren., FL Jur., mit den Angaben 
der Varietät a der Bosa graveolens Gren., Fl. de France, in schlechtem Ein- 
klänge, da ersterer kleine Scheinfrüchte, letzterer grosse Scheinfrüchte, mit aus- 
drücklicher Angabe der Dimension, zugeschrieben werden. Da nun, wie aus 
dem Wortlaute der Diagnose der Bosa graveolens Gren. in der Flore de France 
hervorgeht, die Unterscheidungsmerkmale seiner Bosa graveolens gegenüber der 
B. rubiginosa L., Mant. II, p. 564 (1771), nur auf dem niederen Wachsthum, 
den sphärischen Scheinfrüchten, den aufgerichteten Kelchzipfeln, die als „blei- 
bend am Kelche" beschrieben werden, beruhen und erst in der Varietät a 
derselben Rose a. a. 0. entscheidende Merkmale gegenüber der B. rubiginosa L., 
als: kahle Blüthenstiele, ovale bis oval -lanzettliche Blättchen etc. angeführt 
werden, so glaube ich keinen Trugschluss zu machen, wenn ich nach all dem 
oben Gesagten die var. a Gren., Flore de France I, p. 569 (1848), der B. gra- 
veolens^ als Type dieser Art anspreche. Wie übrigens schon des Oefteren er- 
wähnt wurde, umfasst die allgemeine Diagnose der B. graveolens Gren. in der 
Flore de France p. 568 Rosen mehrerer Sectionen. Wenn ferner ins Auge 
gefasst wird, dass Grenier in der Flore de la chaine Jurassique (1865) seine 
Angaben in der Flore de France einer weiteren Klärung unterzog und nur die 
var. a seiner dort beschriebenen B. graveolens mit der var. a der B. graveolens, 
Flore de France, in allseitig befriedigender Weise harmonirt, so muss, soll der 
Name B. graveolens Gren. für eine specielle Rosenart in Anwendung kommen, der 
Name B. graveolens Gren. für die var. a nuda der B. graveolens in der Flore 
de la chaine Jurassique in Kraft treten. Dies ist nach meiner Ueberzeugung 
der einzige richtige Weg, den Namen B. graveolens Gren. für eine specielle 
Form in Anwendung zu bringen; allerdings fasste Grenier ursprünglich mehrere 
Sectionen unter diesem Namen zusammen und Cr dp in benützt ihn, eine wohl- 
cbarakterisirte Gruppe hiemit zu bezeichnen. 

Zur Varietät a der Bosa graveolens in der Flore de France setzt Grenier 
den Standort „Monteyer et mont Bayard pres de Gap". Die Rosen dieser Gruppe, 



86 



Heinrich B r a \i n. 



welche obiger Gegend entstammen, stimmen im Wesentlichen mit den Charak- 
teren der Mosa Jordani, Desegl. 1. c, überein, welche Rose ja auch Grenier 
als synonym zu seiner Rosa graveolens var. a nuda in der Flore de la chaine 
Jurassique p. 249 citirt. Crepin zeichnet nun mit kräftigen Strichen 1. c. die 
Unterschiede seiner Gruppe „Graveolescentes"^ gegenüber den Gruppen der 
„Suavifoliae^' und „ Sepiaceae^' ; ersteren gegenüber hebt er die an der Basis 
gewöhnlich verschmälerten Blättchen, die nackten Pedicellen und Receptakeln, 
die blassere Färbung der Fetalen, den letzteren gegenüber aber das dicht 
buschige Wachsthum, die ziemlich kurzen Pedicellen, die stark behaarten Griffel 
und die nach der Anthese aufgerichteten, lange an der Scheinfrucht bleibenden 
Kelchzipfel hervor. Es lässt sich nicht läugnen, dass auch bei den Graveo- 
lescenten manchmal (obwohl selten) hie und da die Pedicellen mit feinen Stiel- 
drüsen besetzt sind, wie auch Grenier in der Flore de la chaine Jurassique 
p. 249 zur var. a nuda der Rosa graveolens bemerkt: „Je possede quelques exem- 
plaires de cette variöte dont les pedoncules reunis ä corymbe et les autres 
hispide glanduleux"; allein die Form der Blättchen behebt auch in diesem Falle 
jeden Zweifel, wohin die betreffende Rose im Systeme zu stellen sei. 

Crepin 1. c. theilt nun seine Gruppe „Graveolescentes" in zwei Unter- • 
gruppen: A. Pubescentes, 1. c. p. 171, und B. Glahriusculae, 1. c. p. 174, welche 
ungefähr den zwei Varietäten der R. graveolens Grenier in der Flore de la 
chaine Jurassique entsprechen. Die erste Untergruppe „Pubescentes'^ charak- 
terisirt Crepin 1. c. wie folgt: „Petioles plus ou moins densemeut pubescente 
ou tomenteux ä pubescens disparaissant parfois avec l'äge, folioles plus ou moin 
pubescentes en dessus, au moins dans le jeune äge, ä cöte et souvent ä ner 
vures secondaires pubescentes, ä poils interposes rares ou nuls." Die zwei 
Gruppe „Glahriusculae", wohin auch die R. graveolens oi. Gren., Flore de 1 
chaine Jurassique, die nach meiner Auffassung den Typus repräsentirt, gehört 
berührt mich hier weiter nicht, da die Rosa elUiMca Tausch, zu welcher ic'' 
nach den langen, aber zum Verständniss der Sache unumgänglich nothwendige" 
Abschweifungen zurückkehre, in die erste Gruppe Pubescentium Crdpin 1. c. 
wie ja aus der Description erhellt, gehört. Zuerst will ich die Unterschied 
der Rosa elliptica Tausch von einer Mittelform zwischen den Eusepiaceen un 
Graveolescenten erläutern; ich meine hier die R. inodora Fries. Rosa inodor 
Fries, Novit. Fl. Suec. (1814) I, p. 9, unterscheidet sich durch ausgebreitete, die 
verfärbte Scheinfrucht nicht mehr krönende Kelchzipfel, behaarte, aber nicht 
fast filzige Griffel und nach dem mir vorliegenden Originalexemplare durch 
einen anderen (eiförmigen) Zuschnitt der Blättchen, eine tiefer eingeschnittenere 
Serratur und ein dünneres Indument der Petiolen und Blättchen. 

Von den eigentlichen, behaarten Graveolescentes kommt hier zuerst die 
Rosa Lugdunensis, Desegl. 1. c, in Betracht; die typische Form unterscheidet 
sich leicht von R. elliptica Tausch durch doppelt kleinere, kugelige Schein- 
früchte und sehr kleine Blättchen, die var. b macrocarpa Dösegl., Cat. rais. in 
Bull, de la societe royale de bot. de Belgique XV (1876), sub Nr. 314, durch 
eiförmige oder eiförmig-ellipsoidische, nach oben in einen kurzen Hals zusammen- 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Ttosa. 



87 



gezogene Scheinfrüchte, wenig bestachelte oder wehrlose Blüthenzweige, kürzere 
Pedunkeln ; Rosa Vaülantiana Boreau in Desegl. Cat. rais. Nr. 317 (1876) durch 
weisse Blüthen, grosse, kugelige Scheinfrüchte, durch das Auftreten von kleinen 
Drüsenborsten hie und da an den Pedunkeln, suprafoliare Drüsen, durch hohes, 
ziemlich schlankes Wachsthum. R. KlucJcii Besser, Cat. hört. Crem. an. 1816, 
p. 118, et Enum. Pod. et Volh. pp. 46, 67, kommt vermöge ihrer rundlichen 
Blättchen und der sphärischen Form ihrer Scheinfrüchte gar nicht in Betracht. 
Rosa Bületi Puget in Crepin, Primit. monogr. ros., fasc. I (1869), p. 116, besitzt 
befläumte BlütheÄstiele, oblong- elliptische Receptakeln etc. und hat auch in der 
Form der Blättchen und der übrigen Tracht wenig Aehnlichkeit mit R. elliptica 
Tausch. Dagegen sind die Form R. graveolens f. calcarea Christ, Die Eosen 
der Schweiz p. 120 (1873), und f. Thuringiaca Christ in Flora LX, p. 403 (1877), 
der Rosa elliptica Tausch sehr verwandt, und unterscheidet sich die erstere nur 
durch stärkere, oft wirtelige Bestachelung, letztere durch fast wehrlose Blüthen- 
zweige und die an der Spitze in einen Hals zusammengezogenen Scheinfrüchte 
von derselben. 

Es ist wohl keine Frage, sollte eine dieser Arten oder Formen, welche 
soeben erwähnt wurden, mit Rosa elliptica Tausch identificirt werden, der Name 
„J?. elliptica Tausch" (1819) als ältester Name für eine Rose aus der Gruppe 
der Graveolescenten überhaupt, unbedingt allen anderen voranzusetzen ist. 

Rosa elliptica Tausch wählt mit Vorliebe gebirgige Gegenden zur Wohn- 
stätte; sie ist über den nördlichen und nordwestlichen Theil Oesterreichs weit 
verbreitet, so um Grosskuchel bei Prag (Tausch), Prag (Hoff mann), Bubentsch 
(Opiz), Karlstein (Tausch), Mariaschein (Dichtl); in Mähren: Ondicynik bei 
Friedland (Oborny), häufig um Wsetin (Bubela), um Znaim im Thayathale 
bei Mühlfraun und Hardegg, Pelzberg bei Mühlfraun [hier mit theilweise wir- 
teliger Bestachelung] (Oborny). 

Kosa pilosa Opiz. 

Durch die Güte des Herrn Preyn in Prag wurden mir mehrere Rosen 
aus den Herbarien des böhmischen Landesmuseums und der Universität über- 
sendet. Vor Allem wendete ich meine Aufmerksamkeit den von Opiz in der 
Flora V (1822), p. 268 aufgestellten Rosenformen zu, und dies aus gewichtigen 
Gründen. Es fiel mir schon durch längere Zeit recht unliebsam auf, dass in 
den zahlreichen Herbarien, in welche ich Einsicht zu nehmen Gelegenheit hatte, 
entweder die Opiz'schen Arten fehlten, oder, wenn selbe vorhanden, diese in 
einer den Diagnosen durchaus widersprechenden Weise commentirt worden 
waren. Wie ich mich nun genugsam überzeugt habe, ist Opiz in erster Linie 
selbst die Schuld beizumessen, warum seine Rosenarten oder Formen nie einen 
rechten Anklang im botanischen Publicum fanden. Es ist gewiss nicht Wunder 
zu nehmen, dass über ein halbes Säculum sich Niemand um diese Formen ge- 
kümmert, ja dass im Falle einer kurzen Erwähnung diese keineswegs darnach 



88 



Heinrich Braun. 



angethan war, eine Klärung oder Sichtung derselben herbeizuführen. Die 
Diagnosen in der Flora 1. c. p. 268 sind völlig unbefriedigend, unklar und un- 
vollständig; zu diesem Umstand tritt noch hinzu, dass Opiz selber verschiedene 
Formen zu verschiedenen Zeiten unter demselben Namen in seinem Tausch- 
verein vertheilte. Formen, die sehr oft im völligen Widerspruche zu den be- 
treffenden Diagnosen stehen, so dass sie, statt eine Illustration zur letzteren zu 
liefern, eine totale Confusion herbeiführen und es in vielen Fällen unmöglich 
machen, zu constatiren, welche Form eigentlich Opiz in der betreffenden Diagnose 
im Auge hatte. So liegen zum Beispiel im böhmischen Landesherbare auf ein 
und demselben Bogen verschiedene Formen mit demselben Namen und der- 
selben Opiz's Handschrift tragenden Etiquette. Diese Kosen sind auch öfters 
in einem sehr ungünstigen Stadium gesammelt, nämlich kurz nach der Blüthe, 
viele widersprechen geradezu den Diagnosen. Und nicht allein im Herbare des 
Prager Museums, auch in den Herbarien Tempsky, Haynald etc. treten die- 
selben ungünstigen Erscheinungen zu Tage. Es wird nach eben Gesagtem Jeder- 
mann einleuchten, dass unter diesen Umständen eine Klärung der Opiz 'sehen 
Formen vielen Schwierigkeiten begegnet und es eines reichlichen Materiales 
bedarf, um sich nur halbwegs hierüber Klarheit zu verschaffen. ,Bei einigen 
Formen ist mir nach gewissenhafter und mühevoll zeitraubender Arbeit die Ent 
wirrung des Knotens gelungen, andere aber war ich nicht in der Lage, in be 
friedigender Weise von den Fesseln der Oberflächlichkeit und des Leichtsinn 
zu befreien, in welche Opiz sie geschlungen, und konnte nur Vermuthuuge 
Raum geben, die vielleicht im Laufe der Zeit etwas, wenn auch nur wenig daz 
beitragen dürften, eine Sichtung der Opiz 'sehen Formen herbeizuführen. Di 
Opiz 'sehen Arten sind Formen secundärer Bedeutung und als solche auch vi 
schwerer erkennbar als die Arten ersten Ranges, was wohl auch Mitursach 
gewesen sein mag, dass die neueren Autoren diese Formen durchaus falsc 
aufgefasst haben. 

Im Herbarbogen des böhmischen Landesmuseums, welcher die Rosen mit 
der Bezeichnung „Mosa inlosa Opiz" trägt, liegen drei Exemplare auf. Eines 
derselben gehört der Gruppe der Montanen an und kann hier sofort, weil mit den 
in der Diagnose der Eosapilosa Opiz enthaltenen Angaben im Widerspruch stehend, 
als völlig kahles Individuum bei Seite gelegt werden. Das zweite Exemplar gehört 
der Gruppe „Pubescentes" der Section „Caninae^' an und kommt der zu be- 
sprechenden JR,. pilosa Opiz schon näher zu stehen. Allein auch diese Rose kann, 
wie eine kurze Betrachtung lehren wird, die echte B. pilosa Opiz nicht illustriren. 
Die Diagnose der B. pilosa Opiz in der Flora V, p. 268 (1822) lautet: „B. pilosa 
Opiz. Calicibus ovatis pedunculisque glabris, aculeis aduncis, foUolis lato-ovatis, 
subduplicato-serratis, pilosiusculis, petiolis pilosis. Um Kuchelbad." Das 
obbesprochene zweite Exemplar besitzt nun völlig einfache Serratur, wehrlose 
Blüthenzweige und gehört in die Formenreihe der Bosa semiglabra Ripart; eine 
ganz ähnliche Form liegt in meinem Herbare, von Wiesbaur in Niederöster- 
reich gesammelt, vor. Es muss daher die Bezeichnung dieser zwei Exemplare 
mit dem Namen „Bosa pilosa Opiz" auf einer Verwechslung oder einem 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



89 



Bestimmungsfehler beruhen. Das dritte Exemplar, welches aus der Gegend von 
Karlsbad stammt und welches mit dem im Herbare Haynald unter dem Namen 
jRosapilosa Opiz aufliegenden Exemplare trefflich übereinstimmt, ist hingegen 
im vollsten Einklänge mit den kurzen und unzulänglichen Angaben der Original- 
diagnose und ergänzt dieselbe in befriedigender Weise. In der Tracht erinnert 
diese letztere Rose sehr an Bosa uncinella Besser, das heisst an eine der vielen 
Varietäten, welche Besser unter dem gemeinschaftlichen Namen „uncinella'^ 
subsummirte. Zuerst will ich, bevor ich die Unterschiede gegenüber den ver- 
wandten Arten auseinandersetze, nach moderner Anschauungsweise versuchen, 
eine Description der Bosa pilosa Opiz zu liefern. 

Trunci fuscescentes aculeis robustis, validis armati. Bami fructiferi 
acute is tenuihus numero sisque ohtecti. Stipulae anguste-lanceolatae, 
solum basin versus sparse pubescentes, ceterum glabrae, in margine glanduloso- 
ciliatae, ut bracteae et sepala rubescentes. Petioli pilosi aculeolis parvis 
obtecti vel inermes. Foliola quina vel septena, plerumque quina, ovato- 
elliptica vel elliptica, acuta, in basi acutiuscula rarius roiundata, 
duplicato vel irregulariter serrata, cum denticulis acutis, supra glabra, 
subtus solum ad costam et in nervis secundariis pilosula, rarius 
etiam in lamina pilis sparsis obtecta, demum praeter costam glabrescentia. 
Bracteae pedunculos superantes, saepe foliaceae, in ceteris stipulis aequales. 
Pedunculi circiter 8mm. longi glabri, laeves. Beceptacula ovoideo-ellip- 
soidea. Sepala apicem versus filiformia, longiuscula. Styli dense albido- 
pilosi. Discus planiusculus. Fruetus? — Bimensiones: Bami floriferi circiter 
38—40 mm. longi. Stipulae 13 mm. longae, petioli 28 mm. longi, foliola 22 mm. 
longa, 14 — 15mm. lata, pedunculi 8mm. longi, receptacula 8mm. longa, 6mm. lata. 

Ich habe vorhin erwähnt, dass Bosa pilosa Opiz in der Tracht mit ver- 
schiedenen Formen der Bosa uncinella Besser Aehnlichkeit hat. Besser schreibt 
seiner typischen Bosa uncinella in Enum. Volh. Pod. etc. p. 20 (1822) „calycis 
tubo elliptico", und weiterhin „caulis aculeis fortibus recurvis, foliolis acutius- 
culis, biserratis, costa petiolisque pubescentibus" , ferner „rami inermes^'' zu 
und bemerkt, dass sich seine Bosa uncinella gegenüber der Bosa canina L. 
durch röthliche Färbung der Zweige und Blätter unterscheide; er ergänzt dann 
a.a.0.p.64die Diagnose, indem er sich bei dervar. y ^&mQxB. uncinella in folgender 
Weise äussert : „var. y. Foliolis subbiserratis solum subtus ad costam et petiolispu- 
bescentibus s. B. uncinella legitim a, cui flores carnei, calycis subaequales, 
styli superne nudiusculi, liberi; fruetus elliptico-globosi coccinei, in silvis 
quoque Pod. austr." Diese Ausführungen entsprechen nun auf das Vortrelf- 
lichste den Originalexemplaren, welche mir aus den Herbarien Haynald und 
Tempsky vorliegen, diese Form muss auch als Bosa uncinella Besser typica 
angesprochen werden. Ob nun eine und welche von den vielen Varietäten, die 
Besser 1. c. p. 64 anführt, mit Bosa pilosa Opiz zusammenfällt, kann ich bei 
dem Mangel an Originalexemplaren derselben nicht entscheiden. Nach dem Wort- 
laute der Besser 'sehen Diagnose 1. c. p. 64 dürften der Bosa pilosa Opiz etwa 
die Varietäten et x der Bosa uncinella Besser sehr nahe stehen. Nach dem 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 12 



90 



Heinrich Braun. 



eben Angeführten unterscheidet sich R. pilosa Opiz von E. uneinella Besser typica 
durch spitzere elliptische Blätter, kräftig bewehrte Aeste und mit zahlreichen Stacheln 
besetzte Blüthenzweige, die ellipsoidischen Eeceptakeln und die stark behaarten, 
fast zottigen Griffel. Von Mosa uneinella f. ciliata Borbäs in A Magyar, birod. 
vad. termö röszäi p. 427 et 434 (1880) unterscheidet sich Rosa pilosa Opiz durch 
oberseits kahle, unterseits nur auf den Haupt- und Secundärnerven behaarte, 
sehr selten auch auf der Fläche befläumte, am Eande nicht gewimperte Blättchen, 
dichteres Griff elindument, derbere Bestachelung; übrigens scheint R. uneinella 
f. eiliata Borbäs eine Sammelform darzustellen, und es ist immerhin möglich, 
dass eine in derselben enthaltene Form der Rosa pilosa Opiz entspricht. Rosa 
hemitricha in Döse'glise, Catalogue raisonnd sub Nr. 236/5 {R. villosiuseula 
Boullu in Billotia p. 120 non Ripart) steht ebenfalls der Rosa pilosa Opiz sehr 
nahe und unterscheidet sich von dieser durch weniger spitze Sägezähne, etwas 
längere Pedunkeln, dichter drüsige Petiolen, wenig bestachelte Aeste und Zweige, 
etwas dichteres Indument der Petiolen und Nerven, wie man zugeben muss, 
wenige und sehr variable Merkmale, allein die Tracht der Rosa hemitricha 
Ripart ist sehr verschieden von der der R. pilosa Opiz, was wohl die gegen 
die Basis etwas verschmälerten Blättchen der letzteren, die spitzen und scharfen 
Sägezähne ihrer Serratur, der röthliche Hauch der Stipulen und Bracteen, der 
manchmal auch Blättchen und Kelchzipfel überzieht, bedingen mögen. Rosa 
subglabra Borbäs 1. c. p. 426 et 435 unterscheidet sich von Rosa pilosa Opiz 
durch kahle oder fast kahle Griffel, kugelige oder eikugelige Scheinfrüchte, Rosa 
amhlyphylla Ripart durch eirunde, stumpf liehe Blättchen, kahle Griffel, stärkeres 
Indument der Rückseite der Blättchen, Rosa Mauksehii Kitaibel durch fast 
wirtelige Bestachelung der Blüthenzweige, ellipsoidisch-kugelige Receptakeln und 
viel weniger gespaltene, seichtere und weniger spitze Serratur, Rosa dumetoruni 
f. heterotricha Borbäs 1. c. p. 426 durch fast säulchenartig verlängerte Griffel, 
fast wehrlose oder wenig bestachelte Blüthenzweige, die Stipulen und Bracteen 
sind nicht röthlich überhaucht, die Serratur nicht scharf spitz; Rosa hirti- 
folia m. hat kugelige oder eikugelige Receptakeln und Scheinfrüchte, eine 
weniger spitze Serratur, rundlichere, gegen die Basis nicht verschmälerte 
Blättchen etc. Wie aus Vorstehendem ersichtlich, stehen sich die Formen aus 
der Gruppe der biserraten Pubescenten sehr nahe, und da bislang keine be- 
friedigende Zusammenstellung derselben existirt, so will ich es versuchen, die 
Formen, welche mir entweder in Originalien vorgelegen, oder welche ich nach 
Exemplaren, die von verlässlichen Gewährsmännern, wie Christ, Wirtgen etc. 
mit den Originalien verglichen wurden, studirte, hier übersichtlich zusammen- 
zustellen. Von Rosa pilosiuscula Opiz in Flora V (1822), p. 268 gelang es mir 
leider nicht, Originalexemplare zur Ansicht zu bekommen, dieselbe konnte daher 
bei folgender Zusammenstellung nicht berücksichtigt werden; der Name „jRosa 
pilosiuscula Opiz" hat übrigens so zu entfallen, da bereits Desveaux im Journ. 
bot. 1813, p. 114 eine Rose aus der Gruppe der „Caninae collinae" mit dem Namen 
„Rosa pilosiuscula^ bezeichnet bat. 



Beiträge zur KenufcnisB einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



91 



A) Indumentum in foliolorum pagüia inferiore densum; lamina etiam inter 
nervös secundarios pilis ohtecta. 

a) Stylt capitulum dlbuni, dense lanatum formantes, discum oh- 

tegentes; sepala serius decidua, post anthesin saepe patentia 
vel erecta; foliola cinerea. 

*Pedu7icuU longi (10—15 mm.). 

I. J?. frutetorum Besser Tar. Silesiaca m. Bracteae fructus longi 

super antes. Foliola magna vel mediocria circita 30 mm. longa, ^5 mm. 
lata, supra adpresse, suhtus dense pubescentia, duplicato-serrata ; petioli 
dense pubescentes, glandulis vel aculeolis parvis obtecti. Aculei ramorum 
floriferorum adunci vel falcati. Eeceptacula fructifera ovoidea vel ovoideo- 
globosa. Ad pagum Görbersdorf, Silesiae! 

**Pedunculi fructus longitudine aequantes vel iis breviores. 

II. jß. coriifolia var. suhblserrata (Borbäs) in A Magyar birod. vad. 

term. roszai p. 430 et p. 450 (1880); Flora v. Budapest 1879). Pedunculi 
fructus aequilongi; bracteae fructus superantes. Foliola ramorum ste- 
rilium albido-cinerea, majuscula, crenato-serrata, ovata, acuta. Bami 
steriles pruinosi, aculeis (int er dum etiam in ramis ramulisque floriferis) 
crebris, subverticillatis praediti. Beceptacula fructifera ovoidea vel obo- 
voideo-globosa. In montibus Kis-Cellensibus Budae! ad pontem Tyuk- 
major territorii Colocensis! 

III. It, COViifolici T&r, ITausmafinim, Pedunculi receptaculum fructi- 

ferum aequilongi vel iis breviores. Foliola parva vel mediocria, acuta, acute 
serrata, non albido-cinerea. Aculei breves, validi vel sparsi; stipulae 
cum sepalis rubescentes , sepala cito decidua, Beceptacula fructifera 
parva, ovoidea vel breviter ovoidea. Mieders in valle Stubai Tiroliae! 

IV. H, coriifolia var. Erlbergensis ni. Pedunculi breves; bracteae 

receptaculis fructiferis longiores. Foliola ramorum sterilium non albido- 
cinerea, mediocria vel parva. Bami steriles non albido-pruinosi, sed acu- 
leis crebris subverticillatis armati. Beceptacula fructifera globosa. Salis- 
burgia ad pagum Fh'lberg versus opp>idem Bruch! 

b) Styli villosi capitulum discum obtegens non formantes; sepala post 

anthesin reflexa, cito decidua. 

* Beceptacula fructifera globosa vel rotundata. 

V. J?. dumetorum var. tuherculata (Horbas) 1. c. p. 426 et 433. Foliola 

supra subtusque pubescentia, pili supra foliares tuber cutis insidentes, 
demum evanidi. In dumetis ad Gastet Nuovo Dalmatiae! 

Beceptacula fructifera ovoidea vel ellipsoidea. 
1. Foliola superiora oblonga, anguste lanceolata; foliola ad 
basin cuneata, antice triplo serrata. 

VI. JR. Wolos^C^ahii Keller in Haläcsy et Braun, Nachtr. z. Flora v. 

Niederösterr. p. 282 (1880). Bami floriferi breves, aculeati; petioli inermes, 

12^ 



92 



Heinrich Braun. 



glandulis obtecti; foliola 31mm. longa, 8— 16 mm, lata, utrinque aeu- 
minata; foliola subtus dense villoso-püosa ; reeeptacula hreviter ohovoideo- 
ovoidea, petala parva. Styli villosuli; Stigmata gldbra et rubescentia. 
Äustria inferior seeus vias in silva „Neuwald" montis Kampstein! 

2. Foliola omnia ovata vel ohovato-elliptica ad basin haud 
cuneata, flores mediocres. 

V I I . jR. dumetorum yar. Lemhnchensis Keller inHaläcsyetBraun, 

Nachtr. z. Flora v. Niederösterr. p. 276 (1882). Foliola parva vel mediocria, 
rhomboidea vel oblongo-rhomboidea, in apice basique anguste rotundata, 
in Costa mediana glandulosa. Serratura foliolorum inferiorum simplex, 
ea superiorum irregulariter duplicata. Beceptacula fructifera late ovoidea. 
Pedunculi reeeptacula longitudine aequantes vel iis duplo longiores. Rami 
floriferi crebre, aculeis aduncis rectisque praediti. Ad viarum margines 
inter Lembach et Stang prope pagum Kirchschlag Austritte inferioris 
III. jR. COriifolici var. Mausmanni in. Foliola parva vel mediocria, 
ovata, acuta, irregulariter vel perfecte biserrata. Beceptacula fructifera 
parva vel mediocria, breviter ovoidea vel obovoidea; rami crebre vel sparse 
aculeati. Stipulae sepalaque rubescentia. Mieders in valle Stubai Tiroliae 

VIII. jR. canescens Baker, Eev. of the British roses p. 28 (1864). Omnia 
ut in praecedente sed indumentum foliolorum densius atque eorum margo 
perfecte biserratus. Anglia! 

c) Styli pilosi, glabri, subglabri, neque villosi nec albo-lanati. 
Styli glabri. 

IX. jB. amhlyphylla Ripart in D^seglise, Catal. raisonne Nr. 247 obs 

(1876). Beceptacula fructifera globosa vel ovoideo-globosa, foliola ovato 
rotundata, obtusa, basi rotundata. Gallia: Cher.: Montpensier! Gard 
Anduze! Helvetia Valesia: Sembrancher! Tirolia: Madonna del mont 
ad Boveredo! 

Styli pilosi. 

VI. JB. TVolos^C^ClTcii Keller. Foliola ad basin cuneata, superiora 
ohlongo-lanceolata angustaque, antice triplo serrata ; petala sat parva etc. 

X. JB. Carionii Des^gl. in Bull, de la societe royale d. bot. d. Belg. XIX, 

p. 34 (1880). Foliola ad basin rotundata vel parum angustata, omnia 
elliptico ovoidea, acuta vel infima obtusiuscula , in margine perfecte 
duplicato-triplicato-glanduloso-serrata. Petioli tomentosi, glandulis obtecti 
et aculeolis flavescentibus armati. Becepjtacula fructifera rotundo-globosa; 
rami aculeis robustis plus minus armati vel subinermes; in Gallia! Belgia! 

XI. JB. afftflis Rau, Enum. ros. Wirceb. p. 79 (1816). Foliola ovato-elliptica 

vel rhomboidea, in apice et basi acuta, in margine glanduloso-biserrata. 
Foliolorum basis vel integerrima glandulis stipitatis subciliata, vel glan- 
duloso-serrata. Petioli indique, praesertim ad foliolorum ortum, villosi, 
villo patente, alii inermes, alii uno vel duobus aculeolis recurvis ; omnes 
landulis stipitatis praediti. Becei)tacula fructifera oblongo- ovoidea. 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arteu and Formen der Gattung Rosa. 



93 



Würzburg Bavariael Germania, ad Bohemia confines! Borussia septen- 
trionalis! Thuringia! etc. 

XII. imcinella var. ciliata (Borlbäs) 1. c. p. 427 et p. 434. Foliöla ovata 
vel fere orbicularia, sed etiam eodem in ramo ovato-elliptica, acuta vel 
breviter acuminata, supra subtusque aut subtus tantum tenuiter pubes- 
centia, in margine ciliata et imperfecte biserrata. Beceptacula ovoidea vel 
ellipsoideo-ovoidea vel elongata. JRami inermes vel aculeati. Hungaria 
et Transsilvania! 

B) Foliola subtus modo in costa mediana vel in nervis secundariis pilosa; 
rarius in lamina hinc indeve pilosula, supra etiam in iunioribus 
glaberrima. 

a) Beceptacula fructifera globosa vel ovoideo-globosa. 
* Styli dense pilosi vel villosi. 

1. Sepala post anthesin erecta, fructus immaturos coronantia. 

XIII. JB. frutetoriim Besser, Cat. hört. Crem. Suppl. III, p. 20 (1811), et 
En. Pod. et Volh. p. 18 (1822). Sepala serius decidua; foliola subtus pallidiora 
nec cinerea, obovato-elUptica ; sepala saepe extus glandulosa vel eglan- 
dulosa. Volhynia! Hungaria! Moravia! Austria inferior! etc. 

2. Sepala post anthesin reflexa vel patentia. 

a.) Styli capitulum dense albo-lanatum formantes et discum obtegentes. 
IV. _R. COViifolid var. Erlhei'gensis m. Foliola supra subtusque cine- 
rea, receptacula fructifera breviter petiolata. 

ß) Styli dense pilosi vel lanati discum non obtegentes. 

XIV. H, Maukschii Kitaibel in Schul. Oesterr. Florall, p. 69 (1807), 
et in Additam. (Kanitz) p. 284 (1864). Aculei ramorum ramulorumque 
fere recti, in ramulis floriferis subverticillati ; foliola subtus glaucescentia, 
superiora fere simpliciter serrata, inferiora obtusa, subbiserrata, ramuli 
steriles creberrima et verticillato-aculeati. Habitat in Hungaria, Scepusia. 

XV. M» hivtifolid m. Aculei ramorum adunci falcative, in ramulis flori- 

feris geminati vel sparsi, nonnunquam rami subinermes. Petioli dense 
pubescentes. Foliola perfecte biserrata, vel serratura sat fissa, denticulis 
secundariis glandulosis intermixtis. Discus planiusculus. Austria in- 
ferior Vindobonae in monte Kahlenberg ! Salisburgia in monte Calvarien- 
berg ad Zell am See! Hungaria ad oppidum Schemnitz! 

XVI. jß, SUhglabva (ilorbäs) 1. c. p. 424, 426, 435 pro forma B. dume- 
torum Thuill. Acidei ramorum adunci falcative, in ramulis floriferis 
sparsi vel alterni, serratura foliolarum parum fissa, rarius denticulis 
secundariis glandulosis intermixtis. Petioli et nervi primarii leviter 
pilosuli. Hungaria! Moravia! Austria inferior! etc. 

Styli pilosi, leviter pilosi, glabri vel subglabri. 
X Foliolorum margines subbiserrata vel serratura fissa. 

XVII. jR, Vagiana Cr^pin in Verhandl. d.L k. zool.-bot. Gesellschaft XIX, 
p. 513 (1870). Styli pilosi; foliola magna subbiserrata, stipulae longae, 



94 



Heinrich Braun. 



earum auriculae anguste trianguläres; receptacula fructifera lateralia 
sphaerica, centrale obovoideum; sepala post anthesin erecta, fructus 
coronantia, serius deciäua. Hahitat in vallis fluminis Vagi silva frondosa 
„VislouJcts" supra oppidum SradeJc et ad oppidiim Prencov comitatus 
Hont Hungariae. 

XVI. JR, Stlhglahra (Borbäs). Styli leviter pilosi vel suhglabri; foliola 
mediocria, cum serratura valde irregulari, denticulis secundariis et glan- 
dulosis Jiinc inde auctata. Petioli leviter pilosi, suhglabri, glandulis 
stipitatis sessilibusve intermixtis praediti. Sepala fere eglandulosa; rami 
floriferi sparse vel crebre aculeati. Frequenter in Hungaria! Austria 
inferiori! etc. 

XV. M» hivtifolia yar» (/racUentam, Styli pilosi; foliola plerumque, 
parva, rarius; mediocria flavescenti-viridia, acuta vel fere obtusiuscula; 
subbiserrata, denticulis accessoriis glandulosis crebre tecta. Petioli dense 
pilosi, pilis patentibus longiusculis, aculei ramorum tenues, fere recti, 
infra stipulas subgeminati, rami hinc indeque flexuosi, cum cortice ru- 
bescente, laciniae sepalorum in margine valde glanduloso-pinnatifidae. 
Habitat in loco „Griesleiten" in Alpibus „Rax" Austriae inferioris! 
XX Foliolorum margines perfecte biserrata. 

IX. a. _ß. cmihlyphylla yar, suboxf/phylla{BorhAs)yl'o{oIm^l.R.du- 

torum Thuill. 1. c. p. 427 et p. 436. Styli glabri; foliola mediocria, per- 
fecte biserrata, rami floriferi inermes; petioli glandulosi pilosi; foliola 
subtus, praeter costam primariam glabra. Habitat in declivibus ad 
Bänffy-Hunyad, Hungariae n. v. 

X. jR. (JciviOflii -Desegi. Styli pilosi, foliola mediocria argute et perfecte 

glanduloso -biserrata , subtus in nervis et hinc inde in lamina dense 
pilosa, aculei ramorum robusti, basi dilatati. 

b) Receptacula fructifera breviter vel oblongo-ovoidea. 
* Styli dense pilosi aut lanati. 
1. Foliola subtus praeter costam glabra. 
XVIII. J^. Imiceolata Opiz in Flora V, p. 268 (1822). Petioli et costae 
foliolorum et sparse pilosi; pili demum fere evanescentes ; rami floriferi 
inermes; foliola ramorum sterilium lanceolata. Foliola irregulariter 
duplicato-serrata ; receptacula fructifera subovoidea vel ovoideo-oblonga. 
Bohemia: Kuchelbad ad Pragam et prope Carlsbad! in monte Ettersberg 
Thuringiae! in agro Vindobonensis ! 

XVIII. a. H, lanceolata var. decalvata (Crepiii). Omnino ut in 
praecedente, sed foliola magis ovata, receptacula fructifera Semper ovoideo- 
oblonga, rami floriferi aculeati, foliola irregulariter duplicato-serrata, 
pedunculi hinc indeque sparse pilosuli, styli pilosuli vel pilosi. Belgia: ad 
Boche fort ! 

' XVIII. ö. JR. lanceolata var. Ueterotricha (Borbäs) 1. c. p. 426 et 

p. 432 pro forma B. dumetorum Thuill. Petioli et costae foliolorum 



Beiträge zur Kenntuiss einiger Arten und Formen der Gattung Rosn. 



95 



püosa; rami floriferi inermes vel sparse aculeati, foliola ovato-lanceolata 
vel ovata, in margine plerumque dentes minores inter majores gerentia; 
styli subcoymexi, saepe instar columnae elongati; peduncuK longiusculi. 
Prencov! Com. Hont, ad Solymos m Matra in dumetis Budae etc., in 
montis Domugled silvis ad Thermas Herculis ! in valleKäzanetc. Hungariae. 
2. Foliola subtus in nervis secundariis pilosa. 

XIX. J^. pilosa Opiz in Flora V, p. 268 (1822). Petioli dense pilosi, 
hracteae stipulaegue Semper pulchre rubeseentes, foliola elliptica, in apice 
basique aeutiuscula vel noymulla basi rotimdata, foliola ramorum ste- 
rilium elliptica, irregulariter duplicato acute serrata. Bohemia: ad 
Kuchelbad ad Pragam! et prope Carlsbad! Ilungaria: ad oppidum 
Schemnitz! 

XX. jß. hemitricha Ripart in Desegl. Cat. raison. Nr. 236/3 (1876). 
Petioli et nervi secundarii foliolorum semper dense pilosi, foliola ovato- 
elliptica, basi rotundata, conspicue glandiiloso-biserrata. Habitat in 
Anglia! Scotia! Gallia! Helvetia! Austria inferiore! Uungaria etc. 

XXI. _R, ttncifielloides Puget mscr. et in Sched, Petioli dense, nervi 
secundarii hinc inde, lamina parcius pilosa; foliola breviter ovato- 
elliptica, basi rotundata, superiora simpUciter-, infima irregulariter du- 
plicato-serrata ; receptacula fructifera breviter ovoidea vel ovoideo-rotun- 
data, rami floriferi aculeati, rufescentes. Stipulae et bracteae saepe 
rubeseentes. Sabaudia: Habere Lullins! Tirolia: Mieders! Austria in- 
ferior: Höllenthal ad pag. Hirschwang! 

** Styli 2)ubescentes, leviter pilosi vel glabri. 

1. Uami florentes inermes vel subinermes. 

XXII. M* Annoniana Puget mscr. et in Sched. Foliola late elliptico- 
lanceolata, subtus in nervis pilosula; capitulum stylormn pilosum; pe- 
dunculi receptaculum fructiferum longitudine aequantes vel superantes, 
rami cum stipulis rubeseentes. Habitat in Gallia: Ardeche! Annonay! 
Himgaria : Prencov ! 

XXIII. jR. uncinella Besser, Cat. hört. Crem. Suppl. IV, p. 21 (1816), 
Enum. Pod. et Volh. p. 20, 63, Foliola elliptica vel rotundato- ovata, 
solum in costa pubescentia; capitula et stylorum pars superior glabres- 
centia; pedunculibreves;rami, ramiusculi, stipulae, brUcteae, rubescentia. 
Podölia ad Tyram! Hungaria! Transsylvania ! etc. 

2. Uami florentes semper plus minus aculeati. 
a) Foliola imperfecte duplicato-serrata. 

o Sepala post anthesin reflexa, demum decidua. 

XYIII.a. H, lanceolata var. decalvata (Crepin) in Sched. Foliola 
ovato vel ovato-lanceolata, in costa mediana paginae inferioris solum pilis 
sparsis evanescentibus obtecta, mediocria; petioli pilosi, receptacula fructi- 
fera ovoidea vel ovoideo-oblonga; sepala cito-decidua. Habitat ad Roche- 
fort Belgii! 



96 



Heinrich Braun. 



XXIV. M. platyphylla Kau, Enum. ros. Wirceb. p. 82 (1816). Fölidla 
late ovata vel ovato-suborbicularia, acutiuscula, 35— 40 mm. longa, 25 a 
30 mm. lata, hasin versus simpliciter, apicem versus irregulariter dupli- 
cato-serrata ; serratura ciliata. Petioli undique pubescentes, eglandulosi, 
subtus aculeis frequentibus validis aduncis armati. Pedunculi corymbosi 
vel cymosi; receptacula globoso-ovoidea. Sepala intus et in limbo to- 
mentosa, eglandulosa, in apice dilatata, foliacea, ineiso-serrata, appen- 
diculata; appendices lanceolati, remote serrulati glandulosi (Bau). 
Borussia septentriondlis : ad oppidum Königsberg! Bavaria: Würzburg! 
Saxonia ! Germania occidentalis ! Borussia Ehenana ! ad ripas fluminis 
Bheni! Bohemia! Austria inferior! etc. 

XII. jR. uncinella var. ciliata (ßorbäs). Foliola ovato-elliptica, acuta 
vel breviter acuminata, supra subtusque vel subtus tantum tenuiter pu- 
bescentia, in marginihus ciliata, receptacula fructifera ovoidea vel ellip- 
soideo-elongata, rami inermes aut aculeati. 

XXI. jR, uncifielloides Pu^et, Foliola breviter ovata, acuta vel obtu- 
siuscula, subtus in nervis dense pubescentia, rarius in lamina pili 
sparsis, evanescentibus obtecta; ramorum floriferorum cortex rufescens; 
receptacula fructifera breviter ovoidea vel ovoideo-rotundata. Stipul 
et bracteae saepe rubescentes. 

oo Sepala serius decidua, reflexa vel demum erecto-patentia. 

XXV. jR, corlifolia var. subcollina (Christ), Rosen der Schweiz p. 191 
(1873). Foliola mediocria in nervo medio solum tenuiter pubescentia 
ovata vel ovato-lanceolata, acuminata. Petioli pubescentes, receptacul 
fructifera ovata, apicem versus breviter constricta ; rami crebre aculeis sub- 
oppositis praediti. Habitat in Helvetia ! Salisburgia ! Hungaria ! Moravia 
Austritt inferior! etc. 

ß) Foliola omnia eximie biserrata. 

XXVI. M, suhatrichostylis (ßorbäs) 1. c. p. 427 et p. 436 (1880) pr 
forma B. dumetorum Thuill. Styli breviter pilosi, glabrescentes ; rami 
aculeis subverticillatis praediti. Beceptacula fructifera ellipsoidea, breviter 
pedunculata. Habitat in monte Csenh Brassoviae Hungariae, in vineis 
montium ad Vucsin Com. Veröce et in fruticetis ad Portum regium 
Litoralis Hungarico- Croatici ! 

XXVII. M, affiflita Füget mscr. et in Sched. Styli conspicue pilosi; 
rami sparse aculeati; receptacula fructifera ovoidea, apicem versus bre- 
viter constricta. Habitat in Gallia: Bhöne, Oullins! in Salisburgiae mon- 
tibus elatioribus ad oppidum Zell am See! 

ßosa lanceolata Opiz. 

Mir lagen Originalexemplare aus den Herbarien Haynald, des böh- 
mischen Landesmuseums und Tempsky vor. Die Exemplare der Her- 
barien Tempsky und Haynald stimmen vollkommen mit einander überein 



Beiträge zur Eenutuiss einiger Arten und Föriuen der Gattung Rosa. 



97 



und stellen nach meiner Auffassung die richtige Mosa lanceolata Opiz in 
Flora V (1822), p. 268 dar. Auf dem Bogen, welcher die Exemplare der B. lan- 
ceolata Opiz des böhmischen Landesmuseums trägt, liegen drei Rosen auf, welche 
eben so vielen verschiedenen Gruppen angehören. Das obere Exemplar, soweit 
sich aus dem höchst mangelhaften Stücke oder vielmehr Fragmente eine Meinung 
bilden lässt, muss in die Gruppe der dimorphac anthen Collinen, der Bosa 
Boreykiana Besser zunächst, eingereiht werden; das Exemplar links unten stellt 
einen sterilen Zweig einer Kose mit völlig kahlen Petiolen und Blättchen dar 
und soll wahrscheinlich die lanzettliche Blattform recht deutlich illustriren; 
dieses Fragment gehört ganz deutlich der Gruppe der Transitorien an, beide 
oberwähnten Stücke können also, als im völligen Widerspruche mit der Diagnose, 
ganz ausser Acht gelassen werden. Ich will noch betreffs des ersteren Exem- 
plares kurz erwähnen, dass demselben die Etiquette mit der Handschrift Opiz 's: 
„Bosa canina o squarrosa Rau — B. lanceolata Opiz, Kuchelbad^' beiliegt, liuks 
oben in der Ecke ist die Zahl 3999 notirt; es scheint hier eine Verwechslung der 
Etiquette stattgefunden zu haben, oder, was noch wahrscheinlicher ist und bei 
der Person des Autors auch gar nicht überrascht, Opiz hat seine Diagnose 
vergessen und mehrere Rosen, welche einen etwas lanzettlichen Zuschnitt der 
Blättchen besitzen und verschiedenen Sectionen angehören, mit dem Namen 
Janceolata'^ bezeichnet. Noch wahrscheinlicher wird eben gemachte Ausein- 
andersetzung durch die Thatsache, dass auch der sterile Zweig, welcher auf 
demselben Bogen liegt, der Gruppe der Transitorien angehört; diesem Zweige 
liegt ebenfalls eine Etiquette mit Opiz 's Handschrift: „Bosa lanceolata Opiz! 
Kuchelbad 9/10. 1836'' bei. Das dritte Exemplar endlich stellt die echte B. lan- 
ceolata Opiz in Flora 1. c. dar, wie nachfolgende Erläuterungen darthun werden; 
dieses Exemplar stimmt mit den Exemplaren der Herbarien Tempsky und 
Haynald völlig überein. Die Diagnose der Bosa lanceolata Opiz in Flora 1. c. 
lautet: „Bosa calycihus ovatis pedunculisque glahris, aculeis caulinis aduncis, 
folioUs lanceolatis, glanduloso-simpliciter acute serratis, gldbris, petiolis pubes- 
centihus. In Kuchelbad." Wie aus vorstehender Diagnose erhellt, bleibt die 
Auswahl der Gruppen, welchen die Bosa lanceolata Opiz angehören kann, ziem- 
lich beschränkt, es kann sich hier nur um drei Gruppen innerhalb der Section 
Caninarum handeln, und zwar: 1. die Gruppe „Transitoriae'^, 2. „Biserratae^ , 
3. „Puhescentes^'. Von mehreren Autoren und zuletzt auch von Borbäs in 
seinen „A Magyar birod. vad. termö roszäi'' p. 420 (1880) wurde Bosa lanceolata 
Opiz mit B. dumalis Bechstein confundirt, allein, wie die Originalexemplare 
und wohl auch der Passus der Diagnose „petiolis imhescentibus" zeigen, mit 
Unrecht. Die oberwähnten Rosen, welche dem Wortlaute der Diagnose völlig 
entsprechen und mit Etiquetten versehen sind, welche die Handschrift Opiz 's 
zeigen, lassen auch keine Zweifel aufkommen, in welche Gruppe die Bosa lan- 
ceolata Opiz eingereiht werden muss. Diese Exemplare besitzen elliptisch- 
lanzettliche Blättchen, die am Rande unregelmässig gesägt erscheinen, die Serratur 
ist hie und da mit eingemischten Drüsenzähnchen versehen, die Blattunterseite 
ist, ausgenommen die Mittelrippe, welche schwach fläumlich behaart ist, kahl, 

Z. B. Ges. B. XXXY. Abb. 13 



98 



Heinrich Braun. 



die Blattstiele sind immer deutlich behaart; im Alter verliert sich zum Theile 
die Behaarung und die Mittelrippe zeigt fast immer zerstreuten, kurzen Flaum, 
sehr selten wird letztere ganz kahl, die Griffel sind ziemlich dicht behaart, 
die Scheinfrüchte mehr minder langgestielt, eiförmig oder kurz eiförmig, 
die blüthentragenden Zweige wehrlos, die Blattstiele wehrlos oder bestachelt, 
die Kelchzipfel kurz, nach der Anthese zurückgeschlagen, der Discus eben. Nach 
dem eben Angeführten dürfte es wohl kaum strittig sein, dass hier eine Rose 
aus der Gruppe der Pubescenten vorliegt, und zwar ist diese mit der Mosa 
decalvata Cräpin msc. sehr nahe verwandt, und die Exemplare der letzteren, 
welche mir in Originalexemplaren aus der Gegend von Rochefort in Belgien 
vorliegen, dürften mit Sicherheit wohl kaum von Bosa lanceölata Opiz zu trennen 
sein, es müssten denn vage und unbeständige Merkmale, wie etwa die etwas 
längeren Scheinfrüchte der Rosa decalvata und die hie und da mit einzelnen 
schwachen Stacheln besetzten fruchtenden Zweige derselben als Differenzen auf- 
gefasst werden, was bei den Erfahrungen, die man in der freien Natur an jedem 
Strauche machen kann, wohl jeder Berechtigung völlig entbehrt. Die Bosa 
lanceölata Opiz ist weit über Mitteleuropa verbreitet, zahlreich in Belgien 
(Rochefort etc., Cr^pin), Ettersberg in Thüringen (Haussknecht), Böhmen 
(Kuchelbad bei Prag, Opiz, Wagner), in der Umgegend von Wien, so z. B. 
bei Gumpoldskirchen, Mödling (Braun), um Budapest (L. Richter). 

Die Exemplare von Gumpoldskirchen, welche ich zu Hunderten vorliegen 
hatte und welche alle ein- und demselben Strauche entstammen, weichen unter 
sich ziemlich bedeutend ab: während die Aeste, welche der Südseite zugewendet 
waren, reichlichere Behaarung der Axentheile, dichteres Griffelindument, röth- 
liche Färbung der Stipulen und Bracteen, länglichere Scheinfrüchte zeigen, be- 
sitzen die der Nordseite zugekehrten Arten viel schwächere Behaarung, dünneres 
Griffelindument, grüne Färbung der Axentheile etc. und weichen von den 
Originalexemplaren Opiz 's durch gespaltene Serratur ab, die Form der Schein- 
frucht ist sehr inconstant und wechselt vom Eikugeligen bis zum Oblongen ab; 
man könnte nach dem Vorgange moderner „Herbarienbotaniker" wohl ein halbes 
Dutzend verschiedener Arten aus dem einzigen Strauche construiren. 

Ich will noch bemerken, dass das Originalexemplar der B. lanceölata Opiz 
aus dem böhmischen Landesmuseum mit der Etiquette von Opiz 's Hand: 
„Kuchelbad 13/8. 1837" versehen ist, und will hier nur einige Dimensionen 
dieser Rose notiren: Blättchen 25 mm. lang, 15 mm. breit, Pedunkeln 12 mm. 
lang, Scheinfrucht 13 — 14 mm. lang, bei 10 mm. breit. 

Rosa lanceölata ß microphylla Opiz. 

Exemplar aus dem Herbare des böhmischen Landesmuseums in Prag mit 
der Etiquette von Opiz 's Hand „Dablizerberg 6/1840, Opiz". Gedrungener 
Strauch, Aeste mit derben und oft fast wirteligen geneigten oder fast geraden 
Stacheln besetzt, Blättchen ziemlich klein, sammt den Blattstielen, Nebenblättern 



Beiträge zur Keniitniss einiger Arten und Formen der Gattung Bosa. 



99 



uud Bracteen röthlich überlaufen. Nebenblätter kalil, am Eande drüsig be- 
wimpert. Petiolen drüsig mit dazwischen eingemischten kurzen, seltenen Härchen, 
mit schwachen Stacheln besetzt oder manche wehrlos. Blättchen klein, eiförmig, 
13— 15 mm. lang, 10 mm. breit, doppelt feindrüsig gesägt, meist zu sieben, die 
seiteuständigen kurzgestielt oder fast sitzend, das endständige gestielt, den seiten- 
ständigen genähert, beiderseits kahl. Peduukeln circa 8 mm. lang, Receptakel 
eiförmig- ellipsoidisch, nach oben etwas zusammengezogen, Kelchzipfel drei, 
reichiBederspaltig mit wenig drüsigen Fiederchen. Blüthe lichtrosenfarben, Griffel 
behaart, Discus fast eben. 

Wie aus vorangehender Beschreibung ersichtlich, gehört diese Rose der 
Gruppe der biserraten Caninen an und dürfte, was bei mangelnder Scheinfrucht 
sehr schwer zu entscheiden ist, der Bosa squarrosa Rau, Enum. Wirceb, p. 77 
sub B. canina var, (1816) angereiht oder mit derselben vereinigt werden. 

Rosa glaucifolia Opiz herb. 

Opiz schreibt in der Flora V, p. 268 (1822) seiner Bosa glaucifolia 
„Calicihus ovatis pedunculisque gldbris, aculeis caulinis aduncis, foliolis lato- 
ovatis, duplicato-serratis, gldbris, subtus glaucis, petiolis pubescentibus 
glandulisque aggregatis" zu. Von allen Exemplaren, welche mir aus dem Her- 
bare des böhmischen Landesmuseums und dem Haynald's vorlagen, entspricht 
keines den Anforderungen, welche die Diagnose an sie stellt. Sämmtliche Exem- 
plare sind von Ortmann gesammelt und stammen aus der Umgegend von Karlsbad. 
Mit vorliegendem Materiale bin ich nicht im Staude, die Bosa glaucifolia Opiz in 
befriedigender Weise aufzuklären und den Zweifel, welcher bislang diese Rose um- 
geben, zu lösen. Allein auch zur Lebenszeit Opiz 's war diese Rose keineswegs klar, 
und Opiz selbst verstand unter dem Namen „glaucifolia" eine Reihe von Formen, 
ebenso, wie aus Späterem hervorgehen wird, er unter dem Namen „coriacea" 
mehrere Rosenformen zusammengefasst. Ich will hier eine Uebersicht der ver- 
schiedenen Formen geben, welche Opiz vorgelegen und welche er mit dem 
Namen „glaucifolia" bezeichnet. Da alle nachfolgenden Formen mit dem Wort- 
laute der Diagnose in der Flora 1. c. im Widerspruche stehen und dieselben in 
späterer Zeit gesammelt wurden, so kann keiner dieser Formen die Berechtigung, 
den Namen glaucifolia Opiz in Flora V, p. 268 (1822) zu führen, zugesprochen 
werden. 

1. Rosa glaucifolia Opiz, Karlsbad (Ortmaun), gehört zur Bosa 
rubelliflora'Ri'^Qxt. Blättchen mittelgross (nicht Za^o-om^a), Blattstiele kahl, 
mit Drüsen besetzt, Receptakel eiförmig. Blattrückseite etwas graugrün, von 
Mosa rubelliflora Ripart (Originalexemplare im Herbare A. Kern er 's) durch 
reiche Bestachelung der ßlüthenzweige und etwas längere Kelchzipfel unbedeutend 
abweichend. 

2. Mosa glaucifolia Opiz var. opaca mit gedruckter Etiquette: 
„55. Bosa canina glaucifolia Opiz, Flora von Karlsbad." Blüthentragende 

13* 



100 



Heinrich Braun. 



Zweige kurz, unbestachelt , Blattstiele schwach befläumt, wenig drüsig oder 
drüsenlos, Blättchen klein oder mittelgross, doppelt gesägt, eiförmig- elliptisch, 
bei den unteren der Mittelnerv schwach befläumt, die oberen aber völlig kahl, 
Blüthenstiele ziemlich lang, Receptakeln eiförmig; dieses Exemplar, die Form 
der Blättchen etwa ausgenommen, der Diagnose entsprechend; da aber die 
schlechte Präparation eine genaue Erkennung nicht zulässt und jede Deutung 
illusorisch macht, so begnüge ich mich vorläufig mit der obigen Bemerkung. 
Dieses Exemplar gehört zur Rosa villosiuscula Ripart. 

3. Rosa glaucifolia Opiz, Karlsbad, Ortmann. Blättchen breit, 
elliptisch -eiförmig, einfach oder etwas unregelmässig gesägt, blüthentragende 
Zweige bestachelt, Blattstiele kahl, höchstens an der Insertion der Blättchen 
befläumt, drüsenlos oder seltener mit ein- bis zwei Drüsen versehen. Recep- 
takel eiförmig, Kelchzipfel nach dem Verblühen ausgebreitet, ziemlich lang, 
Griifel weisswollig, Discus schwach konisch. Dieses Exemplar stimmt, die Form 
der Blättchen etwa ausgenommen, absolut nicht mit dem Wortlaute der Diagnose, 
und gehört dasselbe zur JRosa canina, und zwar zur R. canina var. lasiostylis 
Borbäs in A Magyar birod. vad. term. roszäi p. 410 (1880). 

4. Rosa ör?atec*/o?ia Opiz mit gedruckter Etiquette : „55. Rosa canina 
glaucifolia Opiz, Flora von Karlsbad", oben am Rande der Etiquette die ge- 
schriebene Bemerkung „var. opaca" und ebenfalls handschriftlich der unleserliche 
Name des Autors, gehört zur Rosa urhica Gren. (non Leman), hat einfach 
gesägte, am Mittelnerv, den Seitennerven und bei einigen auch am Parenchyme 
befläumte Blattunter- und kahle Blattoberseite, Petiolen dicht behaart, drüsenlos 
also ebenfalls mit dem Wortlaute der Diagnose im directen Widerspruche. 

5. Rosa canina glaucifolia glandulosa^ Flora von Karlsbad 
Etiquette autographirt, oben in der linken Ecke die Zahl 751 tragend. Blätter 
breit eiförmig- elliptisch, doppelt gesägt, Blattstiele kahl oder nur zwischen den 
Stipulen und dem ersten Blattpaare schwach behaart, drüsenlos oder nur mi 
einer bis zwei Drüsen versehen. Nebenblätter kahl, Receptakeln kugelig oder 
eikugelig, Griff'el dicht weisswollig, ein grosses Köpfchen bildend, Kelchzipfel 
nach der Anthese abstehend, wahrscheinlich später aufgerichtet; eine zur Rosa 
complicata Gren. gehörige Rose. 

Wenn ich das eben Angeführte kurz resumire, so wird man der Ueber- 
zeugung Raum geben müssen, dass keine der Rosen, welche im Herbare de 
böhmischen Landesmuseums unter dem Namen Rosa glaucifolia Opiz aufliegen 
in völlig befriedigender Weise mit dem Inhalte der Diagnose in der Flora 1. c 
p. 268 übereinstimmt, dass wohl am nächsten der Beschreibung die unter Nr. 2 
angeführte Rose kommt; da aber diese Pflanze nicht am klassischen Stand- 
orte Kuchelbad bei Prag gesammelt wurde und sie doch noch ziemliche Diffe- 
renzen gegenüber der Diagnose zeigt, so bin ich nicht in der Lage, vorläufig 
über die echte Rosa glaucifolia Opiz ein endgiltiges ürtheil zu fällen und kann 
mich höchstens dahin aussprechen, dass die fragliche Rose sehr verwandt mit 
Rosa rubelliflora Ripart sein muss. Erwähnen will ich ferner noch, dass die 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



101 



im Herbare Hayuald's unter dem Namen Mosa glaucifoUa Opiz befindliche 
Pflanze mit dem unter Nr. 1 hier beschriebenen Exemplare des böhmischen 
Landesmuseums völlig übereinstimmt und ebenfalls in der Gegend von Karlsbad 
von Ortmann gesammelt wurde. 

ßosa coriacea Opiz herb. 

Exemplare aus dem Prager Mnsealherbare, äusserer Umschlagbogen, mit 
der Aufschrift: „Rosa coriacea Opiz" von Opiz 's Hand. Die Diagnose der 
Bosa coriacea Opiz in der Flora V, p. 268 (1822) lautet: „Calicibus ovatis, pe- 
dunculisque glahris; aculeis caulinis aduncis, foliolis ovatis, glanduloso-dupli- 
cato-serratis, venis subtus petiolisque villosis. Auf dem Laurenzerberg (bei 
Prag)." Diese Diagnose ist begreiflicher Weise wenig geeignet, ohne Original- 
exemplare, welche mit den wesentlichsten Punkten derselben im Einklänge stehen 
und die Angaben ergänzen, eine Klärung und Sichtung dieser Form zu liefern, 
und es ist in diesem Falle sogar die Section, welcher die B. coriacea Opiz 1. c. 
angehört, zweifelhaft. Mit gleichem Eechte kommen hier die Sectionen der 
„Pubescentes biserratae" und der „Tomentellae" in Betracht. Da in der Diagnose 
etwaiger Drüsen der Blattunterseite oder des Blattrandes keiner Erwähnung 
gethan, so ist es wahrscheinlich, aber keinesfalls sicher, dass Bosa coriacea Opiz 
in erstere der oberwähnten Gruppe einzureihen ist, etwa in die Nähe der B. affinis 
Rau oder der B. amblyphylla Ripart. Die Exemplare der B. coriacea, welche 
mir vorliegen und dem böhmischen Landesherbare entstammen, können mit der 
Diagnose gar nicht in Parallele gesetzt werden, da die Hauptmerkmale der- 
selben sich im Widerspruche mit ihr befinden. 

Auf dem ersten Bogen, welcher mir vorliegt und in dem obenerwähnten 
Umschlagsbogen mit der Aufschrift „Bosa coriacea Opiz" von Opiz 's Hand 
enthalten ist, befinden sich zwei Exemplare ; das eine gehört zur Bosa senticosa 
Acharius, es kommt also begreiflicherweise hier gar nicht in Betracht; das 
zweite rechts gelegene hat einfach gesägte Blättchen von rundlichem Zuschnitte, 
welche rückwärts am Haupt- und an den Secundärnerven behaart erscheinen. 
Blattstiele filzig, Receptakel eikugelig, Griffel weisswollig, Stacheln zart, gelb- 
lich, wenig gebogen. Schon wegen der einfachen Serratur im Widerspruche 
zum Wortlaute der Diagnose und jedenfalls eine zur Bosa urbica (Lem. ?) Gren. 
gehörige Form. Die Exemplare, welche im zweiten Bogen enthalten sind, ent- 
sprechen dem Wortlaute der Diagnose ebenfalls nicht in befriedigender Weise. 
Diesen beiden Exemplaren ist die Etiquette „Bosa coriacea Opiz, Prag, Wagner" 
beigefügt. Ich will eine kurze Beschreibung derselben liefern, welche die Unter- 
schiede gegenüber der Diagnose an's Licht setzen soll. Bestachelung der 
Zweige sehr zerstreut, blütheutragende Zweige wehrlos. Blattstiele fast unbe- 
stachelt, dicht behaart. Seitenständige Blättchen fast sitzend, Endblättchen 
gestielt, den seitenständigen Blättchen genähert, auf der Rückseite auf den 
Haupt- und Nebennerven stärker, schwächer auf der Fläche behaart, oval- 
lanzettlich oder elliptisch, einfach gesägt, nur höchstens gegen die Blatt- 



102 



Heinrich Braun. 



basis zu mit einigen Spaltzälinen versehen. Pedunkelu ziemlich lang, Eecep- 
takel kurz eiförmig, Kelchzipfel nach dem Verblühen zurückgeschlagen, reich 
fiederspaltig, Fiederu fast drüsenlos, Griffel wenig behaart, Discus schwach 
kegelig, Oberseite der Blättchen kahl. Diese Exemplare, welche hier zuletzt 
erwähnt wurden und durch das etwas röthliche Colorit der Stipulen undBracteen, 
sowie durch die rothbraune Rinde sehr auffällig erscheinen, haben die meiste 
Aehnlichkeit mit Bosa uncinelloides Puget msc. Habere LuUins etc., welche 
eine weite Verbreitung in den Alpen besitzt. [Niederösterreich: Gutensteiu 
(Richter), Höllenthal (Braun)]. Sollte das Merkmal der Diagnose „foliolis 
glanduloso-duplicato-serratis'^ etwa in der Weise ausgelegt werden, indem damit 
die Paare drüsiger Spaltzähne, welche sich hie und da in der zum grössten 
Theile einfachen Serratur eingemischt vorfinden, bezeichnet würden, welche 
Meinung zu acceptiren ich mich keineswegs entschliessen könnte, die aber der 
unconsequenten Anschauungsweise Opiz' recht gut zugemuthet werden kann, 
dann würde allerdings diese letztere Pflanze den Commentar zur „Rosa coriacea 
Opiz" liefern, wohl in einer Weise, die dem Wortlaute der völlig ungenügenden 
Diagnose direct widerspricht und welche der Ungenauigkeit letzterer würdig wäre. 

Rosa albiflora Opiz. 

Obige Rose wurde von Opiz zuerst in der Flora V (1882), p. 268 be- 
schrieben. Im Prager Musealherbare liegt ein sehr mangelhaftes Exemplar der 
R. alhiflora aus der Gegend von Bubentsch bei Prag mit der Etiquette, worauf Opiz 
folgende Bemerkungen aufzeichnete: „R. alhiflora Opiz calycibus ovatis peduncu- 
lisque glahris, solitariis, petiolis cauleque aculeatis, aculeis adimcis, foliolis lanceo- 
latis, subtus glanduloso-pubescentibus, serraturis dii'plicato-tenuissime serratis 
Opiz." Aus der Diagnose, mit welcher auch das beiliegende Exemplar in be- 
friedigender Weise übereinstimmt, geht unzweifelhaft hervor, dass Rosa albi- 
flora Opiz in die Section Sepiacearum Crepin einzureihen ist, was wohl schon 
längst bekannt war. Deseglise in seinem Catalogue raisonnd reiht die Rosa 
albiflora Opiz als Synonym unter Nr. 307 zur Rosa agrestis Savi ein, wohl mit 
einem ? und letzteres vollauf berechtigt. Viele Autoren stellen auch Rosa 
alhiflora Opiz an die Seite der Rosa sepium Thuill. Wenn man Rosa sepium 
Thuill. im Sinne der älteren Autoren umgrenzt, wie etwa Trattinick, Host, 
Dollin er etc. dieselbe auffassten, dann hat es wohl Berechtigung, auch die 
zu besprechende Rose in ihren Formenkreis einzuschliessen, denn die Differenzen 
beider Rosen von einander sind nicht allzu bedeutend. Thuillier in seiner 
Flore des environs de Paris p. 252 (1799) erwähnt gelegentlich der Beschreibung 
seiner Rosa sepium nichts von der Behaarung des Blattstieles und der Blätter, 
er beschreibt die Blättchen nur mit der Phrase: „foliolis plerumque septenis, 
parvulis, ovatis, acutis, subtus, ut petiolus, glandulis conspersis", er würde 
jedenfalls auch in diesem Falle, da er ja bei anderen Arten der Gattung Rosa 
auf die Behaarung der Blättchen grosses Gewicht legt, derselben Erwähnung 
gethan haben, so selbe vorhanden gewesen wäre. Wenn auch bei den Rosen 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten nud Formen der Grattung Rosa. 



103 



aus der Gruppe der Sepiaceen die Behaarung nur als secuudäres Merkmal, wie 
ich mich genugsam überzeugt habe, zu betrachten ist, da die letztere bei vielen 
Formen, die in der Jugend ein deutliches Indument trugen, im Alter völlig 
verschwindet, so muss doch auch bei dieser Gruppe in Ermangelung besserer 
Differenzirungsmerkmale auf eine auch im Alter bleibende, immer deutlich 
erkennbare Behaarung Rücksicht genommen werden. Seringe in DC. Pro- 
dromus II, p. 617 hebt ausdrücklich bei Hosa sepium Thuill. den kahlen Blatt- 
stiel hervor, und keiner der älteren französischen Autoren erwähnt bei derselben 
der Behaarung des Blattstieles oder der Blattunterseite, oder widerspricht den 
Angaben Thuillier's. Auch die Exemplare, welche man aus der Gegend von 
Paris bekommt, zeigen fast kahle Blattstiele und Blättchen, sowie völlig kahle 
Griflfel. JRosa sepium Thuill. liegt mir aus vielen Gegenden vor, so aus der 
von Paris, Angers, aus Belgien, aus dem westlichen Deutschland, Tirol und 
England, alle diese zeigen eine Uebereinstimmung hinsichtlich der Behaarung 
der Blattstiele, der Blättchen und des kahlen Griffels. Viel näher steht Bosa 
alhiflora Opiz der Hosa agrestis Savi in der Fl. Pis. (1798) I, p. 475. Savi 
beschreibt seine Rose a. a, 0. mit „foliolis ovatis" und führt dann weiter aus, 
dass die Aeste mit langen, gebogenen Stacheln bedeckt sind, bemerkt, dass die 
Blüthen in Corymben zu drei bis vier vereint sind und fährt weiterhin fort: 
„Le foglie hano tre, cinque, ma per lo piü sette foglioline ovali, o ovali lanceo- 
late, dentate etc., pelose e di color verde"; ferner sagt er, dass durch das 
häufige Auftreten der Drüsen an der Blattrückseite diese wie rostfarben erscheint, 
die Scheinfrüchte beschreibt er als oval-länglich. Die Blätter müssen nach dem 
oben Angeführten deutlich behaart erscheinen, was auch Pollini in der Fl. 
Veron. II, p. 144 (1822) bestätigt. Im k. k. Hof heibare zu Wien liegen mehrere 
instructive Originalexemplare der B. agrestis von Savi. Wie ich mich nach 
genauem Studium überzeugt habe, ist Buruat ganz im Rechte, wenn er wenig 
Unterschiede dieser Rose gegenüber der E. sepium Thuill. findet. Die Unter- 
schiede liegen wirklich auch nur in Behaarungsverschiedenheiten; der Griffel 
der Exemplare der U. agrestis Savi wird von allen nachfolgenden Autoren als 
kahl beschrieben, er ist auch am Originalexemplare kahl oder nur minutiös be- 
fläumt, die Grössenverhältnisse schwanken wie bei allen Sepiaceen ausserordent- 
lich am selben Strauche, und es liegt der Unterschied der Mosa albiflora gegen- 
über der B. agrestis Savi hauptsächlich in den laugen, gebogeneu Stacheln und 
den völlig kahlen, dünnen und wenig zahlreichen Griifeln. Bosa vinodora 
A. Kerner unterscheidet sich von B. albiflors, Opiz durch viel dichteres, fast 
filziges Indument, durch nach oben in keinen Hals zusammengezogene, viel 
kürzere Scheinfrüchte, einen stark kugeligen Discus und völlig kahle Griffel. 
Leider ist, wie schon oben bemerkt, das mir vorliegende Exemplar aus dem 
böhmischen Landesmuseum sehr mangelhaft, in der Blüthezeit gesammelt und 
kurz unterhalb der Blüthe gepflückt, man könnte also nicht einmal mit Gewiss- 
heit sagen, ob vorliegende Rose zur Gruppe der Bosa sepium Thuill. oder zu 
der Bosa graveolens Gren. gehört, würden nicht die Griffel die Andeutung 
geben, dass sie in die erstere Gruppe einzureihen ist, und wird diese Ansicht 



104 



Heiuricli Braun. 



durch die Form und Bekleidung der Kelchzipfel, sowie die weissen Blüthen be- 
kräftigt. Nach vorliegendem Exemplar ist die Rosa alUflora Opiz als eine Rose 
mit geringer Bestachelung und behaarten Blättchen aufzufassen. Weiters sind 
die Nebenblättchen kurz befläumt, auf der Fläche und am Rande dicht drüsig 
die Petiolen dicht rundum befläumt, mit theils sitzenden, theils gestielten Drüsen 
bekleidet, sonst fast wehrlos, die Blättchen verkehrt eiförmig-elliptisch, nach 
der Basis zu keilig verlaufend, am Rande die charakteristische Serratur der 
Sepiaceen zeigend, ober- und unterseits befläumt. Die Bracteen sind bei vor- 
liegendem Exemplare blatttragend, die Blüthenstiele ziemlich kurz, die Kelch- 
zipfel am Rande drüsig und behaart, am Rücken drüsenlos, ziemlich lang, die 
Receptakeln länglich-eiförmig, nach oben in einen Hals zusammengezogen, der 
Discus nur wenig kegelig, fast eben, die Griffel deutlich befläumt, die Blumen- 
blätter ziemlich klein, weiss. In Oesterreich- Ungarn kommt eine Reihe von 
Formen vor, welche die Bosa vinodora A. Kerner (in Oesterr. bot. Zeitschr. XIX 
(1869), p. 329), die Rosa sepium Thuillier (Fl. de Paris, 1799, p. 252) und die 
Mosa inodora Fries (Novit. Fl. Suec. 1814, 1, p. 9) verbinden. Ob nun Rosa albi- 
flora Opiz als Varietät oder Form der R. sepium Thuillier oder der Rosa 
inodora Fries aufzufassen ist, dürfte Ansichtssache sein. Die typische Rosa 
inodora Fries besitzt, wie z. B. die authentischen Exemplare im Herbare Hay- 
nald's, mit R. albißora Opiz Aehnlichkeit, jedoch sind die Griffel der R. inodora 
Fries viel dichter behaart und in ein breites Köpfchen zusammengedrängt, sowie 
die Receptakel und die Scheinfrüchte kurz eiförmig bis eiförmig-kugelig. Auch 
die im Waldviertel Niederösterreichs und in Mähren vorkommenden Rosen, die 
in den Nachträgen zur Flora von Niederösterreich als Rosa sepium y inodora 
bezeichnet wurden (p. 235, 1882), haben viele Aehnlichkeit mit Rosa albiflora 
Opiz und stehen letzterer Rose viel näher als der typischen Rosa inodora Fries 
ex Suecia. Schliesslich will ich erwähnen, dass in Ungarn von meinem Freunde 
Km et eine Sepiacae gefunden wurde, die sich von Rosa albiflora Opiz nur 
durch eine viel tiefere und schärfere Serratur, kahle Griffel und durchaus läng- 
lich lanzettliche Blätter unterscheidet und deren Varietät mit etwas befläumten 
Pedunkeln und öfter eingemischten vereinzelten Drüsenborsten von Borbäs in 
A Magyar birod. vad. termö röszäi p. 479 et 487 mit dem Namen R. Gizellae f. 
ditrichopoda bezeichnet worden. Ich behalte mir vor, noch einmal ausführlich 
auf diese interessante Gruppe zurückzukommen, und insbesouders soll es mein 
Streben sein, möglichste Klarheit in die Formenreihe der Rosa sepium ThuilL, 
deren wichtigste Glieder die R. sepium Thuill., R. vinodora A. Kerner, R. agrestis 
Savi, R. inodora Fries, R. virgultorum Ripart, R. ditrichopode (Borbäs), 
R. Belnensis Ozanon, R. albiflora Opiz und R. mentita Dds^gl. sind, zu bringen. 

Eosa Reussii m. 

Frutex I S— 2 m. altus; rami subflexuosi, brunneo-virentes, aculeati. 
Aculei saepe geminati, crebri, robusti, inclinati, hasi dilatati, 
rami florentes breves acuJeolis tenuioribus dense armati. Stipulae lanceolatae. 



Beiträge zur KenntnisB einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



105 



in margine glanduloso-ciliatae et ad miriculas etiani pilis ohtectae, ceterum 
glabrae, cum auricuUs acuminatis, divcrgentihus. Petioli pubescentes, pilis 
patentibus vestiti, inermes vel aculeolis simrsis hinc inde armati, eglandulosi. 
Foliola quina vel septena, plcrumque septena, pai'va vel mediocria, rotun- 
dato-elliptica vel (imparia) ovafo-elliptica, acuta vel (praecipue inßma) 
obtusiuscula, simpliciter s er rata, cum denfibus conniventibus, rarius den- 
ticidis secundariis eglandulosis intermixtis, supra glabra, subtus in nervo 
mediana pubescentia et hinc inde in nervis secundariis sparse pilosula, 
demum, costa exeepta, glabrescentia. Bracteae pedunculis breviores in margine 
glandidoso-ciUatae, saepe foliaceae. Pedunculi glabri et laeves, 10—12 mm. 
longi. Receptacula ovoidea, apicem versus contracta. Sepdla duo integra, tria 
profunde pinnatifida, cum pinnulis parum glandulosis, extus marginibus 
exceptis glabra, intus et in margine tomentosa. Discus conicus. Styli 
glabri vel hirtelli. Petala alba, parva. Ueceptacula fructifera ovoidea, 
parva. 

Dimensiones: Stipiüae 18 mm. longae, 5 mm. latae. Foliola 17 mm. longa, 
13 mm. lata; petioli 10 — 12 mm. longi. Receptacida 8 mm. longa. Sepdla 19 mm. 
longa. Petala 14 mm. longa. Ueceptacula fructifera ovoidea 14 — 15 mm. longa, 
10 mm. lata. 

Habitat ad oppida Prencov et Krnisov comitatus Hont Hungariae, 
ubi leg. Ä. Km et 

Eine zierliche Rose mit dicht beblätterten und bestachelten Aesten sowie 
Zweigen. Blättchen meist klein, rundlich, fast immer dreipaarig; Sägezähne 
auffallend zusammenneigend. Wurde bisher mit Bosa semiglabra Ripart und 
Hosa implexa Grenier confundirt. Rosa semiglabra Ripart besitzt wohl ähn- 
liche Blättchen, allein die Griffel sind dicht, oft fast wollig behaart, die Deck- 
blätter viel breiter, die Pedunkeln kürzer, die Scheinfrüchte bedeutend grösser, 
die Blüthen rosenfarben. Was Rosa implexa Grenier betrifft, so wurde diese 
Form von Grenier zuerst in der Flore de la chaine Jurassique (18G5), p. 238 
als Rosa solstitialis y denudata mit der kurzen Bemerkung: „Folioles glabres 
sur les deux faces, petioles tomenteux; pedoncules nus" aufgestellt. Grenier 
citirt zu seiner Rosa solstitialis 1. c. p. 237 auch die R. coriifolia Fries und 
seine var. ß der solstitialis, welche er mit dem Namen ,^glandulosa" bezeichnet, 
dürfte der Section der Collineu oder gar den Tomentellen angehören; er gibt 
den Griffel seiner Rosa solstitialis wollig an. Es unterliegt nach dem eben An- 
geführten nicht dem geringsten Zweifel, dass Grenier unter dem Namen „Bosa 
solstitialis Besser" eine ganze Reihe differirender Formen, welche mit der wahren 
Rosa solstitialis Besser gar nichts gemeinsam haben, subsummirte. Da Grenier 
in der Diagnose seiner Rosa solstitialis die Griffel als wollig anführt, bei Ge- 
legenheit der Besprechung seiner Varietät y denudata des Griffelindumentes 
und der Blüthenfarbe keiner Erwähnung thut, so können hier bei der Mangel- 
haftigkeit der Diagnose nur Originalexemplare aushelfen. Diese Originalien, 
welche mir vorlagen, sind unter sich verschieden und diejenigen, welche noch 
am meisten den Anforderungen, so der ungenügende Inhalt der Description oder 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abb 14 



106 



Heinrich Braun. 



Diagnose an sie stellt, entsprechen, repräsentiren eine ziemlich robuste Pflanze 
mit zerstreuter Bestachelung, eiförmigen, ziemlich grossen, meist zweipaarig 
angeordneten Blättchen, behaarten, ziemlich derben Griffelköpfchen und dicht 
behaarten Blattstielen, in der Tracht total von Rosa Reussii abweichend. Ich 
habe daher diese liebliche Rose, welche mir in mehr als hundert Exemplaren 
von verschiedenen Standorten aus der Umgebung der Bergstadt Schemnitz vorlag 
und die ich dem unermüdlichen Fleisse meines hochwürdigen Freundes Km ei: 
verdanke, dem Andenken des verblichenen Verfassers der „Kvetna slovenska", 
Dr. Gustav Reuss, weil seiner weiteren Heimat entstammend, gewidmet. 

Kosa coriifolia var. Hausmanni m. 

Frutex elatus, 1—1 5 m. altus. Gortex fuscescens vel rubescens, rami 
aculeis validis falcatis, robustis, hinc inde v erticillatis armati. 
Stipidae lineari-lanceolatae, in lamina pilis obtectae, in margine eglandu- 
losae vel ad auriculas divergentes pauce glandulosae. Petioli inermes vel 
aculeolis flavescentibus armati, eglandulosi, tomentosi. Foliola 
quina vel septena, acuta vel infima obtusiuscula, parva vel mediocria, 
ovato-elliptica, supra glabra vel leviter pilosula, subtus ad costam 
tomentosa, in lamina adpresse pilosa, in margine irregulariter 
vel glandulo so-biserrata. Bracteae pedunculos longitudine aequantes vel 
superantes, saepe foUaceae. Pedunculi glabri et laeves, longitudine medio- 
cres. Beceptacula ovoidea. Sepala post anthesin reflexa, duo integra, tria 
pinnatifida, extus in margine tomentosa, rubescentia, indorso eglandulosa. 
Styli villosi, discus planiusculus. Beceptacula fructifera breviter 
ovoidea. 

Dimensiones: Stipulae 17 mm. longae, 4 mm. latae; foliola 20 — [25]— 
28 mm. longa, 13— [15]— 22 mm. lata; peduncidi 10 mm. longi; receptacula 
7 mm. longa, 5 mm. lata. Sepala 21mm. longa. Beceptacula fructifera 15 mm. 
longa, 10 — 12 mm. lata. 

Habitat ad pagum Mieders in Tiroliae valle Stubai (A. Kern er). 

Diese interessante Form wurde zuletzt von Desdglise mit dem Namen 
„Bosa amblypliylla Ripart" bezeichnet; die Unterschiede letztgenannter Form 
gegenüber der var. Hausmanni m., sowie gegenüber der nächststehenden aus 
der Gruppe der Caninae biserratae vel semibiserratae wurden in der den Er- 
läuterungen der Bosa pilosa Opiz folgenden Tabelle ausführlich abgehandelt. 

ßosa coriifolia var. Erlbergensis m. 

Furtex elatus, 1'5 — 2 m. altus. Cortex rubro-violaceus vel viridi-rubes- 
cens. Bami crebre verticillati vel subverticillati, aculeati. Aculei 
robusti, falcati, basi valde dilatati. Bami floriferi verticillato-acu- 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



107 



leati, cum aculeis tenuioribus. Stipulae late lanceolatae, in margine glan- 
duloso-ciliatae, in lamina gldbrae et eglandulosae ; auriculae divergentes pilis 
albidis ciliatae. Petioli tomentosi et glandulis stipitatis sessilibusve 
inte r mixti tecti, in er m e s vel aculeolis parvis flavescentihus armati. Fo liola 
quina-septena, late ovata-rotunda, acutiuscula vel obtusa, irregulariter 
s er rata, hinc inde dentibus in glandula terminantibus intermixtis obtecta 
cum vix serratura incisa, supra glabra, subtus in nervis et saepe tota 
in lamina pilis sparsis obtecta, in nervo mediano dense pilosa, saepe 
(praecipue in infimis) in nervis secundariis ac etiam in lamina glan- 
dulis sparsis, tenuibus vestita. Bracteae, ut in Rosa coriifolia typica, 
late ovato -lanceolatae, saepe rubescentes et foliaceae; peduneuli breves, 
laeves bracteis occulti. Receptacula fructiferaglobosavelovoideo- 
globosa vel pyriformia, magna. Sepala post antJiesin reflexa, demum 
patentia, serius decidua, duo integra, tria pinnatifida, apicem versus paulo 
dilatata, intus tomentosa, extus glabra. Discus planiusculus. Styli dense 
albo-lanati, discum subobtegentes. Petala non vidi. 

Dimensiones: Stipulae 13 mm. longae, 6 — 8 mm. latae; foliola 23 mm. 
longa, 16 mm. lata; bracteae 17 mm. longae, 12 mm. latae; peduneuli 7 7nm. 
longi. Peceptacula fructifera 13 mm longa et lata. Sepala 19 mm. longa. 

Habitat secus viam inter Erlberg et Bruck haud procul ab oppido 
Zell am See, Salisburgia (Aust). 

Der Bosa coriifolia Pries ist obbeschriebene Rose im Habitus ungemein 
ähnlich, unterscheidet sich aber von dieser sofort durch das Auftreten von Drüsen 
an der Unterseite, besonders der untersten Blättchen, die unregelmässige Ser- 
ratur, die kahle Blattoberseite, die ziemlich reichdrüsigen Blattstiele. Von Mosa 
coriifolia f. subbiserrata Borbäs in A Magyar birodalom vadon termö rözsäi 
p. 439 et 450 (1882) und in der Flora von Budapest (1879) weicht sie durch 
nicht weissgraue, spitze Blätter der sterilen Zweige, eine andere Serratur (non 
crenato-serrato), die drüsigen, fast wehrlosen oder nur wenig bestachelten Blatt- 
stiele, die kurzen Pedunkeln, nicht weissgrau bereifte, sterile Zweige und endlich 
durch das Auftreten von Drüsen an vielen, besonders an den untersten Blättchen. 

Eine merkwürdige und beachtenswerthe Form, welche theilweise schon 
in die Section der Scabratae Crepin übergreift und die, wie bereits oben erwähnt, 
mit der Rosa coriifolia Fries typica in der Tracht eine überraschende Aehn- 
lichkeit besitzt, 

Kosa uncinelloides. 

Puget mscr. Syn. B. uncinella Puget in Sched. non Besser. 

Frutex elatus, 1 — 2m. altus. Rami badii vel ob s eure purpuras- 
centes, aculeis suboppositis vel remotis robustis, falcatis basi dilatatis 
armati. Rami floriferi purpurascenti virescentes vel obscure 
purpur ei, aculeis tenuioribus falcatis praediti, rarius inermes vel 

Ii* 



108 



Heinrich Braun. 



subinermes. Stipulae late lanceolatae, cum auriculis rectis vel parum diver - 
gentihus, in lamina glahrae vel sparse pilosulae, ad oras glandulis atro- 
fuscescentihus et pilis sparis patentibus ciliatae. Petioli den sc pubes- 
centes, Jiine inde glandulis sparsis intermixti et aculeolis ßavescentibus vel 
rubescentibus praediti vel inermes. Foliola plerumque septena, ellip- 
tica, mediocria, supra glabra et saturate viridia, subtus in nervo me- 
diano dense pub escentia, in nervis secundariis et in lamina pilis 
adpressis sparsis obtecta, simpliciter vel praecipue in infimis, irre- 
gulär iter s er rata; serratura hinc inde basin versus glandulis sparsis inter- 
mixtis aucta. Bracteae late lanceolatae, peduneulos longitudine superantes, 
saepe foliaceae, basi cum stipulis rubescentes. Pedunculi soUtarii vel bini- 
quini, 10—12mm.longi, laeves et glabri. üeceptacula ovoidea. Sepala 
duo integra, tria pinnatifida, cum pinnulis eglandulo sis, angustatis, in 
margine et intus tomentosa, extus in dorso glabra, post anthesin re- 
flexa, cito decidua. Styli pilosi. Discus planiusculus. Receptacula 
florifera breviter ovoidea vel lateralia subglobosa. Corallae pallide 
roseae, fere albicantes. 

Dimensiones: Stipulae 17 mm. longae, 7 mm. latae. Foliola SO mm. longa, 
15 — 16 mm. lata, imparia 26 — 28 mm. longa, 17 mm. lata. Pedunculi 10 — 12 mm. 
longi. Receptacula 8 mm. longa, 5 mm. lata. Septala 15 — 22 mm. longa eodem 
in ramo. Receptacula fructifera 15 mm. longa, 12 —13 mm. lata. Secundum 
exemplaria authentica in herbariis A. Kerner et H. Braun. 

Habitat in declivibus et ad fluminum ripas in Alpibus. Habere Lul- 
lins in Sabaudia (Puget) Trins in Tirolia (A. Kerner); in valle flu- 
minis „Piesting" et „Schwarza" in Austria inferiore (G. Richter et 
H. Braun). 

Diese Form ist der Rosa dumetorum Thuill. und Rosa uncinella Besser 
zunächst verwandt. Von ersterer unterscheidet sie sich sofort durch den mehr 
länglichen Zuschnitt der Blätter, die kahle Blattober- und die dünnbehaarte 
Blattunterseite, die dunkelpuipurne Rinde der Zweige und Aeste, die dichter 
behaarten Griffel, welche den Discus nicht deutlich überragen, sondern dem- 
selben fast aufsitzen, die, besonders an den unteren Blättehen, unregelmässige 
und gegen den Petiolus hin öfter mit einigen Drüsen durchsetzte Serratur, die 
röthlich überflogeuen Stipuleu und Deckblätter, welche an der Fläche meist völlig 
unbehaart sind. Von Rosa uncinella Besser unterscheidet sich die besprochene 
Rose sehr leicht durch die ziemlich dicht behaarten Griffel, die auch an der 
Fläche anliegend behaarte Unterseite der Blättchen, den mehr länglichen Zu- 
schnitt der Blättchen, welcher bei R. micinella Besser breit rundlich erscheint, 
die meist bestachelten Blüthenzweige, das durch die dreipaarigen Blätter ver- 
ursachte dichtere Wachsthum und die in Folge dessen bedingte andere Tracht. 
Diese Rose ist den Gebirgsgegenden eigenthümlich und stellt ein Verbindungs- 
glied der Rosa urbica Aut. non Leman {Rosa hirta m.) mit Rosa uncinella 
Besser dar. Da der Rand der Blättchen meist einfach gesägt ist und nur 



Beiträge zur Kenntniss einiger Aiteu und Formen der Gattmig Rosa. 



109 



einzelne Blättchen drüsig doppelte Serratur, besonders gegen die Basis zu, 
besitzen, so muss diese Form, sowohl bei den einfach, als auch bei den un- 
regelmässig doppelt gesägten Rosen aus der Gruppe Caninae piihescentes 
angeführt werden. 

Eosa Iiirtifolia m. 

Frutex elatus, 15 — ^ m. altus, trunci aculeati, stricti, rami cum cortice 
dilute hrunneo, hi^ic inde aculeis rufo-fuscis, suh stipulis geminatis 
aduncis vel inclinatis hasi düatatis armati. Stipulae virescentes, anguste 
linear i'lanceolatae, glabrae, in margine glanduloso-ciliatae ; cum auriculis 
acutiuscuUs, divergentibus. Petioli puhescentes glandulis stipitatis et acu- 
leolis parvis flavescentibus armati. Foliola quina vel septena, lateralia bre- 
viter petiolata vel subsessilia, ovato elliptica, basi rotundata, medio- 
cria, in margine perfecte vel partim imperfecte glanduloso-biser- 
rata, supra obscure virentia, siibnitida, glabra, subtus pälUdiora, coriacea, 
in nervo mediano, saepe etiam in nervis secundariis pilosula. 
Denticiili primarii serratur ae foliolorum eglandulosi, acutiusculi, profunde 
incisi; denticuli secundarii plerumqiie glandula parva terminati. Bracteae 
saepe foliaceae pedunculos longitudine aequantes vel superantes. Pedunculi 
mediocres, laeves, glabri. Beceptacula subglobosa. Styli pilis albidis 
dense vestiti. Discus planiusculus. Sepala post anthesin reflexa vel 
patentia, cito decidua (vel in formis ex Hungaria etiam suberecta, serius 
decidua), duo integra, tria pinnatifida; pinnulae angustatae, glanduloso- 
ciliatae. Petala dilute rosea, in ungue albicantia. Beceptacula fructifera 
globosa vel rotunda. 

Dimensiones: Stipulae 18 min. longae, 8 mm. latae. Foliola 17— [22]— 
30 mm. longa, 8 — [14] — 23 mm. lata. Pedunculi 5 — 10 mm. longi. Beceptacula 
fructifera 12—14 mm. longa et lata. 

Variat: 

a) genuina» Aculei in ramis floriferis sparsi, robusti; sepala 
post anthesin semper reflexa, cito decidua. Habitat in monte Kahlenberg 
prope urbem Vindobonam (Braun), ad silvae „S^kora^' margine prope 
oppidum Bzovih et supra Prencov „Siroke prielohy" comitatus Hont Hun- 
gariae (Kmef) ad pagum Maishofen prope oppidum Zell am See (Aust). 

h) Hontiensis mi\ü, Aculei in ramis floriferis g eminati, sub- 
verticillati, tenuiores quam in varietate a; sepala post anthesin reßexa, 
patentia vel suberecta, serius decidua; foliola subtus non glaucescentia, 
mediocria. Habitat ad oppidum Prencov in monte Koladka; Schemnitz 
„Trojcny vrch", „Valovska" et supra „Neuschacht" (Kmei). 

c) gracUeitta mihi. Aculei ramorum tenues, fere recti, infra 
stipulas subg eminati, rami hinc inde flexuosi; foliola plerumque parva, 
flavescenti-viridia; sepala in margine valde glanduloso - pinnatifida ; styli 
pilosi. Habitat ad „Griesleiten'' in monte „Baxalpe" Austriae inferioris 
(0 stermey er). 



110 



Heinrich Braun. 



Diese interessante und weit verbreitete Rose unterscheidet sich ganz 
treflflich sowohl von Mosa Carionii D^s^gl., als auch von Bosa subgldbra 
(Borbäs); die Unterschiede sind in der Tabelle, welche die Differenzen der 
Gruppe „Caninae pubescentes hi- vel subbiserratae" auseinandersetzt, ausführlich 
abgehandelt. 

Schliesslich will ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass die var. h Hon- 
tiensis mit Rosa Vagiana Crepin am selben Standorte wächst; von letzterer 
Rose unterscheidet sich aber die var. Hontiensis durch kleinere, mehr doppelt 
gesägte, an der Rückseite nicht seegrüne Blätter, dichteres Griffelindument, 
doppelt kleinere Scheinfrüchte und die viel früher hinfälligen, die reife Schein- 
frucht nicht mehr krönenden Sepalen. Vielleicht eine üebergangsform der um 
Schemnitz häufigen B. hirtifoUa m. zur Bosa Vagiana Crepin. 

Eosa Carionii Desegl. et Gillet. 

Bosa Carionii wurde von Deseglise im Bulletin de la Socidte roy. bot. 
de Belgique XIX, p. 34 (1880) aufgestellt. Er beschreibt diese Art als aufrechten 
Strauch mit verlängerten grünlichen oder weinrothen, derb bestachelten Aesten 
und bestachelten oder manchmal wehrlosen Blüthenzweigen, die jungen Triebe 
als öfter weinroth überlaufen; die Blattstiele als zottig, mit Drüsen bestreut; 
die Blättchen als oberseits kahl oder mit einigen Härchen besetzt, unterseits 
an den Nerven deutlich behaart, oval oder oval-elliptisch, scharf doppelt ge- 
zähnt mit durchaus drüsigen Secundärzähnchen, die Blüthenstiele als kurz, kahl, 
die Receptakel als eiförmig, am oberen Ende etwas zusammengezogen, die 
Fiedern der Kelchzipfel als mit einigen Drüsen durchsetzt, nach dem Verblühen 
als zurückgeschlagen, bald hinfällig, Griffel als borstig, die Blüthen als sehr 
blassrosenfarben, die Scheinfrüchte als fast weisslich, rund. Deseglise ver- 
gleicht diese Rose mit B. tomentella Leman, mit der sie in der That die 
Blättcbenform gemeinsam hat, und hebt weiterhin hervor, dass sie durch die 
am Rande drüsenlosen Blättchen sich wohl von letztgenannter Rose unterscheide. 
Nach den mir vorliegenden Originalien aus dem Departement Säone et Loire, 
der Gegend von Brion entstammend, gehört diese Rose in die Nähe der Bosa 
amblyphylla Ripart, wenigstens was das Fruchtexemplar betrifft, denn das 
Blüthenexemplar ist Bosa tomentella Leman typica; und unterscheidet sich von. 
B. amblyphylla Ripart durch behaarte (obwohl nur sehr schwach befläumte) 
Griffel, nur auf der Unterseite schwach befläumte, an den Nerven zottige Blätt- 
chen und die Form der Scheinfrucht. Von Bosa dumetorum f. subatrichostyl' 
Borbäs in A Magyar birod. vad. termö rözsäi p. 427 et 436 und B. dumetorum 
f. subgldbra Borbäs 1. c. p. 424, 426 et 435 (1880) sind die Differenzen ausführlich 
in der diese Gruppe behandelnden Tabelle auseinandergesetzt. 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



III 



Rosa Wulfenii Tratt. 

Trattinnick beschreibt diese ihm von Wulfen übersandte Rose in seiner 
„Rosacearum monographica" II, p. 200 (1823) mit den Worten: „Rosa urceolis 
siibglohosis, coloratis, gldbris, pedunculis solitariis hrevibus, hispido-glandulosis, 
foliolis ellipticis, suhduplicato - serratis , utrinque gldbris; stipulis Mauritis, 
ramulis et petiölis aculeatissimis" , und setzt weiter hinzu: „Vidi in herbario 
Musaei caes. reg. Vindobon. lectam a Wulfenio in alpe Prax sub nomine Rosae 
spinosissimae." Dies Originalexemplar habe ich eingesehen und will vorerst 
eine genaue Description desselben liefern, bevor ich an die Auseinandersetzung 
der Differenzen gegenüber den verwandten Formen gehe. 

Frutex elevatus, statura Rosae Älpinae Ii., sed rami aciculis setisque 
inaequalibus rectis vel paulo incUnatis obtecti. Cortex ramorum badius vel 
rubeseens; aculei robusti deßcientes. Stipulae anguste-lanceolatae, in margine 
qlandulose-ciliatae, cum auriculis divergentibus. Petioli et glandulis stipitatis 
et setis muniti, ceterum glabri. Foliola septena-novena, elliptica vel elliptico- 
oblonga, plerumque obtusiuscula utrinque glaberrima, supra viridia, subtus 
glaucescentia et costa exeepta eglandulosa, in margine simpliciter vel irre- 
gulariter glanduloso-serrata. Serratura aperta, late triangularis, in foliolorum 
basi integra glandulis praedita. Bractae saepe rubescentes, in ceteris stipulis 
aequales. Pedunculi elongati (22 mm. longi), dense gla^iduloso-setosi; recep- 
tacula subglobosa, laevia. Sepala post anthesin erecta corollam longitudine 
superantia, omnia integra, duo vel tria in dorso glandnloso-setosa, in margine 
tomentosa. Styli albo-villosi. Discus latus, planiusculus. Beceptacula fructifera 
(subglobosa vel breviter ovoidea) ? Corolla ex descriptione auctoris mediocris, alba. 

Bimensiones : Foliola 24— 30 mm. longa, 13— 18 mm. lata. Pedunculi 
22 mm. longi, Recejjtacula 5 mm. longa et lata. Sepala 15— 17 mm. loyiga. Co- 
rolla 32 — 34 mm' diam. 

Von Trattinnick wird seine Art zuerst von Rosa Pyrenaica Aut. = 
Rosa pendulina L. (non Aiton) folgendermassen unterschieden: „Simillima Rosae 
pyrenaieae, sed differt caule aculeatissimo, urceolis glaberrimis, subglobosis, 
foliolisque obtusis, glaberrimis, eglandulosis." 

Wie nun aus vorstehender Diagnose hervorgeht, ist die Rosa Wulfenii 
Tratt. den zahlreichen Formen, welche sich zwischen die Rosa pendulina, R. Al- 
pina L. und R. spinosissima L. stellen, anzureihen. Zuerst rauss hier nun 
erläutert werden, welche Pflanze eigentlich Linnö bei Gelegenheit der Be- 
schreibung seiner Rosa Alpina, Spec. pl. Ed. II, p. 703 (1762) im Auge hatte. 
In seinen Spec. pl. Ed. I (1753) beschreibt Linne nur Rosa pendulina (p, 492) 
mit den Worten „fructibus oblongis, pendulis" und setzt das Citat „Rosa san- 
guisorba majoribus folis, fructu longo, pendulo", Dill. Elth. p. 325, t. 245, f. 317 
hinzu, gibt ferner als Standort: „Habitat in Europa'^ an. Das Citat aus Dillen ins 
betrifft nun eine cultivirte Rose und gehört, wie schon Koch in seiner Synopsis 
Ed. II, p. 248 ausführt, zur Rosa stricta Mühlenberg, einer Pflanze, welche Nord- 
amerika bewohnt und die snäter von Aiton mit dem Namen „Rosa pendulina'' 



112 



Heinrich Braun. 



bezeichnet wurde. In seinen Spec. pl. Ed. II (1762) ergänzt Linnä die Be- 
schreibung seiner Eosa pendulina mit den Worten: „pedunculis cauleque hispidis, 
petioUs inermibus" und fügt wieder ausdrücklich als Vaterland: „Habitat in 
Europa" hinzu. Die deutliche Beschreibung lässt keinen Zweifel aufkommen, 
dass Linne mit seiner Bosa pendulina die langfrüchtigen Formen der später 
unter dem Collectivnamon Ttosa Alpina der Autoren zusammengefassten Formen - 
reihe im Auge hatte. Das Citat aus Dillenius, welches jedenfalls nur die 
Aehnlichkeit der H. pendulina mit der 1. c. abgebildeten Pflanze kennzeichnen soll, 
kommt gegenüber des zweimal ausdrücklich hervorgehobenen Vaterlandes der Rose 
gar nicht in Betracht, und sollten Zweifel in Folge der Phrase „caulis hispidus" 
etwa entstehen, so muss für die langfrüchtigen Formen und speciell für die- 
jenigen mit glatten Scheinfrüchten der Name Rosa rupestris Crantz, Stirp. 
Austr. II, p. 32 (1763) in Kraft treten, denn Linne beschreibt seine Bosa Al- 
pina, Spec. pl. Ed. II, p. 703 mit den deutlichen und keine Zweifel bergenden 
Worten : „Bosa germinibus globosis, pedunculis subliispidis, caule inermi, folia 
glabra, calyces simplices, habitat in Alpihus Helvetiae." Es können daher mit 
dem Namen Bosa Alpina L., Spec. pl. Ed. II, p. 703, wo die Pflanze zuerst 
beschrieben wurde, unbedingt nur die kugelfrüchtigen, kahlblätterigen Formen 
der Section „Alpinae" bezeichnet werden, und ist die Ansicht der Autoren, auch 
die langfrüchtigen Formen mit dem Namen Bosa Alpina L., Spec. pl. Ed. II, 
p. 703 zu bezeichnen, absolut falsch und unstatthaft. Die kugelfrüchtigen Formen 
der Gruppe „Alpinae" bewohnen viel häufiger die Westalpen als die Ostalpen 
und kommen in grosser Zahl in Tirol, der Schweiz und den Seealpen vor. Ich 
will nun die Unterschiede der Bosa Wulfenii Trattinnick gegenüber den ver- 
wandten Formen auseinandersetzen. Bosa pendulina L. unterscheidet sich von 
B. Wulfenii Tratt. sofort durch ellipsoidisch-oblonge Receptakel und Schein- 
früchte, die scharf doppelte Serratur, beborstete Scheinfrüchte; B. rupestris 
Crantz, welche glatte Receptakel und Scheinfrüchte besitzt, durch die oblonge 
Form derselben, scharf doppeltdrüsig gesägte Blättchen, unbewehrte Blüthen- 
zweige; Bosa intercalaris Desegl. durch kleinere, rundlich elliptische, an Bosa 
spinosissima L. erinnernde Blättchen, welche unterseits am Mittelnerv behaart 
sind; Bosa adjecta Desegl. durch eiförmige oder birnförmig-längliche Schein- 
früchte und Receptakel, robuste Stacheln der oberen Aeste; Bosa Monspeliaca 
Gouan durch eiförmige Scheinfrüchte, tiefere, stets mehrfach doppelte Serratur 
der Blättchen ; Bosa reversa W. Kit. typica durch drüsigere Serratur der unter- 
seits behaarten Blättchen, eiförmiges Receptakel, drüsenborstige, eiförmige, nach 
oben etwas zusammengezogene Scheinfrüchte; Bosa reversa forma affissidens 
Borbäs durch kleinere Blättchen (ähnlich denen der Bosa spinosissima L.), 
drüsigborstige, eiförmige Receptakel etc. Bosa Holikensis Kmet durch feinere, 
kürzere Borsten, welche an den oberen Zweigen in Höckerchen übergehen, 
oblong-elliptische Receptakel. Bosa Simkovicsii Kmei, mit welcher Bosa Wul- 
fenii Tratt. die meiste Aehnlichkeit aufweist, weicht insbesouders durch oblong- 
ellipsoidische Receptakel und ebensolche Scheinfrüchte ab. Borbäs in A Magyar 
birod. vad. termö rözsäi monogr. (1880) war der Erste, welcher Ordnung in die so 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



113 



schwierige Gruppe der Mosa reversa W. K. brachte; ich will hier nur zur 
besseren Uebersicht der eben besprochenen Formen die mitteleuropäischen 
Glieder der Kette von Formen, welche Rosa pimpinellifolia L. mit B. Alpina L. 
und B. pendulina L. verbinden, hier zusammenstellen, und zwar die Formen 
mit nickenden Scheinfrüchten und mehr minder bestachelten, blüthentragenden 
Zweigen. Auf die Länge und Kürze der Kelchzipfel ist wenig Werth zu legen, 
da sich beispielsweise bei Bosa Simkovicsii Kmet' an ein- und demselben Zweige 
Kelchzipfel, die so lang oder etwas länger wie die Fetalen, und solche, welche 
viel kürzer als letztere sind, vorfinden. 

A) Fdlidla parva 10— [14]— 19 mm. longa, 6— 15 mm. lata, Bosae spino- 
sissimae similia. 
. a) Foliola simpliciter vel irregulariter serrata. 

1. Beceptacula fructifera glohosa vel subglol)Osa. 

I. jß, Sostii ni. Bami setoso-hispidi; foliola iitrinque glaherrima, subtus 

in Costa glandulosa, elliptica, irregulariter vel simpliciter serrata. Pe- 
duncüli elongati, dense glanduloso-setosi. Beceptacula laevia vel glan- 
dulosa, glohosa, ovoideo- glohosa vel ovoidea eodem in ramo. Petala 
rosea vel albicantia. Sepala in dorso glanduloso-setosa, petala hreviora. 
Variat: 

a) Beceptacula laevia. Hdbitat in Tirolia et in Alpibus Lomhardo- 
Venetis. 

h) Beceptacula glanduloso-hispida. Hdbitat in Carniolia (Wulfen). 

X. a, -B. reversa Tar. aßssidens Borbäs in A Magyar birod. vad. termö 
rözsäi p. 539 et 546 (1880) sub forma Bosae reversae W. K. Bami ramu- 
ligue aculeati ; foliola parva, elliptica, paulo remota, simpliciter serrata, 
subtus pubescentia, in forma sua Bosae Alpinae parvifoliae magis quam 
B. spinosissima similia, tenuia, plerumgue septena; receptacula-glan- 
duloso-hispida ; sepala inferne modo glandulosa, post anthesin reflexa, in 
apice paulo dilatata, styli villosi. Croatia (Schlosser) n. v. 

2. Beceptacula et receptacula fructifera ovoideo- ellipsoidea vel oblonga. 

II. II» interealaris D^segl., Döscript. d. quelqu. esp. nouv. du genre Bosa 

in Mem. Acad. de Maine et Loire XXVIII (1873), p. 104. Bami florentes 
setis rectiusculis vel paulo inclinatis inaequalibus obtecti. Foliola supra 
glabra, subtus in nervis pilosa, 11 — 13 mm. longa, 7 — 9 mm. lata, in- 
aequaliter (rarius glanduloso-) serrata, elliptica, acuta vel obtusiuscula. 
Petioli pilosi, glandulis validis obtecti. Beceptacula laevia. Sepala in 
dorso plus minus glandulosa, corollam longitudine aequantia vel iis lon- 
giora. Petala pallide rosea. Beceptacula fructifera sordide rubra vel 
aurantiaco -rubra, ovoidea. Habitat in Europa occidentali et media. 
Exemplaria original, in herbario c. d. Kerner ex Gallia. 

III. JS. SUavis Willd., Enum. pL hört. r. bot. Berol. Suppl. p. 37 (1813). 

Bami setis obtecti. Foliola parva elliptica, septena-novena, subtus solum 

Z. B. Ges. B. XXXV. Alh. 15 



114 



Heinrich Brauu. 



in Costa tenuiter pilosa. Beeeptacula ovoidea qlahra (in descriptione 
hispida) , sepala in margine glandulosa. Sepala petala longitudine 
aequantia vel ea superantia. Beeeptacula fructifera phoenieea (in des- 
criptione glandulis stipitatis hispidis), sepalis integris porrectis coronata. 
Habitat? Colitur! 

IV. It, diplacantJia Borbäs 1. c. p. 540 et 542 (1882) sub varietate Bosae 

glandulosae Bell. Gaulis aeuleis utrius generis parce armatus, foliola 
elongato-elliptica, remotiuscula, utrinque glahra; serratura in foliis supe- 
rioribus simplex; stipulae et earum auriculae angustae; pedunculi cum 
receptaculis glanduloso-setosi ; sepala in dorso glandulosa, corollam 
mediocrem longitudine aequantia, in apice paulo dilatata. Beeeptacula 
ovoidea. Habitat in monte Saleve (etiam in herb. Ä. Braunii teste 
Borbäs) n. v. 

b) Foliola dupUcato-glanduloso-serrata. 
1. Foliola subtus eglandulosa vel in nervis solum glandulosa. 

V. jK. gentilis Sternberg in Flora, 1826, I. Bd., Beilage p. 79. B. car- 

niolica Portenschlag inscr. Frutex 1 m. altus, vestigiis aculeorum delap- 
sorum verrucosus. Bami annotini breves, aeuleis setaceis rectis albidis 
praediti. Petioli et aeuleis mollibus minutis sparsis et glandulis pedi- 
cellatis intermixtis vestiti scabri; stipulae foliaceae, acute glanduloso- 
serrulatae. Foliola, plerumque novena, approximata, superne saturate 
viridia, subtus pdllidiora, ovata seu subrotundo-ovata, basi integerrima, 
ambitu duplicato-serrata serraturis glandulosis, ceterum utrinque glabra 
vel in (varietate e. etiam pilosa). Pedunculi foliis breviores, glanduloso- 
hispidi, solitarii; receptacula or)oideo-eUipsoidea, glanduloso-hispida. Se- 
pala integerrima, interne tomentosa, corolla longiora vel eam aequantia, 
externe glandulosa, pilosa. Petala saturate-rubra, unguibus luteis. Be- 
eeptacula fructifera oblongo-eUipsoidea, utrinque attenuata, rubra, glabra 
vel setoso-glandulosa. 
Variat: 

a) geniiina, Foliola subtus, costa excepta, eglandulosa. Beeeptacula ellip- 

soidea cum pedunculis glanduloso-setosa. Habitat in monte Majore et 
in montibus Croatiae litoralis! in monte Velebit! in Bosnia! 

b) levipes Borlbäs 1. c. p. 532 (1882), Beeeptacula cum pedunculis laevia; 
foliola subtus in nervis glandulosa vel eglandulosa; sepala in dorso laevia. 
Habitat in montibus Bitoraj, Visocica et in Silva Stirovdcsa, in monte 
Nanos Carnioliae! in monte Velebit! Santorina. 

c) adenonetira Borbäs 1. c. p. 526 et 534. Beeeptacula laevia vel glandu- 

loso-setosa, pedunculi glandulosi ; foliola subtus in nervis glandulosa. In 
monte Kiek ad Ogulin ad lacus Plitvicenses ! in monte Visocica! 

d) glohifera Borbäs 1. c. p. 526 et 534. Beeeptacula fructifera globosa in 
paucis etiam depresso-globosa, setis glandulosis saepe demum evanidis 



Beiträge zur Keuutniris einiger Arten und Formen der Gattung Roaa. 



115 



praedita. Hahitat in rupestribus montis Ostro ad Rimyäk prope Crnilug 
et in Silva Stirovacsa superioris catenue montium Velebit! 
e) trichophylla m. Foliola parva, supra pilis demum evanescentibus 
obtecta, subtus in nervis vel in junioribus tota lamina pubescentia, 
praeter costam eglandulosa. Petioli glandulis rubescentibus praediti, 
glabri vel parce pilosuli. Beceptacula laevia, aut ad basin aut tota 
superßcie hispido-glandulosa. Habitat in Istriae monte Slavnik! (Tom- 
masini). E. reversa Tommasini pp. non W. K. 
2. Foliola subtus tota lamina glandulosa. 

Tl. JR. Malyi A. Kerner in Oesterr. bot. Zeitschr. XIX, p. 325 (1869). Frutex 
30 cm. altus, statura Bosae pimpinellifoliae L. Trunci erecti, 3 — 6 mm. 
crassi, virides, aculeis numerosis armati. Äculei canescentes, recti, 
horizontaliter-patentes vel paulo inclinati, magnitudine variantes. Mami 
florigeri inermes vel setosi. Petioli glabri, virides, et glandulis stipitatis 
numerosis et in dorso acideolis rectis praediti. Stipulae basi angustae, 
acutae, glabrae in margine dense glandulosae. Foliola septena-novena 
in margine conniventia, parva 10 — 20 mm. longa, 6 — 16 mm. lata, rotun- 
dato-ovata, glanduloso-rnultiserrata. Lamina, foliolorum supra saturate 
viridis, opaca, glabra (vel in varietate o glanduloso-pilosula) , subtus tota 
glandulis viscosis obtecta, in costa hinc inde parce pilosula. Flores 
solitarii. Pedunculi demum arcuati, glandulis stipitatis dense vestiti 
(aut laeves, sublaeves). Beceptacula globoso-ovoidea, laevia vel (in eodem 
frutice) dense glanduloso - setosa. Sepala demum erecta, persistentia, 
extus dense glanduloso -setosa, vel glandulis stipitatis praedita, in 
margine integra tomentosa. Corolla saturate rubra ut in Bosa Äl- 
pina L. Discus cupuliformiter immersus. Styli dense vestiti. Becepta- 
cula fructifera obscure corallino-rubra, rotundato- ovoidea, superne in 
colle attenuata. 
Variat: 

a) genimia* Foliola supra glabra et eglandulosa, pedunculi dense glan- 
duloso-setosi. Sepala in dorso et glandulis stipitatis et setis praedita. 
Habitat in Dalmatiae montibus Prolog! Biokovo! Mosson! in monte 
Corno provinciae Neapolitanae inter Juniperos (200 — 2500 m. s. m.) ; 
in montis Szamar ad Brussani, in cacumine montis Visenura ad Medäk! 
Visocica ad Bivoselo. 

h) leiocalyx Borbäs 1. c. p. 586 (1880). Foliola ut in praecedente. Becep- 
tacula et sepala in dorso glaberrima ; pedunculi setoso-glandulosi. Habitat 
in monte Satorina! et in montium elatiorum apricis ad Brussa (in exem- 
plaribus Brussanis pedunculos etiam ternos congestos observavi). 

c) atrichopoda Borbäs 1. c. p. 536 (1880). Foliola eas varietatis aequales. 
Beceptacida cum pedunculis laevia. Habitat in monte Plieseoica et 
Korjenica! ac infra caeumen montis Bajnäc ad Krdsznö, in montibus 
Biokovo et Mosson! 

15* 



116 



Heinrich Braun. 



d) diplotricJia Borbäs 1. c. p. 536 (1880). FoUola supra, praecipue in 
nervis, glanduloso-pilosula, ceterum ut in varietate a). Habitat in monte 
Vlassich Bosniae. 

B) FoUola mediocria vel magna 20 — 35— 40 mm. longa, 12— 20 mm. lata, 
iis Rosae pimpinellifolia L. duplo triplove majora. 
a) FoUola subtus tota superficie glandulosa. 

YI. e. JR, Malyi var. megalophylla (Borbäs) 1. c. p. 526 et 536 (1880), 
sub forma Rosae Malyi. Syn. It. humilis Kitaib. Addit. p. 286, teste Borbäs. 
Kami florentes et acicuUs et setis dense obtecti. FoUola 25 — 40 mm. 
longa, 15—20 mm. lata. Serratura ei Rosae Malyi Ä. Kern, aequalis. Re- 
ceptacula fructifera ovoidea vel ovoideo-oblonga. Habitat in Dalmatiae, 
monte Malovan ! in monte Mrszin ad Vrelo et in rupibus montis Visocica 
ac ad lacus Plitvicenses. 

h) FoUola subtus, costa excepta, eglandulosa vel hinc inde in nervis 

secundariis parce glandulosa. 
1. Rami florentes aculeis sparsis armati, non verrucosi. 

VII. M, adjecta Desegl., Descript. de quelqu. esp. nouv. du genre Rosa 
in Mem. Acad. de Maine et Loire XXVIII (1873), p. 104. Rami florigeri setis 
paucis rectiusculis obtecti. Petioli glanduloso-pilosuli. FoUola supra 
glabra, subtus tota lamina vel in nervo mediano pilosula aut gldbra, 
mediocria vel parva eodem in ramo (18 — 26 mm. longa-, 12 — 16 mm. lata) 
simpUciter vel glanduloso -irregulariter serrata. Sepala post anthesin 
ereeta. Receptacula oblonga vel ellipsoidea, glanduloso-setosa. Pedunculi 
elongati, glanduloso-hispidi. Receptacula fructifera oblonga, pyriformia 
vel ovoidea, glanduloso-hispida, summa in colle contracta sordide rubra. 
Habitat in Europa media, occidentali et orientali. 

Variat: 

a) genuina, FoUola subtus in nervo mediano pilosula vel glabra, in mar- 
gine glanduloso-irregulariter serrata; receptacula oblonga vel pyriformia.. 
Habitat in Europa occidentali et media. Vidi Exemplaria originalia 
in herbario c. d. Ä. Kern er ex Helvetia Valesia: Cantine de Proz au 
mont St. Bernhard (Desegl.). 

h) semisimplex Borbäs 1. c. p. 527 et 531 sub forma Rosae Alpinae L. 
Petioli et foliola cum lamina subtus puberula, hinc inde etiam parce 
glandulosa. Foliola breviter petiolata vel subsessilia, elUptica vel sub- 
rotunda; infima plus minus duplicato-serrata; superiora simpUciter vel 
irregulariter eglayiduloso-serrata; receptacula ovoidea vel ovoideo-oblonga. 
Habitat in Europa orientali. Hungaria : ad Szepes- Olaszi et ad ühelnice 
prope Prencsfalu et ad St. Äntonium Schemnitzii! 

VIII. jR. tenuiflora Borbäs 1. c. p. 541 et 543 (1880) sub forma Rosae 
glandulosae Bell. Syn. R. reversa Schlosser in Herbario Haynald et 
Musei Palatini Vindob. non W. K. Aculei ramorum partim evanidi; 
ramuU setosi vel inermes; foliola elUptica vel elUptico-ovata, supra 



Beiträge zur Kenntuiss eiuiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



117 



ohscure viridia, subtus glaucescentia, in nervo mediano puherula, cum 
petiolo parce glandulosa et aculeata, saepe sicut stipulae rubescentia. 
PeduncuUsolitarii,stipuIosaequilongi, paulo-summo duplo longiores, parce 
glandulosi; flores parvi; coroJla 32— 35 mm. in diametr. lata, sepalis duplo 
longior. Beceptacula ovoidea, glabra, vel sicut sepala in margine solum 
to^nentosa, post anthesin reflexa; styli albo-lanati, in apiee summo nudi 
(Borbäs!). Habitat in Croatia. 
2. Bami florentes plus minus aculeati, setis plus minus dense inter- 
mixtis tecti vel superne verrucosi. 

o Beceptacula fructifera ovoidea vel ovoideo-oblonga vel pyriformia. 
A Foliola irregulariter vel subsimpliciter serrata, serratura rarius tota 
glandulosa. 

+ Beceptacula fructifera Semper corallino-rubra vel aurantiaco-rubra. 

IX. H, Simkovicsli Kmef in Oesterr. bot. Zeitschr. XXXIV, 1. p. 15 

et 18 (1884). Sjn. B. reversa Simkovics in Oesterr. bot. Zeitschr, XXXIII, 
p. 103 (1883) non W. K. Bami florentes et setis et aciculis numerosis 
rectis vel paulo inclinatis, subfalcatis muniti. Foliola septena-novena, 
elliptica, obtusa vel subacutis, supra glabra vel parce pilosa, subtus in 
nervis vel tota lamina (praecipue in iunioribus) pubescentia, in margine 
irregulariter rarius glanduloso-serrata, mediocria vel interdum parva. 
Petioli pilosi et glandulis validis et aculeolis rectis rubescentibus praediti. 
Pedunculi glandulis setosis obtecti. Beceptacula dense glanduloso-setosa, 
basi rotundata, apicem versus in collem conspicuam producta. Sepala 
in dorso glandulis sessilibus vel stipitatis plus minus dense obtecta. Petala 
rosea vel albicantia. Beceptacula fructifera aurantiaco- vel corallino- 
rubra, ovoidea vel ovoideo-oblonga. 
Variat: 

a) genuina* Habitat circa oppidum Schemnitz Hungariae (Kmef) solo 
trachytico. 

b) hrac1iycari>a m. Foliola parva vel mediocria subtus pilis albidis, 
longiusculis obtecta; receptacula fructifera breviter ovoidea, cetera ut 
in typo. Petala rosea. In eodem loco (Kinet^J. 

-h+ Beceptacula fructifera demum atro-rubra vel nigricantia. 

X. M. reviersa W. K., PI. rar. Hung. III, p. 293, t. 264 (1812). Frutex 

0'5 — l'5m. altus; rami plerumque recti, aculeis subulato-setaceis, fusco- 
rufis reversis deyisissime obsiti; rami floriferi laxi, rarissime hispidi et 
pustidis numerosis praediti. Stipulae lanceolatae glandulis purpureis 
cüiatae, ceterum glabrae. Petioli plerumque purpurascentes, setis pur- 
pureis glanduligeris obsiti, pilosuli. Foliola dilute viridia septena-novena, 
elliptica basi rotundata, vel imparia paulo angustata, subsessilia, obtusa 
vel acutiuscula, inaeqiialiter vel glanduloso-biserrata, cum dentibus se- 
cundariis hinc inde glandidis purpurascentibus praeditis; supra glabra, 
subtus primum in lamina, demum praecipue in nervis pubescentia (in 



118 



Heinrich Brauu. 



varietate b. etiam glabra); costa glandulosa vel setis glanduligeris obsita 
vel laevia. Pedunculi setis copiosis palUde purpurascerttibus in glan- 
dulam obscure purpureayii terminantibus adspersi, elongati. Beceptacula 
ovüidea vel ellipsoidea setis rigidiuscuUs, glanduliferis obtecta. Sepala 
omnia integra, in dorso et glandulis stipitatis vel sessilibus et setis prae- 
dita. Petala obcordata, concava sepdlis fere duplo longiora; pallidissime 
rosea vel albicans. Beceptacula fructifera ovoidea, atro-rubra vel nigri- 
cantia setis glanduUferis obtecta, demum nutantia, nitida. Variat fruc- 
tubus nigricantibus vel atro-rubris et petalis albis vel roseis. 
Variat: 

a) genuina* Foliola demum subtus in nervis pilosula. Habitat in Europa 

orientali, Hungaria, in locis saxosis montium Matrae (Kitaib.) ! in 
montibus trachyticis ad oppidum Schemnitz (Kmet) ! etc. 

b) laricetoruin uu Foliola utrinc[ue glaberrima; subtus in costa glan- 

dulosa. Habitat in Europa media in alpibus rhaeticis, in Tirolia 
australi et media (Kern er, Gelmi etc.). 

XI. Ii. Molikeasis Kmet' in Oesterr. bot. Zeitschr. XXXIV, p. 18 et 19 

(1884). Bami praecedenti aequales; rami florentes et setis et aciculis 
irregulariter dense obsiti, superne pustulis scabri, elongati. Petioli et 
glandulis stipitatis vel subsessilibus et pilis sparsis obtecti, inermes. 
Foliola subtus praecipue in nervis vel tota lamina pilosula, in mar- 
gine irregulariter argute glanduloso-serrata, magna vel mediocria, ob- 
long o- eil iptica, basin versus angustata, rarius rotundata. Pedunculi 
longituäine mediocres vel elongati, demum nutantes, dense glanduloso- 
hispidi. Beceptacula laevia vel subhispida, globosa vel globoso-ovoidea, 
ovoidea, apicem versus plerumque producta. Sepala in dorso dense 
hispido- glandulosa, petalis pallide roseis vel albicantibus dimidio bre- 
viora. Beceptacula fructifera breviter ovoidea, ovoidea, subglobosa vel 
globosa eodem in ramo, demum nigricantes. Habitat Hungariae in 
monte Holik et ad oppidum Schemnitz (Kmet) ! in Croatia (Schlosser) ! 
AA Foliola in margine argute glanduloso-biserrata. 

V./'. jR. gentilis var. Portenschlagii m. Frutex l—2m. altus, aciculis 
et setis rectiusculis vel paulo inclinatis praeditus. Foliola, plerumque 
novena, mediocria vel magna, utrinque glaherrima, subtus in costa vel 
in nervis hine inde s^JO/rse glandulosa. Pedunculi elongati glanduloso- 
hispidi. Beceptacula fructifera glanduloso-hispida vel laevia eodem 
in ramo. Petala rosea vel saturate rosea. Habitat in Istria! Tirolia 
australis! Cariniolica! etc. 

oo Beceptacula fructifera globosa vel ovoideo-globosa. 

XII. i^'ulfenii Tratt., Eos. monogr. II, p. 200 (1823). Bami aciculis 
setisque inaequalibus rectis vel paulo incli^iatis obtecti; rami florentes 
setis plus minus copiosis praediti. Foliola utrinque glaberrima, in mar- 
gine simplictter vel irregulariter glanduloso-serrata, mediocria, ad basin 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



119 



rotundata, ovato-elliptica. Sepala in dorso glandulis stipitatis fere mu- 
ricata, coroJla longiora (vel in varietate b. vis hreviora). Petala albicantia. 
Variat: 

a) genuina, BeceptacuJa laevia, rami floriferi sefis ohtecti, pedunculi 
densissime glandulis setom- stipitatis öbsiti. Sepala extus glanduJosa, 
coralla longiora vel aequantia. Habitat in alpe Frax Carnioliae! in 
Carniolia (Host). 

h) dolosa Wendl. apud Wallr. Hist. p. 128 (1828). BeceptacuJa plus minus 
setosa, rami floriferi setis et aciculis basi Pustulosis densissime praediti, 
sepala extus glandulis setosis obsita, coroUa breviora vel aequantia, 
flores solitarii vel bini, foliola simpliciter-serrata, petioli aculeolis ßaves- 
centibus armati et glandulis sparsis obtecti. Colebatur olim in horto 
Acad. Vindob. Habitat in Croatia (Schlosser), 
XI. It, ITolikensis Kmet.' Bami superne plerumqve verrucoso-pustulosi 
vel aciculis praediti. Foliola subtus in nervis vel tota lamina (praecipue 
in junioribus) pubescentia, in margine irregidariter argute glanduloso- 
serrata, oblongo-elliptica, basin versus angustata vel cuneota. Beceptacula 
laevia vel subhispida, globosa, globoso-ovoidea, ovoidea eodem in ramo. 
Sepala in dorso dense Jiispido-glandulosa petalis dimidio breviora. 

Rosa glalbrata Vest. 

Bosa glabrata Vest wurde zuerst von Trattinnick in seiner „Rosacearum 
monographia" p. 220 (1823) beschrieben, und zwar nach Exemplaren, welche 
Trattinnick von Vest aus der Gegend von Frohnleiten in Obersteiermark 
erhielt. Trattinnick beschreibt die Scheinfrüchte dieser Art als gross, kugelig, 
einzeln oder gezweit, an den Zweigen „fast drüsenborstig", sowie die sehr kurzen 
Blüthenstiele, welche in den Deckblättern verborgen sind, die Blättchen als 
rundlich- elliptisch, doppelt gesägt, beiderseits kahl, am Rande drüsig, die Be- 
stach elung als zerstreut oder manchmal gezweit, die Kelchzipfel als an der 
Frucht bleibend, am Rücken drüsenborstig, die Blattstiele als zum Theile stiel- 
drüsig; ferner vergleicht er diese Rose der Tracht nach in erster Linie mit 
Bosa Cretica Vest, das heisst mit Bosa resinosa Sternberg und bemerkt, dass 
sie mit dieser an gleichen Localitäten wachse, ferner gibt er dann im Wider- 
spruche mit der ersten Andeutung au, das sie sich, abgesehen durch die kahlen 
(ausgenommen am Rande), drüsenlosen Blättchen und die elliptischen Schein- 
früchte von B. Cretica, das heisst Bosa resinosa Sternberg unterscheide, ein 
Beweis, dass auch die Rose mit elliptischen Scheinfrüchten vorkommt. Nach 
genauem Studium obiger Angaben und Vergleiche von Exemplaren, welche der 
Umgegend von Frohnleiten entstammen, geht zweifellos hervor, dass man es 
hier mit einer Rose zu thun hat, welche in der ganzen Alpenkette eine grosse 
Verbreitung besitzt und bislang in unseren Ostalpen theils als B. m.ontana 
Chaix, theils als Bosa Alpestris Rapin und Bosa fugax (Grenier) angesprochen 



120 



Heinrich Braun. 



wurde. Behufs einer weiteren Auseinandersetzung gegenüber der Rosa montana 
Chaix und B. Älpestris Rapin will ich hier eine genaue Beschreibung der 
Bosa glabrata Vest liefern. 

Frutex elatus, l—2m. altus. Banii brunneo-purpurascentes, coeruleo 
pruinosi, aculeis robustis et inclinatis basi dilatatis armati. Bamuli aculeis 
tenuioribus rectiusculis praediti. Stipulae laneeolatae, cum auriculis diver- 
gentibus, in margine glandulis ciliatae, ceterum glabrae nec glandulosae. Pe- 
tioli glandulis paucis aculeolisque rarissimis vestiti, plerumque inermes. 
Foliola quina vel septena, ovato-elliptica vel rotundata, medioeria 
utrinque glabra, supra viridia vel sordide virentia, subtus glauces- 
centia, rarius in nervis secundariis et marginem versus (pracipue 
in infimis) glandulis paucis, demum evanescentibus instructa; in 
margine irregulariter vel plerumque perfecte glanduloso-biser- 
rata, serratura vix incisa. Bracteae foliaceae, dilatatae, rubescentes, pedun- 
culos longitudine super antes. Pedunculi solitarii vel bini-terni, circiter 
8mm. longi, setulis glandulosis obtecti. Beceptacula fructifera 
magna vel medioeria, globosa vel ovoidea eodem in ramo, basi vel 
tota super ficie setulis glandulosis instructa. Sepala duo in- 
tegra, tria pinnatißda, in dorso glandulis sessilibus vel breviter sti- 
pitatis dense vestita, post anthesin patentia, demum erecta et 
fructum immaturum coronantia, serius decidua. Styli capitulum 
dense villosum formantes, discum planiusculum subobtegentes. 

Dimensiones: Foliola 25 mm. longa, 15 mm. lata, pedunculi circiter 
6 — 8 mm. longi. Beceptacula fructifera in varietate a) 14 — 18 mm. longa, 
13 — 16 mm. lata, globosa vel breviter ovoideo-globosa, in varietate b) 25 mm. 
longa, 15 mm. lata, sepala 15 mm. longa. 

Variat: 

a) genyLina, Beceptacula fructifera globosa vel subglobosa 
ovoidea, magna vel medioeria. Habitat in monte Buchberg ad Frohnleiten 
Styriae superioris cum Bosa resinosa Sternb. (Vest!) ad Frohnleiten (Pittoni)! 
Thalhof ad pagum Prein Äustriae inferioris (Ostermeyer)! 

b) Breynina mihi. Beceptacula fructifera sat magna, ovoidea 
vel oblonga, setis glanduliferis dense obtecta vel laevia. B. montana Christ, 
Deseglise, Burnat, Gremli et Auctorum plur. non Chaix. In Alpibus 
occidentalibus, centralibus et orientalibus hinc inde, in Äustria inferiore: Krumm- 
bachgraben Älpium Schneeberg, Griesleiten Alpium „Bax^, in valle fluminis 
„Schwarza'' ad Kaiserbrunn. (Haläcsy). 

Ich glaube, dass es hier am Platze ist, eine Art näher zu erläutern, 
welche bisher von den westeuropäischen Botanikern und Sammlern, sowie ins- 
besonders von Christ und seinen Abschreibern ganz verfehlt aufgefasst und 
ohne Studium der Originaldiagnose kurzweg mit dem Namen „B. montana 
Chaix" bezeichnet wurde. Es ist dies die Varietät Breynina m. der B. gla- 
brata Vest. Dass Bosa montana Chaix in Villars, Flore du Dauphin^ III, 



Beiträp:e zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



121 



p. 547 (1789) gar keine Aehnlichkeit mit der Pflanze, welche man gewöhnlich 
unter diesem Namen eingesandt erhält, besitzt, lehrt ein Blick in die Villars'sche 
Diagnose. Gleiches erwähnt Crepin im Bullet, de la socie'te roy. bot. de Bel- 
gique XXI (1882), p. 71. Cr dp in 1. c. wirft die Frage auf, ob die Mosa montana 
Chaix als selbstständige Form oder als Sammelname einer Fteihe von mehr 
weniger differirenden Formen aufzufassen sei. Er erwähnt weiterhin, dass die 
Antwort auf diese Frage wohl mit bedeutenden Schwierigkeiten verknüpft sei. 
Nach der Beschreibung in Villars 1. c. p. 547 et 548 stellt die Mosa montana 
Chaix einen sehr kleinen, höchstens Y2 — 1 m. hohen Strauch vor, die Stacheln 
sind wenig zahlreich, sehr zart, die Blättchen klein, zu fünf bis sieben, ähnlich 
denen der B. pimpinellifolia L. rund, unterseits etwas behaart oder kahl, der 
Blüthenstiel und das kleine Eeceptakel borstig, die Blumenblätter gewöhnlich 
weiss, klein, übrigens wurden auch von Chaix bei Chaudun Exemplare mit 
rother Blüthe entdeckt. Der klassische Standort ist die Umgebung von Gap. 
Nach vorstehender Description wird wohl Jedermann sofort klar, dass die Rose, 
welche den Vi 11 ars 'sehen Text illustriren soll, wohl in kolossaler Weise von 
denjenigen Formen, welche man meist von verschiedenen Autoren und Sammlern 
mit dem Namen „Bosa montana Chaix ex Villars" bezeichnet findet, abweicht. 
Crepin bekam aus der Umgebung von Gap Exemplare, welche in Folge der 
Kleinheit der Receptakeln mit der Originaldiagnose sehr gut übereinstimmten. 
Diese echte und allein authentische Bosa montana Chaix scheint den Westalpen 
anzugehören und über die Dauphine und die angrenzenden Theile Savoyens 
nicht weiter nach Osten und Nordosten vorzudringen. In den Central- und 
Ostalpen wurde diese Pflanze bisher noch nicht beobachtet. Cre'pin hebt 1. c. 
p. 72 weiterhin hervor, dass die verschiedenen Exemplare der Bosa montana 
Aut. non Chaix, welche ihm zur Einsicht vorlagen, nicht unbedeutend von ein- 
ander diff'erirten, dass er einzelne Drüsen an den Blattunterseiten bemerkte, bei 
mehreren Exemplaren waren diese Drüsen häufig, bei anderen seltener, auch 
Drüsenborsten waren den derberen Stacheln untermischt. Auch mir lagen eine 
Reihe solcher Formen aus den West- und Centralalpen vor, welche zwischen 
der Bosa montana Chaix und B. Älpestris Rapin die Mitte halten und fast als 
Bastarde der B. penduUna L. (non Ait.) und einer Rose aus der Gruppe der 
Montanen angesprochen werden könnten. Ich will hier die Unterschiede der 
Bosa glabrata Vest und der var. Breynina gegenüber diesen Formen ausein- 
andersetzen. Was zunächst die var. genuina betrifft, kommt hier nur B. glauca 
f. fugax Grenier, welche sich aber sofort durch die am Rücken drüsenlosen 
Kelchzipfel, die völlig drüsenlose Unterseite auch der untersten ßlättchen, die 
grösseren, weniger runden, mehr länglicheren Blätter unterscheidet, in Betracht. 
Sehr ähnlich muss dieser Pflanze die Bosa glaucescens Wulfen sein, da ich aber 
keine authentischen Exemplare sah und Wulfen die ungetheilten Kelchzipfel 
hervorhebt, so wäre letzteres Merkmal allein schon ein gegenüber der Bosa 
glabrata Vest durchgreifendes. Die Varietät h Breynina mihi hingegen hat mit 
sehr vielen Rosen aus der Gruppe der Montanen Verwandtschaft. Die Form mit 
mehr eiförmigen Früchten ist zunächst der Älpestris ^^^'m m Reuter, Cat. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Ath. 16 



122 



Heinrich Braun. 



Geiieve'p. 68 (18(51), stehend, letztere unterscheidet sich aber durch viel spitzere 
und an den Secundärnerven mit häufigeren Drüsen durchsetzte Blattunterseite 
von JR. glabrata var. Breynina m. Auch treten die Nerven an der Blattunter- 
seite von M. Älpestris viel schärfer hervor, ferner ist auch die Serratur bei 
Bosa Älpestris zusammengesetzt doppelt, viel tiefer eingeschnitten, und die 
Primärzähne tragen ein bis drei Secundärzähnchen ; Cröpin 1, c. p. 75 et 76 hebt 
anlässlich der Besprechung der Formen der B. Älpestris Rapin hervor, dass 
letzterwähnte Rose eine kleine Gruppe von Formen, welche in der Section der 
Coronaten die B. glauca Vill. mit B. montana Chaix vorstellt, verbindet, und 
dass der Name Bosa Älpestris Rapin daher als Sammelname aufzufassen sei, 
eine Ansicht, welche ich nicht im Entferntesten theile. Von anderen Rosen 
aus der Gruppe der Bosa montana Chaix hat mit der kurz eiförmigen Form 
der B. glabrata var. Breynina m. die B. Laggeri Puget noch einige Verwandt- 
schaft, allein auch diese unterscheidet sich leicht durch behaarte, nicht wollige 
Griffel, wenig gebogene oder fast gerade Stacheln, spitzere, länglichere Blätter 
von obiger Form. Die Formen endlich der var. Breynina mit länglichen 
grossen Scheinfrüchten stehen zunächst der B. Perrieri Songeon in Verlot., 
Cat. descript., ex Desegl., €a,t. rais. Nr. 131 (1876) und Bosa Salaevensis Rapin 
in Bullet, de la sociöte Haller. p. 178 (1856), von ersterer durch bestachelte 
Blüthenzweige, rundere und weniger scharf doppelt gesägte Blättchen, das Auf- 
treten von Drüsen an der Blattunterseite vieler Blättchen, breitere, etwas kürzere 
Scheinfrüchte, von letzterer aber durch drüsige Serratur, runderen, nicht oval- 
elliptisch bis oblongen, spitzen Blattzuschnitt, gekrümmte Stacheln leicht zu 
unterscheiden. Die Varietät Breynina stimmt aufs Beste mit jenen Formen 
überein, die man unter dem Namen „B. montana Chtiix" häufig von den West- 
alpen bekommt. Da sie die echte B. montana Chaix in Villars 1. c, wie 
oben gezeigt wurde, unter keiner Bedingung illustriren, ebensowenig mit einer 
andern, später creirten Form in Einklang gebracht werden kann, da alle Zwischen - 
formen mit Bosa glabrata Vest mir vorlagen, und zwar von der eikugeligen Form 
der Scheinfrucht bis zur länglich flaschenförmigen ; da ferner die Form der 
Blättchen, Bestachelung etc. genau mit B. glabrata Vest übereinstimmt, fand 
ich mich bewogen, diese Pflanze als Varietät der Bosa glabrata Vest anzureihen. 



Rosa frondosa Steven 

in Sprengel, System. II, p. 554. Steven beschreibt diese Form 1. c. mit: 
y82. Bosa germinibus oblongis, pedunculisque solitariis, glaberrimis, laciniis 
calycis elongatis, omnibus pinnatis, ramis inermibus, laevibus, stipulis mem- 
hranaceis, foliolis ovatis, simpliciter serratis, utrinque glaberrimis." Im General- 
herbare zu Berlin befindet sich ein Exemplar der B. frondosa Steven mit der 
Etiquette von Besser: „B. frondosa SteYen in Podolia austr.*, nach welchem, 
wie schon Crepin im Bullet, de la societe royale bot. de Belgique XVIII, p. 235 
(1879) erwähnt, Sprengel 1825 oberwähnte Diagnose verfasste. Dieses authen- 



Beiträge zur Keuatniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



123 



tische Exemplar, welches ich einem genauen Studium unterzog, trägt auch 
einen Zettel mit Crepin's Handschrift: „Caninae sect. hiserratae" , welcher 
Gruppe aber beiliegendes Exemplar auf keinen Fall beizuzählen ist, es gehört 
vielmehr der Section „ Transit oriae" Crepin an. Es erscheint unbegreiflich, wie 
Cre'pin diese Pflanze in die Gruppe der Biserraten einreihen konnte, da nur 
die inneren Blättchen unregelmässig gesägt erscheinen, während die oberen und 
äusseren Blättchen einfach gesägt sind, höchstens ist bei letzteren hie und da 
ein Sägezahn gespalten, aber die Serratur ist ohne drüsentragende Secundär- 
Sägezähne. Das (Blüthen-) Exemplar iiat unbestachelte Aeste und Zweige, auch 
die Petiolen sind grösstentheils unbestachelt. Die Blättchen sind mittelgross 
und nicht klein, wie Crepin 1. c. p. 235 behauptet, es müsste andersfalls ein 
Blättchen, welches eine Länge von 25 — 30 mm. aufweist, den Anspruch haben, 
„klein". geheissen zu werden. Die Blättchen sind auch nicht, wie Crdpin 1. c. 
anführt, breit-oval, sondern eilänglich und verschmälert in den Blattstiel ver- 
laufend, die Receptakel länglich -ellipsoidisch , die Griflfel leicht behaart, die 
ganze Pflanze sonst kahl. Das Exemplar, welches von Steven in der Krim 1833 
gesammelt wurde und im Petersburger Herbare von einer Besser 's Handschrift 
tragenden Etiquette „B. frondosa Steven" begleitet ist, illustrirt eine von der 
1825 beschriebenen B. frondosa Steven total verschiedene Pflanze,, kommt hier 
übrigens gar nicht in Betracht, da ja die von Sprengel zuerst beschriebene 
Bosa frondosa Steven eine achtjährige Priorität aufweist. Genau mit dem 
Originalexemplare stimmt eine Rose, welche Haläcsy an Hecken hinter der 
alten Kaserne zu Mauer in Niederösterreich sammelte, überein. Aehnliche Formen 
kommen übrigens im Wiener Becken und am Rande desselben zahlreich vor 
und wurden bislang mit Unrecht als Formen zu Bosa spuria Puget gezogen, 
mit grösserer Berechtigung sind sie dem Formenkreise der Bosa frondosa Steven 
anzureihen. 

Kosa glaiicescens Besser. 

{B. PodoUca Trattinnick.) 

Besser beschreibt seine B. glaucescens in Enum. pl. Volh. Podol. etc. 
p. 19 (1822) mit: „Calycis tubo glohoso, loedunculis foliolisque ellipticis, acutius- 
culis, biserratis, glabris, petiolis cauleque aculeatis, aculeis compressis, recur- 
vatis^, und fügt dann weiterhin die Bemerkung „Styli villosi" hinzu. Die mir 
vorliegenden Originalexemplare aus dem Berliner Generalherbare stimmen aufs 
Trefflichste mit vorstehender Diagnose überein. Ergänzend will ich hier be- 
merken, dass die Sägezähne zusammenneigend in den Blattrand eingeschnitten, 
die Blattstiele im unteren Theile etwas befläumt, nach oben zu kahl, die frucht- 
tragenden Zweige wenig bestachelt, manchmal fast wehrlos sind, der Discus ist 
fast flach, die Kelchzipfel sind mit wenig drüsigen oder fast drüsenlosen Fieder- 
chen besetzt, innen filzig, aussen kahl, die Scheinfrüchte kugelig oder eikugelig, 
im letzteren Falle nach dem oberen Ende etwas verschmälert, die Blättchen 
und Stipulen röthlich überflogen, die Unterseite der Blättchen seegrün, die Aeste 

16* 



124 



Heinrich Braun. 



röthlichbraun, öfter mit einem Reif bedeckt, so wie die Pedunkeln. Die Kelch- 
zipfel sind nach der Blüthe zurückgeschlagen, fallen vor der Colorisation der 
Scheinfrucht ab, die Bracteen sind breit, die Pedunkeln überragend. Masse: Blätt- 
chen 24 mm. lang, 14 mm. breit, Nebenblätter 26 mm. lang, 6 mm. breit, Pe- 
dunkeln 7 mm. breit, Scheinfrucht 14 mm. lang, 13—14 mm. breit, Sepalen circa 
15 mm. lang. Aus Vorstehendem ist ersichtlich, dass die B. glaucescens Besser 
in die Nähe von Rosa hiserrata Mdrat, Rosa spJiaeroidea Ripart und R. eriostyla 
Ripart einzureihen ist, jedoch unterscheidet sie sich von allen diesen Formen 
durch den eigenthümlichen seegrünen Ton der Blattunterseite, die röthlich über- 
laufenen Stipulen und Blättchen, die von bläulichem Reife überhauchten Pe- 
dunkeln und Zweige, welcher dieser Pflanze eine gewisse Aehnlichkeit mit den 
Rosen aus der Gruppe der Rosa glauca Vill. verleiht. Da der Name Rosa glau- 
cescens schon viel früher (1805) von Wulfen einer anderen Rose beigelegt 
worden, benannte Tratt innick in seiner Rosacearum monographia II, p. 71 
diese Pflanze „Rosa Podolica" (1823). Die Verbreitung dieser eben besprochenen 
Form ist eine sehr grosse und erstreckt sich von Podolien durch die Karpathen- 
thäler bis in das mittelungarische Erzgebirge; ich erhielt zahlreiche Exemplare 
dieser Form, welche genau mit dem Originalexemplare übereinstimmen, unter dem 
Namen „Rosa montivaga De'segl.", welche Kmef in der Gegend von Schemnitz 
gesammelt. Auch aus den Karpathen liegen mir einige Exemplare dieser 
Pflanze vor. 

Eosa dumalis var. fraxinoides mihi. 

Frutex erectus, elatus. Rami steriles suhinermes vel hinc inde, sed 
sparse, aculeati; rami floriferi tenues, flexuosi, inermes et in inferiore 
parte sparse foliosi vel nudiusculi, cortice hrunneo-virente. Stipulae 
lanceolatae, auriculis diver gentihus, in margine glanduloso-ciliatae, utrinque 
gldbrae. Petioli eodem in ramo inermes vel aculeolis parvis flavescentibus 
armati, glahri, parce glandulosi. Foliola quina vel septena, ovato- 
lanceolata vel lanceolata, utrinque glahra, suhtus pallidiora, in mar- 
gine glanduloso-biserrata. Serratura acuta. Bracteae, ut stipulae, saepe 
rubescentes et foliaceae peduncuUs breviores. Pedunculi 10mm. longi, 
glabri et laeves. Receptacula elUpsoideo-ovoidea. Sepala duo integra, tria 
pinnatifida, pinnulae hinc inde glandulis sparsis, stipitatis obtectae, post 
anthesin reflexa, cito decidua. Petala pallide rosea, mediocria. Styli 
dense pilosi; discus planiusculus. Receptacula fructifera ovoideo- 
oblonga vel oblong a, apicem versus paulo angustata, sordide rubra. 

Dimensiones: Stipulae 15 mm. longae, 5—7mm.latae, foliola 24 — [26] — 
30 mm. longa, 11— [12] —16 mm. lata. Bracteae circiter 9 mm. longae, 3 — 5 mm. 
latae. Pedunculi 10 — 11 mm. longi. Sepala 12 mm. longa. Receptacula fructifera 
15 mm. longa, 8 mm. lata. 

Habitat in loco y,Poppitzer Schlucht^ ad oppidum Znaim Moraviae 
(Oborny). 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



125 



Eine auffallende Form mit schlanken, an den unteren Theilen wenig be- 
blätterten oder nackten Zweigen und dadurch bedingtem lockeren Wachsthume. 
Blätter lanzettlich mit deutlich drüsig gesägtem Rande. Blattstiele sehr arm- 
drüsig, Scheinfrüchte mittelgross, oblong. Von Rosa dumalis Bechstein typica 
durch die Form der Biättchen, die fast wehrlosen Aeste, den lockeren Habitus, 
die oblongen Scheinfrüchte sehr gut zu unterscheiden, von Bosa lanceolata Opiz, 
welcher sehr im Habitus der var. fraxinoicles ähnelt, durch die kahlen Blatt- 
stiele und Mittelrippen der Unterseite der Blättchen, die durchaus doppelte, 
drüsige Serratur, kleinere Fetalen leicht zu unterscheiden. Ttosa innocua Eipart 
hat rundere, eiförmig-elliptische Blättchen und eiförmige Scheinfrüchte, mit den 
anderen bislang bekannten Formen der Gruppe B. dumalis Bechstein hat eben 
besprochene Pflanze gar keine Aehnlichkeit. 

Bosa myrtilloides (Trattinnick). 

Rosa myrtilloides wurde von Trattinnick als Varietät der Rosa canina 
in seiner Rosacearum monographia II, p. 20 (1823) beschrieben. Die Diagnose 
lautet: ..Distinguitur caule humili, procumhenfe, diffuso, stipulis glanduloso- 
ciliatis, foliolis exiguis, vix semipollicaribus, lanceolatis et elliptico öbtusis, 
utrinque glaberrimis, subtus glaucescentibiis, dliis simpliciter, aliis duplicato- 
serratis, serraturis subglandulosis ; pedunculis brevissimis subpubescentibus apice 
incrassatis urceolisque glabris, ovatis, fusco-purpurascentibus" ; weiter wird hin- 
zugefügt: „Hab. Labaci (in Carniolia). Vidi siccam in Musaeo caes. reg. Vindob. 
a. b. Wulfenio lectam et consevatam sub nomine R. glabrae myrtilloidis." Dies 
Originalexemplar, welches aus zwei Zweigen besteht, von welchen eines völlig 
einfach, das andere drüsig doppelt gesägt ist, habe ich besichtigt. Vor Allem 
ist zu constatiren, dass die Form und Gestalt der Blättchen, sowie ihre Grösse 
ganz gleich erscheint, nur die Serratur weicht, wie schon erwähnt, ab; ich will 
kurze, ergänzende Bemerkungen Obgesagtem beifügen und die Diagnose ergänzen. 
Cortex ruber vel virens ; rami aculeati, aculeis falcatis vel inclinatis. Stipulae 
lanceolatae, cum auriculis divergentibus in margine glanduloso-eiliatae ceterum 
utrinque glaberrimae, saepe rubescentes. Petioli glabri vel glandulis 
sparsis hinc inde praediti, aculeati. Foliola quina vel septena, supra 
nitida subtus opaca, palliodora, parva (12 — 17 mm. longa, 8 — 12mm. lata), 
ovato-elliptica, acuta, ad basin rotundata, supra subtusque glabra, 
margine simpliciter vel irregulariter acute serrata. Pedunculi 
8 — 10 mm. longi. Sepala post anthesin reflexa, duo integra, tria pinna- 
tifida, in margine tomentosa, in dorso glabra, cum pinnulis fere eglan- 
dulosis. Receptacula ellipsoidea. Styli hirsuti. Discus subconicus. 
Receptacula fructifera ovoideo-ellipsoidea. 

Dimensiones: Stipulae 15mm. longae, 5 — 6 mm. latae. Foliola 12 — 17 mm. 
longa, 8 — 12 mm. lata. Pedunculi 5—7 mm. longi. Receptacula 7—9 mm. longa , 
5 — 6 mm. lata. Sepala 12 mm. longa. 



126 Heinrich Braun. 

Foliola foliolorum Myrtilli magnitudine et forma similia. Corolla ob- 
cordata dilute incarnato-ruhescentis. 

Die Originaletiquette Wulfen 's trägt noch die Angabe: „Hahitat ad 
Labaeum, S. Juni 1762, in colUbus silvaticis Praedio in radice turritis/' Von 
den microphyllen Caninen und insbesonders von Rosa firmula Christ (Original- 
exemplare in meinem Herbare) unterscheidet sich eben besprochene Rose durch 
zugerundete Blattbasis, starke, zahlreiche und mehr geneigte Stacheln, weniger 
tief eingeschnittene Serratur, von Rosa mucronulata Des^gl. durch behaarte 
Griffel, weniger spitze Serratur, von Rosa senticosa Acharius durch nicht ver- 
kürzte Zweige und in Büschel vereinigte Blattstiele, weniger kräftige Stacheln, 
unregelmässige Serratur, etwas konischen Discus, gleichwohl dieser letzteren 
Rose sehr ähnlich. Mit Rosa squarrosa Rau und Rosa decalvata Crepin 
(Originalexemplar im Herbare Kern er), wohin sie von Keller in den Nach- 
trägen von Haläcsy und Braun p. 278 und p. 292 gestellt wurde, sowie mit 
Rosa adscita Desegl. (ibid. p. 307) hat Rosa myrtilloides (Tratt.) gar keine 
Aehnlichkeit, Rosa myrtilloides Tratt. scheint eine weite Verbreitung zu be- 
sitzen; ich sah Exemplare von Laibach (Wulfen)! Ebenbergalpe bei Zell am 
See (Aust)! Krems (J. Kerner), Znaim, Kühberg- Aufgang (Oborny)! 

Sehr verwandt und in Gestalt der Blättchen und der Serratur völlig mit 
Rosa myrtilloides Tratt. übereinstimmend ist eine Form, welche im Höllenthale, 
beim Kaiserbrunnen nächst Reichenau in Niederösterreich von Haläcsy ge- 
sammelt wurde und welche ich Rosa sphaerica Grenier var. vacciniifoUa benenne. 
Frutex humilis 5—1 m. altus, rami cortice dilute brunneo, aculeis parvis 
sparsis praediti. Rami floriferi stricti. Petioli glahri hinc in de glan- 
dulis stipitatis obtecti aculeolati vel inermes. Foliola parva 13— 15mm. 
longa, 9— 11 mm. lata; supra obscure viridia subtus glaucescentia, in 
mar g ine irregulariter s er rata. Serratur a rarius glandulis intermixta. 
Receptacula fructifera globosa 11— 12mm. longa et lata. Styli hir- 
suti. Discus parum conicus. 

Rosa Leucadia m. 

Frutex erectus, ramis flexuosis, fuscescentibus, parce aculeatis. Aculei 
e basi latiore adunci, flavescenti-cinerei. Rami florigeri breves, aculeis 
brevibus robustis et saepe aculeolis setaceis armati. Stipulae lan- 
ceolatae, cum auriculis diver gentibus, extus glabrae, intus tota superficie crebre 
glandulosae, in margine glandulis stipitatis ciliatae. Petioli dense pubes- 
centes, et glandulis stipitatis intermixtis et aculeolis paucis flavescentibus 
obtecti. Foliola plerumque quina, rotundato - elliptica vel elliptico-obovata 
basin versus rotundata vel subcuneata, in apice obtusiuscula, rarius subacuta, 
sordide viridia, supra adpresse et parce pilosula, hinc et inde 
etiam glandulis rufescentibus plus minus crebre praedita, subtus 
tota superficie adpresse pubescentia, in margine saepe etiam 



Beiträge z\u- Kenntnis? einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



127 



in nervis ac in lamina glandulis sparsis sessilihusque ohtecta, 
duplo-triplo glanduloso serrata. Serratura aperta. Bracteae extus 
glandulosae, intus laeves in margine glandulis stipitatis ciliatae, foliaceae, 
pedmiculos longitudine superantes vel eos aeqtiantes. Pedunculi partim 
glandulis hrevibus ohtecti, partim (sed rarius) eglandulosi, elongati. 
Beceptacula ovoideo-ellipsoidea, glahra, laevia. Sepala receptaculis 
longiora, post anthesin patentia, duo integra, tria pinnatifida, in margine 
tomentosa, cum pinnulis glandidis tenuihus crebre ciliatis, in dorso glan- 
dulis sessilihus ohtecta. Petala parva, pallide rosea. Styli pilis albidis 
longiusciilus ohtecti, discum subconicum longitudine paulo superantes. 
Beceptacula fructifera? 

Bimensiones: Bami florigeri circiter SO— 50 mm. longi. Foliola 20 mm. 
longa, circiter Ii mm. lata. Bracteae 22 mm. longae, 4— 5 mm. latae. Pedun- 
culi 12 mm. longi. Sepala 12—16 mm. longa. Petala circiter 10 mm. longa. 

Hahitat in insula Leucadia (Sta. Maura) ad sepes prope pagum 
Amaxichi leg. G. C. Spr eitzenhofer Maj. 1878. 

Eine die Gruppen der Tomentellen und Micranthen verbindende Art; 
zunächst steht dieselbe wohl der Rotte der Bosa caryophyllacea Besser, mit 
dieser hat sie die doppelte Bestachelung, die suprafoliaren Drüsen gemein, weicht 
aber durch die Form der Blättchen, die derbere Bestachelung, die kurzen Blüthen- 
zweige, die sparsam drüsige Blattober- und Unterseite, sowie eine viel feiner 
drüsige Serratur, insbesonders aber durch eine in Folge der kurzen Blütheuäste 
und dichteren Beblätterung bedingte ganz andere Tracht von B. caryophyllacea 
Besser bedeutend ab. Von B. Friedlaenderiana Besser unterscheidet sich obige 
Rose durch die nicht kugeligen Receptakeln, die oberseits drüsigen und kleinen 
bis mittelgrossen Blätter, die doppelte Bestachelung der kurzen Blütheuzweige etc.; 
eben durch dieselben Merkmale von B. Bieber st einiani Tratt., B. saxatilis 
Steven, B. Armidae Webb. et Berth., B. arguta Pursh, von B. arguta und 
B. Biebersteiniana überdies durch stärker behaarte Griifel, von B. Armidae durch 
doppelte Bestachelung, von B. saxatilis Steven durch etwas kegeligen Discus 
und völlig glatte Receptakel, von den Rosen aus der Gruppe der B. KlucMi 
Christ (non Besser) {B. tomentella var. super glandulosa Borbäs) durch starke 
Behaarung der Blattunterseite, drüsige Rücken der Kelchzipfel, dicht behaarte 
Griffel, und von der Subvarietät setipedes Borbäs dieser Art durch die stark 
behaarte Blattunterseite, ziemlich lange Blüthenstiele und doppelte Bestachelung, 
von B. Pseudo-tomentella mihi mscr. {B. tomentelloides H. Br. olim) durch 
stärker behaarte Griffel und Blätter, kurze Blütheuzweige, zweifache Bestachelung, 
kräftigere Stacheln, grössere eiförmig elliptische Receptakeln, dicht behaarte 
Blattstiele etc. Von den Rosen aus der Rotte der Bosa subdola Ddse'gi. unter- 
scheidet sich die besprochene Rose durch kleinere Blüthen, kugeligen Discus, 
kurze Blüthenzweige, geringere Drüsigkeit der Blattuuterseite, stärker behaarte 
Griffel, von B. Zalana Wiesbaur schon durch die Form und grössere Drüsigkeit 
der Blätter, die sehr dicht behaarten Blattstiele, die zarten Drüsenborsten der 
Blüthenstiele, kleinere Blüthen, geringere Anzahl der Drüsen au den Rücken 



128 



Heinrich Brann. 



der Kelchzipfel weit verschieden. Von Bosa haematodes ßoissier durch ober- 
seits behaarte und theilweise drüsige Blättchen, doppelte Bestachelung und 
anderen Zuschnitt der Blättchen, von B. Gussonii und B. Cypria Gdgr. 
(Nr. 2847 und 2849) durch viel stärker behaarte Blättchen, von ersterer überdies 
durch die stark behaarte Blattunterseite, von letzterer durch bestachelte kurze 
Blüthenzweige, nicht oblonge ßeceptakeln. Bosa albiflora Opiz entfällt hier 
sofort wegen der einfachen Bestachelung, der starken Drüsigkeit der Blatt- 
unterseite, des anderen Zuschnittes der Blättchen etc. Ebenso entfallen hier 
die Gruppen der Scabraten und Micranthen, und zwar erstere sofort in Folge 
ihrer verhältnissmässig kahlen Blättchen, letztere aber in Folge der starken Drüsig- 
keit der Blattunterseite, einer ganz anderen Serratur und Beschaffenheit der 
Griffel. 

ßosa agrestis Savi var. myrtella m. 

Frutex erectus, ramis virentihus, subgeminatis aeuleatis. Äculei 
adunci, rohusti. Stipulae lineari-lanceolatae, ad oras glandulis ciliatae, rarius 
in lamina glandulis sparsis obtectae- Bracteae cum stipulis aequaliter vestitae, 
saepe foliaceae. Petioli puber uli, glandulis sessilibus vel stipitatis 
et aculeolis parvis, flavescentibus intermixtis obtecti. Foliola 
quina-septena, parva eUiptica vel elliptica-lanceolata, in lamina nerviisque 
glandulis validis obtecta, in nervo mediano et in nervis secundariis pilosa, 
in margine triplo-vel quadruplo-serrata. Serratura, ut in Sepiaceis, 
cum dentibus antrorsum vergentibus. Pedunculi bracteis breviores, laeves et 
glabri. Sepala post anthesin reflexa, cito decidua, duo integra, tria 
pinnatißda, cum pinnulis copiose glanduloso-ciliatis, in dorso glabra, in margine 
tomentosa. Beceptacula globosa, laevia. Styli subglabri vel pilis 
sp)arsis, evanescentibus obtecti. Discus planiusculus- Beceptacula fructifera 
parva, pisi magnitudine. 

Dimensiones: Stipulae 9 mm. longae, 3 mm. latae. Foliola 10— [12]— 
16 mm. longa, 6—[7]-~8 mm. lata. Pedunculi 8 mm. longi. Sepala 12 mm. longa. 
Beceptacula fructifera 7 mm. longa et lata. 

Habit at prope oppidum Mährisch- Kr o mau, in ditione Tetschitz 
haud procul ab oppido Eibenschitz et prope pagum Neslowitz ad urbem 
Brunoniam Moraviae (Oborny). 

Unterscheidet sich von den Originalexemplaren der B. agrestis S a v i 's im 
Herbare des kaiserlichen Museums zu Wien nur wenig durch etwas gebogenere, 
seltenere Stacheln und kugelige Form der Scheinfrüchte, die Form und Be- 
haarung der Blätter stimmt aber mit den authentischen Exemplaren völlig überein; 
von B. sepium Thuill. durch die Behaarung der Blättchen und des Blattstieles, 
sowie überdies durch die Form der Scheinfrucht, von Bosa albiflora Opiz durch 
die Form der Scheinfrucht, die geringere Behaarung der Blättchen und Blatt- 
stiele, die kleineren Blättchen, von Bosa vinodora A. Kerner durch den fast 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



129 



ebenen Discus, die schwach behaarten Griffel, die nur an den Nerven behaarte 
Unterseite der Blättchen und die kurz befläumten Blattstiele. Jedenfalls ist 
es nicht ohne Interesse, dass eine Form, welche sehr nahe mit der Rosa agrestis 
Savi verwandt ist, im Norden der österreichisch-ungarischen Monarchie auftritt. 

Rosa Heimerlii m. 

(Mit Tafel IX.) 

Frutex circiter l—l-5m. altus; rami erecti, brunnescentes , paulo 
flexuosi, heteracanthi, aculeis maiorihus rectis vel suhcurvatis, 
minoribus subulatis vel aciculatis, omnino rectis praediti; stipulae 
lineari-lanceolatae, antice in duas auriculas patentes fissae, utraque in pagina 
parce glandulosae et pilosae, in margine dense glanduloso-ciliatae. Bracteae 
saepe foliace'ae, ceterum indumento stipulis similes, pedunculos longitudine 
aequantes vel iis paulo breviores. Petioli velutini, glandulis modo sessi- 
libus, modo stipitatis et aculeolis inaequalihus lutescentibus obtecti, ra- 
rius aculeolis destituti. Foliola plerumque usque quina (raro usque sep- 
tena), ovato-elliptica vel obovata, mediocria, acuta aut obtusiuscula, lateralia 
sessilia vel subsessilia, in margine valde inaequalit er nec pr ofunde 
simpliciter aut duplicato serrata, cum dentibus primariis breviter 
triangularibus, secundariis (in superioribus foliis saepe deficientibus) 
antice glandula subsessili terminatis, in pagina inferiore dense, in superiore 
laxius pilosa, cum costa parce glandulifera. Pedunculi longiusculi 
(usque 25mm.), cum receptaculo ovoideo setis glanduliferis inaequa- 
libus obtecti. Duo sepala integra, in margine parce glandulosa et tomen- 
tosa, tria pinnatifida, in dorso glandulis sessilibus densis instructa, 
omnia Semper reflexa. Petala pallide rosea, mediocria. Discus sub- 
conoideus; styli dense pilis vestiti stigmatibus glabriusculis. Becep- 
tacula fructifera ovoidea, sordide rubra setas in apice glanduliferas 
gerentes, saepe ante maturitatem marcescentes. 

Stipulae 25 mm. longae, 8 mm. latae; foliola 20—26 — 36 mm. longa, 
14 — 18— 25 mm, lata; bracteae stipulas aequantes; pedunculi 22— 25 mm., 
receptaculum 9 mm. longum, 6 mm. latum; sepala 15 — 20 mm. longa; capi- 
tulum stigmatorum 4 mm. latum. Receptacula fructifera 15—17 mm. longa, 12 a 
14 mm. lata. 

Quia haec notabilis Rosae generis species proprietates utriusque sectionis 
„Tomentosarum" et „Collinarum^^ insigniter consociatas, idem foliorum et 
stipulorum indumentum, pedunculos longos, sepala serius decidua, aculeorum 
formam et alias notas a priore sectione, idem sepala Semper reflexa, stig- 
matum capitulum latum, serraturam late triangulärem ab altera exhibet, facile 
liybridam cuiusdam Rosae gregis „Tomentosarum''^ (dimorpha Besser?) cum 
R. BoreyTciana Besser putanda sit. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 17 



130 



Heinrich Braun. 



jRamis heteracanthis, stylis dense pilosis, lato stigmatum capitulo, fo- 
liolorum serratura irregulari, sepalis omnino reflexis a Bosa tomentosa 
Smith facile discernenda. 

A Rosa dimorpha Besser., quacum serratura congruit, fructibus 
ovoideis, antice constrictis breviterque productis (neque globosis nec sphae- 
roideis), ramis heteracanthis, sepalis x^ost anthesin reflexis eximie differt. 

Bami acanthis dimorphis obsiti, petioli dense glanduliferi, sepala post 
anthesin reflexa, plantam nostram a Bosa intromissa Crepin distinguunt. 

A Bosa micanti Desegl. (B. velutina Chabert non Cairv.) differt: 
ramis acanthis dimorphis praeditis, nec antice pubescentibus, indumento la- 
xiore, etc. etc., a Bosa Mareyana Boullu, quae eadem aculeorum forma 
gaudet, petdlis pallide rosaceis albidisve, fructibus ovoideis nec globosis, antice 
paulo productis, serratura foliolorum inferiorum magis glandulosa, stylis densius 
pilosis, foliolorum costa media glandulifera. A quadam gregis „ Tomentosarum'^ 
rosa, quam dar. G remblich in ditione „HalV Tiroliae legit facillime 
distingui potest foliorum pagina inferiore glandulis destituta, ramis hetera- 
canthis, foliis maioribus atnbitu variis. 

Quamquam Bosa Heimeriii cum Tomentosis acanthis dimorphis vestitis 
biserratisque magnam affinitatem exhibet serratura plane alia bene recedit. 

Crescit in monte „Koladka" prope oppidum St. Antal comitatus 
„Honf^ Hungariae, ubi domin. A. Km et, vir Bosarum studii peritissimus, 
eam anno 1883 detexit. Plantam notabilem denominavi ad honorem amicissimi, 
celeberrimi domini A. Heimerl, florae patriae maxime periti. 



n 



e X, 



Die ausführlich abgehandelten Arten und Varietäten sind mit fetten Cursivlettern, die 
in den Tabellen zusammengesteUten Arten und Varietäten cursiv, und endlich die nur vergleichs- 
weise erwähnten Arten, Varietäten und die Synonyma mit gewöhnlichen Lettern gedruckt. 



Seite 

Rosa adenoneura (Borbäs) . . . 114 

„ adjecta Desdgl 112 

„ adjecta Desegl 116 

„ adjectaN.semisimplexißoxh.) 116 

„ affinis Rau 92 

„ affinita Puget 96 

„ affissidens (Borbäs) . 112, 113 
„ agrestis Savi 102, 103, 128, 129 
„ agrestis Savi var. niyr- 

tella H, Braun ... 128 
„ alhiflora Opiz .... 102 

„ albiflora Opiz 128 

„ Aliothii Christ .... 68 



Seite 

Rosa Alpestris Rapin 119, 120, 121, 122 

„ Alpiua Aut 112 

„ Alpina L. . . . III, 112, 113 
„ Alpina f. semisimplex Borb. 116 
„ Alsatica (H, Braun).. . . 72 
„ amblyphylla Ripart ... 92 
„ anablyphylla Ripart 101, 106, 110 
„ amblyphylla Ripart var. sub- 

oxyphylla (Borbäs) . . 94 
„ anacantha (H. Braun) . . 74 
„ Annoniana Puget ... 75 

„ arguta Purst 127 

„ Armidae Webb. et Berth . 127 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



131 



Seite 

Rosa aspreticola Gremli . 68, 73, 76 
„ Austriaca Crantz . . 65, 66, 67 
„ atrichopoda (Borbäs) . . 115 



Rosa Belnensis Ozanon 
„ Biebersteiaiana Trat! 
„ Billeti Füget . . . 
„ biserrata Märat . . 
„ Bohemica H. Braun 
„ Boreana Böraud . . 
„ Boreykiana Besser 
„ Borreri Woods . . 
„ brachycarpa (H. Braun) 
„ Breynina (H. Braun) 
Budensis Borbäs . . 



97 



Rosa 



104 
127 

87 
124 

79 

66 
129 

80 
117 
120 

79 



canescens Baker , . . 
canina y. hispida Tausch 
canina S. squarrosa Rau 
canina glaucifolia Opiz 
canina glaucifolia glandu- 

losa Opiz 

canina var. lasiostylis Borb 
canina var. opaca Opiz . 
Carionii De'sägl. et Gillot 92, 94 
Carionii D^segl. et Gillot 110 
Carniolica Portenschlag 
caryophyllacea Besser . 
cerasifera J. Kerner . . 
chlorocarpa Fenzl et Br 
ciliata (Borbäs) .... 

collina Jacq 79 

comosa Ripart 62 

complicata Gren 100 

consanguinea Grenier . . 69 
cordifolia Host .... 66 
coriacea Opiz herb. . . 101 
coriifolia Fries . . . 105, 107 
coriifoliaf. subbiserrataBorb. 107 
coriifolia var. Erlhergensis 

H. Braun 91, 93 

coriifolia var. Erlher- 
gensis H. Braun . . 106 



92 
78, 79 
97 
99 

100 
100 
100 



114 
127 
81 
63 
90 



Seite 

Rosa coriifolia var. Hausmanni 

H. Braun 91, 92 

„ coriifolia var. Haus- 
manni H. Braun . . 106 

„ coriifolia var. subbiserrata 

(Borbäs) 91 

„ coriifolia var. subcollina 

(Christ) 96 

„ Cotteti Puget 77 

Cretica Vest 119 

„ Cypria Gdg 128 

Rosa Damascena ö. densiflora Ser. 79 
„ decalvata Cräpin 94, 95, 98, 126 
„ decora A. Kerner .... 69 
„ densiflora Tausch ... 79, 80 
„ dimorpha Besser . . 129, 130 
„ diplacantha (Borbäs) . . 114 
„ ditrichopoda (Borbäs) . . 104 

„ dolosa Wendl 119 

„ dryadea Ripart 69 

„ dumalis Bechstein . . 97, 125 
„ dumalis var. fraxinoi- 

des H. Braun .... 124 
„ dumetorum Thuill. . . . 108 
„ dumetorum f. heterotricha 

Borbäs 90, 94 

„ dumetorum f. subatricho- 

stylis Borbäs . . . 96, 110 
„ dumetorum f. subglabra 

Borbäs .... 93, 94, 110 
„ dumetorum var. Lemhachen- 

sis J. B. Keller .... 92 
„ dumetorum var. tuherculata 

Borbäs 91 

Rosa elliptica Tausch ... 81 
„ eriostyla Ripart .... 124 
„ Erlhergensis (H. Braun) 91, 93, 106 



Rosa flexuosa Rau 
„ flexuosa Rau 
„ fraxinoides (H. 



Braun) 
17* 



. 68 
73, 74 
. 124 



132 



Heinrich Braun. 



Seite 



Rosa Friedlaenderiana Besser 


127 




frondosa Steven . . . 


122 


» 


frutetorum Besser . . . 


93 


» 


frutetorum var. Silesiaca 








91 




fugax (Grenier) . . 119, 121 




66 




CAm 1 n n i'.vt T?.{i ii 


66 




Qßfitilis Sternberg 


114 




\J i t/v VV VO VCIlX« Vl/M/C' /tv /VO M// w 






CBorbi^'s'i 


114 




WVV fJV V<} T • \JV\J\J VI K/1 Vt 1"*^ \/X Um J 


114 


» 




114 


» 


fiP'Vijt'il'i^ Vfl.T 'Pnvtp^^ ^phl.nnii 






(H Braun) 


118 


» 


gentüis var. trichophylla H. 






Braun 


115 


» 


Gizellaef. ditrichopoda Borb. 


104 




glahrata Vest .... 


119 


» 


glahrata var. Breynina H. 








120 


» 


glandulosa var. diplacantha 






(Borb äs) 


114 


» 


glauca f. fugax Grenier 


121 


» 


glauceseens Besser . . 


123 




glaucescens Wulf 


121 




glaiicifolia Opiz herb. . 


99 




globifera (Borbäs). . . . 


114 




gracilenta (H. Brauu) . 94, 109 




graveolens Grenier 84, 85, 86, 103 




graveoiens a. nuda Gren. 85, 86 




graveolens ß. eriophora Gr. 


85 


n 


graveolens f. calcarea Christ 


87 


» 


graveolens f. Thuringiaca Ch. 


87 


V 


Gorenkensis J. B. Keller . 


81 


» 


Gussonii Gdg 


128 


Rosa haematodes Boissier . . 


128 




Haläcsyi H. Braun . . . 


80 


» 


Hampeana Griseb. . . 68, 71 




Seimer Iii H. Brauu . . 


129 




hemitricha Ripart .... 


90 




hemitricha Ripart .... 


95 



Rosa heterotricha (Borbäs) 

„ hirta H. Braun. . . 

„ hirtifolia H. Braun . 

„ hirtifolia H. Braun . 

„ hirtifolia H. Braun 

„ hirtifolia var. gracilenta 

Braun 

„ hirtifolia v. Hontiensis H 

„ Holikensis Kme^ . . 

„ Holikensis Kmet . . 

„ Hontiensis (H. Braun) 

„ Hostii H. Braun . . 

„ humilis Kitaibel . . 

„ humilis Tausch 



Rosa implexa Grenier 

„ incarnata Miller 

„ infesta Kmef 

„ infesta Kmet' . 

„ inodora Fries . 

„ inodora Rchb. . 

„ innocua Ripart 

„ insidiosa Ripart 

„ intercalaris Ddsegl 

„ intercalaris Dese'gl. 



Seite 
90, 94 
. 108 
. 90 
. 93 
. 109 
H. 

94, 109 
Br. 109 
. 112 
118, 119 
. 109 
. 113 
. 116 
. 67 

. 105 



75 
104 

80 
125 

69 
112 
113 



Rosa Jordani Dösegl 85 

„ Jundzilliana Besser . 65, 67, 68 
„ Jundzilliana Besser ... 75 
„ Jundzilli f. leioclada Borbäs 72 
„ JundzillianaYM.aspreticola 

Gremli 73, 76 

„ Jundzilliana var. minorBorb. 78 
„ Jundzilliana var. perglandu- 

losa (Borbäs) .... 78 
„ Jundzilli var. reticulata Borb. 78 
„ Jundzilliana var. Buthenica 

H. Braun 76 

Rosa Kerneri H. Braan . . 80 

„ Kluckii Besser 87 

„ Kluckii Christ 127 



Beiträge zur Keuntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



133 



Seite 



Rosa Laggeri Puget 122 

„ lanceolata Opiz .... 94 

„ lanceolata Opiz ... 96 

„ lanceolata Opiz 125 



„ lanceolata ß. micro- 

phylla Opiz .... 98 

„ lanceolata v. decalvata Crep. 94, 95 
„ lanceolata var. heterotricha 



Borbäs 94 

„ laricetorum (H. Braun) . . 118 

„ lasiostylis (Borbäs) . . . 100 

„ leiocalyx (Borbäs) . . . , 115 

„ leioclada (Borbäs) ... 72 

„ Leucadia H. Braun . . 126 

„ leucantha M. B 69 

„ levipes (Borbäs) .... 114 

„ livescens Besser ... 68, 69 

„ livescens Besser .... 70 



livescensY.Äliothii {Christ) 70, 72 



„ livescens var. pinetorum (H. 

Braun) 70 

„ Lloydii Desegl 79 

„ Lugdunensis Ddsegl. . 85, 86 
„ Lugdunensis h. macrocarpa 

Desegl 86 

Rosa macrocarpa (Desegl.) . . 86 
„ Malyi A. Keruer .... 115 



„ Malyiy&r.atrichopodaBoTh. 115 

„ Malyi vär. diplotrichaBoih . 116 

Malyi var. leiocalyx BoYlois 115 

„ Malyi Y. megalophyllaBoih. 116 



„ Mareyana BouUu .... 130 

„ marginata Wallroth ... 68 

„ marginata Wallroth . . 71, 77 

„ Maukschii Kitaibel ... 90 

„ Maukschii Kitaibel ... 93 

„ megalophylla (Borbäs) . . 116 

„ mentita Däsegl 104 

„ micans Dösegl 130 

„ Micioliana (H. Braun) . . 77 

„ micrantha DG 84 

„ microphylla (Opiz) ... 98 



Seite 

Rosa minor (Borbäs) .... 78 
„ Monspeliaca Gouan . . . 112 
„ montana Chaix 119, 120, 121, 122 
„ montana Christ .... 120 
„ montivaga D^se'gl. . . . 124 
„ mucronulata De'segl. . . . 126 
„ myrtella (H. Braun) ... 128 
„ myrtilloides (Tratt.) . 125 



Rosa nitidula Besser .... 69 

„ nemorivaga Desegl. ... 68 

„ nemorivaga Desegl. ... 74 

Rosa Obornyana (Christ) ... 80 

„ opaoa (Opiz) 99 

Rosa pendulina Ait III 

„ penduHna L. III, 112, 113, 121 

„ perglandulosa (Borbäs) . . 74 

„ Perrieri Songeon . . . 122 

„ pilosa Opiz 87 

„ pilosa Opiz 95 

„ pilosa Opiz 105 

„ pilosiuscula Desveaux . . 90 

„ pilosiuscula Opiz .... 90 

„ pimpinellifolia L. . . 113, 121 

„ pinetorum (H. Braun) . . 70 

„ platyphylla Rau .... 96 

„ Phoenicea Boissier ... 64 

„ PodoUca Tratt. . . . 123 

„ porrigens Gremli .... 68 

„ Portenschlagii (H. Braun) . 118 

„ Pouzini Tratt 84 

„ protea Ripart 68 

„ protea Ripart 70 



„ 'proteaY.rupifragaB..BY?i.\m 70 

„ Pseudoflexuosa Ozanon . . 68 

„ Pseudoflexuosa Ozanon . 74 

„ Pseudo-tomentella (Braun) 127 



„ Pugeti Boreau 68 

„ Pugeti Boreau 76 

„ Pugeti var. Micioliana (H. 

Braun 77 



134 



Heinricli Braun. 



Seite I 

Rosa Pugeti v. Thomasii (Puget) 77 



„ pulverulenta M. B. . . 82, 83 

„ pumila Jacq 65, 66 

„ pygmaea M. B 67 

„ Pyrenaica Aut III 

Bosa resinosa Stemberg . . . 119 

„ reticulata A. Kerner ... 68 

„ reticulata A. Kern er . . 77 



„ reticulata var. perglandu- 

losa (Borbäs) .... 78 
„ reticulata var. porrigens 



(Gremli) 78 

„ reticulata var. saxigena (H. 

Braun) 78 

„ JReussii H. Braun . . . 104 

„ rotundifolia Rau .... 84 

„ rubelliflora Ripart . . 99, 100 



„ rubiginosa L. . 81, 82, 83, 85 
„ rubiginosa £. densiflora Ott 79 
„ rubiginosa s. densiflora Tsch. 79, 80 



„ rubiginosa var. rotundifolia 

Rau 84 

„ rupestris Crantz .... 112 

„ rupestris Tausch ... 78, 79 

„ rupifraga (H. Braun) . . 70 

„ reversa Schlosser .... 116 

„ reversa Simkovics . . . 117 

„ reversa W. K. . . . 112, 113 

„ reversa W.K 117 

„ reversa f. affissidens Borb. 112 

„ reversa v. affissidens Borb. 113 

„ reversa var. laricetorum H. 

Braun 118 

Rosa Salaevensis Rapin . . . 122 

„ saxatilis Steven .... 127 

„ saxigena H. Braun ... 78 

„ Schmidtii H. Braun ... 69 

„ Schmidtii H. Braun . . 72 

„ Schmidtii v. leioclada{BQxh.) 12, 

„ Schmidtii v. virgata {Grml.) 72 

„ senticosa Acharius . . . 126 



Seite 

Rosa sepium Thuill. 81, 84, 102, 103, 

104, 128 

„ semiglabra Ripart . . 88, 105 

„ semisimplex (Borbäs) . . 116 

„ Seraphini Viviani .... 84 

„ Silesiaca (H. Braun) ... 91 

„ silvatica Tausch ... 64 

„ similata Puget 80 

„ Simkovicsii Kmei; . . 112, 113 

„ Simkovicsii Kmet . . . 117 
„ Simkovicsii v. brachycarpa 

H. Braun 117 

„ solstitialis Besser .... 105 

„ solstitialis Grenier . . . 105 

„ solstitialis y. denudata Gren. 105 

„ speciosa Desdgl 68 

„ speciosa Desögl 75 

„ speciosa Dösegl. herb. . . 76 
„ sphaerica var. vacciniifolia 

H. Braun 126 

„ sphaeroidea Ripart . . . 124 

„ spinosissima L 112 

„ spuria Puget 123 

„ squarrosa Rau . . 77, 99, 126 

„ stricta Mühlenberg . . . III 

„ stylosa Desvaux .... 64 

„ stylosa var. glandulosaFenzl 64 

„ suavis Willd 113 

„ subatrichostyUs (Borbäs) . 96 

„ subbiserrata (Borbäs) . . 91 

„ subdola Des^gl 127 

„ subglabra Borbäs ... 93, 94 

„ subglabra Borbäs . . . . HO 

„ subinermis Chabert ... 66 

„ subolida Ddsögl 68 

„ subolida Dösegl 73 

„ subolida var. anacantha H. 

Braun 74 

„ suboxyphylla (Borbäs) . . 74 

Rosa Tauschiana H. Braun. 78 

„ tenuiflora (Borbäs) . . . 116 

„ terebinthinacea Ddsögl. . . 74 



Beiträge zur Kenntniss einiger Arten und Formen der Gattung Rosa. 



135 



Seite 

Rosa Thomasii Puget .... 77 

„ Tiroliensis A. Kerner . . 80 

„ tomentella Leman , , 80, 110 
„ tomentella var. superglan- 

dulosa (Borbäs) .... 127 

„ tomentelloides H. Braun . 127 



„ tomentosa Sm 130 

„ trachjphylla Rau 66, 67, 68, 69 

„ trachyphyUa Rau .... 71 

„ trachyphyllaß.humilisTsch. 67 
„ trachyphylla y. silvatica 

Tausch 64 

„ trachyphylla f. virgata Christ 72 
„ trachyphylla var. Alsatlca 

H Braun 68 

„ trachyphyUa var. Alsatica 

H. Braun 72 

„ trachyphylla v. Hampeana 

(Griseb.) 71 

„ trichophylla (H. Braun) . 115 

„ tuberculata (Borbäs) . . . 115 

„ turbinata Ait 81 

Rosa uncinella Besser . 89, 90, 108 

„ uncinella Besser .... 95 

„ uncinella f. ciliata Borbäs 90 



Seite 

Rosa uncinella yr. ciliata {Borh.) 93, 96 



„ uncinella var. y. Besser . 89 

„ uncinelloides Puget . . 95, 96 

„ uncinelloides Puget . . . 102 

„ uncinelloides Puget. . 107 

„ urbica Aut 108 

„ urbica Gren 101 

Rosa vacciniifolia (H. Braun) , 126 

„ Vägiana Cre'pin .... 93 

„ Vägiana Crepin . . . . 110 

,, Vaillantiana Boreau ... 87 

„ velutinaeflora Desegl. et Oz. 66 

„ villosiuscula Boullu ... 90 

„ villosiuscula Ripart . . . 100 

„ vinodora A. Kerner 103, 104, 128 

„ virescens Desegl 66 

r, virgata Gremli 72 

„ virgultorum Ripart . . . 104 

Rosa Wasserburgensis Kirschleg. 70 

„ Woloszczaki J. B. Keller 91, 92 

„ Wulfen ii Tratt. . . . III 

„ Wulfenii Tratt 118 

„ TFtfZ/emi var. (ioZosa Wendl. 119 

Rosa Zalana Wiesbaur .... 127 



136 H. Braun. Beiträge zur Keimtniss einiger Arten und Formen der Gattung Eosa. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VIII. 

Fig. a. Blühender Zweig der Eosa elliptica Tausch nach dem Original exemplare 
aus der Gegend von Kuchelbad bei Prag im Herbare der deutscheu 
Universität zu Prag. Mitte Juni gesammelt; natürliche Grösse. 
„ h. Zweig derselben Rose mit halbreifer (bereits verfärbter) Scheinfrucht. 
Anfangs September gesammelt; natürliche Grösse. 
In der linken Ecke ein Stück der Bückseite eines Blattes, 3V2Daal der 
natürlichen Grösse. 

Tafel IX. 

Fig. a. Blühender Zweig der Bosa Heimeriii H. Braun aus der Gegend von 
Schemnitz in Ober-Ungarn. Mitte Juni gesammelt; natürliche Grösse. 
„ &. Zweig derselben Rose mit fast reifer Scheinfrucht. Zu Anfang October 
gesammelt; natürliche Grösse. 



137 



Cecidomyia Beckiana n, sp. auf Innla Gonyza DC. 

Beschrieben von 

Josef Mik, 

k. k. Professor am Akademischen Gymnasium in Wien. 

(Mit Tafel X und 4 Holzschnitten.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Jänner 1885.) 

Dr. Vallot, dem wir so manche Entdeckungen bezüglich der inter- 
essanten Dipteren-Familie der Cecidomyiden und deren Lebensweise zu danken 
haben, berichtet in den „Memoires de l'academie des sciences, arts et belles- 
lettres de Dijon" über Gallenbildungen auf Lychnis dioica Lin. und auf Inula 
Conyza DC. (= Conyza squarrosa L.). Da diese Berichte dem geneigten Leser 
meines folgenden Artikels nicht ohne Interesse sein dürften, da ferner die ge- 
nannten Memoiren nicht leicht Jedermann zugänglich sind, so sah ich mich 
veranlasst, erstere hier in deutscher Uebersetzung zu reproduciren. 

Vallot schreibt über die Gallen 2kXii Lychnis \. c. annee 1827, p. 93 — 94, 
Folgendes: „Vom Monate Juli bis in den September hinein zeigt die Lampette, 
Lychnis dioica behaarte Scheingallen (fausses galles),^) von welchen bereits 
Aldrovandi gesprochen hat (De Monstr. p. 675, 1), ohne die Ursache hievon 
anzugeben. Moufett (Insect. theatr. p. 77, copirt von Jonston, Hist. nat. ins. 
p. 57, col. 2) hat nachgewiesen, dass man eine Larve in diesen Gallen finde. 
Diese Larven leben da in Gesellschaft und spinnen sich seidenartige, weisse 
Cocons, in welchen sie sich zu Chrysaliden verwandeln. Nach fünfzehn Tagen 
geht das vollständige Insect hervor, welches eine Cecidomyie ist, nämlich Ceci- 
domyia lychnidis Vall, deren Larven häufig jenen von Cynips muscarum zur 
Beute fallen." 

Ueber dieselbe Galle, sowie über jene, welche auf Inula Conyza DC. 
anzutreffen ist, berichtet Vallot in den Memoiren der Akademie von Dijon 
(Acta Divion.), 1836, II, p. 245— 246,2) folgt: „Aldrovandi (Monstr. hist. 

1) Vallot unterscheidet Gallen (galUs) und Scheingallen (fausses galles), vergl. Mem. Acad. 
Dijon 1836, II, p. 223; zu ereteren rechnet er jene Gallen, welche durch den Stich eines Cynipiden- 
Weibchens entstehen, zu letzteren alle ührigen Galleugebilde. 

Der Jahrgang 1836 der Acta Divion. umfasst zwei Bände, deren jeder separate Paginirung 
besitzt. Unser Hinweis bezieht sich auf den II. Band; in der „Synopsis Cecidomyidarum" von 
Bergenstamm und Löw ist p. 90 das betreiFonde Citat mangelhaft angegeben. 
Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 18 



138 



Josef Mik. 



p. 676) hat unter dem Titel Ocymastrum radice monstrifica cum tumore circa 
fastigium einen Stengel von Lychnis dioica abgebildet, welcher durch die 
Gegenwart von Larven einer Cecidomyiden-Art verunstaltet war ; es ist dieselbe 
Art, von welcher in den Act. Divion. 1827, p. 93, gesprochen wurde und welcher 
unser College" (das ist Vallot selbst) „den Namen Cecidomyia lychnidis ge- 
geben hat." 

„Bei der Untersuchung eines Stengels von Conyza squarrosa bemerkte 
ich ziemlich voluminöse Anschwellungen, gebildet durch die Ausbauchung 
(renflement) der Blätter und der Axillarknospen, welche bei beiden von langen 
verfilzten Haaren (poils en ßets) bedeckt waren und durch die Vereinigung der 
letzteren ein wolliges oder tuchartiges (drape) Aussehen darboten. Mitten 
zwischen diesen langen Haaren waren kleine, weisse Cocons eingestreut, von 
dichtem Gewebe und fest anhaftend an dem Haarfilze, an welchen sie die Larve 
befestigt hatte. Diese Cocons stammen von den Larven, welche gesellig in den 
ausgebauchten und deformirten Blättern leben und sich in eine Art Gespinnst 
einhüllen, um sich zur Chrysalide zu verwandeln. Die Untersuchungen, welche 
Mr. Vallot an der Cecidomyia lychnidis gemacht, deren Verwandlungsstadien 
er verfolgt hatte, Hessen ihn auch Schlüsse führen auf das Insect, dessen Larven 
durch ihre Gegenwart die Verunstaltungen verursachen, mit welchen er sich 
soeben beschäftigt. Die Scheingalle auf der Conyze wird hervorgebracht durch 
die Larven von der Cecidomyie der Conyze.^) Ist dieses Insect dasselbe 
wie jenes von der Lychnis? Die Kleinheit dieser Insecten Hess eine Verge- 
wisserung nicht zu; aber die Verschiedenheit des Geschmackes (saveur) der in 
Kede stehenden zwei Pflanzen lässt vermuthen, dass sich die Larven der Ceci- 
domyie der Conyze von jenen der Cecidomyie der Lychnis unterscheiden dürften." 

Soweit Vallot. Ich habe im verflossenen Sommer in der Wiener Gegend 
nun auch die von ihm zuerst bekannt gemachte interessante Galle auf Inula 
Conyza gefunden und die Erzeugerin derselben gezogen, und ich kann nur be- 
stätigen, dass Vallot 's Beobachtungen betreffs dieser Galle vollkommen richtig 
sind. Doch kommen auch, wie ich weiter unten zeigen werde, Deformationen am 
Stengel der genannten Pflanze vor, die Vallot nicht bekannt geworden sind. 

Nachdem dieser Autor die Möglichkeit ausgesprochen, dass die Cecido- 
myien, welche die oben erwähnten Gallen auf Lychnys und Conyza erzeugen, 
derselben Speeles angehören könnten, war es zunächst meine Aufgabe, diesen 
Zweifel zu lösen. 

Vallot 's Cecidomyia lychnidis ist offenbar dasselbe Thier, welches später 
C. V. Heyden in Herrich-Schäff er's „Correspondenzblatt für Sammler von 
Insecten, insbesondere von Schmetterlingen", Regensburg, 1861, II. Jahrgang, 
Nr. 13, p. 97, unter dem Namen Cecidomyia Lychnidis (sibi) beschrieben hat. 
Ich kenne diese Art nicht, auch die Galle nicht, welche sie veranlasst. Doch l 
gibt die von Heyden erbrachte Beschreibung hinreichende Anhaltspunkte, 1 

^) Vallot bedient sicli nur des Vulgärnamens „Cecidomyie de la conyze", 1. c. p. 246; j 
ein wissenschaftlicher Name, Cecidomyia Conyzae, welchen Bergen stamm und Low 1. c. p. 90(| 
gebrauchen, findet sich bei Vallot nicht! j 



Cecidomyia Beckiana n. sp. auf Inula Conyza DC. 



139 



um zu entscheiden, dass die beiden in Frage stehenden Cecidomyien ver- 
schiedene Arten seien. 

Da auch das genannte Correspondenzblatt unter den Dipterologen keine 
zu grosse Verbreitung haben dürfte, hoffe ich nicht missnommen zu werden, 
wenn ich die Publication Heyden's hier vollinhaltlich wiedergebe. 

Die Beschreibung von Cecidomyia lychyiidis Heyd. 1. c. lautet: „Nigro- 
fusea, capite postice thoraceque antice aureo-piloso, dbdomine rufo-flavescente, 
fasciis ohscurioribus ; alis canis; antennis 13-articulatis. Körperlänge 1'". 
Fühler in beiden Geschlechtern mit dreizehn gerundeten braunen Gliedern, die 
beim Männchen ein Drittel der Knotenlänge von einander entfernt sind, beim 
Weibe aber zusammenstossen. Kopf braun, hinten mit goldgelben Härchen be- 
setzt. Augen schwarz. Halsschild oben schwarzbraun, vorne mit goldgelben 
Härchen,- die in Längsreihen stehen, unten rothbraun. Schildchen rothbraun. 
Hinterleib oben röthlichgelb, beim Manne etwas blasser, auf jedem Segmente 
hinten eine breite dunkle Binde, die aus sehr kleinen schwärzlichen Härchen 
besteht, unten einfarbig röthlichgelb. Schwinger gelb. Flügel grau, der Vorderrand 
dunkler. Beine gelb, nach aussen der ganzen Länge nach dunkel, daher sie von 
vorne besehe- fast schwarz, von hinten aber gelb aussehen. Die Larve ist klein, 
länglich, beiderseits flachgewölbt, nackt, matt, einfarbig weiss, bis auf eine 
feine braune Längslinie auf dem ersten Segment. Der Kopf ist sehr klein. Der 
Körper besteht ohne den Kopf aus zwölf Segmenten. Diese sind ziemlich scharf 
gesondert, an den Seiten gerundet und führen auf der Oberseite einen mit 
kleinen Höckern besetzten Querwulst. Das erste Segment ist sehr klein, das 
zweite vorne tief ausgebuchtet, das letzte hinten gerundet, mit zwei kleinen 
Einbiegungen. In einem eirunden, undurchsichtigen weissen Gespinnste ver- 
wandelt sich die Larve zu einer rothgelben Puppe, die schon alle Theile des 
vollkommenen Insectes zeigt und auf der Stirne zwei kleine Spitzen hat. Die 
sehr feine weisse Puppenhülle nimmt die Mücke bei ihrer Verwandlung mit 
aus dem Gespinnste. Die Larve lebt bei Frankfurt a. M. einzeln, aber in 
grosser Gesellschaft, in sehr wolligen, aus zusammengewachsenen Blättern 
gebildeten Gallen, von der Grösse einer Haselnuss, an den Stengeln der 
Lychnis dioica. Ich fand sie Ende Juni; Mitte Juli entwickelten sich schon 
die Mücken (1832).« 

Nachdem nun einmal Vallot einen Vergleich zwischen unseren Zoo- 
cecidien z.Vii Lychnis und Inula angeregt hat, nachdem Loew in seiner berühmten 
Monographie der Cecidomyiden (Dipterolog. Beiträge, IV, 1850, p. 11) erwähnt: 
„Die überall häufigen, haarigen, gallenartigen Deformationen an Jjychnis dioica 
habe ich bisher nicht für das Product einer Cecidomyia gehalten, wage aber 
Herrn Vallot 's Behauptung, dass sie ein solches seien, ohne nochmalige genaue 
Untersuchung niqjit zu widersprechen" ; so liegt die Frage nahe, ob die Gallen- 
gebilde auf Inula Conyza wirklich von einer Cecidomyide herrühren, oder ob sie 
ihre Entstehung nicht irgend einer Phytoptus-Avt zu danken haben, in welchem 



') V. Heyden schreibt Cecidomyia Lyclmidis. 



18* 



140 



Josef Mik. 



Falle dann die in diesen Cecidien lebenden Cecidomyiden-Larven als Inquilinen 
anzusehen wären? 

In der That gleichen diese Deformationen gar sehr jenen, welche manche 
Phytoptus - Arten an bestimmten Pflanzen erzeugen; wir finden neben An- 
schwellungen des Stengels insbesondere Krümmungen und Faltungen der Blätter, 
partielles Blasigwerden der Blattspreite, Ausbauchungen der jungen Blätter an 
Axillarknospen, diese Deformationen immer aber mit mehr oder weniger starker 
Haarwucherung combinirt. Eine Erineum-Bildung ist jedoch von vorneherein 
ausgeschlossen, da sich die Bekleidung der deformirten Pflanzentheile schon bei 
oberflächlicher mikroskopischer Betrachtung als aus echten, gegliederten Tri- 
chomen bestehend zu erkennen gibt. Bei genauerer Untersuchung der defor- 
mirten Theile an der lebenden Pflanze habe ich keine anderen Thiere als Ceci- 
domyiden-Larven entdecken können. Aus diesen Thatsachen geht hervor, dass 
man es hier wirklich mit einer gallenerzeugenden Cecidomyide zu thun habe. 

Da weder Vallot, noch sonst Jemand diese auf Inula Conyza lebende 
Cecidomyie charakterisirt hat, so steht es mir zu, dieselbe neu zu benennen, 
obgleich ihr der genannte Autor den Vulgärnamen: „Cecidomyie de la 
conyze" gegeben. 

Ich widme die Art unserem verehrten Secretär, Herrn Dr. Günther Beck, 
welchem es gelungen, neben seinen botanischen Forschungen in dem Gebiete des 
Schlosses Hernstein in Niederösterreich mehrere neue Dipteren-Arten zu ent- 
decken (vergl. Wiener Entomolog. Zeitung, Jahrg. III, p. 4 und 81). 

Cecidomyia BecMana n. sp. cf, 9« 

Äntennis 16- (in feminis singulis 17- vel 18-) articulatis, articulis in mare 
pedicellatis, in femina sessilibus, nigricantibiis, pedieellis palUdis. JDorso thoracis 
nigro, subtilissime caesio-pollinoso, subnitido, pilis pallidis nigrisque, lateribus 
mesothoracis flaveseentibus, nigro -maculatis, scutello lutescenti, nigro-piloso. 
Äbdomine in mare ferrugineo, antice superne squamulis crebris nigris, pilis 
nigris intermixtis, postice squamulis nullis, pilis pallidis obsito, forcipe nigres- 
centi; in femina laete sanguineo, superne maculis trapezoideis, e squamulis 
nigris constitutis, pilis longioribus pallidis ciliato, ovipositore pallido-flavescente, 
absque lamellis terminalibus. Pedibus cum coxis x>allidis, nigrescenti-squamu- 
losis. Halteribus pallidis, dava nigro-squamulosa. Alis fusco-griseis, nigres- 
centi-pilosis, parum iridescentibus, in mare latioribus quam in femina; nervo 
cubitali recto, ante alae apicem in costam exeurrente. Long. corp. 2—3 mm., 
long. alar. 2 — 2'5mm. 

Larva flavo-rubra soeialiter in tomento vel lanugine foliorum abnor- 
mdliter plicatorum gemmarumque axillarium Inulae Conysae DC. tempore 
aestivo degit, ibidem se eodem anno mox transformat. 

Patria: Au Stria inferior; Gallia (conf. gallarum descriptionem 
auctore Vallot in Act. Divion. 1836, II,p. 245). 



Cecidomyia Beckiana n. sp. auf Imila Conyza DC. 



141 



9. Fülller 2 -|-14gliederig, 1) Glieder schwärzlich, vollständig sitzend, die 
der Geissei länglich, alle in der Mitte etwas eingeschnürt, das letzte Glied 
länger, wohl aus der Verwachsung von zwei Gliedern entstanden; die wirtelige, 
abstehende Behaarung lang, schwarz, Gesicht und Taster gelblichhraun, fahl, 
ersteres auf der Mitte der Länge nach schwarzbehaart, Stirn und Scheitel 
schwarz, letzterer mit längeren schwarzen Borstenhaaren, Hinterkopf schwarz, 
oben mit bleichen, zuweilen goldbraunen, kurzen anliegenden Härchen, zwischen 
welchen sich längere, abstehende schwarze Haare befinden. 

Hals gelblich, bleich; Prothorax fahl, gelblichbraun, oben auf der Mitte 
schwärzlich. Rücken des Mesothorax schwarz, in Folge des zarten darauf lie- 
genden Reifes etwas bläulich schimmernd und mit Ausnahme zweier glänzend 
schwarzer Längslinien, neben welchen schwarze und fahle, zuweilen goldbraune 
Haare stehen, fast matt. Vor der Flügelwurzel einige längere schwarze Haare, 
untermischt mit goldbraunen. Brustseiten gelblichbraun, fahl, zwischen den 
Vorder- und Mittelhüften, dann um die Anheftungsstelle der Schwinger herum 
schwärzlich. Hinterrücken und Schildchen bräunlichgelb, fahl, ersterer auf der 
Mitte schwärzlich, glänzend, letzteres am Rande schwarzbehaart. 

Hüften bräunlichgelb, fahl, ebenso die übrigen Theile der Beine, welche 
aber durch die aus ziemlich dichten schwarzen Haarschüppchen bestehende Be- 
kleidung, namentlich in gewisser Richtung, schwärzlich erscheinen. 

Hinterleib hell blutroth, am Rücken des ersten bis sechsten Ringes mit 
trapezförmigen, aus dichten schwarzen Haarschüppchen gebildeten Querflecken, 
welche vorne schmäler sind und am zweiten bis fünften Ringe die Vorderhälfte 
der Segmente frei lassen; am ersten und sechsten Ringe sind diese Flecken 
breiter, so dass die Grundfarbe am Vorderrande dieser Ringe nur in schmälerer 
Ausdehnung auftritt. Der siebente Ring (welcher von Winnertz schon zur 
Legeröhre gerechnet wird), sowie die Legeröhre (d. i. der achte und neunte Ring) 
fahl gelblichbraun; siebenter Ring in der Mitte eingezogen, oberseits mit aus 
schwarzen Haarschüppchen gebildeter becherförmiger Zeichnung, welche auf der 
Mitte in Folge der spärlicheren Beschuppung grau erscheint; achter Ring vorn 
mit zwei schwarzen Längsstriemen, sowie der neunte Ring mit kurzen, bleichen, 
abstehenden Stachelhärchen. Ausser den Schüppchen tragen die Hinterleibsringo 
fahle, seidenglänzende, abstehende längere Haare, welche den Hintersaum wimper- 
artig einfassen; besonders sind diese Wimperhaare am Hinterrande des sechsten 
Ringes auffallend, woselbst sie, in gewisser Richtung besehen, eine schwarze 
Färbung zeigen. Am siebenten Ringe gehen die Haarschüppchen hinten in lange, 
schwarze Wimperhaare über (Taf. X, Fig. 2). Bauch roth, mit kurzen, fahlen, 
seidenartigen, schütteren Härchen ; überdies zeigen sich auf der Mitte der mitt- 
leren Ringe grauliche Querbinden, welche jedoch nicht durch Haarschüppchen 
gebildet werden, sondern Pigmentflecken sind. 



^) Wenige Weibchen hatten 2 + 15-, eines 2 + 16 gliederige Fühler; bei diesen Exemplaren 
war aber das letzte Glied das kürzeste. 



142 



Josef Mik. 



Schwinger wie die Beine gefärbt, die Keule durch die schwarzen Haar- 
schüppchen dunkel erscheinend. Flügel, gegen einen weissen Hintergrund be- 
sehen, blass rauchbraun, wenig irisirend, Behaarung schwarzbraun, Adern dick, 
auch der vordere Ast der Posticalgabel ziemlich stark; Cubitalader durchaus 
gerade, ziemlich weit vor der Flügelspitze in den Rand mündend; der hintere 
Ast der Posticalgabel nicht steil; Querader ganz wurzelwärts (Taf. X, Fig. 1). 

Körperlänge bei eingezogener Legeröhre und Flügellänge 2 mm.; ich traf 
auch ein sehr robustes Weibchen, dessen Körperlänge ohne Legeröhre 3 mm., 
die Flügellänge 2'5 mm. betrug. 

cf. Fühler länger als beim Weibchen, 2 -f- 14gliederig, die Geisselglieder 
länglich, gegen das Fühlerende zu mehr kugelig, gestielt; das letzte Glied 
sitzend. Stiele so lang als die Glieder, diese schwärzlichbraun, die Stiele farblos. 
Jedes Geisseiglied trägt zwei Wirtel abstehender, fahlschimmernder Haare, einen 
über der Basis, den zweiten nahe der Spitze des Gliedes ; an den unteren Gliedern 
sind diese Haarwirtel sehr lang. 

Hinterleib schlank, röthlichgelb, an den vorderen Ringen oberseits mit 
zahlreichen schwarzen Schuppenhärchen untermischt mit längeren, abstehenden 
schwarzen Haaren, so dass die Grundfarbe wenig sichtbar ist. Die hinteren Ringe 
zeigen sehr schüttere, abstehende, fahle Behaarung, von Schuppenhaaren jedoch 
keine Spur. Hiedurch erscheint der Hinterleib vorne schwärzlich, hinten gelblich. 
Die Haltzange ist gelblich, erscheint jedoch durch die schwarze Behaarung 
schwärzlich. 

Flügel (Taf. X, Fig. 3) auffallend breiter als beim Weibchen, die Cubitalader 
noch weiter vor der Flügelspitze in den Rand mündend, die Aeste der Postical- 
gabel treten weiter auseinander, der hintere Ast ist etwas steiler als beim 
Weibchen. 

Alles Uebrige wie beim Weibchen. 

Nach dem Tode verändern sich die Farben nur wenig. Das Gelbe am 
Thorax wird blässer, das Blutrothe des weiblichen Hinterleibes dunkelt nach, so 
dass die Schuppenflecke, namentlich aber die Pigmentflecken am Bauche, weniger 
deutlich erscheinen. 

Larve. 2 mm. lang, 0"7 — 0*8 mm. breit; gelbroth. Kiefergerüste blassgelb, 
sehr schwach. Augenflecken intensiv schwarz. Die spathula sternalis (cf. 
Wiener Entom. Zeit. II, p. 213, nota) ziemlich stark, honiggelb, ihre zwei Spitzen 
stumpf, das Basalglied mit breiter, quergestellter Basis, welche bleicher gelb 
ist. Papulae sternales nahe den Spitzen der spathula, die Höfe querelliptisch, 
nur in ihren hinteren Umrissen deutlicher. Die Analhöcker wenig vorspringend, 
mit je zwei kurzen, von einander abstehenden weissen Stachelborsten versehen. 

Nymphe. Die Augen schwarz, die Scheiden des Kopfes, des Thorax, wie 
die der Flügel und Beine glänzend, chitinisirt, gelb bräunlich; später werden 
die Flügelscheiden dunkler. Hinterleib röthlich oder gelblich durchscheinend, 
je nachdem die Nymphe weiblichen oder männlichen Geschlechtes ist. Im üebrigen 
bietet sie gegenüber den gewöhnlichen Nymphen der Cecido7nyia-Aiten nichts 



Cecidomyia Beekiana n. sp. anf Inula Conyza DC, 



143 



Besonderes dar. Die Exuvie ist an den chitinisirten Stellen glänzend, gelblich, 
am Hinterleibe sehr fein und weiss. 

Galle und Lebensweise.^) Dort, wo die Galle auf Blättern dier Inula 
Conyza auftritt, ist sie schon vom Weiten auffallend. Der Mittelnerv des be- 
fallenen Blattes ist mehr oder weniger sichelförmig gekrümmt, die Blattspreite 
längs dieses Nerves zusammengefaltet, sehr häufig verkürzt und tiefer ein- 
geschnitten als gewöhnlich, hülsenartig aufgeblasen und zwischen dem Nervennetze 
mit kleinen blasigen Ausbauchungen versehen. Ueberdies zeigt sie sowohl aussen 
(unterseits) als innen (oberseits) eine starke Haarwucherung: dort ist diese 
kurzfilzig, hier wollig, längs des Mittelnerves förmlich quastenförmige, weissliche 
Flocken bildend (Taf. X, Fig. 4 und 5). Inmitten dieser Flocken leben die 
Larven gesellig. Ich traf hier neben noch jüngeren Larven bereits auch Cocons 
mit reifen Nymphen. Das länglich- runde Gespinnst ist sehr dicht, seidenartig, 
rein weiss und stets von einem lockeren Haarfilze der Cecidie umgeben und 
an diesem anhaftend. Noch am selben Tage entschlüpften den Cocons, nachdem 
diese am oberen Ende unregelmässig zerrissen worden waren, mehrere Imagines. 
Die Entwicklung dauerte fort bis zum 19. Juli, an welchem Tage ich die 
weitere Zucht aufgeben musste. Gewiss erscheinen im Freien bis lang in den 
August hinein noch immer neue Imagines; denn ich fand später in meinem 
Vorrathe von getrockneten Cecidien neben Cocons mit Nymphen viele noch nicht 
ausgewachsene Larven. Einen merkwürdigen Einfluss nimmt die Gallenbildung 
der entwickelten Blätter auch auf benachbarte Stammtheile der Pflanze; man 
trifft nicht selten in der Nähe eines angegi-iffenen Blattes starke Anschwellungen 
an dem Stengel, Neigung desselben zu einer gewissen Torsion, deutliches Hervor- 
treten von Kanten und starke Haarwucherung (Fig. 4 und 5). Hier fand ich 
aber keine Larven; gewiss wäre es für einen Pflanzenteratologen eine inter- 
essante Aufgabe, zu untersuchen, wie diese Stengelanschwellungen hervor- 
gerufen werden. Ausser den geschilderten Deformationen werden auch die Axillar- 
knospen in Mitleidenschaft gezogen. Dieselben kennzeichnen sich von aussen 
nur durch eine etwas stärkere Behaarung und erscheinen etwas dicker als die 
normalen Knospen. Die Triebe und die Blätter dieser Knospen bleiben in ihrem 
Wachsthume zurück; im Innern der Knospe finden sich rudimentäre Blättchen, 
von dichtem Haarkleide umhüllt, welches eine oder mehrere knospen- oder 
quastenförmige Schöpfe bildet, wie wir sie oben an den deformirten Blättern 
besprochen haben. In diesen Haarschöpfen der Axillarknospen leben nun auch 
wieder die Larven der Mücke in derselben Weise wie in jenen auf den Blättern. 
Es ist zu erwähnen, dass mitunter sogar die kleinsten Axillarknospen an den 
Stützblättern des Blüthenstandes einem Angriffe, freilich fruchtlos, ausgesetzt 
waren. Das Knöspchen ist zu einer kleinen Woilflocke umgewandelt, in welcher 
jedoch keine Larve zu finden war. 

Unser verehrtes Mitglied, Herr Eduard Scholz, hatte die Gefällig- 
keit, das Haarkleid der Pflanze in getrocknetem Zustande zu untersuchen, und 



1) Ich fand die Galle in der Wiener Gegend am 12. Juli des vorigen Jahres, 



144 



Josef Mik. 



ich glaube, dass es nicht uninteressant erscheinen dürfte, die Resultate dieser 
Untersuchung hier wörtlich mitzutheilen. Herr Scholz schreibt mir: 

„Die Haare der vollkommen normal entwickelten Pflanze zeigen ihrer 
Entwicklung gemäss die verschiedensten Grössenverhältnisse, 0-2—1 mm. Fig. a 
(die Vergi-össerung sämmtlicher Figuren = 125) zeigt ein normales Haar von 
mittlerer Grösse. Es sind konisch-fadenförmige, zwei- bis zwölfgliederige Tri- 
chome. Stets unterscheidet sich eine Gruppe von Zellen als ,Fuss*- von den 
übrigen ,Körperzellen'; bei ersteren sind die periklinen Wände am grössten, 
bei letzteren die antiklinen. Die beobachteten (normalen) Fusszellen waren alle 
einreihig. Die Körperzellen verschmächtigen sich ganz allmälig gegen die Spitze 
des Haares, so dass dieses stets peitschenförmig aussieht. 

„Anders die deformirten Haare, welche relativ viel dicker und weit länger 
sind, doch keine Zunahme in der Zahl der Septa aufweisen. Die Deformationen 
beziehen sich theils auf die Fusszellen, indem diese gewaltig anschwellen, oft 
Aussenkungen treiben (Fig. &), oder durch antikline Wände vervielfältigt sind 




Fig. «. Fig, h. Fig. c. Fig. d. 



(Fig. c), theils aber auf die Körper zellen, welche sehr ungleiche Dicke besitzen, 
daher die Seitenwandungen an den Septen tiefe Einschnürungen zeigen; oft 
verbreitert sich das Haar gegen die Spitze. Endlich fällt es nicht schwer, na- 
mentlich an abnorm entwickelten Stengeitheilen Haare zu finden, die in allen 
ihren Theilen ein vom gewöhnlichen Vorkommen gänzlich abweichendes Ver- 
halten aufweisen (Fig. ä). 

„Abgesehen von der auffallenden Verlängerung der Haare und der merk- 
würdigen Anschwellung der von ihnen besetzten Theile, muss man gestehen, 
dass die anatomischen Unterschiede zwischen normalen und abnorm entwickelten 
Haaren nur wenig in die Augen springend sind; dagegen erweisen sich die De- 
formationen der Rindenzellen und der Zellen des Blattparenchyms sehr charak- 
teristisch. Ueber die nähere BeschalFenheit dieser Deformationen, sowie über 
die Art und Weise, wie sie entstanden sind, lässt sich nicht leicht Bestimmtes 



Cecidomyia Beckiana n. sp. auf Inula Conyza DC. 



145 



aussprechen, so lange man nicht über frisches üntersuchungsmateriale ver- 
fügen kann." 

Anmerkung. Vergleichen wir zum Schlüsse die Beschreibungen von 
Cecidomyia Beckiana m. und von Cecidomyia lychnidis Heyd., so ergibt sich, 
so mangelhaft auch letztere ist (z. B. in Bezug auf die weibliche Legeröhre, 
auf das Flügelgeäder), doch der Schluss, dass beide Arten verschieden seien. 
Die Anzahl der Fühlerglieder beider Geschlechter, die relative Länge der Stiele 
an der Fühlergeissel des Männchens, die Verschiedenheit der Färbung dßr Larven 
beider Arten, gewähren der Anhaltspunkte genug, diesen Schluss für berechtigt 
zu halten. 



Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 



19 



146 



Josef Mik. Cecidomyia Becldana n. sp. auf Inula Conyza DC. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel X. 

Fig. 1. Cecidomyia Bechiana n. sp.: Flügel des 9» sammt natürlicher Länge. 
„ 2. Hinterleib des Q von oben (vergr.). 
„ 3. Flügel des J^, sammt natürlicher Länge. 

„ 4. Inula Conyza DC: ein Stück des Stengels: oberer Theil normal, unterer 
Theil angeschwollen, mit zwei deformirten Blättern. 

„ 5. Ein Theil des deformirten Stengels mit einem geöffneten Blatte mit 
knospenförmigen Haarflocken. 

„ 6. Eine blattwinkelständige Knospe mit Cecidienbildung. 

(Fig. 4—6 in natürlicher Grösse.) 



147 



Feigeninseeten. 

Beschrieben von 

Dr. Gustav Mayr. 

(Mit Tafel XI-XIII.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 4. Februar 1885.) 

Herr Professor Graf zu S o 1ms -Laub ach hat der Gattung Ficus (im 
weiteren Sinne) sein besonderes Interesse zugewendet und als erste Frucht 
seiner Arbeit die Abhandlung: „Die Herkunft, Domestication und Verbreitung 
des gewöhnlichen Feigenbaumes (Ficus Carica L.)" im XXVIII. Bande der 
Abhandlungen der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, 
1882, publicirt. Seine Studien über die Caprification brachten es mit sich, dass 
er auch die in den Feigen lebenden Insecten mit in den Kreis seiner Studien 
zog. Das von demselben besonders aus asiatischen Feigen gesammelte Insecten- 
materiale fand in Dr. Paul Mayer an der zoologischen Station in Neapel einen 
tüchtigen Forscher, der den in Neapel vorkommenden Feigeninseeten seine be- 
sondere Aufmerksamkeit schenkte, die von Dr. Schweinfurth in Cairo, sowie 
von Dr. Fritz Müller in Blumenau in Brasilien, Provinz St. Catharina, ge- 
sammelten Feigeninseeten einer eingehenden Untersuchung unterzog und die 
Resultate derselben in seiner Abhandlung: „Zur Naturgeschichte der Feigen- 
inseeten" in den Mittheilungen aus der zoologischen Station zu Neapel, III. Band, 
1882, publicirte. Da es aber auch nöthig war,' die gesammelten Insecten syste- 
matisch zu bearbeiten, so forderte mich Dr. Paul Mayer auf, diese Aufgabe 
zu übernehmen, welchem Wunsche ich hiemit entspreche. Die in meine Hände 
gelangten Insecten waren in ganz ausgezeichneter Weise conservirt, indem sie 
theils in Alkohol lagen, theils von Dr. Paul Mayer als mikroskopische Prä- 
parate in Canadabalsam eingebettet wurden, nur jene, welche getrockneten Feigen 
aus Herbarien entnommen wurden, waren meistens in sehr schlechtem Zustande 
und konnten theilweise nicht berücksichtigt werden. 

Die in Feigen vorkommenden Insecten sind in drei Kategorien zu theileu, 
und zwar gehören zur 

1. Die Gallenerzeuger, welche in den Fruchtgallen den Larven- und 
Puppenzustand zubringen. Hierher gehören wahrscheinlich alle Agaoninen, sicher 
aber mindestens die Arten der Gattung Blastophaga. Es ist hier nicht der 

19* 



148 



Gustav Mayr. 



Ort, die interessanten Beobachtungen, welche über Blastophaga grossorum Gr, 
gemacht wurden, zu wiederholen, weshalb ich in dieser Beziehung auf die oben 
citirte Abhandlung von Dr. Paul Mayer verweise, in welcher man darüber das 
Interessanteste, sowie auch den mit grosser Sorgfalt zusammengestellten Literatur- 
nachweis findet. Zur 

2. Kategorie gehören die parasitischen Hymenopteren, welche von 
den Larven resp. Puppen der Agaoninen leben, indem sie ihre Eier in die 
Fruchtgallen legen und die daraus entstehenden Larven sich von den Larven 
der Agaoninen ernähren. Zur 

3. gehören die Feigenbesucher, nämlich jene Inseoten, welche im ent- 
wickelten Zustande in das Innere der Feigen eindringen, sich wahrscheinlich 
von dem Safte derselben und etwa auch von den zu Grunde gegangenen 
Männchen der Feigenbewohner nähren und die Feigen wieder verlassen. 

Es dürfte übrigens nicht leicht sein, in jedem Falle zu bestimmen, ob 
ein in Feigen gefundenes lusect ein Feigenbewohner oder ein Feigenbesucher 
sei. Zu der letzteren Kategorie gehören sicher die Ameisen und wahrscheinlich 
auch kleine Dipteren, die sich einzeln in den Feigen vorfinden. Ich halte es 
für ziemlich wahrscheinlich, dass die nachfolgend beschriebenen Hymenopteren 
nur den zwei ersten Kategorien augehören, also Feigenbewohner seien. Sicher 
ist natürlicherweise jedes Insect, welches sich in einer noch geschlossenen 
Fruchtgalle der Feige vorfindet, ein echter Feigenbewohner. 

Schwierig ist es auch mit dem Nachweise, ob ein Feigenbewohner zur 
ersten oder zweiten Kategorie gehöre, denn aus der etwaigen Aehnlichkeit mit 
anderen nicht in Feigen lebenden Insecten den Schluss zu ziehen, ob ein 
Feigenbewohner ein Phytophage oder ein Parasit sei, halte ich für gewagt, 
besonders seitdem die mehrfache Beobachtung gemacht wurde, dass auch ge- 
wisse Eurytomiuen nicht, wie die übrigen, eine parasitische Lebensweise führen, 
sondern Phytophagen sind. 

Wenn auch bisher nur von wenigen Feigeninsecten die Lebensweise mehr 
oder weniger bekannt ist, so wissen wir doch (siehe Paul Mayer 1. c. p. 555—564 
und 566), dass bei Blastophaga grossorum Gr., Sycophaga Sijcomori Hass. und 
Phüotnjpesis Caricae Hass. die Männchen, nachdem sie ihre bisherige Be- 
hausung, die Fruchtgalle, verlassen haben, jene der Weibchen aufsuchen, in 
diese Fruchtgalle mittelst der starken Oberkiefer ein Loch beissen, die Weibchen 
noch in der Galle mittelst ihres oft fernrohrartig ausdehnsamen Abdomen be- 
fruchten und dann za Grunde gehen. Sie kommen also nie ans Tageslicht, 
indem sie in dem Fruchtknoten einer Feige sich aus dem Ei entwickeln und 
schliesslich in derselben Feige ihr Leben beschliessen ; sie sind daher blass ge- 
färbt, haben starke Mandibeln, kurze Fühler, die Netzaugen sind kleiner (bei 
anderen Arten fehlen sie ganz), die Ocellen fehlen, die Flügel sind rudimentär 
oder gar nicht vorhanden und daher die ganz abweichende Bildung des Thorax. 
Die befruchteten Weibchen hingegen verlassen die Feigen, um ihre Eier in 
blühende Feigen abzusetzen; sie sind dunkel tingirt, haben grosse Fühler und 
Augen, sowie auch Ocellen und Flügel. Dass alle diese hier nur im Allge- 



Feigeninsecten. 



149 



meinen angeführten Abweichungen der flügellosen Männchen im Vergleiche mit 
den dazugehörenden Weibchen sich seinerzeit nur allmälig herausgebildet haben 
und dass die Vorfahren dieser Arten auf einem näheren oder weiteren Zweige 
des genealogischen Stammbaumes geflügelte Männchen hatten, bedarf ja doch 
keiner weiteren Erörterung. Es erscheint mir aber doch interessant, den bei den 
Männchen gewisser Formen vorkommenden Dimorphismus zu erwähnen. Bei 
der Gattung Crossogaster, bei gewissen (vielleicht bei allen) Arten von Heteran- 
drium und hei Aepocerus ioißaticeps finden sich zweierlei Männchen, näm- 
lich solche mit entwickelten Flügeln, und solche, welchen die Flügel ganz fehlen 
oder sehr rudimentär sind. Bei den ersteren ist die Abweichung von den Weibchen 
die gewöhnliche, bei den letzteren jedoch finden sich, ausser den nicht ent- 
wickelten Flügeln, grössere Diff'erenzen. Bei dem Männchen von Aepocerus 
inflaticeps mit rudimentären Flügeln sind die Mandibeln viel stärker ent- 
wickelt und anders geformt als bei den Männchen mit entwickelten Flügeln, 
die Ocellen sind viel kleiner oder fehlend und der Mittelrücken ist nicht in 
ein Mesonotum im engeren Sinne (Scutum) und in ein Scutellum getheilt, 
sondern besteht aus einem Stücke. Bei dem flügellosen Männchen von Crosso- 
gaster geht die Abweichung schon weiter, indem, ausser dem eben Angeführten, 
die Fühler kürzer sind und aus weniger Gliedern bestehen, die Ocellen stets 
fehlen und die Netzaugen kleiner sind. Dieselben Abweichungen finden sich 
auch bei den flügellosen Männchen jener Ileterandrium-kxim, von welchen 
mir zweierlei Männchen bekannt sind, nur tritt noch ein Merkmal auf, welches 
sich auch bei anderen flügellosen Männchen findet; es sind nämlich am Scheitel, 
am Thorax, am Hinterleibe und an den Beinen einzelne besonders lange Borsten- 
haare inserirt, welche wohl dazu dienen dürften, die weichen Theile der Feige 
vom Leibe zu halten und die Thierchen vor Verklebung zu schützen. (Beson- 
dere Vorrichtungen, um die Verklebung der Athemlöcher am Hinterleibe zu 
verhüten, finden sich bei den Männchen von Sycophaga und Sycoryctes patel- 
laris.) Es wäre nun die Frage aufzuwerfen, ob von diesen Gattungen die ge- 
flügelten Männchen etwa die Feigen verlassen, während die flügellosen schon 
in der Feige ihr Lebensziel erreichen; doch erscheint mir diese räumlich so 
verschiedene Befruchtung durchaus nicht wahrscheinlich, und ich glaube mit 
Kücksicht auf die Anwesenheit der ungeflügelten Männchen, dass sie in der 
Feige allein erfolge. Wenn aber schon ungeflügelte Männchen vorhanden sind, 
welche dem Leben in der Feige viel besser angepasst sind als die geflügelten 
Männchen, und die Befruchtung durch die ungefiügelten Männchen wegen des 
beschränkten Raumes in der Feige viel leichter von Statten gehen könne und 
nur durch diese erfolge, so würden in den weiteren Generationen die flügellosen 
Männchen an Zahl zu-, die anderen abnehmen, bis die letzteren vollständig 
verschwinden, wodurch erklärt würde, dass so viele Gattungen der Feigeninsecten 
nur flügellose Männchen haben. 

Der höchste Grad der Verschiedenheit zwischen Weibchen und 
Männchen findet sich bei Blastophaga, Tetrapus, Sycophaga und Phüotrypesis 
(ich nenne hier nur solche Gattungen, bei welchen die Zusammengehörigkeit 



150 



Gustav Mayr. 



der beiden Geschlechter zweifellos ist). Da sind die Unterschiede so ausser- 
ordentlich, dass man durch die Untersuchung der Thiere allein nicht die ge- 
ringsten Anhaltspunkte zur Zusammenstellung der beiden Geschlechter zu er- 
halten im Stande ist. Von diesen Gattungen bietet Blastophaga noch ein 
besonderes Interesse, indem die Weibchen der verschiedenen Arten eine grosse 
Aehnlichkeit haben, während die Männchen in dem Baue des Hautskeletes eine 
so grosse Verschiedenheit zeigen, dass selbst ausgesprochene Feinde der Zer- 
splitterung der Gattungen auf diese Männchen, natürlich ohne Kenntniss der 
Weibchen, mehrere Genera basiren würden. Diese Männchen scheiden sich 
insbesondere in zwei sehr auffallend getrennte Formengruppen. Bei der einen 
(Subgenus Ceratosolen) ist jeder Fühler mit seinem Basaltheile in einem un- 
geschlitzten oder geschlitzten röhrenförmigen Kanäle eingeschlossen, steht mit 
der Radicula in beweglicher Verbindung und kann durch eine eigenthümliche 
Bewegung der letzteren aus dem Kanäle weit weggestossen oder zurückgezogen 
werden, Bei der anderen Formengruppe (Subgenus Blastophaga s. str.) findet 
sich am Vordertheile des Kopfes eine mehr oder weniger grosse und tiefe Grube, 
in welcher die Fühler inserirt sind und wo kein Kanal existirt. Aber trotz 
der Verschiedenheiten, von denen ich hier nur ein Merkmal, wenn auch das 
wichtigste, hervorgehoben habe, lässt sich zwischen den Weibchen der einen 
und der anderen Gruppe kein anderer durchgreifender Unterschied finden als 
die verschiedene Ausbildung der nächsten Umgebung der Spiracula des siebenten 
Abdominalsegmentes, indem sich bei Ceratosolen eine grosso langgestreckte 
Chitinschüssel vorfindet, beim Subgenus Blastophaga jedoch eine kleine runde 
oder ovale Schüssel. Aber auch innerhalb desselben Subgenus finden sich bei 
den Männchen sehr gewichtige Unterschiede, so z. B. bei Ceratosolen im Baue des 
Thorax. Da folgen bei G. Solmsi, constricta und hisulcata die vier Thorax- 
segmente einander in voller Breite des Thorax, während bei appendiculata, 
occultiventris und fusciceps das Metanotum äusserlich nicht sichtbar ist, aber 
die Metapleuren an die Oberseite des Thorax rücken, überdies bei appendiculata 
das Medialsegment hinter der Insertion des Hinterleibes in eine lange ge- 
krümmte Platte sich fortsetzt. 2) Auch andere erhebliche Unterschiede finden 
sich vor; da ist z. B. crassitarsus durch die verdickten, sehr stark behaarten 
Hintertarsen ausgezeichnet und bei den verschiedenen Arten sind die Augen, 
wenn auch sehr klein, vorhanden, oder sie fehlen gänzlich. Beim Subgenus 
Blastophaga ist der Thorax ebenfalls sehr verschieden geformt, die Fühler 



Prof. Mik machte mich aufmerksam, dass nach Fr. M ei ner t 's : Om retractile Antenner 
hos en Dipter-Larve, Tanypus (Entomologisk Tidskrift, 1882, p. 83) auch hei der Dipterenlarve 
von Tanypus in eine Röhre zurückziehhare Fühler vorkommen. Nach den Abbildungen wird der 
Fühler durch den Muskel in gerader Eichtung zurückgezogen, während bei Ceratosolen derselbe 
durch die Bewegung der seitlich befestigten ßadicula vorgestossen oder zurückgezogen wird. 

^) Obschon ich es bisher, folgend dem Usus bei den Hymenopterologen, vermied, dem 
Medialsegmeute in der Terminologie der Hautflügler einen Platz anzuweisen, so bin ich jedoch 
jetzt im Hinblicke auf die höchst verschiedenartige Ausbildung desselben bei den ungeflügelten 
Männchen der Feigeninsecten gezwungen, auf dasselbe Rücksicht zu nehmen. 



Feigeninsecten. 



151 



variiren in der Anzahl ihrer Glieder, die Mittelbeine sind sehr verschieden in 
Grösse und Dicke, ja eine Art (quadrupes) hat nur vier entwickelte Beine 
(ebenso wie bei der Gattung Tetrapus und bei der von Saunders beschriebenen 
Kradibia Coioani, welche aber zu Blastophaga zu stellen ist), indem die Mittel- 
beine so rudimentär sind, dass man erst bei genauerer mikroskopischer Unter- 
suchung zwei sehr kleine Glieder als die verkümmerten Mittelbeine erkennt; 
schliesslich möge noch erwähnt werden, dass es in diesem Subgenus Arten 
mit zweigliedrigen und solche mit fünfgliedrigen Vordertarsen gibt, auch sind 
im letzteren Falle alle Glieder frei oder mehr oder weniger mitsammen ver- 
wachsen. 

Leider konnte eine Reihe von Gattungen nur in einem Geschlechte be- 
schrieben werden, da ich nicht hinreichende oder gar keine Anhaltspunkte 
finden konnte, beide Geschlechter in eine Gattung zu vereinigen, auch liegt 
mir zweifellos von einigen Gattungen nur das eine Geschlecht vor. Beim 
ferneren Sammeln von Feigeninsecten wäre es deshalb sehr wünschenswerth, 
wenn die Bewohner einer Feige nicht mit denen anderer Feigen, auch wenn 
sie von demselben Baume stammen, vermengt würden, obschon die Schwierig- 
keiten dadurch noch nicht ganz beseitigt würden. 

Die nachfolgend beschriebenen Insecten gehören, einen Braconiden, den 
Herr Dr. Reinhard zu beschreiben so freundlich war, ausgenommen, zu den 
Chalcididen, wie Westwood für Blastophaga und Sycophaga bereits nach- 
gewiesen hat, doch musste ich bei vielen Gattungen auf eine sichere Ein- 
reihung in Subfamilien verzichten. Ein Hauptgrund liegt wohl darin, dass die 
Autoren bei der Aufstellung der Genera und Subfamilien nur oder fast nur 
die europäischen Arten zu berücksichtigen in der Lage waren. 

Die einschlägige Literatur wurde vom Grafen Solms und von Dr. Paul 
Mayer in den oben angeführten Abhandlungen schon so vollständig citirt, dass 
mir nur Weniges und besonders das neu Erschienene beizufügen erübrigt. 

Walker hat mehrere Gattungen und Arten aufgestellt, und zwar in: 
Descript. of Clialc. discov. in St. Vincent's Isle etc. (Ann. Mag. Nat. Hist. 1843, 
XII, p. 47) die Gattungen Idarnes und Paphagus; in den Descript. of n. Gen. 
and Spec. of Paras., belong. to the F. Proct. and chalc, which attack Ins. destr. 
to the fig in India (Newman's Entomologist, VIII, 1875) die Gattungen Isa- 
nisa, Pseudisa, Agrianisa, Polanisa (vielleicht = Philotrypesis) und Micranisa; 
in den Notes on Chalcidiae P. IV, 1871 die Gattungen Sycöbia und Sycophila. 
Ich habe mir Mühe gegeben, die mir vorliegenden Arten auf Walk er 'sehe 
Gattungen und Arten zu beziehen, was mir übrigens, wie fast zu erwarten war, 
nicht gelang. Ich hatte nämlich bisher bei meinen Studien über die Chalci- 
diden und Proctotropiden genug Gelegenheit, Walk er 'sehe Beschreibungen mit 
typischen Exemplaren zu vergleichen, und ich weiss daher, wie oft die Be- 
schreibung (mit Ausnahme jener, bei denen der tüchtige Haliday secundirt 
hatte) das Gegentheil von dem angibt, was sich an dem typischen Stücke zeigt. 
Von dieser Erfahrung ausgehend, halte ich es für nicht ganz unmöglich, dass 
die Gattung Ji^ames^ zu welcher Walker zuerst nur die westindische Art J. carme 



152 



Gustav Mayr. 



stellt, mit meiner Gattung Tetragonaspis übereinstimme, doch habe ich ohne 
Ansicht eines typischen Exemplars kein Kecht, die Arten, welche ich zu der 
letzteren Gattung stelle, zu Idarnes zu ziehen, denn die Angaben Walker 's: 
Palpi hiarticulati, antennae breves, clavatae, art. 3. et sequentes hrevissimi (also 
alle folgenden?), mesotlioracis scutum impressum, abd. segmentum 1. magnum, 
metapedum femora crassa, dann der Unsinn über das Flügelgeäder passen durch- 
aus nicht auf Tetragonaspis. Es wäre auch nicht unmöglich, dass die später 
von Walker beschriebene I. stabiUs zu Sycoryctes gehöre; auf die Art 1. tran- 
siens wurde schon von West wood die G^kiixm^ Idarnella (= Philotrypesis ¥öv&t.) 
begründet. 

West wood beschrieb in den Trans. Ent. Soc. Lond. IV, 1847, p. 260, 
PI. X, Fig. 23 (sowie auch neuerdings in denselben Transact. 1883, PI. X, 
Fig. 86—88) Palmon (Pachytomus) Klugianus aus Feigen in Egypten. Da 
die Gattung Podagrion Spin. (= Palmon Dalm.) die Eier in die Eier von 
Mantiden ablegt und die daraus hervorgekommenen Larven in diesen Eiern 
leben, so gelangte das beschriebene Männchen, wie ich schon in meiner Arbeit 
„Die europäischen Torymiden" p. 11 erwähnte, zweifellos in die Feige, um sich 
von dem Safte zu ernähren, und ist daher nur als Feigenbesucher zu betrachten.^) 
Ferner gibt Westwood in den Descriptions of the insects infesting the seeds 
of Ficus Sycomorus and Carica (Trans. Ent. Soc. 1882, p. 47) Ergänzungen 
zu seiner in den Trans. Ent. Soc. II. publicirten Abhandlung: On Caprification 
as practised upon the Figs etc. In: Further descriptions of insects infesting 
figs (Trans. Ent. Soc. 1888, p. 29) stellt er die Gattungen WaJkerella, Syco- 
biella, Sycoscapter, Sycoscaptella, Idarnella und Otitesella auf und beschreibt 
mehrere Arten. In Further notice concerning the fig-insects of Ceylon (Trans. 
Ent. Soc. 1883, p. 375) ist Sycoscaptella? quadrisetosa 9 (wie ich aus der Ab- 
bildung ersehe, zur Gattung Philotrypesis gehörig) und eine Äpocrypta (= Syco- 
phaga) beschrieben, welche Westwood irrigerweise für Ä. perpUxa hält. 

S. Saunders beschrieb in: Descriptions of three new genera and species 
of fig-insects allied to Blastophaga from Calcutta, Australia and Madagascar 
(Trans. Ent. Soc. 1883) die drei Agaoninen-Gattungen: Eupristina, Pleisto- 
dontes und Kradibia {— Blastophaga), dann in: On the Cynips Caricae of 
Hasselquist and other Fig-Insects allied thereto; with description of a new 
species of Australia (Trans. Ent. Soc. 1883, p. 383) die Idarnella (= Philo- 
trypesis) Caricae Hasselq. und I. aterrima. 

Im Nachfolgenden sind die von mir untersuchten Arten, welche in den 
Feigen desselben Baumes oder derselben Feigenart in einer Localität mitsammen 



1) Ich besitze mehrere Exemplare eines Podagrion, welche der Afrikareisende Ernst Marno 
im Sudan aus Mantiden-Eiern erzogen hatte. Die Männchen hahen einen depressen, verlängerten 
Hinterleib (welche Form auch bei getrockneten Männchen von P. pachymerus Walk, oft zu sehen 
ißt), vierzähnigö Hinterschenkel (beim Weibchen sind sie sechszähnig) und flachgedrückte Meta- 
tarsen, also dieselben Merkmale, welche West wo o d seinem Subgenus Pachytomus beilegt. Uebrigens 
finden sich auch beim Männchen der europäischen Art dieselben Merkmale, nur dürften bei der 
Westwo od'gchen Art die Metatarsen etwas stärker compress sein. 



Feigeniusecten. 



153 



gefunden wurden, zusammengestellt. Graf Solms war so freundlich, die Namen 
der angegebenen Feigenarten unmittelbar vor Abschluss dieser Abhandlung zu 
revidiren. 

Die von Dr. Paul Mayer in „Zur Naturgeschichte der Feigeniusecten", 
p. 568 u. s. f. augeführten Feigeuarten: 

Nr. 2. Ficus (Sycomorus) spec, Angola. Syeophaga Sycomori Hasselq., 
Philotrypesis Q und scheinen kleine, schlecht ernährte Individuen von 
Ph. Caricae Hass. zu sein. ^) 

4. Ficus Carica L. vel potius F. serrata Forsk., vom Beg Dagh, 4000' 
hoch, Kleinasien, coli. Haussknecht. Blastophaga grossorum Grav., Philo- 
trypesis Caricae Hass. 

5. Ficus ( Sycomorus) guineensis Miq. , Matamma in Nubien , coli. 
Dr. Scbweinfurth. Blastophaga unicolor n. sp., Syeophaga Sycomori Hass., 
Goniogaster varicolor n. sp.(?) 

6. Ficus spec, Island of Bally, Kew-Museum. Blastophaga Mayeri n. sp. cT, 
die beiliegenden 9 gehören zum Subgenus Ceratosolen, also nicht zu diesen cf . 
Von dem von Dr. Paul Mayer erwähnten Hinterleibe eines von Syeophaga 
sind nur die zwei letzten Segmente im Präparate; dieselben sind nicht zu 
unterscheiden von den gleichen Theilen bei Syeophaga Sycomori und dürften 
wohl dieser Art angehören. 

7. JP^'cws spec, Monrovia (Liberia). Reste yon Blastophaga (Ceratosolen), 
Syeophaga perplexa Coq. und Eeste von Goniogaster varicolor n. sp. 

9. Ficus spec, Comoro- Insel Johanna bei Madagascar. Blastophaga 
(Ceratosolen) 9, schlecht conservirt. 

10. Ficus pseudocarica Miq., Abyssinien. Blastophaga grossorum Gr. 

11. Ficus Carica L., Kurum Valley in Afghanistan. Blastophaga grosso- 
rum Gr., Philotrypesis Caricae Hass. und Sycoryctes spec. 9- 

12. Ficus ( Sycomorus) panifica Del., tropisches Nilgebiet. Blastophaga 
oecultiventris n. sp. 

13. Fictis (Sycomorus) riparia Rochst., Abyssinien. Schlecht conservirte 
9 von Blastophaga (Ceratosolen) und Syeophaga. 

14. Ficus (Sycomorus) spec, tropisches Nilgebiet. Syeophaga Sycomori 
Hass. und S. perplexa Coq. 

17. Ficus persica Boiss., Schiras in Südpersieu, Maskat. Blastophaga 
grossorum Gr., Philotrypesis Caricae Hass. 

19. Ficus spec , Ostindien. Blastophaga hreviventris, ein cT von Syeo- 
phaga n. sp., welches aber zur Beschreibung nicht gut genug conservirt ist. 

20. Ficus serrata Forsk. {palmata Forsk.), Wüste am rothen Meere. 
Blastophaga grossorum Gr., Philotrypesis Caricae Hass. 



^) Die ausgelassenen Nummern enthielten theils nur undeterminirbare Insectenreste, theils 
kamen sie nicht in meine Hände. 

Z. ß. Ges. B. XXXV. Ahh. 20 



154 



Gustav Mayr. 



21. Ficus saZm/bZm Vahl, Insel Socotra, coli. Dr. Schweinfurth. Blasto- 
pliaga socotrensis n. sp,, Crossogaster triformis ii. sp., Syeoryetes coccothraustes 
n. sp. und S. truncatus n. sp., Otitesella serrata n. sp. 

22. i^icws spec, Socotra, coli. Dr. Schweinfurth. Crossogaster tri- 
formis n. sp., Syeoryetes coccothraustes n. sp. 

4 a. Ficus (Sycomorus) glomerata horti bot. Bog., nec Boxb., in horto 
bot. Bogoriensi culta probabiliter in Java ins. sponte crescens. — Blast. (Cerato- 
solen) fusciceps n. sp. Vom Grafen Solms erhielt ich in mehreren Sendungen 
von derselben Feigenart dieselbe Blastophaga nebst Sycophaga Sycomori Hass. 
und S. perplexa Coq., Syeoryetes patellaris n. sp., Tetragonaspis testacea n. sp. 
und Goniogaster varicolor n. sp. 

6 a. Ficus hirta Vahl var. setosa Miq., Java. Blastophaga javana n. sp. 
9 (?), schlecht conservirt. Vom Grafen Solms erhielt ich später auch noch 
Syeoryetes simplex n. sp. Als Feigenbesucher ist hier zu erwähnen: die Ameise 
Iridomyrmex cordatus Smith (Formica cordata Sm. J. Pr. Linn. Soc. III, 1859, 
p. 137) j Smith erhielt diese Art von den Aru-Iuseln, ich durch Herrn Radosz- 
kowsky von der Insel Menado; ferner die in den wärmeren Ländern allgemein 
verbreitete Art Mono^norium Pharaonis L. 

8 a. Ficus ( Sycomorus) umbellata horti Bogor., nec Vahl, cultivirt im 
botanischen Garten in Buitenzorg auf Java. Blast. (Ceratosolen) appendi- 
culata n. sp., Sycophaga Sycomori Hass., Syeoryetes patellaris n. sp., Philo- 
trypesis bimaculata n. sp. 

9 a. Ficus (Cystogyne) subopposita Miq. (fistulosa Reinw. sec. Miq.), 
Java. Blast. (Ceratosolen) constrieta n. sp., Philotrypesis spinipes n. sp. In 
einer Sendung vom Grafen Solms erhielt ich aus derselben Feigenart ausser 
der Blastophaga: Sycophaga perplexa Coq. und Goniogaster varicolor n. sp. 
Als Feigenbesucher: Cremastogaster deformis Smith. 

In directen Sendungen vom Grafen Solms erhielt ich ausserdem: 
Ficu9 (Urostigma) elastica Nois. in horto bot. ins. Java (in Indien, 

Java etc. einheimisch. Die im botanischen Garten in Buitenzorg mit diesem 

Namen bezeichneten Feigenbäume gehören vermuthlich mehreren noch nicht 

trennbaren Arten an). Blastophaga clavigera n. sp. 

Ficus (Urostigma) religiosa Nois., Singapore. Blastophaga quadrati- 

ceps n. sp. 

Ficus (Cystogyne) Ribes 'Re'mvf., Java. Blastophaga (Ceratosolen) crassi- 
tarsus n. sp., Philotrypesis minuta n. sp. 

Ficus ( Cystogyne) canescens Kurz, Java. Blast. (Ceratosolen) Solmsi n. sp. 

Ficus (Cystogyne) lepicarpa Bl,, Java. Blast. (Ceratosolen) bisuleata 
n. sp., Sycophaga Sycomori Hass., Philotrypesis spinipes n. sp. Als Feigen- 
besucher die Ameise: Doliehoderus bitubereulatus Mayr. 

Ficus (Frythrogyne) diver sifolia Bl., Java. Blastophaga quadrupes n. sp. 

Ficus spathulata Miq., Madras; mit ziemlicher Sicherheit blos Var. von 
F. (M-ythrogyne) diver sifolia Bl. Blastophaga quadrupes u. sp. 



Feigeninsecten. 



155 



Von Herrn Fritz Müller in Blumenau, Provinz St. Catharina in Bra- 
silien gesammelt: 

Baum Nr. 1. Tetrapus americanus n. sp., Critogaster singularis n. sp., 
piliventris n. sp., nuda n. sp., Trichaulus versicolor n. sp. 

Baum Nr. 2. BlastopJiaga brasiliensis n. sp., Nannoeerus biarticulatus 
n. sp., Ganosoma robustum n. sp,, attenuatum n. sp., Tetragonaspis flavicornis 
n. sp., coriaria n. sp., Diomorus variabiUs n. sp., JDecatoma longiramulis n. sp., 
Heterandrium nudiventre n. sp., biannulatum n. sp., Colyostichus longicaudis 
n. sp., brevicaudis n. sp., Aepocerus excavatus n. sp., simplex n. sp., puncti- 
pennis n. sp. 

Baum Nr. 3. BlastopJiaga brasiliensis n. sp., Nannoeerus biarticulatus 
n. sp., Ganosoma robustum n. sp., parallelum n. sp., attenuatum n. sp., Tetra- 
gonaspis flavicollis n. sp., forticornis n. sp., brevicoUis n. sp., punctata n. sp., 
Diomorus variabilis n. sp., Decatoma breviramulis n. sp., Heterandrium longi- 
pes n. sp., uniannulatum n. sp., Colyostichus longicaudis n. sp., Aepocerus 
simplex n. sp., punctipennis n. sp. 

Baum Nr. 4. Blastophaga brasiliensis n. sp., Ganosoma parallelum n. sp., 
attenuatum n. sp., Tetragonaspis flavicollis n. sp., brevicoUis n. sp., punctata 
n. sp., Decatoma breviramulis n, sp., Heterandrium longipes n. sp., uniannu- 
latum n. sp,, Colyostichus longicaudis n. sp., brevicaudis n. sp., Aepocerus 
simplex n. sp. 

Baum Nr. 5. Blastophaga brasiliensis n. sp., Physothorax disciger n. sp., 
annuliger n. sp., Ganosoma parallelum n. sp., attenuatum n. sp., Tetragonaspis 
flavicollis n. sp., gracilicornis n. sp., forticornis u. sp., Diomorus variabilis n. sp., 
Plesiostigma bicolor n. sp., Decatoma aequiramulis n. sp., breviramulis n. sp., 
Heterandrium longipes n. sp., Colyostichus longicaudis n. sp., Aepocerus ex- 
cavatus n. sp., emarginatus n. sp., simplex n. sp., flavomaculatus n. sp., puncti- 
pennis n. sp,, inflaticeps n. sp. 

Baum Nr. 6. Blastophaga brasiliensis n. sp., Ganosoma robustum n. sp., 
parallelum n. sp,, attenuatum n, sp., Tetragonaspis flavicollis n. sp., Heteran- 
drium nudiventre n. sp., ISarticulatum n. sp., Colyostrichus longicaudis n. sp. 
und der Braconide Psenobolus pygmaeus n. sp. (Reinhard). 

Baum Nr. 7. Blastophaga brasiliensis n. sp., Ganosoma robustum n. sp., 
Tetragonaspis flavicollis n. sp. 

Baum Nr. 8. Blastophaga bifossulata n. sp., Ganosoma robustum n. sp. 

Baum Nr. 9. Blastophaga brasiliensis n. sp. 

Die Bestimmungen der Arten zu den von Dr. Paul Mayer seiner Ab- 
handlung beigegebenen Tafeln sind: 

Tafel XXV. 

Fig. 1, 3, 4. Blastophaga grossorum Grav. 
„ 2, 5. Philotrypesis Caricae Hass. 
„ 6. Sycophaga Sycomori Hass. 

20* 



156 



Gustav Mayr. 



Tafel XXVI. 

Fig. 1, 2, 6, 8, 13. Philotrypesis Garicae Hass. 
„ 3. Ganosoma robustum n. sp. 
„ 4, 5, 9, 11, 23. Sycophaga Sycomori Hass. 
„ 7, 24. Tetrapüs americanus n. sp. 
„ 10. Blastophaga spec? 

„ 12, 17 — 20, 25, 26, 28, 29. Blastophaga grossorum Grav. 

„ 14. Blastophaga (Ceratosolen) spec? 

„ 15, 21, 22. Sycophaga perplexa Coq. 

„ 16. Blastopjhaga (Ceratosolen) occultiventris n. sp. 

„ 27. Sycoryctes coccothraustes n. sp. 



Uebersiclit der Gattungen, welche Ton mir untersucht wurden. 

a) Weibchen (stets mit entwickelten Flügeln). 

1 Die Oberseite des Kopfes mit einem breiten, seitlich scharf gerandeten 

Längseindrucke, welcher vom Mundrande oder wenigstens von den Fühler- 
gelenken bis zum hinteren Scheitelrande reicht und in welchem mindestens 
ein Punktauge liegt. Der Körper depress, Pronotum und Scutellum gross 
und flach, die Vorder- und Hinterschenkel verdickt, die Vordertibien 
weniger wie halb so lang als die Vorderschenkel, die Tarsen an den 

Vorder- und Hinterbeinen stets fünfgliedrig (Agaoninen) 2 

Die Oberseite des Kopfes ohne solchen durchlaufenden Längseindruck . 5 

2 Die Mandibeln an der Unterseite des Kopfes mit einem oft sehr langen, 

nach hinten gerichteten, sägezähnigen Fortsatze ^) 3 

Ohne solchen Fortsatz 4 

3 Drittes oder viertes Fühlerglied mit einem seitlichen Fortsatze; der Mar- 

ginal- und Postmarginalabschnitt, sowie auch der Radius vollkommen 

entwickelt 1. Blastophaga Gr. 

Kein Fühlerglied mit einem seitlichen Fortsatze; der Marginal- und Post- 
marginalabschnitt, auch der Radius fehlend .... IL Tetrapus n. g. 

4 Die Oberkiefer hinter und längs des unteren Längsrandes mit einer Reihe 

nach hinten gerichteter Zähnchen; die Fühler eilfgliedrig mit einem sehr 
kleinen Ringel; die Hintertibien ohne Zähnchen; Postmarginalabschnitt 

fast fehlend III. Crossogaster n. g. 

Die Oberkiefer ohne solche Zähne; die Fühler dreizehngliedrig mit zwei 
Ringeln, deren zweites ziemlich gross ist; die Hintertibien am Tarsal- 
ende mit einer kammförmig gestellten Reihe von Zähnchen; der Post- 
marginalabschnitt länger als der Radius . . . IV. Sycophaga Westw. 

5 Die drei letzten sehr schmalen Abdominalsegmente schwanzartig gestreckt 

XII. Philotrypesis Forst. 



*) Hierher gehören auch die von Sannders beschriebenen Gattungen Eupristina und 
Pltistodontts. 



B^eigeninsecten. 



157 



Die drei letzten Abdominalsegmente wie gewöhnlich 6 

6 Das breite und flache Scutellum mit zwei Längsfurchen, seitlich keine 

Scutellumgruben IX. Tefragonaspis n. g. 

Das Scutellum ohne Längsfurchen, die seitlichen Scutellumgruben vor- 
handen 7 

7 Der Marginalabschnitt in eine kurze, dicke Schwiele (Pterostigma) um- 

gewandelt; der Petiolus des Hinterleibes sehr deutlich sichtbar; die 

Bohrerscheide sehr kurz XVL Decatoma Spin. 

Der Marginalabschnitt nicht in eine Schwiele umgewandelt 8 

8 Von dem sehr kurzen Radius ist fast nur das Knöpfchen vorhanden; 

Kopf und Mesonotum grob fingerhutartig punktirt; der Fühlerfaden 

siebengliedrig XV. Biomorus Walk. 

Der Radius viel länger; Kopf und Mesonotum ohne solche Sculptur; der 
Fühlerfaden fünf- bis sechsgliedrig 9 

9 Die Stachelscheide länger als der Körper; die Fühler mit fünf Faden- 

gliedern 10 

Die Stachelscheide kürzer als der Körper 12 

10 Die einzelnen Abdominalsegmente an der Unterseite sehr stark sackartig 

nach abwärts erweitert; die Fühler zwölfgliedrig mit zwei Ringeln; der 
Marginalabschnitt gut doppelt so lang als der Radius XIX. Goniogaster n, g. 
Die Abdominalsegmente an der Unterseite nicht erweitert 11 

11 Die Parapsideufurchen hinten nicht ausgeprägt; die Fühler entspringen 

dem Vorderrande des Kopfes viel näher als dem mittleren Punktauge, 
sie sind eilfgliedrig mit einem Ringel; der Radius fast drei Viertel so lang 

als der Marginalabschnitt XI. Sycoryctes n. g. 

Die Parapsideufurchen durchlaufend und scharf; die Fühler sind vom 
Mundrande und vom mittleren Punktauge ziemlich gleichweit entfernt, 
sie sind dreizehngliedrig und haben drei Ringel; der Radius weniger als 
ein Drittel so lang wie der Marginalabschnitt . XIII. Trichaulus n. g. 

12 Die Fühler dreizehngliedrig mit drei Ringeln und fünf Fadengliedern; 

sie sind hoch oben, und zwar ziemlich gleichweit vom Vorderrande des 
Kopfes und dem mittleren Punktauge oder diesem etwas näher einge- 
lenkt; die Stachelscheide ein Drittel oder ein Viertel so lang als der 
Hinterleib XX. Äepocerus n. g. 

Die Fühler zwölfgliedrig mit zwei Ringeln und fünfgliedrigem Faden; 
sie sind nahe dem Clypeus eingelenkt, die Faden- und Keulenglieder mit 
wenigen Riefen, welche nicht oder kaum in Zähnchen enden. Die Körper- 
farbe vorherrschend grün XVIII. Colyostichus n. g. 

Die Fühler eilf- bis dreizehngliedrig, und zwar eilfgliedrig mit einem 
Ringel und fünfgliedrigem Faden, oder zwölfgliedrig mit zwei Ringeln 
und fünfgliedrigem Faden, oder dreizehngliedrig mit zwei Ringeln und 
sechsgliedrigem Faden ; sie entspringen ziemlich nahe dem Clypeus und 
die Riefen der Faden und Keulenglieder enden in spitzige Zähnchen. Die 
Körperfarbe vorherrschend gelb XVII. Heterandrium n. g. 



158 



Gustav Mayr. 



b) Männchen mit entwickelten Flügeln. 

1 Der Marginalabschnitt dick-schwielig und kurz; die Fühler nur mit vier 

Fadengliedern; der Hinterleibsstiel zwei- bis dreimal so lang als dick. 

XVI. Decatoma Spin. 
Der Marginalabschnitt dünn; die Fühler mit fünf bis sieben Faden- 
gliedern; der Hinterleib sehr kurz gestielt oder scheinbar ungestielt . 2 

2 Der Radius äusserst kurz; die Fühler mit einem Ringel und einem sechs- 

bis siebengliedrigen Faden; die Hinterschenkel am Beugerande mit zwei 

deutlichen oder einem undeutlichen Zahne 3 

Der Radius mittellang oder lang 4 

3 Der Fühlerfaden siebengliedrig; die Hinterschenkel zweizähuig; Kopf 

und Meson otum grob fingerhutartig punktirt . . . XV. Diomorus Walk. 
Der Fühlerfaden sechsgliedrig; die Hinterschenkel am Beugerande nahe 
dem Knie mit einem undeutlichen Zähnchen; Kopf glatt mit vereinzelten 
Punkten, Thorax äusserst zart chagrinirt . . . XIV. Plesiostigma n. g. 

4 Zweites Glied des Fühlerfadens sehr kurz und ringförmig, viel kürzer 

als das erste Fadenglied XVIII, Colyostichus n. g. 

Zweites Glied des Fühlerfadens nicht kürzer als das erste Fadenglied . 5 

5 Die eilf- bis zwölfgliedrigen Fühler stehen dem Vorderrande des Kopfes 

viel näher als dem mittleren Punktauge, sie haben ein bis zwei Ringel 

und einen fünfgliedrigen Faden 6 

Die dreizehngliedrigen Fühler stehen in der Mitte zwischen dem Vorder- 
rande des Kopfes und dem mittleren Punktauge; die Riefen der Faden- 
und Keulenglieder enden nicht in Zähnchen 7 

6 Der Kopf an der Vorderhälfte mit einer grossen und tiefen dreieckigen 

Grube, welche bis hinter die Mitte des Kopfes reicht und in welcher die 
eilfgliedrigen Fühler entspringen, die Fühlerkeule dick, viel dicker als 
das erste Fadenglied; der Postmarginalabschnitt fast fehlend. 

III. Crossogaster n. g. 
Der Kopf ohne eine solche dreieckige Grube, nur in der Fühlergegend 
massig eingedrückt, die Keule sehr wenig dicker als der fast gleichdicke 
Faden; der Postmarginalabschnitt länger als der Radius. 

XVII. Heterandrium n. g. 

7 Der Radius ziemlich kurz, weniger als ein Drittel so lang als der Mar- 

ginalabschnitt; die Fühler mit zwei Ringeln und einem sechsgliedrigen 

Faden XIII. Trichaulus n. g. 

Der Radius lang, etwas kürzer oder fast halb so lang als der Marginal- 
abschnitt; die Fühler mit zwei bis drei Ringeln und einem fünf- bis 
sechsgliedrigen Faden . . . XX. Äepocerus n. g. 

c) Männchen ohne oder mit rudimentären Flügeln. 

1 Die Fühler am Scheitel eingelenkt, die grossen Mandibeln mit langem, 
gezähnten Kaurande; der Clypeus sehr gross, jederseits bis zur Mitte des 



Feigeuinsectei), 



159 



inneren Randes der ziemlich grossen Augen reichend; das Krallenglied der 
Tarsen stark aufgeblasen, die übrigen Glieder sehr kurz X. Otitesella Westw. 
Die Fühler stets an der Vorderhälfte des Kopfes eingelenkt, der viel kleinere 
Clypeus reicht nicht bis zur Mitte des inneren Augenrandes .... 2 

2 Der Basaltheil eines jeden Fühlers in einen geschlitzten oder nicht ge- 

schlitzten röhrenförmigen Kanal eingeschlossen; die Augen sehr klein 
oder fehlend; die Vorder- und Hinterschenkel dick und mehr oder weniger 
compress, die Vordertarsen zweigliedrig . . I a. Subgenus Ceratosolen. 
Der Basaltheil der Fühler nicht in einen Kanal eingeschlossen .... 3 

3 Der Kopf vorne mit einer grossen und tiefen dreieckigen Grube, in 

welcher die Fühler entspringen 4 

Der Kopf ohne eine solche Grube 7 

4 Die eingliedrigen Vordertarsen liegen in einem Ausschnitte des Tarsal- 

endes der Vordertibien und überragen kaum das unterste Ende der Tibien, 
ihre Krallen sind sehr klein und ziemlich versteckt. Nur mit vier ent- 
wickelten Beinen. Die Fühler bestehen aus drei frei beweglichen Gliedern ; 
Kopf und Thorax meistens ziemlich stark quer convex II. Tetrapus n. g. 
Die Vordertarsen zwei- bis fünfgliedrig; stets sechs entwickelte Beine, 
ausser bei Blastophaga quadrupes 5 

5 Die Flügel fehlen vollständig; erstes Glied der Hintertarsen nicht blatt- 

artig erweitert 6 

Mit vier fadenförmigen Flügelrudimenten» Die Fühler durch ein sehr 
deutliches Kielchen getrennt; erstes Glied der Hintertarsen an der Streck- 
seite blattartig erweitert , . . XII. Philotrypesis Forst. 

6 Die gemeinsame grosse Fühlergrube endet hinten in einen schmalen 

oder breiteren Längsspalt, wenn nicht, so erreicht die querovale Fühler- 
grube nicht die Mitte des Kopfes; der Körper ziemlich schmal 

Ib. Subgenus Blastophaga. 
Die sehr grosse, dreieckige, gemeinsame Fühlergrube reicht hinter die 
Mitte des Kopfes und hat daselbst keinen Längsspalt-, der Körper breit 

III. Crossogaster n. g. 

7 Die Fühler sind höchstens aus neun Gliedern zusammengesetzt ... 8 
Die Fühler sind zehn- bis dreizehngliedrig, relativ lang, nur die drei 

letzten Glieder mitsammen verwachsen 12 

8 Die Fühler sind nahe neben einander eingelenkt 9 

Die Fühler sind von einander mehr entfernt als vom seitlichen Kopf- 
rande, sie bestehen aus vier bis fünf freien Gliedern 11 

9 Die Fühler bestehen nur aus zwei Gliedern, deren zweites keulenförmig ist 

V. Nannocerus n. g. 

Die Fühler bestehen aus mehr Gliedern 10 

10 Die Hinterschenkel an der Endhälfte des Beugerandes mit zwei Zähn- 
chen; die Fühler bestehen aus vier bis sieben freien Gliedern; der Thorax 
nicht depress; nur die Hintertibien und diese nur am Tarsalende mit 
kurzen Stachelchen besetzt VI. Physothorax u. g. 



160 



Gustav Mayr. 



Die Hintersclienkel ungezähnt; die Fühler bestehen nur aus drei beweg- 
lichen Gliedern; der Körper stark depress; die Tibien mit kurzen Stachel- 
chen besetzt IV. Sycophaga Westw. 

11 Unterkiefer und Unterlippe fehlend, statt deren ein feines häutiges Eöhr- 

chen; die Mandibeln zweizähnig; der Kopf zwischen den Stirnleisten 
(Clypeus) von einer Seite zur anderen concav; die Fühlerbestehen aus 
vier freien Gliedern, deren drittes kleines Glied ringförmig, durchsichtig 

und dünnhäutig ist VIII. Ganosoma n. g. 

Unterkiefer und Unterlippe vorhanden, alle Taster eingliedrig, die Man- 
dibeln drei- bis vierzähnig; der Kopf zwischen den Stirnleisten flach; 
die Fühler bestehen aus vier bis fünf freien, durchaus chitinisirten 
Gliedern VII. Critogaster n. g. 

12 Die Fühler dreizehngliedrig, deren drittes bis fünftes Glied ringförmig, sie 

sind weit vom Mundrande eingelenkt; der Kopf dick, gross und wie auf- 
geblasen erscheinend; der Thorax mit Flügelrudimenten XX. Aepocerus n. g. 
Die Fühler zehn- bis eilfgliedrig, ohne oder mit einem sehr kleinen Eingel, 
sie sind nicht so weit vom Mundrande, oder diesem nahe eingelenkt; der 
Kopf mehr oder weniger depress; die Metatarsen der Hinterbeine oft 
stark compress und mit sehr langen Borstenhaaren . 13 

13 Erstes Fadenglied kleiner als das zweite; die Mandibeln an der End- 

hälfte mit zwei Zähnen; die Hintertibien mit einigen sehr langen Borsten- 
haaren XVII. Heterandrium n. g. 

Erstes Fadenglied viel grösser als das zweite Fadeuglied ; die Mandibeln 
an der Endhälfte nur mit einem Zahne; die Hintertibien ohne lange 

Borstenhaare XI. Sycoryctes n. g. 

Am Schlüsse dieser Abhandlung folgt noch die von Dr. Reinhard ge- 
gebene Beschreibung eines neuen Braconiden. 

Beschreibung der Gattungen und Arten. 

I. Blastophaga Gray. 

Blastophaga Gravenhorst, Disquis. de Gyn. Psene auct. et descr. Blast. 

(Beitr. z. Ent. Schles., 1829, I, p. 27.) 
Kradihia S. Saunders, Descr. of three n. gen. and spec. of fig-ins. all. to Blast. 

from Calc, Austral. and Madag. (Trans. Ent. Soc, 1883, p. 23.) 

Ich betrachte die Männchen als die typischen Formen der nachfolgend 
beschriebenen Arten. 

Bestimmungstalbelle der Arten. 

Weib chen. 

1 Siebentes Abdominalsegment jederseits mit einer grossen, einer lang- 
gestreckten Schüssel ähnlichen Athemlochgrube; die Fühler eilfgliedrig, 
ohne Ringel (Subgenus Ceratosolen) 2 



Fpig<>ninsecten. 



161 



Siebentes Abdominalsegment jederseits mit einer kleinen rundlichen oder 
höchstens eiförmigen Athemlochgrube (Subgenus Blastophaga s. str.) . 7 

2 Die Stachelscheide etwas länger als der Hinterleib; viertes Fühlerglied 

nicht oder kaum länger als dick, die drei letzten Glieder zu einer Keule 

innig verwachsen . . . . » S. B. fusciceps n. n. 

Die Stachelscheide weniger wie halb so lang als der Hinterleib ... 3 

3 Die Hüften und Schenkel braun ; das vierte Fühlerglied so lang als dick, 

die drei letzten Glieder zu einer Keule innig verwachsen ; die Stachel- 
scheide ein Drittel des Hinterleibes; erstes Tarsenglied der Vorderbeine 

kaum länger als die Tibie 1. B. appendicidata n. sp. 

Die Beine gelb; höchstens die zwei letzten Fühlerglieder mitsammen 
verwachsen; die Stachelscheide höchstens ein Viertel so lang als der 
Hinterleib 4 

4 Die Stachelscheide ein Viertel so lang als der Hinterleib; alle Fühler- 

glieder frei beweglich, das vierte Glied wenig länger als dick; erstes 
Glied der Hintertarsen etwas länger als die Tibie 6. B. bisulcata n. sp. 
Die Stachelscheide kaum über die Hinterleibsspitze vorragend .... 5 

5 Erstes Glied der Hintertarsen sehr deutlich länger als die Tibie. Körper- 

länge 2 2 mm 4. B. Solmsi n. sp. 

Erstes Glied der Hintertarsen kürzer als die Tibie. Körperlänge 1*5 
bis 19 mm 6 

6 Die zwei letzten Fühlerglieder mitsammen verwachsen, viertes Glied nur 

halb so lang als dick d. B. constricta n. sp. 

Alle Fühlerglieder frei, viertes Glied fast so laug als dick 

7. B. crassiiarsus n. sp. 

7 Die Stachelscheide mindestens so lang als der Hinterleib 8 

Die Stachelscheide höchstens so lang als ein Drittel des Hinterleibes; 

alle Fühlerglieder frei oder die drei letzten undeutlich verwachsen . 11 

8 Die Eiefen der vier letzten Fühlerglieder enden in lange Dornen, welche 

theilweise doppelt so lang sind als die darauffolgenden Glieder; die 
Stachelscheide bedeutend länger als der Hinterleib; erstes Glied der 
Vordertarsen halb so lang als die Tibie . . 11. B. quadraticeps n. sp. 

Die Glieder der Endhälfte der Fühler mit langen, abstehenden Borsten- 
haaren und ohne Dörnchen, die drei letzten Glieder mitsammen ver- 
wachsen; die Stachelscheide beiläufig so lang als der Hinterleib; erstes 
Glied der Vordertarsen etwas weniger wie halb so lang als die Tibie, 
erstes Glied der Hintertarsen deutlich kürzer als die Tibie 

9. B. clavigera n. sp. 

Die Fühler ohne lange Dornen und ohne solche Haare, die Glieder der End- 
hälfte mit kurzen Dörnchen besetzt; die Stachelscheide länger als der 
Hinterleib; das erste Glied der Vordertarsen höchstens ein Drittel so 
lang als die Tibie, erstes Glied der Hintertarsen mindestens halb so 
lang als die Tibie 9 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 21 



162 



Gustav Mayr. 



9 Sechstes bis achtes Fühlerglied sehr deutlich länger als dick, das dem 
Fortsatzgliede folgende Glied (viertes Fühlerglied) nicht oder kaum 
länger als dick; erstes Glied der Hintertarsen halb so lang als die Tibie 

10. B. socotrensis n. sp. 

Sechstes bis achtes Fühlerglied höchstens so lang als dick .... 10 

10 Erstes Glied der Vordertarsen ein Drittel so lang als die Tibie, das 

dem Fortsatzgliede der Fühler folgende Glied länger als dick 

14. B. brasüiensis n. sp. 
Erstes Glied der Vordertarsen kaum ein Fünftel so lang als die Tibie; 
das dem Fortsatzgliede der Fühler folgende Glied kaum oder eben so 
lang als dick 15. 5. bifossulata n. sp. 

11 Die Stachelscheide fast so lang als ein Drittel des Thorax; erstes Glied 

der Hintertarsen deutlich kürzer als die Tibie ; der Radius stark gekrümmt 

12. B. grossorum Grav. 
Die Stachelscheidc überragt nicht oder kaum die Hinterleibsspitze; der 
Radius wenig oder kaum gekrümmt 12 

12 Die Hüften und Schenkel braun; das dem Fortsatzgliede der Fühler 

folgende Glied so lang oder etwas länger als am Ende dick, das Fühler- 
ringel undeutlich 12. B, javana n. sp. 

Die Beine gelb; das dem Fortsatzgliede folgende Glied doppelt so lang 
als dick, das Fühlerringel deutlich 17. B. quadrupes n. sp. 



Männchen. 



1 Der grosse Clypeus ist lang-dreieckig und hinten zugespitzt, zu beiden 

Seiten desselben liegen die fünfgliedrigen, mehr oder weniger in einem 
Kauale versteckten Fühler; die Vordertarsen zweigliedrig (Subgenus 

Ceratosolen) 2 

Der undeutliche Clypeus liegt in der gemeinsamen breit-dreieckigen, nach 
hinten meist spaltförmig verlängerten Fühlergrube, in welcher beide 
Fühler entspringen (Subgenus Blastophaga s. str.) 7 

2 Der freie Hinterrand des Medialsegmentes steht nicht mit dem Hinter- 

leibe in Verbindung, der letztere ist an der Unterseite des Medialseg- 
mentes, von dem Hinterrande desselben mehr oder weniger entfernt, 
eingelenkt; vorne ist das Medialsegment spitz -dreieckig und keilt sich 
zwischen die Metapleuren so ein, dass es mit seiner vorderen Spitze an 
das Mesonotum stösst; die Fühlerröhre nicht der Länge nach geschlitzt 3 
Der Hinterrand des Medialsegments steht mit dem oberen Vorderrande 
des Hinterleibes in Verbindung; vorne stösst das Medialsegraent an das 
ganz entwickelte Metanotum ; die Fühlerröhre weit nach hinten geschlitzt 4 

3 Das ausserordentlich lange Medialsegment setzt sich als lange, dreieckige, 

an der Spitze abgerundete Platte, nach unten und hinten gekrümmt, fort 
und bedeckt die Basalhälfte des Hinterleibes ; Metatarsus der Hinterbeine 
dreimal so lang als dick. Fig. 1 und 2 . . 1. B. appendiculata n. sp. 



Feigeninsecten. 



163 



Das viel kürzere Medialsegment setzt sich viel weniger hinter der Ver- 
bindung mit dem Hinterleibe fort; erstes Glied der Hintertarsen dreimal 
so lang als dick; der Kopf wie der übrige Körper röthlicbgelb 

2. B. occultivcntris n. sp. 

Das viel kürzere Medialsegment setzt sich noch weniger hinter der Ver- 
bindung mit dem Hinterleibe fort; erstes Glied der Hintertarsen kaum 
doppelt so lang als dick; der Kopf viel dunkler gefärbt als der übrige 
Körper. Fig. 3 3. fusciceps n. sp. 

4 Die Hintertarsen auffallend verdickt und reichlich behaart. Fig. 7 

7. B. crassitarsus n. sp. 

Die Hintertarsen dünn und nicht reichlich behaart 5 

5 Stirn und Scheitel mit zwei einander sehr nahe gerückten und scharf 

ausgeprägten Längsfurchen als Verlängerungen der geschlitzten Fühler- 
kanäle 6 

Stirn und Scheitel ohne Furchen; der Hinterrand des Metanotum in der 
Mitte spitzwinkelig ausgeschnitten 4. 5. Solmsi n. sp. 

6 Der Kopf so lang als an der Hinterhälfte breit, am Vorderrande sehr deutlich 

schmäler als hinten; Clypeus vorne dreizähnig. Fig. 6 5. 25. constricta n. sp. 
Der Kopf ein und ein halb mal so lang als hinten breit, vorne wenig schmäler 
als hinten; Clypeus vorne nur zweizähnig. . . . 6. B. bisulcata n. sp. 

7 Die Mittelbeine scheinbar fehlend, bei mikroskopischer Untersuchung als 

sehr kleine, zweigliedrige Rudimente erkennbar . 17. B. qiiadrupes n. sp. 
Die Mittelbeine in allen Theilen entwickelt 8 

8 Das Medialsegment oben jederseits mit einer sehr grossen, ovalen und 

tiefen Athemlochgrube, welche den ganzen freien Seitenrand des Medial- 
segmentes einnimmt; die Fühler bestehen nur aus vier freien Gliedern; 
Kopf und Thorax zusammen 1 — 11 mm. lang . 15. B. hifossulata n. sp. 

Das Medialsegment oben durch zwei Längskanten in drei Theile getheilt, 
der mittlere ist erhöht, kaum merklich gewölbt und läugsgerunzelt, die 
zwei Seitentheile concav, so wie der mittlere Theil ziemlich rechteckig 
und auch ein und ein halb mal so lang als breit; sie sind fein granulirt- 
gerunzelt, die Athemlochgruben liegen an der Unterseite des Medial- 
segmentes, ganz nahe den Seitenrändern desselben; die Fühler bestehen 
aus sieben freien Gliedern; Kopf und Thorax zusammen 1*8 mm. lang. 
Fig. 8 und 9 S. B. hreviventris n. sp. 

Das Medialsegment oben ohne grosse Athemlochgruben und ohne Längs- 
kanten 9 

9 Die Vordertarsen fünfgliedrig, die Fühler bestehen aus fünf bis sechs 

freien Gliedern 10 

Die Vordertarsen zweigliedrig; die Fühler bestehen aus vier, bei B. qua- 

draticeps aus fünf freien Gliedern 11 

10 Die drei mittleren Glieder der Hintertarsen sehr deutlich dicker als lang; 
die Fühlerkeule an der Apicalhälfte etwas dünner als an der Basalhälfte 

10. B. socotrensis n. sp. 
21* 



164 



Gustav Mayr. 



Die drei mittleren Glieder der Hintertarsen nicht dicker als lang; die 
Fühlerkeule an der Apicalhälfte dicker als an der Basalhälfte 

9. B. clavigera n. sp. 

11 Eine starke Längsfurche von der Fühlergrube bis zum Hinterrande des 

Kopfes; die Mitteltibien dick und kaum doppelt so lang als dick, die 
Mittelschenkel nur so lang als dick; das Pronotum mit vorne bogig ver- 
breiterten Seitenrändern und auch nach vorne erweitert 16. B. Mayeri n. sp. 
Der Scheitel ohne Längsfiirche; die Mitteltibien dünn und lang ... 12 

12 Der Fühlerschaft zweimal so lang als dick, das nächste Glied zwei und 

ein halb mal so lang als dick; die ganze Oberseite der Kopfes ziemlich 

gleichmässig zerstreut punktirt 11. quadraticeps n. sp. 

Der Fühlerschaft und das zweite Glied viel kürzer 13 

13 Der Kopf glatt, nur mit sehr wenigen und sehr feinen Pünktchen besetzt 

14. B. hrasiliensis n. sp. 
Der Kopf vorne dicht-, nach hinten spärlicher punktirt, der Scheitel mehr 
oder weniger glatt 14 

14 Körperlänge (mit nach vorne geschlagenem Abdomen) 1—1*1 mm. Der 

Körper ziemlich schmal, die hintere spaltförmige Verlängerung der Fühler- 
grube ziemlich breit, der Hinterrand des Medialsegmentes bogig (convex) 

gekrümmt 13. JB javana n. sp. 

Körperlänge (mit nach vorne geschlagenem Abdomen) 1'3 — 1*5 mm. Der 
Körper viel breiter; die spaltförmige Verlängerung der Fühlergrube schmä- 
ler; der Hinterrand des Medialsegmentes äusserst schwach bogig aus- 
gerandet 12. jB. grossorum Grav. 



a) Subgenus Ceratosohn. 

9 • Siebentes Abdominalsegment jederseits mit einer grossen, einer lang- 
gestreckten Schüssel ähnlichen Spiraculumgrube. 

c^. In der Mitte des Vordertheiles des Kopfes liegt der grosse, lang- 
dreieckige, hinten zugespitzte Clypeus, zu beiden Seiten desselben die ge- 
schlitzten oder nicht geschlitzten Fühlerkanäle mit den fünfgliedrigen, mehr 
oder weniger in den Kanälen versteckten Fühlern; die Augen fehlend oder sehr 
klein und nur aus einer oder zwei (?) Facetten bestehend; die Vordertarsen 
zweigliedrig. 

1. B. appendiculata n. sp. (Fig. 1, 2.) 

Weibchen. Länge l'?— r9 mm. Braun, Tibien und Tarsen lehmgelb. 
Die eilfgliedrigen Fühler ohne Eingel, das erste Glied (der Schaft) ist am 
unteren Rande bogig, das dritte Glied (Fortsatzglied) besteht aus drei Stücken, 
das kleine vierte ist so lang als am Ende dick und, wie bei allen Arten, un- 
gerieft, alle folgenden Glieder sind längsgerieft mit am Ende der Glieder etwas 
vorragenden Zähnchen als Enden der Riefen, das fünfte Glied etwa doppelt so 



Feigeninsecfcen. 



165 



dick als das vierte und so lang als dick oder etwas dicker, die drei folgenden 
haben dieselbe Form, nehmen aber allmälig etwas au Grösse zu; die Keule ist 
nicht dicker als das achte Glied, etwas länger als die zwei vorhergehenden 
Glieder zusammen und besteht aus drei verwachsenen Gliedern. Das Meso- 
phragma reicht weit in den Hinterleib hinein, etwa bis zum Hinterrande des 
zweiten Segmentes. Die Stachelscheide hat etwas mehr als ein Drittel der 
Länge des Hinterleibes. Erstes Glied der Vordertarsen kaum kürzer als die 
Tibie (von Gelenk zu Gelenk gemessen), eben so lang als das zweite und dritte 
Tarsenglied mitsammen. Erstes Glied der Hintertarsen kaum kürzer als die 
Tibie. An den Vorderflügeln ist der Radius gerade, dessen Knöpfchen manch- 
mal sehr schwach gekrümmt. 

Männchen: Länge des Körpers bei nach vorne geschlagenem Hinter- 
leibe: l'S^rS mm. Glatt und nur sehr spärlich, der Kopf reichlicher mit 
sehr kurzen und feinen Härchen besetzt. Die an der Spitze in zwei gleich- 
grosse Zähne endenden Mandibeln können stark eingeklappt werden, so dass 
sie dann kaum zur Verlängerung des Kopfes beitragen. Der Kopf ist gerundet- 
viereckig, deutlich länger als breit. In der Mitte des vorderen Drittels des 
Kopfes findet sich der Clypeus als ein längs der Mitte eingedrücktes, also quer 
concaves Stück, welches die Form eines gestreckten, gleichschenkeligen Drei- 
eckes hat, dessen kurze Grundseite vom Vorderrande des Kopfes gebildet wird 
und dreizähnig ist, die hintere Ecke des Dreieckes ist spitzig. Ausserhalb des 
Clypeus, knapp an den beiden Seiten desselben und ziemlich nahe dem Mund- 
rande mündet je ein Längskanal, der je einen Fühler enthält; diese Kanäle 
(oder Röhren), welche man nur bei durchfallendem Lichte an mikroskopischen 
Präparaten sieht, erweitern sich etwa in der Höhe der Hinterecke des Clypeus 
bedeutend nach aussen, wo die cylindrischen, fünfgliedrigen Fühler, von denen 
man jedoch bei der Untersuchung mit der Loupe oft nur das letzte Glied aus 
der Röhre herausragen sieht, eingelenkt sind; manchmal jedoch sieht man den 
Fühler weit aus der Röhre hervorragen. Die Mechanik, wodurch die Fühler 
zurückgezogen oder vorgestreckt werden können, sieht man sehr leicht an 
durchsichtigen Präparaten. An dem Aussentheile der Erweiterung des Fühler- 
kanales ist nämlich ein bewegliches, stielförmiges Angelstück (die Radicula) 
eingelenkt, welches, nach einwärts gerichtet, mit der Basis des ersten Fühler- 
gliedes sich gelenkig verbindet. Steht nun die Radicula schief nach hinten 
und innen, so ist der Fühler zurückgezogen, steht sie quer, so tritt ein grosser 
Theil des Fühlers aus dem Kanäle hervor, indem bereits drei bis vier Glieder 
frei sichtbar sind und nur mehr das Basalglied oder etwa auch das zweite 
Glied eingeschlossen ist, steht sie schief nach vorne und innen, so tritt selbst 
ein Theil des ersten Fühlergliedes hervor. Diese interessante Bildung findet 
sich ebenso bei den Männchen der zwei nächsten Arten (bei den übrigen Arten 
von Ceratosolen sind die Fühlerkanäle geschlitzt und alle Glieder mehr oder 
weniger stets sichtbar). Das erste Fühlerglied ist doppelt so lang als dick, das 
zweite etwa ein und ein halb mal so lang als dick, und am Ende schief ge- 
schnitten, das dritte kurz, an der Basis und an der Spitze schief geschnitten, 



166 



Gustav Mayr. 



SO dass es bei gewisser Ansicht dreieckig erscheint, das vierte und fünfte ge- 
streckt, jedes derselben etwas mehr als doppelt so lang als dick. Der Thorax 
ist jederseits zweimal eingeschnitten, und zwar zwischen Pronotum und Meso- 
notum, sowie zwischen diesem und den Metapleuren. Das Pronotum ist trapez- 
förmig, quer convex, mit bogig ausgeschnittenem Hinterrande, das querconvexe 
Mesonotum ist etwa ein und ein halb mal so breit als laug und breiter als der 
Kopf. Ein Metauotum, als oberes Mittelstück des Metathorax, ist oberflächlich 
nicht zu sehen, dafür stossen die grossen, dreieckigen Metapleuren mit ihren 
inneren spitzigen Ecken unmittelbar hinter der Mitte des Mesonotum-Hinter- 
randes an einander. Das Medialsegment ist riesig entwickelt, indem es, gerade 
gestreckt gedacht, nur sehr wenig kürzer ist als das Pro- und Mesonotum zu- 
sammen; es ist eine von vorne nach hinten, sowie von einer Seite zur andern 
convexe Platte, welche, gerade gestreckt gedacht, fast doppelt so lang als breit 
ist, es beginnt vorne mit einer ziemlich rechtwinkligen Ecke, welche an die 
Innenecke der Metapleuren stösst, verbreitert sich zwischen den Metapleuren 
bis zu der stark gerundeten Hinterecke derselben, bildet daselbst stumpfwinklige, 
abgerundete Seitenecken, verschmälert sich dann sehr wenig nach hinten und 
endet stark abgerundet; an der Unterseite der Seitenecken (hinter den Metapleuren) 
liegen versteckt die Spiracula; an durchsichtigen Präparaten sieht man^ dass 
der hintere Theil der Platte des Medialsegmentes jederseits nach unten breit 
umgeschlagen ist, so dass sich der mittlere und hintere Theil der Seitenränder 
in der Medianlinie berühren, während das mehr vorne liegende Stück des 
Bandes mit dem Hinterrande des Metasternum ein Dreieck oder eigentlich 
mehr ein Deltoid bildet, an welchem (also an der Vorderhälfte der Unterseite 
des Medialsegmoutes) der Hinterleib entspringt, während der hintere Theil des 
Medialsegmentes als schützende Platte den Basaltheil des Hinterleibes bedeckt. 
Das Abdomen ist mit den vier queren Basalsegmenten mässig dick und von 
dem Medialsegmente bedeckt, es ist bald nach unten gekrümmt, wird schnell 
dünner, zieht als schmaler, mehr oder weniger abgeplatteter und tubusartig 
streckbarer Cylinder, der aus länglichen Segmenten besteht, unter dem Thorax 
nach vorne und erreicht mit seiner Spitze das vordere Kopfende oder überragt 
dasselbe. Das erste Glied der Vordertarsen ist kürzer als das zweite Glied. 
Die Schenkel der Mittelbeine sind ziemlich dick und ähnlich geformt wie die 
Hinterscheukel, wenn auch viel zarter, die Mitteltibien sind aussen mit vielen 
kurzen Dörnchen besetzt, die Hintertibien sind am Streckrande mikroskopisch 
fein gezähnelt. 

Aus Früchten von Ficus (Sycomorus) umbellata horti Bogoriensis, nec 
VaJd, cultivirt im botanischen Garten zu Buitenzorg auf Java (Dr. Paul Mayer's 
Feigeninsecten, p. 570, 8 a). 

2. B» occultiventris n. sp. 

Männchen. Der nachfolgenden Art, B. fusciceps, im hohen Grade ähn- 
lich, der Kopf oben etwas breiter und vorne weniger verschmälert (siehe Paul 



Feigeiiinsectea. 



167 



Mayer 1. c. Taf. XXVI, Fig. 10), das Proiiotum etwas länger, das Medialseg- 
meiit sehr deutlich länger und hinten stark herunter gebogen, erstes Glied der 
Hintertarsen dreimal so lang als dick. Die Körperfarbe röthlichgelb, der Kopf 
nur vorne mit sehr wenigen und sehr feinen, härchentrageuden Pünktchen. 
Länge des Kopfes mit dem Thorax: 1'3 — 15 mm. 

Die mir vorliegenden Weibchen sind zur Beschreibung nicht gut genug 
conservirt. 

Aus Früchten von Ficus ( Sycomorus) panißca Del., im tropischen Nil- 
gebiet (Paul Mayer 1. c, Nr. 12). 

3. B. fusciceps \u sp. (Fig. 3.) 

Weibchen. Länge: 2 mm. Schwarzbraun oder braun, die Fühler und 
Beine braungelb, letztere auch öfters gelb. Die eilfgliedrigen Fühler ohne 
Ringel, der Schaft (erstes Glied) mit zweimal winklig gekrümmtem unteren 
Eaude, das Fortsatzglied besteht aus drei Stücken, nämlich dem ringförmigen 
Basalstücke und zwei Stücken, welche den seitlichen Fortsatz bilden, das vierte 
Glied ist nicht oder kaum länger als dick, alle folgenden Glieder sind behaart 
und mit schwachen Riefen, welche die Enden der Glieder nicht oder kaum als 
Zähnchen überragen, besetzt, die drei letzten Glieder sind mitsammen zu einer 
Keule innig verwachsen. Das Mesophragma ragt sehr wenig in den Hinterleib 
hinein. Die Athemgruben des siebenten Abdominalsegmentes sind 0'19— 0'24 mm. 
lang. Die Stachelscheide ist etwas länger als der Hinterleib. Erstes Glied der 
Vordertarsen um ein Viertel kürzer als die Tibie (vom Knie zum Fussgelenk 
gemessen und den vierzähnigen Fortsatz am unteren Ende der Tibie nicht be- 
rücksichtigt); das erste Glied der Hintertarsen so lang als die Hintertibie. Der 
Radius der Vorderflügel ist gerade, nur das Knöpfchen gegen die Flügelspitze 
gekrümmt. 

Männchen. Die Länge des Körpers bis zum Hinterrande des Medial- 
segments (denn der an der Unterseite des Medialsegments entspringende und 
nach vorne gerichtete Hinterleib trägt nicht oder kaum zur Verlängerung des 
Körpers bei) ist 1'5— 1'6 mm. Gelb, theilweise bräunlichgelb, der Kopf licht- 
oder dunkelrothbraun; glatt und kahl, der Kopf sehr fein zerstreut punktirt 
und ebenso sehr kurz behaart. Das erste Glied der cylindrischen Fühler ist 
etwas dicker als die anderen, es ist etwa ein und ein halb mal so lang als 
dick, das zweite ist deutlich länger als dick, das dritte nur ringförmig, das vor- 
letzte gut doppelt so lang als dick und das Endglied ebenso lang wie das vor- 
letzte und besteht eigentlich aus zwei mitsammen verwachsenen Gliedern, von 
denen das eine langcylindrisch ist, während das zweite nur die kurze, stumpf- 
kegelige Spitze bildet. Der Kopf ist viereckig, länger als breit (die Länge zur 
grössten Beite an der Hinterhälfte des Kopfes wie 4 : 3), mit rechtwinkligen 
Vorder- und abgerundeten Hinterecken, die Vorderhälfte des Kopfes ist sehr 
deutlich schmäler als die Hinterhälfte, und zwar ist die grösste Breite zwischen 
dem zweiten und dritten Drittel. Das Pronotum ist mehr gestreckt als bei 



168 



Gustav Mayr. 



der ersten Art und länger als der Kopf; das Mesonotum ist breiter als lang; 
die Metapleuren sind ebenso wie bei B. appenäiculata, auch die Basalhälfte des 
Medialsegments, die hintere Hälfte des letzteren ist aber nicht, wie bei B. appen- 
äiculata, hinter der Insertion des Hinterleibes als lange Platte fortgesetzt, sondern 
reicht nur sehr wenig weiter nach hinten, auch ist der umgeschlagene Rand- 
streifen nur schmal und nicht an die obere Platte angelegt, sondern bildet mit 
ihr einen spitzigen Winkel. Der Hinterleib, welcher unter und vor dem Hinter- 
rande des Medialsegments an dessen unterer Seite inserirt ist, verhält sich so 
wie bei B. appenäiculata. Die Schenkel der Vorderbeine sind dick und be- 
sonders lang, so lang als das Pronotum, die Tibien, wie gewöhnlich, sehr kurz. 
Die Mittelbeine sind, wie bei B. appenäiculata, massig verdickt, mit kurzen 
Schenkeln, das erste Glied der Hintertarsen kaum doppelt so lang als dick. 

Diese Art lebt in den Früchten ven „Ficus (Sycomorus) glomerata horti 
Bogor. nec Moxh. in horto Bogoriensi culta, probaMliter in Java ins. sponte 
crescens" (Paul Mayer, 4a). 

4. B» Solmsi n. sp. (Fig. 4, 5.) 

Weibchen. Länge: 2*2 mm. Schwarzbraun, die Unterseite des Thorax 
und des Hinterleibes, die drei Basalgiieder der Fühler und die Beine rothgelb 
Die eilfgliedrigen Fühler ohne Ringel, der Schaft mit zweimal winkligem unteren 
Rande, das Fortsatzglied besteht aus mehreren Stücken, das kleine vierte Glied 
ist kaum so lang als dick, das fünfte fast doppelt so laüg und dicker als das 
vierte Glied, es ist deutlich länger als dick und so wie alle folgenden Glieder' 
mit schwachen, nicht durchlaufenden Riefen besetzt, welche nicht oder in sehr 
kleine Zähnchen enden, das sechste Glied ist fast doppelt so lang als dick und 
länger als das fünfte Glied, es ist so wie alle folgenden Glieder ziemlich reich- 
lich behaart, das vorletzte Glied ist mit dem Endgliede etwas verwachsen. Das 
Mesophragma reicht kaum in den Hinterleib. Die Stachelscheide ist kaum vor- 
ragend. Der Radius der Vorderflügel ist kaum gekrümmt. Das erste Glied der 
Vordertarsen ist nur wenig kürzer als die Tibie (von Gelenk zu Gelenk ge- 
messen), im Verhältniss von 4:5; die Hinterschenkel sind an dem unteren 
Rande in der Nähe des Kniegelenkes zum Einlegen der kurzen Tibie ausge- 
schnitten, das erste Glied der Hintertarsen ist fast doppelt so lang als die Tibie. 

Männchen. Länge: TO mm. Rothgelb, die Mandibeln braunroth, der 
Vorderrand des Kopfes braunschwarz; glatt und kahl, der Kopf mit einzelnen 
sehr zarten und kurzen Härchen, die Beine behaart. Die zwoizähnigen Mandibeln 
sind ebenso eingeklappt wie bei den vorigen Arten. Der Kopf ist gerundet- 
viereckig, sehr deutlich länger als breit (l'/a:!), hinten nicht breiter als vorne, 
mit fast parallelen Seiten (in der Mitte nur höchst unbedeutend breiter). Der 
Vorderrand des Clypeus ist dreizähnig. Die Fühlergruben sind wie bei den 
vorhergehenden Arten, doch ist der Fühlerkanal kürzer und weit nach hinten 
geschlitzt. Das erste Fühlerglied ist etwas dicker als die übrigen und ein und 
ein halb mal so lang als dick, das zweite wenig länger als dick, das dritte 



Feigeninsecten. 



169 



ringförmig, etwas mehr wie doppelt so dick als lang, das vierte grösser als das 
dritte und ein und ein halb mal so breit als lang, das Endglied ist gut drei- 
mal so lang als dick. Stirn und Scheitel haben keine Längsfurchen, nur an 
der Stirn zeigen sich nahe den Fühlergruben Spuren davon. Das Pronotum 
ist gestreckt, das Mesonotum etwas breiter als lang, mit gleichmässig gerundeten 
Seitenrändern, das Metanotum hat einen geraden, queren Vorder- und Hinter- 
rand, nur hat der letztere in der Mitte einen winkligen Ausschnitt, in welchen 
ein entsprechendes Dreieck des Medialsegments eiupasst. (Wegen Gegenwart 
dieses Ausschnittes wäre es nicht unmöglich, dass das Thoraxstück, welches 
ich hier Metanotum nenne, aus den zwei in der Mitte mitsammen vollkommen 
ohne Naht verwachseneu Metapleuren bestehe.) Das letztere ist, diesen drei- 
eckigen Fortsatz nicht in Betracht gezogen, ziemlich quadratisch, aber doch 
etwas kürzer als breit, der Hinterrand ist schwach bogig ausgerandet; die ge- 
streckten Spiracula liegen unter den Seitenrändern des Medialsegments. Der 
aus vier mässig grossen Segmenten gebildete Basaltheil des Abdomen ist nach 
dem zweiten Segmente nach unten gekrümmt, der dünne Apicaltheil nach vorne 
gerichtet und reicht bis zur Mitte des Kopfes oder überragt denselben. Die Beine 
wie bei den vorigen Arten. 

Aus den Früchten von F. (Gystogijne) canescens Kurz vom Grafen Solms 
im botanischen Garten von Buitenzorg auf Java gesammelt. 

5. JS. constricta n. sp. (Fig. 6.) 

Weibchen. Länge: 1*5 mm. Braun, die Basalglieder der Fühler und 
die Beine gelb, der übrige Theil der Fühler lichtbraun. Die eilfgliedrigen Fühler 
ohne Ringel, ihr erstes Glied am unteren Eande zweiwinklig, das Fortsatzglied 
besteht aus zwei bis drei Stücken (im ersteren Falle aus dem ringförmigen 
Basal- und dem seitlichen Fortsatzstücke, im letzteren besteht der Fortsatz aus* 
zwei Stücken), das vierte Glied ist klein, nur halb so lang als dick, alle folgen- 
den Glieder sind mässig reichlich kurz behaart und mit vielen zarten und sehr 
kurzen Riefchen, die am Ende der Glieder nicht in Dörnchen enden, besetzt, 
das fünfte Glied ist kaum länger als dick, das sechste bis neunte etwas länger 
wie das fünfte, die zwei letzten Glieder sind mitsammen ziemlich verwachsen 
und etwas dünner wie die vorhergehenden. Das Mesophragma ragt sehr wenig 
in den Hinterleib hinein. Die Stachelscheide überragt nur sehr wenig, etwa 
0"2 mm. die Hinterleibsspitze. Das erste Glied der Vordertarsen ist deutlich 
kürzer als die Tibie und auch deutlich kürzer als die zwei nächsten Glieder 
zusammen. Das erste Glied der Hintertarsen ist etwas kürzer als die Tibie. 
Der Radius der Vorderflügel ist gerade und nur das Knöpfchen sehr schwach 
gekrümmt. 

Männchen. Länge: TS mm. Gelb, glatt und kahl, die Maudibeln braun, 
der Vorderrand des Kopfes sehr schmal gebräunt, die Beine behaart. Der Kopf 
ist viereckig, so lang als an der Hinterhälfte breit, ganz vorne deutlich schmäler 
als hinten, die Vorderecken ziemlich rechtwinklig, aber doch etwas abgerundet, 
die Hinterecken stark abgerundet, er ist dem von B. fusciceps sehr ähnlich, 

Z. B. Ges. ß. XXXV. Abk. 22 



170 



Gustav Mayr. 



nur ist er relativ zur Breite kürzer und verbreitert sich schon bald hinter den 
Mandibelgelenken. Der Clypeus vorne dreizähnig. Die geschlitzte Mündung 
der Fühlerkanäle liegt V7eit nach hinten und die Schlitze setzen sich als zwei 
feine Furchen bis zum Hinterrande des Kopfes fort, wo sie sich ver- 
einigen. Das erste Fühlerglied ist fast ein und ein halb mal so lang als dick, 
das zweite etwas kürzer, das dritte, das kleinste, nicht so lang als dick und an 
beiden Enden schief geschnitten, das vierte ein und ein Viertel so lang als 
dick, das Endglied etwas mehr wie doppelt so lang als dick. Das Pronotum, 
von oben gesehen, gestreckt-trapezförmig, ziemlich lang, von einer Seite zur 
andern ziemlich convex, mit schwach bogig ausgeschnittenem Hinterrande, seit- 
lich zwischen dem Pronotum und dem Mesonotum ohne Einschnitt. Das Meso- 
uotum doppelt so breit als lang, hinten breiter als das Pronotum, mit an der 
Hinterhälfte stark bogigen Seitenrändern, der Hinterrand bogig ausgeschnitten. 
Das Metanotum ebenso wie das Mesonotum geformt, nur kleiner (kürzer und 
schmäler) und mit starkem bogigen Hinterrande. Das Medialsegment ist vom 
Metanotum gut getrennt, deutlich schmäler als dieses, fast fünfeckig mit sehr 
stark abgerundeter vorderer Ecke, welche der Mitte des stark bogigen Vorder- 
randes entspricht, seitlich liegen die langgestreckten Spiracula. Der aus den 
vier ersten Segmenten bestehende Basaltheil des Hinterleibes (das erste Seg- 
ment ist sehr klein) ist rundlich und mehr wie doppelt so breit als das Medial- 
segment, so dass der Körper an diesem eingeschnürt erscheint, der nach vorne 
geschlagene Apicaltheil ist schwanzförmig und erreicht oder überragt vorne 
den Kopf. Die Beine wie bei den vorigen Arten. 

Aus Früchten von F. ( Cystogyne) suhopposita Miq. {fistulosa Eeinw. sec. 
Miq.) im botanischen Garten in Buitenzorg auf Java (Paul Mayer, Nr. 9a). 

6. B, bisulcata n. sp. 

Weibchen. Länge: 2 mm. Braun, der Kopf an der Hinterhälfte schwarz- 
braun, die drei Basalglieder der Fühler, das hintere Ende des Thorax und dessen 
Unterseite, die Seitenränder und die Unterseite des Hinterleibes, sowie auch die 
Beine gelb. Der Kopf so lang als hinten mit den Augen breit. Der untere 
Rand des Schaftes der eilfgliedrigen Fühler zweimal winklig geknickt, der Fort- 
satz des dritten Gliedes besteht aus mehreren Stücken, das kleine vierte Glied 
ist wenig länger als dick, alle folgenden sind mässig behaart und mit durch- 
laufenden Eiefen besetzt, welche an dem Apicalende der Glieder als sehr un- 
deutliche Zähnchen enden; die Glieder sind, vom fünften angefangen, länger als 
dick und nehmen gegen die Fühlerspitze etwas an Dicke zu; die Endglieder 
sind nicht mitsammen verwachsen. Das Mesophragma ragt kaum in den Hinter- 
leib hinein. Die Stachelscheide ist etwa ein Viertel so lang als der Hinterleib. 
Das erste Glied der Vordertarsen ist etwas mehr wie halb so lang als die Tibie, 
das erste Hintertarsenglied ist etwas länger als die Tibie. Der Eadius der 
Vorderflügel ist gerade, das Knöpfchen gegen die Flügelspitze zu gekrümmt. 



Feigeninsecten. 



171 



Männchen. Länge: 2 — 2*2 mm. Röthlicbgelb mit braunrothen Maa- 
dibelu; glatt und kahl, der Kopf jedoch mit mikroskopisch feinen und sehr 
zerstreuten Pünktchen, in welchen feine und kurze Härchen entspringen, die 
Beine nicht reichlich fein behaart. Die Maudibeln wie bei den vorigen Arten. 
Der Kopf ist Vl2iiiSi\ so lang als breit, vorne wenig schmäler als hinten, seine 
Seiten sehr wenig convex. Der Clypeus ist vorne zweizähnig. Der Fühlerkanal 
etwa so kurz wie bei B. Solmsi und nach hinten geschlitzt. Das erste und 
zweite Fühlerglied wie bei B. Solmsi, das dritte kaum kürzer als dick, das 
vierte und fünfte ziemlich gleich lang, etwa 1^4 mal so lang als dick. Von der 
hinteren Spitze jeder Fühlergrube zieht sich eine scharfe und feine Furche 
nach hinten, wo sich beide vor dem Scheitelraude vereinigen; sie laufen mit 
einander parallel und liegen einander noch etwas näher wie bei B. constricta. 
Pronotum und Mesonotum wie bei B. constricta, das Metanotum breiter als 
lang, mit schwach gekrümmtem Vorder- und Hinterrande, das Medialsegment 
fast quadratisch, etwas breiter als laug, mit schwach bogigen Seitenrändern, 
unter denen die gestreckten Athemlochgruben liegen. Der Hinterleib wie bei 
B. Solmsi. Die Mittelbeine nicht zart, deren Schenkel verdickt, deren Tibieu 
an der Basalhälfte dünn, an der Apicalhälfte verdickt. 

Aus Früchten von F. (Cystogyne) lepicarpa im botanischen Garten in 
Buitenzorg (Solms). 

7. B, crassitarsus u, sp. (Fig. 7). 

Weibchen. Länge: TG — 1"7 mm. Braun, die Basalglieder der Fühler 
und die Beine braungelb. Das vierte Fühlerglied ist klein, kaum so lang als 
dick, alle folgenden mit abgekürzten zarten Riefen, welche am Apicalende der 
Glieder nicht oder kaum in sehr kleine Zähnchen enden, das fünfte Glied 
doppelt so lang als das vierte, kaum länger als dick, das sechste doppelt so 
lang als dick, die drei Endglieder nicht mitsammen verwachsen, durch kleine 
Gelenke von einander getrennt. Das Mesophragma ragt wenig in den Hinter- 
leib hinein. Die Stachelscheide ist äusserst kurz, kaum die Hinterleibsspitze 
überragend. Das erste Glied der Vordertarsen sehr deutlich kürzer als die Tibie, 
das erste Hintertarsenglied etwas kürzer als die Hintertibie (3 : 4). Der Radius 
der Vorderflügel gerade, das Knöpfchen gegen die Flügelspitze zu spitzwinkelig. 

Männchen. Länge: 1"2 mm. Gelb, die Mandibeln braunroth, der Vorder- 
rand des Kopfes dunkelbraun; glatt, glänzend und kahl, die Beine mässig, die 
Hintertarsen reichlich kurz behaart. Der viereckige Kopf mit stark gerundeten 
Hinterecken, er ist länger als an der Hinterhälfte breit (IV4 : 1), daselbst breiter 
als vorne. Der Clypeus ist am Vorderrande dreizähnig. Die Fühlerkanäle sind 
ihrer ganzen Länge hindurch breit geschlitzt. Das Basalglied der ziemlich cylin- 
drischen Fühler ist dicker als die übrigen, es sitzt wie bei allen vorher be- 
schriebenen Arten auf einem beweglichen Angelstücke im Fühlerkanale und ist 
etwa lV2Öial so lang als dick; das zweite Glied ist kleiner mit ziemlich den- 
selben Verhältnissen und ist an dem Apicalende schief geschnitten. Das dritte 

22* 



172 



Gustav M a y r. 



Glied ist kurz, fast ringförmig, auf einer Seite sehr kurz, auf der anderen etwa 
doppelt so lang, aber doch noch kürzer als dick, das vierte ist etwa so lang 
als dick, das Endglied doppelt so lang als dick, an der Basis etwas dicker 
als an der Spitze. Stirne und Scheitel ohne Furchen. Das Pronotum (von 
oben gesehen) gestreckt- trapezförmig, hinten wenig breiter als vorne und mit 
wenig bogig ausgeschnittenem Hinterrande, das Mesonotum ziemlich quadratisch, 
aber doch etwas breiter als lang, das Metanotum kurz, sehr klein und ziemlich 
halbkreisförmig, seitlich an die schief gestellten Metapleuren stossend, welche 
die Basalhälfte des Medialsegmentes seitlich umfassen. Dieses letztere ist ziem- 
lich oval und hat an den Seiten hinter den Metanotumenden die länglich-bogig 
gekrümmten Spiracula. Die Basalhälfte des Abdomen ist ziemlich eiförmig und 
herabgebogen, die Endhälfte schwanzförmig und erreicht oder überragt den Kopf. 
Die Hintertarsen zeichnen diese Art von allen anderen dieser Gattung aus, 
sie sind nämlich stark verbreitert und reichlich behaart, ihr erstes Glied 
ist etwas länger als dick, das zweite so lang als dick, die zwei folgenden dicker 
als lang und kürzer als die zwei ersten, das Endglied (die Krallen nicht inbe- 
griffen) ist etwas länger als dick. 

In den Früchten von F. (Cystogyne) JRibes Reinw. aus Solkawana am 
Tangkuban Kran bei Bandong auf Java (Solms). 

h) Subgenus Blastophaga s. str. 

9 • Siebentes Abdominalsegment jederseits mit einer kleinen, rundlichen 
oder höchstens eiförmigen Athemlochgrube; die Fühler eilf- bis zwölfgliederig. 

. Der meistens undeutliche Cljpeus liegt in einer gemeinsamen, breit- 
dreieckigen, nach hinten meistens spaltförmig verlängerten Fühlergrube, in 
welcher beide Fühler eingelenkt sind (keine Fühlerkanäle) ; die Vordertarsen zwei- 
bis fünfgliederig. 

8. B, hreviventris n. sp. (Fig. 8, 9). 

Weibchen. Von demselben kenne ich nur den Kopf mit der Basalhälfte 
der Fühler; diese haben kein Ringel, das vierte Glied ist klein und so lang als am 
Ende dick, das fünfte ist durchlaufend gerieft. 

Männchen. Länge des Kopfes und des Thorax zusammen: 18 mm, Länge 
des Körpers mit gestrecktem Hinterleibe 3 mm. Rüthlichgelb, die Mundgegend 
und die Oberkiefer dunkler; kahl und glatt, nur mit sehr zerstreuten und sehr 
feinen Pünktchen, die Mundgegend reichlich kurz behaart, die Stirnleisten 
ziemlich reichlich punktirt und kurz behaart, der mittlere Theii des Medial- 
segmentes längsgerunzelt, die Seitentheile fein granulirt-gerunzelt, die drei- 
eckigen Mandibeln sind stark eingeschlagen, so dass sie sehr wenig zur Ver- 
längerung des Kopfes beitragen; sie enden in einen Zahn, neben dem noch ein 
kleiner sitzt. Der Kopf ist rundlich-viereckig, kaum breiter als lang, vorne etwas 
schmäler als hinten, in der Mitte des vordersten Theiles liegt die gemeinsame 
dreieckige Fühlorgrube, deren zur stark abgerundeten Hiuterecko ziehenden 



Feigeninsecten. 



173 



Ränder (die Stirnleisten) in der Mitte gegen die Fühlergrube stumpfwinkelig 
vorspringen; der Clypeus ist breit dreieckig, dessen mittlerer Theil querconvex 
und zwischen die Fühlergelenke eingeschoben; unter den Stirnleisten setzt sich 
die Fühlergrube jederseifcs eine Strecke fort, woselbst nahe dem Vorderrande 
des Kopfes die sieb englie der igen Fühler entspringen, deren erstes grosses 
Glied in diesen Seitengruben theilweise versteckt werden kann. Auch hier mahnt 
die Form der Radicula an die bei Ceratosolen, doch weiss ich nicht, ob sie mit 
dem ersten Fühlergliede in beweglicher Verbindung ist, es scheint mir aber, dass 
beide mitsammen fest verbunden seien. Das erste Glied der geknieten Fühler 
(der Schaft) ist dick, und zwar nur doppelt so lang als dick, das zweite fast 
cylindrische Glied ist viel dünner und etwas mehr wie doppelt so lang als dick, 
die vier folgenden sind ringförmig, doch schliesst sich das dritte Glied enge 
an das zweite und das sechste an das Endglied; dieses bildet eine Keule, welche 
dicker als die vier vorhergehenden, nicht dünner als der Schaft und etwas mehr 
wie lV2nial so lang als dick ist. Die Augen liegen vorne au den Kopfseiten. 
Das trapezförmige Pronotuni ist wenig länger als vorne breit; das Mesonotum 
ist quer, kurz, dreimal so breit als lang, mit vorderem leicht bogigen und mit 
hinterem geraden Rande, sowie mit abgerundeten Ecken. Vom Metathorax sind 
die Metapleuren an die Oberseite des Thorax heraufgebogen, wo sie als kleine 
dreieckige Platten zwischen den seitlichen Ecken des Mesonotum und dem 
Medialsegmente eingeschoben sind ; sie sind durch eine quere Chitinspange_, näm- 
lich das Metanotum, verbunden, welches in der Mitte als sehr feiner Querstreifen 
zwischen dem Mesonotum und dem Medialsegmente sichtbar ist, sich jederseits 
verbreitert und von den Metapleuren nur durch eine schiefe Furche getrennt 
ist. Das stark entwickelte Medialsegment ist viereckig, etwas breiter als lang, 
vorne etwas breiter als hinten, mit bogigem Vorderrande; die Oberseite ist durch 
zwei Längskanten in drei Theile abgetheilt, der mittlere Theil ist in gleicher 
Höhe mit dem Mesonotum und kaum merklich gewölbt, ziemlich rechteckig, 
etwa lV2Uial so lang als breit, vorne deutlich breiter als hinter der Mitte, die 
beiden Seitentheile sind concav, ebenfalls ziemlich rechteckig und Vj^mdil so 
lang als breit; die länglichen Gruben der Spiracula liegen an der Unterseite 
des Medialsegmentes, sehr nahe den Seitenrändern desselben. Der kurze depresse 
Hinterleib ist, wenn man ihn ausstreckt, so lang als der Thorax mit einem Theile 
des Kopfes, die vordere grössere Hälfte ist eiförmig und breiter als der Thorax, 
die hintere Hälfte ziemlich schmal, deren relativ breite Spitze unter den Thorax 
zu liegen kommt. Die Vordertarsen fünfgliederig, deren drei mittlere Glieder 
sehr kurz. Die Mittelbeine zart, deren Schenkel etwa dreimal so lang als dick, 
die Tibien dünn, fast doppelt so lang als die Schenkel, am Aussenrande behaart. 
Die Hintertibien etwas mehr wie doppelt so lang als am Tarsaleude dick. 

Das Männchen scheint in mancher Beziehung mit dem von Pleistodontes 
impcrialis Saund. Aehnlichkeit zu haben. 

Aus Früchten von Ficus spec. aus Ostindien (P. Mayer, Nr. 19). 



174 



Gustav Mayr. 



9. B, clavigera ii. sp. 

Weibchen. Länge: 15 mm. Dunkelbraun, der Kopf mit Ausnahme der 
Seiten des Scheitels, die drei Basalglieder der Fühler, der Hinterleib unten und 
an der Spitze, die Beine, ausser den mehr oder weniger gebräunten Schenkeln 
und Tibien der Mittel- und Hinterbeine, gelb oder röthlichgelb. Ob die Fühler 
eilf- oder zwölfgliederig seien, kann ich nicht sicher angeben, es scheint wohl ein 
Ringel vorhanden, aber mit dem Fortsatzgliede innig verwachsen zu sein; das 
Fortsatzglied hat einen Fortsatz, welcher das nächste Glied etwas überragt; 
dieses letztere (angenommen das vierte Glied) ist keulig und länger wie gewöhnlich, 
nämlich mehr wie doppelt so laug als am Apicalende dick, das fünfte etwas 
kürzer als das vorhergehende, fast IV2 iiial länger als dick, die folgenden nehmen 
allmälig an Länge ab, jedoch an Dicke etwas zu, die Keule ist dreigliederig ; 
alle Glieder vom fünften bis zum vorletzten, das ist dem zweiten Keulengliede, 
haben mehrere Haare, deren Länge die der betreffenden Glieder um 
das Drei- bis Vierfache übertrifft, auch sind die Glieder nicht gerieft 
oder zeigen höchstens Spuren von Riefen, das Mesophragma reicht wenig in den 
Hinterleib. Die Stachelscheide ist beiläufig so lang als der Hinterleib. Das erste 
Glied der Vordertarsen ist etwas weniger wie halb so laug als die Vordertibie, 
das erste Glied der Hintertarsen ist deutlich kürzer als die Tibie. Der Radius 
der Vorderflügel ist schwach gekrümmt. 

Männchen. Länge: 1mm., Kopf und Thorax mitsammen 8 mm. Gelb, 
der Hinterleib weisslich, glatt, mit sehr wenigen mikroskopischen Härchen, die 
Tibien und Tarsen viel reichlicher behaart. Der Kopf ist vierekig mit abge- 
rundeten Ecken, doch vorne deutlich schmäler als hinten und, die Mandibeln 
abgerechnet, deutlich breiter als lang. Die Fühler sechsgliederig und gekniet, 
das erste Glied (der Schaft) scheint etwas mehr wie doppelt so lang als dick 
zu sei^, das zweite Glied ist etwas länger als dick, die drei folgenden sind ring- 
förmig, das. Endglied ist das dickste und grösste, es ist keulenförmig und am 
Apicalende gerundet-gestutzt. Die gemeinsame dreieckige Fühlergrube ist vorne 
am bogig aus^erandeten Vorderrande des Kopfes sehr breit und reicht ziemlich 
bis in die Nähe der Vorderecken des Kopfes, sie verschmälert sich rasch bis 
hinter die Fühlergelenke, ist aber hinten vor der abgerundeten Hinterecke nicht 
schmal. Der Thorax ist schmäler als der Kopf, oben ziemlich schwach gewölbt, 
das Pronotum viereckig, etwas breiter als in der Mitte lang, mit bogig ausge- 
randetem Hinterrande. Die übrigen oberen Thoraxtheile (mit dem Medialseg- 
mente) bilden ein Quadrat, welches etwas breiter als lang ist, das Mesonotum 
nimmt etwas mehr als die Hälfte des Quadrates ein, sein Hinterrand ist gerade. 
Die Metapleuren treten als dreieckige Seitenstücke bis gegen die Mitte vor, so 
dass das Mesonotum hinten an dieselben, aber auch an die Mitte des Vorder- 
randes des Medialsegmentes stossen dürfte (die Nähte sind zur genauen Bestim- 
mung zu undeutlich). Das Medialsegment hat oben eine breitdreieckige Form, 
die vordere Ecke desselben stösst vorne an die inneren Enden der Metapleuren 
und etwa auch an die Mitte des Hinterrandes das Mesonotum; die rundlichen 



Feigeninsecton. 



175 



Spiracula liegen nahe den abgerundeten Hinterecken des Medialsegraentes (und 
auch nahe den Hinterecken der Metapleuren), der quere Hinterrand des Medial- 
segmentes ist schwach bogig. Der Hinterleib ist an der Basalhälfte etwas breiter 
als der Thorax, er krümmt sich nach abwärts und geht in den ziemlich kurzen 
schwanzförmigen Theil über, welcher mit seiner Spitze nach vorne gerichtet ist. 
Die Vordertarsen sind kurz und fünfgliederig, deren erstes Glied ist kaum oder 
nicht länger als dick, die folgenden sind sehr kurz, das Endglied ist etwas länger 
als dick. Die Mittelbeine sind zart. Das erste Glied der Hintertarsen ist fast 
doppelt so lang als dick, die folgenden nehmen bis zum vierten allmälig etwas 
an Länge ab, das Klauenglied ist länger als das erste Glied. 

In den Früchten von F. (Urostigma) elastica Nois. im botanischen Garten 
zu Buitenzorg auf Java; zu bemerken ist, dass die daselbst mit diesem Namen 
bezeichneten Bäume mehreren noch nicht trennbaren Arten angehören dürften 
(Solms). 

10. B, socotrensis n. sp. 

Weibchen. Länge: r6 mm. Dunkelbraun, der Fühlerschaft und die Beine 
gelb, theilweise gelbbraun. Die eilfgliederigen Fühler ohne Ringel, der Fort- 
satz des dritten Gliedes nicht gegliedert, das folgende Glied am Apicalende schief 
geschnitten, es erscheint je nach der Ansicht etwas kürzer oder gut eben so 
lang als dick, alle folgenden Glieder sind auffallend grösser und durchlaufend 
gerieft mit die Enden der Glieder überragenden kurzen, spitzigen Zähnchen, 
das fünfte bis achte Glied sehr deutlich länger als dick, die drei Keulenglieder 
jedenfalls mitsammen wenig verwachsen, das erste und das zweite Keulenglied 
nicht oder wenig länger als dick, das Endglied viel dünner als das vorletzte und 
deutlich länger als dick. Das Mesophragma ragt nicht wenig in den Hinter- 
leib hinein. Die Stachelscheide ist so lang als der Hinterleib mit ein Drittel 
oder ein Viertel des Thorax. Der Metatarsus der Vorderbeine ist ein Drittel so 
lang als die Tibie, der der Hinterbeine halb so lang als die Tibie. Der Radius 
ziemlich gerade. (Ich bin nicht sicher, ob das hier beschriebene 9 zu dem nach- 
folgend beschriebenen gehört.) 

Männchen. Länge des Körpers bei nach vorne gerichtetem Hinterleibe 
l'l bis rSmra. Gelb, glatt und fast kahl, die Oberseite des Kopfes mit wenigen 
mikroskopisch kleinen, Härchen tragenden Punkten. Die dreieckigen Mandibeln 
sind nicht stark eingeklappt und haben nebst dem grösseren Zahne ein sehr 
stumpfes und kleines Zähnchen. Der Kopf mit den hinzugenommenen Oberkiefern 
ist fast eirund, ohne diese vorne gestutzt. In der Mitte des vorderen Theiles 
des Kopfes liegt die hinten nicht spaltförmig verlängerte, sondern gerundete 
Fühlergrube. Das erste Glied der fünfgliederigen Fühler ist dick, etwa um 
ein Drittel länger als dick, das zweite ist dünner als das erste, an der Basis 
dünner als an der Spitze, nur etwa halb so lang als an der Spitze dick, das 
dritte und vierte Glied so dick als das zweite, aber nur kurz-ringförmig, das 
Endglied bildet eine ziemlich cjlindrische Keule, es ist das längste Glied, etwa 
so dick als das Basalglied, nial so lang als dick, an der Basalhälfte etwas 



176 



Gustav Mayr. 



dicker als au der Endhälfte. Die Augen liegen vorne an den Kopfseiten. Das 
Pronotuni ist schmäler als der Kopf, gestrecljt-trapezförmig, aber hinten nur 
wenig breiter als vorne. Das grosse verkehrt-trapezförmige Mesonotum ist fast 
zwei Drittel so lang als das Pronotum, etwa so lang als vorne breit. Das Medial- 
segment stösst mit seiner ganzen Breite an das Mesonotum und ist von demselben 
durch eine sehr undeutliche Naht getrennt, es ist etwas kürzer als breit, vier- 
eckig (trapezförmig), vorne deutlich schmäler als hinten, so dass der Thorax 
an der Grenze zwischen dem Mesonotum und dem Medialsegmente am schmälsten 
ist; die länglichen Athemlöcher des Medialsegmentes liegen an den Seiten- 
rändern desselben, knapp an der Naht der Metapleuren und des Medialsegmentes. 
Die Metapleuren sind auf schmale Leisten an den kleinen Seitenflächen des 
Thorax, dem Medialsegmente augelegt, beschränkt. Der Hinterleib ist an der 
Basalhälfte mässig breit und heruntergebogen, die Apicalhälfte besteht aus drei 
schmalen Segmenten, ist dünn schwanzartig und nach vorne gerichtet, seine 
Spitze erreicht die Mitte des Kopfes oder die Kopfbasis. Die Vordertarsen sind 
kurz und fünfgliederig, das zweite und vierte Glied sehr kurz. Die Mittelbeine 
sind zart, mit sehr kurzen Schenkeln, welche nur wenig länger als dick sind, 
die Mitteltibien dünn und mässig lang. 

Aus Früchten von Ficus salicifolia Vahl von der Insel Socotra (P. Mayer, 
Nr. 21). 

11. J5. quadraticeps ii. sp. 

Weibchen. Länge: 14mm. Dunkelbraun, der Kopf vorne, die Fühler- 
basis und mehr oder weniger die Beine gelb oder rothgelb. Das Fortsatzglied 
der Fühler (das dritte Glied) besteht aus zwei bis drei Stücken, das folgende 
ist das kleinste Glied und nicht oder wenig länger als dick, das fünfte ist 
doppelt so lang als das vierte und fast lV3mal so lang als dick, das sechste 
noch etwas länger als das vorhergehende und doppelt so lang als am Apical- 
ende dick, das siebente so lang als das sechste, die vier folgenden Glieder bilden 
eine Keule, welche viel dicker als der Faden ist, jedoch scheinen die Glieder 
nicht mitsammen verwachsen zu sein; die Riefen finden sich an allen Gliedern 
vom fünften angefangen, an diesem und dem sechsten setzen sie sich nur als 
Zähne über das Apicalende der Glieder fort, an den vier letzten Gliedern bilden 
sie jedoch lange Dornen. Das Mesophragma reicht nur wenig in den Hinter- 
leib hinein. Die Stachelscheide ist mehr wie IV2 naal so lang als der Hinter- 
leib. Das erste Glied der Vordertarsen ist doppelt so lang als dick und halb 
so lang als die Tibie. Das erste Glied der Hintertarsen deutlich mehr wie ein 
halb mal so lang als die Tibie, kürzer als zwei Drittel derselben. Der Radius 
der Vorderflügel ist schwach gekrümmt. 

Männchen. Länge: 1*2 mm. Gelb, der Vorderraud des Kopfes etwas 
dunkler; glatt und kahl, die ganze Oberseite des Kopfes ziemlich stark punktirt 
mit glatten Zwischenräumen, aus den Punkten entspringen sehr feine und sehr 
kurze Härchen. Der oben schwach convexe Kopf ist quadratisch, kaum länger als 
breit, die Vorderecken sind weniger, die Hinterecken etwas stärker gerundet, 



Feigeninsecten. 



177 



der Vordervand ist schwach bogig ausgerandet. Die dreieckige gemeinsame Fühler- 
grube reicht voriie fast bis zu den Mandibelgeleuken, hinten ist sie kurz spaltförmig 
fortgesetzt und zuletzt stark abgerundet. Der Schaft der füufgliederigen Fühler 
ist gut doppelt so lang als dick, aber doch kürzer als die übrigen Glieder zu- 
sammengenommen, das zweite Glied etwa 2V2 mal so lang als am Apicalende 
dick, das dritte und vierte Glied ringförmig, das keulenförmige Endglied ist 
länger als die drei vorhergehenden zusammen, es besteht aus drei verwachsenen 
Gliedern (das ringförmige ßasalglied der Keule trennt sich bei mikroskopischen 
Präparaten schon bei leichtem Drucke von dem Mittelgliede, so dass es leicht 
für ein freies Glied gehalten werden könnte). Die nicht grossen Netzaugen 
liegen an den Seiten der Vorderhälfte des Kopfes. Der gestreckt-viereckige, 
massig querconvexe Thorax ist etwa doppelt so lang als breit, in der Mitte etwas 
breiter als der Kopf; das Pronotum ziemlich quadratisch, hinten etwas breiter 
als vorne, mit bogig ausgerandetem Hinterrande; das Mesonotum mehr wie 
doppelt so breit als lang; die Metapleuren zusammen mit dem Medialsegmente 
quer gewölbt und fast quadratisch, vorne etwas breiter als hinten, beide sind 
durch feine Nähte von einander getrennt, das Metanotum ist oberflächlich nicht 
sichtbar, das Medialsegment für sich ist dreieckig mit stark gerundet-gestutzter 
Vorderecke, welche an das Mesonotum stösst, vor den Hinterecken liegen die 
kleinen runden Spiracula. Der Hinterleib ist massig kurz und reicht zurück- 
geschlagen nicht bis zum Kopfe. Die Vorderschenkel sind die dicksten, die 
Vordertarsen zweigliederig; die Mittelbeine zart; die Hintertibien an der unteren 
Hälfte des Streckrandes mit einigen sehr kurzen Dörnchen, an den Hintertarsen 
sind alle Glieder wenigstens eben so lang als dick. 

Aus Früchten von F. (ürostigma) r eligiosa 'i^ois. in Singapore (Solms). 

Prof. Westwood scheint in Further descr. etc. p. 43, Zeile 1—4 sich auf 
diese Art zu beziehen. 

12. B, grossorum GravJ) 

B. grossorum Grav., Disquis. de Gyn. Psene auct. et descr. Blastophagae (Beitr. 

z. Ent. Schles. 1829, 1., p. 27); P. Mayer, Feigenins., Taf. XXV, Fig. 1, 3, 4; 

Taf. XXVI, Fig. 12, 17—20, 25, 26, 28, 29. 
B. Sycomori Westw., On Caprif. as pract. up. the Figs (Trans. Ent. Soc. Lond. II, 

1837-1840, p. 220, Taf. XX, Fig. 4a-o).2) 
B. Psenes Westw., Descr. of the ins. infest, the seeds of Fic. Syc. and Gar. (Trans. 

Ent. Soc. Lond. 1882, p. 55, pl. IV- V). 

Weibchen. Länge: 1*8— 2'2 mm. Schwarzbraun, die Fühler, mehr oder 
weniger der Hinterleib und die Beine braun, theilweise braungelb. Die Fühler sind 



Obschon diese Art, besonders von V7estwood, einer genaueren Beschreibung unter- 
zogen wurde, so erscheint es doch in Anbetracht der hier beschriebenen und voraussichtlich noch 
zu entdeckenden Arten zweckmässig, hier eine Beschreibung zu geben. 

In Betreff der weiteren Syuonymie verweise ich auf Dr. flennann L ö w, Ueber die Capri- 
fication der Feigen (Stett. ent. Ztg. 1843, p. 66) und anf Dr. Paul Mayer, Zur Naturgeschichte 
der Feigeninsecten. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 23 



178 



Gustav Mayr. 



zwölfgliederig, indem eiu deutlich abgegrenztes Riugel vorhanden ist; der Schaft 
ist am unteren Eande bogig erweitert, das Ringel (drittes Fühlerglied) ist schief 
geschnitten, so dass es auf einer Seite länger als auf der andern ist, der Fortsatz 
des vierten Gliedes ist nicht gegliedert, das fünfte Glied ist l'^faal so lang 
als am Apicalende, das sechste ist wohl etwas länger als das vorhergehende, 
aber dicker als dieses, das siebente, achte und neunte haben nahezu die gleichen 
Dimensionen wie das sechste Glied, die drei letzten Glieder sind nicht oder 
undeutlich zu einer Keule verwachsen; das sechste bis zwölfte Glied mit schwachen 
Riefen, welche nur theilweise an den Apicalenden der Glieder als sehr kleine 
Zähnchen enden. Das Mesophragma reicht kaum in den Hinterleib hinein. Die 
Athemlöcher des siebenten Abdominalsegmentes sind klein und rundlich. Die 
Stachelscheide ist fast ein Drittel so lang als der Hinterleib. Das erste Glied 
der Vordertarsen ist ein Drittel so lang als die Tibie. Der Radius der Vorder- 
flügel ist ziemlich stark gekrümmt. 

Männchen. Länge: TS -TS mm. Rotbgelb, die Oberkiefer braunroth, 
die Fühler und der Hinterleib, ausser der Basis, gelb; glatt und fast kahl, der 
Kopf jedoch reichlich ziemlich grob punktirt und kurz behaart, der Scheitel in 
der Mitte glatt und kahl, mehr seitlich zerstreut punktirt und ebenso behaart, 
die obere Fläche des Thorax jederseits mit zerstreuten Pünktchen. Der oben 
ziemlich stark convexe Kopf ist gerundet-kurztrapezförmig mit sehr stark abge- 
rundeten Vorder- und weniger abgerundeten Hinterecken, die vereinigte tiefe 
Fühlergrube ist an der hinteren Hälfte bis zur Mitte der Oberseite des Kopfes 
als gleichbreiter, hinten gerundeter Spalt verlängert; die Seiten des vorderen 
dreieckigen Theiles der Fühlergrube sind ausgehöhlt, woselbst die viergliederigen, 
kurzen und geknieten Fühler eingelenkt sind. Der Schaft (erstes Glied) ist, 
das Gelenkstück nicht in Betracht gezogen, dick und beiläufig so lang als dick, 
das zweite Glied ist an der Basis mässig dünn, am Apicalende fast doppelt so 
dick, es ist gekrümmt und etwas länger als am Apicalende dick, das dritte Glied 
ist nur ringförmig, das dicke Endglied kurz-cylindrisch, an der Spitze stark 
abgerundet; bei genauerer Untersuchung erweist sich, dass es aus drei mitsammen 
verwachsenen Gliedern besteht, deren mittleres das grösste ist. Die ovalen, 
mässig grossen Netzaugen liegen an der Vorderhälfte der Kopfseiten. Der vier- 
eckige Thorax ist etwa doppelt so lang als breit, so breit als der Kopf, mässig 
quer convex, in der Längsrichtung sehr wenig gekrümmt. Das Pronotum ist 
fast quadratisch, hinten nur sehr wenig breiter als vorne, mit schwach bogig 
ausgerandetem Hinterrande. Das Mesonotum ist etwa doppelt so breit als lang, 
es stösst seitlich an die Metapleuren, in der Mitte scheint es direct mit dem 
Medialsegmente mit einer sehr zarten Naht verbunden zu sein, obschon ich bei 
einigen Exemplaren bald hinter dieser Naht eine zweite, äusserst zarte und 
dieser parallele Naht sehe, so dass dieses quere, schmal bandförmige Stück dem 
Metanotum entspricht. Das Medialsegment bildet mit den Metapleuren ein 
Quadrat mit abgerundeten Hinterecken und geradem oder richtiger äusserst 
schwach bogig ausgerandetem queren Hinterrande; seitlich liegen unmittelbar 
hinter den Metapleuren die runden, dunkel umrandeten Spiracula. Der rundliche 



Feigeninsecten. 



179 



herabgebogene Basaltheil des Hinterleibes ist etwas breiter als der Thorax, der 
schwanzförmige Apicaltheil ist nach vorne gerichtet und erreicht oder überragt 
den Kopf, je nachdem der Tubus mehr oder weniger ausgezogen ist. Die 
Vordertarsen sind zweigliederig, die Mitfcelbeine zart. 

Mir liegen Stücke vor aus Neapel von Ficus Carica (Dr. P. Mayer), 
dann vom Grafen Solms gesammelte aus Früchten von Ficus Carica L, vel 
potius F. serrata Forsk. vom Beg Dagh, 4000 Fuss hoch (P. Mayer, Nr. 4), 
von Ficus -pseudocarica Miq. aus Abyssiuien, 5500—8000 Fuss hoch (P. Mayer, 
Nr. 10), von Ficus Carica von Kurum Valley in Afghanistan (P. Mayer, Nr. 11), 
von Ficus persica Boiss. aus Schiras (P. Mayer, Nr. 17), von Ficus serrata 
Forsk. (= paJmata Forsk). in der Wüste am Rothen Meere (P. Mayer, Nr. 20). 

13. B. javana n. sp. (Fig. 10). 

Weibchen. Länge P6— P7 mm. Schwarzbraun, die Fühler braun, theil- 
weise öfters braungelb, die Hüften und Schenkel braun, die Tibien und Tarsen 
gelb oder braungelb. Der Fühlerschaft ist am unteren Rande winkelig. Das 
Ringel undeutlich, es scheint, dass dasselbe wohl vorhanden, aber mit dem 
Fortsatzgliede verwachsen sei; ziehe ich das Ringel nicht in Betracht, also eilf- 
gliederige Fühler angenommen, so ist das dem Fortsatzgliede folgende, also vierte 
Glied klein, so lang als am Apicalende dick oder wenig länger, das fünfte Glied 
ist so wie alle folgenden Glieder mit kurzen Riefen besetzt, die beim fünften 
Gliede in sehr geringer Zahl auftreten, bei den folgenden Gliedern aber an Zahl 
zunehmen, das fünfte Glied ist etwa doppelt so lang als das vierte und kaum 
dünner als lang, das sechste hat dieselbe Form und Grösse, das siebente und 
alle folgenden sind insgesammt frei beweglich und scharf von einander getrennt, 
sie sind grösser als das fünfte und sechste Glied, länger als dick, ziemlich kurz 
behaart und an dem Apicalende mit einzelnen sehr unscheinbaren Zähnchen ver- 
sehen, welche die Enden der am letzten Drittel der Glieder beginnenden Riefen 
sind. Das Mesophragma reicht sehr wenig in den Hinterleib hinein. Die sehr 
kurze Stachelscheide überragt nicht oder kaum die Hinterleibsspitze. Das erste 
Glied der Vordertarsen ist fast halb so lang als die Tibie; das erste Glied der 
Hintertarsen ist deutlich kürzer als die Tibie. Der Radius ist nur sehr schwach 
gekrümmt. 

Männchen. Der B. grossorum sehr ähnlich, aber durch folgende Merk- 
male unterschieden: Sehr deutlich kleiner (Länge: 1 — 1*1 mm.) und nicht so 
robust, sondern viel schmäler; der Xopf ist wohl auch rothgelb, der Thorax 
aber nur blass röthlichgelb oder gelb. Die Fühler weichen nur dadurch ab, dass 
das Basalglied und das Endglied im Verhältnisse zur Dicke deutlich länger sind. 
Der hintere schmale Theil der gemeinsamen Fühlergrube ist etwas breiter als 
bei B. grossorum. Ganz besonders unterscheidet sich diese neue Art durch ein 
sehr deutlich abgegrenztes, obwohl kleines, halbkreisförmiges Metanotum, welches 
zwischen den beiden Metapleuren, dem Mesonotum und dem Medialsegmente liegt. 
Der Hinterrand des Medialsegmentes ist bei B. javana seiner ganzen Länge 

23* 



180 



Gustav Mayr. 



nach bogig gekrümmt, bei B. grossorum jedoch gerade, ja eher sehr schwach 
bogig ausgerandet; die Spiradula des Medialsegmentes sind sehr klein und hell- 
gelb umrandet. 

In Früchten von Ficus hirta Vahl var S. setosa Miq. in Tjikeumeuh bei 
Buitenzorg (Solms). Die in Dr. Paul Mayer's Zur Naturgesch. der Feigeninsecten 
p. 570 sub 6 a erwähnten Blastophagen-Weibchen scheinen zu dieser Art zu 
gehören, doch sind sie zu schlecht erhalten, um eine sichere Bestimmung zu- 
zulassen. 

14. B, brasiliensis n. sp. 

Weibchen. Länge: 1 — TS mm. Dunkelbraun, die drei ersten Fühler- 
glieder, die Tibien und die Tarsen gelb oder theilweise braungelb. Die eilf- 
gliederigen Fühler ohne Ringel. Der Schaft ist am unteren Eande in eine Ecke 
ausgezogen. Das dritte Glied besteht aus zwei Stücken, dem Basal- und dem 
Fortsatzstücke, das vierte Glied ist länger als am Ende dick, die folgenden 
sind mehr oder weniger stark gerieft und mit, besonders bei den Gliedern der 
Endhälfte der Fühler, starken, die Glieder überragenden Zähnchen versehen. Das 
Mesophragma ragt wenig in den Hinterleib hinein. Das siebente Abdominalsegment 
jederseits nur mit einem rundlichen scheibenförmigen Grübchen der Spiracula, 
welche in der Grösse ziemlich veränderlich sind, denn sie haben 038 — 01mm. 
im Durchmesser. Die Stachelscheide ist so lang wie das Abdomen mit ein Drittel 
des Thorax oder wie das Abdomen mit dem ganzen Thorax mit allen Zwischen- 
stufen (0"8— 0*84 mm.). Erstes Glied der Vordertarsen IV2 nial so lang als dick, ein 
Drittel so lang als die Tibie, das erste Glied der Hintertarsen etwas mehr wie 
halb so lang als die Tibie. Der Kadius der Vorderflügel gerade, das Köpfchen 
schwach gekrümmt. 

Männchen. Länge des Körpers mit nach vorne geschlagenem Abdomen : 
ri— l*3mm. Rothgelb, Fühler und Abdomen blassgelb, der letztere öfters mehr 
weisslich. Glatt und kahl, ausser einigen Härchen besonders vorne am Kopfe. 
Die dreieckigen Mandibehi haben einen schneidigen Kaurand. Der Kopf ist 
gerundet-viereckig, hinten breiter als vorne, in der Mitte des vordersten Theiles 
liegt die dreieckige gemeinsame Fühlergrube, welche hinten spitzig ist und in 
eine Stirnfurche übergeht. Die Stirnleisten decken nicht den Ursprung der 
Fühler, indem sie daselbst (in der Höhe der Augen) bogig ausgerandet sind. 
Die Fühler bestehen aus vier freien Gliedern, das erste, der Schaft, ist das 
dickste, um ein Viertel oder ein Drittel länger als dick, das zweite am Grunde 
ziemlich dünn, am Ende viel dicker, kaum länger als am Ende dick, das dritte 
Glied ringförmig, das Endglied kegelig-cylindrisch, fast 2V2 mal so lang als am 
Grunde dick, an der Spitze stark abgerundet, vor derselben zeigt sich eine 
Sutur, sowie auch eine zartere nahe der Basis, indem das Endglied eigentlich 
aus drei verwachsenen Gliedern besteht, deren mittleres das weithin grösste ist. 
Die deutlich fapettirten, ovalen und relativ massig grossen Augen liegen vorne 
an den Kopfseiten. Der Thorax ist so breit als der Kopf, in der Mitte ist er 
etwas breiter als vorue und hinten und zeigt daselbst eine quere Furche, 



Feigeninsecten. 



181 



die Grenze zwischen dem Pronotum und Mesonotiim, wo auch der Prothorax 
mit dem Mesothorax gelenkig verhunden ist. Das Pronotum ist viereckig, länger 
als breit, hinten nur wenig breiter als vorne, mit abgerundeten Vorderecken. 
Die hintere Hälfte der Oberseite des Thorax ist wie das Pronotum geformt, aber 
vorne breiter als hinten, sie zeigt keine deutliche Sutur, doch bei genauerer 
Untersuchung sieht man etwas hinter der Mitte des zweiten Thoraxstückes eine 
sehr undeutliche bogige Sutur; da nun von der Stelle des Thorax, wo die 
Hinterbeine eingelenkt sind, je eine durch feine Suturen abgegrenzte dreieckige 
Platte nach oben geht, welche aber, sobald sie die obere Thoraxfläche erreicht, 
sehr bald mit einer Ecke endet, und da vor diesem dreieckigen Stücke jener 
Theil des Thorax liegt, an dem die Mittelbeine eingelenkt sind, sowie auch mit 
Kücksicht auf die Analogie dieser seitlichen Theile des Thorax bei den anderen 
Arten, so ist der vordere Theil der hinteren Thoraxhälfte das Mesonotum, die 
dreieckigen Seitenstücke sind die Metapleuren und der hinter den dreieckigen 
Seitenstücken gelegene Theil des Thorax das Medialsegment. Das hinten quer 
gestutzte Medialsegment hat seine kleinen versteckten Spiracula unmittelbar 
unter den Seitenrändern. Der Hinterleib ist an der Basis so breit als der 
Thorax, sein erstes Segment verlängert noch den Körper, das zweite ist nach 
abwärts gerichtet, das dritte schon mehr oder weniger nach vorne, die folgenden 
sind dünn und die Abdomenspitze reicht bis zum Kopfe oder überragt auch 
diesen. Die Vordertarsen sind zweigliederig, die Mittelbeine zart, deren Schenkel 
und Tibien massig lang. 

In den Früchten von Feigenbäumen von Dr. Fritz Müller bei Blumenau 
in Brasilien gesammelt und zwar von den mit Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 9 be- 
zeichneten Bäumen (siehe Paul Mayer, Feigeninsecten, p. 573). 

15. B, hifossulata ii. sp. (Fig. 11). 

Weibchen. Länge: 1-4— 1*5 mm. Dunkelbraun, die Basalglieder der 
Fühler, die Hüften, die Vorder- und Hinterschenkel hellbraun, die Mittelschenkel, 
alle Tibien und Tarsen gelb. Die Fühler wie bei B. hrasiliensis, nur ist das 
vierte Glied kaum oder eben so lang als dick. Das Mesophragma ragt wenig 
in den Hinterleib hinein. Die sehr kleinen Grübchen der Spiracula am siebenten 
Abdominalsegmente haben nur einen Durchmesser von 0"038mm. Die Stachel- 
scheide ist 6 mm. lang, etwas länger als der Hinterleib. Das erste Glied der 
Vordertarsen ist wenig länger als dick und kaum ein Fünftel so lang als die 
Tibie. Der Radius der Vorderflügel gerade, nur das Knöpfchen etwas gekrümmt. 

Das Männchen stimmt in allen Theilen mit jenem von .B. hrasiliensis 
überein, ist aber durch die riesig grossen Spiraculagruben an der Ober- 
seite des Medialsegmentes schon mit einer gewöhnlichen Loupe von dieser, sowie 
von allen Blastophaga- Arten sehr leicht zu unterscheiden. Diese Gruben sind 
oval, 15—0-16 mm. lang und Ol mm. breit, ziemlich scharf und erhöht ge- 
randet; sie liegen an den Seiten der oberen Fläche des Medialsegmentes und 



182 



Gustav Mayr. 



nehmen diese Seiten fast ganz ein. Die Vordertarseu sind vier- bis fünfgliederig, 
die Glieder aber so verwachsen, dass nur ein Gelenk vorhanden sein dürfte. 

In Früchten von Feigenbäumen von Dr. Fritz Müller bei Blumenau in 
Brasilien gesammelt und unter Baum Nr. 8 eingesendet. 

16. B, Mayeri n. sp. 

Männchen. Länge des Körpers mit nach vorne gerichtetem Hinterleibe : 
1-5 mm. Gelb, glatt und kahl. Der Körper flach. Die ziemlich breiten drei- 
eckigen Mandibeln haben einen deutlichen Kaurand, welcher ausser dem vorderen 
Zahne ziemlich nahe demselben noch ein Zähnchen hat und hinter diesem 
schneidig ist. Der Kopf ist breiter als lang, vorne und hinten gestutzt mit bo- 
gigen Seiten und stark abgerundeten Hinterecken; etwas hinter der Mitte ist 
er am breitesten. Die dreieckige gemeinsame Fühlergrube ist jederseits so aus- 
gehöhlt, dass das erste Fühlerglied in die Aushöhlung zurückgezogen werden 
kann, hinten geht die Fühlergrube in eine tiefe Längsfurche über, welche 
am Hinterrande des Kopfes endet. Das erste Glied der viergliederigen Fühler 
ist dick und etwas länger als dick, das zweite am Grunde viel dünner als an 
der Spitze und so lang als am Ende dick, das dritte ist nur ringförmig, das 
Endglied so dick als das erste Glied und doppelt so lang als dick. Die Augen 
liegen vorne an den Kopfseiten. Das trapezförmige Pronotum hat schwach 
S-förmig geschwungene Seitenränder und einen ziemlich geraden queren Hinter- 
rand. Das grosse Mesonotum ist verkehrt-trapezförmig, vorne so breit als das 
Pronotum mit sehr schwach bogigen Seitenrändern und schwach bogig aus- 
gerandetem Hinterrande, das Metanotum ist nicht sichtbar, die Metapleuren sind 
sehr klein, gestreckt und an den Seiten des Thorax gelegen. Das verkehrt- 
trapezförmige Medialsegment ist viel schmäler als das Mesonotum am Hinter- 
rande, es ist so lang als vorne breit, mit sehr deutlichen Hinterecken, die läng- 
lichen Athemlöcher liegen an der Hinterhälfte der sehr schmalen, nach unten 
gerichteten Seiten des Medialsegmentes. Der Hinterleib ist an der Basalhälfte 
kaum schmäler als das Mesonotum, der nach vorne gerichtete, kegelige und 
spitz endende Theil reicht nur bis etwa zur Mitte des Thorax. Die Vordertarseu 
sind zweigliederig; die Mittelbeine sind verdickt, deren sehr kurze und dicke 
Schenkel sind beiläufig so lang als dick, deren' Tibien viel dünner als die 
Schenkel, aber nur etwa so lang wie diese, beiläufig doppelt so lang als am 
Tarsalende dick, aussen mit Dörnchen besetzt. 

In Früchten von Ficus spec, Island of Bally (Kew Museum), P. Mayer, 

Nr. 6. 

17. B, quadrupes n. sp. 

Weibchen. Länge: 11— l-4mm. Braun, der Thorax oben meistens 
heller, der Kopf vorne, der Basaltheil der Fühler, die Unterseite des Thorax 
und des Hinterleibes, sowie die Beine gelb oder etwas röthlichgelb. Der Schaft 
der zwölfgliederigen Fühler mit unterem stumpfwinkeligen Rande, das Ringel 



Feigeninsecten. 



183 



(drittes Fühlerglied) sehr deutlich, der Fortsatz des vierten Gliedes nicht ge- 
gliedert, das fünfte Glied doppelt so lang als dick, alle folgenden länger als 
dick und mit durchlaufenden Eiefen besetzt, welche am Apicalende der Glieder 
in kleine Zähncheu enden, die sechs letzten Glieder sind massig behaart, alle 
Glieder sind frei, ohne Ausbildung einer Keule. Das Mesophragma ragt kaum 
in den Hinterleib hinein. Die Stachelscheide ist äusserst kurz und überragt 
nicht oder kaum die Hinterleibsspitze. Alle sechs Beine sind beim 9 
wickelt, die mittleren wie gewöhnlich zarter. Das erste Glied der Vordertarsen 
kaum halb so lang als die Tibie, das erste Glied der Hintertarsen etwas mehr 
wie halb so lang als die Tibie. Der Radius der Vorderflügel schwach gekrümmt. 

Männchen. Länge: 1mm. Rothgelb, kahl und glatt. Der flache Kopf 
ist trapezförmig mit stark abgerundeten Hinterecken, er ist breiter als lang, 
sein Vorderrand ist der kürzeste, der Hinterrand der längste Rand, die Seiten- 
ränder sind bogig gekrümmt; vorne in der Mitte liegt die gemeinsame Fühler- 
grube, welche jederseits ausgehöhlt ist und wo nahe dem Mundrande die Fühler 
entspringen. Diese bestehen (ich glaube mich nicht zu irren) aus drei freien 
Gliedern, das erste ist ziemlich dick und länger als dick, das zweite etwas länger 
als am Apicalende dick, dieses dicker als die Basis, das Endglied ist noch etwas 
dicker als das Basalglied, etwas weniger als doppelt so lang wie dick, und es 
scheint aus drei verwachsenen Gliedern zu bestehen, nämlich aus einem ring- 
förmigen Basalgliede, aus einem grossen cylindrischen Mittelgliede und einem 
kurz und gerundet- kegeligen Endglied e, welches mit einigen abstehenden Börstchen 
besetzt ist. Die Netzaugen sind nicht gross und ganz flach. Der stark-depresse 
Thorax besteht, von oben gesehen, nur aus zwei Stücken, nämlich dem trapez- 
förmigen Pronotum, welches schwach S-förmig gekrümmte Seitenränder und 
einen stark bogig ausgebuchteten Hinterrand hat, und dem gestreckt- vier- 
eckigen Hinterstücke, dessen Vorderrand, welcher in die bogige Ausbuchtung 
des Pronotum genau einpasst, stark bogig gekrümmt ist, der Hinterrand ist 
bogig ausgebuchtet, in welcher Ausbuchtung die Hinterleibsbasis liegt. Da an 
diesem Hinterstücke des Thorax seitlich vor den Hinterecken die Athemlöcher 
liegen, so ist wenigstens der hinterste Theil dieses Stückes das Medialsegment, 
obwohl es höchst wahrscheinlich wäre, dass auch das Meson otum an der Ober- 
seite des Thorax liegt und ohne sichtbare Naht mit dem Medialsegmente ver- 
wachsen ist. Der Hinterleib ist fast nur häutig, dessen Basaltheil etwas breiter 
als der Thorax, der schwanzartige Apicaltheil reicht nicht bis zum Kopfe. Von 
den Beinen sind nur die Vorder- und Hinterbeine entwickelt. An den ersteren 
sind die Tarsen sehr zart, ziemlich häutig und zweigliedrig. Statt der Mittel- 
beine finden sich mikroskopisch kleine zweigliederige Stummel, deren 
keulenförmiges Basalglied etwa doppelt so lang als am Apicalende dick ist, 
das äusserst kleine Endglied ist fast halbkugelig oder kurz cylindrisch und 
nicht oder kaum länger als dick. Die Hintertibien zeichnen sich dadurch aus, 
das sie nur lV2i3ial so lang als dick sind. An den Hintertarsen ist das zweite Glied 
so lang als dick, die andern länger als dick, das Endglied das längste, etwa so 
lang als das dritte und vierte Glied zusammen. 



184 



Gustav Mayr. 



lü Früchten von F. (Erythrogyne) diversifölia Bl. im Urwald von Tang- 
kuban Kran bei Bandong auf Java (Solms). 

Solche rudimentäre Mittelbeine wie bei dieser Art finden sich auch bei 
dem Männchen von Kradibia Cowani S. Saund. (von Blastophaga generisch 
nicht zu trennen) und jenem der nachfolgend beschriebenen Gattung TeimjJtts. 

II. Tetrapüs nov. gen. 

Weibchen. Die Mandibeln entspringen an den Vorderecken des Kopfes 
und sind, wenn sie sich berühren, in der Weise nach einwärts gerichtet, dass 
ihre Spitzen schon so ziemlich an der Unterseite des Kopfes liegen und der 
vorgezogene Clypeus, dessen Vorderrand bogig vortritt, eigentlich den vordersten 
Theil des Körpers (die Fühler unberücksichtigt gelassen) bildet, unter dem die 
Spitzen der Mandibeln liegen; sie sind dreieckig, kurz, enden in einen kleinen 
Zahn, hinter diesem ein zweites sehr kleines Zähnchen, unmittelbar unter und 
hinter demselben entspringt ein grosser hakig gekrümmter (wie eine an der 
Basis breite Kralle aussehender), spitziger, nach hinten gerichteter Zahn ; ganz nahe 
dem Mandibelgelenke entspringt, wie bei Blastophaga, der lange gerade, mit 
zwei Reihen Zähnen besetzte Fortsatz, welcher fast bis zum Hinterhauptloche 
reicht. Der Kopf ist dem von Blastox>]iaga ähnlich, er ist nach vorne gestreckt, 
trapezförmig, vorne viel schmäler als hinten und hat vom Clypeusvorderrande 
bis zum hinteren Ende des Scheitels einen breiten, ziemlich gleichbreiten (vor 
den Fühlern schmälern), scharf abgegrenzten und tiefen Längseindruck. Der 
Clypeus ist quercoucav und tritt, wie oben bemerkt, mit bogigem Vorderrande 
über den übrigen Mundrand vor. Die eilfgliederigen Fühler entspringen noch im 
vorderen Drittel des Kopfes in dem Längseindrucke knapp neben einander; das 
erste Glied (der Schaft) ist compress stabförmig, das zweite (Wendeglied) kurz, 
cylindrisch, das dritte entspricht dem Fortsatzgliede bei Blastophaga, ist am 
Apicalende etwas schief geschnitten, hat aber keinen seitlichen Fortsatz, 
(genau genommen ein Rudiment davon in der Form eines schmalen Saumes), 
sondern nur die Form des Basalstückes des Fortsatzgliedes bei Blastophaga, 
die folgenden sieben Glieder sind cylindrisch mit mikroskopisch feinen Längs- 
riefchen versehen, welcher aber nicht das Ende der Fühlerglieder als Spitzchen 
überragen, das Endglied ist dünner als die vorhergehenden und schön kegelig 
geformt. Das mittlere Punktauge liegt im Längseindrucke des Kopfes, die seit- 
lichen bereits ausserhalb desselben, doch noch ziemlich nahe dem Rande, sie 
stehen dem mittleren Punktauge weniger nahe als den ziemlich grossen Netz- 
augen, welche an der hinteren Hälfte der Kopfseiten liegen und bis zu den ab- 
gerundeten Hinterecken des Kopfes reichen. Durch diese Augenstellung nehmen 
die Wangen mehr als die Vorderhälfte der Kopfseiten ein. Der Thorax ist (von 
oben gesehen) länglich- rechteckig, in der Mitte etwas breiter und daselbst etwa 
so breit als der hintere Theil des Kopfes, er ist von vorne nach hinten gleich- 
mässig schwach gewölbt, auch von einer Seite zur anderen nicht stark convex. 
Das Pronotum ist schwach gewölbt, viereckig, doch mit stark ausgeschnittenem 



Feigeuiusecten. 



185 



Hinterrande, er ist fast doppelt so breit als an den Seiten lang. Das Mesonotum 
ist breit, aber besonders an den Seiten nicht lang und hat keine Parapsiden- 
fiirchen. Sowie man zwischen Pronotum und Mesonotum nur eine feine Furche 
sieht, so schliesst sich auch das Mesonotum an das Scutellum enge an, dieses 
ist sehr schwach convex, verkehrt -trapezförmig, der hintere Eand nur wenig 
kürzer als der Vorderrand, die Seiteuränder convergiren wenig nach hinten. Das 
sich in derselben Ebene anschliessende, nur von rechts nach links gewölbte 
Metanotum (Hinterschildchen der Hymenopterologen) ist quer halbmondförmig, 
jederseits ist dessen in der Mitte bogiger Hinterrand ausgerandet. Das Medial- 
segment (Metanotum der Hymenopterologen, viertes Thoraxsegment) schliesst 
sich ebenfalls innig an das Metanotum an, so dass nur eine feine Naht als 
Grenze sichtbar ist; es ist quer convex, von vorne nach hinten gerade, sein Vorder- 
rand ist dem bogigen Hinterrande des Metanotum entsprechend ausgeschnitten, 
sein querer Hinterrand ist gerade und jederseits hat es ein rundes Athemloch, 
es liegt, ebenso wie das Metanotum, unmittelbar auf dem horizontal nach hinten 
gerichteten, laugen Mesophragma, welches bis zum zweiten Abdominalsegmente 
reicht, auf. Der Hinterleib ist etwa so laug als der Thorax, sein erstes Segment 
ist an der Rückenseite nur vorne chitinös, indem von jeder Seite ein ziemlich 
schmaler Streifen heraufkommt und, sich etwas verbreiternd, endet, ohne dass 
sich diese zwei Theile in der Mitte mitsammen verbinden, der daselbst frei 
bleibende Zwischenraum, sowie der übrige Theil des ersten Segmentes an der 
Oberseite des Abdomen ist nur häutig and liegt auf dem hinteren Theile des 
Mesophragma als dünnes Häutchen auf. (Diese hier angegebenen Details sind 
an getrockneten Exemplaren nicht oder kaum deutlich zu sehen.) Das siebente 
Abdominalsegment jederseits mit einem mittelgrossen, runden Spiraculum. Der 
Stachel und die Stachelscheide lang, glatt und unbehaart. Die Vorderbeine 
haben massig lange und massig dicke Schenkel, die Tibien sind sehr kurz, kaum 
doppelt so lang als dick, mit zwei das Tarsalgelenk überragenden gekrümmten 
Dornen, die Tarsen (wie auch die der anderen Beine) fünfgliederig, das erste 
Glied länger als die Tibie, die drei folgenden sehr kurz, das Krallenglied länger, 
die Krallen einfach. Die Mittelbeine fast so lang als die Hinterbeine, ihre 
Tibien lang, an der Basalliälfte dünn, an der Apicalhälfte deutlich dicker, die 
Tarsen lang. Die Hinterbeine mit Schenkeln, welche beiJäufig so dick sind als 
die Vorderschenkel, die Tibien von gewöhnlicher Länge, gegen das Tarsalende 
allmälig breiter, alle Tarsenglieder länger als dick, das erste das längste. Die 
Vorderflügel mit einem mässig starken Humeralabschnitte der Subcosta, welcher 
etwas hinter dem Ende des Basaidrittels des Flügels schwach kolbig verdickt 
endet, doch setzt sich derselbe in derselben Eichtung nahe und fast parallel 
dem Flügelrande als eine sehr zarte, oft sehr undeutliche Ader, welche aber 
nie so lang, wie der Humeralabschnitt ist, fort. Da mir die Venae spuriae eben 
gut zur Ansicht kamen, «o habe ich auch diese gezeichnet. 

Männchen. Im allgemeinen Habitus der Blastopliaga grossorum sehr 
I ähnlich, auch an Gryllotalpa mahnend. Die Mandibeln sind ziemlich klein, 
I wenig länger als breit, mit dreizähnigem kurzen Kaurande, doch ist der dritte 

Z. B. Ges. B. XXXV. Ahh. 24 



186 



Gustav Mayr. 



hintere Zahn öfters ziemlich undeutlich. Der Kopf ist so wie bei Blastophaga 
grossorum geformt, doch ist die Oberseite des Kopfes in der Längsrichtung 
stärker gewölbt. Die sehr kurzen Fühler sind nahe beisammen in der gemein- 
samen Fühlergrube eingelenkt, diese liegt am vordersten Theile des Kopfes, 
ist dreieckig, etwas breiter als lang und endet gleich hinter dem Fühler- 
ursprunge mit etwas gerundetem Winkel. Die Fühler bestehen aus drei freien 
Gliedern, das erste ist verdickt, etwa doppelt so lang als dick, das zweite etwas 
gekrümmt, an der Basis dünner als das erste Glied, am Ende aber so dick wie 
dieses, es ist etwas länger als am Apicalende dick, das dritte freie Glied ist 
die Keule, welche aus drei verwachsenen Gliedern besteht, eiförmig, l'^oa^-l so 
lang als dick und etwa so lang als das erste Glied ist (P. Mayer, Taf. XXVI, 
Fig. 24). Aus der Fühlergrube sieht nur die Keule hervor. Die Stirne statt der 
Stirnrinne mit einem zarten Längskielchen. Die ovalen Fa9ettenaugen liegen 
an den Kopfseiten nahe den Mandibelgelenken. An den Kopf schliesst sich in 
gleicher Breite der von oben gesehene fast walzenförmige Thorax an. Das 
grosse Pronotum ist länger als breit, es nimmt mehr als die halbe LäDge des 
ganzen Thorax (bis zum Ursprünge des Abdomens) in Anspruch, es ist vorne so 
breit als hinten, von vorne nach hinten nur sehr wenig gekrümmt, von einer 
Seite zur andern aber stark gewölbt. Das sehr kurze, etwa dreimal so breite als 
lange Mesonotum tritt nur als Querstreifen auf. Das Metanotum ist ein noch 
schmälerer Querstreifen, der in der Mitte am breitesten ist und in die Seiten 
des Thorax spitzig ausläuft. Die über den Hinterhüften liegenden und von da 
heraufziehenden Metapleuren treten oben vorne mit dem Metanotum in Naht- 
verbindung, nach einwärts sind sie mit dem Medialsegment in der Art ver- 
wachsen, dass an der spiegelglatten Oberfläche nicht die geringste Unterbrechung 
vorkommt, doch ist durch zwei braune nach hinten divergirende Längslinien 
die Grenze zwischen diesen Metathoraxtheilen und dem Medialsegment angedeutet. 
Die sehr schwach convexe obere Fläche des Medialsegments ist fünfeckig, nämlich 
mit zwei Vorderecken, zwei hinteren Seitenecken und einer abgerundeten Hinter- 
ecke; der Vorderrand stösst an das Metanotum, die vorderen Seitenränder an die 
Metapleuren, die hinteren Seitenränder, welche von vorne aussen nach hinten 
innen zur Hinterecke ziehen, sind frei und knapp unter denselben liegen die 
länglichen Spiracula, die abgerundete Hinterecke hilft das Abdominalgelenk 
bilden. Der Hinterleib zeigt, von oben gesehen, ein kleines Stück, nämlich 
den Dorsaltheil des ersten Segmentes, welches etwas breiter als lang und kaum 
mehr als ein Drittel so breit wie das Medialsegment ist; das zweite, sowie die 
nächstfolgenden Segmente sind breit und überhaupt gross, das zweite nimmt 
von der Basis nach hinten bedeutend an Breite zu und bat oben vorne eine 
seichte Längsfurche, das dritte Segment ist kürzer und nach unten gerichtet, 
der folgende Theil des Abdomen ist nach vorne geknickt und nicht mehr 
chitinisirt, bis zum Hinterende des Prothorax ist er noch breit, die Endsegmente 
jedoch dünn und schwanzartig, die Spitze des Hinterleibes reicht bis zum Kopfe. 
Die riesig entwickelten Vorderschenkel bedecken die ganzen Seitentheile und einen 
Theil der Unterseite des Prothorax, sie sind dicke, gerundet-dreieckige Platten, 



Feigeninsecten. 



187 



an der Basis nur wenig schmäler als sie lang sind, in natürlicher Lage sind 
sie von hinten nach vorne gerichtet (wie bei Blastophaga) und liegen den massig 
concaven Seiten des Prothorax an, unter dem gestutzten Tibialende ist ein an 
der Basis breiter Zahn. Die Vordertibie ist mit der Tarse stummelartig gebildet, 
erstere ist stabförmig, nur halb so lang als der Schenkel, längs des Ausseu- 
randes mit einer mehrzähnigen Kante, das Tarsalende ist in der Weise tief 
eingeschnitten, dass die Tarse in dem Ausschnitte zwischen dem längeren und 
dem kurzen Fortsatze eingebettet ist. Die Vordertarse besteht nur aus einem 
kurzen cyiindrischen Gliede, welches kaum P^naal so lang als dick und ebenso lang 
wie der längere Fortsatz der Tibie ist und am gerundeten Ende zwei ziemlich 
versteckte, eingesenkte kurze Krallen hat. Die Mittelbeine sind nur rudimentär 
vorhanden (Länge: 01143mm.); sie bestehen aus drei Gliedern, nämlich einem 
kurz-cylindrischen Basalgliede, welches nicht länger als dick ist, aus einem 
etwas kürzeren, ziemlich verkehrt-kegelförmigen Gliede und aus einem winzigen 
kugelsegmentförmigen Gliede, welches in der Mitte der Kegelbasis (dem Apicalende) 
des zweiten Gliedes sitzt. Die Schenkel der Hinterbeine sind viel kleiner als die 
der Vorderbeine, sie sind aber doch ähnlich geformt, haben jedoch keinen Zahn, die 
Tibie ist etwas kürzer, am Grunde massig dünn, gegen das Tarsalende dicker, 
mit mehreren stumpfen Zähnchen am Rande des schiefen Ausschnittes, in welchen 
die Tarse eingelenkt ist; diese ist viergliederig, etwas verdickt, deren erstes 
Glied wenig länger als dick, das zweite kaum so lang als dick, das dritte deutlich 
dicker als lang, das Krallenglied etwas länger als dick, die Krallen einfach. 

Diese neue Gattung gehört zu jenen Agaoninen, welche S. Saunders') zur 
Division Prionostomata gestellt hat, nämlich zu Blastophaga Grav., Agaon Dalm., 
Sycocrypta Coquerel, Eupristina S. Saund, Pleistodontes S. Saund. und Kradibia 
S. Saund. 

Die JB^as^ojpÄa^a- Weibchen unterscheiden sich von der neuen Gattung 
durch das dritte, beziehungsweise vierte Fühlerglied, welches einen grossen, 
spitzigen, seitlichen Fortsatz hat, durch die Mandibeln, welche keinen nach hinten 
gerichteten Haken haben, durch die anders gebildeten Vorderbeine und besonders 
durch das abweichende Flügelgeäder. Die Männchen von Blastophaga sind durch 
die (ausser bei B. quadrupes n. sp.) sechs entwickelten Beine, die anders geformten 
Tibien und Tarsen der Vorderbeine sehr leicht von Tetrapus zu unterscheiden. 

Die Gattung Agaon, von welcher Dalm an 2) nur das Weibchen beschrieben 
und abgebildet hat, ist durch die ganz merkwürdige Fühlerbildung von allen 
Gattungen dieser Gruppe auffallend ausgezeichnet. 

Von Sycocrypta ist von CoquereP) nur das Männchen beschrieben und 
abgebildet, so dass es nicht erwiesen ist, dass diese Gattung zu den Priono- 



1; S. Saund er 8, Descriptions of three new genera and species of flginsects allied to 
Blastophaga from Calcutta, Anstralia and Madagascar (Transact. of the Entom. Soc. of London for 
tlie year 1883, part 1, March). 

Dalm an, Analecta entomologica Holm. 1823, p. 30. 

Coquerel, Descriptioii de parasites anormaux d'un figuier de Tile de Bonrbon (Revue 
et Mag. de Zool. par Gueriu-Meneville, Serie II, T. VII, 1855, p. 422. 

24* 



188 



Gustav Mayr. 



stomaten gehöre, ob nämlich das dazu gehörende Weibchen eine Mandibelsäge 
habe. Das Männchen ist von der neuen Gattung durch die sechs entwickelten 
Beine, das (nach der Abbildung) dreitheilige Pronotum und die ganz anders 
gefornaten Vorderbeine leicht zu unterscheiden. 

Eupristina S. Saund. stimmt im Fiügelgeäder des Weibchens mit Tetrajms 
vollkommen überein, doch hat das Weibchen Fühler, bei denen die Riefen der 
fünf letzten Fühlerglieder in lauge Spitzen enden, auch ist ein Glied mit einem 
seitlichen Fortsatze vorhanden und sonst noch andere Merkmale, insoweit ich 
dies aus Beschreibung und Abbildung erkennen kann. Beim Männchen sind 
alle sechs Beine entwickelt, alle Tarsen fünfgliederig und das grosse erste Abdo- 
miualsegment ist mindestens ebenso breit als der Thorax. 

Beim Weibchen von Pleistodontes S. Saund. ist das Fiügelgeäder wie 
bei Blastopliaga, die Fühler haben ein Glied mit einem seitlichen Fortsatze, 
sie sind am Ende verdickt und überhaupt anders geformt, was auch von den 
Mandibeln gilt. Das Männchen hat sechs entwickelte Beine, die Fühler sind 
anders geformt und das erste Hinterleibssegment ist gross und so breit wie 
der Thorax. 

Die Gattung Kradibia Saund. lässt sich von Blastophaga wohl nicht 
unterscheiden. 

T. americanus u, sp. (Fig. 12—19). 

Weibchen. Länge: 2— 2"4 mm. Schwarz, theilweise, besonder.:; der Hinter- 
leib dunkelbraun, die Mandibeln mit der Säge, die drei ersten Fühlerglieder 
und die Beine rothgelb oder mehr gelb, die Hüften und mehr oder weniger 
die Schenkel gebräunt; glatt und kahl, die Fühler mit wenigen Härchen, die 
Beine kurz behaart. Das erste Fühlerglied reicht zurückgelegt nicht bis zum 
mittleren Punktauge, dessen unterer Rand ist in der Mitte stumpfwinkelig vor- 
tretend, das zweite Glied so lang als dick, das dritte ist das kleinste, das vierte 
etwas dicker als die folgenden, diese bis zum vorletzten sind so lang als dick, 
alle Glieder sind frei beweglich. Die Stachelscheide und der Stachel (ausserhalb 
des Abdomen) sind beiläufig so lang als der Hinterleib oder sehr wenig länger 
als der Thorax. 

Männchen. Länge: TS — l'5mm. Rothgelb, die Fühler und der nach 
vorne geschlagene Theil des Abdomen weisslich, das Pronotum mit einer braunen 
Linie, welche den Vorderrand und den vorderen Theil der Seitenränder in einiger 
Entfernung begleitet, sowie mit zwei ebenso gefärbten, nach hinten divergirenden 
Längslinien, welche in der Mitte der vorderen Linie beginnen. Glatt und kahl, 
die vordere Hälfte der Oberseite des Kopfes dicht runzelig punktirt und reichlich 
kurz behaart, die Beine kurz und fein behaart. Bei nach vorne gestrecktem 
Kopfe ist der glatte Scheitel bis zu dem behaarten Theile unter dem Pronotum 
versteckt, bei nach unten gerichtetem Kopfe ist aber der ganze glatte Hinter- 
kopf frei. 

Von Dr. Fritz Müller sub Nr. 1 aus Blumenau in Brasilien eingesendet. 



Feigeninsecten. 



189 



III. Crossogaster nov. gen. 

Weibclieu. Die Oberkiefer gestreckt- viereckig, von der Basis gegen 
die Spitze allmälig etwas verschmälert, 272iual so lang als an der Basis breit, 
am Ende zweizähnig, und zwar mit einem vorderen spitzigen und einem hinteren 
stumpfen Zahne, an der Innenfläche nahe dem ziemlich geraden Aussenrande 
und parallel demselben kamtnförmig mit einer Reihe von etwa vierzehn gleich weit 
von einander abstehenden und spitzigen Zähnchen; diese Oberkiefer tragen, 
geschlossen, kaum zur Verlängerung des Kopfes bei. Die Kiefer- und Lippen- 
taster eingliederig. Der depresse Kopf ist rechteckig mit abgerundeten Ecken, 
er ist etwas länger als breit und gut so breit als der Thorax in der Mitte, sein 
Vorderrand ist quer und gerade. Der Clypeus ist rechteckig, flach, etwa doppelt 
so lang als breit. Die eilfgliederigen Fühler entspringen unmittelbar hinter 
dem Clypeus, am vorderen Ende der grossen, tiefen und breiten Läugsfurche, 
welche bis zum hinteren Rande des Kopfes reicht; der Schaft erstreckt sich 
bis zum vorderen Panktauge, das Wendeglied länger als am Ende dick, dann 
folgt ein sehr kleines Ringel, die fünf Fadenglieder sind ziemlich gleich gross, 
etwas dicker als lang und so wie die Keulenglieder mit Riefen besetzt, welche 
die Glieder als spitzige Zähnchen überragen, die Keule besteht aus drei mit- 
sammen verwachsenen Gliedern, welche nicht oder kaum dicker als die Faden- 
glieder und auch nicht länger sind, das Endglied ist viel schmäler und kegelig. 
Die seitlichen Punktaugen liegen nahe dem Hinterrande des Kopfes und sind 
den Netzaugen näher als dem mittleren Punktauge, welches mehr nach vorne 
gerückt ist und in der grossen Längsfurche des Kopfes liegt. Der Thorax ist 
mässig depress, das Pronotum gross, wenig gewölbt, trapezförmig mit stark 
abgerundeten Vorderecken ; das wenig gewölbte Mesonotum ist halb so lang als 
das Pronotum und hat äusserst zarte Parapsidenfurchen ; das Scutellum ist 
gross und besonders sehr breit, indem es sich bis zu den Gelenken der Vorder- 
flügel erstreckt, da keine Achseln abgegrenzt sind; das Medialsegment hat 
jederseits ein kreisrundes Athemloch. Der Hinterleib ist länger als der Thorax 
und ziemlich eiförmig, sein erstes Segment ist ein nur sehr schmaler Ring, die 
Rückenhalbringe der folgenden Segmente erscheinen am hinteren Viertel unter 
dem Mikroskope wie gefranst, welche platte Fransen durch farblose und durch- 
sichtige Chitinhaut verbunden sind, das siebente Segment hat jederseits ein 
rundes, mikroskopisch fein genetztes Spiraculum. Die Bohrerscheide schwach 
gekrümmt und nur ein Drittel so lang als der Hinterleib. Die gewimperten und 
behaarten Vorderflügel mit nicht langem Marginalabschnitt, der Radius ist 
mittellang, deutlich kürzer als der Marginalabschnitt, von der Basis bis zur 
Spitze allmälig an Dicke etwas zunehmend, aber im Allgemeinen nicht dick, 
der Postmarginalabschnitt kaum oder nicht entwickelt. An den Vorderbeinen 
sind die Hüften mässig laug, etwa zwei Drittel der Schenkel. Diese haben einen, 
gekrümmten Streck- und geraden Beugerand, die Tibien sind äusserst kurz, 
kaum länger als dick, am Tarsalende mit einigen Zähnchen und mit einem 
zweispitzigen Sporne, die Tarsen sind zwei Drittel so lang als die Schenkel, 



190 



Gustav Mayr. 



ihr erstes Glied halb so lang als die Tibie, das zweite etwa so lang als dick, 
das dritte und vierte kürzer als dick, das Krallenglied fast doppelt so lang 
als dick. Die dünnen Mittelbeine haben kurze Hüften, ihre Tibien sind länger 
als die Schenkel mit dem zweiten Schenkelringe, mit einfachem Sporne, die 
Tarsen etwas länger als die Tibien, das erste Glied das längste, das vierte das 
kürzeste, aber noch doppelt so lang als dick. Die Hinterbeine sind so geformt 
wie die Mittelbeine, aber dicker wie diese, die Hüften viel grösser, die Tibien 
auch nur mit einem einfachen Sporne, sie haben am Streckrande zunächst 
dem Knie eine Reihe von Haaren, welche sich gegen das Tarsalende in kurze 
Dörnchen umwandeln, am Innenrande sind nur wenige Haare, die vier ersten 
Tarsenglieder zusammen sind so lang als die Tibie. 

Ungeflügeltes Männchen. Die Oberkiefer nicht lang, gegen die 
Spitze etwas verschmälert, diese zahnförmig, hinter derselben mit kurzem, 
schiefen und schneidigen Kaurande. Der Kopf mässig gross, ziemlich quadra- 
tisch, etwas kürzer als breit, sammt den stark eingeschlagenen Mandibelu vorne 
stark gestutzt, die Seiten etwas gekrümmt, ebenso der Hinterrand bogig ge- 
krümmt, jedoch unter dem Pronotum mehr oder weniger versteckt, die vordere 
Hälfte des Kopfes hat eine grosse und tiefe dreieckige Grube mit stark ab- 
gerundeter Hinterecke, ohne spaltförmige Verlängerung, wie dies meistens bei 
Blastophaga s. str. der Fall ist; diese Grube reicht etwas hinter die Mitte des 
Kopfes, in derselben sind knapp am Vorderrande des Kopfes an den Vorder- 
ecken dieser Grube und jederseits des Clypeus die Fühler inserirt. Diese sind 
achtgliederig, ihr Schaft ist mässig depress, fast dreimal so lang als am Apical- 
ende breit, das Wendeglied ist 2V2Öial so lang als am Apicalende dick, dann 
folgen vier ringförmige kurze Glieder, welche sehr wenig dünner sind als das 
Wendeglied am Apicalende. Die Keule ist so laug als das Wendeglied mit den 
drei folgenden Gliedern zusammen und deutlich dicker als die vorhergehenden 
Glieder, aber kaum schmäler als der Schaft, sie ist etwas keulenförmig, am 
Grunde etwas dünner als an der Apicalhälfte und besteht aus zwei mitsammen 
verwachsenen Gliedern, von denen aber das zweite nur den Endkegel der Keule 
bildet. Stirnrinne und Ocellen fehlen. Die flachen ovalen Augen nehmen etwa 
ein Drittel der Kopfseiten ein und liegen au der Vorderhälfte derselben. Der 
Thorax ist, von oben gesehen, plump,' viereckig, deutlich länger als breit, mit 
abgerundeten Ecken, so breit als der Kopf, mit geraden Seitenrändern, von 
vorne nach hinten sehr wenig, von einer Seite zur anderen viel stärker convex. 
Das Pronotum nimmt etwa die Hälfte der oberen Thoraxfläche ein und ist sehr 
deutlich breiter als lang, sein gerader querer Vorderrand bedeckt den hintersten 
Theil des Kopfes, seine Hintereckeu sind schwach nach hinten verlängert und 
abgerundet, der Hinterrand ist schwach bogig ausgerandet. Dem. Pronotum folgt 
ein kürzeres Stück, welches mehr wie doppelt so breit als lang ist und einen 
schwach bogig ausgerandeten Hinterrand hat. Ob dieses Stück das Mesonotum 
oder vielleicht doch das Metonotum sei, kann ich nicht nachweisen, da mir nur 
sehr wenige Exemplare zur Verfügung stehen. Metapleuren sind nicht sichtba^. 
Darauf folgt das kurze Medialsegment, welches etwa dreimal so breit als in; 



Feigeninsecteii. 



191 



der Mitte lang ist, jederseits hat es nahe den Ecken ein Atheraloch. Der Hinter- 
leib ist an der vorderen Hälfte linsenförmig, nicht breiter als der Thorax und 
nach unten gerichtet, an der hinteren Hälfte (die drei letzten Segmente) depress, 
schmal, schwauzartig und an der Unterseite des Körpers nach vorne gerichtet 
und endet im Mittel an der Basis des Kopfes, kann aber auch denselben über- 
ragen. Die Vorderbeine sind dick und kürzer als die übrigen Beine, deren 
Schenkel stark compress, gerundet-dreieckig, weuig länger als dick, mit geradem 
Beuge- und, besonders näher der Basis, sehr stark gekrümmtem Streckrande, 
die Tibieu zwei Drittel so lang als die Schenkel, 27:2 mal so lang als am Tarsalende 
breit, daselbst schief gestutzt, mit einigen kurzen Dörnchen, einen eigentlichen 
Sporn kann ich nicht sehen, die sehr kurzen Tarsen sind nur zweigliederig, 
deren Basalglied ist am Grunde dünner als am Äpicalende und daselbst so breit 
als das Glied lang ist, das Endglied doppelt so lang als das Basalglied und 
ziemlich gleichdick. Die Mittelbeine die dünnsten, deren Tibien dünn und länger 
als die Hintertibien, die vier ersten Tarsenglieder ziemlich gleichlang, etwa 
ly^mal so lang als dick, das Endglied ist länger. Die Hinterbeine mit Hüften, 
welche so lang und so dick wie die Schenkel sind, die Tibien äusserst schwach 
säbelförmig gekrümmt, mit einigen sehr kurzen Dörnchen an dsr Endhälfte des 
Streckrandes, am Tarsalende mit zwei kurzen, etwas gekrümmten Spornen, 
welche in der Mitte ein Zähnchen haben, die Tarsen ziemlich dünn und gestreckt, 
das erste und fünfte Glied ziemlich lang, die übrigen kürzer. Alle Krallen 
einfach. 

Geflügeltes Männchen. Dem ungefiügelten Männchen ähnlich, durch 
folgende Merkmale verschieden: Die Mandibeln an der Spitze mit zwei sehr 
deutlichen Zähnen, welche so wie beim Q geformt sind, und von denen der 
hintere etwas grösser ist; der Clypeus ist trapezförmig, vorne breiter als hinten, 
mit abgerundeten Hinterecken, unmittelbar hinter dem Clypeus sind nahe 
nebeneinander die Fühler inserirt, welche viel länger sind als beim flügel- 
losen ; sie sind eilfgliederig, ihr Schaft ist länger, dem Wendegliede folgt 
ein sehr kurzes, leicht zu übersehendes Eingel, von den fünf Fadengliedern ist 
das erste dünner als das Wendeglied und deutlich kürzer als dick, die folgenden 
nehmen etwas, aber nur an ihrem Äpicalende, an Dicke zu, die kurz spindel- 
förmige Keule ist 1 V2 mal so lang als dick, dicker als das fünfte Fadenglied 
und besteht aus drei sehr deutlichen, mitsammen verwachsenen Gliedern; die 
deutlichen seitlichen Ocellen sind dem mittleren Punktauge um Weniges näher 
als den Netzaugen, diese sind grösser als bei dem ungeflügelten Männchen, 
mehr convex und etwas näher den stark abgerundeten Hinterecken des Kopfes 
als den Vorderecken; das ziemlich grosse Pronotum steigt nach hinten schief 
auf, das Mesonotum hat keine Parapsidienfurchen, das Scutellum ist hinten 
breiter als vorne, das Medialsegment kürzer als das Scutellum, der Hinterleib 
wenig länger als der Thorax und ziemlich spindelförmig, sein erstes Glied sehr 
kurz und quer; die Vorderbeine weniger verdickt und überhaupt gestreckter, 
deren Tibien mit zweispitzigem Sporne, die Tarsen fünfgliederig, die drei mitt- 
leren Glieder sehr kurz, das erste kaum länger als dick, die Tibien und Tarsen 



192 



Gustav Mayr. 



der Hinterbeine länger als bei dem ungeflügelten Männchen, die ersteren mit 
ZV/ei einfachen gestreckten Spornen, von denen der längere zwei Drittel so lang 
als das erste Tarsenglied ist. Die Flügel wie beim Weibchen. 
Ich betrachte das Weibchen als die typische Form. 

C triformis n, sp. (Fig. 20—22). 

Weibchen. Länge: 1*5 mm. Glänzend, Kopf und Thorax dunkelgrün, 
der Hinterleib oben braun, roth und blau schillernd, unten gelb und braun, die 
Mandibeln, die Mundgegend und die Fühler gelbbraun oder mehr bräunlichgelb, 
die Mitte der Hinterschenkel und theilweise die Mittelschenkel blaugrün, die 
Flügel wasserhell. Kopf, Thorax und Hinterleib glatt und kahl, die Fühler und 
Beine kurz behaart. 

Geflügeltes Männchen. Länge: l'G mm. Braun, theilweise, besonders 
die Tibien und Tarsen, mehr braungelb oder gelb; der Hinterrand des Kopfes 
und die Oberseite des Thorax mit einzelnen langen Borstenhaaren und wenigen 
kurzen Haaren, die Fühler und Beine ziemlich reichlich behaart; der Körper 
glatt, der Kopf mit wenigen sehr zerstreuten Punkten. 

Ungeflügeltes Männ chen. Länge: 1 mm. bei nach vorne gerichtetem 
Hinterleibe. Hell bräunlichgelb, die Beine mehr gelb, der Kopf und die Man- 
dibeln rothbraun, bei einem Exemplare der Kopf äusserst schwach grün an- 
gelaufen, die Fühler etwas heller mit gelbweisser Keulenspitze; glatt und 
ziemlich kahl, der Kopf spärlich mit sehr kurzen Härchen, die aus feinen 
Punkten entspringen, besetzt, die Fühler und Beine spärlich behaart. 

In Früchten von Ficus salicifolia Vahl. und F. spec. in Teke auf der 
Insel Socotra (P. Mayer, Nr. 22). 

IV. Sycophaga Westw. 

On caprif. as pract. up. the Figs etc. (Trans. Ent. Soc. Lond. II, 1837—1840, 
p. 222.) 

Apocrypta Coquerel, Descr» de paras. an. d'un fig. de Tile de Bourb. (Rev. et 
Mag. de Zool.-par Guerin-Meneville, S^rie IL T. VII. 1855, p. 367.) 

S. Sycomori Hasselquist. 

Cynips Cycotnori Hass. Iter Palaestinum, Ed. C. Linnaeus, 1757, P. II, p. 426. 
Syc. Sycomori Paul Mayer, Zur Naturgesch. der Feigeuinsecten (Mittheil. a. d. 

zool. St. zu Neapel, III, p. 566, Taf. XXV, Fig. 6; Taf. XXVI, Fig. 4, 

5, 9, 11 und 23). 

Syc. crassipes Westw., On Caprif. as pract. up. the Figs, p. 222; PI. XX, Fig, 5 a—k-, 
Descr. of the ins. infest, the seeds of Fic. Syc. and Carica (Trans. Ent. 
Soc. Lond. 1882, pag. 51, PI. II und III). 

Äpocrypta paradoxa Coq. Descr. d. paras.. etc., p. 367, PI. X, Fig. 1 (?). 



Feigeninsecten. 



193 



Aus den Früchten von Ficus (Sycomorns) antiquoriim Miq. in Egypten 
(Dr. Schweinfurth durch Dr. Paul Mayer), von F. (Sycomorus) spec. aus 
Angola (P. Mayer, Nr. 2), von F. (Sycomorus) guineensis Miq. aus Matamma in 
Niibien (P.Mayer, Nr. 5), von F. (Sycomorus) spec. im tropischen Nilgebiete 
(P. Mayer, Nr. 14), von F. (Sycomorus) hirta Vahl. (nicht umbellata horti Bog.) 
aus dem botanischen Garten von Buitenzorg auf Java (P. Mayer, Nr. 8 a, ^) 
von Ficus spec. vom Island of Bally (P. Mayer, Nr. 6) nur ein siebentes und 
achtes Abdominalsegment eines Männchens, von F, (Sycomorus) glomerata 
horti Bog. und F. (Cystogyne) lepicarpa Bl. aus dem botanischen Garten in 
Buitenzorg (Graf Solms). 

Die aus diesen verschiedenen Feigen stammenden Exemplare sind nur 
Männchen, ausser den von Dr. Schweinfurth gesammelten, von denen mir 
auch Weibchen verliegen. Es zeigen sich unter den hier erwähnten Männchen 
wohl kleine Unterschiede, besonders bei jenen ausi^. ( Sycomorus) spec. (P. Mayer, 
Nr. 14) bei welchen das erste Glied der Hintertarsen sehr deutlich länger ist 
und am unteren Ende auch mehr kurze Dörnchen hat, als dies bei den egyp- 
tischen Exemplaren der Fall ist. Da ich aber keine anderen Abweichungen finde 
und bei den Stücken aus anderen Feigenarten sich Uebergänge zeigen, so kann 
ich, auch mit Rücksicht auf die nur einzelnen oder wenigen Stücke, die mir 
von verschiedenen Feigenarten vorliegen, eine eigene Art nicht darauf begründen. 

Apocrypta paradoxa Coq. stelle ich nur fraglich zu S. Sycomori. Was 
die Fühler betrifft, so weicht die Abbildung Coquerel's bedeutend von den 
Fühlern von S. Sycomori ab, während die Beschreibung ganz übereinstimmt. 
Der Clypeus (die levre superieure Coquerel's) wäre, wenn seine Apocr. paradoxa 
mit S. Sycomori synonym sein sollte, sehr schlecht gezeichnet oder richtiger 
schlecht untersucht, denn es ist ein kurz hufeisenförmiger Clypeus gezeichnet. 
Da bei S. Sycomori der zwischen die Fühlergelenke eingeschobene, hinten quer 
gestutzte und dahinter durch eine quere Furche vom Frontaltheile des Kopfes 
getrennte Clypeus nach vorne breiter wird, jederseits einen erhöhten Rand hat 
und in der Mitte ausgehöhlt ist, so ist es leicht möglich, dass Coquerel unter 
dem Mikroskope nur die in einer Ebene gelegenen Theile, und zwar den hin- 
tersten Theil des Clypeus mit den beiden erhöhten, nach vorne ziehenden Rändern 
gesehen hat, da das Bild, welches man auf diese Art erhält, ein kurzes Huf- 
eisen darstellt. Auch die von Coquerel gezeichnete Kopfform stimmt mit der 
von S. Sycomori nicht gut überein. 

S» perpleoca Coquerel. 
Apocrypta perplexa Coq. 1. c, p. 369, PI. X, Fig. 2. 

Männchen. Länge: 23 — 3mm. Gelb, der Hinterleib und das letzte 
Fühlerglied fast weiss, die Mandibeln und das Apicalende der Tibien nebst den 

^) Der vom Grafen Solms zueiet nach der Etiquette im totanisclien Garten zu Buitenzorg 
gegebene Name Ficus umbellata ist von demselben nach einer neueren mir zugekommenen Mit- 
theilung als unrichtig erkannt worden. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 25 



194 



Gustav Mayr. 



kurzen Stachelchen rothgelb; kahl, glatt, der hintere Theil des Pronotum und 
der übrige Thorax mikroskopisch fein und dicht längsgestreift. Die kurzen und 
gekrümmten Oberkiefer an der Spitze mit zwei gleich grossen Zähnen. Der 
Kopf ist depress, lang-viereckig, mehr wie doppelt so lang als breit, hinter der 
Mitte unbedeutend breiter als vorne und am Hinterrande (P. Mayer, Taf. XXVI, 
Fig. 22). Das erste Glied der dreigliederigen Fühler ist fast dreimal so lang 
als dick, das zweite am Grunde dünn, gegen das Apicalende allmälig dicker, 
etwa zwei Drittel so lang als das erste Glied, das Endglied ist kürzer als das 
zweite, etwas länger als dick und mit diesem so innig verbunden, dass man 
bei der Untersuchung mit einer Loupe beide Glieder sehr leicht für ein einziges 
spindelförmiges Glied halten könnte. Der Thorax ist flach gedrückt; das Pro- 
notum trapezförmig, etwas länger als breit, vorne etwas schmäler als der Kopf, 
hinten etwas breiter als dieser, der Hinterrand bogig ausgerandet; das Meso- 
notum ist fast quadratisch, etwas länger als breit; das Medialsegment ist mit 
den Metapleuren innig verwachsen (die Naht ist schwer zu sehen), beide zu- 
sammen sind viereckig, deutlich länger als breit, etwas von den Hinterecken 
liegen die kleinen runden Spiracula, der Hinterrand ist nach hinten deutlich 
bogig erweitert. Der cylindrische Hinterleib ist etwas länger als der Thorax 
und trägt am siebenten Segmente zwei grosse ohrförmige (ziemlich eiförmige), 
mikroskopisch fein behaarte Athemlochgruben, weiche sich an der Oberseite des 
Segmentes fast berühren (P. Mayer, Taf. XXVI, Fig. 15 und 21). Die vier 
ersten Glieder aller Tarsen sind sehr kurz, das Endglied 1 V2~2 mal so lang 
als dick. 

Aus den Früchten von Ficus spec. von Monrovia in Liberia (P. Mayer, 
Nr. 7), von F. (SycomorusJ spec. im tropischen Nilgebiete (P. Mayer, Nr. 14), 
von F. (Sycomorus) glomerata horti Bog. und F. (Cystogyne) siibopposita 
Miq. im botanischen Garten in Buitenzorg (Solms). 

Ich habe diese Thierchen zu dieser Art gestellt, weil sie mit der von 
Coquerel gegebenen Beschreibung und Abbildung in allen wesentlichen Punkten 
übereinstimmen. Die Mandibelzange ist bei Coquerel geöffnet gezeichnet, doch 
können die Oberkiefer auch knapp an den Vorderrand des Kopfes angelegt 
werden. Die Abbildung der Fühler an dem vergrössert gezeichneten Kopfe 
stimmt vollkommen überein. Die Kopfform zeigt eine kleine Abweichung, indem 
der Kopf durchaus gleichbreit gezeichnet ist (was übrigens auch bei A. paradoxa 
der Fall ist). Das Mesonotum ist in der Zeichnung kürzer, der Hinterrand des 
Medialsegmentes hinten nicht bogig, der Hinterleib weicht jedoch bedeutender 
ab, jedenfalls war er verschrumpft, als die Zeichnung gemacht wurde, nicht aber 
bei der Beschreibung, denn die „dnormes stigmates qui sont situes sur la fa^e 
dorsale a l'avant du dernier anneau" sind an der Abbildung nicht zu sehen. 

Die Apocrypta perplexa Westw. (Trans. Ent. Soc. Lond. 1883, p. 375, 
PI. XVI) ist jedenfalls eine andere Art, da die Fühler ganz anders geformt 
sind, der Hinterrand des Pronotum nicht ausgerandet ist und die grossen Athem- 
lochgruben am siebenten Abdominalsegmente fehlen. Prof. Westwood hält in 
derselben Abhandlung, p. 379, Coquerel's ChaJcis explorator für d&s Weihchen 



Feigeninsecten. 



195 



einer Sycophaga, ich gebe aber zu bedenken, dass nach der Abbildung weder 
der Kopf noch der Thorax depress sind und dass das Hinterbein nicht im Ge- 
ringsten dem von Sycophaga ähnlich ist. 

y. Nannocerus nov. gen. 

Männchen. Dem Physothorax nahestehend, Kopf und Thorax depress, 
der erstere länglich-viereckig mit abgerundeten Ecken, er ist schief nach vorne 
und unten gerichtet. Die unter dem Kopfrande nicht versteckten Oberkiefer haben 
einen dreizähnigen Kauraud; diese Zähne der zwei Mandibeln stecken so in- 
einander, dass sich die gegenüberstehenden Ausschnitte zwischen den Zähnen 
berühren wie zwei in einander gesteckte dreispitzige Gabeln. Unmittelbar hinter 
der ausgerandeten Mitte des Vorderrandes des Kopfes beginnt ein kurzes, scharf 
abgegrenztes Kielchen, welches die einander und dem Vorderrande des Kopfes 
sehr nahe stehenden Fühlergelenke trennt und sehr bald hinter diesen in die 
schwach convexe Stirn übergeht. Zu beiden Seiten dieses Kielchens liegen die 
kleinen Fühlergruben. Die geknieten, ziemlich plattgedrückten Fühler bestehen 
nur aus zwei Gliedern, nämlich dem Schafte, welcher an der Basis schmal, 
an der Apicalhälfte breit ist, die Form einer zusammengedrückten Keule hat 
und die Augen etwas überragt, sowie aus dem zweiten zusammengedrückt- 
keuligen Gliede (dem Endgliede), welches etwas länger als das erste Glied und 
nicht so dick als dieses ist. Die ziemlich kleinen, dreieckigen Netzaugen liegen 
an den Seiten der Vorderhälfte des Kopfes. Der gestreckte Thorax ist mehr wie 
2'/2mal so lang als breit, ungefähr so breit als der Kopf, vorne gerundet, in 
der Mitte am Mesothorax seitlich zusammengezogen, mit der Länge nach un- 
unterbrochen fortlaufendem, schwach convexen Rücken. Das Pronotum ist vorne 
schmäler als hinten, in der Mitte sehr wenig länger als hinten breit und es 
nimmt fast die Hälfte des Thoraxrückens ein. Das Mesonotum ist ziemlich quer- 
oval ; an der Unterseite des Mesothorax liegen vor den Mittelhüften eben solche 
braune Bläschen wie bei Physothorax, deren etwaigen Zusammenhang mit dem 
Tracheensystem in Anbetracht der nur drei mir vorliegenden Exemplare ich 
nicht nachzuweisen in der Lage bin. Das. nahezu quadratische, vorne bogig aus - 
geraudete, grosse Medialsegment stösst vorne direct an das Mesonotum, indem 
das Metanotum nicht sichtbar ist; die Metapleuren sind schmale, das Medial- 
segment begrenzende Längsstreifen; die gestreckten, spaltförmigen Spiracula 
liegen an den Seitenrändern des Medialsegments, die Metapleuren berührend. 
Alle Grenzfurchen zwischen den einzelnen Thoraxtheilen sind zart. Der Hinterleib 
ist ebenso geformt wie bei Physothorax und hat auch einen nur schmal ring- 
förmigen Petiolus, am siebenten Segmente kleine, rundliche Athemlöcher und 
einen stark entwickelten Penis, abweichend jedoch sind die an den, wenigstens 
bei getrockneten Stücken, kantigen Seitenrändern der oberen Fläche des Hinter- 
leibes entspringenden sehr langen Borstenhaare. Die Beine sind kurz und massig 
verdickt, besonders die Schenkel sind kurz, dick und unbewehrt, die Tibien mit 
vielen kurzen Dörnchen besetzt, die Vordertibien haben einen an der Spitze 

25* 



196 



Gustav Mayr. 



ungetheilten geraden Sporn, ebenso die Mitteltibien, die Hintertibieu haben 
zwei Sporne, die mittleren Tarsenglieder sind sehr kurz, das erste Glied ist 
dicker als die übrigen. Die Flügel fehlen gänzlich. 

1. iV. biarticulatus ii. sj>. (Fig. 23). 

Männchen. Länge 15 mm. Gelb, die Mandibelu rostroth, der Schaft 
röthlichgelb, die Basalhälfte des zweiten Fühlergliedes bräunlichroth ; glatt, 
glänzend und kahl, der Hinterleib mit den, wie oben erwähnt, zwei Reihen 
sehr langer Borstenhaare, die Beine sehr kurz behaart. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Bäume Nr. 2 und 3). 

VI. Physothorax nov. gen. 

Männchen. Der Körper nicht depress. Der Kopf länglich-rechteckig mit 
abgerundeten Ecken, nach unten und etwas nach vorne gerichtet. Die grössten- 
theils unter dem Kopfrande versteckten Oberkiefer sind viereckig, wohl nicht 
länger als am dreizähnigen Kaurande breit. Die Kiefertaster vier-, die Lippen- 
taster dreigliederig. Unmittelbar hinter der Mitte des Vorderrandes ist die 
obere Seite des Kopfes in der Weise etwas vertieft, dass eine seichte, längliche, 
bis zur Mitte des Kopfes reichende Grube entsteht, welche keine scharfe Ab- 
grenzung hat und in deren vorderen Theile, vom Vorderrande des Kopfes massig 
entfernt, die sehr nahe neben einander entspringenden, durch ein kurzes Längs- 
kielchen getrennten Fühler eingelenkt sind. Die sehr kurzen geknieten Fühler 
scheinen, mit einer starken Loupe betrachtet, nur aus drei Stücken zu bestehen, 
aus dem Schafte, dem Wendegliede und der Keule. Der Schaft ist (bei Ph. dis- 
ciger) stabförmig oder (bei Ph. annuliger) mässig keulig, etwa dreimal so lang 
als dick und reicht bis zur Mitte des Kopfes oder etwas darüber hinaus; das 
Wendeglied ist kaum oder wenig länger als am Apicalende dick, am Grunde 
dünn und gegen das Apicalende allmälig dicker. Der dritte Theil, die Keule 
im weiteren Sinne, zeigt bei den zwei Arten nicht unbedeutende Abweichungen, 
bei Ph. disciger besteht sie aus fünf freien Gliedern, von denen die ersten vier 
sehr kurz und dick sind, das letzte Glied, die Keule im engeren Sinne, aus drei 
verwachsenen Gliedern zusammengesetzt ist, bei Ph. annuliger folgt auf das 
Wendeglied ein kurzes Ringel, welches viel schmäler ist als das Apicalende 
des Wendegliedes, und dann folgt als Keule ein eiförmiger Körper, welcher aus 
ebenso vielen Gliedern wie bei Ph. disciger zu bestehen scheint, deren Glieder 
aber insgesammt verwachsen sein dürften. Die länglich- ovalen Netzaugen liegen 
mehr oder weniger vor der Mitte der Kopfseiten. Stirnrinne und Ocellen fehlen. 
Der gerundet- vierseitige Thorax ist schmäler als der Kopf, ziemlich gleichbreit, 
etwa doppelt so lang als breit, mit ununterbrochen fortlaufendem, vorne auf- 
steigendem, dann ziemlich geradem Rücken. Das Pronotum nimmt fast die 
Hälfte der Oberseite des Thorax ein. Das Mesonotum igt dreieckig mit stark 



Feigeninsectea . 



197 



abgerundeter hinterer Ecke und ist wenig kürzer als breit. An den Seiten des 
Mesothorax knapp an den Mittelhüften findet sich jederseits eine räthselhafte, 
kleine, schwärzlich braune, mit einer Trachee in Verbindung stehende Blase, 
welche beim Trocknen des Thieres einschrumpft und dann nur noch durch die 
dunkle Färbung erkennbar ist. (Dr. Paul Mayer hat diese Bläschen in einem 
Präparate schön zur Ansicht gebracht.) Das Metanotura tritt nur als schmaler, 
in der Mitte von der abgerundeten Hinterecke des Mesouotum mehr oder weniger 
bedeckter Querstreifen auf. Das Medialsegment ist mehr oder weniger breiter 
als laug, nicht stark querconvex, seitlich mit je einem kleinen ovalen oder 
mehr rundlichen Athemloche. Alle Grenzfurchen zwischen den einzelnen Thorax- 
theilen sind zart. Der Hinterleib ist vorne so breit als der Thorax und schmiegt 
sich vorne an denselben an, in der Mitte ist er etwas breiter, er ist länger als 
breit, nach hinten und unten gerichtet, sein erstes Segment ist sehr klein (ein 
Petiolus), breiter als lang und meist nur bei Abtrennung des Abdomen vom 
Thorax deutlich zu erkennen; das siebeute Segment hat zwei kleine runde 
Spiracula. Der Penis stark entwickelt. Die Beine sind nicht lang, die Mittel- 
hüften klein, die Hinterhüften massig gross, die Vorder- und Hinterschenkel 
mässig verdickt, die Mittelschenkel, besonders bei JPh. disciger, zarter, die Hinter- 
schenkel haben an der Endhälfte des Beugerandes zwei mehr oder weniger 
deuthche Zähnchen, die Oberfläche der Tibien nicht mit Dörnchen besetzt, nur 
am Tarsalrande der Hintertibien sind einige Dörnchen, die Vordertibien mit 
einem schwach säbelförmig gekrümmten, am Ende zweispitzigen Sporne, die 
Mittel- und Hintertibien mit je zwei Spornen. Die Tarsen mässig dick und 
kurz, deren drei mittlere Glieder sehr kurz, bei Ph. annuliger auch das erste 
Glied der Vordertarsen sehr kurz. Die Vorderflügel treten bei Ph. disciger nur 
als sehr kleine (0-089 mm. lange und 0'038 mm. breite), flossenähnliche, am 
Aussenrande behaarte Stummel auf, bei Ph. annuliger jedoch kann ich sie 
gar nicht finden, die Hinterfiügel sind bei beiden Arten noch viel kleinere 
(0 0254— 0'638 mm. lauge und 0-019— 0*026 mm. breite) viereckige Rudimente. 



1. Ph, disciger ii. sp. 



Männchen. Länge: TS — r6 mm. Gelb, die Mandibeln rostbraun, das 
dritte bis sechste Fühlerglied und die Basalhälfte der Keule (im engeren Sinne), 
sowie die Spitzen der Tarsen dunkelbraun. Glatt, mässig glänzend, spärlich 
behaart, die Beine reichlicher behaart. Der Vorderrand des Kopfes ist in der 
Mitte ausgerandet. Auf das Wendeglied (zweites Fühlerglied) folgt der eiförmige 
Endtheil, welcher aus fünf freien, beweglichen Gliedern besteht; die drei ersten 
Glieder sind äusserst kurz, aber dick, und wenn man sich dieselben isolirt denkt, 
so ist jedes teller- oder flach napfförmig mit dem Gelenke und der Oeff'nung in 
derselben in der Mitte, das erste ist das kleinste, das zweite wenig dicker und 
ebenso das dritte noch dicker, das viert^j (sechste Fühlerglied) hat wohl dieselbe 
Form, ist aber deutlich länger und schon fast so dick als die darauffolgende 



198 



Gustav Mayr. 



Keule (im engeren Sinne), welche eiförmig ist und aus drei verwachsenen 
Gliedern besteht, deren erstes Glied nimmt die Hälfte der Keule in Anspruch. 
Es sind jedenfalls diese vier auf das Wendeglied folgenden Glieder als ver- 
dickte und sehr verkürzte Glieder des Fadens zu betrachten, welche mit der 
Endkeule zusammen einen eiförmigen Körper (Keule im weiteren Sinne) bilden; 
bei getrockneten Exemplaren trennt sich auch ziemlich deutlich die eigentliche 
Keule von dem dicken, kurzen Faden ab, welch' letzterer nur halb so lang als 
die Endkeule ist. Es wäre möglich, dass auf das Wendeglied ein sehr kleines 
rudimentäres Glied folge, welches dem kleinen, ringförmigen Gliede der nach- 
folgenden Art entspräche, doch bin ich trotz Anwendung starker Vergrösse- 
rungen nicht im Stande, ein solches zu entdecken. Die Augen liegen sehr wenig 
vor der Mitte der Kopfseiten. Das Mesonotum hat etwas vor der Mitte eine 
feine, mehr oder weniger deutliche, querbogige Naht, welche der Promesonotal- 
naht parallel läuft, wodurch das Mesonotum in das fast halbmondförmige eigent- 
liche Mesonotum und in das Scutellum abgetrennt wird. Die Hinterschenkel 
haben an der Endhälfte des Beugerandes zwei spitzige Zähnchen; das erste 
Glied der Vordertarsen ist so lang als dick. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Baum 

Nr. 5). 

2. Flu annuliger u. sp. 

Männchen. Länge: r4 — 1*5 mm. Gelb, die Mandibelu rostbraun, die 
auf das Wendeglied folgenden Glieder braun, die Endhälfte dieser Keule (im 
weiteren Sinne) weisslichgelb oder mehr schmutzig weissgelb. Glatt, massig 
glänzend, sehr spärlich behaart, die Beine jedoch ziemlich reichlich behaart. 
Der Vorderrand des Kopfes ist nicht ausgerandet. Auf das Wendeglied der 
Fühler folgt ein kleines, ringförmiges Glied, welches viel breiter als lang, aber 
viel schmäler als das ilpicalende des Wendegliedes ist, darauf folgt der eiförmige 
Theil der Fühler, das ist die Keule im weitereu Sinne; diese scheint auch aus 
eben so vielen Gliedern zu bestehen wie bei der vorigen Art, doch glaube ich 
nicht zu zweifeln, dass dieselben mitsammen verwachsen seien, da sie sich unter 
dem Mikroskope in Glycerin durch leichten Druck nicht von einander entfernen 
lassen; diese Glieder erweisen sich, wenn man das Thierchen unter dem Mikro- 
skope auf den Rücken legt, als schief abgeschnitten, so dass deren Gelenke wohl 
ausserhalb des Centrums der tellerförmigen Glieder liegen müssen. Die Augen 
sind etwas mehr gegen die Mandibeln gerückt als bei der vorigen Art, sie sind 
von denselben aber doch noch ziemlich entfernt. Das Mesonotum hat keine 
Naht vor der Mitte. Die Hinterschenkel haben an der Endhälfte des Beuge- 
randes ein breites, dreieckiges oder mehr abgerundetes und dann weniger deutliches 
Zähnchen. Das erste Glied der Vordertarsen ist kurz, etwas breiter als lang. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Baum 

Nr. 5). 



Gustav Mayr. 



199 



VII. Critogaster nov. gen. 

Männchen. Der flügellose, depresse Körper ist glatt, glänzend und 
gelb, theilweise mehr röthlichgelb, der Vorderrand des Kopfes und die Ober- 
kiefer gelbroth oder mehr rostroth. Die Oberkiefer sind ziemlich klein, schwach 
bogig gekrümmt mit drei- bis vierzähnigem Kaurande. Von den übrigen Mund- 
theilen finde ich bei C. piUventris eine sehr kleine, veÄiehrt trapezförmige 
Unterlippe ohne Zunge mit zwei eiugliederigen Tastern, welche kegelig- cylindrisch 
und etwas mehr wie doppelt so lang als dick sind, an der abgerundeten Spitze 
tragen sie eine Borste, welche länger als der Taster ist. Die kleinen Unter- 
kiefer haben auch einen eingliederigen Taster, welcher doppelt so lang ist wie 
die Lippentaster, an dessen Spitze sind zwei lange Borsten. (Auch bei C. singularis 
sehe ich die Unterlippe mit eingliederigen Lippentastern und bei C. nuda zwei 
eingliederige Taster, in beiden Fällen mit der langen Borste.) Der Kopf ist 
schief nach vorne und unten gerichtet, vorne stets schmäler als hinten und mit 
abgerundeten Hinterecken; der kurze Vorderrand des Kopfes ist bogig ausge- 
randet, hinter demselben ist keine grubenförmige Vertiefung (wie bei Ganosoma) ; 
der Clypeus ist nicht erkennbar. Die kurzen Fühler entspringen knapp ausser- 
halb der gar nicht erhöhten uiid kurzen Stirnleisten in kleinen Grübchen 
zwischen den Augen und der Mitte des Vorderrandes des Kopfes. Sie bestehen 
aus vier bis fünf freien Gliedern und sind gekniet; das stark flachgedrückte 
erste Glied (der Schaft) ist flachkeulig, das zweite nicht oder wenig länger als 
breit, das dritte nur ringförmig, dann folgt bei C. singularis die flachgedrückte 
und kurz spindelförmige, aus drei verwachsenen Gliedern bestehende Keule, bei 
den zwei anderen Arten jedoch folgt auf das ringförmige Glied noch ein grösseres 
Glied, welches dicker als lang ist, und sodann die Keule. Die Stirnrinne und 
die Ocellen fehlen, die kleinen Netzaugen liegen an den Seiten der Vorder- 
hälfte des Kopfes. Der Thorax ist kaum oder deutlich breiter als der Kopf. 
Der Prothorax nimmt ein Drittel oder nahezu die Hälfte des Thorax ein, von 
oben sieht man den Vorderrücken und jederseits einen Theil der Vorderbrust, 
welche letztere vom Pronotum durch eine feine Nahtfurche geschieden ist und 
den mässig abgerundeten Seitenrand des Prothorax bildet, vorne ist das Pronotum 
stets schmäler als hinten und der Hinterrand ist mehr oder weniger bogig ausge- 
schnitten. Das verschieden geformte Mesonotum ist fast eben so lang als breit 
oder breiter. Die Metapleuren bilden mit dem Medialsegmente zusammen eine 
viereckige, flache, hinten mehr oder weniger stark abgerundete Platte, das 
Metanotum ist nicht sichtbar, die Metapleuren liegen an den Seiten des Medial- 
segmentes und sind von diesem durch eine bogige Längslinie getrennt; das Medial- 
segment hat hinten an den Seitenrändern je ein Spiraculum, und zwar entweder 
in einer kurzen Furche zwischen dem Medialsegmente und dem hinteren Ende 
der Metapleuren, oder die Spiracula liegen (bei C. singularis) erst an dem freien 
Rande jenes Theiles des Medialsegmentes, welcher hinter dem hinteren Ende 
der Metapleuren sich fortsetzt; der hinterste Theil des Medialsegmentes setzt 
sich als eine dünne Platte mehr oder weniger fort und bedeckt etwas mehr als 



200 



Gustav Mayr, 



das erste Abdominalsegment (den Petiolus) oder wenigstens einen Theil desselben. 
Der Hinterleib ist eiförmig oder gestreckt- eiförmig, der hintere Theil nicht nach 
vorne gekrümmt, er ist am Grunde gestielt ; dieser vom ersten Segmente gebildete 
Stiel ist ein Drittel oder ein Viertel so breit als die Mitte des Abdomen, recht- 
eckig oder trapezförmig, so lang als breit oder breiter als lang, das zweite 
Segment oben (bei C. singularis) nach hinten stark bogig erweitert oder nur 
mit mehr oder weniger bogigem Hinterrande. Die Beine sind kurz und zu- 
sammengedrücU, besonders die mehr oder weniger scheibenförmigen Hüften; 
die Tibien sind reichlich oder dicht mit kurzen Dörnchen besetzt, die Sporen 
nicht erkennbar; die fünfgliederigen Tarsen mit kleinen oder sehr kleinen, 
v^enig gekrümmten Krallen. 

Uebersicht der Arten. 

Der Kopf ist fast doppelt so breit als lang, beiderseits vor den Augen stark 
ausgebuchtet; die Fühler bestehen aus vier freien Gliedern; die Spi- 
racula des Medialsegmentes liegen hinter der Spitze der Metapleuren; 
die Tarsen reichlich mit sehr kurzen Dörnchen besetzt, das erste Glied 
der Vordertarsen nicht länger als dick. Fig. 24. 1. G. singularis n. sp. 

Der Kopf ist beiläufig so lang als breit, vor den Augen kaum ausge- 
buchtet; die Fühler bestehen aus fünf freien Gliedern; die Spiracula 
des Medialsegmentes liegen in einer sehr kurzen Furche zwischen dem 
Medialsegmente und den Metapleuren ; nur das erste Glied der Tarsen 
hat an der Endhälfte der Beugeseite sehr kurze Dörnchen; erstes Glied 
der Vordertarsen mehr wie doppelt so lang als breit; der Hinterleib 
reichlich lang behaart. Fig. 25 2. 0. piliventris n. sp. 

Der Kopf ist etwas länger als hinten breit und vor den Augen sehr schwach 
gebuchtet; die Fühler bestehen aus fünf freien Gliedern; die Spiracula 
des Medialsegmentes liegen in einer kurzen Furche zwischen diesem 
und den Metapleuren; die Tarsen ohne Dörnchen, das erste Glied der. 
Vordertarsen nicht länger als dick; Abdomen kahl . 3. C. nuda n. sp. 

1. C. singularis n. sp. (Fig. 24). 

Männchen. Länge: 2 — 2*3 mm. Kahl, Kopf und Thorax sehr stark 
depress, der erstere trapezförmig, mit den Mandibeln dreieckig mit stark abge- 
rundeten Ecken, hinten fast doppelt so breit als lang und doppelt so breit als 
vorne, die schiefen Seitenränder sind vor den Augen stark bogig ausgebuchtet. 
Der vorderste Zahn der vierzähnigen Mandibeln ist grösser als die anderen. 
Die Fühler bestehen nur aus vier freien Gliedern, der Schaft reicht, über die 
Augen gelegt, bis zum Hinterrande derselben. Der Prothorax ist oben doppelt 
so breit als lang. Die Spiracula des Medialsegmentes liegen an dessen freien 
Seitenränderu hinter der hinteren Spitze der Metapleuren. Das zweite Abdominal- 
segment oben bis etwa zur Mitte des vierten Segmentes verlängert, mit bogigem 



Feigeninsecten. 



201 



Hinterrande. Die Tarsen sind reichlich mit kurzen Dörnchen besetzt; an den 
Vordertarsen ist nur das fünfte Glied etwas länger als dick, das erste kaum so 
lang als dick, dieses an den Mitteltarsen deutlich länger als dick, an den 
Hintertarsen mehr wie doppelt so lang als dick; die Krallen sehr klein. Die 
Tibien und die Dörnchen der Tarsen röthlichgelbbraun. 

Aus Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Baum Nr. 1). 

2. C, piliventris ii. sp. (Fig. 25). 

Männchen. Länge: 1*8— 2mm. Der Xörper kahl, der Hinterleib jedoch 
reichlich mit laugen Haaren besetzt. Kopf und Thorax mässig depress, der 
erstere trapezförmig, so lang als breit, vorne fast ein halb so breit als hinten, 
die Hinterecken stark abgerundet, die Seiten vor den Augen kaum ausgebuchtet. 
Die Fühler bestehen aus fünf-^freien Gliedern, der Schaft überragt bedeutend 
die Augen. Die Oberkiefer mit drei sehr stumpfen Zähnchen, deren hinteres 
undeutlich ist. Der Prothorax oben deutlich breiter als in der Mitte lang und 
beiläufig so breit als an den Seiten lang. Die Spiracula des Medialsegmentes 
liegen in einer kurzen Furche zwischen dem Medialsegmente und dem hinteren 
Ende der Metapleuren. An den Tarsen hat nur das erste Glied an der End- 
hälfte der Beugeseite kurze Dörnchen; das erste Glied der Vordertarsen ist 
deutlich verbreitert und mehr wie doppelt so lang als breit, es ist etwas länger 
als das Krallenglied, die drei mittleren Glieder sind sehr kurz und breiter als 
lang ; die Mittel- und Hintertarsen sind ebenso geformt, nur ist das erste Glied 
etwa di-eimal so lang als breit. Die Tarsen sind ziemlich gelb, die Tibien 
dunkler. 

Aus Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 1). 

3. C. nuda n. sp. 

Männchen, Länge: 2 — 2 4mm. Kahl, Kopf und Thorax mässig depress, 
der erstere auch mit hinzugenommenen Mandibeln trapezförmig, etwas länger 
als hinten breit, vorne halb so breit als hinten, die Hinterecken sehr stark ab- 
gerundet, die Seiten vor den Augen sehr schwach ausgebuchtet. Die Mandibeln 
mit vier Zähnchen, das vorderste das grösste. Die Fühler bestehen, wie bei 
C. piliventris, aus fünf freien Gliedern, der Schaft reicht nur bis zu den Augen. 
Der Prothorax ist oben deutlich breiter als in der Mitte lang, oder beiläufig so 
breit als an den Seiten lang, weil der Hinterrand des Pronotum ziemlich stark 
ausgebuchtet ist. Die Spiracula des Medialsegmentes liegen, wie bei C. piliventris, 
in einer kurzen Furche zwischen dem Medialsegmente und dem hinteren Ende 
der Metapleuren. Die Tarsen ohne Dörnchen, die vier ersten Tarsenglieder sind 
sehr kurz, das Krallenglied beiläufig so lang als die vier anderen zusammen. 
Die Tibien sind braunroth, die Tarsen gelb. 

Aus Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. L) 

Z. B. Ges. B. XXXV. Ath, 26 



202 



Gustav Mayr, 



VIII. Ganosoma nov. gen. 



Männclien. Kopf und Thorax meistens stark depress und so wie der 
Hinterleib glatt und stark glänzend. Der Kopf ist viereckig, vorne wenig oder 
deutlich schmäler als hinten und wenig oder sehr deutlich länger als breit, mit 
abgerundeten Ecken, an in Alkohol aufbewahrten Exemplaren ist der Kopf 
schief nach unten und vorne gerichtet. Die Oberkiefer sind mehr oder weniger 
bogig gekrümmt, an der Spitze mit zwei Zähnen. Die grosse Mundöffnung und die 
sonst um diese herumstehenden Mundtheile, mit Ausnahme der Mandibeln, fehlen 
und es zeigt sich bei einem Exemplare von G. röbustum (P. Mayer, Taf. XXVI, 
Fig. 3) zwischen den Mandibelgelenken, der Mitte des Mundes entsprechend, 
nur ein kurzes Röhrchen, welches öfters etwas trichterig erweitert endet und 
aus welchem ein zweites dünnes, häutiges und ganz durchsichtiges Röhrchen 
entspringt, welches in derselben Richtung nach vorne zieht und an dessen Spitze 
ich manchmal ein kleines und, wie es scheint, fünfeckiges Saugscheibchen sehe. 
Das ersterwähnte Röhrchen scheint noch im Kopfe eingeschlossen zu sein, und 
nur der Rand der kleinen, etwas trichterartigen Erweiterung, von welcher das 
feine dünnhäutige Röhrchen abgeht, dürfte an der Oberfläche sein. Bei den 
anderen Exemplaren dieser Art und bei einzelnen Exemplaren der anderen Arten 
sehe ich nur ein sehr feines Röhrchen oder Stielchen. Der Vorderrand des 
Kopfes ist im mittleren Drittel stark ausgerandet, welche Ausrandung sich nach 
hinten als starker Eindruck fortsetzt, der sich zwischen den Fühlergelenken ver- 
schmälernd und verflachend sehr bald hinter denselben allmälig verschwindet. Die 
etwas wulstigen seitlichen Theile des Kopfvorderrandes begleiten und begrenzen 
seitlich den obgenannten Eindruck, bilden die kurzen Stirnleisten, verflachen 
sich aber gleich hinter den Fühlern und verschwinden alsbald. Der Clypeus, 
welcher ganz oder theilweise die Unterlage des Eindruckes bildet, ist nicht oder 
sehr undeutlich in seinen Abgrenzungen erkennbar. Die Fühler entspringen nahe 
dem Vorderrande des Kopfes, unmittelbar an dem concaven Rande der Stirn- 
leisten, sie sind gekniet, kurz, zart, depress und bestehen aus vier freien Gliedern 
(im Ganzen aus sechs Gliedern); der Schaft reicht beiläufig, nach aussen ge- 
richtet, mit seinem Enddrittel über den Seitenrand des Kopfes, er ist am Grunde 
dünn, verbreitert sich allmälig und ist am Apicalende beiläufig halb so breit 
als er (ohne Radicula) lang ist; das zweite Glied ist am Grunde dünn, mehr 
oder weniger länger als breit, das dritte ist sehr klein, ringförmig, durchsichtig 
und dünnhäutig, so dass man bei manchen Stücken leicht versucht sein könnte, 
dasselbe nur als Bindehaut zwischen dem zweiten Gliede und der Keule zu 
betrachten, und dass diese Entfernung der beiden Glieder durch Pressung 
zwischen Objectträger und Deckglas entstanden sein könnte, was aber durchaus 
nicht der Fall ist ; die darauffolgende Keule ist wenig oder deutlich länger als 
dick, sie besteht aus drei mitsammen verwachsenen Gliedern, das erste derselben 
ist sehr kurz, etwa dreimal so breit als lang und sehr deutlich vom nächsten 
Gliede abgegrenzt, dieses ist das grösste der drei Keulenglieder und nicht oder 



Pcigeninsecten. 



203 



kaum länger als dick, das Endglied bildet die stark abgerundete kegelige Spitze 
der Keule. Sehr nahe den Mandibelgelenken liegen die kleinen Augen. Die 
St4rnrinne fehlt oder ist zart, die Ocellen fehlen. Der Thorax ist so breit wie 
der Kopf, massig oder stark depress, das Pronotum nimmt beiläufig die Hälfte 
des Thorax ein, es ist vorne schmäler als hinten ; jederseits tritt als sich nach 
hinten mehr oder weniger verschmälernder Streifen die Vorderbrust hervor, der 
Hinterrand des Pronotum ist bogig ausgerandet. Das Mesonotum ist breiter als 
lang, an den Hinterrand desselben grenzen das Medialsegment und die dreieckigen 
Metapleuren, welche das Medialsegment jederseits begrenzen. Das Medialsegment 
ist breit- trapezförmig, hat an den Seitenrändern (knapp an den inneren Rändern 
der Metapleuren) je ein sehr kleines rundes Spiraculum und einen schwach bogigen 
Hinterrand. Der nach unten gerichtete Hinterleib ist mässig depress, mehr 
oder weniger scheibenförmig und kaum breiter als der Thorax, er ist breit an 
das Medialsegment angelegt und sein siebentes Segment hat zwei kleine, runde 
Athemlöcher. Die Beine sind sehr kräftig, die vorderen kürzer als die hinteren, 
die Hüften und Schenkel zusammengedrückt und breit, die Tibien sind am 
Tarsalende breiter als am Knie und sind besonders an der unteren Hälfte mit 
kurzen Dörnchen besetzt, die Tarsen sind fünfgliederig und ziemlich kurz, be- 
sonders die drei mittleren Glieder, die Krallen mässig gross und ziemlich stark 
gekrümmt. Die Vordertibien scheinen keinen Sporn zu haben, an den andern 
Tibien ist ein kurzer oder langer dornförmiger Sporn, nur bei G. attenuatum 
sehe ich keinen Sporn. Die Hintertarsen und in geringerem Masse auch die an- 
deren Tarsen mit vereinzelten langen Haaren. Die Flügel fehlen gänzlich. 

üeb ersieht der Arten. 

1 Die Oberkiefer mässig gleichbreit, mit zwei Zähnen, deren vorderer spitzig 
ist und in der Richtung des Vorderrandes des Oberkiefers verläuft, der 
hintere ist viel stumpfer und nach rückwärts gebogen; vor dem Hinter- 
rande des Kopfes ist stets eine quere Reihe nach vorn gekrümmter langer 
Borstenhaare ; das erste Glied der Vordertarsen nicht oder wenig länger 
als dick. Länge 1'6— 1'9 mm. Fig. 26 und 27 . . 1. G. robustum n. sp. 
Die Oberkiefer schmal, nahezu drehrund, mit zwei spitzigen Zähnen, von 
denen keiner nach hinten gekrümmt ist, zwischen dem Vorderrande des 
Kopfes und der Endhälfte der Mandibeln eine Lücke; Hinterrand des 
Kopfes meistens mit einer Reihe von Borstenhaaren; erstes Glied der 
Vordertarsen 2V2— 3mal so lang als dick. Länge: PI - 1*2 mm. 

2. G. parallelum n. sp. 
Die Oberkiefer vom vordersten Theile des Kopfes mehr oder weniger ge- 
deckt, sie sind kurz, zwei- bis dreizähnig, es bleibt keine Lücke zwischen 
dem Vorderrande des Kopfes und der Endhälfte der Mandibeln ; Hinter- 
rand des Kopfes ohne Haarreihe ; erstes Glied der Vordertarsen mindestens 
doppelt so lang als dick. Länge; 8— 1 mm. . . S. G. attenuatum n. sp. 

26* 



1 



204 



Gustav M a y r. 



1. 6r. robustum ii. sp. (Fig. 26, 27). 

Männchen. Länge: 1'6 — 1"9 mm. Im ganzen Habitus dem Männchen 
von Phüotrypesis ficaria sehr ähnlich. Rothgelb, die Oberkiefer rostroth oder 
rothbraun, die Fühler mit Ausnahrae des Schaftes und der Hinterleib gelb oder 
blassgelb. Kopf, Thorax, die Tibien und Tarsen der Hinterbeine mit wenigen 
langen Haaren, vor dem Hinterrande des Kopfes und diesem parallel eine Reihe 
solcher nach vorne gekrümmter Borstenhaare (wie bei Phüotrypesis) , der 
Hinterleib kahl oder mehr weniger lang behaart. Kopf und Thorax nicht stark 
depress. Der fast rechteckige Kopf ist vorne nur wenig schmäler als hinten. 
Die Oberkiefer sind massig breit, ziemlich gleichbreit und am Ende zweizähnig, 
der vordere grosse spitzige Zahn liegt in der Richtung des Vorderrandes des 
Oberkiefers, der hintere ist kürzer, aber breiter, viel stumpfer und etwas nach 
hinten gerichtet. Die Fühler sind von einander so weit entfernt wie von den 
Netzaugen. Das erste Glied der Vordertarsen ist nicht oder wenig länger als 
dick (von Gelenk zu Gelenk gemessen), die Mittel- und Hintertibien mit einem 
langen Sporne. 

In Feigenfrüchten in St. Cathariua (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 2, 3, 
6, 7 und 8). 

2. €r. parallelum n, sp. 

Männchen. Länge: 11 — 1*2 mm. Gelb, der Kopf und das erste Fühler- 
glied mehr rothgelb, die Oberkiefer und die Seitentheile des Vorderrandes des 
Kopfes gelbroth. Die spärliche Behaarung ist so wie bei der vorigen Art, aber 
die Haarreihe am Hinterrande des Kopfes ist meistens weniger deutlich oder 
fehlt fast ganz. Kopf und Thorax sind stark depress. Die Mandibelu sind schmal, 
fast stielrund, bogig gekrümmt und am Ende mit zwei nicht kleineu, spitzigen 
und parallel gestellten Zähnen. Zwischen diesen and dem ziemlich stark aus- 
gerandeten Vorderrande des Kopfes ist eine Lücke, wenn nicht, wie in sehr 
seltenen Fällen, die Mandibeln stark ineinander geschlagen sind. Der Kopf 
ist nur wenig länger (Länge des Kopfes zur hinteren Breite wie 7 : 6) als hinten 
breit und vorne nur wenig schmäler als hinten, also mit fast parallelen Seiten. 
Die Fühler von einander weit entfernt, den Augen nahestehend. Das erste Glied 
der Vordertarsen 272—3 mal so laug als dick. Die Hintertibien mit einem die 
Dörnchen der Tibieuspitze nicht viel überragenden Sporne. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Bäume Nr. 3—6). 

3. 6r. attemiatiim ii. sp. 

Männchen. Länge: 0*8— 1mm. Gelb, theilweise besonders der Kopf 
röthlichgelb, der Vorderrand des Kopfes und die Oberkiefer mehr roth. Kopf . 
und Thorax stark depress und fast unbehaart, Abdomen lang behaart oder ^ 
kahl. Der Kopf deutlich länger als hinten breit und vorne deutlich verschmälert. ] 
Die von dem vordersten Tlieile des Kopfes mehr oder weniger bedeckten Ober- j 



Feigeninsecten. 



205 



kiefer sind kurz, nicht sclimal, etwas abgeflacht und zwei- bis dreizähnig, zwischen 
der Mitte des Kopfrandes und den Mandibeln bleibt keine Lücke frei. Die 
Fühler sind wohl von einander weiter entfernt wie von den Augen, doch ist 
der Unterschied ein geringer. Das erste Glied der Vordertarsen ist zwei- bis 
dreimal so lang als dick; die Länge des Spornes der Hintertibien wechselt sehr 
an Länge. 

Die erste Untersuchung der Individuen, die ich zu dieser Art stelle, 
Hess mir zwei bis drei Arten unterscheiden, ein näheres Eingehen zeigte mir 
jedoch, dass die aufgefundenen Merkmale nicht festzuhalten seien und allmälig 
übergehen. Für den Fall, dass es einem Nachfolger, dem die aus je einer 
Feigenfrucht isolirt gesammelten Insecten zu Gebote stehen, möglich sei, diese 
Art in mehreren Arten scharf zu trennen, bezeichne ich als Stammform jene 
Individuen, welche folgende Merkmale zeigen: Die Mandibeln dreizähnig. die 
zwei hinteren Zähnchen stumpf und undeutlich, Abdomen kahl, die langen Sporne 
der Mittel- und Hintertibien reichen bis zur Mitte des ersten Tarsengliedes; 
Länge des Körpers : 1 mm. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 2—6). 

IX. Tetragonaspis nov. gen. 

Weibchen. Die kurzen Mandibeln mit zwei- bis dreizähnigem Kaurande. 
Die Kiefertaster vier-, die Lippentaster dreigliederig. Der gerundet-viereckige 
Kopf ist schief nach vorne und unten gerichtet. Der Clypeus ist klein und vier- 
eckig, von dessen Hinterecken ziehen zwei mehr oder weniger feine Furchen zu 
den Fühlergelenken, welche von den Hinterecken des Clypeus ebenso weit oder 
(bei flavicölUs) etwas mehr wie doppelt so weit entfernt sind, als der Clypeus 
lang ist. Die Fühler sind zwölf- bis dreizehngliederig, der kurze, nicht dicke 
Schaft (erstes Glied) überragt nicht den Scheitel, das Wendeglied (zweites Glied) 
ist etwas dicker als der Schaft, es ist so lang oder etwas länger als dick. Es 
ist entweder nur ein Ringel sichtbar, welches an der Basis dünner als am Apical- 
ende ist und sich gut an das nächste Glied anschliesst und dicker als lang ist, 
oder es sind unter dem Mikroskope zwei Ringel sichtbar, von denen das erste 
sehr klein ist, das zweite die Form hat, wie oben beschrieben wurde, wenn nur 
ein Ringel sichtbar ist. Der Faden ist cylindrisch und sechsgliederig, die Glieder 
sind ziemlich gleich gross und haben so wie die Glieder der Keule nahe der 
Basis einen Kranz von langen Haaren, welche sehr deutlich oder etwas länger 
als die Glieder sind und bei den Arten mit dreizehn Fühlergliedern weit ab- 
stehen, bei jenen mit zwölf Gliedern sich aber fast an die Glieder anlegen; 
auch haben alle Glieder des Fadens und der Keule mehrere Längsriefen, welche 
an dem Apicalende der Glieder (ausser dem Endgliede) dieselben als Zähnchen 
überragen; die Keule ist dreigliederig und ebenso dick oder etwas dicker als 
der Faden, das Endglied trägt an der Spitze ein mehr oder weniger deutliches, 
sehr kleines griffelartiges oder kegeliges Änsatzstückchen. Zwischen den Fühler- 
gelenken ist ein schmales oder breit flachgedrücktes (bei punctata und testacea) 



206 



Gustav Mayr. 



Kielcheu, welches sich verschmälernd, und verschärfend auf der Stirn bald hinter 
den Fühlergelenken oder auch nach dem mittleren Punktauge auf der Stirn 
endet. Beiderseits vom Kielchen ist die Stirn eingedrückt. Die seitlichen Ocellen 
sind den Netzaugen viel näher als dem mittleren Punktauge. Die ziemlich 
grossen Netzaugen liegen den stark abgerundeten Hinterecken des Kopfes viel 
näher als den Vorderecken. Der Thorax ist mehr oder weniger flachgedrückt, 
breiter als hoch, er ist länglich rechteckig mit abgerundeten Ecken. Das Pro- 
notum ist kurz oder auch ziemlich lang. Das Mesonotum ist nicht lang, breiter 
als lang, die etwas bogig gekrümmten, scharfen Parapsidenfurchen stossen hinten 
an das Scutellum, sehr nahe den Vorderecken desselben, oder an diese selbst, 
oder bei T. testaeea an die Achseln ganz nahe den inneren Ecken, diese Furchen 
divergiren stark nach vorne und enden an den Seiten des Thorax. Das Scutellum 
ist eigenthümlich gebildet und mahnt an das von Blastophaga, es ist nicht nur in 
der Mitte, sondern auch seitlich schwach convex und sehr gross, da die seit- 
lichen Scutellumgruben fehlen. Es zeigt überhaupt der unmittelbar hinter dem 
Mesonotum liegende Theil des Thorax vier Furchen, und zwar beginnt jederseits 
am Vorderrande eine Furche, welche sich sehr nahe ihrem Ursprünge theilt 
(nur bei T. flavicolUs und testaeea tritt die Gabelung erst weiter hinten, aber 
noch vor der Mitte auf), der äussere Ast dieser Furchen zieht schief nach aussen 
und rückwärts, wodurch die Achsel abgegrenzt wird, während der innere Ast 
im schwachen Bogen und mit dem der anderen Seite nach hinten divergirend 
am geraden Hinterrande des quer abgeschnittenen Scutellum endet; durch diese 
inneren scharfen Furchen wird das Scutellum in drei Theile getheilt. Hinter 
demselben liegt das quere, nur schmal bandförmige Metanotum (Postscutellum). 
Das Medialsegment ist nur halb so lang als das Scutellum (bei T. testaeea 
ebenso lang als dieses), nicht stark geneigt, von einer Seite zur anderen convex, 
ohne Kanten oder Furchen, jederseits mit einem kleinen runden Spiraculum. 
Der eiförmige Hinterleib ist länger als der Thorax, nach keiner Richtung zu- 
sammengedrückt, bei T. testaeea etwas depress, an der Basis scheinbar un- 
gestielt, indem das erste Segment oben nur als quere Linie auftritt, das siebente 
Segment hat kleine runde Spiracula. Die Stachelscheide kahl oder sehr zerstreut 
behaart, an der Unterseite mikroskopisch fein und dicht gekerbt, sie ist IV2 
bis 272» bei T. testaeea fast S'^mal so lang als der Körper. An den wasser- 
hellen Vorderflögeln sind der Marginalabschnitt und der Radius gleichlang oder 
der letztere ist etwas kürzer, dieser ist kaum oder deutlich bogig gekrümmt 
und am Ende nicht stark keulig angeschwollen; der Postmarginalabschnitt ist 
deutlich länger als der Marginalabschnitt; der Vorderrand der Flügel ist nicht 
gewimpert. Die Beine von mittlerer Grösse und ohne besondere Auszeichnung, 
die Vordertibien mit einem in zwei sehr feine Spitzen endenden Sporne, vom 
Ursprünge des Spornes verschmälert sich die Tibie allmälig bis zum Tarsalende. 
Die Mittelbeine sind dünn, die Hinterbeine dicker, die Mitteltibien mit einem, 
die hinteren Tibien mit zwei dornförmigen Spornen. Alle Tarsen fünfgliederig. 

Ich bin nicht im Stande, diese Gattung zu einer Subfamilie der Chal- 
cididen zu stellen. 



Feigeninsecten. 



207 



Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Ganosoma das Männchen zu 
Tetragonaspis sei, da beide stets zusammen in den Feigen gesammelt wurden ; 
wenn dies richtig wäre, dann ist wohl Ganosoma robustum das Männchen von 
Tetragonaspis flavicolUs. 



üebersicht der Arten, 



1 Vorherrschend gelb, theilweise braun; die Fühler mit zwei Eingeln; das 

Medialsegment (Metanotum der Autoren) so lang als das Scutelluni; 
die Stachelscheide 3V2 mal so lang als der Körper. Asiatische Art 

7. T. testacea n. sp. 
Vorherrschend grün; das Medialsegment nur halb so lang als das Scutellum; 
die .Stachelscheide 1V2~ 2V2 mal so lang als der Körper. Brasilianische 
Arten 2 

2 Die Fühler mit ein bis zwei Eingeln, der Faden und die Keule mit weit 

abstehenden Haaren;*) Scutellum mit Sculptur 3 

Die Fühler mit einem Ringel, der Faden und die Keule mit fast anliegenden 
Haaren 4 

3 Stirn und Scheitel chagrinirt, die Fühler mit zwei Ringeln, Pronotum 

meistens jederseits mehr oder weniger gelb . . 1. T. flavicolUs n. sp. 
Stirn und Scheitel dicht und scharf punktirt; die Fühler mit einem 
Ringel; das Pronotum grün. Fig. 28 . . . 2. T. gracilicornis n. sp. 

4 Gesicht und der mittlere Theil des Scutellum polirt; der Fühlerschaft 

grün 3. T. forticornis n. sp. 

Das Scutellum chagrinirt 5 

5 Stirn und Scheitel chagrinirt; der Fühlerschaft gelb 4. T. coriaria n. sp. 
Stirn und Scheitel dicht und scharf punktirt 6 

6 Die Wangen geglättet mit zerstreuten Punkten; der Fühlerschaft gelb 

5. T. hremcollis n. sp. 
Die Wangen ebenso wie die Stirn und der Scheitel dicht und scharf 
punktirt; der Fühlerschaft grün 6. T. punctata n. sp. 



1. T. flavicolUs n. sp. 

Weibchen. Länge: r4— 2mm. Erzgrün, öfters stellenweise kupfer- 
farbig oder purpurroth, Abdomen an der Oberseite kupferfärbig, die Fühler 
braun oder gelbbraun mit gelbem Schafte, das Pronotum oft mehr oder weniger 
gelb, besonders an den Seiten, die Beine gelb. 2) Das Gesicht sehr fein chagrinirt 



Bei Exemplaren, welche auB den Fruchtgallen geschnitten wurden, sind die Haare 
meistens noch mehr oder weniger den Fühlergliedern anliegend. 

^) Ich muss bemerken, dass ich bei den Arten dieser Gattung die hier ohnedies ziemlich 
unwichtige und variable Färbung nicht erschöpfend behandelte, da ich von jeder Art doch nur 
eine kleine Anzahl Exemplare spiesste und trocknete. 



208 



Gustav Mayr. 



und zerstreut punktirt, Stirne, Scheitel und die obere Fläche des Thorax fein 
chagrinirt, Abdomen glatt oder fast glatt wie bei den folgenden Arten. Die 
Fühlergelenke mehr wie bei den anderen Arten, und zwar etwas mehr als die 
doppelte Länge des Clypeus, von diesem entfernt; der Schaft überragt, zurück- 
gelegt, das mittlere Punktauge, auf das Wendeglied folgen zwei Eingel, die 
Geissei mit weit abstehenden Haaren, erstes Fadenglied (fünftes Fühlerglied) 
etwas mehr wie mal so lang als dick, auch die folgenden Glieder sind 
gestreckt. Der Thorax ist weniger depress wie bei den folgenden Arten; das 
Pronotum ist ziemlich gross, das erste Glied der Vordertarsen doppelt so lang 
als dick. Die Stachelscheide ist 2— 2y2mal so lang als der Körper. 

St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 2—8). 

2. T. gracilicornis n. sp. (Fig. 28). 

Weibchen. Länge: r4 — l'S mm. Dunkel metallgrün, mehr oder weniger 
auch erzgrün, Abdomen oben kupferrotb, die Fühler braun mit gelben Schafte, 
die Beine gelb. Das Gesicht glatt mit zerstreuten Punkten, Stirn und Scheitel 
scharf und dicht fein punktirt, das Pronotum in der Mitte geglättet, das 
Mesonotum und Scutellum punktirt-chagrinirt, das Medialsegment sehr fein 
chagrinirt, theilweise glatt, Abdomen glatt. Der Fühlerschaft überragt das mittlere 
Punktauge, auf das Wendeglied folgt ein Ringel, jedes der folgenden Glieder ist 
dünn, gestreckt und hat einen Wirtel langer, weit abstehender Haare, das erste 
Fadenglied (fünftes Glied) ist etwas mehr wie doppelt so lang als dick, beiläufig 
ebenso verhalten sich auch alle folgenden Glieder, das Pronotum ist nicht lang. 
Das erste Glied der Vordertarsen ist fast doppelt so lang als dick. 

St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 5). 

3. T. forticornis n. sp. 

Weibchen. Länge: 1*5 mm. Dunkelgrün oder mehr weniger erzfärbig, 
das Scutellum erz- oder kupferfärbig, Abdomen blaugrün, oben vorne und in 
der Mitte kupferroth, die Fühler dunkelbraun, deren Schaft grün oder kupfer- 
rotb angelaufen, die Beine gelb, die Hinterhüften an der Basis und die Hinter- 
schenkel nahe dem Kniegelenke öfters theilweise grün oder kupferfärbig ange- 
laufen. Gesicht und Wangen polirt, letztere mit einzelnen Punkten, Stirn und 
Scheitel fein, aber scharf chagrinirt, Thorax ebenso, das Pronotum in der Mitte 
geglättet, der mittlere Theil des Scutellum (zwischen den zwei Längsfurchen) 
polirt und stark glänzend; das Medialsegment und der Hinterleib fast glatt 
und glänzend. Die Fühler haben nur ein Ringel, der Faden und die Keule 
sind dicker als bei den anderen Arten, die sechs Fadenglieder kaum länger 
als dick oder ebenso lang, das erste Glied etwas länger, sie sind, so wie die 
Glieder der Keule, mit ziemlich anliegenden, langen Haaren wirtelig besetzt, 
welche die Enden der Glieder überragen. Das Pronotum ist ziemlich kurz. 



Feigeninsecten. 



209 



Das erste Glied der Vordertarsen ist V12 mal so lang als dick und kürzer als 
das fünfte Glied. 

St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 3 und 5). 

4. T. coriaria 11. sp. 

Weibchen. Länge: 1*2 mm. Erzgrün, Abdomen blaugrün, oben in 
der Mitte kupferroth, vorne erzgrün, die Fühler braungelb, die Beine gelb. 
Das Gesicht geglättet mit zerstreuten Punkten, in der Nähe der Augen chagrinirt. 
Stirn und Scheitel chagrinirt, Mesonotum feiner, Scutellum und Medialsegment 
noch feiner chagrinirt, Abdomen glatt. Der Schaft überragt, zurückgelegt, 
nicht das mittlere Puuktauge, auf das Wendeglied folgt nur ein Ringel, der 
Faden ist mit langen, fast anliegenden Haaren, welche das Ende der Glieder 
erreichen, spärlich besetzt; die letzteren Glieder und die Keule sind etwas reich- 
licher behaart, das erste Fadenglied (viertes Glied) ist mal so lang als dick, 
die folgenden verhalten sich fast ebenso. Das Pronotum ist kurz, der Thorax 
ziemlich depress. Das erste Glied der Vordertarsen ist wenig länger als dick. 

St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 2). 

5. T. hrevicollis 11. sp. 

Weibchen. Länge: r4—r6 mm. Dunkel erzgrün, mehr oder weniger 
kupferfärbig, Abdomen blaugrün, oben, besonders mehr in der Mitte, kupfer- 
roth, die Fühler dunkelbraun mit gelbem Schafte, die Beine gelb. Das Gesicht 
zwischen den Augen und dem Clypeus geglättet, mit einzelnen Punkten; Stirn 
und Scheitel dicht und mässig scharf fein punktirt, der Thorax oben fein 
runzelig punktirt, das Scutellum sehr zart chagrinirt, das Medialsegment fast 
glatt, Abdomen glatt. Der Schaft überragt, zurückgelegt, das mittlere Punkt- 
auge, nur ein Ringel, Faden und Keule mit langen, ziemlich anliegenden Haaren, 
welche die Enden der Glieder etwas überragen, das erste Fadenglied doppelt 
so lang als dick. Der Thorax ziemlich stark depress, das Pronotum sehr kurz. 
Das erste Glied der Vordertarsen so lang als dick. 

St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 3 und 4). 

6. T, punctata n. sp. 

Weibchen. Länge: 1'2 mm. Metallgrün oder mehr blaugrün, Abdomen 
oben an der Vorderhälfte kupferroth, theilweise erzfärbig, an der Hinterhälfte 
blaugrün, die Fühler braun mit grünem Schafte, die Beine gelb mit an der 
Basis grünlichen Hinterhüften. Die ganze Oberseite des Kopfes ist dicht und 
scharf fein punktirt, Pro- und Mesonotum seichter (mehr schuppig) punktirt, 
ersteres in der Mitte geglättet, Scutellum und Medialsegment seicht chagrinirt, 
Abdomen glatt und stark glänzend. Der Fühlerschaft überragt, zurückgelegt, 
nicht das mittlere Punktauge, nur ein Fühlerringel, Faden und Keule mit 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 27 



210 



Gustav Mayr, 



langen, ziemlich anliegenden Haaren, welche die Enden der Glieder nicht oder 
wenig überragen, das erste Fadenglied V/^mal so lang als dick. Der Thorax 
ziemlich stark depress, das Pronotum sehr kurz. Das erste Glied der Vorder- 
tarsen wenig länger als dick. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bänme Nr. 3 
und 4). 

7. T, testacea n. sp. 

Weibchen. Länge: l ? mm. Gelb, die Stirne und der Scheitel, sowie 
der Faden und die Keule der Fühler gebräunt, der Thorax oben röthlichgelb, 
der Hinterleib an der Oberseite vorne in der Mitte und am Hinterrande der 
mittleren Segmente braun, die Stachelscheide schwarzbraun; fast kahl, Gesicht 
und Beine mit sehr kurzen Härchen. Der Kopf und das Mesonotum sind dicht 
und fein fingerhutartig punktirt und wenig glänzend, das Scutellum ist seicht 
chagrinirt und glänzend, der Hinterleib glatt und glänzend, die Flügel wasser- 
hell. Der Faden und die Keule der Fühler mit ziemlich anliegenden, nicht 
langen Haaren. Das Pronotum ist kurz, die Parapsidenfurchen am Mesonotum 
stossen au die Achseln, sehr nahe den inneren Ecken derselben, das Medial- 
segment ist so lang als das Scutellum. Die Stachelscbeide ist 6 mm. lang, also 
etwa 3V2 Dial so lang als der Körper. 

Aus den Früchten von Ficus (Sycomorus) glomerata (?) horti Bogor. 
auf Java (Solms). 

X. Otitesella Westw. 
Trans. Ent. Soc. 1883, P. I, p. 39. 

O. serrata n. sp. 

Männchen. Länge r4 mm. Lehmgelb, der Kopf etwas röthlichgelb, die 
Mandibeln gelbroth mit schwärzlichem Kaurande; fein runzlig punktirt. (lieber 
die Behaarung kann ich nichts angeben, da die mir vorliegenden Exemplare 
stark zersetzt sind und die Haare verloren haben könnten.) Die Oberkiefer sind 
ziemlich gross und dreieckig, deren Kaurand hat einen vorderen grossen Zahn, 
der die Spitze der Mandibeln bildet, und hinter diesem drei Sägezähne, deren 
Spitzen schief nach hinten und innen gerichtet sind. Der Kopf ist, so wie der 
ganze Körper, depress, er ist gerundet und schief nach vorne und unten ge- 
richtet. Der sehr grosse und convexe Clypeus reicht jederseits bis zur Mitte 
des Innern Augenrandes, sein Vorderrand ist in der Mitte breit -bogig aus- 
gerandet, und jederseits dort, wo die Ausrandung endet, ist ein gerundeter Vor- 
sprung, der Hinterrand des Clypeus ist von einem Ende zum andern breit 
ausgerandet (also gegen die Stirn concav). An den hinteren Seitenecken des 
Clypeus am Augenrande beginnt je eine Längsfurche, welche nach rückwärts 
gegen den hintern Scheitelrand, dann nach einwärts zieht und allmälig endet. 
In diesen Furchen zwischen der Höhe des hinteren Augenrandes und dem 



Feigeninsecten. 



211 



hinteren Kopfende sind die Fühler, ziemlich weit von einander, eingelenkt; 
beide Fühlergelenke sind mittelst einer Querfurche verbunden; der mässig breite 
und depresse Schaft überragt, nach hinten gelegt, den Hinterrand des Kopfes, 
das Wendeglied ist etwas mehr wie doppelt so lang als am Apicalende breit, 
dann folgt ein Riogel und diesem folgen die Glieder des Fadens, dessen erstes 
Glied fast IV2 oial so lang als dick ist, das zweite ist nur wenig länger als 
dick, das dritte ist gleich dem ersten, das vierte gleich dem zweiten, die fol- 
genden sind mir unbekannt. Ob Ocellen vorhanden sind oder fehlen, kann ich 
nicht sicher angeben. Die ziemlich grossen Netzaugen liegen an der vordem 
Hälfte der Kopfseiten und sie stossen von ihrem vordem Ende bis zur Mitte 
des Innenrandes an den Clypeus. Der Thorax ist so breit als der Kopf, 
er ist rechteckig mit abgerundeten Vorderecken, um die Länge des Medial- 
segmentes länger als vorne breit, oben schwach convex und vorne sehr wenig 
breiter als hinten. Das Pronotum ist etwas kürzer als breit, das quere Meso- 
notum dreimal so breit als lang, das Medialsegment schliesst sich diesem an 
und ist ebenso lang wie das Mesonotum, nur seitlich keilen sich zwischen dem 
Mesonotum und Medialsegmente die kleinen dreieckigen Metapleuren ein. Das 
Abdomen ist vorne so breit als der Thorax, verschmälert sich allmälig nach 
hinten und ist deutlich länger als der Thorax. Die Tarsen sind so wie bei 
0. digitata Westw. ; das Endglied nämlich ist stark aufgeblasen und die übrigen 
Glieder sind sehr kurz; es scheint, dass die Tarsen, so wie "W'estwood angibt, 
viergliederig seien. Flügelrudimente scheinen zu fehlen. 

Ich habe diese Art dennoch zu Otitesella gestellt, obgleich Westwood 
des ganz absonderlichen Clypeus keine Erwähnung thut, weil dieser unter dem 
Mikroskope bei durchfallendem Lichte (wenigstens bei den mir vorliegenden 
schon stark zersetzten Exemplaren) nicht oder schwer zu sehen ist; freilich ist 
er bei auffallendem Lichte, besonders bei der Untersuchung mit einer guten 
Loupe, sehr deutlich. 

Aus Früchten von Ficus salicifoUa Vahl auf der Insel Socotra (P. Mayer, 
Nr. 21). 

XI. Sycoryctes nov. gen. 

Weibchen. Die Oberkiefer klein und zweizähnig; die Kiefertaster vier-, 
die Lippentaster zweigliederig. Der Kopf ist kaum breiter als der Thorax in der 
Mitte. Der Clypeus ist quer viereckig, nicht gekielt, mit abgerundeten Hinter- 
ecken. Die eilfgliederigen Fühler entspringen hinter diesen, dem Clypeus näher 
als den Netzaugen; der mässig lange Schaft reicht bis zum mittleren Punktauge 
oder ist kürzer, das Wendeglied ist etwas länger als dick, dann folgt ein Eingel, 
die fünf Fadenglieder sind länger oder kürzer als dick und die Keule besteht 
aus drei mitsammen verwachsenen Gliedern; die Glieder des Fadens und der 
Keule sind durchlaufend gerieft. Die Stirn ist bis vor das mittlere Punktauge 
der Länge nach eingedrückt (welcher Eindruck bei getrockneten Exemplaren 
noch tiefer wird) und hat ein Längskielchen, welches bis in die Mitte der Stirn 

27* 



212 



Gustav Mayr. 



oder bis zum mittleren Ocellus reicht. Die seitlichen Punktaugen liegen am 
höchsten Theile des Scheitels und stehen den Netzaugen näher als dem mitt- 
leren Punktauge. Die grossen ovalen Netzaugen nehmen den mittleren und 
hinteren Theil der Kopfseiten ein. Die Wangen sind nicht lang. Das Pronotum 
ist quer, das Mesonotum breiter als lang und länger als das Pronotum, die 
kurzen Parapsidenfurchen divergiren stark nach vorne und sind am hinteren 
Drittel oder an der hinteren Hälfte des Mesonotum kaum oder gar nicht aus- 
geprägt. Das Scutellum ist breit, fünfeckig, auch zwischen den Achseln un- 
mittelbar hinter dem Mesonotum breit, ohne Längsfurchen und seine Hinterecke 
stark bogig gerundet. (Man könnte auch sagen, es ist quadratisch mit stark 
abgerundeten Hinterecken und mit bogigem Hinterrande.) Das Medialsegment 
ist kurz. Der Hinterleib ist etwas länger als der Kopf und Thorax zusammen, 
sein Petiolus ist ohne Zerlegung oder Quetschung des Thieres nicht zu sehen; 
das letzte Hi nterleibssegment ist kurz kegelig, so lang oder etwas länger als an 
der Basis breit. Die Stachelscheide ist P/4 — 4V2nial so lang als der Körper 
und an der Spitze etwas keulig verdickt, sie ist mit dem von denselben ein- 
geschlossenen Stachel bei ganz entwickelten, in Alkohol aufbewahrten Exemplaren 
gerade ausgestreckt oder nach unten gekrümmt, beim Trocknen krümmt sie sich 
mehr oder weniger spiralig, es trennen sich jedoch dabei die Scheidentheile 
nicht von einander und von dem Bohrer. Bei jenen Exemplaren, welche aus 
den Fruchtgallen herausgeschnitten wurden und an deren Fühlern die Puppen- 
haut noch nicht abgestreift wurde, ist die Stachelscheide flach bandförmig 
und mit dem eingeschlossenen Stachel uhrfederartig in einer Spirale um den 
Körper gerollt; andere entwickeltere Exemplare haben die Stachelscheidc weniger 
stark zusammengerollt und nur die Basalhälfte ist bandförmig, bei noch an- 
deren ist sie nur an der Basis bandförmig. Die Vorderflügel sind nur ziemlich 
weitläufig mit äusserst kurzen Härchen oder Böystchen besetzt und die Aussen- 
hälfte des Hinterrandes ist gewimpert; der Marginalabschnitt ist ziemlich lang, 
der Radius fast 3/4 nial so lang wie dieser und der Postmarginalabschnitt kürzer 
als der Marginalabschnitt oder länger. Die Vorder- und Hinterhüften sind mässig 
lang, die Schenkel nicht dick, die dünnen, mässig langen Tibien mit je einem 
Sporne, die Hintertibien mit zwei Spornen, deren längerer mit wenigen oder 
vielen spitzigen Börstchen besetzt ist, und am Beugerande mit einer regel- 
mässigen Reihe schief abstehender Borstenhaare; die Vordertarsen kürzer und 
dicker als die übrigen, ihr erstes Glied ist kaum IVa^ial so lang als dick, das 
zweite etwas kürzer, das vierte dicker als lang, das Endglied länger; an den 
Mitteltarsen ist das erste Glied lang, die folgenden nehmen bis zum vierten an 
Länge ab, wobei dieses noch etwas länger als dick ist, ähnlich verhalten sich 
die Hintertarsen, von dem ersten Gliede derselben entspringt an der Streckseite 
ein feines Dörnchen, welches bis zur Mitte oder bis zum Ende des zweiten 
Tarsengliedes reicht; die Krallen sind einfach. 

Männchen. Die ziemlich grossen Oberkiefer sind vorgestreckt und mehr 
oder weniger einwärts der Vorderecken des Kopfes (bei S. patellaris fast ähnlich 
wie bei den 9 u^id 9 ^öi* Odontomachiden) eingelenkt; sie haben nur einen 



Feigeninsecten. 



213 



Aussen- und einen Innenrand, sind bis über die Mitte gerade und enden dann, 
sich nach einwärts krümmend und verschmälernd, in einen starken, spitzigen 
Zahn; ihr Innenrand hat in der Mitte (bei S. patellaris und S. truncatus) 
einen deutlichen oder (bei S. simplex) einen mehr undeutlichen kleinen Zahn, 
oder er ist (bei S. coccothraustes) an der Basalhälfte verbreitert und mehr 
oder weniger deutlich fein gezähnelt. Die Kiefertaster sind ziemlich lang und 
viergliederig, die Lippentaster zweigliederig. Der Kopf ist massig depress, recht- 
eckig oder hinten breiter mit abgerundeten oder zahnförmigen Hinterecken. 
Der breite Clypeus ist äusserst kurz und tritt fast nur als Begrenzung des 
oberen Mundrandes auf, oder er ist besonders in der Mitte länger, so dass er 
dann sehr kurz dreieckig ist mit sehr stumpfer gerundeter Hinterecke. Die Fühler 
entspringen sehr nahe nebeneinander, unmittelbar hinter dem Clypeus, zwischen 
denselben liegen zwei sehr kleine und sehr kurze, nach hinten divergirende 
Stirnleisten; die Fühler bestehen aus acht bis neun freien Gliedern, deren 
Schaft ist mässig schmal oder verbreitert und mehr oder weniger flachgedrückt, 
das Wendeglied länger als an dem Apicalende dick, dann folgt ein Ringel 
(welches bei S. patellaris selbst unter dem Mikroskope leicht übersehen werden 
kann), der vier- bis fünfgliederige Faden ist dadurch ausgezeichnet, dass 
sein erstes Glied stets grösser ist als das zweite; die Keule ist ebenso 
dick oder dicker als das letzte Fadenglied und besteht aus drei mitsammen 
verwachsenen Gliedern, so dass daher die Fühler aus zehn bis eilf Gliedern 
zusammengesetzt sind. Stirnrinne und Ocellen fehlen. Die Netzaugen liegen 
ziemlich in der Mitte der Kopfseiten oder den Vorderecken des Kopfes viel 
näher. Der depresse Thorax ist so breit als der Kopf oder etwas schmäler, nicht 
oder wenig länger wie dieser, mit ziemlich parallelen Seitenrändern. Das Pro- 
notum nimmt beiläufig die halbe Länge des Thorax ein und ist viereckig mit 
sehr stark abgerundeten Vorderecken. Die hintere Hälfte der Oberseite des 
Thorax erscheint entweder nur als ein quadratisches Stück, welches jederseits 
eine sehr zarte Längsfurche hat als Abgrenzung zwischen dem Medialsegmente 
und den Metapleuren, so dass daher oben kein Mesonotum zu sehen ist (bei 
mikroskopischer Untersuchung zeigt sich das Mesonotum als schmaler Quer- 
streifen unter dem Hinterrande des Pronotum), oder es ist ein queres Meso- 
notum deutlich sichtbar; das Medialsegment hat nahe den Längsnähten der 
Metapleuren je ein rundes Athemloch. Der Hinterleib ist ziemlich halb- eiförmig 
und nicht lang, oder (bei S. 'patellaris) cylindrisch, etwas depress und lang. 
Die Beine sind nicht oder mässig lang, die Hinterhüfte« lang, die Schenkel 
wenig oder mässig dick, die Tibien mässig, die Hintertibien ziemlich stark 
compress und haben am Tarsalende je einen Sporn, von denen der an den 
Vordertibien zweispitzig ist. An den Vordertarsen sind die vier ersten Glieder 
kurz, das erste Glied der Hintertarsen ist meistens blattartig compress, bei 
zwei Arten sehr gross und dann am Streckrande mit mehreren sehr langen 
mehr oder weniger gekrümmten Borstenhaaren besetzt, die drei folgenden 
Glieder sind kurz, alle Krallen einfach. Flügelrudimente sind vorhanden oder 
fehlen. 



214 



Gustav Mayr. 



Es wäre möglich, ja es scheint mir sogar wahrscheinlich, dass diese 
Gattung mit Westwood 's Sycoscapter übereinstimme, doch bevor von der 
West wo od 'sehen Gattung nicht auch die Weibchen bekannt sind, halte ich 
es nicht für opportun, beide Genera zusammenzuziehen, um die Unsicherheit in 
der Abgrenzung der Gattungen der Feigeninsecten, von denen nur das männ- 
liche Geschlecht bekannt ist, nicht noch zu vermehren. 

Uebersicht der Arten. 

Weibchen. 

1 Die Fadenglieder länger oder mindestens so lang als dick 2 

Die Fadenglieder kürzer als dick 3. S. coccofhraustes n. sp. 

2 Stachelscheide beiläufig 4V2 mal so lang als der Körper; der unterste Theil 

des Kopfes (Mund- und Wangengegend) kurz . . 1. S. patellaris n. sp. 
Stachelscheide etwa doppelt so lang als der Körper ; der unterste Theil des 
Kopfes deutlich länger wie bei der vorhergehenden Art. 2. S. simplex n. sp. 

Männchen. 

1 Die Hinterecken des Kopfes ohne Zähnchen, der Fühlerfaden viergliederig; 

keine Flügelrudimente 2 

Die Hinterecken des Kopfes mit je einem Zähnchen; der Fühlerfaden 
fünfgliederig, Flügelrudimente vorhanden 3 

2 Siebentes Abdominalsegmeut jederseits mit einer grossen tellerförmigen Er- 

weiterung. Der Kopf IV2 mal so lang als breit oder noch etwas länger, 
der sehr breite Fühlerschaft nur IY4 mal so lang als breit, das erste Faden- 
glied an der Innenseite der Fühler wenig bauchig erweitert, das zweite 
bis vierte Fadenglied kaum dünner als die Keule ; das Mesonotum sehr 
deutlich ; das erste Glied der Mitteltarsen beiläufig so lang als die fol- 
genden Glieder zusammen und an der Endhälfte mit einigen sehr langen 
Borstenhaaren; das erste Glied der Hintertarsen der Hintertibie sehr 
ähnlich, sehr wenig schmäler wie diese, lV2mal so lang als die übrigen 
Tarsenglieder zusammen, unten sehr wenig über das Gelenk hinaus ver- 
längert, am Streckrande mit mehreren sehr langen und gekrümmten 

Borstenhaaren. Fig. 29, 30 l. S. patellaris n. sp. 

Siebentes Abdominalsegmeut ohne scheibenförmige Erweiterungen. Der 
Kopf wenig länger als breit; der Schaft etwas mehr wie doppelt so 
lang als an der Endhälfte breit, das erste Fadenglied an der Innenseite 
des Fühlers stark bauchig erweitert, die folgenden sehr deutlich dünner 
als die Keule; das Mesonotum oberflächlich nicht sichtbar; das erste 
Glied der Mitteltarsen kaum doppelt so lang als dick und ohne lange 
Borstenhaare; erstes Glied der Hintertarsen an der Streckseite stark 
blattartig erweitert, unten bis zum Gelenke zwischen dem dritten und 
vierten Tarsengliede verlängert, von Gelenk zu Gelenk gemessen beiläufig 



Feigeninsecten. 



215 



so lang als die folgenden Glieder zusammen, mit mehreren sehr langen, 
wenig oder nicht gekrümmten Borstenhaaren. Fig. 31—33. 

2. S. Simplex n. sp. 
3 Erstes Glied der Hintertarsen nicht verbreitert. Der Kopf an der Hinter- 
hälfte wenig breiter als vorne, seine Vorderecken stark abgerundet. 

Fig. 34—36 S. S. coccothraustes n. sp. 

Erstes Glied der Hintertarsen stark verbreitert, der Kopf an der Hinter- 
hälfte viel breiter als vorne, jederseits ausserhalb der Mandibelgelenke 
quer gestutzt. Fig. 37 4. S. truncatus n. sp. 



1. S. patellaris n. sp. (Fig. 29, 30). 

W.eibchen. Länge r6~2 mm. Erzgrün, öfters, besonders am Hinterleibe, 
mehr oder weniger kupferfärbig, die Mundgegend, der Fühlerschaft und die 
Beine gelb. Der Körper fein-, der Scheitel, das Pronotum und Mesonotum viel 
gröber chagrinirt, das Scutellum dicht längsstreifig chagrinirt. Der unterste 
Theil des Kopfes (Mund- und Wangengegend) sehr kurz; die Glieder des Fühler- 
fadeus länger als dick, theilweise mindestens eben so lang als dick; die Stachel- 
scheide 7— 9 5 mm. lang, also beiläufig 4^/2 mal so lang als der Körper. 

Männchen. Länge: 1-6— 1*9 mm. Rothgelb, theilweise gelb, die Man- 
dibeln mehr oder weniger dunkler, das letzte Fühlerglied weiss ; fast kahl, glatt 
und glänzend. Der Kopf mikroskopisch fein und dicht chagrinirt und weniger 
glänzend. Die Oberkiefer sind in der Fläche schwach nach oben gekrümmt (bei 
nach vorne gerichtetem Kopfe), also oben schwach concav, der Zahn in der 
Mitte des Innenrandes stets sehr deutlich. Der Kopf ist IV2 i^ial so lang als 
breit oder noch etwas länger, er ist etwas schmäler als der Thorax in der Mitte. 
Der sehr breite Fühlerschaft ist IV4 mal so lang als breit, der Faden vier- 
gliederig, sein erstes Glied an der Innenseite des Fühlers schwach bauchig er- 
weitert, das zweite bis vierte nicht oder kaum dünner als die cylindrische Keule, 
welche doppelt so lang als dick ist. Zwischen den Stirnleisten entspringt kein 
Längskielchen. Die Netzaugen sehr klein. Die Hinterecken des Kopfes ohne 
Zähnchen. Die abgerundeten Hinterecken des Pronotum sind nach hinten in der 
"Weise verlängert, dass sie an die Metaplearen stossen und das mässig grosse 
Mesonotum dazwischen liegt, welches letztere doppelt so breit als lang ist. Die 
Flügel fehlen vollständig. Der depress- cylindrische Hinterleib ist länger als der 
Thorax, doch wechselt diese Länge, je nachdem die Segmente mehr oder weniger 
in einander geschoben sind (bei getrockneten Exemplaren ist er bedeutend kürzer 
als bei in Alkohol liegenden), er ist breiter als der Thorax, sein siebentes Seg- 
ment hat jederseits eine grosse, runde und schwach concave tellerförmige 
Erweiterung, welche über den Seitenrand des Segmentes mehr oder weniger 
vorragt und vorne innen ein ziemlich kleines und rundes Spiraculum hat, in 
welcher das betrefi'ende der zwei grossen den Hinterleib durchziehenden Tracheen 
mündet ; das Endsegment ist kurz dreieckig. Das grosse erste Glied der Mittel- 
tarsen ist beiläufig so lang als die folgenden vier Glieder zusammen und an 



216 



Gustav Mayr. 



der Endhälfte mit einigen sehr langen Borstenhaaren besetzt. Das erste Glied 
der Hintertarsen ist ähnlich wie die Hintertibien geformt und sehr wenig schmäler, 
lV2"ial so lang als die folgenden Tarsenglieder zusammen, es ist sehr wenig 
über das Gelenk zwischen diesem und dem zweiten Tarsengliede hinab erweitert 
und hat am Streckrande mehrere sehr lange und gekrümmte Borstenhaare. 

Ein kleines Exemplar, welches mit den anderen gemengt war, hat das 
hintere Drittel des Kopfes ziemlich glänzend und fast glatt, das erste Glied der 
Hintertarsen schmäler als bei den anderen Individuen und nur zwei lange 
Borstenhaare. Da mir aber auch ein Stück vorliegt, welches den Uebergang ver- 
mittelt, so kann ich ersteres nur für ein weniger entwickeltes Individuum halten. 

In Früchten von F. (Sycomorus) umbellata horti Bogor. mit Blast, 
appendiculata aus dem botanischen Garten in Buitenzorg auf Java (P. Mayer 8 a) 
und von F. (Sycomorus) glomerata horti Bogor. mit Blast, fuseiceps, ebendaher 
(Graf Solms). 

2. S. Simplex n. sp. (Fig. 31—33). 

Weibchen. Länge: 1*3 — r4 mm. Der vorigen Art sehr ähnlich, die 
Mundgegend ausgebreiteter gelb, der unterste Theil des Kopfes (die Mund- und 
Wangengegend) deutlich länger. Die Stachelscheide 2*8 mm. lang, also nur etwa 
doppelt so lang als der Körper. 

Männchen. Länge: r2— l'Smm. Gelb, theilweise, besonders der Kopf, 
röthlichgelb, die Oberkiefer gelbroth mit schwarzem Innenrande; glatt, spärlich 
kurz behaart und mit wenigen sehr zerstreuten langen Haaren. Die Mandibeln 
nicht in der Fläche gekrümmt, der Zahn in der Mitte des Innenrandes stumpf, 
oder mehr oder weniger undeutlich. Der Kopf ist wenig länger als breit und 
nicht schmäler als der Thorax. Der nicht stark verbreiterte Schaft etwas mehr 
wie doppelt so lang als an der Endhälfte breit, das erste Glied des viergliederigen 
Fadens ist an der Innenseite des Fühlers stark bauchig erweitert, das zweite 
bis vierte Glied sehr deutlich dünner als die kurz-spindelförmige Keule. Zwischen 
den Stirnleistchen beginnt ein deutliches, sehr kurzes Längskielchen. Die Netz- 
augen viel grösser als bei der vorigen Art. Die Hinterecken des Kopfes ohne 
Zähnchen. Das Mesonotum oberflächlich nicht sichtbar, die Flügel fehlen ganz, der 
fast eiförmige Hinterleib nicht oder nur wenig länger als der Thorax, am vor- 
letzten Segmente mit zwei sehr kleinen runden Athemlöchern ohne der geringsten 
Spur einer scheibenförmigen Erweiterung. Das erste Glied der Mitteltarsen 
kaum doppelt so lang als dick und ohne lange Borstenhaare, das Krallenglied 
so lang als alle übrigen Glieder zusammen. Das erste Glied der Hintertarsen 
ist an der Streckseite stark blattartig erweitert, unten bis zum Gelenke zwischen 
dem dritten und vierten Tarsengliede verlängert und an dem Streckrande dieser 
Verlängerung stark bogig gekrümmt, von Gelenk zu Gelenk gemessen so lang 
oder fast so laug als die vier folgenden Glieder zusammen, mit vier sehr langen 
wenig oder nicht gekrümmten Borstenhaaren. 

In Fjrüchten von Ficus liirta Vahl, aus Tjikeumeuh bei Buitenzorg (Graf 
Solms). 



Feigeniusecten. 



217 



3. S, coccothraustes n. sp. (Fig. 34—36). 

Weibchen. Länge: 1*7 — 1*8 mm. Glänzend, grün oder mehr erzgrün, 
der Hinterleib oben mehr oder weniger kupferfärbig, die Mundgegend, der Fühier- 
schaft bis gegen die Spitze und die Beine gelb, die Flügel wasserhell; fein 
chagrinirt; kahl, das Gesicht, die Fühler und Beine behaart. Die Glieder des 
Fühlerfadens dicker als lang. Die Stachelscheide 3— 4 2 mm. lang. 

Männchen. Länge: 17—2 mm. Gelb, der Xopf mehr röthlichgelb, 
die Mandibeln bräunlichroth; der Kopf und Thorax mit sehr spärlichen, der 
Hinterleib mit viel reichlicherer kurzer PubescenZj^ überdies der Hinterrand 
des Kopfes, die Oberseite des Thorax und des Hinterleibes mit einzelnen langen 
Borstenhaaren; Kopf und Thorax glatt und glänzend. Die grossen, nach vorne 
gerichteten Oberkiefer, deren verschmälerte Basis von dem Clypeus bedeckt ist, 
haben einen fast geraden, an der Apicalhälfte bis zur Spitze bogig gekrümmten 
Aussenrand, der Innenrand hat nahe der Mitte, wo die Mandibeln am breitesten 
sind, drei mehr oder weniger undeutliche, kleine Zähne, die Spitze der Ober- 
kiefer hat bei den giössten Individuen eine schwache Einkerbung als Andeutung 
einer zweizähnigen Spitze, sie sind etwas mehr wie doppelt so lang als etwas 
hinter der Mitte breit und bei geschlossener Lage kreuzen sich die Endhälften 
derselben (P. Mayer, 1. c. Taf. XXVI, Fig. 27). Der Kopf ist gross, fast qua- 
dratisch, nur wenig länger als breit, mit gerundeten Vorderecken, er ist breiter 
als der Thorax und nach vorne gerichtet. Der Clypeus hat in der Mitte des 
Vorderrandes eine kleine Ausrandung. Der nicht dicke Fühlerschaft reicht nur 
bis zur Mitte des Kopfes und ist etwa dreimal so lang als breit, das Wendeglied 
ist so lang wie der halbe Schaft und länger als am Apicalende dick, dann folgt 
ein äusserst kleines Ringel, welches aus der Mitte des gestutzten Endes des Wende- 
gliedes hervortritt und als kurzer, sehr kleiner Cylinder sich mit dem ersten 
Fadengliede verbindet; die fünf Fadenglieder sind dicker als laug, das erste ist 
das grösste und dicker als das Wendeglied, das zweite ist das kleinste Fadenglied 
und die folgenden nehmen allmälig etwas an Grösse zu, doch ist das fünfte 
noch deutlich kleiner als das erste; die aus drei verwachsenen Gliedern gebildete 
Keule ist etwas dicker als der Faden und doppelt so lang als dick. Die ovalen 
Netzaugeu sind, relativ zu den anderen die Feigen bewohnenden nicht flug- 
fähigen Männchen, mittelgross und liegen etwas vor der Mitte der Kopfseiten. 
Der kantige Hinterrand des Kopfes endet jederseits in einen kleinen, nach aussen 
gerichteten Zahn , vor welchem eine deutliche^ Einkerbung ist (in derselben 
Weise, wie es die Abbildung von Sycoscoptella? anguliceps Westw. 1. c, PL IX. 
Fig. 67 und 68 zeigt). Der Thorax ist länger als breit, oben von vorne nach 
hinten schwach, von einer Seite zur andern mässig bogig gekrümmt. Das Pro- 
notum nimmt etwas mehr als die halbe Länge des Thorax ein, das Mesonotum 
ist nur ein Drittel so lang als das Pronotum und beiläufig dreimal so breit 
als lang, an den Seiten geht der Vorderrand bogig in den Hiuterrand über und 
daselbst ist das kleine Rudiment des Vorderflügels eingelenkt; dasselbe ist eine 
lanzettförmige, mit einigen Härchen besetzte Platte, welche etwa bis zum Hiuter- 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 28 



218 



Gustav Mayr. 



rande des Thorax reicht. An das Mesonotum stossen unmittelbar das Medial- 
segment und mehr seitlich die Metapleuren, diese letzteren sind rechteckig und 
länger als breit; das Medialsegment ist deutlich länger als das Mesonotum, 
seine Spiracula sind klein und rund. Die Vorderflügel rudimentär, Hinterflügel 
scheinen nicht vorhanden zu sein. Der spindelförmige Hinterleib hat ein kleines, 
queres erstes Segment und am siebenten Segmente zwei kleine runde Athem- 
löcher. Die Vorder- und Hinterhüften sind gross, die letzteren etwas länger als der 
halbe Thorax, die Schenkel schwach keulig, die Vordertibien sowohl am Beuge- 
wie am Streckrande mit zwei bis drei Dörnchen, die Mitteltibien am Beugerando 
mit einigen grösseren, am Streckrande mit vielen kleinen Dörnchen, die Hinter- 
tibien sind compress, sie haben einen Sporn, welcher bis zum vierten oder sogar 
bis zur Basis des fünften Tarsengliedes reicht. Das erste Glied der Hintertarsen 
ist nicht verbreitert. 

In Früchten von Ficus salicifoUa Vahl und Ficus spec. auf der Insel 
Socotra (P. Mayer, Nr. 21 und 22). 

4. S, truncatus n. sp. (Fig. 37). 

Männchen. Länge 1*8 mm. Röthlichgelb, die Mandibeln braunroth, vorne 
dunkler, den Hinterleib gelb; glatt und glänzend, spärlich kurz behaart, überdies 
der Hinterrand des Kopfes und die Oberseite des Thorax mit einzelnen langen 
Borstenhaaren, die Tibien reichlicher beborstet. Die Oberkiefer, welche an der 
Basis vom Clypeus bedeckt sind, haben in der Mitte des Innenrandes einen 
grossen, fein gekerbten, dreieckigen Zahn und die Spitze der Mandibeln ist 
schwach eingekerbt, bei geschlossenen Oberkiefern kreuzen sich die Spitzen 
derselben. Der Kopf ist fast etwas breiter als lang und hat bogig gekrümmte 
Seiten, vorne ausserhalb der Mandibeln sind die Vorderecken des Kopfes quer 
gestutzt, der quere Hinterrand des Kopfes ist kürzer als der Vorderrand, hat, 
wie bei S. coccothraustes, einen aufgeworfenen schneidigen Rand und endet 
jederseits in ein. nach aussen gerichtetes Zähnchen. Der Fühlerschaft reicht 
bis zur Mitte des Kopfes, das Wendeglied ist etwa Y2 so lang als der 
Schaft, dann folgt ein sehr kleines Ringel, die fünf Fadenglieder sind dicker 
als lang, das erste ist dicker als das Wendeglied. Die Netzaugen liegen vor der Mitte 
der Kopfseiten. Thorax und Flügelrudimente wie bei S. coccothraustes, ebenso 
die Beine, doch reicht der Sporn der Hintertibien nur bis zum dritten Tarsen- 
gliede und das erste Glied der Hintertarsen ist etwas mehr wie Vl2mal so lang 
als das Krallenglied und an der Streckseite stark blattartig verbreitert. 

In Früchten von Ficus salicifoUa Vahl auf der Insel Socotra (P. Mayer, 
Nr. 21). 

XII. Philotrypesis Forst. 

Kl. Mon. par. Hym. in Verhandl. nat. Ver. pr. Rheinl. 1878, p. 59. 
Polanisa Walk. Entomologist VIII, 1875, p. 17 (?) 
Idarnella Westw., Trans Ent. Soc. 1883, P. I, p. 37. 



Feigeiiinsecten. 



219 



Weibchen. Die Maudibeln ziemlich schmal, mit zweizähnigem, kurzen 
Kaurande. Die Kiefertaster vier-, die Lippentaster zweigliedrig (bei Ph. caricae 
und spmipes). Der Kopf ist eben so breit als der Thorax in der Mitte. Der 
Clypeus viereckig, fast quadratisch. Die dreizehngliederigen Fühler entspringen 
unmittelbar hinter den Hinterecken des Clypeus oder etwas entfernt, deren 
erstes Glied (der Schaft) ist massig lang, reicht aber nicht bis zum Hinterrande 
des Kopfes, das zweite Glied (Wendeglied) fast doppelt so lang als am Apicalende 
dick, dann folgen die drei sehr deutlichen Eingel, die fünf folgenden Glieder 
(der Faden) sind mehr oder weniger cylindrisch und nicht oder etwas länger 
als dick. Die darauf folgende aus drei verwachsenen Gliedern bestehende Keule 
ist nicht oder nur sehr wenig dicker als die Fadenglieder. Die Netzaugen liegen 
an den Seiten der Hinterhälfte des Kopfes, sind länger als die Wangen und 
bilden die stark abgerundeten Hinterecken des Kopfes. Die seitlichen Ocellen 
liegen näher den Netzaugen als dem mittleren Punktauge. Der Thorax ist etwa 
doppelt so lang als breit oder kürzer (bei Ph. minuta), er ist in der Mitte etwas 
breiter als am Pronotum und am Medialsegmente, oben von vorne nach hinten 
ohne Unterbrechung schwach gewölbt. Das grosse (bei Ph. caricae und spinosa) 
oben flachgedrückte Pronotum ist etwas kürzer oder um Weniges länger als 
das Mesonotum, dieses ist breiter als lang, mit zwei durchgehenden, nach vorne 
divergirenden, zarten oder auch undeutlich ausgeprägten Parapsidenfurchen. Das 
Scutellum ist gross, sehr wenig quer gewölbt, von vorne nach hinten fast eben, 
hinten breiter als vorne zwischen den inneren Ecken der Achseln, von denen 
das Scutellum nur durch zarte Furchen getrennt ist. Das Metanotum (Hinter- 
schildchen) tritt nur als schmale Querleiste auf. Das Medialsegment ist viel 
breiter als lang, seine Spiracula sind sehr klein und rund. Der Hinterleib zer- 
fällt in drei Theile, nämlich das Stielchen, den Haupttheil und das lange, röhren- 
förmige Apicalstück. Das vom ersten Segmente gebildete versteckte Stielchen 
ist weniger wie halb so lang als breit; der Haupttheil wird vom zweiten bis 
fünften Segmente gebildet, ist mässig gross, ziemlich spindelförmig und mehr 
oder weniger länger als der Thorax; die drei letzten Segmente bilden den 
röhrigen Apicaltheil, welcher eben so lang oder länger als der Haupttheil, dünn, 
röhrenförmig, unten mehr oder weniger geschlitzt ist und den Stachel enthält, 
sein erstes Segment ist das längste, das dritte das kürzeste. Aus der Spitze des 
Endsegmentes tritt die lange, nach unten gekrümmte Stachelscheide mit dem 
eingeschlossenen Stachel hervor (bei getrockneten Exemplaren trennen sich die 
zwei Scheidentheile und der Stachel von einander), die Stachelscheide ist be- 
haart und gegen die Spitze zu sehr schwach verdickt. 

Der Humeralabschnitt der Subcosta der Vorderflügel ist so lang als der 
Marginalabschnitt, dieser ist 4 — 5 mal so lang als der Radius, welcher wohl länger 
als bei Torymus, aber doch im Allgemeinen ziemlich kurz ist. Die Beine sind mässig 
lang, ziemlich dünn und (ausser den Hintertibien bei Ph. spinipes) unbewehrt, die 
mittleren dünner als die anderen. Die Vordertibien mit einem in zwei Spitzen 
endenden Sporne, die Mitteltibien mit einem einfachen, die Hintertibien mit zwei 
Spornen und am Beugerande mit einer Reihe schief abstehender Borstenhaare 

28* 



220 



Gustav Mayr. 



besetzt; die Vordertarsen sind ziemlich kurz, deren erstes Glied nur doppelt so lan^ 
als dick, die vier hinteren Tarsen lang. Der Körper ist äusserst fein chagrinirt 
und fast kahl, die Fühler, die Beine und der Apicaltheil des Hinterleibes behaart. 

Männchen. Der Körper ist mehr oder weniger dick und gedrungen, 
der Kopf fast quadratisch, hinten wenig breiter als vorne, die obere Fläche 
convex, die untere flach. Die starken Mandibeln nehmen vom Gelenke bis zum 
Apicalende kaum an Breite ab und sind bogig gekrümmt, sie haben einen con- 
vexen Aussen- und einen concaven Innenrand, welcher am Ende, ausser der 
Spitze und hinter derselben, zwei mehr oder weniger deutliche Zähnchen trägt, 
von welchen das hintere oft nur eingekerbt ist, oft aber in zwei deutliche 
Zähnchen endet. Die gemeinsame Fühlergrube bildet am vordersten Theile 
des Kopfes eine grosse, tiefe, dreieckige, hinten abgerundete Grube, welche am 
Grunde durch ein scharfes Kielchen in zwei Theile getheilt ist, in jedem der- 
selben nahe der hinteren Ecke der Grube entspringt ein Fühler. Diese sind 
dünn und kurz, gekniet und zehngliederig, das erste Glied (der Schaft) ist am 
Grunde massig dünn und nimmt gegen die Spitze an Dicke zu, die ziemlich 
cylindrische zarte Geissei wird gegen die Spitze sehr wenig dicker; das zweite 
Fühlerglied (das Wendeglied) ist etwas länger als dick, die folgenden sind so 
lang als dick oder dicker, die drei letzten mitsammen verwachsenen Glieder 
bilden die Keule und sind nicht oder kaum dicker als das siebente Glied. (Das 
dritte Fühlerglied zeigt bei mikroskopischer Untersuchung nahe der Basis eine 
quere Verwachsungslinie, welche darauf schliessen lässt, dass dasselbe eigentlich 
aus zwei mitsammen verwachsenen Gliedern, nämlich einem Ringel und dem 
ersten Fadengliede besteht.) Die ovalen kleinen Netzaugen liegen ziemlich nahe 
den Mandibelgelenkeu. Stirnriune und Ocellen fehlen. Am Hinterrande des 
Kopfes so wie auch an den Seiten einzelne sehr lange Borstenhaare. Der dicke 
Thorax ist so breit als der Kopf, er ist hinten etwas schmäler als vorne breit, 
seine obere Fläche ist, besonders an der Vorderhälfte, querconvex, in der Längs- 
richtung viel weniger gekrümmt. Das Pronotum nimmt etwas mehr als die 
Hälfte des Thoraxrückens in Anspruch, es ist vorne gerundet und hat einen 
bogig ausgeschnittenen Hinterrand. Das kurze Mesonotum ist etwa dreimal 
so breit als lang; jederseits unter dem abgerundeten kurzen Seitenrande, und 
zwar unter der Hinterecke ist ein feiner, behaarter (bei P7^. Garicae beiläufig 
3 mm langer) P'aden, welcher ein Rudiment der Vorderflügel ist, eingelenkt. 
Vom Metathorax ist an der Oberseite des Thorax jederseits nur ein kleines 
dreieckiges Stück (die Metapleuren) sichtbar, unter dessen vorderer Seitenecke, 
wie am Mesonotum, ein eben solcher behaarter Faden von derselben oder nahezu 
derselben Länge eingelenkt ist und dem Hinterflügel entspricht.^) Zwischen 



1) Da ich bei den Männchen von Feigeninsecten, bei welchen das Medialsegment unmittelbar 
an das MeBonotum stösst, einige Male eine feine, quere Chitinspange unter der Verbindung des 
Mesonotum mit dem Medialsegmente sah, und die seitlichen dreieckigen oder gestreckten Theile 
des Metathorax an dei Oberseite des Thorax iu der Weise mit dem Medialsegmente verwachsen 
sind, wie dies auch bei anderen Hymeuopteren vorkommt, so halte ich diese Qaerspange für das 
rudimentäre Metanotum und die seitlichen dreieckigen oder gestreckten Theile für die Meta- 



Feigeninsecten. 



221 



den Metapleuren und vorue an das Mesonotum anstossend liegt das Medial- 
segment, welches kürzer als das Mesonotum und um die Breite der Metapleuren 
schmäler ist, das Medialsegment und die Metapleuren zusammen sind jedoch so 
breit als das Mesonotum. Nahe den Seitenrändern des Medialsegmentes liegt 
je ein ziemlich kleines und rundes Spiraculum, der Hinterrand des Medial- 
segmentes ist schwach bogig. Der Hinterleib schliesst sich enge an den Thorax 
an, er ist so lang wie dieser oder kürzer, ebenso breit wie das Medialsegment 
und mit seiner allmälig verschmälerten Endhälfte bei Pä. Caricae nach ab- 
wärts und etwas nach vorne gekrümmt, bei den anderen Arten schief nach 
hinten und unten gerichtet. Die Beine sind ziemlich kurz. An den Vorder- 
beinen sind die Schenkel dick, die Tibien mässig compress, am Grunde dünn, am 
Tarsalende breit, gestutzt und mit mehreren grösseren und kleineren Dörnchen 
besetzt, die Tarsen sind deutlich zweigliederig, doch kann man bei genauerer 
Untersuchung fünf Glieder unterscheiden, von welchen die vier letzten mit- 
sammen verwachsen zu sein scheinen; das erste Glied ist sehr kurz, kaum so 
lang als dick (bis zur Einlenkung des zweiten Gliedes), es setzt sich aber nach 
dem Gelenke an der Beugeseite in ein gestrecktes, sich an die folgenden Glieder 
anschliessendes Läppchen fort, das zweite Glied ist dicker als lang und hat 
ebenfalls, sowie auch die zwei folgenden Glieder, ein solches Läppchen, das 
Endglied ist länger als die vier ersten Glieder mitsammen. An den Mittel- 
beinen sind die Tibien oben schmal, nach unten verbreitert, am Aussenrande 
mit vielen kleinen Dörnchen, am Tarsalende abgerundet, mit einem Sporne; 
die Tarsen lassen wohl fünf Glieder unterscheiden, doch scheinen bei Fh. caricae 
und spinipes die drei mittleren Glieder mit dem Endgliede so enge verbunden 
zu sein, auch dürften sie zwischen sich keine entwickelten Gelenke haben, so 
dass ich diese Glieder für mitsammen verwachsen halte (bei Ph. minuta scheinen 
die zwei Basalglieder beweglich zu sein); die vier ersten sehr kurzen Glieder 
haben so wie an den Vordertarsen je einen lappenförmigen Anhang an der 
Unterseite, das Krallenglied ist länger als die anderen Glieder mitsammen. An 
den Hinterbeinen sind die Hüften grösser als die an den vier vorderen Beinen, 
die Schenkel keulenförmig, die Tibien so wie die Mitteltibien, doch mehr compress, 
an ihrem Streckrande findet sich stets eine Reihe Dörnchen, am Apicalende 
sind zwei Sporne eingelenkt, die Tarsen sind der Anlage nach wohl fünf- 
gliederig, doch dürften nur drei Glieder, nämlich das erste, das zweite und die 
übrigen zusammen frei beweglich sein; das erste Glied ist compress, etwa 
V/^mdX so lang als dick, unten am Gelenke ausgeschnitten, so dass an dem 
Streckrande ein kurzer, stumpfer und fast zahnartiger Fortsatz mit zwei Borsten- 
haaren, die IV2— 4mal so lang sind als dieses Tarsenglied, vorkommt, an der 
Beugeseite ein läppen- oder zungenförmiger Fortsatz auftritt, wie ein solcher 



plenren. Bei den Männchen von Philotrypesis ergibt sich aber eine Schwierigkeit, indem die rudi- 
mentären Hinterflügel in die Metapleuren eingelenkt zu sein scheinen. Ich denke aber, dass die 
Flügel in die Enden der Querspange, dort, wo diese in die Metapleuren übergeht, eingelenkt sind. 
Sollte dies aber nicht der Fall sein, dann wären jene an der Oberseite des Thorax liegenden 
Seitenstücke des Metathorax, die ich als Metapleuren bezeichne, Seitenstücke des Metanotum selbst. 



222 



Gnstav Mayr. 



an den anderen Tarsen vorkommt ; das zweite Glied ist dem ersten sehr ähnlich, 
aber beiläufig nur halb so lang, das dritte und vierte Glied sind sehr klein und 
unscheinbar, das Krallenglied ist so lang als die übrigen Glieder zusammen 
oder länger. 

Uebersiclit der Arten. 

Weibchen. 

1 Der Körper ist vorherrschend röthlichgelb 2 

Der Körper ist vorherrschend braun 3 

2 Der Streckrand der Hintertibien ohne Stachelchen . 1. Ph. caricae Hass. 
Der Streckrand der Hintertibien mit einer Reihe feiner schief abstehender 

Stachelchen 2. Ph. spinipes n. sp. 

3 Braun, das Pronotum mit zwei seitlichen Flecken und die Beine gelb; 

der röhrenförmige Apicaltheil des Hinterleibes etwas länger als der 
Körper bis zur Spitze des Haupttheils des Abdomen ; der Streckrand der 
Hintertibien mit einer Reihe feiner, schief abstehender Stachelchen. 

3. Ph. himaculata n. sp. 
Schwarzbraun, etwas kupferfarbig angelaufen, die Beine gelb; der röhren- 
förmige Apicaltheil des Hinterleibes kaum halb so lang als der Körper 
bis zur Spitze des Haupttheils des Abdomen ; der Streckrand der Hinter- 
tibien ohne Stachelreihe 4. Ph. minuta n. sp. 

Männchen. 

Alle Tibien am ganzen Streckrande mit Dörnchen besetzt; Abdomen all- 
mälig spitzig endend und mit der Spitze schief nach hinten und unten 
gerichtet; der Kopf mit dem Thorax TÖ— 17 mm. lang. 2. Ph. spinipes n. sp. 

Die Vordertibien am Streckrande nur am Tarsalende mit einigen Dörnchen 
besetzt; Abdomen umgebogen und mit seinem abgerundeten oder stumpf- 
spitzigen Ende nach unten und vorne gerichtet; der Kopf mit dem 
Thorax 1*5— 1*6 mm. lang 1. Ph. caricae Hass. 

Von der vorigen Art durch die hellere Färbung und die viel geringere 
Grösse des weniger' gedrungenen Körpers (der Kopf mit dem Thorax 
nur 1 — 1*1 mm, lang), sowie durch den spitzigen schief nach hinten und 
unten gerichteten Hinterleib leicht zu unterscheiden 4. Ph. minuta n. sp. 

1. Ph, caricae Hasselquist. 

Cynips caricae Hass., Iter Palaest., Edit. C. Linnaeus, Stockh., 1757, p. 425, Q. 
Idarnella caricae Saund., Trans. Ent. Soc. Lond., 1883, P. IV, p. 385, pl. XVIH, 
Fig. 1. 

Ichneumon ficarius Cavoliui, Mem. p. serv. a stor, compl, c, d. fico etc. in Opusc, 
T. V, 1782, p. 229, 9. — P. Mayer, Zur Naturgesch. d. Feigenins,, 1882, 
p, 56r., Taf. XXV, Fig. 2 u. 5; XXVI, Fig. 1, 2, 6, 8 u. 13, 9, • 



FeigeniiiBccteii. 



223 



Chalcis centrimis Gallesio, Pom. ital., P. scient., fasc. I, Pisa, 1820, p. 99, Q . 
Phüotrypesis longicauda Forst., Kleine Mon. par. Hym., in Verhaiidl. d. nat. Ver. 
d. preuss. Kheinl., 1878, p. 60, 

AVeibchen. Länge des Körpers bis zum Ende des Haupttheiles des Hinter- 
leibes: 2'3— 2'5 mm., des röhrenförmigen Apicaltheiles des Hinterleibes: I S bis 
1*5 mm., der freien Stachelscheide: 4 mm., daher die Gesammtlänge des Körpers 
bis zur Spitze der Bohrerscheide : 7'6— 8 mm. Rothgelb, die Fühlergeissel ge- 
bräunt, der Eücken des Haupttheiles des Hinterleibes mit einer schwarzen Längs- 
linie, welche sich in der Mitte mit einer kurzen, schwarzen Querlinie kreuzt, 
die Beine gelb, fast kahl, die Fühler, die Beine und die Stachelscheide behaart; 
massig glänzend, fast glatt, nur sehr seicht und theilweise undeutlich chagrinirt 
Das Pronotum ist etwas länger als das Meson otum. Der Streckrand der Hinter- 
tibien ohne Stachelchen. Die Flügel wasserhell. 

Männchen. Länge: 1"8— r9mm. bei umgebogenem Hinterleibe, bei 
künstlich gestrecktem Hinterleibe so gross wie die folgende Art. ßothgelb oder 
mehr rostroth, die Fühler, ausser dem Schafte, und der Hinterleib blassgelb, 
Öfters auch das Mesonotum und das Medialsegment gelb. Zerstreut, fein und 
kurz behaart; glatt, glänzend, die Vorderhälfte des Kopfes mehr oder weniger 
sehr fein streifig. Der Kopf ist so lang als breit mit schwach bogig ausgeran- 
detem Hiuterrande. Die ersteren Glieder der Fühlergeissel so laug als dick. Der 
Hinterleib nach unten umgebogen und mit der Spitze nach vorne gerichtet. 
Die Vordertibien am Streckrande nur am Tarsalende mit einigen Dörnchen 
besetzt. 

Mir liegen Exemplare vor aus Früchten von Ficus carica aus Neappl 
(P. Mayer), vom Beg Dagh (4000 Fuss hoch) in Kleinasien (P. Mayer, Nr. 4) 
aus dem Kurum Valley in Afghanistan (P. Mayer, Nr. 11), ferner aus Früchten 
von Ficus persica Boiss. in Schiras in Persien (P. Mayer, Nr. 17), von Ficus 
palmata Forsk. (= serrata Forsk.) zwischen Nil und Rothem Meere. 

2. JPh, spinipes n. sp. 

Weibchen. Länge des Körpers bis zur Spitze des Haupttheiles des 
Abdomen: 2-1 mm., des röhrenförmigen Apicaltheiles desselben: TS mm., und 
der freien Bohrerscheide: 32mm., daher die Gesammtlänge bis zur Spitze der 
Bohrerscheide: 6*8 mm. Röthlichgelb, die Fühlergeissel gebräunt, der Haupttheil 
des Hinterleibes längs der Mitte der Oberseite mit einigen grossen braunschwarzen 
Punkten, der röhrenförmige Apicaltheil desselben mit einer schwarzen Längs- 
linie. Die Behaarung ist so wie bei Ph. caricae. Kopf und Thorax sind fein 
chagrinirt, der Hinterleib mit sehr seichter* solcher Skulptur. Das Pronotum 
etwas kürzer als das Mesonotum. Der Apicaltheil des Hinterleibes viel länger 
als der Haupttheil. Die Hintertibien längs des ganzen Aussenrandes mit einer 
Reihe feiner, schief abstehender Stachelchen. Die Flügel wasserhell. 

Männchen. Länge: 2 8— 3*1 mm. (mit ausgestrecktem Hinterleibe). Roth- 
gelb, die Tarsen, besonders die Hintertarsen, heller, die Mandibeln rostroth, die 



224 



Gustav Mayr. 



Fühler, mit Ausnahme des Schaftes, und der Hinterleib weissli.chgelb. An der 
Oberseite des Körpers entspringen sehr wenige, aber lange Haare, welche eine 
Länge erreichen, die im Mittel der halben Breite des Scheitels gleichkommt, 
längs des Hinterrandes des Scheitels findet sich eine ganze Eeihe solcher Borsten- 
haare (bei Ph. caricae sind diese Haare spärlicher). Glatt und glänzend, der 
Kopf um die gemeinsame Fühlergrube herum, ebenso wie bei Ph. caricae, fein 
bogig gestreift. Die Vordertibien am Streckrande mit einer Reihe Dörnchen. 

Aus Feigen von F. ( Cystogyne) subopposita Miq. aus Java und Borueo 
(P. Mayer, Nr. 9 a) und F. (Cystogyne) lepicarpa im botanischen Garten 
in Buitenzorg auf Java (Graf Solms). 

3. JPh. himaciilata ii. sp. 

Weibchen. Länge des Körpers bis zur Spitze des Haupttheiles des 
Hinterleibes: 16 mm., der röhrenförmige Apicaltheil des Hinterleibes eben so 
lang, die freie Stachelscheide 3 mm. lang. Dunkelbraun, der Fühlerschaft, die 
Seiten des Pronotum und die Beine gelb oder theilweise rothgelb. Eine Sculptur 
kann ich in Anbetracht der Aufbewahrungsart der zwei mir vorliegenden, in 
Balsam eingelegten Exemplare nicht finden, jedenfalls wäre sie eine nur sehr 
feine. An den Fühlern haben die Glieder des Fadens und der Keule theils 
ziemlich durchlaufende, theils kurze Längsriefen, welche am Ende der Glieder 
theilweise in kleine Zähnchen enden. Das Pronotum etwas kürzer als das Meso- 
notum. Die bei der Gattungsbeschreibung über das Scutellum gegebenen Details 
konnte ich bei diesen zwei Stücken nicht deutlich sehen. Der Streckrand der 
Hintertibien mit einer Reihe schief abstehender feiner Stachelchen. Die Flügel 
wasserhell. 

Aus Früchten von Ficus spec? im botanischen Garten in Buitenzorg 
(P. Mayer, Nr. 8 a). 

4. Ph, minuta ii. sp. 

Weibchen, Länge des Körpers bis zur Spitze des Haupttheiles des Ab- 
domen: 1*2— l-5mm, des Apicaltheiles des Abdomen: O S— 6, die freie Bohrer- 
scheide 13— r4 mm. Schwarzbraun, etwas dunkel kupferfärbig angelaufen, der 
Fühlerschaft und die Beine bräunlichgelb; fast kahl, die drei letzten dünnen 
Abdominalsegmente und die Beine behaart. Die Glieder des Fadens und der 
Keule mit durchlaufenden Riefen besetzt, welche die Enden der Glieder als 
spitze Zähnchen überragen. Das Pronotum ist etwas kürzer als das Mesonotum. 
Der röhrenförmige Apicaltheil des Hinterleibes kaum länger als der Haupttheil. 
Die Hintertibien nur mit einem oder mit wenigen Dörnchen. Die Flügel sind 
schwach getrübt. 

Einige Exemplare scheinen nur zwei Ringel an jedem Fühler zu haben, 
doch sieht man bei sehr genauer Untersuchung, dass das scheinbar letzte Ringel 
aus zwei mitsammen gut verbundenen Gliedern besteht. 

Männchen. Länge: TTmm. bei schief nach hinten und unten gerich- 
tetem spitzigen Hinterleibe, Kopf und Thorax mitsammen 1 — 1*1 mm. lang. 



Feigenineecten. 



225 



Der Ph. caricae ähnlich und durch die oben angegebenen Merkmale leicht zu 
unterscheiden. 

In den Früchten von Covellia Eibes Reinw. (?) aus Solkowana am Tang- 
kuban Kran bei Bandong auf Java (Graf Solms). 

XIII. Trichaulus nov. gen. 

Weibchen. Im Allgemeinen ähnlich so wie Torymus geformt. Die 
Oberkiefer ziemlich klein, gleich breit, deren Kaurand mit drei kleinen Zähnen. 
Die Kiefertaster vier-, die Lippentaster zweigliederig. Der nach unten gerichtete 
Kopf ist mit den Augen, von vorne gesehen, rundlich, doch breiter als hoch. 
Der Clypeus rechteckig und breiter als lang. Die dreizehn gliederigeu Fühler 
entspringen vom Clypeus noch etwas weiter entfernt, als dieser lang ist, sie 
stehen einander ziemlich nahe und sind durch ein schwaches, stumpfes Längs- 
kielchen von einander getrennt. Der massig lange Schaft überragt, nach oben 
gelegt, die Höhe des Kopfes, das Wendeglied ist länger als dick, an der Basis 
dünner als am entgegengesetzten Ende, darauf folgen drei deutliche Ringel, 
die fünf Fadenglieder sind ziemlich gleich gross und länger als dick, die Keule 
ist nicht dicker als die vorhergehenden Glieder, etwa doppelt so lang als das 
fünfte Fadenglied und besteht aus drei verwachsenen Gliedern; Faden und Keule 
sind mit schwachen, die Glieder nicht überragenden Riefen besetzt. Das stumpfe 
Längskielchen zwischen den Antennen setzt sich als gerader Längskiel bis zum 
vorderen Punktauge fort und ist jederseits von einer seichten Läugsfurche be- 
grenzt. Die ziemlich grossen Augen nehmen den grössten Theil der Kopfseiten 
in Anspruch, dabei sind jedoch die Wangen noch fast so lang als der Clypeus 
breit ist; vom untersten Ende der Augen zieht eine sehr feine Wangeufurche 
zu den Mandibelgelenken. Die seitlichen Ocellen sind von den mittleren mehr 
wie doppelt so weit entfernt als von den Netzaugen. Der Scheitel geht ge- 
rundet in den Hinterkopf über. Der Thorax ist nur unbedeutend schmäler als 
der Kopf, er ist dem von Torymus ähnlich geformt, an der vorderen Hälfte 
jedoch mehr abgeflacht, aber nicht so flach wie bei Philotrypesis. Das Pro- 
notum ist mässig entwickelt. Das Mesonotum ist breiter als lang, die sehr 
scharf ausgeprägten, nach vorne stark divergirenden Parapsidenfurchen stossen 
hinten an die Vorderecken des Schildchens. Dieses ist so geformt wie bei 
Torymus, doch grösser und ziemlich abgeflacht, sein Vorderrand ist ganz gerade. 
Das Metanotum (Postscuteilum) ist nur ein schmales Querband. Das Medial- 
segment ist schief abfallend, in der Mitte sehr kurz, es hat keine Kanten oder 
Furchen und besitzt jederseits ein rundes Spiraculum. Der Hinterleib, welcher 
einen sehr kleinen und besonders sehr kurzen, wohl nur unter dem Mikroskope 
sichtbaren Petiolus hat, ist kaum breiter als der Thorax, ohne (oder eigentlich 
fast ohne) röhrenförmigen Apicaltheil, nur die Hinterleibsspitze selbst umschliesst 
enge die Stachelscheide mit dem Legestachel. Die Stachelscheide ist sehr lang, 
im Bogen nach abwärts gekrümmt, reichlich behaart und am Ende schwach 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 29 



226 



Gustav Mayr. 



verdickt. Die Flügel sind behaart und bewimpert, der Margin alabschnitt ist 
kürzer als der Humeralab schnitt, der gekrümmte Eadius ist massig kurz und 
weniger als ein Drittel so lang wie der Marginalabschnitt, der Postmarginal- 
abschnitt kürzer als der Marginalabschnitt oder ebenso lang. Die Beine sind 
massig lang, nicht dick und ähnlich jenen von Torymus. Die Vordertibien vor 
dem unteren Ende mit einem an der Spitze fein gespaltenen Sporne, die langen 
und dünnen Mitteltibien mit einem, die Hintertibien mit zwei Spornen. Alle 
Tarsen sind fünfgliederig und gestreckt, deren erstes Glied ist das längste, das 
vierte das kürzeste, die Krallen einfach. 

Männchen. Dem Weibchen ungemein ähnlich, doch haben die Fühler 
nur zwei Ringel, so dass der darauffolgende Faden (funiculus) sechsgliederig 
ist, das erste Fadenglied (fünftes Fühlerglied) ist kaum so lang als dick, die 
folgenden sind so wie beim Weibchen. Der Petiolus des Abdomen ist viel deut- 
licher, aber doch noch breiter als lang. Die entwickelten Flügel wie beim 
Weibchen. (Mir liegen nur zwei in Canadabalsam eingelegte, auf der Seite 
liegende Männchen vor; unter den vielen Spiritusexemplaren fanden sich nur 
Weibchen. 

Diese Gattung mag wohl zu den Toryminen gestellt werden. 

1. T. versicolor ii. sp. (Fig. 38.) 

Weibchen und Männchen. Länge des ersteren TS— 2"6 mm., des 
letzteren TS — 2 4 mm. Gelb, der Kopf, der Hinterrand des Pronotum, das 
Mesonotum, Schildchen, Metanotum, das Medialsegment und die hintere Hälfte 
der Oberseite des Hinterleibes schön hell metallgrün oder mehr blaugrün, die 
Fühler braun mit gelbem Schafte, die Stachelscheide braun; kleine Individuen 
haben öfters die grüne oder blaugrüne Färbung nur auf einen Theil des Meso- 
notum, auf das Scutellum und Medialsegment beschränkt. Glänzend, der Kopf 
und die Oberseite des Thorax fein schuppig-chagrinirt, der Hinterleib noch 
feiner chagrinirt; kahl, die Fühler und Beine kurz behaart, der Kopf vor den 
Fühlern ziemlich reichlich, kurz, fast borstig behaart. Die Flügel wasserhell. 
Die 4—6 mm. lange Stachelscheide ist doppelt oder mehr wie doppelt so lang 
als der Körper. 

In Feigenfrüchten in Blumenau (Provinz St. Catbarina) in Brasilien 
(Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 1). 

XIV. Plesiostigma nov. gen. 

Männchen. Der Kopf länglich viereckig mit abgerundeten Ecken, vorne 
deutlich schmäler als hinten. Die kleinen Mandibeln sind ziemlich schmal und 
scheinen zweizähnig zu sein. Von den Kiefertastern sehe ich vier Glieder, von 
welchen das Endglied das längste ist, es dürfte aber noch ein fünftes, das 
Basalglied, vorhanden sein; die Lippentaster mindestens zweigliederig. Der 
Clypeus ist ziemlich klein, nicht scharf abgegrenzt, viereckig mit sehr stark 



Feigeninsecten. 



227 



abgerundeten Hinterecken. Die zwölfgliederigen Fühler entspringen knapp neben 
einander, nar durch ein Längskielchen getrennt, näher den Augen als dem Vor- 
derrande des Kopfes und mässig vom Clypeus entfernt; der Schaft ist nicht 
dick und reicht nicht ganz bis zum mittleren Punktauge, das Wendeglied deut- 
lich länger als am Apicalende dick, dann folgt ein Eingel, die Glieder des 
sechsgliederigen Fadens sind kurz, mindestens doppelt so dick als lang und 
nehmen vom ersten bis zum sechsten an Grösse zu, die aus drei verwachsenen 
Gliedern bestehende Keule ist doppelt so lang als die zwei letzten Fadenglieder 
zusammen, doch nur unbedeutend dicker als diese, die Riefen sind am Faden 
und an der Keule spärlich vertheilt und enden nicht in Spitzchen. Von den 
Fühlergelenken bis fast zum mittleren Punktauge finden sich zwei parallele, 
breite, nur durch ein schwaches Längskielchen getrennte Fühlerfurchen zum 
Einlegen der Fühlerschäfte. Die seitlichen Ocellen sind etwas weiter von den 
Netzaugen entfernt als von dem mittleren Punktauge. Die grossen, länglich 
ovalen Netzaugen liegen ziemlich in der Mitte der Kopfseiten. Der Thorax ist 
oben schwach convex, das grosse Pronotum nimmt fast den dritten Theil des 
Thorax ein; das Mesonotum ist kürzer als das Pronotum und hat zwei scharfe 
Parapsidenfurchen ; das mässig quer gewölbte Scutellum ist ziemlich rhombisch 
mit gestutzter Vorder- und abgerundeter Hinterecke, es ist etwas länger als 
breit; das Medialsegment ist nicht lang, breiter als laug, seitlich mit kleinen, 
ovalen Athemlöchern. Braune Blasen sind an der Mittelbrust unmittelbar ausser- 
halb der Mittelhüften (wie bei Nannocerus und Physothorax). Der Hinter- 
leib ist spindelförmig, kaum länger als der Thorax mit einem deutlichen 
Petiolus, welcher breiter als lang ist. Von den Hüften sind die Hinter- 
hüften die längsten, etwa doppelt so lang als dick, die Hinterschenkel sind 
schwach verdickt und haben am Beugerande nahe dem Knie einen mehr oder 
weniger undeutlichen Zahn; von den Tibien sind die mittleren dünn, die an- 
deren dicker, an den Vordertibien entspringt vor dem Tarsalende ein am Ende 
zweispitziger Sporn, an den Mitteltibien ein einfacher und an den Hintertibien 
zwei einfache Sporne; die Tarsen sind fünfgliederig, die vier ersten Glieder der 
Vordertarsen nicht oder kaum länger als dick, das Endglied doppelt so lang 
als dick, an den übrigen Tarsen sind alle Glieder länger als dick (viertes Glied 
der Hintertarsen kaum länger als dick), die ersten Glieder die längsten, die vierten 
die kürzesten, die Krallen einfach. Die Flügel gewimpert und behaart, der Mar- 
ginalabschnitt sehr lang, der Radius äusserst kurz, mit einem Knöpfchen, der 
Postmarginalabschnitt sehr kurz. 

Die Gattung hat in mancher Beziehung mit den Toryminen Aehnlichkeit, 
doch mahnt die Kopfform sehr an die des Weibchens von Tetrapus, auch die 
zwei langen breiten Furchen an der Stirn erinnern an die breite Längsfurche 
bei dieser Gattung sowohl, wie überhaupt bei den Weibchen der Agaoninen. 

L r. bicolor n. sp. (Fig. 39, 40). 

Männchen. Länge: 13 — 15 mm. Röthlichgelb, der Kopf grün, theil- 
weise etwas kupferfärbig, der mittlere Theil des Mesonotum, das Scutellum 

29* 



228 



Gustav Mayr. 



und das', Medialsegmeiit schwach grün angelaufen, der Faden und die Keule der 
Fühler schwach gebräunt, der Schaft und das Wendeglied, sowie die Beine 
gelb. Der Kopf polirt mit vereinzelten Pünktchen, der Thorax äusserst zart 
chagrinirt, der Hinterleib glatt, fast kahl; die Beine spärlich behaart. Die 
Flügel schwach angeraucht. 

In Feigenfrüchten bei Blumenau in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Baum 
Nr. 5). 

XY. Diomorus Walker. 
Entom. Mag. II, 1834, p. 159. 

D. variabilis n. sp. 

Weibchen. Länge: V8— 2-4mm. Die Mandibeln braungelb, das Gesiebt 
metallgrün, die erhöhten Abgrenzungen der Punkte mehr oder weniger blass 
kupferfarbig, oder das Gesicht grün und violett gemischt, die Fühlergruben 
schön grün, der Fühlerschaft gelb, das Wendeglied etwas dunkler, der Faden 
und die Keule braun, mehr oder weniger purpurfarbig schimmernd, die Keulen- 
spitze manchmal weisslich, Stirn und Scheitel metallgrün und violett, der Thorax 
hell nietallgrün mit mehr oder weniger Blau oder Violett untermischt, oder 
auch vorherrschend violett, das Pronotum manchmal nur vorne, oder auch an 
den Seiten gelb, der Hinterleib purpurfärbig oder mehr bronzefärbig, hinten, 
sowie an den Seiten, hell metallgrün oder violett, unten meistens gelb oder 
gelbbraun; die Beine sattgelb oder theilweise blassgelb, oder die Hüften und 
Schenkel gebrannt, die Hinterhüften oft an der Basis aussen violett angelaufen 
oder auch ganz blau und violett, die Hinterschenkel manchmal aussen grün 
oder erzfärbig angelaufen, die Hintertibien mehr oder weniger gebräunt, die 
Mittel- und Hintertarsen weisslich mit dunklerer Krallengliedspitze. Der Kopf 
ist sehr grob und dicht fingerhutartig punktirt, in jedem dieser Punkte entspringt 
ein kurzes Härchen; das Pronotum ist fein quergerunzelt mit kleineren und 
viel weniger ausgebildeten haartragenden Punkten, das Mesonotum ist so wie 
der Kopf punktirt, nur sind die Punkte weniger dicht, dafür aber etwas grösser, 
die erhöhten, netzartigen Zwischenräume sind fein chagrinirt, das Scutellum 
ist chagrinirt mit noch entfernteren Punkten, das glänzende Medialsegment 
ist nur fein chagrinirt, ebeuso der Hinterleib und die Beine. Die Kiefertaster 
sind fünf-, die Lippentaster dreigliederig. Die Fühler entspringen höher als 
bei den mir bekannten Arten dieser Gattung, etwa in der Höhe der Mitte der 
Augen; die vordere Kopffläche, in deren Mitte die Fühler entspringen, ist schwach 
convex. Das Pronotum ist ziemlich abgeflacht, auch das Mesonotum ist weniger 
convex als bei den mir bekannten Arten; die Sutur vor der Scutellumspitze 
ist meistens nicht sehr deutlich. Der Hinterrand des ersten grossen Abdominal- 
segmentes, also des zweiten Abdominalsegmentes, ist (auch beim Männchen) in 
der Mitte ausgerandet. Die stark verdickten Hinterschenkel haben an der End- 
hälfte zwei grosse Zähne, die Hintertibien sind compress und deutlich, aber 



Feigeninsecten. 



229 



nicht stark, säbelförmig gekrümmt. Die Flügel wasserhell. Die Bohrerscheide 
ist 2'5— 3 mm lang, also länger als der Körper. 

Ein Weibchen ist hochgelb und hat den Kopf, den Thorax, das Pronotum 
ausgenommen, und einen Flecken an den Hinterhüften grün, die Fühler ausser 
dem Schafte und die Eudhälfte der Hintertibien braun. Trotz dieser Abweichung 
in der Färbung dürfte dasselbe doch zu derselben Art gehören. 

Männchen. Länge: TS— 2'1 mm. Der Kopf grün mit violettem oder 
erzgrünem Scheitel, die Oberkiefer und Fühler gelb, die Geissei öfters gebräunt, 
der Thorax grün mit mehr oder weniger violetten Flecken, oder auch blaugrün 
oder violett, das Pronotum manchmal mit gelbem Vorderrande, bei kleinen 
Individuen ist es seltener, so wie das Mesonotum, gelb mit mehr oder weniger 
grünlichem Schimmer, der Hinterleib ist blaugrün oder braun, oben mehr oder 
weniger kupferfärbig, an der Spitze öfters gelb, die Beine gelb, die Hüften 
blau- oder erzgrün, die Vorder- und Hinterschenkel aussen gebräunt und öfters 
etwas erzgrün angelaufen, die Hintertibien bei grösseren Individuen gebräunt, 
die Hintertarsen weisslich; bei kleinen Individuen sind die Beine oft ganz gelb. 
Bei kleinen Männchen sind die Punkte am Gesichte auch relativ viel kleiner, 
auf der Stirn und am Scheitel verschwinden die Punkte manchmal ganz, die 
Oberfläche wird glatt und nur zwischen den Ocellen zeigt sich eine feine 
Chagrinirung; am Pronotum, Mesonotum und Scutellum sind die Punkte viel 
mehr zerstreut wie beim Weibchen^ dem Scutellum kann sogar die ganze Sculptur 
fehlen und dasselbe polirt und stark glänzend sein. 

In den Früchten von Feigenbäumen bei Blumenau in Brasilien (Dr. Fritz 
Müller, Bäume Nr. 2, 3 und 5). 

XVI. Deeatoma Spinola. 

Ann. Mus. XVII, 1811. 

1. Z>. longiramulis n. sp. 

Weibchen 2*1 mm., Männchen I V— 2-1 mm. lang. Das Weibchen röth- 
lichgelb, die Längsgrube des Medialsegmentes schwarz, der Hinterleib oben 
mit einer schmalen hellbraunen, mehrfach unterbrochenen Längslinie; das 
Männchen ebenfalls röthlichgelb, die Fühler schwach gebräunt, die Basalhälfte 
des Schaftes gelb, der Scheitel, ein breiter Längsstreifen am Pronotum, das 
Mesonotum ausser den Seiten zunächst den Flügelgelenken, die Achseln, das 
Scutellum, die Längsgrube am Medialsegmente schwarzbraun, das letztere an 
den Seiten der Basis rothgelb oder braun, der Petiolus braun oder mit einem 
schwarzbraunen Längsstreifen, der Hinterleib oben mit einem deutlichen oder 
auch sehr undeutlichen schwarzbraunen Längsstreifen, im letzteren Falle die 
Hinterleibsspitze schwarzbraun. Die Fadenglieder beim 9 so lang als dick, das 
erste länger, beim cT alle Glieder länger als dick. Der Scheitel und die Ober- 
seite des Thorax beim 9 stärker, beim cT seichter (sowie bei aequiramulis) 
dicht fingerhutartig punktirt, die Punkte in der Mitte genabelt und mit je 



230 



Gustav Mayr. 



einem daselbst entspringenden Härchen. Das Medialsegment mit einer tiefen, 
furchenartigen Längsgrube, welche hinten wenig schmäler wird. Der Petiolus 
beim Q etwas länger als dick, beim cT 2V2 mal so lang als dick. Der Hinterleib 
glatt. Die Flügel ohne Rauchflecken, der Radius deutlich länger als das braune 
Pterostigma. 

Ein Weibchen und zwei Männchen. 

In Feigenfrüchten in Blumenau, Provinz St. Catharina (Dr. Fritz Müller, 
Baum Nr. 2). 

2. D, aequiramulis n. sp. 

Weibchen TS mm., Männchen 1*2 mm. lang, ßöthlichgelb, die Beine 
gelb, der Faden und die Keule der Fühler beim Q etwas gebräunt, ein schwarz- 
brauner Querstreifen verbindet dieOcellen, am Thorax zieht ein beim 9 schmälerer, 
beim bis fast zu den Flügelgelenken verbreiteter schwarzbrauner Längs- 
streifen vom hinteren Drittel des Pronotum bis nahe zum hinteren Ende des 
Thorax, am Scutellum ist er verbreitert und nimmt den grössten Theil des- 
selben ein, am Medialsegmente färbt er nur die Längsgrube, der Hinterleib 
oben mit einem schwarzbraunen Längsstreifen, der beim 9 in der Mitte am 
breitesten ist und beim cT sich vor der Hinterleibsspitze ausbreitet. Die Be- 
haarung ist sehr kurz. Der Kopf ist fein gerunzelt, der Thorax oben mit grossen 
sehr flachen Punkten, welche in der Mitte genabelt sind, am Medialsegmente 
sind die Punkte oder besser die erhöhten börstchenartigen Begrenzungen der 
kleinen, runden in der Mitte genabelten flachen Stellen stärker entwickelt; der 
Hinterleib ist glatt. Die Fadenglieder sind beim 9 sehr wenig dicker als lang 
oder so lang als dick, das erste Glied länger als dick, beim sind alle Faden- 
glieder länger als dick. Das Medialsegment hat eine ziemlich stark vertiefte, 
nach hinten verschmälerte Längsgrube. Der Petiolus ist beim 9 etwas dicker 
als lang, beim fast dreimal so lang als dick. Die Vorderflügel zunächst dem 
Pterostigma beim 9 niit einem kleinen, gebräunten Flecke, der Radius so lang 
als das braune Pterostigma. 

Mir liegen nur zwei (j^ und ein 9 vor. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 3 und 5). 

3. I>. breviramulis n. sp. 

Weibchen 1-3— 16 mm., Männchen 13 mm. lang. Das Weibchen ist 
röthlichgelb, mit gelben Beinen, Faden und Keule der Fühler gebräunt, ein 
dunkelbrauner kleiner Querstreifen, welcher die Ocellen verbindet, ist vor- 
handen oder fehlt, am Thorax ist bei den lichtesten Exemplaren nur ein kleiner 
rundlicher Fleck am Scutellum schwarzbraun, oder dieser Fleck nimmt den 
grössten Theil des Scutellum ein, wozu sich auch öfters ein solcher Fleck an 
den Achseln und am hinteren Drittel des Mesonotum gesellt, der Hinterleib 
hat oben einen mehr oder weniger deutlichen, in der Mitte meistens breiteren 
braunen Längsstreifen. Das Männchen ist röthlichgelb mit schwach gebräunten 
Fühlern und hellgelben Beinen, der Scheitel ist ganz braun, das Mesonotum 



Feigeninsecten. 



231 



mit Ausschluss der Seiten, das Scutellum, sowie auch die Basis und die Seiten 
des Medialsegmentes schwarzbraun, das Pronotum mit mehreren braunen Flecken, 
der Hinterleib braun, die Hinterhüften mit einem braunen Flecken. Ein zweites 
mir vorliegendes Männchen hat am Thorax nur das Scutellum braun und an 
der Oberseite des Hinterleibes das Enddrittel schwarzbraun, vorne sind nur 
zwei braune Querflecken. Das zweite bis fünfte Fadenglied beim Q so lang als 
dick, das erste länger, beim (f alle vier Fadeiiglieder länger als dick. Der 
Kopf und die Oberseite des Thorax nur fein chagrinirt, ohne genabelte Punkte, 
das Medialsegment sehr grob und scharf genetzt, der Hinterleib glatt. Das 
Medialsegment ohne deutliche Längsgrube. Der Petiolus beim Q zweimal, beim 
mehr wie dreimal so lang als dick. Der Radius kürzer als das braune Ptero- 
stigma, dieses innen etwas braun umsäumt. 

Mir liegen nur mehrere Q und zwei cT vor. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 3, 4 
und 5). 

Diese drei Arten sehen der europäischen D. mellea Walk, sehr ähnlich. 
Durch den Radius, welcher bei J). mellea kürzer als das Pterostigma ist, stimmt 
diese Art mit D. hreviramulis überein, unterscheidet sich aber von dieser ins- 
besondere durch die weniger fein gerunzelte und theilweise undeutlich mit ge- 
nabelten Punkten besetzte Oberseite des Thorax, durch das mit einer scharfen, 
gleichbreiten Längsfurche versehene Medialsegment, den Petiolus, welcher beim 
9 l\i2^Si'l, beim zweimal so lang als dick ist, und durch die Vorderflügel, 
welche vom Pterostigma bis zur Mitte des Flügels einen mehr oder weniger 
deutlichen Rauchfleck haben. 

D. xanthomelas Boh. {Neesi Forst.) ist den vier hier besprochenen Arten 
wohl auch sehr ähnlich, ist aber durch mehrere sehr lange, dornähnliche starke 
Borsten am Streckrande der Hintertibien ausgezeichnet, während D. mellea und 
die drei brasilianischen Arten viel kürzere und feinere schief abstehende Borsten 
haben. 

Die drei in Feigen in Brasilien lebenden Arten lassen sich in folgender 
Weise übersichtlich unterscheiden: 

Der Radius sehr deutlich länger als das Pterostigma ; Thorax oben ziemlich 
scharf fingerhutartig punktirt, beim viel seichter; die Längsgrube 
am Medialsegmente nach hinten wenig verschmälert; Petiolus beim Q 
etwas länger als dick, beim cf 2V2 mal so lang als dick. 

1. D. longiramulis n. sp. 
Der Radius so lang als das Pterostigma; Thorax oben mit sehr flachen, 

in der Mitte genabelten Punkten; Medialsegment mit einer tiefen, 
hinten fast spitzig endenden Längsfurche; Petiolus beim 9 etwas 
dicker als lang, beim fast dreimal so lang als dick. 

2. D. aequiramulis n. sp. 
Der Radius kürzer als das Pterostigma; Thorax oben nur fein chagrinirt; 

Medialsegment ohne abgegrenzte Längsgrube; Petiolus beim 9 doppelt, 
beim mehr wie dreimal so lang als dick. 3. D. hreviramulis n. sp. 



232 



Gustav Mayr. 



XVII, Heterandrium nov. gen. 



Weibchen und geflügelte Männchen. Der Kopf ist nach unten ge- 
richtet, gerundet-viereckig, von oben gesehen quer, nicht oder kaum breiter als 
der Thorax in der Mitte. Die viereckigen Mandibeln haben einen zwei- bis 
dreizähnigen Kauraud, der hintere Zahn ist mehr oder weniger undeutlich. Der 
kleine Clypeus ist gerundet-viereckig und am Vorderrande ausgeschnitten. Die 
nahe neben einander entspringenden, durch ein kleines Kielchen von einander 
getrennten Fühler sind näher dem Clypeus als den Netzaugen eingelenkt, sie 
sind eilf- bis dreizehngliederig, ihr Schaft ist mässig lang, ziemlich dünn und 
reicht bis in die Nähe des vorderen Punktauges; das Wendeglied ist länger 
als am Apicalende dick; auf ein bis zwei Ringel folgt der fünf- bis sechs- 
gliederige Faden, dessen Glieder kurz cylindrisch, höchstens so lang als dick 
sind und sehr wenig vom ersten bis zum letzten Gliede an Grösse zunehmen, 
sie sind reichlich mit Riefen besetzt, welche die Glieder als spitze Zähnchen 
überragen; die Keule besteht aus drei verwachsenen Gliedern, ist etwa dreimal 
so lang als das letzte Fadeuglied, kaum dicker wie dieses und mit Riefen 
besetzt. Die Stirn ist beim Weibchen der Länge nach mässig vertieft, beim 
Männchen nur vorne eingedrückt. Die seitlichen Punktaugen sind den Netz- 
augen näher als dem mittleren Punktauge. Die mässig grossen Netzaugen liegen 
an den Kopfseiten und reichen bis zum Hinterrande des Kopfes. Der länglich- 
viereckige Thorax ist in der Mitte etwas breiter als vorne und hinten, er ist 
oben von vorne nach hinten deutlich gekrümmt, das nicht kleine Pronotum ist 
kaum doppelt so breit als lang, beim Männchen länger als beim Weibchen. 
Das Mesonotum ist nicht lang, aber doch länger als das Pronotum. Die feinen, 
aber deutlichen Parapsidenfurchen stossen an den Vorderrand oder an die 
Vorderecken des Scutellum, sie sind etwas bogig gekrümmt und divergiren stark 
nach aussen. Das Scutellum ist gross und schwach gewölbt mit stark abgerun- 
deter Hinterecke, es ist dreimal so lang als die kurzen Achseln. Das Metanotum 
ist ein schmaler Querstreifen. Das Medialsegment ist in der Mitte kurz oder 
mässig lang, jederseits mit einem runden Athemloche. Der Hinterleib ist nicht 
lang, sein erstes Segment, der Petiolus, ist beim Weibchen sehr kurz, beim 
Männchen länger, aber doch noch breiter als lang, die Stachelscheide ist be- 
haart und kürzer als der Hinterleib. Der Marginalabschnitt der gewimperten 
Vorderflügel ist etwas kürzer als der Humeralabschnitt , der Radius, welcher 
halb oder weniger wie halb so lang ist als der Marginalabschnit, ist mässig lang 
mit einem Knöpfchen am Ende und daselbst mit einem meistens deutlichen 
Seitenästchen, der Postmarginalabschnitt länger als der Radius. Die unbewehrten 
Beine sind mässig lang und ziemlich dünn, deren Vorder- und Hinterschenkel 
schwach verdickt; die Vordertibien mit einem etwas gekrümmten, am Ende 
zweispitzigen Sporne, sie sind nach dem Ursprünge des letzteren verschmälert; 
die Mitteltibien sind dünn, mit einem geraden dornförmigen Sporne, die Hiuter- 
tibien deutlich verbreitert, sehr schwach gekrümmt und mit einem ziemlich 



Feigeninsecten. 



23,3 



laugen und einem kürzeren Sporne, am Beugerande der Hiutertibien sitzen 
gleichlange, gleichmässig schief abstehende und gleichweit gestellte Börstchen 
und am Aussenrande nicht so regelmässig vertheilte und nicht lange Borsten- 
haare, nur das Männchen von H. uniannulatum hat unter diesen an der Basal- 
hälfte eine sehr lange Borste, welche mindestens halb so lang ist als die Tibie 
und ein Analogon der langen Borsten bei den ungeflügelten Männchen ist. Die 
Tarsen sind fünfgliederig; an den Vordertarsen ist das erste Glied höchstens 
so lang als das Endglied, das vierte ist das kürzeste, an den übrigen Tarsen 
ist das erste Glied das längste. 

Ungeflügelte Männchen. Der schief nach vorne und unten ge- 
richtete Kopf ist grösser als bei den Geflügelten, fast quadratisch mit abgerun- 
deten Ecken, breiter als der Thorax und hinten etwas breiter als vorne. Die 
Oberkiefer sind ziemlich schmal, grösser als bei den Geflügelten, deutlich ge- 
krümmt, am Ende vorne mit einem kleineren geraden und hinten mit einem 
grösseren, gekrümmten spitzigen Zahne. Der Clypeus ist klein und erhöht. Un- 
mittelbar an den Seitenrändern des Clypeus und nahezu am Mundrande ent- 
springen die geknieten Fühler, welche zehngliederig sind, ihr Schaft ist laug, 
aber doch viel kürzer als der Kopf, das Wendeglied sehr gross, am Grunde dünn, 
gegen die Spitze allmälig dicker, etwa doppelt so lang als am Ende dick, es 
ist kein Ringel vorhanden, die fünf Fadenglieder sind kurz, dicker als lang (das 
erste Glied so lang als dick oder dicker) und ohne Riefen, die erstereu Glieder sind 
dünner als das Wendeglied, die spindelförmige Keule besteht aus drei verwachsenen 
Gliedern und ist etwas dicker als das fünfte Fadenglied. Hinter dem Clypeus ist 
der Kopf eingedrückt zur Aufnahme der Basalhälfte der Fühlerschäfte. Keine Spur 
von Stirnleisten, einer Stirnrinne oder von Ocellen. Die Netzaugen sind klein (im 
Verhältnisse zur Grösse des Kopfes, sowie auch im Vergleiche mit den Augen der Ge- 
flügelten) und an den Seiten der Vorderhälfte des Kopfes gelegen. Am Scheitel findet 
sich (wenigstens bei H. longipes und nudiventre) eine sehr deutliche Bogenfurche, 
welche nahe dem Hinterrande des Kopfes liegt, jederseits eine Strecke an den 
Seiten des Kopfes in der Richtung nach vorne zieht und in welcher eine Reihe 
langer Borstenhaare inserirt ist. Wenn der Kopf stark gegen die Brust herunter- 
gebogen ist, so sieht man, dass er am Thoraxgelenke bogig ausgerandet ist. 
Der Thorax ist vorne am breitesten, nach hinten allmählig etwas schmäler und 
hinten am schmälsten, er ist oben von vorne nach hinten schwach convex, 
ebenso von einer Seite zur anderen und hat keine Eindrücke; das Pronotum 
und Mesonotum haben (wenigstens bei H. parviventre) scharfe Seitenräuder, 
unter diesen nimmt der Thorax rasch an Breite ab, so dass besonders die Vorder- 
brust viel schmäler ist als der Vorderrücken; dieser ist gross, viereckig, etwas 
breiter als lang, mit abgerundeten Vorderecken und etwas nach hinten ver- 
längerten Hinterecken^ hinter seinem Vorderrande findet sich eine quere Reihe 
langer Borstenhaare. Das Mesonotum ist breiter als lang; ein Scutellum ist 
nicht vorhanden ; vom Metathorax sind oben nur die zwei länglichen Metapleuren 
sichtbar, welche, das Medialsegment zwischen sich fassend, von diesem durch 
eine feine bogige Furche getrennt sind; an diesen Furchen liegen die kleinen 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abli. 30 



234 



Gustav Mayr, 



Athemlöcher. Die Metapleiiren und das Medialsegment sind, von oben gesehen, 
ziemlich quadratisch, der Hinterrand des Medialsegraentes ist ausgerandet, in 
welcher Ausrandung das Gelenk für den Hinterleib liegt ; zu beiden Seiten dieser 
Ausbuchtung liegen im hintersten Theile des Metathorax die nach hinten gerich- 
teten grossen Gelenkspfannen für die Hinterhüften, zwischen denen der vorne 
schmälere, hinten breitere, oben etwas convexe Petiolus liegt, das übrige Abdomen 
ist länglich eiförmig, oben abgeflacht und etwas nach unten gekrümmt. Die 
grossen Hinterhüften sind so lang als das Mesonotum mit dem Medialsegmente; 
die Schenkel sind massig verdickt; die an der Basis dünnen Vordertibien ver- 
breitern sich allmälig gegen das Ende, sind daselbst abgerundet und tragen 
vor dem Ende einen gekrümmten Sporn, sowie auch einige Dornen; das erste 
Glied der Vordertarsen nicht oder nicht viel länger als dick, die drei folgenden 
kürzer^ das Endglied etwa doppelt so lang als dick. Die Mitteltibien sind länger 
als die Vordertibien und nach unten weniger verbreitert, am Streckrande an 
der Basalhälfte meistens mit zwei, selten mit mehr sehr langen Borstenhaaren, 
nahe dem Tarsalende mit mehreren Dornen und mit einem langen Sporne; die 
Mitteltarsen länger als die Vordertarsen, deren erstes Glied länger oder kürzer 
als das fünfte Glied. Die Jlintertibien sind schwach säbelförmig gekrümmt, 
gegen das Tarsalende allmälig verbreitert, sie haben einige sehr lange Borsten- 
haare, das Tarsalende gestutzt mit zwei langen Spornen und einigen kürzeren 
Dornen; das erste Glied der ziemlich oder massig langen Hintertarsen schwach 
oder ziemlich stark säbelförmig gekrümmt, am Streckrande mit einigen sehr 
langen Borstenhaaren, die drei folgenden Glieder ziemlich dünn und kürzer als 
das erste, das Endglied kürzer als das erste Glied. Von Flügeln findet sich 
keine Spur. 

üebersicht der Arten. 

1 Flügellos 2 

Mit entwickelten Flügeln 4 

2 Abdomen klein, kürzer als der Thorax; erstes Glied der Hintertarsen 

deutlich mindestens so lang als die halbe Hintertibie 3 

Abdomen mässig gross, länger als der Thorax; erstes Glied der Hinter- 
tarsen deutlich kürzer als die halbe Hintertibie; zweites Glied der Hinter- 
tarsen ohne lange Borstenhaare; Abdomen oben mit sehr langen Bor- 
stenhaaren 3. H. uniannulatum n. sp. 

3 Abdomen oben mit sehr langen Borstenhaaren; erstes Glied der Hinter- 

tarsen zwei Drittel so lang als die Hintertibie, zweites Glied mit zwei 

sehr laugen Borstenhaaren 1. H. longipes n. sp. 

Abdomen oben ohne lange Borstenhaare; erstes Glied der Hintertarsen nur 
halb so lang als die Hintertibie, zweites Glied ohne lange Borstenhaare 

2. H. nudiventre n. sp. 

4 Fühler mit einem Ringel; Thorax am vordersten Theile mit zwei kurzen, 

schwarzen Längsstrichelchen; Abdomen oben mit zwei braunen Quer- 
binden S. H. uniannulatum n. sp. 



Feigeninsecten 



235 



Fühler mit zwei Ringeln 5 

5 Faden der Fühler fünfgliederig; Thorax am vordersten Theile mit zwei 
kurzen, schwarzen Längsstrichelchen; Scutellumspitze und zwei Quer- 
binden an der Oberseite des Abdomen lichtbraun 

4. H. biannulatum n. sp. 
Faden der Fühler sechsgliederig; der rothgelbe Thorax ohne schwarze 
Längsstrichelchen; Abdomen oben mit einem breiten, schwarzbraunen 
Längsstreifen , ... 5. IT. 13-articulatum n. sp. 

1. JBT. longipes n. sp. 

üngeflügeltes Männchen. Länge: 1*8 — 2mm. Rothgelb, die Fühler 
und Beine heller, der Hinterleib blassgelb, der Thorax vorne ohne schwarze 
Strichelchen. Kopf und Thorax sind mit einer sehr kurzen und feinen Pube- 
scenz, der Hinterleib und die Beine mit längeren feinen Haaren bekleidet; 
überdies finden sich enorm lange, aus schwarzen Punkten entspringende Bor- 
stenhaare vor, welche bereits in der Genusbeschreibung besprochen sind und 
allen mir bekannten flügellosen Männchen dieser Gattung zukommen, ausserdem 
aber noch einige solche an der Oberseite des Abdomen und zwei an dem 
zweiten Gliede der Hintertarsen. Kopf und Thorax sind äusserst fein cha- 
grinirt und überdies sehr fein punktirt, aus welchen Punkten die kurzen Här- 
chen entspringen. Der Hinterleib ist klein und kürzer als der Thorax, sein 
Petiolus (erstes Segment) birnförmig, etwas länger als hinten breit. Ein Sporn 
der Hintertibien ist an der Spitze gekrümmt. Das erste stark gekrümmte Glied 
der Hintertarsen ist zwei Drittel so lang als die Hintertibie. 

Aus Feigenfrüchten in 'St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Bäume Nr. 3, 4 und 5). 

2. H, nudiventre ii. sp. (Fig. 41, 42). 

Ungeflügeltes Männchen. Länge: 1*4 — 15 mm. Röthlichgelb, die 
Fühler, der Hinterleib und theilweise die Beine blassgelb. Die Behaarung wie 
bei der vorigen Art, nur mit dem Unterschiede, dass der Hinterleib keine langen, 
abstehenden Borstenhaare hat und auch sonst fast kahl ist, und dass das zvreite 
Glied der Hintertarsen keine langen Borstenhaare hat. Die Sculptur des Kopfes 
und des Thorax zeigt fast nur eine äusserst feine Punktirung. Der kleine 
Hinterleib ist kürzer als der Thorax, sein Petiolus schmal und länger als breit. 
Der kleinere Sporn der Hintertibien ist an der Spitze gekrümmt; das erste 
Glied der Hintertarsen ist stark gekrümmt und 72^113,1 so lang als die Hintertibie. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 2, 6 und 8). 

3. H, uniannulatum n. sp. (Fig. 43, 44). 

Weibchen und geflügeltes Männchen. Länge: l'ö— 17 mm. Röth- 
lichgelb, die Beine heller, der Fühlerfaden ganz oder dessen Endhälfte und die 

30* 



236 



Gustav Mayr. 



Keule beim Weibchen stets, beim Männchen manchmal gebräunt, die Vorder- 
brust oben vorne, ganz nahe dem Kopfgelenke, mit zwei kurzen, schwarzen 
Strichelchen, welche theilweise durch den Vorderrücken gedeckt sind und des- 
halb in Canadabalsam-Präparaten in ihrer ganzen Ausdehnung, an getrockneten 
Exemplaren nur theilweise, gesehen werden können; der Hinterleib hat beim 
Weibchen an der Oberseite am zweiten Segmente ein braunes Querband, welches 
sich nach hinten als schmaler Längsstreifen fortsetzt und hinter der Mitte des 
Abdomen wieder ein Querband bildet, beim Männchen ist am zweiten Segmente 
ein braunes Querband und die drei letzten Segmente sind ganz braun; die 
Stachelscheide ist dunkelbraun, die Vorderflügel haben an der Basalhälfte ein 
breites, bräunliches Querband, die Endhälfte des Vorderflügels ist bei einem mir 
vorliegenden Männchen angeraucht. Sehr zerstreut abstehend braun behaart, 
die Fühler, Beine und die Stachelscheide reichlich behaart; die Hintertibien 
haben beim Männchen am Streckrande manchmal ein sehr langes Borstenhaar, 
das erste Glied der Hintertarsen hat ein bis drei lange Borstenhaare. Kopf und 
Thorax sind fein und seicht chagrinirt, der Hinterleib ist fast glatt. Die eilf- 
gliederigen Fühler haben nur ein Ringel und einen fünfgliederigen Faden. 
Die Stachelscheide ist so lang wie der Thorax oder wie zwei Drittel des 
Hinterleibes. 

üngeflügeltes Männchen. Länge 19 mm. Eöthlichgelb, der Thorax 
vorne, nahe dem Kopfgelenke, mit zwei schwarzen Längsstrichelchen wie bei 
den Geflügelten, Abdomen mit einem breiten, braunen Längsstreifen. Der Körper 
scheint fast glatt zu sein, Kopf, Thorax und Hinterleib mit sehr kurzer, feiner 
Pubescenz; die sehr langen, aus schwarzen Punkten entspringenden Borsten- 
haare am Kopfe, am Thorax, an den Mittel- und Hintertibien, sowie am ersten 
Gliede der Hintertarsen sind so wie oben bei den Gattungsmerkmalen angegeben 
ist, die Oberseite des Hinterleibes vor dem Hinterrande der einzelneu Segmente 
mit einzelnen sehr langen Borstenhaaren, das zweite Glied der Hintertarsen hat 
ein nicht sehr langes Borstenhaar, die Augen sind grösser als bei den zwei 
ersten Arten. Der Hinterleib ist länger als der Thorax, sein Petiolus ist hinten 
breiter als vorne und scheint nicht länger als hinten breit zu sein. Das erste 
Glied der Hintertarsen ist sehr wenig gekrümmt und kaum Vs^ö^l so lang als 
die Hintertibie. 

Die Beschreibung des ungeflügelten Männchens habe ich nach einem ein- 
zigen, in Canadabalsam conservirten Exemplare entworfen; in demselben Prä- 
parate finden sich noch zwei andere Exemplare, welche durch einen kleineren 
Kopf und etwas grössere Augen abweichen, dadurch dem geflügelten Männchen 
sich nähern, im Uebrigen aber vollkommen mit dem beschriebenen Stücke über- 
einstimmen. Da mir eben nur diese drei Stücke vorliegen, so konnte ich manchen 
Vergleich mit den zwei zuerst beschriebenen Arten nicht durchführen, da manche 
Merkmale in Folge der grossen Durchsichtigkeit und der ungünstigen Lage der 
Balsampräparate nicht zu sehen sind. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Bäume 
Nr. 8 und 4). 



Feigenineecten. 



237 



4. JT. hianuulatiim n. sp. 

Weibchen und geflügeltes Männchen. Länge des ersteren r2— 16, 
des letzteren 8 — l"5mm. Gelb, theilweise röthlichgelb, zwei kurze Längsstrichel- 
chen am vordersten Theile des Thorax schwarz, zwei Querbinden an der Oberseite 
des Hinterleibes braun, die Scutellumspitze meistens gebräunt, der Fühlerfaden und 
die Keule bei den Weibchen gebräunt, die Stachelscheide ist schwarzbraun. Die 
Flügel ziemlich wasserhell, beim Männchen ein deutliches oder verwischtes 
bräunliches Querband an der Basalhälfte des Vorderflügels. Die Behaarung am 
Kopfe und Thorax sehr spärlich, am Hinterleibe hinten und unten weniger 
spärlich, Fühler und Beine reichlich behaart, lange Borstenhaare fehlen voll- 
kommen. Der Körper ist sehr fein chagrinirt, besonders beim Männchen, theil- 
weise glatt und glänzend. Die Fühler haben zwei gleich grosse Ringel und 
einen fünfgliederigen Faden, daher im Ganzen zwölf Glieder. Die Stachel- 
scheide ist ^l^viidX so lang als der Hinterleib, kürzer als der Thorax, 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 2). 

5. Jff. 13-articulatum n. sp. 

Weibchen. Länge: 2mm. Rothgelb, die Oberseite des Hinterleibes mit 
einem schwarzen Längsstreifen, die Flügel wasserhell. Kopf, Thorax und Hinterleib 
fast unbehaart und sehr fein chagrinirt, Fühler und Beine behaart. Die Fühler 
haben zwei Ringel, deren zweites grösser ist als das erste, und einen sechs- 
gliederigen Faden, dessen Glieder etwas kürzer sind als bei den Geflügelten der 
zwei vorhergehenden Arten, auch treten die Spitzen der Riefen mehr vor. Die 
Stachelscheide ist zwei Drittel so lang als der Hinterleib und kürzer als der 
Thorax. 

Ein einziges Exemplar in Canadabalsam eingelegt. In Feigenfrüchten in 
vSt. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 6). 

Es wäre möglich, dass dieses Weibchen zu H. nudiventre gehöre, da 
letztere Art auch auf dem Feigenbaume Nr. 6 gesammelt wurde und beide 
einen kahlen oder respective fast kahlen Hinterleib haben. Da ich aber sonst keine 
Anhaltspunkte habe, so kann ich die Zusammenziehung in eine Art nicht 
rechtfertigen. 

XVIII. Colyostichus nov. gen. 

Weibchen und Männchen. Der Kopf nach unten gerichtet, von vorne 
gesehen gerundet viereckig, von oben quer, nicht oder kaum breiter als der 
Thorax in der Mitte. Die viereckigen Oberkiefer haben einen dreizähnigen Kaurand, 
deren hinterer Zahn sehr stumpf und undeutlich ist. Die Kiefertaster sind vier-, 
die Lippentaster zweigliederig. Der Clypeus ist klein, viereckig mit stark ab- 
gerundeten Hinterecken und ausgerandetem Vorderrande. Bald hinter dem Clypeus 
erhebt sich ein Kielchen, welches die beiden einander sehr nahe liegenden 



238 



Gustav Mayr. 



Fühlergelenke trennt und in geringer Entfernung hinter diesen endet. Die zwölf- 
gliederigen Fühler sind dem Clypeua viel näher als den Netzaugen. Der massig 
lange Schaft reicht bis in die Nähe des mittleren Punktauges; das Wendeglied 
ist länger als dick, diesem folgen zwei kurze Ringel; der Faden ist fünf- 
gliederig, die kurz cylindrischen Glieder sind höchstens so lang als dick und 
mit wenigen Riefen besetzt, welche die Glieder nicht oder kaum überragen; 
bei den mir bekannten Männchen, sowie bei dem Weibchen einer Art ( C. brevi- 
caudis) ist das zweite Fadenglied nur ringförmig, so dass man den 
Fühlerfaden, wenn man ihn nur mit einer Loupe untersucht, sehr leicht für 
nur viergliederig halten könnte; die aus drei verwachsenen Gliedern gebildete 
Keule ist wenig dicker als der Faden. Die Stirn und der Scheitel sind bei den 
Weibchen längs der Mitte massig vertieft, bei getrockneten Exemplaren wird 
diese Vertiefung durch Einschrumpfung oft zur breiten und tiefen Furche. Die 
seitlichen Punktaugen sind den Netzaugen näher als dem vorderen Punktauge. 
Die Netzaugen stehen an den Kopfseiten und reichen bis zu den gerundeten 
Hinterecken des Kopfes. Der länglich viereckige Thorax ist in der Mitte etwas 
breiter als vorne und hinten. Das Pronotum ist mehr wie doppelt so breit als 
lang, vorne steil aufsteigend, dann nahezu horizontal, beim Männchen ist der 
obere horizontale Theil viel grösser als beim Weibchen. Das Mesonotum ist 
doppelt so breit als lang, die stark nach vorne und aussen divergirenden Para- 
psidenfurchen stossen hinten an das Scutellum nahe den Vorderecken des- 
selben oder an diese selbst. Das Schildchen ist ziemlich stark abgeflacht, massig 
gross, mit stark abgerundeter Hinterecke, es ist dreimal so lang als die kurzen 
Achseln. Das Metanotum (Hinterschildchen) ist ein sehr schmaler Streifen. Das 
Medialsegment ist schief nach hinten und unten abfallend, bei den Weibchen 
in der Mitte kurz, seitlich nahe dem Vorderrande mit den kleinen und runden 
Athemlöchern. Der Petiolus des Abdomen ist beim Männchen sehr deutlich und 
etwas breiter als lang, beim Weibchen äusserst kurz und nur als Querlinie er- 
kennbar. Der Hinterleib ist länger als der Thorax, beim Weibchen in der Mitte 
so breit oder etwas breiter als der Thorax, beim Männchen kaum so breit als 
dieser. Die Stachelscheide ist kürzer als der Körper, sie ist reichlich behaart und 
vor der Spitze etwas verdickt. Die Vorderflügel sind behaart und gewimpert, der 
Humeral- und der Marginalabschnitt sind ziemlich gleichlang, der Radius mässig 
lang, aber viel kürzer als der Marginalabschnitt, der Postmarginalabschnitt 
länger als der Radius. Die unbewehrten Beine sind von mittlerer Länge, die 
Schenkel wenig verdickt, die Vordertibien vor dem unteren Ende mit einem 
zweispitzigen Sporne, unter dem Ursprünge desselben ist die Tibie bis zum 
Tarsalende allmälig verschmälert, die Mitteltibie mit einem dornförmigen, langen 
und dünnen Sporne, die Hintertibien sind am Tarsalende am breitesten, haben 
am Beugerande eine Reihe schiefstehender, gleichlanger und in ganz gleichen 
Abständen entspringender Härchen. Die Tarsen sind fünfgliederig, die Vordertarsen 
sind die kürzesten, deren erstes Glied ist wenig länger als dick, die folgenden 
sind noch kürzer, das Endglied ist das längste, die Mittel- und Hintertarsen 
sind mässig lang und ziemlich dünn, ihr erstes Glied ist das längste, es ist 



FeigeninBecten. 



239 



aber kürzer als die folgenden vier Glieder zusammen; alle Krallen sind 
einfach. 

Diese Gattung ist der vorhergehenden (Heterandrium) sehr nahestehend, 
jedoch verschieden durch nur geflügelte Männchen , durch die Beständigkeit 
der Zahl der Fühlerglieder, durch das auffallend kleine zweite Padenglied bei 
den Männchen und theilweise auch bei den Weibchen (der oben gewählte 
Gattungsname bezieht sich darauf, dass dieses kleine Glied die Eeihe der Faden- 
glieder hindert), durch die wenigen Riefen an den Faden- und Keulengliedern, 
auch dadurch, dass die Riefen nicht oder kaum in Zähnchen enden, durch den 
mehr abgeflachten Thorax und die auffallend verschiedene Färbung des Körpers. 

1. C, longicaaclis n. sp. 

Weibchen. Länge: TS — l'Smm. Grün oder erzgrün, der Thorax seitlich 
oft mehr oder weniger blaugrün oder violett, der Hinterleib oft theilweise blau- 
grün oder mehr bronzefärbig, die Oberkiefer gelb und am Kaurande dunkel, 
die Fühler und Beine gelb, der Füblerfaden und die Keule hellbraun, die Hinter- 
hüfteu stets, die Vorder- und Mittelbüften meistens blaugrün, die Schenkel in 
der Mitte öfters gebräunt, die Stachelscheide schwarz, die Flügel ziemlich wasser- 
hell oder an der ßasalhälfte gebräunt. Ziemlich spärlich behaart, die Fühler 
und Beine ziemlich reichlich kurz behaart; fein und seicht chagriuirt und 
glänzend. Alle fünf Fadenglieder gleichlang. Die Stachelscheide ist so 
lang als der Thorax und der Hinterleib mitsammen. 

In Feigenfrüchten in St, Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Bäume Nr. 2—6). 

2. C. hrevicaudis n. sp. 

Weibchen. Länge: 1'2— r7mm. So gefärbt wie die vorige Art, die 
Schenkel sind entweder braun oder gelb, die Vorderflügel ziemlich wasserhell 
oder im zweiten Viertel gebräunt, die Behaarung und Sculptur ist wie bei der 
vorigen Art, nur findet sich, besonders am Kopfe, eine schärfere lederartige 
Runzelung und demgemäss ein etwas geringerer Glanz. Das zweite Faden- 
glied (sechstes FühlerglieJ) ist sehr kurz, nur ringförmig und kann bei ge- 
trockneten Exemplaren leicht übersehen werden, so dass man dann nur vier 
Fühlerglieder zählen würde. Die Stachelscheide ist dicker als bei der vorigen 
Art, bei getrockneten Exemplaren wohl nach unten gerichtet, aber ganz gerade 
(bei der vorigen Art bogig nach unten und vorne gekrümmt) und kürzer als 
der Hinterleib. 

In Feigenfrüchten in St Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Bäume Nr. 2 und 4). 

Mir liegen wohl auch einige Männchen von dieser Gattung vor, und es 
^ scheint, dass sie zwei Arten angehören, nämlich einer solchen mit etwas grösserem 
Kopfe, längerem und gestrecktem Hinterleibe und mit wasserhellen Flügeln, und 
einer mit kleinerem Kopfe, mit kürzerem und dickerem Hinterleibe, aber mit 



240 



Gustav Ma y r. 



theils wasserhellen, theils gebräunten Flügeln, da aber die Skulptur des Kopfes 
bei allen Exemplaren eine sehr seichte ist, so wage ich es nicht, sie den hier 
beschriebenen, auf die Weibchen basirten Arten beizustellen. 

Ausser diesen ist noch ein zerbrochenes gelbes Männchen vorhanden mit 
grünen Kopfe, Mesonotum und Scutellum und mit einen; Hinterleibe, welcher 
vorne und hinten bronzebraun und in der Mitte gelb ist. 



XIX. Goniogaster nov. gen. 



Weibchen. Die Oberkiefer klein und zweizähnig. Die Kiefertaster vier-, 
die Lippentaster zweigliederig. Der Kopf nach unten gerichtet, von oben ge- 
sehen quer. Der Clypeus trapezförmig; von jeder hinteren Ecke desselben zieht 
eine sehr feine Furche zu den Fühlergelenken, welche vom Clypeus und von 
den Netzaugen ziemlich gleichweit entfernt sind und nicht hoch am Kopfe 
stehen. Die zwölfgliederigen mässig langen Fühler sind einander näher ein- 
gelenkt als dem Clypeus oder den Netzaugen, deren Schaft reicht fast bis zum 
vorderen Punktauge, das Wendeglied ist kaum ein Drittel so lang als der Schaft, 
aber doch etwas länger als dick, dann folgen zwei Ringel, der fünfgliederige 
Faden ist cylindrisch und nicht dick, dessen Glieder sind so lang als dick, die 
Keule ist kaum dicker als der Faden und besteht aus drei mitsammen ver- 
wachsenen Gliedern, deren Länge von der der Fadenglieder kaum abweicht; 
Faden und Keule mit Riefen besetzt, welche theilweise die Enden der Glieder 
als Zähnchen überragen. Die seitlichen Ocellen sind den Netzaugen näher als 
dem vorderen Ocellus. Die ziemlich grossen Netzaugen nehmen den grössten 
Theil der Kopfseiten ein und lassen nur Raum für die mässig langen gewölbten 
Wangen. Das Pronotum ist kurz. Die stark nach hinten convergirenden, fast 
geraden Parapsidenfurcheu stossen hinten an das Scutellum. Dieses ist wenig 
gewölbt, fünfeckig, mit stark abgerundeter Hinterecke und hat auf seiner Fläche 
keine Furchen. Die Athemlöcher des Medialsegmentes sind rundlich und ziemlich 
klein. Der Hinterleib, welcher beiläufig doppelt so lang als der Thorax ist, 
zeichnet sich dadurch aus, dass die Veutralschienen der Abdominalsegmente 
nach unten ausserordentlich erweitert sind, die Bindehaut zwischen denselben 
ist jedoch weniger erweitert, so dass eine gedachte Mittellängslinie des Bauches 
ein Zickzack bildet. Die lange Stachelscheide ist bei in Alkohol liegenden 
Exemplaren mehr oder weniger gerade, an trockenen Stücken aber nach unten 
gekrümmt. Die Beine sind ziemlich lang, dünn und ohne Auszeichnung, die 
Vordertibien mit einem zweispitzigen, die Mittel- und Hintertibien mit einem 
einfachen langen Sporne, die Vordertarsen sind kürzer als die Tibie, deren 
erstes Glied fast dreimal so lang als dick, das zweite länger als dick, das vierte 
etwas dicker als lang, an den übrigen Tarsen sind alle Glieder länger als dick. 
Die Flügel sind behaart und bewimpert, der Marginalabschnitt ist gut doppelt 
so lang als der schief gestellte Radius, der Postmarginalabschnitt ist länger als 
der Radius. 



Feigeninsecten. 



241 



Ich würde es nicht für opportun halten, auf die, wenn auch starke Er- 
weiterung der Bauchschienen eine neue Gattung zu begründen, wenn ich die 
Art im Uebrigen zu einer der anderen Gattungen stellen könnte. Uebrigens 
betrachte ich dieses Genus bis zur Auffindung des Männchens nur als ein pro- 
visorisches. 

6r. varicolor ii. sp. 

Weibchen. Länge: 1*6 mm. Das Gesicht grün, Stirn und Scheitel grössten- 
theils violett oder dunkel bronzefarbig oder erzgrün, der Thorax oben erzgrün 
oder schwarzbraun und bronzefarbig angelaufen, seitlich mehr grün, der Hinterleib 
grün und violett, unten grösstentheils braungelb oder gelb, die Fühler braun 
mit gelbem Schafte, die Beine gelb. Sehr fein und seicht chagrinirt; fast kahl, 
die Fühlergeissel reichlich behaart, auch die Beine ziemlich kurz behaart. Die 
3*3 mm. lange Stachelscheide ist kurz und schief abstehend behaart. Die Flügel 
sind wasserhell. 

In den Früchten von F. (Cystogyne) subopposifa Miq. .im botanischen 
Garten von Buitenzorg (Graf Solms). 

XX. Aepocerus nov. gen. 

Weibchen und Männchen. Die Oberkiefer klein, bei A. inflaticeps 
gross und mehr oder weniger deutlich dreizähnig; die Kiefertaster fünfgliederig, 
deren erstes Glied sehr klein und oft undeutlich vom zweiten Gliede getrennt, 
die Lippentaster dreigliederig. Der Kopf ist nach unten gerichtet, von oben 
gesehen quer, so breit als der Thorax in der Mitte oder breiter. Der Clypeus 
ist queroval oder mehr quergerundet -rechteckig, in der Mitte des Vorder- 
randes schmal eingeschnitten oder ausgerandet. Das Gesicht über dem Clypeus 
ohne Kielchen und ohne oder mit sehr schwachen Längsfurchen. Die dreizehn- 
gliederigen Fühler sind ziemlich hoch oben in der Höhe der Augenmitte ein- 
gelenkt und stehen einander näher als dem Augenrande; deren dünner und 
massig langer Schaft erreicht oder überragt etwas den oberen Rand des Kopfes 
(bei A. inflaticeps kürzer), das Wendeglied ist länger als dick, dann folgen 
beim Weibchen drei, beim Männchen zwei oder drei Ringel, der cylindrische 
Faden ist fünfgliederig, bei dem Männchen {A. excavatus) mit nur zwei Ringeln 
sechsgliederig, die Glieder sind so lang als dick oder etwas länger (bei dem 
von A. inflaticeps mit rudimentären Flügeln etwas dicker als lang), die Keule 
besteht aus drei mitsammen verwachsenen Gliedern und ist bei den Weibchen 
nicht oder kaum dicker oder sogar dünner als der Faden, bei den Männchen 
ebenso dick wie dieser; die Glieder des Fadens und der Keule sind schwach 
fein längsgerieft, ohne Zähnchen am Ende. Die Stirn ist längs der Mitte bis 
zum Scheitel ziemlich breit eingedrückt, in welchen Eindruck der Schaft der 
beiden Fühler etwas eingelegt werden kann, unmittelbar hinter den Fühler- 
gelenken ist ein kürzeres oder längeres Längskielchen. Das mittlere Punktauge 
liegt wenig weiter nach vorne als die seitlichen Punktaugen, diese sind den 

Z. B, Ges. B. XXXV. Abh. 3] 



242 



GuHtav Mayr. 



Netzaugen etwas näher als dem mittleren Punktauge; bei dem Männchen mit 
rudimentären Flügeln fehlen die Ocellen oder sie sind rudimentär, in welchem Falle 
die seitlichen Ocellen dem mittleren Ocellus näher stehen als den Netzaugen. Die 
mässig grossen Netzaugen liegen hoch oben am Kopfe, so dass die von oben nach 
unten gewölbten Wangen ziemlich gross sind, bei dem Männchen von Ä. inflaticeps 
sind jedoch die Netzaugen ziemlich in die Mitte der Kopfseiten gerückt. Die 
Wangen weisen oft eine sehr feine, vom Auge zumMandibelgelenke ziehende Furche 
auf. Das Pronotum ist nicht lang und steigt schief nach hinten und oben 
auf, es hat bei einer Art {Ä. excavatus) eine concave, hinten und seitlich ge- 
randete Scheibe. Das ziemlich kurze Mesonotum hat bei den geflügelten Indi- 
viduen zwei durchlaufende Parapsidenfurchen, welche an den Vorderecken des 
Scutellum entspringen, wenig gekrümmt sind und stark divergirend schief nach 
aussen ziehen; das Scutellum ist mässig gewölbt, hat keine Furchen und einen 
bogigen Hinterrand. Bei dem Männchen von Ä. inflaticeps, und zwar bei dem 
mit entwickelten Flügeln sind die Parapsidenfurchen am Mesonotum zart, bei 
dem mit rudimentären Flügeln ist das gesammte Mesonotum nur einfach ohne 
Abgrenzung eines Scutellum. Das Metanotum (Postscuteilum) ist bei den Weib- 
chen oft von der Scutellumspitze bedeckt. Das Medialsegment bei den Weibchen 
in der Mitte kurz, bei den Männchen länger, jederseits mit kleinen rundlichen 
Athemlöchern, welche bei A. inflaticeps viel grösser sind. Der Hinterleib ist 
mässig gestreckt und länger als der Thorax, sein Petiolus (erstes Segment) ist 
beim Weibchen sehr unscheinbar und sehr kurz, beim Männchen halb so lang 
als breit. Die Stachelscheide ist kurz (etwa ein Drittel oder ein Viertel des 
Abdomen), nach unten gerichtet, gerade, mässig dick und in der Mitte etwas 
dicker als an den beiden Enden. Die Beine sind von mittlerer Grösse und 
Dicke ; die Vordertibien verschmälern sich vom Ursprünge des etwas gekrümmten 
und zweispitzigen Spornes und sind daselbst nach dem Streckrande zu gebogen; 
die Mitteltibien mit einem, die Hintertibien mit zwei einfachen geraden Spornen, 
die bei A. inflaticeps schwach, bei den anderen Arten sehr schwach gekrümmten 
Hintertibien haben am Beugerande eine Reihe gleichweit gestellter, schief ab- 
stehender und gleichlanger Börstchen ; die Tarsen mässig lang, das erste Glied 
das längste, ausser bei A. inflaticeps, wo der Metatarsus der Vorderbeine kürzer 
als das Endglied der Tarsen ist; die Krallen einfach. Die Vorderflügel am 
Vorder- und Hinterrande gewimpert (am Vorderrande am Marginalabschnitte 
eigentlich beborstet), der Radius lang und schwach bogig oder gerade, wenig 
kürzer als der Marginalabschnitt oder auch etwas mehr wie halb so lang als 
dieser, der Postmarginalabschnitt länger als der Radius; bei A. inflaticeps finden 
sich Männchen mit entwickelten und solche mit rudimentären Flügeln, welche 
beiläufig bis zum hinteren Ende des Thorax reichen. 

Uebersicht der Arten. 

W eib chen. 

Ausgezeichnet durch eine concave Pronotumscheibe, welche hinten und 
seitlich von einer scharfen Kante begrenzt ist . 1. A. excavatus n. sp. 



FeigeninsGcfen. 



243 



Ausgezeichnet durch den stark bogig ausgerandeten Hinterrand des Scheitels 

2. Ä. emarginatus n. sp. 
Der Scheitel nicht ausgerandet, das Pronotum mit flacher und nicht ge- 
randeter Pronotumscheibe 3. ^. simplex n. sp. 

Männchen. 

1 Gelb, der grüne Kopf und die Oberkiefer auffallend gross, die Flügel ent- 

wickelt oder rudimentär, im erstereu Falle ist ein Scutellum abgegrenzt, 

im letzteren nicht 6. A. inflaticeps n. sp. 

Anders gefärbt, der Kopf und die Oberkiefer wie gewöhnlich, die Flügel 
entwickelt, ebenso das Scutellum 2 

2 Die Pronotumscheibe concav, hinten und seitlich von einer scharfen Kante 

begrenzt; die Fühler mit nur zwei Ringeln und einem sechsgliederigen 

Faden . • 1. J.. excavatus n. sp. 

Die Pronotumscheibe flach, nicht begrenzt ; die Fühler mit drei Ringeln 
und einem fünfgliederigen Faden 3 

3 Die Vorderflügel in der Mitte der Basalhälfte mit einem rundlichen, licht- 

braunen Flecke 5. J.. punetipennis n. sp. 

Die Vorderflügel ohne braune Flecken 4 

4 Die erhöhten Seiten der Stirn stark glänzend und polirt (mit einzelnen 

zerstreuten Punkten) oder sehr seicht und fein chagrinirt, der Thorax 
fein und seicht chagrinirt, das Pronotum mit einem grossen oder kleinen 

gelben Flecke 4. A. flavomaculatus n. sp. 

Die erhöhten Seiten der Stirn nicht stark glänzend, so wie der Scheitel 
und der Thoraxrücken fein, dicht und scharf schuppig chagrinirt; das 
Pronotum ohne gelben Fleck 2>. A. simplex n. sp. 

1. A» excavatus n, sp, 

Weibchen 3— 3"2 mm., Männchen 2'2 mm. lang. Erzgrün und violett, 
bald die eine, bald die andere Farbe vorherrschend, der Hinterleib beim Weib- 
chen violett und purpurfarbig, seitlich meistens mehr grün und blau, beim 
Männchen oben braun mit mehreren schmalen, gelben Querbändern, unten gelb, 
die Fühler beim 9 dunkelbraun, deren Schaft bis gegen die Spitze gelb, diese 
und das Wendeglied gelbbraun oder bräunlichgelb, die Keule gelblichweiss, an 
der Basis mehr oder weniger gebräunt, beim cT sind die Fühler bräunlichgelb, 
Schaft und Wendeglied gelb; die Beine gelb, die Hüften beim Q grün oder 
violett, bei einem Exemplare die Schenkel braun. Mässig behaart; Kopf und 
Thorax beim 9 scharf und dicht schuppig punktirt, beim mehr schuppig 
chagrinirt, der Hinterleib fein chagrinirt. Die Fühler beim 9 mit drei Ringeln 
und fünf Fadengliedern, beim cf mit zwei Ringeln und sechs Fadengliedern. 
Der Scheitel ist nicht ausgerandet, die Pronotumscheibe stark ausgehöhlt, hinten 
vor dem Hinterrande des Pronotum und seitlich von einer scharfen, bogigen 

31* 



244 



Gustav Ma yr 



Kante begrenzt. Das Medialsegment beim 9 iwi* durchlaufendem Querkiele, 
der beim weniger scharf ist. Die Flügel sehr schwach angeraucht. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, Bäume 
Nr. 2 und 5). 

2. emarginatMs ii. sp. 

Weibchen. Länge: 2— 2'2mm. Erzgrün oder grün und blau unter- 
mischt, der Thorax oben mit purpurbraunen oder mehr dunkelvioletten Flecken, 
der Hinterleib erzgrün, an der Unterseite bräunlichgelb, die Fühler dunkel- 
braun, deren Schaft, das Wendeglied und die Ringel gelb, die Beine gelb mit 
grünen Hüften. Spärlich behaart; Kopf und Thorax fein schuppig oder mehr 
fingerhutartig punktirt, der Hinterleib seicht chagrinirt, der Scheitel tief bogig 
ausgerandet. Die Pronotumscheibe abgeflacht, nicht concav und ohne Kante vor 
dem Hinterrande des Pronotura. Das Medialsegraent mit einem durchlaufenden 
queren Kiele und vor diesem mit einem äusserst kurzen Längskielchen. Die 
Flügel wasserhell. 

In Feigen früchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 5). 

3. A. Simplex n. sp. 

Weibchen 1-4— 2mm., Männchen r3-l*8mm. lang. Grün oder erz- 
grün, seltener theilweise violett, die Pronotumscheibe mehr oder weniger schwarz, 
das Scutellum beim 9 oft dunkel bronzefärbig, der Hinterleib beim 9 
meistens mehr oder weniger kupfer- oder erzfärbig, selten auch violett, an der 
Unterseite vorne und in der Mitte oft braungelb, beim braun, an den ersteren 
Segmenten mit verwaschenen braungelben Querbinden; Schaft und Wendeglied 
gelb, die übrigen Theile der Fühler braun ; die Beine gelb, bei den 9 die Hüften 
grün oder violett, die Schenkel, ausser den Enden, meistens braun. Spärlich 
behaart, das Gesicht reichlicher mit kurzen Härchen besetzt. Kopf und Thorax 
fein, dicht und scharf schuppig chagrinirt, der Hinterleib beim 9 seicht cha- 
gi-inirt, beim cf fast glatt. Beide Geschlechter haben drei Fühlerringel und 
einen fünfgliederigen Faden. Der Scheitel ist nicht ausgerandet, die Pronotum- 
scheibe ist abgeflacht, nicht concav und ohne Kante. Das Medialsegment mit 
einem Querkiele und einem diesen kreuzenden Längskiele. Die Flügel wasserhell. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 2 
3, 4 und .5). 

4. A, flavomactilatus ii. sp. 

Männchen. Länge: r6— 1-9 mm. Glänzend, grün oder erzgrün, das 
Pronotum in der Mitte mit einem grossen oder kleinen gelben Flecke, der 
Hinterleib braun, theilweise gelbbraun, oben mit mehreren gelben Querbinden, 
unten, vorne und in der Mitte gelb, die Fühler braungelb, Schaft und Wende- 
glied, sowie die ganzen Beine gelb. Spärlich behaart, das Gesicht reichlicher 
kurz behaart. Kopf und Thorax fein und seicht chagrinirt, die Stirn an den 



Feigeninsecten. 



245 



Seiten iu der Nähe der Netzaugen polirt mit einzelnen zerstreuten härchen- 
tragenden Punkten, oder daselbst sehr fein chagrinirt, der Hinterleib glatt. Die 
Fühler mit drei Eiugeln und fünfgliederigem Faden. Der Scheitel nicht aus- 
gerandet, die Pronotumscheibe nicht concav und ohne Kante vor dem Hinter- 
rande des Pronotum, das Medialsegment ohne deutlichen Kiel. Die Flügel schwach 
getrübt. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 5). 

5. A, punctipennis n. sp. 

Männchen. Länge: 1*4 — 2 mm. Grün, selten mehr violett, der Hinterleib 
braun, oben besonders an der Basalhälfte mit mehreren gelben Querbinden, 
unten an der Basalhälfte gelb, die Fühler braun mit gelbem Schafte und Wende- 
gliede, die Beine gelb. Spärlich behaart, das Gesicht reichlicher kurz behaart. 
Kopf und Thorax fein, dicht und scharf schuppig chagrinirt, der Hinterleib 
sehr fein und seicht chagrinirt. Die Fühler mit drei Eingeln und fünfgliederigem 
Faden. Der Scheitel nicht ausgerandet, die Pronotumscheibe abgeflacht und ohne 
Kante vor dem Hinterraude des Pronotum. Das Medialsegment ohne deutlichen 
Kiel. Die Vorderflügel in der Mitte der Basalhälfte mit einem lichtbraunen, 
runden, am Rande verwaschenen Flecke, bei einem Exemplare ist unmittelbar 
vor der Flügelspitze ein brauner Längsstreifen, der in der Verlängerung des 
Radius liegt, bei den anderen Stücken fehlt dieser Streifen oder ist sehr un- 
deutlich. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Bäume Nr. 2, 3 
und 5). 

6. A, inflaticeps ii. sp. (Fig. 46). 

Männchen. Länge: 17 — 2mm. Gelb, der Kopf schön erzgrün und stark 
glänzend, die Mandibeln gelbroth, deren grosser Zahn mehr rothbraun, Faden 
und Keule der Fühler braun, der Hinterleib oben mehr oder weniger, stellen- 
weise ziemlich bandartig, gebräunt, hinten mehr braun. Ziemlich reichlich mit 
kurzen fast anliegenden und mit langen abstehenden Haaren besetzt, das Gesicht 
reichlich, Stirn und Scheitel spärlich kurz behaart, ebenso das Pronotum. Ohne 
deutliche Sculptur ausser den braunen Pünktchen, welche die langen Haare 
tragen. Stirn und Scheitel sehr stark glänzend, theils polirt, theils äusserst fein 
und zart chagrinirt, das Gesicht vom Ausschnitte des Clypeus ausgehend radial 
gestreift. Die Oberkiefer, besonders beim rudimentären Flügeln, viel 

grösser als bei den anderen Arten, indem der vordere massig spitzige Zahn sehr 
entwickelt und der Einschnitt zwischen diesem und den zwei anderen kleinen 
und stumpfen Zähnchen sehr gross, tief und rechtwinkelig ist. Der Kopf ist 
dick, geschwollen und viel breiter als der Thorax. Der Fühlerschaft erreicht 
nicht den oberen Rand des Kopfes; den drei Ringeln folgen fünf Fadenglieder, 
Faden und Keule haben wenige und schwache Riefen. Das zwischen den Fühler- 
gelenken entspringende Längskielchen zieht sich hoch auf die Stirn hinauf. Die 



246 



Gustav Mayr. 



Form mit entwickelten Flügeln hat drei entwickelte Ocellen, jene mit ver- 
kümmerten Flügeln aber keine oder sehr kleine Ocellen. Die Netzaugen liegen 
ziemlich in der Mitte der Kopfseiten und sind auch mehr nach vorne gerückt 
als bei den anderen Arten. Das Pronotum ist wenig nach hinten aufsteigend, 
von vorne nach hinten gerade, von einer Seite zur anderen stark convex, längs 
des Hinterrandes entspringt aus schwarzen Pünktchen eine Eeihe langer Borsten- 
haare, welche minder auffällig, minder zahlreich und kürzer auch bei den cT 
und theilweise bei den 9 der anderen Arten auftreten. Bei der Form mit ent- 
wickelten Flügeln ist das Mesonotum in ein Scutum (Mesonotum im engeren 
Sinne) und in ein Scutellum getheilt, an dem ersteren sind jedoch nicht, wie 
bei den anderen Arten, Parapsidenfurchen vorhanden, bei der Form mit rudi- 
mentären Flügeln ist das ganze Mesonotum nur ein einziges gerundet-dreieckiges 
Stück, welches vorne breit ist und hinten in eine stark gerundete Ecke endet, 
an den vorderen auch ziemlich stark abgerundeten Ecken sind die rudimentären 
Vorderflügel eingelenkt. Das Metanotum (Postscutellura) tritt als schmaler, bogig 
gekrümmter Querstreifen auf. Das Medialsegment ist ziemlich gross, quer, recht- 
eckig, von vorne nach hinten gerade, von einer Seite zur anderen nicht stark 
convex, nahe den Vorderecken liegen die länglich-ovalen Spiracula. Das erste 
Glied der Vorder- und Mitteltarsen ist bei der Form mit rudimentären Flügeln 
kürzer als das Endglied. Die entwickelten Vorderflügel sind gewimpert, ihr 
langer Radius ist halb so lang als der Marginalabschnitt und etwas mehr wie 
halb so lang als der Postmarginalabschnitt; die rundimentären Vorderflügel 
reichen beiläufig zum hinteren Thoraxende, sie haben an dem reichlich mit langen 
Härchen besetzten Vorderrande eine Rippe, die schmal lanzettlichen rudimen- 
tären Hinterflügel sind kaum halb so lang als die Vorderflügel. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina (Dr. Fritz Müller, Baum Nr. 5). 



Zum Schlüsse folgt noch die Beschreibung eines Braconiden, welche 
Präsident H. Reinhard, der beste Kenner dieser Hymenopteren-Familie, aus- 
zuführen so freundlich war. 

Psenobolus nov. gen. 

Os eirculare, apertum. Caput subcubicum occipite immarginato. Abdomen 
petiolatum. Älae anticae cellulis cubitalibus tribus, nervo recurrente inter- 
stitiäli vel cellulae cubitali primae apici inserto, cellulis discoidalibus aequi- 
longis, postica apice aperta, nervo parallelo non interstitiali. 

Die Gattung gehört demnach zu den cyclostomen Braconiden und steht 
wegen des gestielten Hinterleibes und der drei Cubitalzellen der G, Spathius 
nahe, unterscheidet sich aber sonst wesentlich von ihr. 



Feigeniiisecteii, 



247 



Bs, pygmaeus ii. sp. (Fig. 46). 

cf, 9- Long. corp. 15 mm. Flavo-testaceus, antennis (basi excepta), 
abdominis petiolo et metathoracis dorso nigris, mesonoto plus minusve infuscato. 
Terebra Q corpore fere longior. 

Der Kopf ist etwas breiter als lang, nähert sich aber der cubischen Form. 
Die Mundöffnung ist klein, kreisrund. Die Spitzen der Mandibeln sind gebräunt. 
Fühler nahezu von Körperlänge, die ersten fünf bis sieben Glieder gelb, die 
übrigen schwarz. Beim cT sind die unteren Geisseiglieder, etwa vom ersten bis 
fünften verkehrt kegelförmig, die übrigen, ebenso wie alle beim Q fadenförmig. 
Mesothoiax und Pleuren sind glatt, glänzend, ersterer mit sehr feinen, aber deut- 
lichen glatten Parapsidenfurchen. Metathorax sehr fein gekörnelt, nicht gefeldert. 
Der Hinterleibsstiel bildet ungefähr ein Drittel des ganzen Hinterleibes, ist etwas 
gekrümmt, nach hinten sehr wenig verbreitert, von einigen feinen Längsriefen 
durchzogen, der übrige Hinterleib ist glatt, beim 9 verkehrt eiförmig und an 
der Spitze abgerundet, beim cf etwas schlanker an der Spitze, wie bei mehreren 
verwandten Gattungen {Dendrosoter, Hecabolus etc.) etwas nach abwärts und 
vorne umgebogen. Der schwarze Bohrer von reichlich Körperlänge. Die Vorder- 
flügel haben ein verhältnissmässig breites, eiförmiges, bräunlich- gelbes Stigma, 
aus dessen Mitte der Radius entspringt, die eiförmige, lanzettlich spitze Radial- 
zelle endet nahe vor der Flügelspitze. Die zweite Cubitalzelle ist trapezförmig, 
nach innen spitzwinkelig, der rücklaufende Nerv ist interstitial oder entspringt 
aus der äussersten Spitze der ersten Cubitalzelle; die hintere Discoidalzelle ist 
ebenso lang als die vordere und an der Spitze offen. Die Hinterflügel haben 
kein Stigma, eine hintere Brachialzelle fehlt. Die Beine sind schlank, nur beim 
die Schenkel etwas stärker als beim 9 5 die Hinterhüften sind lang- eiförmig, 
ohne die eckige Vorragung, wie z. B. bei Boryctes und anderen Gattungen. — 
4 d^, 6 9. 

In Feigenfrüchten in St. Catharina in Brasilien (Dr. Fritz Müller, 
Bäume Nr. 3 und 6). 



Index. 

(Die eingetlammerten Seitenzahlen beziehen sich auf die Separatabzüge.) 





Seite 




241 


[97] 


aequiramulis Decatoma 


230 


[86] 




187 


[43] 






Ü] 


americanus Tetrapus . . 


188 


[44] 


annuliger Physothorax 


198 


[54] 


Apocrypta 


192 


[48] 


appendiculata Blastophaga 


164 


[20] 


aterrima Idarnella . . . 


152 


[8] 





Seite 


attenuatum Ganosoma . . 


204 


[60] 


hiannulatum Heterandrium 


237 


[93] 


hiarticidatus Nannocerus . 


196 


[52] 


bieolor Plesiostigma . . . 


227 


[83] 


bifossulata Blastophaga . 


181 


[37] 


bimaculata Philotrypesis . 


224 


[80] 


bisulcata Blastophaga . . 


170 


[26] 


bituberculatus Dolichoderus 


154 


[10] 




160 


[16] 



248 



Gustav Mayr. 



Seite 

brasiliensis Blastophaga . 180 [36^ 

hrevicaudis Colyostichus . 239 [95" 

hrevicoUis Tetragonaspis . 209 [65" 

hreviramulis Decatoma . 230 [86" 

breviventris Blastophaga . 172 [28" 

Caricae Cynips . ... 222 [78; 

— Idarnella .... 222 [78; 

— Philotrypesis . . . 222 [78^ 



carme Idarnes 151 [7] 

centrinus Chaleis .... 223 [79^ 

Ceratosolen 164 [20] 

davigera Blastophaga . . 174 [30] 

coccothraustes Sycoryctes . 217 [73] 

Colyostichus 237 [93] 

constricta Blastophaga . . 169 [25] 

cordatus Iridomyrmex . . 154 [10 

coriaria Tetragonaspis . . 209 [65 

crassipes Sycophaga . . 192 [48] 

crassitarsus Blastophaga . 171 [27] 

Critogaster 199 [55] 

Crossogaster 189 [45] 

Cycomori Cynips . . . 192 [48 

Decatoma 229 [85] 

deformis Cremastogaster . 154 [10] 

Diomorus 228 [84] 

disciger Physothorax . . 197 [53] 

e^narginatus Äepocerus . 244 [100^ 

Eupristina 188 [44] 



excavatus Äepocerus . . 243 [99] 

ficarius Ichneumon . . . 222 [78] 

flavicollis Tetragonaspis . 207 [63] 

flavomaculatus Äepocerus . 244 [100^ 

forticornis Tetragonaspis . 208 [64] 



fusciceps Blastophaga . . 167 [23] 

Ganosoma 202 [58] 

Goniogaster 240 [96] 

gracilicornis Tetragonaspis 208 [64] 

grossorum Blastophaga . 177 [33 

Haploncus 247 [103] 

Heterandrium 232 [88] 

Idarnella 152 [8] 

Idarnes 151 [7] 

inflaticeps Äepocerus . . 245 [101 



Seite 

Isanisa 151 [7] 

javana Blastophaga . . . 179 [35] 
Kradibia 160 [16] 



longicauda Philotrypesis . 223 [79] 

longicaudis Colyostichus . 239 [95] 

longipes Heterandrium . 235 [91] 

longiramulis Decatoma . 229 [85] 

Mayeri Blastophaga . . 182 [38] 



Micranisa 151 [7] 

minuta Philotrypesis . . 224 [80] 

Nannocerus 195 [51] 

nuda Critogaster .... 201 [57] 

nudiventre Heterandrium. 235 [91] 

occulti'ventris Blastophaga 166 [22] 

Otitesella 210 [66] 

Pachytomus 152 [8] 

Palmon 152 [8] 

Paphagus ...... 151 [7] 

paradoxa Äpocrypta . . 192 [48] 

parallelum Ganosoma . . 204 [60] 

patellaris Sycoryctes . . 215 [71] 

perplexa Coq. Äpocrypta . 193 [49] 

— Westw. Äpocrypta . 194 [50] 

— Sycophaga .... 193 [49] 
Pharaonis Monomorium . 154 [10] 

Philotrypesis 218 [74] 

Physothorax 196 [52] 

piliventris Critogaster . . 201 [57] 

Pleistodontes 188 [44] 

Plesiostigma 226 [82] 

Podagrion 152 [8] 

Polanisa 218 [74] 

Psenes Blastophaga . . .177 [33] 

Psenobolus 246 [102] 

Pseudisa 151 [7] 

punctata Tetragonaspis . 209 [65] 

punctipennis Äepocerus . 245 [101] 

pygmaeus Psenobolus . . 247 [103] 



quadraticeps Blastophaga . 176 [32] 

quadrisetosa? Sycoscaptella 152 [8] 

quadrupes Blastophaga . 182 [38] 

robustum Ganosoma . . 204 [60] 

serrata Otitesella .... 210 [66] 



Feigeninsecten. 



249 





Seite 




Seite 




. 244 [100] 




214 


[70] 




. 216 


[72] 


testacea Tetragonaspis . 


. 210 


[66] 




. 200 


[56] 


testaceus Haploncus 


. 247 [103] 


socotvßfisis ßlcistopJioLgoi 


. 175 


[31] 




205 


[61] 


Soltnsi Blü/Sto2)hci(jci . 


. 168 


[24] 




184 


[40] 




. 223 


[79] 


transiens Idarnclla . . 


. 152 


[8] 




. 152 


[8] 


13-a7'ticulatumIIctemndrium2o7 




SycöbicL 


151 


[7] 




225 


[81] 


Supohifillfi 


. 152 


[8] 


triformis Crossogaster . 


. 192 


[48] 


Sycocryptu 


187 


[43] 


truncatus Sycoryctes . 


. 218 


[74] 


Syconiori Elastophagci . 


. 177 


[33] 


uniannulatum Heterandrium 235 


[91] 


— Sycophaga . . . 


. 192 


[48] 


variahiUs IJiomorus . . 


. 228 


[84] 




192 


[48] 


varicolor Goniogaster . 


. 241 


[97] 




151 


[7] 


versicölor Trichaulus . 


. 226 


[82] 




211 


[65] 




, 152 


[8] 






[8] 









Nachtrag. 

Zu p. 154 [10] Ficus (Cystogyne) lepicarpa: Auch fand sich als Feigen- 
besucher der zu den Nitiduliden gehörende Käfer Haploncus testaceus Murray 
= H. vulpeculus Redtb. (von Herrn Edmund Reitter freundlichst determinirt). 

Zu p. 155 [11] Baum Nr. 8: Tetragonaspis flavicolUs n. sp., Heteran- 
drium nudiventre n. sp., Colyostichus cf . 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XI. 

Fig. 1. Blastophaga ( Ceratosolen) appendiculata . 

„ 2. „ „ „ Kopf. 

„3. „ „ fuscipes cf. 

„ 4. „ „ Solmsi , Fühler. 

„ 5. „ „ „ 9 j Hinterbein. 

„6. „ „ constricta cf. 

„ 7. „ „ crassitarsus cf, Hintertarse. 

„ 8. „ breviventris c^. 

„ 9. „ „ „ Fühler. 

„ 10, „ javana cf, Fühler. 

„11. „ bifossulata 
„ 12. Tetrapus americanus 9« 

„ 13. „ „ „ Fühler. 

„ 14. „ „ „ Vorderbein. 

Z. B. Ges. Ii. XXXV. Abb. 32 



250 Gustav Mayr. Feigeninsecten. 



Tafel XII. 

Fig. 15. Tetrapus americanus cT. 
„ 16. „ „ „ Fühler. 

„ 17. „ „ „ Vorderbein. 

„ 18. Tetrapus americanus cf', rudimentäre Mittelbeine, stark vergrössert. 
„ 19. „ „ „ Hinterbein. 

„ 20. Crossogaster triformis 9> Oberkiefer. 
„ 21. 

V V Vorderflügel. 
„ 22. „ ,, „ ungeflügeltes Männchen, Fühler. 

„ 23. Nannocerus Marticulatus c?, Fühler. 

24. Critogaster Singular is cT. 
„ 25. „ piliventris cf. 
„ 26. Ganosoma robustum cf. 
„ 27. „ „ „ Fühler. 

„ 28. Tetragonaspis gracilicornis Q. 



Tafel XIII. 

Fig. 29. Sycoryctes patellaris cT, Kopf. 

„ 30. „ „ „ Hinterbein. 

„ 31. „ Simplex cf, Kopf. 

„ 32. „ „ „ Fühler. 

„ 33. „ „ Hinterbein. 

„ 34. „ coccothraustes Kopf. 

„ 35. „ „ „ Oberkiefer. 

„ 36. „ „ „ Fühler. 

„ 37. „ truncatus cf , Hintertarse. 

„ 38. Tricliaulus versicolor Q, Stück des Vorderrandes des Vorderflügels. 

„ 39. Plesiostigma hicolor cT» Vorderflügel. 

„ 40. „ „ „ Fühler. 

„ 41. Heterandrium nudiventre cf, Fühler. 

„ 42. „ „ „ Hinterbein. 

„ 43. „ uniannulatum, ungeflügeltes Männchen. 

„ 44. „ „9, Fühler. 

„ 45. Äepocerus inflaticeps , Oberkiefer. 

„ 46. Fsenobolus pygmaeus, Vorderflügel. 



251 



Ergänzende Bemerkungen zur Abhandlung „Ueber 
die geothermisehen Verhältnisse des Bodens" etc.^) 

Von 

Franz Krasan, 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4, Februar 1885) 

Einzelfälle von schrolfen Gegensätzen der thermischen Natur des Bodens, 
wie sie auf p. 597 ff. namhaft gemacht werden, sind überhaupt durch den 
Charakter der Vegetation leicht und sicher nachzuweisen; allein nicht nur die 
specifische Beschaffenheit der Arten, sondern auch der periodische Entwick- 
Inngsgang liefert ein brauchbares Object für solche Vergleichungen. 

In der Pflanzengeographie gibt es kein Axiom, dass zu einer so un- 
bestrittenen Geltung gekommen wäre, als der Grundsatz, dass die Gewächse 
einer südlichen, wärmeren Zone auf ihren nördlichen Vorposten mitten zwischen 
einer nordischen oder in den oberen Höhenlagen zwischen einer alpinen Vege- 
tation nur dort vorkommen und sich auf die Dauer erhalten können, wo be- 
sonders günstige klimatische Factoren zusammenwirken. Desgleichen wird er- 
fahrungsgemäss eine im Frühjahr blühende Pflanze um so früher das Stadium 
der Anthese erreichen, je mehr Wärme sie vom Momente der tiefsten Winterruhe 
an empfängt. Liegt demnach über einzelnen Vorkommnissen, die in diese 
Kategorie der Erscheinungen gehören, noch ein mysteriöses Dunkel, so kommt 
es ohne Zweifel daher, dass unter den klimatischen Factoren auch solche denkbar 
sind, die weder von der Richtung der Gebirgszüge, Lage gegen die Sonne, Nähe 
des Meeres, Richtung der Luftströmungen, noch von der Beschaffenheit der 
Lufttemperatur an und für sich abhängen. 

Ein deutlich sprechendes Zeugniss hiefür liefern uns die Floren von 
Görz und Meran. Ersteres liegt unter 45^ 56' n, Br. 88 ra. über dem Meere, 



1) Cf. Bd. XXXIII. Jahrg. 1883. 



32* 



252 



Franz Kraäan. 



in einer anmuthigen Ebene am Saume des hohen Karstes, ungefähr zwei Meilen 
weit von der Küste des adriatischen Meeres am Isonzo, der daselbst das Gebirge 
verlässt, um nur, noch auf eine kurze Strecke vom niederen Karste flankirt, im 
gemässigten Laufe dem Meere zuzueilen. Gegen Norden und Osten von den 
700 — 1000 m. hohen Massen des Karstes geschützt und in unmittelbarer Ver- 
bindung mit der Küstenebene des Meeres stehend, geniesst Görz ein im Ganzen 
mildes, wahrhaft italisches Klima mit 13^ C. mittlerer Jahrestemperatur. Die 
Monate December, Jänner und Februar zusammen haben (nach Beobachtungen 
in den Jahren 1870, 1871 und 1872) im Mittel + S'S^, November, December und 
Jänner -f- Von Südfrüchten gedeihen in Görz Oliven (der Oelbaum pro- 
sperirt nur bei guter Pflege) und Feigen ; man trifft aber den Feigenbaum auch 
wild an als Caprißcus, dessen Früchte nicht geniessbar sind. In Gärten begegnet 
man dem Lorber, der Granate, dem Ziziphns vulgaris, der grossblüthigen Ma- 
gnolie, der Cypresse und hin und wieder, jedoch sehr selten, der Pinie. 

Alle diese Gewächse ertragen jedoch in geschützten Positionen auch das 
Klima von Meran, und, wie es scheint, nicht minder gut, denn in den dortigen 
Curanlagen werden im Freien cultivirt: Viburnum Tinus, Prunus Lauro- 
cerasus. Laurus nöbüis, Bhamnus Alaternus, MagnoUa granäiflora, Ligustrum 
japonicum, Olea Äquifolium, europaea, 0. fragrans, Lonicera sempervirens, 
CUmatis caerulea, Evonymus japonicus, Cedrus Deodara, Sequoja gigantea, 
Bambusa Metaci, Yucca filamentosa, nebst mehreren anderen Arten, die gleich- 
falls einer wärmeren Zone angehören als jene der Alpenthäler zwischen 46*^ und 
48"^ n. Br. , die aber gleichwohl ein minder günstiges Klima als jenes von 
Meran vertragen. Letzteres liegt aber eilf Meilen nördlicher als Görz (46" 40' n. Br.) 
und 222 m. höher über dem Meere als dieses, in einer Entfernung von drei- 
undzwanzig Meilen von der Meeresküste. Ein warmer Luftstrom, der vom Meere 
kommt, muss durch's Etschthal eine mehrfach winkelig gekrümmte Strecke von 
fünfzehn Meilen zwischen Gebirgen zurücklegen, bevor er Meran erreicht. An 
mehreren Stellen rücken überdies die Gebirge so eng an einander, dass sie fast 
das Thal sperren, so insbesondere nördlich von Alaund nördlich von der Mündung 
des Avisio. Zahlreiche 1500 —2400 m. hohe Gebirgszüge liegen in südlicher und 
südöstlicher Kichtung als ebenso viele Barrieren, welche die südlichen warmen 
Winde abhalten, zwischen dem Etschthal von Meran und der venetianischen 
Ebene. 

Und nichtsdestoweniger geht die Frübjahrsvegetation von Meran, dessen 
mittlere Jahrestemperatur nur ITö^, dessen Wintertemperatur (December, Jänner, 
Februar) nur -|- 1*8'^ beträgt, jener von Görz voraus. Im December 1883 blühten 



Ergänzende Bemerkungen. 



253 



bei Meran dreiundzwanzig Pflanzenarten im Freien. Der vorvergangene Winter 
(1882/83) konnte für die Alpenländer ein massiger oder normaler genannt 
werden, aber in der ersten Hälfte des März war eine fast plötzliche Depression 
der Temperatur eingetreten, die bis zum Ende jenes Monats anhielt, und auch 
der April blieb lange mit seiner Temperatur unter dem Normale, was eine zwei- 
bis dreiwöchentliche Verspätung der März- und Aprilblüthe zur Folge hatte. 
Auch in Italien machte sich die ungewöhnlich kühle Witterung fühlbar. Nach 
Dr. So IIa 's Beobachtungen begann der Pfirsichbaum damals in Eom erst gegen 
den 20. März zu blühen, um dieselbe Zeit also wie in Görz nach einem normalen 
Winter, während sich hier (in Görz) die Eeife der Frühkirschen um drei Wochen 
verspätet hatte, denn sonst sind sie gewöhnlich schon im Beginn des Mai reif, 
damals aber fand man die ersten reifen nicht vor dem 22. Mai. 

Allein Meran scheint sonderbarerweise von jenem Rückgang der Tem- 
peratur (vom 8. März bis Mitte April) gar nicht berührt worden zu sein; denn 
nachdem dort, wie Dr. Entleu tn er in der Oesterreichischen botan. Zeitschr. 1883, 
Nr. 5 berichtet, im Jänner neunundzwanzig blühende Pflanzenarten beobachtet 
worden waren, denen im Februar dreiunddreissig neue folgten, stellte sich der 
März mit einer unerwartet reichlichen Zahl von neu aufblühenden Arten ein, zu 
einer Zeit, wo in den meisten übrigen Gegenden Mitteleuropas der strengen 
Witterung wegen (in Graz z. B. war die Temperatur am Morgen des 12. März auf 
— 13*^ und den folgenden Frühmorgen auf — 11^ gesunken, so dass viele Blüthen- 
knospen getödtet wurden) die Vegetation im Stillstand verharrte. Im März ge- 
langten dann in und bei Meran zur Blüthe: der Mandel- und Pfirsichbaum, 
letzterer gegen Ende des Monats, also ziemlich um dieselbe Zeit wie in Görz 
unter normalen Temperaturverhältnissen; ausser diesen Prunus spinosa und 
Pr. Mahaleb, ferner Ornithogalum nutans, Muscari comosum, Ajuga genevensis 
und zahlreiche andere Phanerogamen, von denen die meisten in Görz nie früher, 
etliche sogar später zu blühen pflegen als bei Meran. Auch unter den April- 
blüthen werden mehrere namhaft gemacht, die jenen von Görz vorausgehen. 
Ueberhaupt begannen von jenen Arten, deren Anfang der Anthese ich für Görz 
in den Normaljahren 1867, 1868 und 1869 aufgezeichnet und in diesen Verhandl. 
Jahrg. 1870, p. 287—303 tabellarisch zusammengestellt hatte, bei Meran im 
Frühjahr 1883 nicht weniger als dreiunddreissig früher zu blühen als bei Görz 
unter normalen Witterungsverhältnissen, neunundvierzig Arten aber erreichten 
das Stadium der Anthese, so viel sich aus den Angaben Dr. Entleutner's 
(1. c. Nr. 6, 7, 8) entnehmen lässt, bei Meran wenigstens nicht später als bei 
Görz; für fünfunddreissig Arten war keine Vergleichung möglich, weil die Daten 



254 



Franz Kraäan. 



ihrer normalen Anthese für Görz nicht angemerkt worden waren. Daraus lässt 
sich freilich nicht schliessen, dass, wenn schon in jenem so ungünstigen Frühjahr 
die Mehrzahl der Pflanzen bei Meran theils früher als in Görz in Normaljahren 
zur Blüthe gelangte, theils um dieselbe Zeit wie hier, der Vorsprung, den die 
Vegetation von Meran gegen jene von Görz im Frühjahr hat, unter gewöhnlichen 
Witterungsverhältnissen um so entschiedener sein muss. 

Warum hatte es aber der kalte nordische Luftstrom, welcher sich in den 
Monaten März und April über das mittlere und südliche Europa gelagert hatte, 
vermieden, die Fluren von Meran heimzusuchen? Musste er über die Oetzthaler 
Ferner in südlicher und südwestlicher Kichtung fortgleiten, ohne das Etsch- 
und Passeierthal zu berühren? Das wäre allerdings gut denkbar, wenn die Süd- 
abhänge des Oetzthaler Hochgebirges steil wären wie eine Mauer, und wenn 
Meran unmittelbar dahinter liegen würde. Allein die Zweige des genannten 
Hochgebirges senken sich südwärts allmälig zu einem weit ausgebreiteten System 
von Vorbergen herab, in denen sie unmerklich ausklingen, und die Stadt mit 
ihrer reizenden südländischen Umgebung lehnt sich keineswegs unmittelbar an 
das Hochgebirge an ; zudem öffnet sich nördlich das fünf Meilen lange Passeier- 
thal, auf dem ein kalter Luftstrom leicht von den Hochgebirgen herunterfahren 
kann, ähnlich wie es am Isonzo geschieht, über dessen Fläche zeitweise im 
März, bisweilen auch später, ein eisig kalter Wind von den julischen Alpen 
herabgelangt. Görz ist von Norden und von Osten viel mehr von hohen und 
steilen Gebirgswänden eingeschlossen als Meran, das zwar in seiner Umgebung 
viel höhere Gebirge besitzt, aber trotzdem von jedem kalten Lufthauch von 
Norden oder Nordosten leichter erreichbar ist als jenes. Denn angenommen, dass 
von dem Boden des Thalbeckens keine wärmere Luft aufsteigt, so muss ein über 
die Ferner langsam herabgleitender kalter Luftstrom vermöge der grösseren 
Dichte der Luft, die er mitbringt, sich im Etsch- und Passeierthal senken und 
Meran ganz sicher erreichen, ebenso gut wie der von den julischen Alpen 
kommende kalte Nord- und Nordostwind die Ebene von Görz erreicht. Wenn 
aber dies nicht stattfindet, so ist die Ursache wohl nirgends zu suchen als in 
einem aufsteigenden Strome wärmerer Luft, welche das Sinken der kälteren 
durch ihre bewegende Kraft verhindert, aber auch diese in den unteren Lagen 
ausgiebig erwärmt. Dieser wärmere aufsteigende Luftstrom kann aber nur in 
einer reichlicheren Bodenwärme seinen Ursprung haben. Die Lufttemperatur 
an und für sich ist in der Thalsohle des Etschthales von Meran vermöge der 
grösseren Seehöhe und vermöge des Einflusses der kalten Oberströmungen kälter 
als in der Ebene von Görz, aber wegen der ausgiebigeren Bodenwärme dennoch 



Ergänzende Bemerkungen. 



255 



nicht so kalt, als es sonst der Fall wäre (wenn die thermischen Bodenverhältnisse 
so ungünstig wären wie z. B. bei Görz). 

So kommt es, dass die Frühjahrsvegetation von Meran, trotzdem dass 
das Jahresmittel der Luft nur \1'6^ und das Mittel der Wintertemperatur nur 
-f- VS% das Frühjahrsmittel nur 12'1° (Görz hat 13^) beträgt, jener von Görz 
vorausgeht, denn die höhere und constantere Bodenwärme wirkt zunächst auf 
das Wurzelsystem der Pflanzen anregend und belebend ein, wodurch sich der 
so frühzeitige Saftfluss bei den Lignosen und der beschleunigte Entwicklungsgang 
überhaupt genügend erklärt. 

Je mehr man sich von dem Kernstock der Alpen südwärts entfernt, desto 
geringer wird der Antheil der Bodenwärme, dafür aber um so fühlbarer der 
Einfluss des Küstenklimas. Schon Eoveredo, zwölf Meilen südlicher als Meran, 
hat einen etwas kälteren Winter {V6^) und Herbst und ein Jahresmittel, das 
nur um 2° höher ist als jenes von Meran, obschon es 102 m. tiefer liegt und 
dem Meere viel näher steht als dieses. Daraus kann man entnehmen, wie wenig 
bisweilen auf einen Umstand Gewicht zu legen ist, dem man für gewöhnlich 
einen so bedeutenden Einfluss auf das Vorkommen von südländischen Pflanzen 
auf ihrer nördlichen Verbreitungsgrenze zuzuschreiben pflegt. Das Etschthal 
bei Meran hat den Oel- und Feigenbaum, den Mandelbaum, die Cypresse, und 
auch in Bezug auf den Entwicklungsgang der Frühjahrsvegetation ein mittel- 
ländisches (italienisches) Gepräge, das Isonzothal bringt dagegen schon drei 
Meilen nördlich von Görz keinen Wein mehr hervor, besitzt von Mediterran- 
pflanzen nur noch die Mannaesche und die Hopfenbuche (die übrigens auch an 
der oberen Save in der Nachbarschaft des Krummholzes und des Rhododendron 
auftreten), ist aber reich an Gebirgspflanzen aus der Zone der Rothbuche und 
der Fichte und besitzt selbst mehrere echte Alpinen in einer Seehöhe von 
150-200 m. 

Eine ausführlichere Erörterung solcher anscheinend abnormer pflanzen- 
geographischer Pacta und ihrer Ursachen findet der Leser in meiner: „Ver- 
gleichenden Uebersicht der Vegetationsverhältnisse der Grafschaften Görz und 
Gradisca" in der Oesterr. botan. Zeitschr. 1880, ferner in den Abhandlungen: 
„Die Erdwärme als pflanzengeographischer Factor*' (Engler's Botan. Jahrb. 1881) 
und „Die Berghaide der südöstlichen Kalkalpen". Ibidem 1883. 

In den „Untersuchungen über die Ursachen der Abänderung der Pflanzen* 
(ibidem 1884) versuchte ich auf Grund mehrfacher Beobachtungen im Freien 
darzuthun, welchen Einfluss die physikalischen Bodenfactoren auf die Gestal- 
tung mancher Pflanzenarten nehmen. Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht 



256 



Franz Kraäan. Ergäazende Bemerkungen. 



verhehlen, dass die von den älteren Autoren vertretenen Maximen keine solide Basis 
für derartige Untersuchungen gewähren. Will man das, was der Einwirkung des 
Bodens oder des Standortes überhaupt zugeschrieben werden muss, auf die Dauer 
festhalten, um Anhaltspunkte für die Geschichte der Formenentwicklung der 
Pflanzen zu gewinnen, so ist es unumgänglich nothwendig, selbst auf geringere 
Abweichungen im Habitus der Pflanze, in der Form einzelner Organe, im Grössen- 
verhältniss derselben etc. zu achten und die wahrgenommenen Differenzen durch 
einen entsprechenden Namen zu fixiren, wozu aber die ältere Nomenclatur, da sie 
meist nur für ganze Formengruppen (Collectivspecies) eigene Bezeichnungen 
hat, nicht ausreicht. 

In diesem Sinne bitte ich den Leser einige meiner Angaben im XXXIII. Bande 
dieser Verhandlungen zu corrigiren, so insbesondere auf p. 596 Z. 27 und 28 v. o. ; 
da sollte nämlich Euphrasia Carniolica Kerner (Schedae ad fl. exs. austro-hung. 
II, Nr. 637) stehen, anstatt E. salishurgensis, da nach Koch'scher Auffassung 
unter letzterem Namen mehrere wohl unterscheidbare Formen verstanden zu 
werden pflegen und ich die grossblüthige Form, die in den julischen Alpen so 
äusserst häufig ist, bezeichnet haben möchte. Doch habe ich mich im ver- 
gangenen Sommer (1884) überzeugt, dass auch eine kleinblüthige , der E. salis- 
burgensis Funk entsprechende Form im Quellgebiete der Save vorkommt, i) 



^) Ersuche noch ferner um folgende Berichtigungen: S. 602, Z. 9 v. o. „Kirsche" statt 
„Kirche". — S. 602, Z. 20 v, o. „als das so hohe" statt „so als das hohe". - S. 605, Z. 10 v. o. 
„carnea'^ statt „vulgaris". — S. 627, Z, 7 v. u. (in der Anmerkung) „entziehen" statt „entzieht". 
— S. 640, Z. 11 V. 0. „nicht so hoch" statt „so hoch". — S, 643, Z. 11 v. u. „von Nordost" statt 
„Nodost". — S. 644, Z. 2 V. 0. „tief" statt „kalt". 

Im Jahrg. 1870: S. 267, Z. 6 v. o. „Etwas höher" statt „Bedeutend niedriger". — S. 267, 
Z. 2—3 V. u. „Südostabhange" statt „Südwestabhange'*. — S. 269, Z. 10 v. o, „Iris illyrica Tommasini 
(Sulla vegetatione delFIsola di Yeglia 1875, p. 63, 81). — S. 269, Z. 14—15 „Dianthus Tergestinus 
ßeichb. Kerner" (Schedae II, Nr. 545). — S. 314 „Euphrasia Carniolica" statt „E. salishurgensis" 
und „Dianthus Tergestinus" statt „D. sylvestris." — S. 315 „Euphrasia sp." statt Euphrasia off." Es 
ist dies eine der E. versicolor Kerner (Schedae I, Nr. 151) sehr ähnliche, buschig verästelte Form, 
deren Blattzähne sehr stumpf sind. 



257 



Die Tliierwelt im Levitieiis (III. Buch Moses). 

Von 

Dr. Ludwig Karpelles. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4. Februar 1885.) 

Wenn man unter den Werken Umschau hält, die sich auf die ersten An- 
deutungen über die Thierkunde der Alten beziehen, so muss man unbedingt 
die Bemerkung machen, dass eine sehr ergiebige und zugleich vielleicht die 
älteste Kundgebung in dieser Hinsicht — die fünf Bücher Moses — gegen 
andere, als die Werke der Griechen und Kömer, sehr vernachlässigt wurde. 
Bei dem Umstände, dass diese mit Kecht beanspruchen können, für das älteste 
Buch gehalten zu werden, und dass sie durch ihre Eeichhaltigkeit in dieser 
Eichtung jenen bei Weitem überlegen sind, ist diese Thatsache merkwürdig 
und mag wohl nur dadurch begründet sein, dass der Urtext ziemlich schwierig 
zugänglich ist. Die folgenden Zeilen wollen weniger eine erschöpfende Darstellung 
dieses Gegenstandes sein, als vielmehr blos den Weg zu den oft ziemlich 
schwierigen Deutungen selbst bahnen und die Aufmerksamkeit der Zoologen auf 
ein Gebiet lenken, das für die Geschichte der Zoologie von unschätzbarem 
Werthe sein muss. Sie beziehen sich ausschliesslich auf die gelegentlich der 
Speisegesetze der Juden im II. Capitel des III. Buches Moses aufgeführten 
Thierarten, an deren Betrachtung ich in der Reihenfolge gehe, wie sie daselbst 
angeführt sind. 

Bekanntlich erlaubte der älteste Gesetzgeber den Israeliten nur den Genuss 
jener Säugethiere, die „gespaltene Klauen" haben und „wiederkäuend" sind. 
Darnach würde man glauben, in diesen die Artiodactyla ruminantia der heu- 
tigen Zoologen, respective die Pecora L., Bisulca Blum, Zygodactyla Wag. etc. 
zu erkennen. Allein es zeigt sich bald, dass nicht alle der letzteren darunter 
gemeint sind, denn der Urtext fügt jener Bestimmung vier Thiere an, deren 
Genuss verboten wird. 

Zunächst eines unter dem Namen Gomol, das unzweifelhaft Kameel 
heisst, mit der Begründung: „weil es wiederkaut, aber keine gespalteneu Klauen 
hat". Daraus geht hervor, dass schon damals auf die Art des Auftretens beim 
Kameele auf die Sohle geachtet wurde, was nicht merkwürdig ist, da dieses 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abii. 33 



258 



Ludwig Karpell 



Thier bei den alten Hebräern in der Wüste eine sehr grosse Rolle spielte. Diese 
Ausnahme zeigt andererseits, dass Moses nur jene Bisulca unter den mit ge- 
spaltenen Klauen versehenen aufnimmt, deren Zehen (respective Klauen) nicht 
nur oben, sondern auch unten durchgehends getrennt sind. Da das Kameel ein 
für diese Orientalen hochwichtiges Thier war, so wird seiner in jenen uralten 
Schriften sehr oft Erwähnung gethan. In einem Theile des Talmud (Baba 
mezia 38 b) ist von einer Krankheit des Kameeies die Rede, bei welcher sein 
Höcker eitert; als Remedium dafür wird daselbst Honig angegeben. 

Dem Kameele zunächst (Vers 5) wird ein Thier unter dem Namen 
Schophon angeführt, bezüglich dessen mehrere Deutungen vorliegen. Die der 
Rabbinen und Luther's als „Kaninchen" muss zurückgewiesen werden, weil es im 
Urtexte in wörtlicher Uebersetzung heisst: „denn es wiederkäut, aber die Klaue 
ist ihm nicht gespalten". Der angeführte hebräische Name steht nach dieser 
Deutung zu Spanien — Hispania — in einer Beziehung, so dass entweder das 
Land von der daselbst damals sehr gemeinen Thierart, oder umgekehrt diese 
ihre Bezeichnung von dem Laude herleiten soll; höchstwahrscheinlich war die- 
selbe aber damals im Oriente noch nicht bekannt. Bochart hält es für einen 
Springhasen, Dipus jaculus ; da diese Art aber nur im Lehm und im Sandboden 
nistet und von dem Schophon ausgesagt wird, dass es sich in Felsen aufhält, 
so halte ich es mit einigen neuern Commentatoren für Hyrax syriacus 
Schreb. Dieselbe Art wird von dem jüdischen Gelehrten Saadias „Wahr", 
von den Syriern „Daman", von den Aethiopiern „Aschkoko" genannt. Sie ist 
im Libanon, in den Gebirgen und Felsen von Syrien, Palästina, Arabien, 
Abyssinien etc. sehr häufig. Diese Deutung erhält durch die Thatsache die 
grösste Wahrscheinlichkeit, dass diese Art ein schmackhaftes Fleisch haben soll 
und daher von den Arabern gegessen wird, was die ausdrückliche Erwähnung 
dieser Speeles im Pentateuch sehr erklärlich macht. 

Arnäväth heisst eine weitere, verbotene Thierart, die übereinstimmend 
als Hase gedeutet und aus demselben Grunde wie die beiden ersten als 
„unrein" (respective verboten) bezeichnet wird. Die Angabe vom Wiederkauen 
des Hasen ist wohl auf die Art seiner Kaubewegungen, die er mit den Bumi- 
nantiis gemein hat, zurückzuführen. Von den Völkern des Alterthums genossen 
die Araber, Griechen und Römer den Hasen, obwohl unter Anderen auch Galen 
dem Genüsse desselben dickes, melancholisches Blut zuschreibt; es wird ferner 
erwähnt, dass Hasenfleisch ein Mittel gegen Epilepsie, Podagra, Krebs u. s. w. sei. 

Das nächste der verbotenen Thiere, Chasir, ist das Schwein, „denn die 
Klaue ist getheilt, ja sogar ganz durchspalten, aber es ist nicht wiederkäuend". 
Es wird (nach Levysohn) im Talmud angegeben, dass seine Eingeweide am 
meisten denen der Menschen gleichen, weshalb bei Schweineseuchen Gebet und 
Fasten verordnet wurden. Aristoteles gibt in seiner Thiergeschichte (1, 14) 
an, dass die Milz des Schweines der der Menschen sehr ähnlich sei. Auch die 
Egypter, die Araber, sowie noch jetzt alle Mohammedaner verabscheuen das 
Schwein, obwohl es bei den alten Egyptern ein Opferthier war und die Kretenser 
es sogar für heilig hielten. 



Die Thierwelt im Leviticus (III. Buch Moses). 



259 



Hieran reihen sich die Bestimmungen über die „Wasserthiere" an, von 
denen allgemein nur jene als erlaubt bezeichnet werden, die Flossen und 
Schuppen haben. 

Bezüglich der Vögel wird im Urtexte selbst keine generelle Bestimmung 
der erlaubten und verbotenen angegeben, sondern letztere, zwanzig an Zahl, 
werden namentlich angeführt. 

1. Ne scher ist unzweifelhaft mit Adler zu übersetzen. 

2. Per e SS wird von Bochart als „Äquila (seu falco) ossifraga, Bein- 
brecher" (Haliaetus alhicüla Briss.) gedeutet. Die Septuaginta') führt ihn 
als „Ypu-a", die Vulgata als „gryphis'' auf. Die Deutung Bochart's ist die 
richtige. 

3. Osnijah, Sept. „aXtat'sTo?", Vulg. „haliaetus" ist der Flussadler, 
Pandian haliaetus Cuv. 

4. Dooh, Sept. „'-"/•■clv", Vulg. „milvus'\ Luther „Weihe milvus^'. Raschi, 
der bedeutendste Commentator des Pentateuch, übersetzt das Wort durch „vultwe", 
und man kann es mit vollem Rechte für Geier gelten lassen. 

5. Ajoh, nach einigen Commentatoren Falke oder Habicht, bedeutet nach 
Levysohn dasselbe wie das vorhergehende Wort, nämlich irgend eine Geierart. 
Der Talmud gibt an, dass im Oriente „hundert unreine (verbotene) Vögelarten 
vorhanden sind, die zum Geiergeschlechte gehören." 

6. Aurew bedeutet Rabe, Krähe, Vulg. „corvinum genus". Die Be- 
* gattung derselben wird im Talmud in der Weise geschildert, dass aus dem 

Maule des Männchens in das des Weibchens eine Speichelmasse fliesst, welche 
die Befruchtung bewirken soll. Ferner wird erzählt, wie die Vorsehung zum 
Ersatz für die Lieblosigkeit der alten Raben dadurch für die jungen sorgt, dass 
aus ihren eigenen Excrementen Maden entstehen, welche den Letztern sogar 
selbst in den Mund kriechen. (B. batra 8. a und Erubin 22. a nach Levysohn, 
p. 173.) 

7. Bass Hajanoh heisst wörtlich eigentlich: „Tochter der Wüste" und 
wird übereinstimmend als Strauss gedeutet. Sein Charakter wird im Talmud — 
wie auch schon der biblische Name vermuthen lässt — elegischer geschildert, 

-als er es verdient, es heisst von ihm (Chulin 64. b), dass er bei seinen Jungen 
weile und über ihren Verlust trauere. 

8. Tachmoss wäre nach Bochart „der männliche Strauss", doch ist 
für diese Deutung kein genügender Grund vorhanden; Sept. „Y>.aü^", Vulg. 
„noctua", einige Commentatoren „Schwalbe", Raschi „Chouette". Ist richtig 
nach dem Letztern, der Sept. und Vulg. mit Eule zu übersetzen. 

9. Schochaf wird von Luther wohl irrthümlich mit „Kukuk" übersetzt. 
Sept. „Xapov", Vulg. „larus", einige Commentatoren „Stein- oder Nachteule". 
Da das Wort „abgezehrt", „mager" bedeutet, so ist es am richtigsten durch 
Seemöve, Larus marinus L., zu übersetzen. 



^) Die ich in der Folge immer nur durch Sept., ebenso wie die Vulgata durch Vulg. 
, bezeichnen werde. 

33* 



260 



Ludwig ^arpelles. 



10. Nez, Sept. Vulg. „accipiter", ebenso Bochart, Raschi 
„Epervier" Sperber und „Astur" Habicht ; daraus schliesst Levy söhn, dass hier 
weder der Sperber, noch der Habicht, sondern die ganze Familie der Sperber, 
Habichte und Palken gemeint sei. 

11. Kauss, Sept. „vu^xadpa^", Vulg. „huho". Die Deutung Rasch i's als 
„Hibou" oder Horneule scheint mir die annehmbarste. 

12. Scholoch, Sept. „xara^paxTr]?«, Yulg. „mergulus", Flinius „Phala- 
corax", ist die Scharbe, Haliaeus III, Graculus Gray, in China „Louwa" ge- 
nannt und daselbst in der Weise zum Fischfange benützt, dass dem Vogel ein 
eng anschliessender Ring vor dem Kröpfe um den Hals gelegt wird, so dass er 
die Fische, die er im Stosse tauchend erbeutet, nicht verschlingen kann, sondern 
wieder ausspeien muss. Auf dieser Thätigkeit — dem Herausholen der Fische 
aus dem Wasser — beruht die angegebene Deutung, denn „scholoch" heisst 
„holen", „senden". 

13. Janschuf. Bezüglich dieses Namens weichen die Deutungen ziemlich 
von einander ab, Sept. „"Iß^", Vulg. „Ibis". Einige übersetzen es gegründet auf 
eine irrige Erklärung Rasch i's (als „vulture^) mit Tauben-, Bartgeier etc. 
Nach Bochart ist es „Bubo", Schleiereule, und das ist wohl die richtige 
Deutung des Wortes, da Raschi an einer Stelle von diesem Thiere sagt, „es 
hat Backen wie der Mensch", und es an dieser Stelle mit „Chouette" übersetzt. 

14. Tinschemess Sept. „Tcopcpupitov", Ynlg. „cygmis", Raschi „Fleder- 
maus", Bochart „Eule", He rxhe im er „Wasserhuhn", Levysohn „Maulwurf". 
Diese Zusammenstellung zeigt, dass bezüglich der Deutung dieser Thierart eine 
noch grössere Meinungsverschiedenheit herrscht als bei der vorhergehenden Speeles. 
Es mag wohl die Uebersetzung des Wortes mit Maulwurf viel für sich haben, 
es ist jedoch andererseits klar, dass dasselbe hier nur mit dem Namen eines 
Thieres zu identificiren ist, das Flugvermögen besitzt. Ich glaube das Thier für 
Fledermaus nehmen zu dürfen, umsomehr, als dieselbe Thierart auch unter 
den acht auf der Erde auf vier Füssen kriechenden Thieren angeführt wird. 
Die etymologische Deutung des Wortes verträgt sich ganz gut mit dieser Er- 
klärung, denn ich leite das Wort entweder von „Noschom", „fliehen", „schweben", 
oder (in weichem Falle allerdings sehr viele gesellig lebende Arten ausgeschlossen 
wären) von „schomom" „verlassen", „einsam" her. 

15. Köoss wird übereinstimmend als Pelikan bezeichnet. Das Wort 
kommt von „Köoh", „speien" und wird talmudisch dadurch erklärt, dass dieser 
Vogel in seinem Kropf und Untersclinabel bis dreissig Pfund Wasser verbergen 
kann, das er dann mit sonstigem Inhalt wieder ausspeit. Namentlich wird 
(Chulin 63) erzählt, dass er Muscheln verschlingt und dieselben wieder ausspeit, 
wenn sie in seinem Magen warm geworden sind, wo er sie dann leicht öffnen 
kann. Wenn diese Beobachtung richtig ist, so müsste man wohl für Magen 
„Schnabel" und statt warm „todt" setzen, denn nur dann verliert der Schliess- 
muskel seine zusammenziehende Kraft. 

16. Rochom, von dem gleichlautenden Worte, das „Liebe", „Erbarmen" 
bedeutet, hergeleitet, wird als der Vogel bezeichnet, dessen Erscheinen der Welt 



Die Thierwelt im Leviticas (III. Buch Moses). 



261 



Liebe und Segen (Regen) bringt. Darum und weil das Wort mit dem Arabischen 
gleichlautend ist, wird es allgemein als der egyptische Erdgeier, Neophron 
perenopterus Sav. (== Fercnopterus veterumj bezeichnet, der namentlich vor 
den Nilüberschwemmungen erscheint; er wurde von den alten Egyptern wahr- 
scheinlich deshalb heilig gehalten und findet sich oft auf ihren Denkmalen ab- 
gebildet. Vielleicht deutet das Wort auf die so überaus wichtige Thätigkeit des 
Vogels hin, der bekanntlich unter dem Aase stark aufräumt. 

17. Chassidoh, nach der Sept. und Vulg. („herodio") „Reiher", nach 
Bochart, den Rabbinern und dem Talmud „der Storch". Letztere Deutung 
ist die richtige. Das Wort kommt von „Chassid" „fromm", einerseits weil dieser 
Vogel „liebevoll seine Speise den Genossen mittheilt" (Chulin 63. a), andererseits 
weil derselbe besondere Zärtlichkeit gegen die Jungen hegen soll. Die Deutung 
dieses Namens als Reiher ist dadurch hervorgerufen worden, dass in den 
Psalmen (104. 17.) vom Vogel dieses Namens erzählt wird, dass er auf Cypressen 
niste, wobei diejenigen, die diesen Vogel für den Reiher halten, von der 
Thatsache ausgehen, dass der Storch auf den Dächern der Häuser niste; da 
letztere jedoch im Oriente meist sehr niedrig sind, so ist jene Angabe doch 
auf den Storch zu beziehen. 

18. Anophoh, Sept. und Vulg. „Charadrion", Regenpfeifer. Nach Raschi 
„He'ron", ist demgemäss durch Fischreiher zu übersetzen; sein Name kommt 
von „Oph" „Zorn", „Wildheit". Im Talmud wird seiner als eines grausamen, 
wilden Vogels Erwähnung gethan. Der nahen Verwandtschaft zwischen ihm und 
dem Storch wird in der Bibel dadurch Rechnung getragen, dass beide Vögel 
neben einander stehen. 

19. Duchiphass, nach Sept., Vulg. und den Arabern „Wiedehopf", nach 
Raschi und dem Talmud „Auerhahn". Diese beiden Erkläruugen sind dadurch 
veranlasst, weil in dem Worte der Stamm des Wortes hadooh — „doh" oder 
„doch" „Schmuck" liegt und diese beiden Vögel sowohl einen auffallenden 
Schmuck besitzen, als auch beide den später anzuführenden Merkmalen zufolge 
verboten sind. Da ich in dem Worte „duchi" „gewunden", „geschlungen" zu 
sehen glaube, so halte ich die Uebersetzuug des Wortes durch Auerhahn für 
die richtigere. 

20. Atalef wird übereinstimmend mit „Fledermaus" übersetzt. Levy- 
sohn entnehme ich, dass das Blut der Fledermaus im Talmud als Heilmittel 
gegen eine Augenkrankheit, wahrscheinlich den weissen Staar, angegeben wird, 
auf welche Verwendung auch Flinius aufmerksam macht. Es wird im Talmud 
(Beza 7. a) auch erwähnt, dass sie bei Nacht gebärt und sich auch zur Nachtzeit 
begattet. Dass dieses so ganz anders lautende Wort, wie dasjenige, welches ich 
unter Nr. 14 anführte, ebenfalls Fledermaus bedeuten soll, kann weder gegen 
diese noch gegen jene Deutung sprechen. Offenbar ist damit eine andere Art 
gemeint als dort, eine Annahme, die um so eher erlaubt ist, als auch spätere 
Autoren, wie Herodot, Strabo und Andere über zahllose Mengen grosser 
Fledermausarten im Oriente (Arabien, Mesopotamien etc.) berichten und als 



262 



Ludwig Karpelle s. 



ferner auch die mitunter recht auffallende Formverschiedenheit diesen Schluss 
erlaubt. 

Vom Talmud (Chulin 61. a) werden vier Kennzeichen für die Entscheidung, 
ob der Genuss eines Vogels erlaubt oder verboten ist, angeführt, die ich nicht 
im Interesse jener hier citire, sondern nur um einen Beleg über die Kenntniss 
rein zoologischer Verhältnisse aus so alter Zeit zu bringen. 

Das erste derselben verlangt von den zum Genüsse erlaubten Vögeln 
eine leicht ablösbare, innere Magenhaut. Da die im Urtexte namentlich auf- 
geführten Vögel bereits zur Genüge zeigen, dass die sich von anderen Thieren 
nährenden verboten sind, so verräth dieses Merkmal schon eine, wenn auch 
nicht bedeutende Kenntniss, so doch wenigstens ein genaues Achten auf die 
verschiedensten anatomischen und morphologischen Verhältnisse. Ein weiteres 
jener vier Merkmale ist das Vorhandensein eines Kropfes, üeber die beiden 
anderen Kennzeichen herrscht keine vollständige Klarheit; das eine bedeutet eine 
namentlich zum Scharren und Packen dienende Zehe, worunter einige „Hinter- 
zehe", andere eine „Verlängerung der Mittelzehe" verstehen ; die erlaubten 
Vögel müssen dieselbe besitzen, offenbar soll sie zum Herausscharren von 
Körnern, Samen etc. dienen. Das letzte Merkmal ist ein negatives und bezieht 
sich auf den Nahrungsfang: das Thier darf in seine Beute nicht die Kralle 
einbauen. Aus diesen Bestimmungen geht deutlich hervor, dass ausschliesslich 
nur auf Pflanzennahrung angewiesene Vögel zum Genüsse erlaubt waren, was 
hier nicht weiter in Betracht kommen soll, dagegen ist es wohl beacht3nswerth, 
mit welcher Schärfe und Umsicht diese Bestimmungen getroffen wurden und 
wie richtig sie trotz ihres bedeutenden Alters sind. 

Von den Insecten — dem „geflügelten Gewürm" — sind jene erlaubt, 
welche zwei Spriugfüsse haben. Fast wäre der Leser des Urtextes bei dieser 
Stelle versucht von dem Staunen über die eben charakterisirte und für die da- 
malige Zeit wahrhaft bewunderungswürdige Thierkenntniss in das Gegentheil 
zu verfallen, wenn er sieht, dass nun durchwegs von Insecten die Rede ist, die 
auf vier Füssen gehen. Allein es ist in der Bibel auf den Umstand, dass die 
Insecten auf diesen vier Füssen gehen ein besonderes Gewicht gelegt. Da damals 
im Oriente von Insecten überhaupt nur Heuschrecken gegessen wurden, so nimmt 
die heilige Schrift auch nur auf solche Rücksicht und sagt, von denen, die 
auf vier Füssen gehen und ausserdem zwei Springfüsse haben, sind vier erlaubt. 
Ich führe dieselben, soweit mir die Deutungen bekannt sind, ähnlich, wie ich 
es bei den Vögeln gethan habe, der Reihenfolge nach hier an und gebe sodann 
wie dort die allgemeinen Kennzeichen au, die der Talmud dem Urtexte erklärend 
beifügt. 

1. Arbäh, Vulg. „hruchus". Das Wort wird von „Raböh" „viel sein" ab- 
geleitet, daher fast allgemein als Wanderheuschrecke, Oedipoda migratoriaL. 
gedeutet. Sie kommen aus Arabien, selten über Egypten, in wolkenähnlichen 
Schwärmen, die die Sonne verfinstern und sich oft ellenhoch über einander 
niederlassen. Ueber ihren Genuss entnehme ich Schmarda Folgendes: Man 
brüht sie in einer heissen Salzlösung, entfernt die Flügel und trocknet sie schnell 



Die Thierwelt im Leviticus (III. Bach Moses). 



263 



an der Sonne. Die Araber essen sie gerne mit Butter. An anderen Orten pulvert 
man sie und mischt sie zur Brotbereitung unter das Mehl. Geröstet schmecken 
sie besser als gesotten, sie werden auch eingesalzen. Auf einigen arabischen 
Märkten bilden sie den Haupthandelsartikel, nach dessen Fallen und Steigen 
sich die übrigen Preise richten. Die Colonisten in Südafrika füttern oft ihre 
Pferde mit Heuschrecken. Ich führe später noch eine weitere Weise der Zu- 
bereitung für eine andere Art an. Die Deutung als OecUpoda migratoria L. 
ist umsomehr unzweifelhaft, als im H. Buche Moses (Cap. 10, Vers 4) dem 
Pharao von Moses und Ahron mit diesem Thiere (unter demselben Namen) 
als Plage gedroht wird. Bemerkenswerth ist jedoch, dass gerade die Beduinen 
der Halbinsel Sinai, wo die Israeliten verweilten, keine Heuschrecken essen. 

2. Solom, von „Selah" „Fels" als Felsheuschrecke bezeichnet. Vulg. 
„attacus^. Nach dem Talmud ist diese Art ungeschwänzt und buckelig. Einige 
nehmen sie für Gryllus eversor L., welche Deutung jedoch sehr problematisch ist. 

3. Chargol, Vulg. ,^ophiomachus'' . Da Gosen ius das Wort wegen des 
Arabischen mit „hüpfen", „gallopiren" übersetzt, so kann man dieser Deutung 
folgen und es mit Heupferd, Loeiista mriclissima L., identificiren. Im Talmud 
(Sabath 67. a, nach Levysohn) wird angegeben, dass man das Ei derselben als 
Mittel gegen Ohrschmerzen im Ohr trug. Sie wird ferner als geschwänzt und 
buckelig beschrieben. 

4. Chogow, Vulg. Jocusta^', einige Commentatoren „Gryllus coro- 
natus L." Bochart leitet ihren Namen vom Arabischen „verhüllen" her. 
Diese Heuschreckenart soll nämlich in solchen Schwärmen auftreten, dass sie 
einen Schleier über die Sonne breite. Es sind unter diesem Namen sicher 
mehrere Heuschreckenarten verstanden, von denen die genannte eine ist. 

Jeder der vier angeführten Heuschrecken (im weiteren Sinne des Wortes) 
ist im Urtexte das Wort „Leminehuh" „nach ihrer Art" beigefügt, woraus folgt, 
dass die genannten Repräsentanten von Gattungen oder Familien darstellen sollen. 

Der Talmud (Chulin 65. a) gibt folgende Kennzeichen für die erlaubten 
Orthopteren an: 1. Das Vorhandensein von vier Gangfüssen, 2. von zwei Spring- 
füssen, 3. von vier Flügeln, 4. müssen die Flügel so lang und so breit sein, 
dass sie die Breite und Länge der Heuschrecke grösstentheils bedecken. Diese 
reinen Orthopteren können sowohl geschwänzt als ungeschwänzt sein, sowohl 
einen länglichen, als einen rundlichen Kopf haben. Ferner ist nach dem Talmud 
der Genuss dieser Arten auch erlaubt, wenn wegen ihrer Jugend die Springfüsse 
noch nicht ganz ausgebildet sind. Die xiusführlichkeit, mit der diese Orthoptera 
genuina hier behandelt werden, ferner die Angabe des Talmud, dass es 800 Arten 
von „Chagowim" (Mehrzahl von „Chogow") gibt, erlaubt den Schluss, dass die 
Fauna des Sinai damals an dieser Insectenordnung reicher gewesen sein muss 
als heute. Vielleicht ist dieser Umstand ein Resultat der viele Jahrhunderte 
dauernden Vertilgung derselben, welcher keine Züchtung und keine Schonzeit 
gegenübersteht. Diesbezüglich ist in Ergänzung zu dem schon vorhin über den 
Genuss der Heuschrecken im Oriente Gesagten noch hinzuzufügen, dass letztere 



264 



Ludwig Karpellee. 



Art auch in Körben gesammelt und, nachdem sie mit Wein Übergossen, in den 
Handel gebracht wurde. 

Nun werden (Vers 29 und 30) noch acht Thierarten, als „Kriechthiere, die 
auf der Erde kriechen", (als verboten) bezeichnet. 

1. Chauled, nach der Sept., Vulg., Raschi und Luther „Wiesel", 
nach Bo Chart, dem Arabischen und Anderen „Maulwurf", und zwar der asiatische 
„Spalax microphtalmus" mit völlig geschlossenen Augenlidern. Da ich durch 
das Wort „chäled" ganz speciell die Eigenschaft des Erdbewohnens ausgedrückt 
glaube, so bin ich geneigt mich der üebersetzung des Wortes durch Maul- 
wurf anzuschliessen. 

2. Ach bor wird von allen Commentatoren als das Geschlecht der Mäuse 
(Maus und Ratte) gedeutet. Im Talmud wird schon weisser Mäuse Erwähnung 
gethan, derselbe nennt ferner Katze, Fuchs, Igel, Wiesel und den Menschen 
als Feinde der Maus. Der Aberglaube hatte viel mit diesem Thiere zu schafifen; 
so wird z. B. angegeben, dass es dem Gedächtnisse schade, wenn man von dem 
geniesst, was eine Maus angefressen hat. 

3. Zow, Sept. „xpoxdoEiXov /^spaatov", Ynlg. „Crocodilus'^, Raschi, „Laub- 
frosch". Nach dem Arabischen „^^^" „Dabb", eine Eidechsenart, dieHassel- 
quist als Lacerta Aegyptia, andere als „Stellio spinipes" deuten, nach anderen 
Commentatoren „Kröte", nach einigen „Schildkröte". Da Raschi (Ketubath 15. a 
und Taharoth V. 1.) dieses Thier als „ein dem Frosche sehr Aehnliches" be- 
zeichnet, so ist nicht zu zweifeln, dass es mit „Kröte" zu übersetzen ist. Damit 
steht auch die Etymologie des Wortes von „zow", „aufblähen" im Einklänge. Im 
Talmud, wo sich oft Angaben über die Eier der Thiere finden, ist (A. Sorah 40. a 
nach Levysohn) angegeben, dass in ihrem Ei „Dotter" und „Weiss" mitein- 
ander vermischt sind und (Chulin 58. b) dass selbe in der am Wasser gelegenen 
Stadt „Mechusa" sehr häufig gefunden wird. 

4. Anokoh, Vulg. „rnygale", nach Raschi und den meisten anderen 
Commentatoren „Igel", nach einigen von „Anok" „seufzen" für Lacerta Gecko 
Hass. genommen, weil dieselbe oft einen seufzerähnlichen Laut hören lässt. Es 
ist jedoch unzweifelhaft Raschi's Deutung als Igel richtig, da er das Wort mit 
„Herrisson" (span. Erizo) übersetzt und erzählt, dass seine Haut mit Stacheln 
bedeckt ist. Die Igelbaut band man bei den alten Hebräern den Kühen um die 
Euter, um die Kälber am Saugen zu hindern, oder auch um Schlangen, bei 
denen der Talmud von einer grossen Vorliebe für Milch zu erzählen weiss, durch 
das Gerassel der Stacheln zu verscheuchen. 

5. Kauach, Sept. ,//a[j.aiX^cov", ebenso Vulg., nach Anderen „Lacerta 
stelUo'\ dürfte wohl mit Chamäleon zu übersetzen sein. Die Alten meinten, 
dass das Chamäleon von der Luft lebe; so schreibt Plinius: „Nec cibo, nec 
potu, nec alio quam aeris alimeuto alitur" (Hist. nat. 8, 33). 

6. Letooh, Sept. „xaXaßwtT]?", Vulg. „stellio'^. Einige Commentatoren 
„Salamander". Raschi übersetzt das Wort durch „Lezard", Lacerta, Eidechse. 



Die Thierwelt im Leviticus (III. Buch Moses). 



265 



Es ist aber gewiss keine einzelne Art, sondern eine ganze Eidechsenfamilie 
damit gemeint. Von dem Schwänze sagt der Talmud, dass, auch wenn er ab- 
gehauen, Leben in ihm zurückgeblieben ist. 

7. Chaumet, Sept. „aaiipa^, Vulg. Jacerta'^, Easchi „Schnecke". Da 
die hier aufgeführten acht Thiere nach dem Talmud (Chulin 128. b) sämmtlich 
zu den Wirbelthieren gehören, „aus Fleisch, Sehnen und Knochen" bestehen 
müssen, da mir ferner das Kriechen auf vier Füssen ein aus dem Urtexte 
hervorgehendes Kriterium zu sein scheint, so ist es wohl gerechtfertigt, die 
Uebersetzung dieses Wortes durch „Schnecke", der die meisten Erklärer gefolgt 
sind, zurückzuweisen. Da „Chaumet" auch „Sand" bedeutet, so kann man diese 
Thierart, mehr der Sept. und Vulg. entsprechend, für den Skink Lacerta 
Scincus veterum (= Scincus officmalis Laur.j halten, da sich diese Eidechse, 
wenn &ie verfolgt wird, mit Kraft und Gewandtheit in den Sand vergräbt, 
was schon den Alten bekannt war. Diese Deutung ist um so zulässiger, als diese 
Art im ganzen Oriente verbreitet ist und in alter Zeit fast allen Theilen dieses 
Thieres wunderkräftige Wirkungen zugeschrieben wurden, und auch mit dem 
gedörrten oder zu Pulver gebrannten Leichnam desselben ein schwungvoller 
Handel betrieben wurde. 

8. Tinschometh (== Tinschemess) habe ich schon oben mit „Fleder- 
maus" übersetzt, das Wort wird von den Meisten hier als „Maulwurf" gedeutet 
und die Synonymie dann durch die enge Verwandtschaft beider Thierarten zu 
begründen gesucht. Ich sehe jedoch keine Veranlassung zu einer solch' pro- 
blematischen Deutung. Und ist der Umstand, dass die Fledermaus hier dreimal 
angeführt wird, bei der Knappheit, welcher sich der Urtext befleisst, auffallend, 
so braucht blos in Erinnerung gebracht zu werden, dass nachweislich mehrere 
Arten von den Orientalen gegessen wurden und diese Thierfamilie, wie schon 
oben erwähnt, daselbst sehr stark vertreten war. 

Zum Schlüsse führe ich noch die Arten mit ihren biblischen Namen in 
systematischer Ordnung an: 



a) Säugethiere. 



Geier (Dooh und Ajoh). 
Erd-, Aasgeier (Rochom). 
Falken (Nez). 
Eule (Tachmoss). 
Horneule (Kauss). 
Schleiereule (Janschuf). 
Rabe (Aurew). 
Auerhahn (Duchiphass) 
Storch (Chassidoh). 
Fischreiher (Anophoh). 
Scharbe (Scholoch). 
Seemöve (Schochaf). 
Pelikan (Kooss). 
Strauss (Bass hajanoh). 



Fledermaus (Tinschemess und Atalef). 
Maulwurf (Chauled). 
Igel (Anokoh). 
Maus (Achbor). 
Hase (Arnäväth). 

Klippschliefer, Hyrax (Schophon). 
Schwein (Chasir). 
Kameel (Gomol). 



h) Vögel. 



Adler (Nescher). 
Beinbrecher (Peress). 
Flussadler (Osnijah). 



Z. B. Ges. B. XXXV. Ahh. 



34 



266 



Ludwig Karpelle s. Die Tliierwelt im Leviticus (III. Boch Moses). 



e) Reptilien. 



e) Insecten. 



Chamäleon (Kauach). 
Skink (Chaumet). 
Eidechse (Letooh). 



Wanderheuschrecke (Arbäh). 
Felsheuschrecke (Solom). 
Heupferd (Chargol). 
Eine weitere Heuschreckenart 



d) Amphibien. 



(Chogow). 



Kröte (Zow). 



Literatur. 



1. Septuaginta, alexandrisch-griechische Uebersetzung des alten Testa- 
mentes (auf Befehl des Königs Ptolemäus Philadelphus von Egypten von zwei- 
undsiebzig jüdischen Schriftgelehrten verfasst) aus dem 3. und 2. Jahrh. v. Chr., 
herausgegeben von Tischendorf, 4. Aufl. 1869, 2 Bde. 

2. Vulgata, die von der röm.-kath. Kirche als authentisch auerkannte 
Bibelübersetzung, herausgegeben von Leander van Ess, Tübingen 1824, 
3 Theile. 

3. Luther 's Bibelübersetzung (v. J. 1534), Ausgabe der sächsischen 
Bibelgesellschaft 1836. 

4. Raschi (abgekürzt für Jizchaki R. Salomo ben Jizchak zu 
Troyes in Frankreich, f 1170 n. Chr.), Commentar über den Pentateuch, in d. 
Ausg. und Uebers, von J. Des sau er, Pest 1867. 

5. Die Bibelübersetzungen und Commentare von Mendelsohn, Salomo n, 
Philippson, Herxheimer und Hirsch. 

6. Aristoteles, Thierkunde, krit. bericht. Text mit deutscher Ueber- 
setzung und Erklärung von Aubert und Wimmer, 2 Bde., Leipzig 1868. 

7. Plinius, Historia naturalis, herausgegeben von M. S. Sillig, 8 Bde., 
Hamburg 1851-1856. 

8. Bochart Sam., Hierozoicon, sive Opus de animalibus scripturae sacrae 
prodiit 1663 etc. 

9. Catlow M. E., Scripture Natural History, bist, of animals mentioned 
in the Bible, London 1852. 

10. Coultas H., Zoology of the Bible, London 1875. 

11. Levysohn Dr. L., Die Zoologie des Talmuds, Frankfurt a/M. 1858. 

12. Hasselquist F., Reise nach Palästina, mit einer Fauna und Flora 
von Palästina und Syrien, herausgegeben von Linn 6, Rostock 1762. 

13. Kotschy T., Ueber Reisen und Samml. d. Naturforscher in der asiat. 
Türkei, in Persien und den Nilländern, Wien 1864. 

14. Die Lehrbücher der Zoologie von Schmarda, (Peters), Garus, 
Gerstäcker und Claus. 

15. Carus J. V., Geschichte der Zoologie bis Müller und Darwin, 
München 1872. 



267 



Die Hymenopteren- Gattung Gasteruption Latr. 
(Foenus aut.). 

Von 

August Schletterer, 

Realschul - Snpplent in Wien. 

(Mit Tafel XIV.) 



(Vorgelegt von Gustos A. Rogenhof er in der Versaminlung am 4. Februar 1885.) 

Herr Reg ierungs rath Dr. Franz Steindachner, Director des 
k. k. zoologischen Hofmuseums in Wien, und Herr Alois Eogenhofer, 
Gustos der entomo logischen Abtheilung, gestatteten mir in liberalster 
Weise zum Zwecke hymenopterologischer Studien, zu welchen ich durch meinen 
Freund, den Hymenopterologen Kohl augeregt worden war, die Benützung der 
Sammlungen und der Bibliothek des k. k. zoologisch en Hofe abinetes. 

Als Ergebniss dieser Studien ist vorliegende Arbeit über die Gattung 
Gasteruption anzusehen, für welche bei der Zersplitterung der Literatur und 
bei der ünvollständigkeit der Beschreibungen eine Bearbeitung mir sehr wün- 
schens Werth erschien. Dazu forderte mich auch das hübsche, zum grössten 
Theile noch unbestimmte Material der kaiserlichen Sammlungen auf. 

Gasteruption ist der älteste, verschollene, prioritätsberechtigte Name 
für eine Gattung, welche allgemein anter dem Namen Foenus bekannt ist. 
Der Name Foenus tritt daher in die Synonymenliste zurück. 

Die Literatur glaube ich ziemlich erschöpfend benützt zu haben. Die 
Arbeiten leiden mit ganz wenigen Ausnahmen an dem höchst empfindlichen 
Mangel, über Färbung und Zeichnung, welche, wie die Erfahrung lehrt, bei 
den Arten sehr variabel sind, die plastischen Merkmale fast vollständig zu ver- 
nachlässigen. Die Arbeiten, welche diesbezüglich eine Ausnahme machen, sind 
jene von Zetterstett, Tournier, Thomson und Abeille de Perrin. 

Meine Abhandlung enthält 1. eine Gattungsbeschreibung, 2. eine Be- 
schreibung der europäischen Arten mit vollständiger Synonymie, 3. eine Be- 
schreibung der im k. k. zoologischen Hofcabinete vorhandenen exotischen Formen, 
4. ein Verzeichniss aller bisher beschriebenen Arten, 5. sind jene Arten, welche 
mir unbekannt geblieben, oder welche ich nicht deuten konnte, im Originaltexte 

34* 



268 



August Schletterer. 



aufgenommen. Im Interesse einer bequemeren Bestimmung habe ich zwei Ta- 
bellen eingefügt, deren erste die mir bekannten europäischen, die zweite die 
australischen Arten enthält. 

Bei der Untersuchung bediente ich mich einer Cylinderlupe mit siebzehn- 
facher Vergrösserung. 

Es ist mir eine angenehme Pflicht, der Vorstehung des k. k. zoologischen 
Hofmuseums, Herrn Regierungsrath Director Dr. Franz Steindachner 
und Herrn Gustos Alois Eogenhofer, an dieser Stelle meinen schuldigen 
Dank auszusprechen. Speciellen herzlichen Dank entrichte ich hiemit Herrn 
Gustos Alois Eogenhofer und meinem lieben Freunde Kohl für die Unter- 
stützung, welche sie mir in liebreichster Weise in Rath und That angedeihen 
Hessen. 

Gasteruption Latr. 



< Ichneumon Linn., Syst. Nat., Ed. X, T. I, p. SGO^) 1758 

< Ichneumon Geolf., Hist. Ins., p. 313 1762 

< Iclineumon Linn., Syst, Nat., Ed. XII. T. I, P. II, p. 930 1767—70 

< Ichneumon Müll., Faun. Ins. Fridr., p. 70 1769 

< Ichneumon Fabr., Syst. Ent,, p. 327 1775 

< Ichneumon Fabr., Mant. Ins., T, I, p. 327 . . 1787 

< Ichneumon Fabr., Mant- Ins., T. II, p. 259 1787 

< Ichneumon Linn., Syst. Nat., Ed. XIII (Gmel.), T. I, P. V, p. 2674 . 1789 

< Ichneumon Linn., Faun, Suec. (auct. Villers), T. III, p. 134 1789 

< Ichneumon Ross., Faun. Etrusc, T. II, p. 35 1790 

< Ichneumon Petagu., Inst. Ent., T, I, p. 355 1792 

Gasteruption Latr., Prec. caract., p. 113, gen. 12 . 1796 

Foenus Fabr., Ent. Syst., Suppl. p. 240 1798 

< Ichneumon Geoff., Hist. Ins., p. 313 1800 

Foenus Walk., Faun. Paris. Ins., T. II, p. 74 1802 

< Ichneumon Hentscb., Epit. Ent. Syst 1804 

Foenus Fabr., Syst. Piez., p. 141 1804 

Foenus Latr., Hist. Nat. Crust. et Ins., T. XIII, p. 194 1805 

Foenus Panz., Ins. Faun. Deutschi., T. II, I. (— C.) Heft 1806 

Foenus Latr., Gen. Crnst. et Ins., T. III, p. 252 1807 

Foenus Latr., Cuv. Eeg. An., T. V, p. 280 1829 

Foenus Dahlb., Exerc. Hym., P. VI, p. 75 1831 

Foenus Curt., Brit. Ent., V. IX, p. 423 1832 

Foenus Nees ab Esenb., Hym. Monogr., T. I, p. 306 1834 

Foenus Steph., III. Brit. Ent., V. VII, p. 120 1835 

Foenus Herr.-Schäff-, Nomencl. ent., T. V, H. 2, p. 55 1840 

Foenus AVestw., Int. Mod. Class. Ins., V. II, p. 135 . 1840 

Foenus Blaucb., Hist. Nat. Ins., T. III, p. 299 1840 

Foenus Zetterst., Ins. Lapp., p, 408 ... 1840 

Foenus Westv/., Trans. Ent. Soc. Lond., V. III, p. 225 1841—43 

Foenus Brüll., Hist. Nat. Ins. Hym., T. IV, p. 537 1846 

Foenus Gay, Hist. fis. y polit. Chile, T. VI, p. 551 , 1851 

Foenus Taschenb., Hym. Deutschi., p. 92 1866 



1) Das vorgesetzte arithmetische Zeichen <, welches ich den Arbeiten Kohl's entlehnt 
habe, soll anzeigen, dass die Gattung Gasteruption in der betreffenden Gattung vollständig ent- 
halten ist, ohne jedoch den Umfang derselben zu erreichen. 



Die Hymonopteren-Gattung Gasteruption Latr. (Foenus aut.)- 



269 



Foenus Tourn., Ann. Soc. Eut. Belg., T. XX, p. VII , 

Foenus Abeille, Bull. Soc. Toulouse, T. XIII 

Foenus Provanch., Pet. Faun, Ent. Canad. Hym., p. 245 
Foenus Thoras., Opusc. Ent., Fase. IX, p. 845 



1877 
1879 
1883 
1883 



Die Hymenopteren- Gattung Gasteruption wurde von Latreille im 
Jahre 1796 in seiner wenig bekannten Abhandlung „Pre'cis. caract." p. 113, 
gen. 12, 1796 aufgestellt. Zwei Jahre später beschrieb Fabricius in seiner 
„Entom. syst. Suppl." p. 240 dieselbe Gattung unter dem Namen Foenus. Die 
gleichzeitigen und späteren Autoren adoptirten die Fabricius 'sehe Bezeichnung. 
Zu wundern ist nur, dass Latreille später selbst auf seine prioritätsberechtigte 
Bezeichnung Gasteruption verzichtete. Nach unserer heutigen Anschauung über 
Prioritätsrechte kann kein Zweifel herrschen, dass der Latreille 'sehe Name 
wieder hergestellt werden muss, umsomehr, als die Latreille 'sehe Beschreibung 
mindestens ebenso gut als die Fabricius 'sehe ist. 

Habitus sehr schlank. Kopf oval. Netzaugen gross und länglich. Sie 
erreichen entweder die Oberkieferbasis, wie bei mehreren europäischen Arten, 
oder stehen in einem mehr oder minder bedeutenden Abstände (Wangen) von 
ihr, wie beispielsweise bei den australischen Arten Gasteruption latigenale 
(Taf. XIV, Fig. 5) und Gasteruption peregrinum. Die Nebenaugen sind so an- 
geordnet, dass ihre Verbindungslinien ein gleichschenkeliges, stumpfwinkeliges 
Dreieck mit der Basis nach hinten darstellen. Das Hinterhaupt ist in der Regel 
scharf gerandet, der Rand nicht selten kragenartig aufgestülpt. Die Kiefer- und 
ippentaster sind kurz, jene sechs-, diese viergliederig. Die gerade vorgestreckten, 
it ziemlich kurzem Schafte versehenen Fühler entspringen in der Mitte der 
tirne. Sie sind viel kürzer als der Körper und haben bei dem cf dreizehn, 
fcei dem Q vierzehn Glieder. Die einzelnen Fühlerglieder sind wenig abgesetzt 
on einander. 

Prosternum nach vorne verengt, halsartig (Taf. XIV, Fig. 2, 3 und 6). 
ronotum sehr kurz und nur bemerkbar durch die vorspringenden, oft dorn- 
rtigen Schulterecken. Thorax etwas comprimirt, koff erförmig. Mesonotum 
urch eine nach hinten gebogene Kerblinie in einen vorderen und hinteren Theil 
eschieden (Taf. XIV, Fig. 7 und 8). In den seltensten Fällen fehlt diese Kerb- 
'*nie. Schildchen seitwärts und hinten durch eine deutliche Furche begrenzt. 
Mittelsegment fast durchaus gröber sculpturirt als der Thorax. ') 

Mittelschienen mit zwei deutlichen Spornen (Taf. XIV, Fig. 9). Hinter- 
beine sehr kräftig und länger als die vier Vorderbeine. Hüften der Hinterbeine 
onisch nach hinten verengt und enge an einander geschlossen. Tibien der 
Hinterbeine mehr oder minder keulenförmig verdickt. Das erste Tarsalglied 



^) Was früher als Metathorax bezeichnet wurde, wird in dieser Arbeit Mittelsegment 
genannt. Hiebei folge ich den wissenschaftlichen Anschauungen, welche Prof. Dr. Friedr. 
Brauer in seiner Abhandlung „lieber das Segment mediaire Latreille's", Bd. LXXXV, 
Sitzber. d. kaiserl. Akad. d. Wissensch., I. Abth., Aprilheft, 1882 niedergelegt hat. Selbstver- 
ständlich gilt das Mittelsegment als erstes, das erste, zweite, dritte etc. Abdominalsegment der 
früheren Autoren als zweites, drittes, viertes etc. Abdominalsegment, 



270 



Augußt Schletterer. 



derselben bedeutend länger und etwas dicker als jedes der vier übrigen Tarsal- 
glieder (Taf. XIV, Fig. 9 und 10). 

Abdomen lang, comprimirt und leicht sichelförmig nach unten gekrümmt. 

Eine besondere Eigenthümlichkeit der Gattung Gasteruption, wie sie in 
der nämlichen Weise bei keiner Hymenopteren- Gattung ausgebildet erscheint, 
ist die, dass das zweite Abdominalsegment unmittelbar hinter dem Metanotum 
an der Basis des Mittelsegmentes entspringt. 

Die Stigmen des Mittelsegmentes erscheinen als rostbraune, hinter der 
Flügelbasis gelegene Längsfurchen, welche in etwas schiefer Richtung nach 
aufwärts steigen, so dass sie nach oben zu etwas gegen den Ursprung des 
zweiten Abdominalgliedes geneigt sind. Ihr oberes Ende liegt in der Höhe des 
Ursprunges des zweiten Abdominalgliedes. 

Flügel (Taf. XIV, Fig. 1) in der Regel hyalin, mitunter etwas angeraucht. 
Carpalzelle (Randmal) gross. Radialzelle sehr gross. Die zwei Cubitalzellen 
ebenfalls gross, die Cubitalader entspringt nicht, wie gewöhnlich bei dem 
Hymenopterenflügel, an der Basalader, sondern an der Radialader, am Abschlüsse 
der inneren, mittleren Schulterzelle. Die erste Discoidalzelle ist in Folge dessen 
sehr verkleinert, ebenso die äussere, mittlere Schulterzelle. Die Basalader trifft 
hart am Rande der Carpalzelle auf die Subcostalader. Das Geäder der Hinter- 
flügel ist höchst mangelhaft, und die wenigen Venenreste bieten keinerlei 
Anhaltspunkte bei Unterscheidung der Formen. Retinaculum mit drei Häkchen. 

Das Flügelgeäder von Gasteruption ist durch gewisse Eigenthümlich- 
keiten ausgezeichnet. Da die Autoren, welche Gasteruption behandeln, durch- 
wegs stillschweigend über diese Eigentbümlichkeiten hinweggehen, so will es 
fast scheinen, als ob sie nicht eingestehen wollten, über das Flügelgeäder dieser 
Gattung im Unklaren zu sein. 

Ich verdanke die mir in liebenswürdigster Weise gegebene Aufklärung über 
die Eigentbümlichkeiten des Flügelgeäders von Gasteruption meinem Freunde 
Franz Fr. Kohl und lasse hier dessen schriftliche Mittheilung wortgetreu 
folgen: „Vergleicht man die Flügel der verschiedenen Hymenopteren-Gattungen, 
so wird man wahrnehmen, dass sich die Cubitalader in der Mehrzahl der Fälle 
an der Basalader, nicht weit von deren Mitte, viel seltener nahe bei der Subcostal- 
ader (z. B. Bemhex, Portion, Orthocentrus, Microgaster u. a.) ansetzt, wo sie diese 
dann nach den Spannungsgesetzen der Venen in der Richtung gegen den Flügelrand 
hin einknickt. Es gibt indessen doch auch ziemlich viele Gattungen besonders 
unter den Tenthrediniden, bei welchen die Cubitalader die Basalader verlassen hat 
und an der Subcosta entspringt. Da in diesen Fällen der spannende Einfluss 
der Cubitalader nicht mehr auf die Basalader ausgeübt wird, so erscheint diese 
auch nicht mehr geknickt. Man sieht also, dass die Cubitalader mit ihrer Ansatz- 
stelle bei den verschiedenen Gattungen an der Basalader hin und her waadert und 
diese manchmal sogar in der Richtung zum Vorderrande des Flügels verlässt, 
indem sie auf die Subcosta überspringt. Warum sollte denn nicht auch der 
gegentheilige Fall vorkommen, wo die Cubitalader mit ihrer Ansatzstelle an der 
Basalader nach hinten rückt und auf die Medialader übergeht? 



Die Hymenopteren-Gattuug Gasttruption Latr. {Foenus aut.). 



271 



„Ich zweifle nicht, dass der Flügel von Gasteruption sich aus einem 
Hymenopterenflügel herausgebildet hat, in welchen die erste Discoidalquerader 
in die erste Cubitalzelle in sichtlicher Entfernung von der ersten Cubitalquer- 
ader mündete; dadurch, dass die Cubitalader auf die Medialader übersprang^ 
vergrösserte sich 1. die erste Cubitalzelle, verkleinerte sich 2. die erste Discoidal- 
zelle umsomehr, als die Cubitalader auf diese Weise nun unter einem sehr spitzen 
Winkel zusammentraf, was ein theilweises Verschmelzen mit der Discoidalquerader, 
also eine aussergewöhnliche Verkürzung der Discoidalquerader zur Folge hatte. 
Darum ist das schiefe Venenstück zwischen der minutiös gewor- 
deneu ersten Discoidalzelle und der Cubitalquerader als Cubital- 
ader zu betrachten, in der ein gutes Stück Discoidalquerader auf- 
gangen ist. 

„Man könnte vielleicht einwenden, dass das erwähnte Venenstück nicht 
die Cubitalader, sondern die erste Discoidalquerader und die Cubitalader, welche 
früher an der Basalader ansetzte, nunmehr erloschen sei. Dies kann jedoch 
nicht der Fall sein, weil die untere concave Cubitallinie in der hinteren Ecke 
an der Medialader entspringt und man sonst Venenreste oder wenigstens die 
concave Cubitallinie, auf welcher die Cubitalader gelegen hat, wahrnehmen 
müsste; und wie wollte man dann noch die Entwicklung der kleinen Zelle 
erklären? 

„Eine weitere Erscheinung im Gasteruptionflügel ist die, dass durch das 
Zurückweichen der Discoidalzelle auch die Submedialzelle ein wenig nach hinten 
gedrängt wurde.* 

Das cT ist bis auf die Geschlechtsunterschiede dem 9 sehr ähnlich. Das 9 
besitzt einen mehr oder minder langen Legebohrer, welcher mit zwei Deck- 
klappeu versehen ist, die bald einfärbig schwarz, bald am Ende weiss sind. 
Während der Legebohrer in so manchen Fällen die Länge des Körpers erreicht 
oder übertrifft, erreicht er dagegen in anderen Fällen nicht einmal die Länge 
des Hinterleibes und bietet somit Anhaltspunkte für die Artenunterscheidung. 

Die Färbung ist, wie die Durchsicht eines reichen Materiales lehrt, ziemlich 
variabel. Ganz gewiss ist derselben nicht die Bedeutung beizumessen, welche 
die Autoren, einige wenige, wie Abeille de Perrin, Thomson, Tournier, 
Zetterstett ausgenommen, in ihren meist ganz unzulänglichen Beschreibungen 
ihr beilegen. Sie ist erst in letzter Linie bei der Bestimmung und Beschreibung 
der Arten berücksichtigt worden. Gasteruption variirt, wie es bei parasitischen 
Formen meist der Fall ist, sehr an Grösse. Dies berechtigt aber nicht, wie es 
Dr. Magretti in seiner Arbeit „Sugli Imenotteri della Lombardia 1882" 
gethan hat, die kleinen Formen als Varietäten mit eigenen Namen zu benennen, 
z. B. Gasteruption opacum var. minus, Gasterupt. granulithorax var. minus, 
Gasterupt. terrestre var. minus, Gasterupt. siculum var. minus. 

Die Artenunterschiede bei Gasteruption liegen 1. im Längenunterschiede 
der durch die Kerblinie geschiedenen Dorsaltheile; 2. in der Länge des Collare; 
3. in der Lage des vorderen Nebenauges zu den Netzaugen; 4. in dem Grade 



272 



August Seil letterer. 



des Abstandes der hinteren Nebenaugen von einander und von den Netzaugen ; 
5. in der relativen Länge der drei ersten Geisseiglieder; 6. in der Entwicklung 
der Wangen (Abstand des unteren Augenrandes von der Oberkieferbasis) ; 7. in 
der Gestalt des Kopfes und seines Hinterrandes; 8, in der Sculptur des Kopfes, 
sowie des Thorax, Mittelsegments und der Hinterhüften; 9. in der Form der 
Schienen und in der relativen Länge des ersten Tarsaigliedes der Hinterbeine; 
10. in der Länge des Legebohrers beim 9- 

Lebensweise. Gasteruption schmarotzt bei Hymenopteren-Larven, be- 
sonders Bienen (Osmia) und Grabwespen (Trypoxylon). Linnö bemerkt in 
seiner Faun. Suec. auct. Villers T. III, p. 17, 3 n. 117, 1789 von Ichneumon 
jauculator „Hdbitat in Apis truncorum, florisomninae, Sphegisque figuli larvis, 
T. Bergmann. Antennis per quirit, ubi Sphex figulus in pariete hahitat, 
ohservato eo avolat, reditque ei ovum et imponit." Fabricius bemerkt von 
demselben Thiere in Syst. Piez. p. 147, 1804 „in apum spliegumque larvis'^. 
Zetterstett in Ins. Lapp, p. 408, 1840 von demselben Thiere „Larva larvas 
Apiarum Sphegumque clestruit teste Latreille". Nach Giraud in Ann. Soc. 
Ent. France, V. ser., T. VIL p. 417, 1877, lebt die Larve von Foenus jacu- 
lator auf der Larve von Osmia tridendata. An derselben Stelle bemerkt Girau d, 
dass die Larve von Gasteruption assectator auf Trypoxylon figulus lebt. West- 
wood beobachtete G. jaculator {G. Thomsoni oder G. Tournieri) an alten 
Mauern, wo Osmia hicornis nistet. Abeille de Perr in beobachtete G. diver- 
sipes ebenfalls an alten Mauern, wo zahlreiche Hymenopteren, besonders Vespiden 
{Odyneres, Eumenes etc.) nisten. M. Perez sah G. pyrenaicum auf Cemonus 
unicolor und beschreibt die Larve dieser Gasteruption- kvi als weiss, lang, ein 
wenig gebogen, stark abgeplattet, sehr lebhaft und irritafoel. Eine andere 
Gasteruption-kvi l^hi w?ic\\ mündlicher Mittheilung desselben an Abeille auf 
mehreren Colletes- Arten. 

Curtis vergleicht in seinem Brit. Ent. p. 423, 1832, Gasteruption 
assectator in Bezug auf die Körperhaltung während des Fluges mit Ammopliila 
sahulosa und fügt die Beobachtung Latreille's an, welche ich hier in deutscher 
UebersetzuDg wiedergebe: „Man trifft sie auf Blüthen, im Zustande der Ruhe 
das Abdomen oft erhoben. Während der Nacht, oder wenn schlechtes Wetter 
sie am Fliegen verhindert, befestigen sie sich mit ihren Mandibeln an den 
Stengeln verschiedener Pflanzen und befinden sich dann in beinahe perpendi- 
culärer Bewegung. Sie sind oft zu treffen in trockenen und sandigen Gegenden 
und fliegen mit einsamen Bienen und Sphegiden, um deren Nester zu entdecken 
und davon Besitz zu ergreifen oder ihre Eier neben oder auf den Insecten oder 
deren Larven abzulegen, welche ihre Beute werden. Die Larven machen ihre 
Metamorphosen in demselben Neste durch, wo sie wohnen.'* 

Nach Dr. Herm. Müller in seiner „Befruchtung der Pflanzen durch In- 
secten 1873" besucht Foenus jaculator (Gasterupdion Thomsoni, G. Tournieri 
oder G. foveolatum) die Blüthen von Buta graveolens, Anethum graveolens, 
Aegopodium Fodagraria, Chaerophyllum hirsutum imd Gypsophila paniculata; 
Gasteruption assectator auf Aegopodium Fodagraria, Angelica sylvestris, 



Die Hymenopieren-Gattung Gasterupfion Latr. {Foenus aut.). 



273 



Anethum graveolens, Chaerophylhwi temulum, Buta graveolens und Gypso- 
phila paniculata. Gasteruption rubricans trifft man auf Daucus carotta, Ga- 
steruption vagepunctatum selten auf jungen Trieben der Banksien , Gasterup- 
tion pedemontanum auf verschiedenen Umbelliferen und Euphorbien und nach 
mündlicher Mittheilung meines Freundes Kohl sehr häufig auf JEvonymus 
japonicus. Nach Dr. Magretti „Sugli Imenotteri della Lombardia 1882" lebt 
Gasteruption granulithorax, sowie Gasteruption opacum auf vielen Umbelliferen, 
Gasteruption pyrenaicum auf vielen Umbelliferen, auf Linum usitatissimum 
und Reseda odorata, Gasteruption ruhricans auf M'yngium campestre, Ga- 
steruption terrestre auf vielen Umbelliferen, Gasteruption siculum (unbeschrieben) 
auf Petroselinum sativum. 

Die Gasteruption- kri^^ spielen keine bedeutendere Rolle in der Befruchtung 
der Pflanzen als etwa die Grabwespen, da sie vermöge der Kürze ihrer Mund- 
theile nur zum Saugen flachliegenden Honigs befähigt sind. Man wird sie daher 
vergeblich auf Blüthen suchen, die ihren Honig in Röhren bergen, desto häufiger 
auf flach ausgebreiteten Blüthen, also z. B. auf Umbelliferen. 

Bis jetzt sind dreiundachtzig Arten beschrieben worden. Von diesen 
entfallen vierzig Arten auf die paläarktische (I.) Region, vier Arten auf die äthio- 
pische (II.), eine Art auf die orientalische (III-)» neun Arten auf die neark- 
tische (IV.), sechs Arten auf die neotropische (V.) und dreiundzwanzig Arten 
auf die australische (VI.) Region. 

Bis in die jüngste Zeit kannte man nur sehr wenige paläarktische Arten, 
bis sich durch Tournier, Thomson und Abeille de Perrin eine ganz an- 
sehnliche Zahl von Arten zusammenfand, welche sich noch wesentlich durch 
die in dieser Arbeit neu beschriebenen erhöht hat. Trotzdem dürfte die Reihe 
der paläarktischen Formen noch lange nicht geschlosseu sein. 



Tabellarische Uebersicht der paläarktisclien Gasteruption- AHeiu 

1 Drittes Geisseiglied deutlich länger als das erste und zweite zusammen 2 

— Drittes Geisseiglied ungefähr so lang als das erste und zweite zusammen . 4 

— Drittes Geisseiglied kürzer als das erste und zweite zusammen .... 9 

2 Zweites Geisselglied 15 mal so lang als das erste. Kopfhinterraud deutlich 
aufgestülpt mit dreigrubigen Vertiefungen. Kopf matt und quergestreift. 
Länge 16— 18 mm G. pedemontanum Tourn. ^, Q. 

— Zweites Geisselglied nur so laug wie das erste. Kopfhinterrand aufgestiilpt 
ohne Gruben. Kopf glänzend und glatt 3 

3 Kopfhinterrand einfach oder kaum merklich aufgebogen. Drittes Geisel- 
glied deutlich grösser als das erste und zweite zusammen. Erstes Tarsal- 
glied der Hinterbeine so lang wie die vier übrigen zusammen. Vorne am Dor- 
sulum zwei deutlich divergireude Linien. Länge 10 — 11mm. 

6r. nitidum n. sp. . 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abb. 35 



274 



August Schletterer. 



— Kopfhinterrand deutlich aufgestülpt. Drittes Geisseiglied kaum länger als 
das erste und zweite zusammen. Erstes Tarsalglied der Hinterbeine ein 
wenig kürzer als die vier übrigen Tarsaiglieder zusammen. Die zwei 
divergirenden Linien vorne am Dorsulum fehlen. Länge 8—9 mm. 

6r. austriaciim n. sp, 

4 Kopfhinterrand deutlich aufgestülpt mit grubigen Vertiefungen ... 5 

— Kopfhinterrand einfach oder aufgestülpt ohne grubige Vertiefungen . . 9 

5 Wangen sehr schmal (deutlich kürzer als das erste Geisselglied). Abstand 
der hinteren Nebenaugen von einander grösser als die Länge des zweiten 
Geisselgliedes. Kopf schwach glänzend. Hinterhüfte fein lederartig. Länge 
12—13 mm 6r. terrestre Tourn. Q. 

~ Wangen fast so lang wie das erste Geisselglied. Abstand der hinteren 
Nebenaugen von einander so gross wie die Länge des zweiten Geissel- 
gliedes. Kopf glänzend. Hiuterhüfte glatt. Länge 12—13 mm. 

6r. Tournieri Schlett. Q. 

6 Zweites Geisselglied doppelt so lang wie das erste 7 

— Zweites Geisselglied nur 1*5 mal so lang wie das erste oder gleich dem 
ersten 8 

7 Kopfhinterrand stark aufgestülpt. Dorsulum von der Kerblinie grob quer- 
runzelig, hinter der Kerbliuie weniger grob und undeutlich querrunzelig. 
Schildchen vorne fast glatt, hinten undeutlich quergestreift. Länge 14 
bis 16 mm G. Thomsoni Schlett. 9- 

— Kopfhinterrand sehr wenig aufgestülpt. Dorsulum vor und hinter der 
Kerblinie deutlich und grob querrunzelig. Schildchen durchaus deutlich 
runzelig. Länge 12 — 13 mm G» granulithorax Tourn. 9. 

8 Zweites Geisselglied nur so lang wie das erste. Dorsulum grobrunzelig 
und punktirt, ohne divergirende Linien vorne. 9 Legebohrer so lang wie 
der Körper. Länge 11— 13 mm. . . G. distinguendum n. sp. cf, Q . 

— Zweites Geisselglied l'ömal so lang wie das erste. Abstand der hinteren 
Nebenaugen von einander gleich der Länge des zweiten Geisselgliedes. 
Dorsulum lederartig mit kaum wahrnehmbaren divergirenden Linien. 
9 Legebohrer viel kürzer als der Körper (kürzer als das Abdomen). 
Länge 13—14 mm G, Freyi Tourn. 9 • 

9 Kopfhinterrand einfach, nicht aufgestülpt 11 

— Kopfhinterrand deutlich aufgestülpt 10 

10 Zweites Geisselglied doppelt so lang wie das erste. Drittes Geisselglied 

so lang wie das zweite. Abstand der hinteren Nebenaugen von einander 
gleich der Länge des zweiten Geisselgliedes. Dorsulum deutlich netzartig 
runzelig (Kopf glänzend). Länge 11—16 mm. G, pyrenaicum Guär. cT, 9 • 

— Zweites Geisselglied nur 1*5 mal so lang wie das erste Geisselglied. 
Drittes Geisselglied länger als das zweite. Abstand der hinteren Neben- 



Die Hyraenopteren-Gattung Gasteruption Latr. {Foenus aut.). 



275 



aiigeu von einander deutlich grösser als die Länge des zweiten Geissel- 
gliedes. Dorsulum fein lederartig punktirt, vorne ohne divergirende 



(2) Linien 6r. vat/epuncfatum Costa 9. 

11 Erstes Tarsalglied der Hinterheine kürzer als die vier übrigen Tarsal- 
glieder zusammen 12 

— Erstes Tarsalglied so lang wie die vier übrigen Tarsaiglieder zusammen 13 



12 Wangen fehlen. Zweites Geisselglied doppelt so lang wie das erste. Ab- 
stand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen gleich der Länge des 
ersten Geisselgliedes. Dorsulum sehr grob runzelig mit Neigung zur Quer- 
runzelung. (Hintertibien sehr stark gekeult). Länge 10 mm. 

6r. tibiale n. sp. $. 

— Wangen so lang wie das erste Geisselglied. Zweites Geisselglied nur 
rS mal so lang wie das erste Geisselglied. Abstand der hinteren Neben- 
augen von den Netzaugen doppelt so gross wie das erste Geisselglied 
(gleich dem zweiten). Dorsulum weniger grob gerunzelt und punktirt. 
Länge 10 mm 6r. graecum n, sp, 9 • 

13 Abstand der hinteren Nebenaugen von einander ein wenig kleiner als 
die Länge des zweiten Geisselgliedes; Abstand derselben von den Netz- 
augen ein wenig grösser als die Länge des zweiten Geisselgliedes. (Dor- 
sulum vorne fast glatt, sonst narbig punktirt und dazwischen mehr oder 
weniger deutlich gerunzelt.) Kopf stark glänzend. Länge 11—12 mm. 

6r. laeviceps n. sp. c^. 

— Abstand der hinteren Nebenaugen von einander gleich der Länge des 
zweiten Geisselgliedes oder grösser, Abstand derselben von den Netz- 
augen gleich der Länge des zweiten Geisselgliedes oder kleiner. Kopf matt 14 

14 Wangen deutlich sichtbar (wenn auch kleiner als das erste Geissel- 
glied). Hinterschienen stark gekeult. (Dorsulum lederartig runzelig.) 
Länge 11— 12 mm 6r. Kohlii n. sp. cf. 

— Wangen verschwindend klein. Hinterschienen nur mässig gekeult . .15 

15 Abstand der hinteren Nebenaugen von einander grösser als die Länge 
des zweiten Geisselgliedes; ihr Abstand von den Netzaugen gleich der 
Länge des zweiten Geisselgliedes. Erstes Tarsalglied der Hinterbeine ein 
wenig kürzer als die vier übrigen Tarsaiglieder zusammen. Dorsulum 
lederartig runzelig, vorne mit zwei deutlichen divergirenden Linien. Länge 
9— 11 mm G. rubricans Gudr. cf, Q. 

— Abstand der hinteren Nebenaugen von einander gleich der Länge des 
zweiten Geisselgliedes; ihr Abstand von den Netzaugen kleiner als die 
Länge des zweiten Geisselgliedes. Erstes Tarsalglied der Hinterbeine so 
lang wie die vier übrigen Tarsaiglieder zusammen. Dorsulum fein runzelig, 
ohne die zwei divergirenden Linien vorne. Länge 8—12 mm. 

6r. assectator Fabr. c^, 9- 
35* 



276 



August Schletterer. 



1. Gasteruption assectaior Fabr. 

Long. 8 — 12 mm. , 9 . — Caput opacum. Ocelli posteriores ah oculis 
minus distant quam longitudine flagelli articuU secundi; inter se fere plus 
distant quam longitudine articuli secundi. Flagelli articulus secundus evidenter 
sesqui longior primo, tertius articulus longitudine aequalis secundo vel paululo 
longior. Genae hrevissimae. Margo occipitalis non reflexus. 

Borsidum siibtiliter coriaceum sine lineis divergentibus. Segmentum 
medianum grosse rugosum. Coxae posteriores coriaceo-rugosae. Metatarsus 
pedum posteriorum ceteris tarsi articulis longitudine aequalis. Terebra hrevior 
dbdominis segmento secundo. Valvulae in apice non albidae. 

Kopf matt, mit einfachem, nicht aufgestülptem Hinterrande. Abstand der 
hinteren Nebenaugen von den Netzaugen kleiner als das zweite Geisseiglied, 
Abstand der hinteren Nebenaugen unter sich fast grösser als das zweite Geissel- 
glied. Zweites Geisselglied deutlich 1*5 mal so gross als das erste, drittes 
Geisselglied so lang wie das zweite oder ein wenig länger. Wangen sehr schmal. 

Die zwei vorne am Dorsulum gegen das Collare hin divergirenden Linien 
fehlen. ^) Dorsulum fein lederartig. Mittelsegment ziemlich grobrunzelig. Hüften 
der Hinterbeine lederartig runzelig. Erstes Tarsaiglied der Hinterbeine so lang 
wie die vier übrigen Tarsalglieder zusammen. Legebohrer kürzer als das zweite 
Abdominalsegment. Klappen ohne weisse Enden. 

Allgemeine Färbung schwarz. Zweites, drittes und viertes Abominal- 
segment am Hinterende roth gefleckt. Beine schwarz, mit bräunlich schwarzen 
Tarsen oder bräunlichschwarz mit rostbraunen Tarsen; Tibien an der Basis 
heller bis weiss gefleckt. 

Untersuchungen an einem zahlreichen Materiale von den verschiedensten 
Localitäten haben mich gelehrt, dass Gasteruption assectator sehr variabel ist, 
besonders was Grösse und Färbung betrifft. Gasteruption minutum Tourn. ist 
ganz sicher nur auf Grund kleiner Exemplare beschrieben worden. Ebenfalls al-s 
synonym mag Gasteruption fumipenne Thoms. gelten, welches sich nach 
Thomson durch rauchige Flügeltrübung von Gasteruption assectator unter- 
scheidet. Nun findet sich aber diese rauchige Flügeltrübung bei Gasteruption 
assectator nicht selten, und zwar in verschiedenem Grade bis zur vollkommenen 
Durchsichtigkeit. 

Eussland (Petersburg) ; Deutschland (Hamburg, Gräffe); Niederösterreich 
(Piesting, Tschek, Frankenfeld, Erber); Croatien (Josefsthal); Triest, Ullrici; 
Livorno; Tirol (Bozen, Kohl). 

Gasteruption assectator var. nitidulum Schlett. cT, Q zeichnet sich aus 
durch den deutlich aufgestülpten Kopf hinterraud , welcher bei Gasteruption 



^) Die bei vielen Gasteruption- kri^n vorne am Mesonotum vorkommenden Linien, welche 
immer gegen das Collare Mn divergiren, sind wahrscheinlicli die äusseren Spuren der Ansätze des 
Läugsmuskels. 



Die Hymenopteren-Gattung Gasteruption Latr. (Foenus aut.). 



277 



assectator einfach, und durch den etwas glänzenden Kopf, welcher bei Ga- 
steruption assectator matt ist. 

2. Gasteruption austriacum lu sp. 

Long. 8— 9 mm. cf. — Caput laeve et nitidum. Oeelli posteriores ab 
oculis evidenter plus distant quam longitudine flagelli articuli primi, inter vix 
plus distant. Flagelli articulus secundus longitudine articulo primo aequalis, 
tertius articidus paido longior primo unacum secundo. Oculorum margo in- 
ferior pertinet ad mandibularum basin. Ma^-go occipitalis evidenter reflexus, 
sine foveis. 

Borsulum transverso-striolatum ut in Gasteruption terrestri. Segmentum 
medianum coriaceo-rugosum. Coxae posteriores subtiliter coriaceae. Metatarsus 
pedum posteriorum articulis ceteris tärsi longitudine aequalis. Affinis Gaste- 
ruptioni terrestri. 

■ Kopf vollkommen glatt und glänzend. Abstand der hinteren Nebenaugen 
von den Netzaugen deutlich grösser als das erste Geisselglied. Abstand derselben 
von einander wenig grösser. Erstes Geisselglied so lang wie das zweite, drittes 
etwas länger als das erste und zweite zusammen. Wangen fehlen. Kopfhinterrand 
deutlich aufgestülpt, aber ohne grubige Vertiefungen. 

Thorax ohne divergirende Linien an der Vorderseite des Dorsuluras. Dor- 
sulum quergestreift wie bei Gasteruption terrestre. Mittelsegment lederartig 
runzelig. Hüften der Hinterbeine fein lederartig. Erstes Tarsalglied der Hinter- 
beine nahezu so lang wie die vier übrigen Tarsalglieder zusammen. 

Allgemeine Färbung schwarz. Zweites, drittes und viertes Abdominal- 
segment rostroth gefleckt, Vorderbeine braun mit hellgelben Flecken an den 
Tibien und Tarsen. Hinterbeine schwärzlich und ungefleckt. 

Von dem ihm nahestehenden Gasteruption terrestre dadurch unter- 
schieden : Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen grösser als das 
erste Geisselglied, Abstand derselben unter sich wenig grösser. Erstes Geissel- 
glied so lang als das zweite, drittes Geisselglied länger als das erste und zweite 
zusammen. Es fehlen die drei grubenartigen Vertiefungen am aufgestülpten 
Kopfhinterrande. Medialsegment weniger grob sculpturirt, wie auch die Hüften- 
tibien und Tarsen der Hinterbeine ungefleckt. 

Oesterreich (Frankenfeld, Erb er). 

3. Gasteruption distinguendum. n. sp. 

Long. 11 — 13 mm. cT, 9 • — Caput opacim. Oeelli posteriores ab oculis 
distant longitudine flagelli articuli pjrimi, inter se longitudine articuli secundi. 
Flagelli articulus secundus duplo-longior primo, tertius articulus longitudine 
primi unacum secundo. Genae brevissimae. Margo occipitalis reflexus. 



278 



August Sc Ii letterer. 



Dorsulum grosse rugoso-punctatum. Metatarsus pedum posteriorum 
articuUs ceteris tarsi longitudine aequalis. Terebra fere longitudine corporis. 
Valvulae in apice albidae, 

gracilior quam 9 et flagelli articulus secundus ((f ) vix longior primo. 
(Taf. XIV, Fig. 14 und 15). 

Kopf matt. Abstand der hinteren Nebenangen von den Netzaugen gleich 
der Länge des ersten Geisselgliedes. Abstand der hinteren Nebenaugen von 
einander gleich der Länge des zweiten Geisselgliedes. Das zweite Geisselglied 
so lang als das erste, das dritte Geisselglied so lang wie das erste und zweite 
zusammen, Wangenbreite verschwindend klein. Hinterhauptsrand aufgestülpt. 

Dorsulum grob runzelig und punktirt. Erstes Tarsaiglied der Hinter- 
beine so lang wie die vier übrigen zusammen, 

Legebohrer fast so lang wie der ganze Körper. Klappen am Ende weiss 
gefleckt. 

Allgemeine Färbung schwarz. Tibien der Hinterbeine an der Basis weiss 
gefleckt. Tarsen der Hinterbeine weiss gefleckt in der Mitte. Die cf sind 
schlanker als die 9, und das zweite Geisselglied ist bei ihnen nur wenig länger 
als das erste und kürzer als das dritte. (Taf. XIV, Fig. 14 und 15.) Nahestehend 
dem G. diversipes Ab. 

Niederösterreich (Piesting, Tschek); Tirol (Bozen); Triest, Fiume, Eagusa; 
Toscana (Livorno); Frankreich (Versailles); Balkan. 

4. Gasteriiption Freyi Tourn. 

Long. 13 — 14 mm. 9- — Caput opacum. Ocelli posteriores ab oculis 
longitudine flagelli articuli primi distant, inter se longitudine articuli secundi. 
Flagelli articulus secundus sesqui longior primo, tertius articulus fere longi- 
tudine articuli primi unacum secundi. Mandibularum basis partinet ad mar- 
ginem oculorum inferiorem. Margo occipitalis evidenter reflexus, sine foveis. 

Dorsulum coriaceum et inconspicue transverso-striolatum. Segmentum 
medianum grosse rugosum. Coxae posteriores coriaceae. Metatarsus posterior 
ceteris articulis tarsi 2^edum posteriorum longitudine aequalis. Terebra brevior 
corpore, longior segmento abdominis secundo. 

Kopf matt. Abstand der hinteren Nebenaugen so gross wie die Länge 
des ersten Geisselgliedes. Abstand der hinteren Nebenaugen unter sich so gross 
wie die Länge des zweiten Geisselgliedes. Zweites Geisselglied 1*5 mal so lang 
als das erste. Drittes Geisselglied nahezu so lang als das erste und zweite 
zusammen. Wangen fehlen, Kopfhinterrand kvagenartig aufgestülpt und ohne 
grubenartige Vertiefungen. 

Thorax lederartig, mit Neigung zur Querstreifung, Mittelsegment grob- 
runzelig. Hüften der Hinterbeine lederartig. ICrstes Tarsenglied der Hinter- 
beine so lang wie die vier übrigen Tarsaiglieder zusammen. 

Legebohrer kürzer als der Körper, länger als das erste Abdominalsegment. 



Die Hymenopteren-Gattung Gasteruption Latr. (Foemis ant.). 



279 



Allgemeine Färbung schwarz. Zweites und drittes Abdominalsegment 
rostroth gefleckt, Beine bräunlichscliwarz. Hinterschienen an der Basis weiss 
gefleckt. 

Oesterreich. 

5. Gasteruption graecum ii. sp. 

Long. 10 mm. cf ■ — Caput vix nitidum et fere laeve. Ocelli posteriores 
inter se ut ab oculis longitudine flagelli articuli secundi distant. Flagelli 
articulus secundus duplo longior quam primus, tertius paululo longior quam 
secundus. Genae longitudine flagelli articuli primi. Margo occipitalis non 
reßexus. 

Dorsulum rugosum et punctatum. Metatarsus posterior hrevior quam 
ceteri tarsi articuli. Alae interdum subfumatae. 
Affinis Gasteruptioni laevicipi. 

Kopf wenig glänzend und fast glatt. Die hinteren Nebenaugen stehen 
von einander gleichweit ab wie von den Netzaugen. Abstand so gross wie die 
Länge des zweiten Geisseigliedes. Zweites Geisselglied doppelt so lang wie das 
erste. Drittes Geisselglied eher länger als das zweite. Wangenbreite gleich 
der Länge des ersten Geisseigliedes. Kopfhinterrand einfach (nicht kragenartig 
aufgestülpt). 

Dorsulum runzelig und punktirt. Erstes Tarsalglied kürzer als die vier 
übrigen Tarsalglieder zusammen. 

Allgemeine Färbung schwarz. Zweites, drittes und viertes Abdominal- 
segment rostroth geringelt. Tibien der Hinterbeine an der Basis heller gefleckt. 
Flügel öfters angeraucht. 

Nahestehend Gasteruption laeviceps. 

Epirus, Tinos (Erb er). 

6. Gasteruption granulithorax Tourn. 

Long. 12 — 13 mm. 9 • — Caput vix nitidum et subtiliter transverso- 
striatum. Ocelli pjosteriores ab oculis vix longitudine flagelli ai'ticuli primo 
distant, inter se longitudine articuli secundi. Flagelli articulus secundus 
duplo longior quam primus, tertius longitudine aequalis primo unacum secundo. 
Genae dimidio breviores quam flagelli articulus primus. Margo occipitalis 
paulum reflexus. 

Dorsulum grosse transverso-rugosum. Lineas antice in dorsulo coUare 
versus divergentes evidenter conspicuae. Scutellum minus grosse rugosum. Seg- 
mentum mediamim grosse reticulato-rugosum inconspicue transverso- rugosum. 
Coxae posteriores subtiliter transverso-rugosae. Metatarsus posterior brevior 
quam ceteri articuli tarsi pedum posteriorum. 

Terebra longitudine corpori aequalis. 

Kopf wenig glänzend und fein quergestreift. Abstand der hinteren Neben- 
augen von den Netzaugen kaum so gross wie die Länge des ersten Geisselgliedes. 



280 



August Schletterer. 



Abstand der hinteren Nebenaugen unter sich gleich der Länge des zweiten 
Geisseigliedes. Zweites Geisseiglied doppelt so lang als das erste, drittes Geissei- 
glied so lang wie das erste und zweite zusammen. Wangen halb so lang wie 
das erste Geisselglied. Kopfhinterrand wenig aufgestülpt. 

Dorsulum ziemlich grob querrunzelig; die zwei divergierenden Linien 
vorne am Dorsulum sind deutlich sichtbar. Scutellum weniger grob gerunzelt 
als das Dorsulum. Mittelsegment grob netzrunzelig mit Neigung zur Quer- 
runzelung. Hinterhüften fein querrunzelig. Erstes Tarsaiglied der Hinterbeine 
kleiner als die vier übrigen zusammen. Legebohrer so lang wie der Körper. 

Allgemeine Färbung schwarz. Vorderbeine braun, Hinterbeine schwarz. 
Tibien der Hinterbeine am Grunde weiss gefleckt. 

Tirol (Trentino); Schweiz; Frankreich (Bordeaux); Italien (Lombardei, 
Neapel). 

7. Gasteruption Kohlii ii. sp. 

Long. 11 — 12 mm. cf. — Caput opacum, hrevi margine reflexo. Ocelli 
posteriores ab oculis distant longitudine flagelli articuli primi, inter se longi- 
tudine articuli secundi. Flagelli articulus secundus sesqui longior primo, 
tertius articulus evidenter longior secundo, hrevior x^rimo unacum secundo. 
Genae hreviores flagelli articulo primo. 

Dorsulum, coriaceo-rugosum. Tibiae pedum posteriorum robuste clavatae. 
Metatarsus posterior, pedum posteriorum ceteris articulis tarsi longitudine 
aequalis. 

Affinis G. assectatoi'i. 

Kopf matt. Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen gleich 
der Länge des ersten Geisseigliedes. Abstand der hinteren Nebenaugen von ein- 
ander gleich der Länge des zweiten Geisselgliedes. Zweites Geisselglied TS mal 
so lang als das erste (Taf. XIV, Fig. 13). Das dritte Geisselglied wenig länger 
als das zweite, kürzer als das erste und zweite zusammen. Kopf mit kurzem 
aufgestülptem Hinterrande, Wangen halb so lang als das erste Geisselglied. 

Mesonotum lederartig runzelig, Schienen der Hinterbeine stark gekeult. 
Erstes Tarsaiglied der Hinterbeine so lang wie die vier übrigen zusammen 
(Taf. XIV, Fig. 10). 

Allgemeine Färbung schwarz. Abdomen mit mehreren rostrothen Ring- 
streifen. Beine braun. Die Schienen haben die Neigung, an der Basis hellere 
Flecken zu bilden. 

Von dem ihm nahestehenden Gasteruption assectator unterschieden: 
durch den aufgestülpten Hinterrand des Kopfes, durch den Abstand der hinteren 
Nebenaugen von den Netzaugen, welcher bei Gasteruption assectator kleiner 
als die Länge des zweiten Geisselgliedes ist, durch die Anwesenheit der diver- 
girenden Linien vorne am Dorsulum, durch die gröbere Sculptur des Thorax 
und durch die stärker gekeulten Tibien der Hinterbeine. 

Südtirol (Bozen, Kohl). 



Die Hymenopteren-Gattung Gasterupfion Latr. {Foenus ant.). 



281 



8. Gasteruption laeviceps u. sp. 

Long. 11— 12 mm. cf . — Caput laeve et nitidum. Ocelli posteriores inter 
se minus distant quam ab oculis, et minus distant quam longitudine articuli 
secundi, ab ocidis evidenter plus distant quam longitudine articuli secundi. 
Flagelli articulus secundus sesqui longior primo, tertius paulo longior secundo. 
Margo inferior oculorum pertinet ad mandibularum basin. Margo occipitalis 
non reflexus. 

Dorsulum antice fere laeve, sine lineis collare versus divergentihus, 
ceterum variolose punctatum et plus minusve conspicue rugosum. Tibiae 
paulum clavatae. Metatarsus posterior ceteris tarsi articulis longitudine 
aequalis. 

Äffinis G. graeco. 

Kopf vollkommen glatt und glänzend. Alle drei Nebenaugen sind ein- 
ander auffallend nahegerückt. Die hinteren Nebenaugen stehen weiter ab von 
den Netzaugen als von einander. Abstand der hinteren Nebenaugen von einander 
kleiner als die Länge des zweiten Geisseigliedes. Abstand der hinteren Neben- 
augen von den Netzaugen deutlich grösser als das zweite Geisselglied. Zweites 
Geisselglied l'Smal so lang als das erste. Drittes Geisselglied etwas länger als 
das zweite. Wangen fehlen. Kopfhinterrand einfach. 

Dorsulum vorne fast glatt und ohne die divergirenden Linien, sonst narbig 
punktirt und dazwischen mehr oder minder deutlich runzelig. Schienen weniger 
gekeult als bei irgend einer europäischen Gasteruption- kvt. Erstes Tarsalglied 
so lang wie die vier übrigen Tarsalglieder zusammen. 

Allgemeine Färbung schwarz. Zweites und drittes Abdominalsegment 
rostroth gefleckt. Beine dunkelbraun und an der Basis der Schienen heller 
gefärbt. 

Von dem nahestehenden Gasteruption graecum dadurch unterschieden: 
Kopf vollkommen glatt und glänzend; Abstand der hinteren Nebenaugen von 
den Netzaugen grösser als der Abstand von einander und gleich der Länge des 
zweiten Geisselgliedes. Zweites Geisselglied 1*5 mal so lang als das erste. Wangen 
fehlen; ebenso fehlen die divergirenden Linien vorne am Dorsulum. Sculptur 
weniger grob als bei Gasteruption graecum. 

Rhodus (Erb er). 



9. Gasteruption nitidum n. sp. 

Long. 10 — 11mm. cf. — Caput nitidum. Ocelli siti in conspicuis fov eis. 
Ocelli posteriores inter se duplo plus distant quam longitudine flagelli articuli 
primi; ab oculis longitudine articuli primi. Flagelli articulus primus longi- 
tudine secundi, tertius evidenter longior quam primus unacum secundo. Oculorum 
margo inferior attingit mandibularum basin. 

Z. B. Ges. B. XXXV. Abh. 36 



282 



August Sc Ii letterer. 



Dorsulum rugosum et antice transverso-rugosum. Metatarsus posterior 
ceteris tarsi articuUs longitudine aequalis. Abdomen gracülimum. 
Affinis G. Kohlii. 

Kopf glänzend. Die Nebenaugen liegen in deutlichen grubigen Ver- 
tiefungen. Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen gleich der 
liänge des ersten Geisselgliedes. Abstand der hinteren Nebenaugen von ein- 
ander doppelt so gross als die Länge des ersten Geisselgliedes. Zweites Geissei- 
glied so lang wie das erste (Taf. XIV, Fig. 12). Drittes Geisseiglied deutlich 
länger als das erste und zweite zusammen. Wangen fehlen. 

Thorax runzelig, vorne querrunzelig. Erstes Tarsaiglied der Hinterbeine so 
laug wie die übrigen vier Tarsaiglieder zusammen. Abdomen sehr schlank. 

Allgemeine Färbung schwarz. Beine braun. Tibien der Hinterbeine an 
der Basis weiss gefleckt. 

Von Gastenqjtion Kohlii, dem es einigermassen nahesteht, unterschieden : 
durch den glänzenden Kopf, die deutlichen grubigen Vertiefungen, in welchen 
die Nebenaugen liegen, durch die zwei kurzen und gleich langen ersten Geissei- 
glieder, durch den geringen Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netz- 
augen, durch die fehlenden Wangen und durch die weniger deutliche Ruuzelung 
des Thorax, welche gegen das Collare hin in Querrunzeluug übergeht. 

Calabrien (Erb er). 

10. Gasteruptiou pedemontanum Touru. 

Long. 16— 18 mm. cT, 9 - — Caput opacum vel paululum nitidum, ante 
ocellos subtilissime transverso-striolatum. Ocelli posteriores ah oculis longi- 
tudine flagelli articuli primi distant, inter se longitudine articuli secundi. 
FlageUi articulus secundus sesqui longior primo, tertius longior quam primus 
unacum secundo. Genae evidenter hreviores flagelli artieulo primo. Margo 
occipitalis evidenter reßexus cum tribus foveis. 

TJiorax grossissime rugosus et punctatus, in lateribus post suturam dor- 
salem inconspicue rugosus et disperse punctatus. Scutellum subtilissime coria- 
ceum, fere laeve. Segmentum medianum rude reticulato- rugosum. Coxae 
posteriores subtiliter coriaceae, postice subtiliter transverso-striatae. Metatarsus 
posterior ceteris tarsi articuUs longitudine aequalis. 

Terebra longitudine corpori aequalis. Valvulae in apice albidae. 

Kopf matt oder wenig glänzend und vor den Nebenaugen sehr fein 
quergestreift. Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen gleich der 
Länge des ersten Geisselgliedes. Abstand der hinteren Nebenaugen von ein- 
ander gleich der Länge des zweiten Geisselgliedes. Zweites Geisseiglied TS mal 
so lang wie das erste, drittes Geisseiglied länger als das erste und zweite zu- 
sammen. Wangen deutlich kürzer als das erste Geisseiglied. Kopfhinterrand 
ki-agenartig aufgestülpt, mit drei deutlichen grubenartigen Vertiefungen. 



Die Hymenoptereu-GattuBg Gasfempfion Latr. (Foenus aut.). 



283 



Thorax sehr grob runzeh'g und punktirt, seitlich hinter der Kerblinie un- 
deutlich runzelig mit zerstreuten Punkten. Schildchen fein lederartig, fast glatt. 
Mittelsegment giob netzrunzelig. Hüften der Hinterbeine fein lederartig, nach 
hinten fein quergestreift. Erstes Tarsalglied der Hinterbeine so lang wie die vier 
übrigen Tarsalglieder zusammen. 

Legebohrer so lang wie der Körper; Klappen am Ende weiss gefleckt. 

Allgemeine Färbung schwarz. Beine schwärzlichbraun, Schienen der 
Hinterbeine am Grunde weiss gefleckt. Tarsalglieder der Hinterbeine weiss ge- 
fleckt. Das zweite, dritte und häufig auch das vierte Hinterleibssegment rost- 
roth gefleckt. 

Niederösterreich (Piesting, Tschek, Erber); Krain; Ungarn (Mehadia); 
Dalmatien (Spalato); Toscana (Livorno); Sicilien ; x4.osta; Frankreich (Toulouse). 

11. Gasteruption pyrenaicum Guer. 

Long. 11— 16 mm. Q. — Caput omnino Jaeve et nitidum. OceJU 
posteriores ab ocidis et inter se distant longitudine flagelli articiüi secundi. 
FlagelU articuliis secundiis fere duplo longior quam primus, tertius longitudine 
aequalis secundo. Genae hrevissimae. Margo occipitalis evidenter reßexus 
sine foveis. 

Thorax grossissime rugosum ut in Gasteruytioni pedemontano, sine lineis 
collare versus divergentibus et sine sutura dorsali. Coxae posteriores evidenter 
rugosae. Metatarsus posterior ceteris tarsi articulis longitudine aequalis. 

Terebra longitudine abdomini aequalis. Valvulae in apice non alhidae. 

Kopf vollkommen glatt und glänzend. Abstand der hinteren Neben äugen 
von den Netzaugen und unter sich gleich der Länge des zweiten Geisseigliedes. 
Zweites Geisseiglied nahezu doppelt so lang wie das erste. Drittes Geisselglied 
so lang wie das zweite. Wangen äusserst kurz. Kopfhinterrand kragenartig auf- 
gestülpt und ohne grubige Vertiefungen. Vorne am Dorsulum fehlen die zwei 
divergirenden Linien. Thorax sehr grobrunzelig, ähnlich wie bei Gasteruption 
pedemontanum. Kerblinie fehlt. Hüften der Hinterbeine deutlich runzelig. Erstes 
Tarsalglied so lang wie die übrigen vier Tarsalglieder der Hinterbeine. 

Legebohrer kürzer als der Körper, etwa so lang wie das Abdomen. Klappen 
am Ende nicht weiss gefleckt. 

Allgemeine Färbung schwarz. Zweites und drittes Abdominalsegment in 
veränderlicher Ausdehnung rostgelb gefärbt. Beine sämmtlich braun und un- 
gefleckt. Flügel meistentheils rauchig getrübt. 

Schweiz; Frankreich; Pyrenäen (Tarascon) ; Italien (Mailand, Pavia, Ber- 
gamo, Magretti); Deutschland (Berlin, Klug). 

12. Gasteruption rubricans Guer. 

Long. 9 — 11 mm. cTj 9 • — Caput opacum. Ocelli posteriores ab ocuUs 
longitudine flagelli articuU secundi distant, inter se longitudine articuli tertii. 

36* 



284 



August Seh letterer. 



Flagelli articulus secundus sesqui longior primo, tertius articulus paulo lon- 
gior quam secundus. Genae brevissimae. 

Thorax coriaceo-rugosus; antice in dorsulo duae lineae collare versus 
divergentes. Coxae posteriores coriaceo-rugosae. Metatarsus posterior brevior 
ceteris tarsi articuUs pedum posteriorum. 

Terebra brevior dbdominis segmento secundo. 

Affinis G. assectatori et G. clavato. 

Kopf matt, mit einfachem Hinterhauptsrande. Abstand der hinteren Neben- 
augen von den Netzaugen gleich der Länge des zweiten Geisseigliedes. Abstand 
der hinteren Nebenaugen von einander gleich der Länge des dritten Geissel- 
gliedes. Zweites Geisselglied TS mal so lang als das erste; drittes wenig länger 
als das zweite. Wangen sehr schmal. 

Thorax lederartig runzelig, mit zwei gegen das Collare hin divergirenden 
Linien vorne am Dorsulum. Hüften der Hinterbeine lederartig runzelig. Erstes 
Tarsaiglied der Hinterbeine etwas kürzer als die vier übrigen Tarsaiglieder zu- 
sammen. 

Legebohrer kürzer als das zweite Abdominalsegment. Das unterschiedet 
sich vom 9 durch den Mangel des Legebohrers, durch die gröbere Runzelung des 
Thorax mit Neigung zur Querrunzelung, durch die feinere Runzelung der Hinter- 
hüften und die dunklere Färbung im Allgemeinen. Allgemeine Färbung des 
Q rostroth. Kopf und Thorax in veränderlicher Ausdehnung schwarz gefleckt. 
Tibien an der Basis niemals weiss, bei dunkler gefärbten Thieren jedoch heller 
(gelb) gefleckt. 

Schweden; Schweiz; Deutschland; Niederösterreich (Hainburg); Frank- 
reich; Italien (Bergamo, Magretti, Calabrien, Er her); Rhodus, Tinos, Corfu 
(Erber), Brussa, Erzerum (Malinowsky); Samara (Morawitz). 

13. Gasteruption terrestre Tourn. 

Long. 12—lBmm. Q. — Caput omnino laeve et vix nitidum. Ocelli 
posteriores ab oculis distant longitudine flagelli artimli primi, inter se longi- 
tudine articuli seeundi. Flagelli articulus secundus sesqui longior primo, 
tertius longitudine primi unaeum secundo. Genae brevissimae. Margo occipitalis 
evidenter reflexus, cum foveis tribus. 

Dorsulum ante suturam conspicue transverso-rugosum, in lateribus post 
suturam inconspicue transverso-rugosum. Segmentum medianum grosse reticulato- 
rugosum. Coxae posteriores subtilissime coriaceae. Metatarsus posterior paulo 
brevior ceteris tarsi articiäis. 

Terebra longitudine corpori aequalis. Valvulae in apice albidae. 

Affinis G. austriaco. 

Kopf vollkommen glatt und schwach glänzend. Abstand der hinteren Neben- 
augen von den Netzaugen gleich der Länge des ersten Geisseigliedes. Abstand 
der hinteren Nebenaugen von einander gleich der Länge des zweiten Geissel- 
gliedes. Zweites Geisseiglied TS mal so lang als das erste; drittes so lang als 



Die Hymenopteren-Gattung Gasteruption Latr. {Foenus aut.). 



285 



das erste und zweite zusammen. Wangen sehr schmal. Hinterhauptsrand stark 
kragenartig aufgestülpt, mit drei grubenförmigen Eindrücken. 

Dorsulum vor der Kerblinie deutlich querrunzelig, hinter der Kerblinie 
seitlich undeutlich querrunzelig. Mittelsegment ziemlich grob netzrunzelig. Hinter- 
hüften sehr fein lederartig. Erstes Tarsaiglied der Hinterbeine etwas kürzer 
als die vier übrigen Tarsalglieder mitsammen. 

Legebohrer so lang wie der Körper, Klappen mit weissen Enden. Allge- 
meine Färbung schwarz. Beine bräunlichschwarz. Schienen am Grunde weiss 
gefleckt. 

Dem Gasteruption austriaciim nahestehend. 

Gottland (Thomson); England; Sc